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254072 · Informationsbrief

Informationsbrief - Hochwasserschutz am Hardtbach

Nummer
254072
Art
Informationsbrief
Veröffentlicht
16.12.2025
Letzte Änderung
28.10.2026
  • Brigitte-Schröder-Straße Straße· Meßdorf, Bonn Hauptort
  • Henri-Spaak-Straße Straße· Brüser Berg, Hardtberg
  • Am Bach Straße· Meßdorf, Bonn
  • Ahrweg Straße· Kessenich, Bonn
  • Alfterer Straße Straße· Meßdorf, Bonn
  • Bahnhofstraße Straße· Brüser Berg, Hardtberg
  • Bonner Logsweg Straße· Meßdorf, Bonn
  • Lessenich Ortsteil· Bonn
  • Meßdorf Ortsteil· Bonn
  • Duisdorf Ortsteil· Hardtberg
  • Bonn Stadtbezirk
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Hochwasserschutz am Hardtbach
Liebe Anwohnerinnen und Anwohner des Hardtbachs,
nach den Überflutungsereignissen 2021 am Hardtbach in Alfter und Bonn haben die Gemeinde Alfter
und die Stadt Bonn gemeinsam ein Hochwasserschutzkonzept erstellen lassen, um geeignete
Hochwasserschutzmaßnahmen zu entwickeln (weitere Informationen: Seite 4).
Aufgabenstellung und Stand des Konzepts
Mit diesem Hochwasserschutzkonzept waren geeignete Hochwasserschutzmaßnahmen heraus-
zuarbeiten, die am Hardtbach zwischen der Henri-Spaak-Straße und dem Abschlagbauwerk am
Dransdorfer Bach Überflutungen reduzieren können. Die Zuflüsse Markeskaulenbach und
Katzenlochbach in Alfter wurden mituntersucht, da diese beim Überflutungsereignis im Jahr 2021
eine wesentliche Rolle spielten.
Im ersten Schritt wurde ein Computermodell des Bachlaufs entwickelt, um eine möglichst realistische
Darstellung der Überflutungsereignisse zu erhalten. Markeskaulenbach und Katzenlochbach wurden
neu vermessen und digital im Modell ergänzt. Anhand von Niederschlagsmessungen aus Mess-
stationen in Alfter und Bonn wurden mithilfe des Geländemodells die Wassermengen berechnet, die
bei einem Starkregenereignis im Hardtbach abfließen. So konnte zum einen ermittelt werden, wo es
neben den bekannten Stellen im Bachverlauf, weitere Bereiche gibt, an denen das Wasser schnell
über die Ufer tritt. Zum anderen ließen sich daraus die Wassermengen berechnen, die zurück-
gehalten oder abgeführt werden müssen, um Überflutungen am Bach bei Hochwasser erheblich zu
reduzieren. Im Ergebnis würde eine Fläche zum Rückhalt von etwa 71.000 Kubikmeter Wasser
benötigt, was einer Fläche von etwa 10 Fußballfeldern mit 1,00 Meter Einstauhöhe entspricht.
Die anschließende Untersuchung der kommunalen Flächen entlang des Bachs ergab, dass die
vorhandenen Rückhaltemöglichkeiten nicht ausreichen, um einen wirksamen Hochwasserschutz zu
gewährleisten: Mit den vorhandenen Freiflächen ließen sich maximal 4.800 Kubikmeter Wasser
zurückhalten.
Im Weiteren wurde die Möglichkeit untersucht, das Gewässer mittels eines sogenannten
Entlastungskanals zu steuern. Dazu ist zu prüfen, ob ein Teil des Hochwassers, ähnlich wie am
Mehlemer Bach oder am Dransdorfer Bach, abgefangen und durch einen unterirdischen Kanal
abgeleitet werden kann, so dass dieses Wasser keine Überflutung verursacht. Hierzu bedarf es noch
vertiefender Untersuchungen, um gegebenenfalls auch Kombinationen entwickelter Maßnahmen
und deren Auswirkungen zu analysieren.Seite 1 von 4
Wie geht es weiter?
Die Gemeinde Alfter und die Stadt Bonn arbeiten weiterhin eng zusammen, um den Hochwasser-
und Starkregenschutz in der Region zu verbessern. Ziel ist es, die Überflutungssicherheit in dem
betroffenen Gebiet nachhaltig zu erhöhen und zukünftige Starkregenereignisse besser bewältigen
zu können. Erste Maßnahmen konnten bereits umgesetzt werden. So wurde ein räumlicher Rechen
am Einlauf Ahrweg (Gemeindegebiet Alfter) eingebaut, um Treibgut zurückzuhalten (siehe
Abbildung, Punkt 1). Das Abschlagbauwerk am Meßdorfer Feld (Stadtgebiet Bonn), mit dem im
Hochwasserfall Wasser aus dem Bach in den Bonner Randkanal abgeleitet wird, wurde vergrößert
(siehe Abbildung, Punkt 2). Für die Gemeinde Alfter wurde auch eine Starkregengefahrenkarte, die
durch ein Handlungskonzept ergänzt wurde, erarbeitet.Seite 2 von 4
Darüber hinaus befinden sich mehrere Projekte in der Planungsphase:
• Durchlasserweiterungen: Um die Abflussverhältnisse im Bach zu verbessern, sind in Alfter
die Erweiterung und Sanierung des Durchlasses an der Alfterer Straße sowie die
Renaturierung im Bereich „Zur Schneidemühle“ abhängig vom Genehmigungsverfahren
beziehungsweise. Fördermittelzuweisungen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 vorgesehen
(siehe Abbildung, Punkt 4). Ebenso wird in Bonn zurzeit ein möglicher Umbau des
Durchlasses an der Bahnhofstraße untersucht.
