253897-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Projekt Aufgabenkritik
Kerndaten
- Nummer
- 253897-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 26.02.2026
- Letzte Änderung
- 25.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 253897-01 ST Der Oberbürgermeister Federführung: Dezernat II Dezernat: Dez. II Projekt Aufgabenkritik Beratungsfolge Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 04.03.2026 Kenntnisnahme Hauptausschuss 28.04.2026 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Ausgangslage Die in der Mitteilungsvorlage 253897 dargestellten strukturellen Haushaltsrisi- ken bestehen weiterhin unverändert fort. Vor dem Hintergrund der erheblichen Fehlbeträge bleibt die systematische Identifikation und Umsetzung weiterer Konsolidierungsmaßnahmen zwingend erforderlich. Vor diesem Hintergrund wurde das verwaltungsweite Projekt Aufgabenkritik initiiert. Ziel ist es, sowohl kurzfristig wirksame Konsolidierungsmaßnahmen zu identifizieren als auch mittel- bis langfristige strukturelle Reformen vorzuberei- ten, die die finanzielle Handlungsfähigkeit der Stadt nachhaltig stärken. Die jetzt abgeschlossene Analyse- und Detailplanungsphase bildet die Grund- lage für die operative Umsetzung der Teilprojekte und für die Anbindung an das neue aufgabenkritische Haushaltsplanaufstellungsverfahren (Zero-Based Bud- geting) zum Doppelhaushalt 2027/2028. Ergebnisse der Analyse- und Detailplanungsphase Die Analysephase wurde erfolgreich abgeschlossen. Sie erfolgte entlang von zwölf definierten Potenzialfeldern und umfasste: • eine detaillierte Haushalts- und SAP-Datenanalyse bis auf Innenauf- tragsebene, • Bindungsgrad- und Ausgabenbewertungen, • Personal- und Fluktuationsanalysen, • Interviews mit ausgewählten Stakeholdern, • Sichtung bestehender Projekte, Standards und Prozesse. Die Analyse lieferte eine 360°-Sicht auf Aufgaben, Standards, Ressourcenver- bräuche, rechtliche Bindungen und potenzielle Effizienzreserven. Auf dieser Basis wurden zwölf Teilprojekte (TP) gebildet, die die identifizierten Potenziale systematisch aufgreifen.Seite 1 von 4 Seite 2 Die zwölf Teilprojekte im Überblick Die Teilprojekte decken wichtige Steuerungs-, Aufgaben- und Ressourcenbe- reiche der Stadt ab. Für alle Teilprojekte wurden bereits: • klare Untersuchungsaufträge, • erwartete Ergebnisse, • Rollen und Verantwortlichkeiten, • Meilensteinpläne und Controllingmechanismen definiert. Die folgende Übersicht fasst Inhalt und Zielrichtung zusammen: TP- Nr. TP-Name Schwerpunkte und Maßnahmen 1 Optimierung der Finanz- steuerung und Liqui- ditätsmanagement Optimierung Finanzmittel- und Forderungsmanagement, Analyse und ggf. Umschuldung des Kreditportfolios, Prüfung der Ge- bühren- und Entgeltsysteme 2 Wirkungsorientierte Inves- titionssteuerung und Prio- risierung öffentlicher Pro- jekte Prüfung der Investitionsprojekte/-vorhaben auf Reife und Wirt- schaftlichkeit, Depriorisierung von Projekten mit geringer Dring- lichkeit oder Kosten-Nutzen-Relation 3 Wirkungs- und finanzrah- menorientierte Steuerung von Sozialleistungen und Bildungsförderung Jugendhilfe, Schwerbehindertenangelegenheiten, OGS, Control- ling-Mechanismen, Flüchtlingshilfe, Trägerstrukturen und Ver- tragsmodelle, Systematische Analyse der Aufgabenstruktur, Personalsteuerung und Digitalisierung 4 Personalsteuerung und nachhaltige Ressourcen- planung Personal-/Demografie-Simulation, Analyse Personalverteilung, Nachbesetzungssteuerung implementieren 5 Strategische Steuerung Digitalisierung und Reali- sierung Digitalrendite Neuausrichtung des IT-Projekt-Portfolios, Ermittlung Digitalrendi- te und Digitalpotenzial 6 Bündelung und Professio- nalisierung Querschnitts- funktionen Optimierung Beschaffungswesen, Überprüfung zentraler Steue- rungsstrukturen, Objektivierung