254054 · Mitteilungsvorlage
Gesundheitsbericht für das Jahr 2024 bis Mitte 2025
Kerndaten
- Nummer
- 254054
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 21.12.2025
- Letzte Änderung
- 28.10.2026
Orte
- Pützchen Hauptort
- Stadthaus
- Oxfordstraße
- Nordfriedhof
- Karlstraße
- Ollenhauerstraße
- Markt
- Bonn
- Beuel
- Rheinaue
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 254054 Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Federführung: 10 Personal- und Organisationsamt Dezernat: Dez. I Gesundheitsbericht für das Jahr 2024 bis Mitte 2025 Beratungsfolge Hauptausschuss 24.02.2026 Kenntnisnahme Mitteilung: Der vollständige Gesundheitsbericht ist in der Anlage beigefügt und war in der Vergangenheit Teil des allgemeinen Personalberichtes. Er soll zukünftig aus Transparenzgründen entsprechend ausgelagert werden. Die nachfolgenden Information bilden eine Zusammenfassung der wesentlichen Tätigkeitsfelder der Stabsstelle Gesundheit im Zeitraum 2024 bis Mitte 2025 ab: 1. Gesundheitsbericht der Stabsstelle Gesundheit (2024/2025) Die Stabsstelle Gesundheit der Bundesstadt Bonn verantwortet seit 2017 das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) für rund 8.000 Mitarbeitende. Ziel ist es, Gesundheit als dynamischen Prozess zu fördern und nicht nur Krankheiten zu verwalten. Der Bericht gibt einen Überblick über die wichtigsten Aktivitäten und Entwicklungen von 2024 bis Mitte 2025. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) • BEM wird Mitarbeitenden angeboten, die in 12 Monaten mindestens 6 Wochen arbeitsunfähig waren. • 2024 wurden 747 Mitarbeitende angeschrieben, Annahmequote: 23,69% (177 Fälle) • Maßnahmen reichen von Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell, Coaching, Arbeitsplatzanpassungen bis hin zu Homeoffice und Verrentung. • Die Fallbearbeitung ist komplex, multifaktoriell und oftmals emotional belastend. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) • Über 50 Kurse (z.B. Yoga, Rückenschule, Bodyworkout) wurden angeboten. • Präventionskurse werden zum Teil von Krankenkassen/Beihilfestelle bezuschusst.Seite 1 von 23 Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) • Angebote wie aktive Mittagspausen, Büromassagen, Laufgruppen, Selbstverteidigungskurse und Workshops zur Stressbewältigung fördern Gesundheit und Gemeinschaft. • Firmenfitness wurde zum 1. Oktober 2025 eingeführt, bereits 700 Anmeldungen Ende Oktober (Stand aktuell: 1.249). Besondere Maßnahmen & Kooperationen • Sommeraktionen (z.B. Verteilung von Kühltüchern), Hitzeschutz (Wasserversorgung), Reanimationsschulungen und Ergonomieberatungen. • Zusammenarbeit mit der VHS Bonn, dem Sport- und Bäderamt, PraeVita, Krankenkassen und Betriebssportgemeinschaften. • Digitale Gesundheitskommunikation: Pilotprojekt „Gesundheits-Channel“ für Mitarbeitende. Psychische Gesundheit & Sicherheit • Psychische Gefährdungsbeurteilung (PGB) wird weiterentwickelt, um effizienter zu werden. • Arbeitsgruppe innerhalb der Verwaltung (Beteiligte u.a.: Personalrat, Interner Sozialer Dienst, Amt 10) gegen Belästigung und Diskriminierung, Präventionsnetzwerke mit externen Partnerinnen und Partnern • 2024: 60 Vorfallsmeldungen zur Mitarbeitendensicherheit. Krankenstatistik • Nach den Vorgaben des Deutschen Städtetages wird die jährliche Krankenstatistik erstellt. • Im Jahr 2024 liegt die Krankenquote der Bundesstadt Bonn mit 7,50 % um 1,12 Prozentpunkte unter dem Städtetagdurchschnitt (8,62 %). • Zum Vergleich: Die Krankenquote der Bundesstadt Bonn liegt im Jahr 2023 mit 7,23 % um 1,6 Prozentpunkte unter dem Durchschnitt des Deutschen Städtetages (8,83 %). Budget & Ausblick • 2024: Personalaufwand (6.921€), Materialkosten (4.149€), Schulungen (3.398€), Einzelprojekte (3.631€). • 2024 und 2025: Arbeitsmedizinische Betreuung (680.277€). • 2025: Neuausschreibung arbeitsmedizinische Betreuung ab 1.1.2026 (825.000 €). • Einnahmen v.a. durch arbeitsmedizinische Betreuung und PC-Brillen (109.557€). • Zukünftiger Schwerpunkt: „Healthy Longevity“ – Förderung gesunder Lebensjahre und generationengerechtes BGM als Antwort auf den demografischen Wandel. FazitSeite 2 von 23 Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch) Die Stabsstelle Gesundheit setzt auf ganzheitliche, präventive und innovative Maßnahmen, um Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden nachhaltig zu stärken und die Stadtverwaltung Bonn als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren. Anlage/n 1 1. Gesundheitsbericht 2025 (öffentlich)Seite 3 von 23 1 Stabsstelle Gesundheit Oktober 2025 1. Gesundheitsbericht der Stabsstelle Gesundheit Vorwort Seit ihrer Gründung im Jahr 2017 ist die Stabsstelle Gesundheit als eigenständige Verwaltungseinheit, organisatorisch angebunden beim Personal – und Organisationsamt, für die gesundheitlichen Belange der aktuell gut 8.000 Mitarbeitenden der Bundesstadt Bonn verantwortlich. Die bislang im Rahmen der Personalberichte mitgeteilten Informationen und Key Performance Indicator (KPIs) werden mit diesem (ersten) eigenständigen Bericht entsprechend ausgelagert und sollen künftig fortgeschrieben werden. Ziel soll eine bessere Nachvollziehbarkeit der im Bereich des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) durchgeführten Maßnahmen und Tätigkeiten, auch mit Blick auf jährliche Schwerpunktsetzungen, sein. Das Aufgabenportfolio hat sich seit Gründung der Stabsstelle sukzessive erweitert. Die originären Themenbereiche „Betriebliche Gesundheitsförderung“ (BGF) sowie „Betriebliches Eingliederungsmanagement“ (BEM) wurden durch weitere Themen- schwerpunkte ergänzt. Neben großen Ankerthemen wie der Mitarbeitendensicherheit oder der Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGB) wurden auch verschiedenste kleinere Sachthemen in den Bereich der Stabsstelle verlagert, auf die im Einzelnen in der Folge näher eingegangen wird. Der gesamte Bereich des Gesundheitsmanagements nimmt in seiner gesamt- gesellschaftlichen Bedeutung im Allgemeinen, aber insbesondere auch im betrieblichen Kontext einen immer größeren Stellenwert ein. Neben dem grundsätzlichen Anspruch der Mitarbeitenden gegenüber der Verwaltung, für eine gesunderhaltende Arbeits- umgebung zu sorgen, spielen Themen wie „demographischer Wandel“ und „Arbeitgeber*innenattraktivität“ eine zunehmend gewichtigere Rolle, insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich eine Arbeitgeberin wie die Stadtverwaltung Bonn sehr aktiv um neue Kolleginnen und Kollegen bemühen muss. In Bonn ist dieser Aspekt durch die Vielzahl noch vorhandener großer Bundesbehörden besonders ausgeprägt. Die Aufgabe muss daher die Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen sein, zu denen ein ernsthaft gelebtes BGM einen signifikanten Anteil beiträgt. Die Stabsstelle Gesundheit verfolgt daher einen salutogenetischen Ansatz, weg von der reinen Pathogenese. Unser erklärtes Ziel ist nicht die reine (reaktive) Konzentration auf