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253631 · Mitteilungsvorlage

Ergebnisse der Bonner Klimabefragung – Klimaplan Steckbrief 1.1.1.1

Nummer
253631
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.08.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Vor dem Koblenzer Tor siedlung· Südstadt, Bonn Hauptort
  • Finkenhof Straße· Lengsdorf, Hardtberg
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Kessenich Ortsteil· Bonn
  • Dottendorf Ortsteil· Bonn
  • Dransdorf Ortsteil· Bonn
  • Venusberg Ortsteil· Bonn
  • Mehlem Ortsteil· Bad Godesberg
  • Heiderhof Ortsteil· Bad Godesberg
  • Alt-Godesberg Ortsteil· Bad Godesberg
  • Bonn Stadtbezirk
  • Hardtberg Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  • Medinghoven siedlung· Duisdorf, Hardtberg
  • Neu-Tannenbusch siedlung· Tannenbusch, Bonn
  • Rheinaue siedlung· Hochkreuz, Bad Godesberg
  • Finkenhof siedlung· Duisdorf, Hardtberg
  1. Sitzung des Beirates Kinder- und Jugendbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 25.03.2026 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 03.09.2025 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
253631
Die OberbürgermeisterinDokumentenklasse C (vertraulich)
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
Ergebnisse der Bonner Klimabefragung –
Klimaplan Steckbrief 1.1.1.1
Beratungsfolge
Beirat Bürgerbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme
Beirat Kinder- und Jugendbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger
03.09.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.12.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Hintergrund
Die Klimabefragung 2024/25 stellt die erste umfassende gesamtstädtische Be-
fragung der Bonnerinnen und Bonner zum Klimaplan und der Betroffenheit
durch die Klimakrise dar. Mit einem groß angelegten Zufallsversand an 20.000
Bürger*innen, mehrsprachigem Zugang sowie analogen und telefonischen
Antwortmöglichkeiten wurde eine Grundlage für die kommenden Jahre gelegt.
Ziel der Klimabefragung ist die Identifikation von Hürden und Unterstützungs-
bedarfen der Bonner*innen auf dem Weg zur Klimaneutralität und die Schaf-
fung einer Datengrundlage zur Optimierung städtischer Maßnahmen und An-
gebote (Beschluss zur Klimabefragung: 241014).
In dieser Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung über die erste Durch-
führung, Ergebnisse und deren Verwendung. Details zu Befragungsdesign und
Ergebnissen finden sich in der Anlage (Dokumentation Klimabefragung).
Durchführung
Mit der Durchführung der Klimabefragung wurde nach erfolgreicher Ausschrei-
bung das in Bonn ansässige Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der
Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) beauftragt. Die Erhebung be-
ruht auf einem zweistufigen Erhebungsdesign: Zunächst wurde eine schriftliche
Haushaltsbefragung, anschließend qualitative Fokusgruppen zur Vertiefung
ausgewählter Themen durchgeführt. Der Fragebogen wurde unter Leitung der
UNU-EHS gemeinsam mit der Verwaltung erarbeitet. Dafür wurden in Work-
shops mit unterschiedlichen Fachbereichen Datenbedarfe und Fragestellungen
erarbeitet.
Nach Fertigstellung des Fragebogens wurden eine leicht angepasste – gekürz-
te, sprachlich vereinfachte – Version für Jugendliche entwickelt sowie Überset-
zungen in Englisch, Türkisch und Arabisch angefertigt. Beide Versionen des
Fragebogens sind Teil der Dokumentation im Anhang.
Für die Haushaltsbefragung wurden im November/Dezember 2024 per Zufallss-
tichprobe 20.000 Bonner Bürger*innen ab 14 Jahren postalisch kontaktiert. DieSeite 1 von 88
Seite 2Dokumentenklasse C (vertraulich)
Teilnahme war per QR-Code online sowie postalisch oder telefonisch möglich.