• Katzenlochbach und Markeskaulenbach: Mit einer Machbarkeitsstudie sollen
verschiedene Sanierungsoptionen für den Katzenlochbach sowie eine mögliche
Vergrößerung der bestehenden Verrohrung geprüft werden (siehe Abbildung, Punkt 3).
Gleichzeitig wird eine mögliche Vergrößerung der Verrohrung des Markeskaulenbachs
untersucht. Wenn möglich, soll hier eine kombinierte Lösung gefunden werden. Die
Angebotsabfrage wurde durch die Gemeindewerke bereits gestartet, die Leistungen sollen
noch bis Ende dieses Jahres vergeben werden. Ergebnisse aus der Variantenuntersuchung
sollen bis Ende 2026 vorliegen, auf denen dann die weiteren Planungsphasen aufbauen
können.
• Maßnahmen zum Schutz der Bebauung: Um die Überflutungsgefahr für die Bebauung auf
Alfterer und Bonner Gebiet zu reduzieren, wird eine Rückhaltung von Wasser auf Freiflächen
oberhalb der Henri-Spaak-Straße untersucht werden. Dabei wird auch berücksichtigt, wie
sich diese Maßnahmen auf die Abflussmengen des Bachs im Alfterer und Bonner Gebiet
auswirken würden. Um darüber hinaus auch das Gebiet Lessenich/Meßdorf und Teile von
Oedekoven (siehe Abbildung, Punkt 5) vor Überflutung zu schützen, werden gleichzeitig
Maßnahmen wie beispielsweise der Bau eines Linienschutzes (zum Beispiel Erhöhung der
Ufer) von der Tulpenstraße bis zur Bahnhofstraße geprüft. Dabei ist allerdings zu beachten,
wo das Wasser, dass dort nicht mehr austreten kann, hingeleitet wird, ohne für die
Anwohnenden unterhalb also bachabwärts größere Schäden zu verursachen. Daher muss
ebenfalls untersucht werden, wohin unterhalb der Bahnhofstraße das Wasser hingeleitet
werden kann. Beispielsweise könnte der Hochwasserabfluss über einen Entlastungskanal
auf eine unbebaute Fläche unterhalb des Bonner Logsweg in Bonn (gegenüber der
Kläranlage Duisdorf) abgeleitet werden, wo ein Volumen von ca. 34.000 Kubikmetern
Wasser kurzfristig zwischengespeichert werden könnte. Hinzu kommt die notwendige
Vergrößerung des Durchlassbauwerks unterhalb der Bahnhofstrasse in Bonn und eine
Verbesserung des Durchflusses an der Brücke der Pinsdorfer Mühle. Auch der bestehende
Rückhalteraum an der Brigitte-Schröder-Straße wird auf eine Vergrößerung hin untersucht.
• Starkregenrisikomanagement: Sowohl in Alfter als auch in Bonn wird das Thema
Starkregen weiterhin intensiv betrachtet. Die Vorschläge im Handlungskonzept zum
Starkregenrisikomanagement in Alfter für Rückhaltemaßnahmen im Einzugsgebiet von
Katzenlochbach und Markeskaulenbach, etwa in Form von Rückhaltemulden auf
landwirtschaftlichen Flächen, müssen auf ihre Machbarkeit hin geprüft werden. Dabei ist ein
kooperativer Ansatz mit den ansässigen Landwirten zu beachten. Diese Prüfung ist für 2027
vorgesehen. Auch in Bonn wird eine neue Starkregengefahrenkarte für das komplette
Stadtgebiet auf den Weg gebracht.
• Messstellennetz: Im Rahmen des Starkregenmanagements Alfter wurde die Erstellung
eines Messstellennetzes empfohlen. Ergänzende Messstellen wurden auch für das
Einzugsgebiet des Hardtbachs im Ober- und Mittellauf und am Markeskaulenbach und
Katzenlochbach vorgeschlagen. Eine konkrete Planung zur Auswahl und Errichtung der
Pegel und Einbettung in ein Informations- bzw. Frühwarnsystem soll im Jahr 2026
angegangen werden.Seite 3 von 4
Die Verwaltungen der Gemeinde Alfter und der Stadt Bonn arbeiten weiter gemeinsam daran,
Lösungen für den Hochwasserschutz am Hardtbach zu entwickeln und werden zu den Ergebnissen
dieser vertiefenden Untersuchungen ebenfalls berichten.
Weitere Informationen finden Sie im Ratsinformationssystem der Gemeinde Alfter unter
www.alfter.ratsinfomanagement.net mit der Vorgangsnummer 11-5-132 oder im Ratsinformations-
system ALLRIS der Stadt Bonn unter www.bonn.sitzung-online.de mit der Drucksachennummer
252744-01.
Ihre Ansprechpersonen
Gemeinde Alfter
Regionale Entwicklung, Freiraum- & Gewässerplanung
Kirsten Weischer, Telefon: 0228 – 64 84 14 4
kirsten.weischer@alfter.de
Tiefbauamt der Stadt Bonn
Lilly Trautwein, Telefon: 0228 – 77 42 03
Gewaesserplanung@bonn.de
Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Gemeinde Alfter
und
Stadt Bonn
Alfter und Bonn, im Dezember 2025
Herausgeber: Bundesstadt Bonn – Der Oberbürgermeister, Tiefbauamt, Dezernat des Oberbürgermeisters. Gemeinde Alfter – Der
Bürgermeister, Fachgebiet 3.1 Regionale Entwicklung, Freiraum- & Gewässerplanung.Gedruckt auf „Blauer Engel“ zertifiziertem
Recyclingpapier.
Ratsinformationssystem Alfter
Ratsinformationssystem BonnSeite 4 von 4

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Datenstand: 02.11.2026, 21:57 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de