Krankheiten und deren Ursachen, sondern der Erhalt von Gesundheit. Dabei betrachten wir Gesundheit nicht als statischen Zustand, sondern als Prozess, der sich in wechselnden Lebenszyklen zwischen Gesundheit und Krankheit befindet. Wir suchen nach Lösungen, die Gesundheit weiter zu fördern, zu stärken und zu gestalten und nicht nur Krankheiten zu verwalten. Obwohl unsere tägliche Arbeit, zum Beispiel im Rahmen des Betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM), auch viele reaktive Elemente enthält, soll die konsequente Verfolgung präventiver Ansätze zu einer langfristigen und positivenSeite 4 von 23 2 Haltung gegenüber dem Thema „Gesundheit“ beitragen, von der, nicht zuletzt, auch die Verwaltung partizipiert. Nur gesunde Mitarbeitende können auch leistungsfähig sein! Wie bedeutend dies in der Zukunft werden wird und wie groß der Einfluss, auch auf die städtische Arbeitswelt, sein wird, wird im letzten Absatz zum Thema „Longevitiy“ als Ausblick näher skizziert. Die nachfolgenden Themenbereiche geben einen Einblick in die Arbeit der Stabsstelle im Grundsätzlichen einerseits, aber auch andererseits mit Augenmerk auf das Jahr 2024 bis Mitte 2025. Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) Allgemein Das Betriebliche Eingliederungsmanagement wird allen Mitarbeitenden angeboten, die innerhalb der vergangenen 12 Monate 6 Wochen und mehr arbeitsunfähig waren (zusammenhängend und/oder Einzeltage). Das Ziel des BEM besteht darin, Hilfestellung bei der Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu geben, die Arbeitsfähigkeit auf Dauer zu sichern und den Arbeitsplatz zu erhalten. Im Rahmen des BEM wird besprochen, welche Unterstützungen, Maßnahmen und Leistungen in Frage kommen, um dieses Ziel zu erreichen. Das kann eine stufenweise Wiedereingliederung nach längerer krankheitsbedingter Abwesenheit sein. Aber auch viele andere Maßnahmen sind denkbar, weshalb das BEM auch dann Sinn macht, wenn die Mitarbeitenden bereits seit längerer Zeit wieder zurück im Dienst sind bzw. der Erkrankungszeitraum bereits einige Zeit zurückliegt, diese mehrere Kurzerkrankungen hatten oder einen Dienst- oder Wegeunfall erlitten haben. In diesem Kontext sind von den Kolleginnen und Kollegen der Stabsstelle einige, mitunter auch fallspezifische, Besonderheiten zu berücksichtigen, die im Folgenden exemplarisch aufgeführt sind: • Unterschiedliche Schnittstellen müssen berücksichtigt und informiert werden: • Personalrat (PR) und/oder Schwerbehindertenvertretung (SBV), die Ämter 04, 10-14, 10-2 (PC-Gruppe), 10-3 (Büromöbel), 10-41 und 10-42, Arbeitssicherheit, Interner Sozialer Dienst (ISD), 50-32 (Fachstelle für behinderte Menschen im Beruf), Arbeitsmedizinischer Dienst (AMD), Integrationsfachdienst, Fachämter, Krankenkassen, Rehaträger, etc. • „Schwierigkeiten“ mit den Klient*innen: keine Mitwirkung, Unzufriedenheit, schwierige Gesprächsatmosphäre, Konflikte, Frust, fordernde Haltung • Rollenkonflikte in Bezug auf andere Verwaltungseinheiten (Vertretung der Klientin/des Klienten vs. Vertretung der Arbeitgeberin) • Komplexe und multifaktorielle Krankheitsbilder sowie private und/oder dienstliche Probleme der Klient*innen: Depression, Alzheimer, pflegebedürftige Angehörige, nachlassende körperliche Leistungsfähigkeit (betrifft vor allem den Erziehungsdienst und manuell arbeitende Bereiche), Nachlassen derSeite 5 von 23 3 Belastbarkeit, Überforderung (z. B. aufgrund fortschreitender Digitalisierung und Forderungshaltung / Verhalten von Bürger*innen) • Daraus resultierend: hohe emotionale Belastung für die BEM-Beauftragten • Ermittlung des anspruchsberechtigten Personenkreises • Amtsärztliche Untersuchungen • Kontakt mit Führungskräften auch außerhalb bzw. im Vorfeld eines Verfahrens bez. möglicher BEM-Personalien • BEM-Team häufig als Überbringer negativer Entscheidungen • Eingeschränktes Budget, um sinnvolle Maßnahmen und Hilfsmittel zu finanzieren Zahlen und Daten • Anzahl Fälle 2024 → 747 Mitarbeitende wurden angeschrieben • Annahmequote 23,69 % (vor Gründung der Stabsstelle: 7-8%) = 177 Fälle • Anzahl Fälle, bei denen Stabsstelle beteiligt ist → 145 Fälle (= 82 % der angenom- menen Fälle) • durchschnittliche/übliche Anzahl von Gesprächen/Terminen pro Fall: 1-4 • durchschnittliche/übliche Dauer eines BEM-Falls bis zur Beendigung: ca. 6-12 Monate • durchschnittliche Anzahl lfd. Fälle pro BEM-Berater*in: ca. 25-32 BEM-Maßnahmensammlung (nicht abschließend, wird stetig ergänzt) • Gemeinsames Folgegespräch mit: o Vorgesetzten o Personalrat o Schwerbehindertenvertretung o 10-13 o 10-14 o 10-4 o Internem Sozialen Dienst o Gleichstellungsbeauftragte o Fachstelle für Schwerbehinderte Menschen im Arbeitsleben o sonstigen internen Akteuren (alle Gespräche auch in individueller Kombination möglich) • Stufenweise Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell • Coaching (intern (etwa über PR oder ISD/extern über 10-13) • Team-Supervision (über 10-13)Seite 6 von 23 4 • Amtsärztliche Untersuchung im BEM • Betriebsärztliche Untersuchung über AMD • Höhenverstellbarer Schreibtisch • Spezieller Bürodrehstuhl • Sonstige ergonomische Sitzmöbel in Einzelfallentscheidung • Ergonomische PC-Hilfsmittel • Anschaffung von Hilfsmitteln für technische Tätigkeiten • Umsetzung auf einen alternativen Arbeitsplatz nur als Ultima Ratio • Umsetzung vom Frontoffice ins Backoffice (z. B. DLZ) • Umsetzung in eine andere Dienststelle des gleichen Amtes • Begehung des Arbeitsplatzes • Umstrukturierung des Arbeitsplatzes • Betriebsärztliche Beratung • Ergonomieberatung • Befreiung von Einzeltätigkeiten • Job Enrichment (Bereicherung) • Job Enlargement (mehr Abwechslung) • Verrentung • Vermittlung in ein (neues) Ausbildungsverhältnis • Gewährung von Homeoffice • Spezielle Coronaschutzmaßnahmen • Stundenreduzierung • Arbeitsschutztechnische Begehung (über Stabsstelle Arbeitssicherheit) • Schadstoffmessungen (über Stabsstelle Arbeitssicherheit) • Führungskräfteberatung • (Änderungs-)Kündigung (wird ausdrücklich auch als BEM-Option gesehen) • Reha nahelegen • Eintragung in den Stellen-Newsletter • Befristetes Dauerparkticket für die Stadthausgarage Aktuell bearbeiten fünf Sachbearbeitungen, verteilt auf etwa 2,5 Vollzeitäquivalenten, das BEM. Die Fallbearbeitung ist in den letzten Jahren deutlich komplexer geworden, insbesondere aufgrund multifaktorieller Hintergründe bei den betroffenen Kolleginnen und Kollegen.Seite 7 von 23 5 Auswertung der AU-Zahlen für das Jobcenter Die Stabsstelle Gesundheit meldet dem Jobcenter monatlich, welche Mitarbeitende des Jobcenters in den 12 Vormonaten 42 AU-Tage und mehr hatten und daher Anspruch auf ein BEM-Angebot haben. Das BEM selber erfolgt von dort. Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) Die BGF stellt die zweite große Säule des betrieblichen Gesundheitsmanagements dar. Die Stabsstelle Gesundheit ist hier in sehr vielen Bereichen aktiv. Dazu gehören klassische Themenfelder wie Rückenschulen, Yoga, Pilates, Aquafit, Stressresilienz etc., aber auch innovative Ansätze. Dabei geht es um eine sinnvolle Verknüpfung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen. Die Verhaltensprävention setzt bei jeder/jedem Mitarbeitenden individuell an und sensibilisiert für ein gesundheitsbewusstes Verhalten. Auf diese Weise sollen eigene Ressourcen und Potentiale gestärkt werden (Empowerment). Die Verhältnis- prävention - als andere Seite derselben Medaille - umfasst die Arbeitsorganisation, die Arbeitsbedingungen, die Arbeitsaufgaben, die physikalische Umwelt, aber auch die psychosoziale Prävention. Bedingt durch die typischen Tätigkeiten in der Verwaltung sitzen zahlreiche Mitarbeitende über den Arbeitstag verteilt viele Stunden an ihrem Arbeitsplatz. Die zunehmende Digitalisierung bewirkt, dass es im Arbeitsalltag immer weniger Anlässe gibt, vom Arbeitsplatz aufzustehen und sich zu bewegen. Bewegungsmangel ist nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf Platz 4 der höchsten Risikofaktoren einer verkürzten Lebenserwartung – und damit nur drei Plätze hinter Rauchen. Zu hoher Blutdruck, Übergewicht und Blutzuckerkrankheiten – Folgen, die durch Bewegungsmangel nachgewiesenermaßen entstehen können – ordnet die WHO auf Platz 2, 3 und 5 ein. Gleichzeitig nehmen viele Mitarbeitende wahr, dass Arbeitsmenge und Zeitdruck zunehmen und sie beschreiben, dass sie sich bei der Arbeit zunehmend gestresst fühlen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens stetig zugenommen. Präventionskurse bieten eine hervorragende Möglichkeit, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, zu vermindern und gesunde Lebensgewohnheiten zu fördern. Sie umfassen eine Vielzahl von Themen, die sich auf körperliche, geistige und soziale Gesundheit konzentrieren. Bei regelmäßiger Teilnahme haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit, die Kosten anteilig von den Krankenkassen oder der Beihilfestelle zurückzufordern, was die Attraktivität der Kursangebote zusätzlich steigert. Vorteile: • Gesundheitsförderung: Die Kurse helfen dabei, gesundheitsbewusste Verhaltensweisen zu entwickeln und zu festigen. • Kostenersparnis: Durch die teilweisen Erstattungen können Teilnehmende (und auch die Stabsstelle Gesundheit) finanzielle Belastungen reduzieren. • Bessere Lebensqualität: Teilnehmende berichten häufig von einer gesteigerten Lebensqualität und einer besseren körperlichen sowie psychischen Verfassung.Seite 8 von 23 6 Im letzten Jahr wurden weit über 50 Kurse im Stadthaus und in den Außenstellen erfolgreich durchgeführt. Durch ein kontinuierliches Feedback der Teilnehmenden und entsprechendem Monitoring durch die Stabsstelle Gesundheit werden die Angebote fortlaufend evaluiert und auf die individuellen Bedarfe zugeschnitten. In der Folge werden die von der Stabsstelle Gesundheit initiierten Themen im BGF auszugsweise dargestellt: Aktive Mittagspausen Um den Herausforderungen eines sitzenden Arbeitsalltags entgegenzuwirken, bietet die Stabsstelle Gesundheit aktive Mittagspausen an, die leichte körperliche Aktivitäten beinhalten. In verschiedenen Außenstellen und im Stadthaus finden wöchentliche Kurse, darunter Yoga und Rückenfit, statt. So werden beispielsweise im Stadthaus fünf bewegungsintensive Mittagspausen, wie zwei Kurse Yoga, zwei Kurse Rückenfit sowie ein Kurs Bodyworkout angeboten. Schwerpunkt sind Rücken- und Nackenübungen, die einmal in der Woche von qualifizierten Externen sowie städtischen Mitarbeitenden durchgeführt werden. Im Rathaus Beuel wird einmal wöchentlich eine aktive Mittagspause mit Business-Yoga angeboten. Büromassagen Die Stabsstelle Gesundheit bietet an verschiedenen Standorten der Stadtverwaltung mobile Büromassagen an. Diese sind seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Gesundheitsförderung und tragen signifikant zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeitenden bei der Stadtverwaltung Bonn bei. Im Jahr 2024 gab es zahlreiche Anfragen nach Massagen in den Außenstellen der Verwaltung. Die Teilnahme gilt nicht als Arbeitszeit und die Kosten müssen die Teilnehmenden selbst tragen. Für viele Mitarbeitende ist das Angebot dennoch attraktiv, da flexibel Termine vereinbart werden können und kurze Wege nötig sind. 2024 fanden Massagen regelmäßig an den folgenden Standorten statt: • Stadthaus • Oxfordstraße • Rathaus Beuel • Nordfriedhof • Karlstraße Weitere Anfragen, beispielsweise in der Ollenhauerstraße 1, der Sankt Augustiner Straße 86 und verschiedenen Einrichtungen des Amtes für Kinder, Jugend und Familie (Amt 51-1) wurden ebenfalls geprüft, aber bislang nicht umgesetzt. Business-Yoga Bereits im Jahr 2014 wurde im Stadthaus sowie im Rathaus Beuel ein Business-Yoga- Programm etabliert, das insgesamt vier Kurse umfasste. Insgesamt nahmen in 2024 120 Mitarbeitende an 18 Yoga-Kursen teil.Seite 9 von 23 7 Zusätzlich wurden organisierte Kurse in verschiedenen Außenstellen angeboten, darunter die Feuerwache 1 (Amt 37), die Ollenhauerstraße 1 (Amt 51), die Oppelner Straße 130 (Amt 51) sowie die OGS Carl-Schurz-Schule (Amt 40). Die positive Resonanz der Teilnehmenden an den bestehenden Kursangeboten im Stadthaus und im Rathaus zeigt, dass die Integration von Yoga in den Arbeitsalltag einen wertvollen Beitrag zur Stressbewältigung und zur Förderung der Gesundheit der Mitarbeitenden leistet. Rückenschule/Rückenfit Im Stadthaus werden wöchentlich zwei verschiedene Kurse zur Rückengesundheit angeboten. Dazu kommt einmal wöchentlich ein Kurs in der Ollenhauerstraße 1. Der kostenpflichte Kurs „Rückenschule“ in der Ollenhauerstraße 1 wird bei regelmäßiger Teilnahme beispielsweise von den Krankenkassen oder der Beihilfestelle bezuschusst, was ihn für die Mitarbeitenden besonders attraktiv macht. Laufgruppe - Joggen nach Feierabend Die seit 2014 existierende Laufgruppe bietet die Möglichkeit, gemeinsam nach dem Dienst aktiv zu sein und dabei soziale Kontakte zu pflegen. Die Gruppe ist für alle Fitnesslevel geeignet. Fit in den Feierabend Jeden Donnerstag um 17:15 Uhr findet im Bewegungsraum des Stadthauses eine kostenfreie Sportstunde statt. Die Stunde umfasst ein kurzes Aufwärmtraining, eine Aerobic-Kombi und gelegentlich ein Zirkeltraining zur Kräftigung verschiedener Muskelgruppen sowie entsprechendem Stretching und einer Entspannungseinheit. Bodyworkout Bodyworkout ist ein kostenfreies, ganzheitliches Bewegungsangebot, das sich seit 2024 im Portfolio der Stabsstelle befindet. Der Kurs beinhaltet ein effektives Training mit Kleingeräten und dem eigenen Körpergewicht. Selbstverteidigungskurse In Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsstelle organisierte die Stabsstelle Gesundheit zwei Selbstverteidigungskurse für 36 angehende weibliche Führungskräfte, die im November und Dezember 2024 erfolgreich durchgeführt wurden. Diese Kurse haben die Teilnehmerinnen in praktischen Techniken gestärkt und ihr Selbstbewusstsein gefördert. Aufgrund des