Ziel war ein möglichst breiter Zugang über sprachliche und technische Barrie-
ren hinweg. Die Rücklaufquote lag bei knapp 12￿% (2.355 Antworten) und ent-
spricht damit dem oberen Bereich vergleichbarer Studien ohne Anreize oder
Erinnerungsschreiben.
Trotz repräsentativer Stichprobe weichen die Teilnehmenden in einigen sozio-
demographischen Merkmalen von der Bonner Gesamtbevölkerung ab, sodass
gut gebildete, zentral wohnende Personen ohne Migrationshintergrund überre-
präsentiert sind (Details s. Anlage). Damit sind die Ergebnisse nicht „repräsen-
tativ“. Für die Interpretation ist die Über- und Unterrepräsentation einzelner
Gruppen zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist für zukünftige Analysen eine
statistische Korrektur anhand einzelner Variablen denkbar.
Ergänzend zur schriftlichen Befragung fanden im Frühjahr 2025 Fokusgruppen
statt, um einzelne Themen zu vertiefen und zu kontextualisieren. Die Ergebnis-
se der Fokusgruppen finden sich ebenfalls in der angehängten Dokumentation.
Die aktuelle Erhebung dient als Grundlage (0-Befragung), die künftig in regel-
mäßigen Wiederholungen (geplant alle zwei Jahre) den Fortschritt dokumentiert
und anhand derer zukünftige Entwicklungen in Kenntnisstand, Einstellungen,
Verhalten und Bedarfe der Bonner Bevölkerung systematisch gemessen wer-
den können.
Ergebnisse
Im Folgenden werden sieben Kernaussagen und ihre Einordnung bzw. Implika-
tion aus Verwaltungssicht diskutiert. Dabei wird auf die entsprechende Seite in
der angehängten Dokumentation verwiesen. Dort sind jeweils weitere Details
zu finden.
1. Die Klimakrise wird trotz bislang begrenzter Betroffenheit als
größte Herausforderung wahrgenommen
Der Klimawandel wird von den Befragten klar als zentrales Problem identifiziert:
43 % stufen ihn als (sehr) problematisch ein (Skalenwert 4-5 auf Skala 0-5) –
häufiger als andere gesellschaftliche Herausforderungen wie Wirtschaftskrisen,
Kriminalität oder Pandemien (S. 6-7). 83 % sehen die Lebensgrundlagen in
Deutschland durch die Klimakrise bedroht (S. 8). Im Vergleich zu einer zeitglei-
chen UBA-Bundeserhebung ist das Bewusstsein unter den Bonner Befragten
deutlich ausgeprägter (S. 7). 79 % der Befragten erwarten eine Zunahme kli-
mabedingter Risiken (S. 6).
Trotz dieser hohen Risikowahrnehmung sehen sich bislang nur wenige direkt
betroffen: 12 % berichten von eigenen Erfahrungen mit Klimafolgen (v. a. Star-
kregen oder Hitze), 44 % geben indirekte Betroffenheit im sozialen Umfeld an
(S. 5).
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Das hohe Problembewusstsein der
Befragten, auch im bundesweiten Vergleich, zeigt die hohe Sensibilisierung für
Klimathemen der Bonner*innen. Es zeigt sich eine klare Differenz zwischen der
allgemeinen Problemwahrnehmung und der individuellen Betroffenheit. Eine
denkbare Erklärung dafür ist die Nähe zum Ahrtal und damit indirekte Betrof-
fenheit vieler in Bezug auf die Flutkatastrophe im Jahr 2021. Hier können ggfs.