von Auslagerungsentscheidun- gen, Vereinfachung Vergabe-/ Beschlussprozesse, Prüfung zen- trale Finanzbuchhaltung/ zentrale Dienste, Berichtswesen fokus- sieren, Prüfung Straffung Gremien-/Ausschusslandschaft, För- dermittel-Controlling, Optimierung Mittelverwendung 7 Stärkung Synergien im Konzern Stadt Bonn Analyse Leistungsbeziehungen und Ergebnisentwicklung, Wei- terentwicklung Konzernsteuerung, Konzerncontrolling, Risikobe- richtswesen, Bündelung von Querschnittsfunktionen im kommu- nalen Konzern 8 Zukunft Bonner Bühnen Entwicklung Grundsatzbeschluss 9 Strategische Steuerung Immobilien- und Flächen- management Immobilienstrategie, Leerstandsnutzung, Optimierung Baustan- dards und -Bedarfe, Vertragsmanagement 10 Ausnutzung steuerlicher Gestaltungsspielräume Nutzung steuerlicher Optimierung aus Sicht der Stadt als Steu- erschuldner 11 Ergänzende Zweckkritik Prüfung Reduktion des Leistungsniveaus oder Aufgabenverzicht, Bewertung der Klimaprojekte nach Wirkung & Kosten 12 Ergänzende Potenziale Systematische Erfassung und Bewertung neuer ämterübergrei- fender Ideen sowie historischer Vorschläge, die bislang nicht umgesetzt wurdenSeite 2 von 4 Seite 3 Start der Durchführungsphase Mit Abschluss der Analysephase ist die Durchführungsphase gestartet. Sie um- fasst insbesondere: • Priorisierung der Maßnahmen nach finanzieller Wirkung und Prüfdauer/ -Aufwand in den zwölf Teilprojekten, • operative Analyse und ggf. Umsetzung der Maßnahmen, • laufende Abstimmung zwischen Teilprojekten und Kernteam, • Einbindung der Dezernate und Fachämter, • Aufbereitung der Vorschläge und Überführung in die Haushaltsplanauf- stellung 2027/2028 In jedem Teilprojekt wurden eine Teilprojektleitung ernannt. Regelmäßige Sta- tusberichte an das Kernteam unterstützen darin, das Gesamtprojekt zu steuern und das Projekt am Ende wieder zusammen zu führen. Beratungs- und Steue- rungsgremien (Verwaltungsvorstand, Lenkungsgruppe) begleiten die Umset- zung. Ein besonderer Schwerpunkt der Projektarbeit liegt aktuell in Teilprojekt 11: Hier wurde eine verwaltungseinheitliche Arbeitsunterlage zur Aufgabeninventur, Zweck- und Vollzugskritik entlang der Produkt- und Innenauftragsstruktur des Haushalts entwickelt. Die Ergebnisse der Aufgabenkritik fließen unmittelbar in das neue Haushalts- planaufstellungsverfahren nach Zero-Based Budgeting ein und bilden dort – gemeinsam mit den weiteren Analyseergebnissen der Fachämter – die Grund- lage für die Erarbeitung der Planansätze. Zugleich erfordern strukturellere Themen eine längerfristige Bearbeitung, sodass die Aufgabenkritik perspekti- visch vom Projektcharakter in eine dauerhafte kommunale Steuerungsaufgabe überführt werden muss. Die Dezernentinnen und Dezernenten übernehmen im weiteren Projektverlauf eine zentrale strategische Rolle. Sie verantworten die Priorisierung der vorge- schlagenen Maßnahmen im Rahmen der festgelegten Eckwerte des Zero- Based Budgeting und stellen zugleich sicher, dass die Bewertung von Art und Umfang der Aufgabenwahrnehmung auf einer klaren und systematischen Diffe- renzierung beruht. Diese umfasst insbesondere die Unterscheidung zwischen Pflichtleistungen mit Rechtsanspruch, priorisierten Aufgaben, freiwilligen Leis- tungen sowie dem jeweils zugrunde liegenden kommunalen Standard. Die De- zernentinnen und Dezernenten bereiten auf dieser Grundlage die politische Beschlussfassung der unterschiedlichen Maßnahmen vor. Der Verwaltungsvor- stand nimmt eine Gesamtbewertung und -abwägung vor und sorgt für eine ab- gestimmte Gesamtlinie über alle Dezernate hinweg. Die Verwaltung wird über den weiteren Projektverlauf berichten. Anlage/n KeineSeite 3 von 4 Seite 4Seite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:50 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de