positiven Feedbacks ist eine dauerhafte Integration dieser Kurse geplant.Seite 10 von 23 8 Workshops „Wenn der Stress im Nacken sitzt - Eine Einführung in die Alexander- Technik“ Im Jahr 2024 führte die Stabsstelle Gesundheit in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule (VHS) Bonn erstmals einen Workshop zur Einführung in die Alexander-Technik durch. Die Alexander-Technik lehrt die Teilnehmenden, bewusster mit ihrem Körper umzugehen, Verspannungen zu erkennen und aufzulösen sowie ein besseres Körperbewusstsein zu entwickeln. Dieser Workshop wird im November 2025 erneut angeboten. #Zero-Hunger-Run Bereits zum dritten Mal nahmen im Jahr 2024 wieder städtische Mitarbeitende am #ZeroHungerRun teil. Diese Laufveranstaltung hat das Ziel, auf die Herausforderungen der globalen Ernährungssicherung aufmerksam zu machen und Spenden zur Bekämpfung von Hunger zu sammeln. Bonner Nachtlauf und Bonner Nikolauslauf Die Mitarbeitenden der Stadt Bonn haben regelmäßig die Möglichkeit, an verschiedenen Laufveranstaltungen, wie dem Bonner Nachtlauf und dem Nikolauslauf, teilzunehmen. Die Stabsstelle Gesundheit übernimmt hierbei die gesamte Organisation für die Kolleginnen und Kollegen: Dazu zählen die Abstimmung mit den veranstaltenden Personen, die Anmeldung der Teilnehmenden sowie die Kommunikation im Vorfeld und Nachgang. Als Ansprechpartner*innen für die Teilnehmenden steht die Stabsstelle Gesundheit nicht nur im Vorfeld zur Verfügung, sondern auch am Veranstaltungstag vor Ort, um zu unterstützen und einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Firmenlauf Bonn Auch wenn die Stadtverwaltung Bonn 2024 aufgrund der Haushaltskonsolidierung nicht am Firmenlauf Bonn teilgenommen hat, startet ein städtisches Team bereits seit 2015 regelmäßig (mit Ausnahme der Corona-Pandemie) beim Firmenlauf Bonn in der Bonner Rheinaue. Diese Veranstaltung hat in der Vergangenheit wesentlich zur Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeitenden beigetragen und fördert zudem den Zusammenhalt, den Teamgeist sowie die Vernetzung innerhalb unserer Belegschaft. Im Jahr 2025 beteiligten sich insgesamt fast 400 Kolleginnen und Kollegen am Firmenlauf Bonn, darunter auch Mitarbeitende der Stadtwerke Bonn. Der Verwaltungs- vorstand hat bereits in seiner Sitzung im Juli 2025 ab 2026 der regelmäßigen Teilnahme des „Stadtteams“ am Firmenlauf Bonn zugestimmt. Die Stabsstelle Gesundheit trägt die Kosten für die Anmeldung der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen, die Teamlaufshirts, das Teamzelt sowie Speisen und Getränke. Darüber hinaus erfolgte die gesamte Koordination der Veranstaltung für die Kolleginnen und Kollegen von hier aus.Seite 11 von 23 9 Städtisches Fußballteam Auf konkrete Anfrage aus der Belegschaft wurde die Gründung eines städtischen Fußballteams bzw. einer regelmäßig trainierendend Fußballgruppe organisiert. Darüber hinaus hat die Stabsstelle anlässlich von Pützchens Markt das traditionell stattfindende Fußballturnier zwischen der Verwaltung, Schaustellern und dem TUS Pützchen unterstützt und hierfür Fußballtrikots für insgesamt 17 Personen zur Verfügung gestellt. Nichtraucherseminare Ein leider nach wie vor erforderlicher „Dauerbrenner“ unter den klassischen BGF- Maßnahmen sind die Nichtraucherseminare Das Seminar wurde von einer Krankenkasse bezuschusst. Auch in der Zukunft wird sich die Stabsstelle Gesundheit weiterhin intensiv darum bemühen, möglichst allen Kolleginnen und Kollegen den „Einstieg zum Ausstieg“ zu ermöglichen. Reanimationsschulungen Am 5. Dezember 2024 wurden Reanimationsschulungen in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Bonn (UKB) durchgeführt. Insgesamt nahmen 124 Personen an den vier kostenlos angebotenen Schulungen teil. Chor der Bonner Stadtverwaltung Die Organisation des Chores der Bonner Stadtverwaltung wird von hier koordiniert - in Abstimmung mit der Musikschule. Dazu gehören u. a. die Organisation der Räumlichkeiten und die Disposition sowie die Integration in den Musikschul- stundenplan. Im Schnitt nehmen etwa 45 Kolleginnen und Kollegen am Chor teil. Ergonomieberatungen Die Stabsstelle Gesundheit bietet Ergonomieberatungen in Zusammenarbeit mit den Ergonomieberaterinnen und –beratern des Arbeitsmedizinischen Dienstes an. Die Beratungen werden einzelnen Mitarbeitenden u. a. aus dem BEM heraus ermöglicht, können aber auch im Teamsetting erfolgen. Ziel ist die Bewusstseinsbildung der Mitarbeitenden für Ergonomie. Es werden seitens der Berater*innen aber auch konkrete Empfehlungen für Hilfsmittel ausgesprochen, die dann über Amt 10, die Fachämter oder aber auch die Schwerbehindertenvertretung beschafft werden können. Auch in „nicht- klassischen Büroumgebungen“ werden die Beratungen durchgeführt. So wurden beispielsweise im Orchester die besondere ergonomische Situation aufgrund von längerer Zwangshaltungen in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin begutachtet und Möglichkeiten aufgezeigt, aktiv gegenzuwirken.Seite 12 von 23 10 Firmenfitness Die Einführung eines Firmenfitness-Angebots für die ca. 8.000 Mitarbeitenden ist eines der aktuellen Großprojekte, welches die Stabsstelle Gesundheit bereits seit längerem vorbereitet. Hierzu gehörten u. a. eine intensive Markterkundung, die Abstimmung mit der Verwaltungsleitung sowie diverser Dienststellen, wie dem Referat Vergabedienste und dem Rechnungsprüfungsamt (RPA). Die Abstimmung betraf eine Vielzahl von Fragestellungen, so z. B. (vergabe- und steuer-)rechtliche Themen, auch mit Blick auf die unterschiedlichen Statusgruppen der Kolleginnen und Kollegen, Ausschreibungs- formalia sowie die Aufstellung eines differenzierten Leistungs- und Anforderungs- kataloges. Auch wenn immer mehr Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, gerade im öffentlichen Sektor, eine solche Kooperation anstreben, betritt die Verwaltung mit der Einführung aktuell noch „Neuland“. Die in den letzten Jahren im Bereich BGF gemachten Erfahrungen zeigen jedoch, dass ein solches Angebot, insbesondere vor dem Hintergrund der vielschichtigen und flexiblen Nutzbarkeit für unsere Kolleginnen und Kollegen, einen substanziellen Mehrwert in Bezug auf die Gesundheit und Prävention darstellen kann. Nicht zuletzt leistet ein Firmenfitnessangebot einen bemerkenswerten Beitrag für die Personalaquise in herausfordernden Personalgewinnungszeiten. Das zeigen insbesondere auch die an uns gerichteten Anfragen. Das Thema Firmenfitness ist das mit weitem Abstand am meisten angefragte Thema bei der Stabsstelle Gesundheit, durch alle Verwaltungseinheiten und Altersgruppen. Die Einführung erfolgte zum 1. Oktober 2025. Bereits im Vorfeld zum Einführungszeitraum haben sich bereits knapp 700 Mitarbeitende verbindlich angemeldet. Gesundheits-Channel Die Stabsstelle ist immer auf der Suche nach neuen Wegen zur Förderung der Mitarbeitendengesundheit. Dazu gehören auch diverse Pilotprojekte. 