weitere Analysen, auch im Abgleich mit Daten zur tatsächlichen physischen
Betroffenheit der letzten Jahre durch Hochwasser, Hitze etc. weitere Aufschlüs-
se liefern.Seite 2 von 88
Seite 3Dokumentenklasse C (vertraulich)
2. Hohe Handlungsbereitschaft – über 60￿% wollen zukünftig mehr
Klimaschutz betreiben
Die Umfrage zeigt eine ausgeprägte Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung: 62￿%
sind bereit, zusätzliche Maßnahmen im Bereich Klimaschutz umzusetzen,
54￿% im Bereich Klimaanpassung (S.￿33). Bereits 80￿% haben eigenständig
Schritte unternommen – etwa durch die Nutzung von Ökostrom (72￿%), klimaf-
reundliche Mobilität (69￿%) oder energetische Sanierungen (38￿%; S.￿11-
12). Über die Hälfte der Befragten betonen zudem die Verantwortung je-
der*jedes Einzelnen für eine lebenswerte Umwelt (S.￿13).
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Die Stadt hat das Ziel, die Rahmen-
bedingungen für klimaschonendes Verhalten in allen Bereichen zu verbessern
und zu vereinfachen, auf die sie Einfluss hat. Das ist beispielsweise die Förde-
rung nachhaltiger Mobilitätsformen durch eine bessere Infrastruktur (z.B. siche-
rere Radwege, Stärkung ÖPNV), gute Sharing-Angebote (regionales Fahrrad-
mietsystem, stadtweites Carsharing) und finanzielle Unterstützung (Sozialticket,
Klimagruppenticket), aber auch in den Bereichen Energie und Wärme durch
neue und kostenlose Beratungsangebote im Quartier (BEA nebenan) und För-
derprogramme wie Solares Bonn und das Förderprogramm zur Bestandssanie-
rung privat vermieteter Wohngebäude. Durch diese und weitere Maßnahmen
wird es den Bürgerinnen und Bürgern einfacher gemacht, aktiv am Klimaschutz
mitzuwirken.
3. Klimaschutz wird als Gemeinschaftsaufgabe verstanden – viele
wollen stärker vor Ort einbezogen werden
Trotz hoher Grundbereitschaft ist das tatsächliche gesellschaftliche Engage-
ment für Klimathemen bislang auf eine kleine Gruppe der Befragten begrenzt:
7 % engagieren sich in Klimaschutzinitiativen, 5 % in (lokal-)politischen Gremi-
en; 20 % der Befragten nahmen an Beteiligungsformaten der Stadt teil (S. 10),
9 % an solchen mit direktem Klimabezug (S. 14). 29 % fühlen sich bei Verände-
rungen allerdings bisher nicht gut einbezogen (S. 37). Nachbarschaften wurden
in den Fokusgruppen als besonders wirksame und niedrigschwellige Informati-
ons- und Mobilisierungsräume beschrieben – im Vergleich zu offiziellen städti-
schen Kanälen (S.￿22). Dies deckt sich mit dem Ergebnis, dass sich die Mehr-
heit gut in ihrem Viertel eingebunden fühlt (S. 37).
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Neue dezentrale Angebote wie die
Klimaviertel oder BEA nebenan waren zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht
angelaufen. Sie adressieren den Wunsch nach kleinräumigeren Angeboten vor
Ort. Hier werden zukünftige Befragungsrunden, die auch z.B. für die Evaluation
der Klimaviertel genutzt werden, zeigen, inwieweit der dezentralisierte Informa-
tions- und Mitwirkungsansatz und die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen
Akteuren vor Ort diese Lücke schließen können.
4. Der Stadt wird eine Vorbildrolle zugeschrieben – sie sollte diese
noch sichtbarer wahrnehmen
Zwar wird die Hauptverantwortung für Klimaschutz vorrangig bei Bund, Land
und Wirtschaft gesehen, doch 44 % der Befragten fordern mehr Engagement
von der Stadt Bonn, nur 19 % halten das derzeitige Maßnahmenpaket für aus-
reichend, 10 % für überzogen (S. 14). Die Stadt wird als besonders sichtbarer
Akteur vor Ort wahrgenommen – entsprechend hoch sind die Erwartungen anSeite 3 von 88
Seite 4Dokumentenklasse C (vertraulich)
ihre Führungsrolle und Umsetzungsdynamik.