2024 wurde die Idee eines digitalen Gesundheits-Channels entwickelt, über den Mitarbeitende regelmäßig mit allgemeinen, saisonalen und projektbezogenen Informationen, Impulsen und Anregungen versorgt werden sollen. In Abstimmung mit dem Presseamt erfolgte zunächst eine Markterkundung – etwa zu möglichen App-Lösungen. Anschließend wurden zwei einwöchige Pilotphasen bei den Microsoft-Teams Gruppen der Stabsstelle Gesundheit und 10-4 durchgeführt und mithilfe von Umfragen evaluiert. Für die Testläufe wurden vielfältige Inhalte zu Gesundheitsthemen, wie fachlich fundierte Informationstexte, in verschiedenen Kategorien aufbereitet und veröffentlicht. Das Projekt soll mittelfristig in die Mitarbeitenden-App implementiert werden. Weltfrauentag Anlässlich des Weltfrauentags bietet die Stabsstelle Gesundheit gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle Vorträge zu Gesundheitsthemen an und unterstützt deren Planung und Umsetzung.Seite 13 von 23 11 Mitarbeitenden-Aktionen: Sommeraktion Die Stabsstelle Gesundheit führt in regelmäßigen Abständen „Sonderaktionen vor Ort“ in unterschiedlichen Verwaltungsbereichen durch. Insbesondere durch den unmittelbaren Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen können dadurch individuelle Maßnahmen geplant und durchgeführt werden, nicht zuletzt auch als Zeichen der Wertschätzung. Im Rahmen einer Sommeraktion erfolgte beispielsweise die Verteilung von Kühltüchern in PET-Behältern an alle Beschäftigten der Außenstellen von Amt 66 und Amt 67, die vor allem im Sommer unter teilweise herausfordernden Arbeits- bedingungen arbeiten. Ziel war es, Präsenz zu zeigen und das Gefühl des „Gesehenwerdens“ zu vermitteln. Die Aktion umfasste nicht nur die Ideenfindung, Anbieterauswahl, das Design und den Probedruck einer persönlichen Botschaft, sondern auch die Koordination mit Amts- und Bezirksleitungen zur zeitlichen und logistischen Planung und Übergabe. Gemeinsam mit dem gesamten Team der Stabsstelle Gesundheit wurden über mehrere Tage die knapp 500 Kühltücher verpackt und persönlich an den über 30 Außenstellen überreicht. In den folgenden Wochen wurden Verbesserungsvorschläge und Wünsche umgesetzt und ein mobiles Massageangebot für das Amt 67 wurde geplant und realisiert, um den Mitarbeitenden zusätzliche Möglichkeiten zur Gesundheitsförderung zu bieten. Auch wenn solche Einzelmaßnahmen in aller Regel organisatorisch sehr aufwendig sind, zeigen die vielen positiven Rückmeldungen, dass die Kolleginnen und Kollegen sehr dankbar für diese Art des „Gesehenwerdens“ sind. Dabei wird vor allem der persönliche und unmittelbare Kontakt vor Ort (trotz des Mehraufwandes) als entscheidender Faktor bewertet. Umgang mit Hitze (Wasserversorgung) Die Stabsstelle berät die Dienststellen hinsichtlich möglicher Maßnahmen zum Hitzeschutz. Aufgrund der anhaltenden, klimatischen Veränderungen ist in den kommenden Jahren mit einem erhöhten Aufkommen an Herausforderungen und Maßnahmen in diesem Kontext zu rechnen. Bereits seit 2018 ermöglicht und organsiert die Stabsstelle eine Wasserversorgung für städtische Fachbereiche und Mitarbeitende, die aufgrund andauernder, körperlicher oder regelmäßiger Tätigkeit unter freiem Himmel in besonderem Maße den hohen Temperaturen ausgesetzt sind (in der Regel Außendienst bzw. Außeneinsatz). Dieser Service ist für die Überbrückung langanhaltender Hitzeperioden wiederkehrend im Zeitraum vom 01.06. bis 31.08. eines jeden Jahres vorgesehen. Hierbei handelt es sich etwa um die besonders betroffenen Fachbereiche und Mitarbeitenden der Ämter: 33, 37, 52, 62, 63, 66, 67 und des SGB. Kosten und Rechnungsanzahl der letzten 3 Jahre • 2022: 2.733,14 EUR (53 Rechnungen) • 2023: 3.177,93 EUR (61 Rechnungen) • 2024: 3.809,66 EUR (53 Rechnungen) Aufgrund der anhaltenden, klimatischen Veränderungen ist in den kommenden Jahren von einer stetigen Kostensteigerung auszugehen. Für das Jahr 2025 etwa wird mit Kosten von mind. 4.000,00 EUR kalkuliert.Seite 14 von 23 12 Grundsatzbetreuung Arbeitsmedizinischer Dienst Der externe, arbeitsmedizinische Dienst (aktuell: die AMD TÜV Arbeitsmedizinische Dienste GmbH - AMD TÜV) unterstützt die Stadtverwaltung Bonn dabei, die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeitenden zu schützen und zu fördern. Er sorgt dafür, dass die Mitarbeitenden bei ihrer Arbeit optimal betreut und gesundheitliche Risiken minimiert werden. Zu den zentralen Aufgaben der Stabsstelle Gesundheit gehören diesbezüglich: • Koordination der Durchführung der arbeitsmedizinischen Einstellungs- und Vorsorgeuntersuchungen • Überwachung und Pflege der städtischen Vorsorgedatenbank nach dem Arbeitssicherheitsgesetz (AsiG) • Gesamtstädtische Organisation der Influenza- und Grippeschutzimpfungen (ca. 500-600) • Bereitstellung von Bildschirmarbeitsplatzbrillen • Unterstützung bei Ergonomieberatungen • Abrechnung und Controlling des Rahmenvertrages • Bearbeitung von Rechnungen für Kosten, die außerhalb unseres Rahmenvertrags anfallen (z. B. diverse Impfstoffe) Ende 2024 begann die Vorbereitung für die Neuausschreibung der Betreuung durch einen externen, arbeitsmedizinischen Dienst. Der neue Vertragszeitraum beginnt 2026 und wird voraussichtlich vier Jahre andauern. Für diese Ausschreibung sind umfassende Vorbereitungsarbeiten notwendig, so zum Beispiel die Auswertung der Quartalsberichte, Abstimmung der Einsatzzeiten mit der Arbeitssicherheit sowie die Vorbereitung der Leistungsbeschreibung und die Involvierung der politischen Entscheidungsgremien. Das Finanzvolumen für den neuen, vierjährigen Vertragszeitraum beträgt ca. 3.300.000,00 EUR. Bildschirmarbeitsplatzbrille Für alle Mitarbeitenden mit Anspruch auf eine Bildschirmarbeitsplatzbrille übernimmt die Stabsstelle Gesundheit die Koordination des Abwicklungsprozesses. Auch wenn das grundsätzliche Verfahren mit dem Arbeitsmedizinischen Dienst sowie dem aktuellen Vertragspartner (Fielmann) normiert und abgestimmt ist, entsteht regelmäßig ein hoher Beratungsbedarf bei den Kolleginnen und Kollegen. Im Jahr 2024 wurden folgende Untersuchungen durchgeführt: 1. Quartal 2024 89 Stück 2. Quartal 2024 108 Stück 3. Quartal 2024 280 Stück 4. Quartal 2024 175 Stück Die Untersuchungen erfolgen im Rahmen einer gesamtstädtischen Veröffentlichung. Alle Mitarbeitenden mit Bildschirmarbeitsplatz haben Anspruch auf diese Untersuchung (mindestens in regelmäßigen Abständen oder wenn sich die Sehkraft verändert). Im Jahr 2024 wurden 16 Untersuchungstage von hier koordiniert und disponiert, die in mehreren Verwaltungsgebäuden ganztägig durchgeführt wurden.Seite 15 von 23 13 Psychische Gefährdungsbeurteilung (PGB) Die PGB ist bereits seit 2013 eine Pflichtaufgabe der Arbeitgeber*innen in Deutschland. Diese soll neben der allgemeinen Gefährdungsbeurteilung dazu dienen, die psychische Belastung von Arbeitsplätzen zu analysieren. Die Beurteilung erfolgt in der Regel durch eine Befragung der Mitarbeitenden und soll etwaige Handlungsbedarfe und mögliche Maßnahmen identifizieren. Eine Befragung kann als persönliches Einzelinterview, als Gruppeninterview oder auch durch einen Fragebogen (in digitaler Form als auch in Papierform) erfolgen. In der Praxis bedeutet dies, dass in der Verwaltung ca. 8.000 Arbeitsplätze hinsichtlich potenzieller Belastungsauslöser untersucht werden müssen. Zudem soll diese Beurteilung in nicht eindeutig festgelegten Intervallen, aber regelmäßig, wiederholt werden. Um nicht jede einzelne Stelle beurteilen zu müssen, besteht die Möglichkeit, Befragungsbereiche zu clustern und somit teamweise bzw. innerhalb von kleineren Organisationseinheiten (i. d. R. Sachgruppen oder Sachgebiete) auszuwerten. Dies genügt dem Beurteilungserfordernis und ermöglicht der Stabsstelle Gesundheit, im Austausch mit dem jeweiligen Fachamt und unter betriebspsychologischer Betreuung durch den AMD mögliche Belastungsspitzen (Red Flags) aber auch Potentiale (Green Flags) zu identifizieren. Als Befragungsform wird aktuell der COPSOQ-Fragebogen verwendet und favorisiert, dessen Anwendung durch die Freiburger Forschungsstelle für Arbeitswissenschaften (FFAW) verwaltet wird. Da das Verfahren zur PGB sehr zeitaufwendig ist, konnten bislang nur die folgenden Ämter pilotiert werden: 10, 33, 66 und 67. Die bisherige Durchführungspraxis hat gezeigt, dass der Aufwand für die Durchführung insgesamt nicht in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis erfolgt. „Unter dem Strich“ dauert das Verfahren zu lange und bindet sowohl bei der Stabsstelle als auch bei den Fachbereichen unverhältnismäßig viele Kapazitäten, insbesondere mit Blick auf einen verwaltungsweiten Roll-out. Es ist daher beabsichtigt, noch in 2025 die bislang über das Verfahren beratende Arbeitsgruppe, bestehend aus Personalrat, AMD TÜV, den Stabsstellen Gesundheit und Arbeitssicherheit, sowie Amt 10 erneut einzuberufen, um gemeinsam nach effizienteren Umsetzungsmöglichkeiten zu suchen, die dennoch den gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Besondere Themenbereiche AG für Hilfen gegen Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz (intern) Die Stabsstelle Gesundheit ist in der „Arbeitsgruppe für Hilfen gegen Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz“ vertreten, neben Gleichstellungsstelle, Personalrat, Stabsstelle Interner Sozialer Dienst und der Beschwerdestelle nach dem AGG des Amtes 10. Bei drei- bis viermal jährlich stattfindenden AG-Treffen werden Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene von sexueller Belästigung, Diskriminierung und Mobbing besprochen und – ggf. nach Vorarbeit in Unterarbeitsgruppen - umgesetzt. Ziele sind Prävention (Information in den städtischen Medien und durch Flyer sowie die Weiterentwicklung der bestehenden Regelungen im Rahmen der „Null-Toleranz- Erklärung gegen Gewalt“, z. B. die Überarbeitung der DV-Mobbing) und eineSeite 16 von 23 14 qualifizierte Beratung. Die Stabsstelle Gesundheit war federführend bei der Überarbeitung der DV-Mobbing. Die Vertreter*innen der Stabsstelle Gesundheit haben, ebenso wie die anderen genannten Mitglieder der AG, Schulungen zu den Themen Mobbing und sexuelle Übergriffe absolviert und sind Ansprechpartner*innen für einen Erstkontakt von Betroffenen. In der Aufarbeitung der Fälle agieren die AG-Mitglieder in der Regel teamübergreifend (z. B. Stabsstelle mit Personalrat), um eine möglichst differenzierte Sicht auf die Situation und größtmögliche Hilfe zu gewährleisten. Im Jahr 2024 gab es drei Fälle im Bereich der o. g. Thematiken. Die Anzahl der Fälle war (glücklicherweise) nicht hoch, die zeitliche Beanspruchung in jedem Einzelfall ist jedoch enorm. Pflegeguide / Landesprogramm Vereinbarkeit von Pflege & Beruf / Audit familieundberuf Die Bundesstadt Bonn ist Ende 2023 dem Landesprogramm „Vereinbarkeit Beruf & Pflege“ NRW beigetreten. Auf dieser Grundlage werden einige Kolleg*innen aus der Gleichstellungsstelle, dem Personalservice, der Personalvertretung und der Stabsstelle Gesundheit zu Pflege-Guides ausgebildet. Pflege-Guides sind in der Stadtverwaltung erste Ansprechpersonen für pflegende Kolleg*innen und können diese über verwaltungseigene Vereinbarkeitsangebote und die gesetzlichen Regelungen informieren. Darüber hinaus sollen sie bei individuellen Lösungen für ein gutes Pflege-Arrangement vermittelnd tätig werden. Zwei Kolleginnen der Stabsstelle Gesundheit werden bzw. sind bereits Pflege-Guides und in dieser Funktion in enger Abstimmung mit der Gleichstellungsstelle und dem Personalservice, wie bereits bei der Zuarbeit für das Audit „familieundberuf“. Im Rahmen des Audits hat die Stabsstelle Gesundheit umfangreiche Vorschläge für die Aktualisierung sämtlicher im Intranet zur Verfügung stehender Informationen zum Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ erarbeitet. Das Thema „Pflege von Angehörigen“ wird auch im BEM-Verfahren zunehmend präsenter. Hier wurden die erworbenen Kenntnisse als Pflege-Guide bereits eingesetzt und eignen sich sehr gut für die Erarbeitung individueller Lösungsvorschläge. Die zu Pflege-Guides geschulten Kolleginnen geben als Multiplikator*innen ihre Kenntnisse an die BEM-Sachbearbeitung weiter. AG Sicherheit für Mitarbeiter*innen Die AG „Sicherheit für Mitarbeiter*innen“ ist ein Zusammentreffen von Vertreter*innen der Stabsstelle Gesundheit, der Zentralen Dienste des Amtes 10, der Personal- vertretung, des Amtes 30, der Stabsstelle für Arbeitssicherheit sowie der Amtsleitung des Amtes 10 und optional der Stabsstelle Interner Sozialer Dienst, der Gleichstellungs- stelle und der Stabsstelle Datenschutz mit Vertreter*innen der Fachämter, die in ihrem Arbeitsalltag erfahrungsgemäß besonders von Vorfällen (Beleidigungen, Bedrohungen und tätlichen Übergriffen) betroffen sind (Ämter 21, 33, 50, 51). Zur letzten Sitzung wurden außerdem das Amt 66 und das SGB zusätzlich eingeladen. Die AG tagt jährlich ein- bis zweimal. Sie hat zum Ziel, die Mitarbeitenden möglichst gut durch präventive Maßnahmen zu schützen, z. B. durch Monitoring des bestehenden städtischen Sicherheitskonzepts, Austausch der Erfahrungen mit dem SicherheitsdienstSeite 17 von 23 15 und mit der Gefährdendendatenbank SEAS, Diskussion über mögliche Schutzmaß- nahmen für Außendienstmitarbeitende u. a. Im Jahr 2024 wurden folgende Themen besprochen: Leitfaden der Stabsstelle für Arbeitssicherheit zum Szenario einer Bombendrohung, die Testung von Personen-Notsignal-Anlagen zum Schutz von Alleinarbeitenden im Außendienst, das Unterweisungssystem „sam“, die Überarbeitung bzw. Einführung von Hausordnungen für städtische Liegenschaften, der aktuelle Stand der Psychischen Gefährdungsbeurteilung (PGB), die Schulung Stressmanagement (durch die Universität Witten/Herdecke in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Gesundheit), Pfefferspray im Außendienst, Gebäudealarmierungen, Einführung eines Sicherheits- dienstes für die Fachdienste für Familien- und Erziehungshilfe (FFE), die Erstellung