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Mit dem Bonner Klimaplan verfolgt
die Stadt Bonn das ambitionierte und politisch beschlossene Ziel der Klimaneu-
tralität bis 2035. Der Klimaplan ist der Fahrplan wie die Stadt Bonn dieses Ziel
erreichen will. Er beinhaltet ein breites Paket an Maßnahmen in den Hand-
lungsfeldern Governance, Gesellschaft, Wirtschaft, Mobilität, Gebäude, Energie
und Kompensation. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, dass die Stadt Bonn und
ihre Konzerntöchter dabei auch ihrer Vorbildrolle gerecht werden.
Dafür baut die Stadt beispielweise PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden aus,
wechselt die Heizungstechnologien zu Wärmepumpen, arbeitet an der Elektrifi-
zierung ihrer Fahrzeugflotten und sorgt für eine nachhaltige und klimaschonen-
de Beschaffung.
Im Rahmen ihres jährlichen Transparenzberichts zeigt die Stadtverwaltung auf,
welche Aktivitäten zum Klimaschutz sie vorangebracht hat und ordnet ihre Fort-
schritte auf dem Weg zu Klimaneutralität ein (DS: 252600).
Mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen versucht die Stadtverwaltung ge-
samtstädtisch sowie vor Ort in den Quartieren digital und analog über den Kli-
maplan und die Klimaschutzprojekte der Stadtverwaltung zu informieren und
zur Mitwirkung zu motivieren.
5. Die Förderprogramme zeigen Wirkung – erreichen aber nicht alle
Bevölkerungsgruppen gleichermaßen
Die städtischen Förderprogramme „Solares Bonn“ und das „Beratungs- und
Förderprogramm Begrünung“ werden grundsätzlich positiv bewertet, der Be-
kanntheitsgrad unterscheidet sich dabei: 28 % aller Erwachsenen kennen „So-
lares Bonn“, rund ein Viertel davon hat es in Anspruch genommen; 19 % der
Hausbesitzer*innen kennen das Förderprogramm Begrünung, davon haben es
7 % genutzt (S. 15-16). Bei einer Mehrheit der Nutzer*innen war das Angebot
relevant für die Entscheidung zur Umsetzung von Maßnahmen: Begrünung 65
% (sehr) wichtig, Solares Bonn 40 % (S. 17). Der Zugang ist jedoch ungleich
verteilt: Bildung, Wohnsituation und Migrationshintergrund beeinflussen die
Reichweite und Inanspruchnahme der Programme.
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Besonders das Ergebnis, dass die
Förderungen für die Entscheidung zur Umsetzung der Maßnahme beigetragen
haben, zeigt den Mehrwert der Förderungen. Dies wird insbesondere bei der
Förderung von Gebäudebegrünung deutlich, die – anders als die Installation
von PV – für die Hausbesitzer*innen keinen direkten finanziellen Mehrwert bie-
tet. Die Förderangebote der Stadt Bonn für das Klima wurden seit der Befra-
gung fortgeschrieben und weiter ausgebaut. Das Förderprogramm Begrünung
umfasst inzwischen auch die Förderung von Zisternen und macht Eigenleistun-
gen förderfähig. Im Förderprogramm Solares Bonn wurden die Förderbedin-
gungen an den neuesten Stand der Technik insb. bei Stecker-Solargeräten
angepasst, die nun z.B. auch auf Garagendächern förderfähig sind. Neu ist seit
dem 1. August 2025 ein Förderprogramm für energetische Sanierungen privat
vermieteter Wohngebäude. Die Verwaltung erarbeitet Wege, um die städti-
schen Förderprogramme bekannter zu machen und zielgruppengerecht zu be-
werben. Ein strukturierter digitaler Wegweiser, wie er z.B. von jungen Teilneh-
menden einer Fokusgruppe vorgeschlagen wurde, ist mit der Seite
bonn.de/klimafoerderung bereits in Umsetzung.Seite 4 von 88
Seite 5Dokumentenklasse C (vertraulich)
6. Die Klimakommunikation der Stadt – Wunsch nach stärkerer Bün-
delung und Alltagsnähe
In den Fokusgruppen wurde ein deutlicher Wunsch nach verbesserter, zentral
gebündelter Information geäußert: Viele Teilnehmende kannten die städtischen
Kanäle nicht oder fanden die Kommunikation schwer zugänglich (S. 22–23).