und Veröffentlichung von FAQs zum Umgang mit Beleidigungen und Bedrohungen als Informationsmittel für betroffene Mitarbeiter*innen. Diese FAQs hat die Stabsstelle Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem Amt 30 erstellt und mittlerweile veröffentlicht. Die Erstellung der Tagesordnung der AG, die Einladung, Protokollierung und die Nachbearbeitung (Nachhaltung der Themen) liegt federführend bei der Stabsstelle Gesundheit. Bearbeitung der Vorfallsmeldungen Bearbeitung und Gesamtkoordination aller Vorfallsmeldungen sowie Betreuung der Gefährdendendatenbank in SEAS. Dazu gehören auch die verwaltungsinternen Abstimmungsprozesse, z. B. mit Rechtsamt, Personalamt, ISD und Personalvertretung. Wie im Bereich des BEM lassen sich auch bei der Mitarbeitendensicherheit zunehmend multifaktorielle Fallkonstellationen feststellen. In 2024 erfolgten insgesamt 60 Meldungen durch die Mitarbeitenden. Netzwerk Salus Klinik Die Fortbildung zum Gesundheitscoach haben alle Kolleg*innen des BEM-Teams durchlaufen. Sie dauert eine Woche und beinhaltet Hintergründe und Umgangs- empfehlungen mit diversen psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen. Dabei wird viel Wert auf Praxisnähe und Gesprächsführungsaspekte gelegt. Im Rahmen der Ausbildung zum Gesundheitscoach findet zweimal jährlich der Arbeitskreis „Psychische Gesundheit“ in der Salus Klinik Hürth mit anderen Arbeitgeber*innen (auch privatwirtschaftlich) statt. Ziel ist die stetige Verbesserung der BEM-Prozesse. Präventionsnetzwerk (u. a. mit den Städten Köln und Düsseldorf) bzw. Präventionsnetzwerk BEM Die Stabsstelle Gesundheit ist Mitglied des o. g. Präventionsnetzwerkes, welches in unregelmäßigen Zeiträumen zusammenkommt und einen interkommunalen Austausch, insbesondere auch von größeren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern, ermöglicht.Seite 18 von 23 16 Krankenstatistik Die Erstellung der jährlichen Krankenstatistik nach den Vorgaben des Deutschen Städtetages ist sehr zeitaufwendig und kann nicht „per Knopfdruck“ realisiert werden. Das über SAP zur Verfügung gestellte Datenmaterial erfordert eine umfangreiche Aufbereitung durch die Stabsstelle Gesundheit. Die Krankenquote der Bundesstadt Bonn liegt in 2024 mit 7,50 % um 1,12 Prozentpunkte unter dem Städtetagdurchschnitt (8,62 %). Betreuung von Auszubildenden Insgesamt wurden im Jahr 2024 drei Auszubildende aus dem m. D. und dem g. D. im Rahmen ihrer Ausbildung bei der Stabsstelle Gesundheit eingesetzt und betreut. Corona Rückerstattungen vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) Auch in 2024 erhielt die Stabsstelle Gesundheit noch etliche Bescheide des LVR im Rahmen der Beantragung von Entgelterstattungen während der Coronazeit. Insgesamt konnten so Entgelte i. H. v. über 700.000,00 € beantragt werden, die durch den LVR erstattet wurden. Bewegungsraum Der Bewegungsraum steht allen Mitarbeitenden zur Verfügung und bietet eine ideale Gelegenheit, sich während der Mittagspause, nach Feierabend oder beim Dienstsport aktiv zu betätigen. Um eine optimale Nutzung und eine reibungslose Organisation zu gewährleisten, wird die Koordination von der Stabsstelle Gesundheit in Zusammen- arbeit mit Amt 10-3 durchgeführt. Kooperationen Sport- und Bäderamt (Amt 52) Im Zeitraum außerhalb der Freibadsaison bot das Sport- und Bäderamt (Amt 52) in Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Gesundheit kostenfreie Aquafitness-Kurse im Frankenbad an. Zusätzlich bewarb die Stabsstelle Gesundheit zusammen mit Amt 52 und dem Stadtsportbund Bonn die kostenfreie Mitmachaktion „Sport im Park“, die in den Sommermonaten 2024 in Bonn durchgeführt wurde. Diese Aktion beinhaltete kostenlose Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Freien.Seite 19 von 23 17 Das Programm „Sport im Park“ bot insgesamt 25 verschiedene Kurse an fünf Standorten in öffentlichen Parks und im Römerbad über einen Zeitraum von 20 Wochen an. Die Veranstaltungen waren für alle Altersgruppen und Fitnesslevels konzipiert und förderten nicht nur die körperliche Aktivität, sondern auch das Gemeinschaftsgefühl. Volkshochschule Bonn (VHS Bonn) In den letzten Jahren wurden gemeinsam von der VHS Bonn vielseitige Angebote entwickelt, die darauf abzielen, die Gesundheit und das Wohlbefinden der städtischen Mitarbeitenden zu fördern. Die VHS Bonn bietet eine breite Palette an Kursen, die sich auf verschiedene Aspekte der Gesundheitsförderung fokussieren. Dazu zählen unter anderem Bewegungs- angebote, wie Rückenkurse, Yoga, Pilates, Qi Gong, Faszientraining und Aquafitness, sowie Kurse zur Stressbewältigung, wie etwa die Einführung in die Alexander-Technik. Darüber hinaus werden Vorträge zu den Themen Klima und Gesundheit sowie Kurse zu gesunder Ernährung angeboten. Diese Programme sind nicht nur darauf ausgelegt, die physische Gesundheit zu unterstützen, sondern auch das mentale Wohlbefinden zu stärken und ein gesundes Lebensumfeld zu fördern. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Kooperation ist die Möglichkeit, Einrichtungen der VHS Bonn als Veranstaltungsorte für unsere eigenen Gesundheitsaktionen zu nutzen. Dies schafft Synergien und ermöglicht eine bessere Auslastung der Räumlichkeiten, während gleichzeitig das Bildungsangebot der VHS Bonn umfassend genutzt wird. Betriebssportgemeinschaft der Stadtwerke Bonn (SWB) Die Stabsstelle kooperiert bereits seit langer Zeit mit der Betriebssportgemeinschaft (BSG) der Stadtwerke Bonn (SWB). Es wird ein breites Spektrum an sportlichen Aktivitäten angeboten, die nicht nur die körperliche Fitness fördern, sondern auch den Teamgeist und die sozialen Kontakte unter den Mitarbeitenden stärken. Die BSG SWB organisiert regelmäßig sportliche Events, darunter Fußball, Volleyball und Schwimmen, an denen unsere städtischen Mitarbeitenden aktiv teilnehmen können. Die Zusammenarbeit stellt eine wertvolle Ergänzung unserer Gesundheitsprogramme dar und fördert eine gesundheitsbewusste Unternehmenskultur. PraeVita KölnBonn Auch die Zusammenarbeit mit PraeVita stellt einen zentralen Bestandteil unserer Bemühungen um die Gesundheitsförderung und Prävention am Arbeitsplatz dar. PraeVita ist bekannt für ein breites Angebot zertifizierter Gesundheitskurse, die darauf abzielen, die körperliche und geistige Gesundheit von Mitarbeitenden zu unterstützen und zu verbessern. PraeVita stellt an insgesamt 20 Standorten eine Vielzahl von Kursen zur Verfügung, die darauf abzielen, die Lebensqualität der Mitarbeitenden zu verbessern und ihnen zu helfen, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Berufs- und Privatleben zu erreichen. Die Stabsstelle Gesundheit bietet beispielsweise kontinuierlich die weiter obenSeite 20 von 23 18 beschriebenen Aquafit-, Pilates-, Bodyworkout- und Rückenfitkurse von PraeVita an. Diese Kurse müssen von den Teilnehmenden zwar selbst finanziert, können jedoch bei regelmäßiger Teilnahme durch Krankenkassen oder die Beihilfestelle gefördert werden. Die qualifizierten Trainer*innen bringen wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse mit, die es uns ermöglichen, aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zu integrieren. Dies gewährleistet, dass unsere Mitarbeitenden von evidenzbasierten Maßnahmen profitieren, die ihre Gesundheit nachhaltig unterstützen. TGV Bonn 1967 e. V. Im Rahmen der Förderung der Gesundheit und Fitness unserer Mitarbeitenden hat die Stabsstelle Gesundheit eine Kooperation mit dem TGV Bonn 1967 e. V. zur Unterstützung bei der Vorbereitung und Abnahme des Deutschen Sportabzeichens sowie weiterer Kursangebote. BGM-Netzwerktreffen Die Stabsstelle Gesundheit ist aktiv in die BGM-Netzwerktreffen im Kreishaus Siegburg eingebunden (Internetseite: https://www.rsk-gesundheitsportal.de/bgf-netzwerk). Dieses Netzwerk fördert den Austausch zwischen verschiedenen Unternehmen in Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis. Zu den Netzwerkpartnern gehören unter anderem Städte wie Siegburg, Troisdorf, St. Augustin, Niederkassel, das Job-Center Rhein-Sieg, die RSAG und das Amtsgereicht Siegburg. Thematische Schwerpunkte umfassen unter anderem: • Eine gemeinsame Internetseite • Potenzielle Kooperationen mit Fitnessstudios und anderen Gesundheits-anbietern • Psychische Erkrankungen • Digitale Angebote im Alter und in der Pflege • Suchterkrankungen Zusammenarbeit mit Krankenkassen Es bestehen Kooperationen mit verschiedenen Krankenkassen im Rahmen unserer betrieblichen Gesundheitsförderung. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, gezielte Gesundheitsangebote für die Mitarbeitenden zu entwickeln und zu fördern. Die Krankenkassen unterstützen durch: • Finanzielle Zuschüsse: Viele Krankenkassen bieten finanzielle Unterstützung für gesundheitsfördernde Maßnahmen, wie Präventionskurse, Fitnessangebote, Raucherentwöhnung und Gesundheitswochen • Beratung und Expertise: Sie stellen Fachwissen zur Verfügung, um Programme effizient zu planen und anzupassen • Gemeinsame Veranstaltungen: zum Beispiel im Rahmen von GesundheitstagenSeite 21 von 23 19 Budgetplanung und -überwachung Für das Haushaltsjahr 2024 wurde ein detaillierter Budgetplan entwickelt, der sowohl die voraussichtlichen Einnahmen als auch die anfallenden Ausgaben in den Bereichen Gesundheitsförderung, Prävention, Mitarbeiterschulungen und sonstigen Geschäftsaufwendungen umfasst. Die Budgetplanung erfolgte in enger Abstimmung mit Amt 10-312, um einen realistischen Rahmen zu schaffen, der den Anforderungen im BGM gerecht wird. Ein- und Ausgaben (2024) • Arbeitsmedizinische Betreuung: 680.277,04 EUR • Personalaufwendungen: 6.920,52 EUR • Material- und Betriebskosten: 4.149,25 EUR • Schulungs- und Fortbildungskosten: 3.398,36 EUR • Projektbezogene Ausgaben: 3.631,15 EUR Die Einnahmen, die hauptsächlich aus der anteiligen arbeitsmedizinischen Betreuung der Eigenbetriebe sowie aus den vierteljährlichen Rechnungen des Arbeits- medizinischen Dienstes für erforderliche Impfungen und den Erwerb von PC-Brillen stammen, betrugen im Jahr 2024 109.556,81 EUR. Diese Einnahmen wurden in die laufende Budgetplanung entsprechend integriert. Die transparente Budgetierung bei der Stabsstelle Gesundheit bildet eine der zentralen KPIs und ermöglicht eine zielgerichtete und nachhaltige Investition in Gesundheits- förderungsmaßnahmen. Ausblick: BGM im Wandel der Zeit Themenschwerpunkt: Longevity Eine Schlüsselherausforderung für das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Zukunft (insbesondere auch in Bonn) Die steigende Lebenserwartung und das gleichzeitige Streben nach möglichst langer Gesundheit („Healthy Longevity“) zählen zu den prägenden Megatrends des 21. Jahrhunderts. Laut WHO wird die Zahl der Menschen über 60 Jahre bis 2050 weltweit auf über 2 Milliarden ansteigen – ein demografischer Wandel, der nicht nur das Renten- und Gesundheitssystem, sondern vor allem auch die Arbeitswelt grundlegend verändert. Die ersten Ausläufer dieser Entwicklung sind bei der Stadtverwaltung bereits deutlich zu spüren. Dabei ist insbesondere problematisch, dass wir zwar alle immer älter werden (auch wenn diese Entwicklung aufgrund demografischer Besonderheiten in Deutschland aktuell leicht stagniert), sich die Dauer der gesunden Lebensjahre allerdings nicht erhöht bzw. diese Spanne sogar abnimmt. Mit anderen Worten: Die Krankheitsdauer im Alter wird länger. Dabei muss die Verlängerung der gesunden Lebensspanne – also die Anzahl der Jahre, in denen Menschen gesund, arbeitsfähig und aktiv bleiben, das gesellschaftliche und unternehmerische Kernziel im BGM sein.Seite 22 von 23 20 Immer mehr Menschen werden länger arbeiten (müssen), gesunde Lebensjahre – und nicht bloß Lebensjahre – werden zur neuen Währung im BGM. Aktuelle wissenschaftliche Studien (z. B. The Lancet Healthy Longevity, 2023) belegen, dass gezielte Maßnahmen in den Bereichen Ernährung, Bewegung, kognitive Fitness und soziale Teilhabe nicht nur die Lebensqualität erhöhen, sondern auch signifikant zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit beitragen. Der Fokus verschiebt sich damit von der kurzfristigen Prävention hin zu einer langfristigen Investition in "gesundes Altern" am Arbeitsplatz. Longevity ist daher kein „Zukunftsthema“, sondern bereits heute ein zentrales strategisches Handlungsfeld für Unternehmen, die dem demografischen Wandel proaktiv begegnen und ihre Mitarbeitenden über alle Lebensphasen hinweg gesund, leistungsfähig und motiviert halten wollen. Ein modernes BGM, das sich an den Prinzipien der Healthy Longevity orientiert, wird somit zur Voraussetzung für wirtschaftliche Resilienz und soziale Nachhaltigkeit. Wie wir diesen Prozess als moderne Stadtverwaltung strategisch begleiten müssen: • Gesunde Langlebigkeit erfordert gezielte Investitionen in Gesundheit, Bildung und Arbeitsbedingungen über den gesamten Lebensverlauf – Ziel: ein signifikanter „Longevity Dividend“ (d. h. gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Gewinn durch gesunde Alterung) als „Win-Win“ für beide Seiten • Unsere Aufgabe: Förderung gesunder Lebensjahre durch lebenslanges Lernen, gesundheitsförderliche Arbeitsplätze und altersfreundliche Unternehmenskultur. • Die Arbeitsfähigkeit ist kein Zustand, sondern ein dynamisches Gleichgewicht zwischen den individuellen Ressourcen und den Arbeitsanforderungen – stark beeinflusst durch Alter, Gesundheit, Kompetenzen und Führung. • BGM muss demografiefest und generationengerecht gedacht werden. • Investitionen in „Healthy Longevity“ zahlen sich mehrfach aus – durch Produktivität, Motivation und geringere Fehlzeiten. • Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die frühzeitig in Langlebigkeit und Altersdiversität investieren, sichern sich Wettbewerbsvorteile in einer alternden Gesellschaft. Stabsstelle GesundheitSeite 23 von 23
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:27 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de