Kritisiert wurden geringe Transparenz bei Fortschritten und Maßnahmenlaufzei-
ten sowie fehlende persönliche Anlaufstellen. Gewünscht wird ein „persönliche-
rer Ton“, direktere Ansprache sowie sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum –
etwa durch Marktstände, lokale Ansprechpartner oder niedrigschwellige Info-
materialien.
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Es wurden bereits Kommunikati-
onsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen und Anlässe umgesetzt (u.a.
zentrale Website bonn.de, mobile Ausstellung, VHS-Reihe, Print- und Digital-
produkte, Bonner Klima-Preis). Mit dem Online-Dashboard „Klimakompass”
stellt die Verwaltung Indikatoren aus allen Handlungsfeldern des Klimaplans auf
einer Plattform niedrigschwellig dar und macht so mit Daten und Fakten sicht-
bar, wo Bonn auf dem Weg zur Klimaneutralität steht und welche Fortschritte
erzielt werden. Der Klimakompass dient sowohl dem Monitoring für Verwaltung
und Politik als auch der transparenten Kommunikation nach außen. Ein Beispiel
für aufsuchende Kommunikation ist die Veranstaltungsreihe zur Bonner Wär-
mewende im Herbst 2025. In acht Bonner Stadtteilen werden Erkenntnisse der
kommunalen Wärmeplanung für den jeweiligen Stadtteil erläutert. Gleichzeitig
können die Besucher*innen mit Vertreter*innen von Verwaltung, Bonner Ener-
gie Agentur, Stadtwerken und weiteren Akteuren ins Gespräch kommen und
direkt Folgetermine zur Energieberatung buchen. Im Zuge der Fortschreibung
des Klimaplans kommt der Kommunikation eine nochmals größere Bedeutung
zu, zusätzliche Kommunikationsformate und -kanäle werden in diesem Rahmen
geprüft.
7. Klimaschutz als Frage der Generationengerechtigkeit – es braucht
weitere Unterstützung junger Menschen beim Klimaschutz
Die Antworten der 14 bis 17-jährigen sind, wo dies möglich war, in der Gesamt-
auswertung enthalten. Vergleiche lassen sich dort ablesen, wo beiden Gruppen
die gleichen Fragen gestellt wurden. Insgesamt zeigen die befragten Jugendli-
chen tendenziell ein niedrigeres Problembewusstsein als die Erwachsenen: 30
% finden den Klimawandel (sehr) problematisch (S. 18) – Erwachsene 43 %.
Gleichzeitig sehen 94% Klimaschutz als Frage der Generationengerechtigkeit
(Erw.: 92%) und ebenso viele assoziieren ihn mit höherer Lebensqualität für
alle (Erw.; 82%; S. 38). Beim berichteten eigenen Klimaschutz und bei der Mit-
wirkung an städtischen Formaten liegen Jugendliche unter den Werten der Er-
wachsenen. Beim gesellschaftlichen Engagement dagegen – Teilnahme an
Demonstrationen, Beteiligung an Klimagruppen – liegen die Jugendlichen leicht
über den Erwachsenen (S. 19).
Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Die Einbindung junger Bonner*innen
ist ein zentrales Anliegen der Bürgerbeteiligung und insbesondere mit Blick auf
den Klimawandel und die Klimaanpassung ist sie unabdingbar. Seit der Befra-
gung ist unter anderem das Klimaviertel Medinghoven gestartet, das einen
spezifischen Fokus auf Jugend und Familie legt. Die vielfältigen Maßnahmen
der letzten Jahre – etwa die Aufnahme der Kinder- und Jugendbeteiligung in
alle Vorhabenblätter der Bürgerbeteiligungsverfahren, die Gründung des Bei-Seite 5 von 88
Seite 6Dokumentenklasse C (vertraulich)
rats Kinder- und Jugendbeteiligung inklusive eigenem Social-Media-Auftritt so-
wie die Zertifizierung der Stadt Bonn als Kinderfreundliche Kommune – zahlen
auf das Ziel einer starken Einbindung junger Bonner*innen ein und werden
sukzessive weiterentwickelt.
Umgang mit den Ergebnissen
Die Ergebnisse der Klimabefragung werden systematisch in die städtische Pra-
xis integriert. Die Daten bieten die Möglichkeit, empirisch fundiert Maßnahmen
zu planen, umzusetzen und auszuwerten. Aufgrund der erhobenen soziodemo-
graphischen Merkmale können z.B. das Verhalten und die Bedarfe bestimmter
Zielgruppen im Detail analysiert werden. Auch eine räumliche Verortung bis zur
Ebene der statistischen Bezirke ist möglich und erlaubt die Verschneidung mit
anderen georeferenzierten Daten, z.B. zur Hitzebelastung oder zur Verfügbar-
keit städtischer Angebote. Die Ergebnisse wurden zunächst allen beteiligten
Fachbereichen präsentiert und ressortübergreifend diskutiert. Alle erhobenen
Daten sind zentral gespeichert und stehen sämtlichen Ämtern zur Verfügung,
um die koordinierte Nutzung durch diverse Verwaltungseinheiten zu gewähr-
leisten.
Ausgewählte Kennzahlen aus der Befragung werden darüber hinaus für das
Handlungsfeld Gesellschaft in den “Bonner Klimakompass” aufgenommen
(bonn.de/Klimakompass). Mit dem Dashboard zum Handlungsfeld Gesellschaft
sollen Einstellungen, Verhalten und Emotionen der Bonner*innen zum Thema
Klimaschutz sichtbar gemacht werden. Mittelfristig wird durch die Wiederholung
der Befragung auch die Entwicklung in diesen Bereichen nachvollziehbar sein.
Die Ergebnisse werden der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Dafür findet u.a.
eine Podiumsdiskussion im Rahmen der VHS-Reihe zum Bonner Klimaplan
2035 statt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse in wissenschaftlichen Fach-
tagungen und -zeitschriften kommuniziert. In Kooperationen mit der Universität
Bonn und der UNU-EHS werden sie außerdem für studentische Arbeiten zur
Verfügung gestellt.
Anlage/n
1 Klimabefragung Ergebnisbericht UNU (öffentlich)Seite 6 von 88
Klimabefragung Bonn 2024/2025
Ergebnis-Bericht
Verfasst von:
Lionel Muñoz Rosas, Dominic Sett, Marie-Elaine Czabaun, Simone Sandholz
(UNU-EHS)
August 2025
Ein gemeinsames Projekt der Bundesstadt Bonn und der
Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU-EHS)Seite 7 von 88
Inhalt
1. Einleitung .............................................................................................................................. 1
2. Datenerhebung...................................................................................................................... 2
2.1 Haushaltsbefragung ....................................................................................................2
2.2 Fokusgruppendiskussionen ......................................................................................... 4
3. Ergebnisse & Diskussion......................................................................................................... 5
3.1 Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren .................................................. 5
3.2 Wahrnehmung von Klimarisiken ................................................................................. 6
3.3 Allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen ............................................................. 7
3.4 Allgemeines Klima- und Umweltverhalten .................................................................9
3.5 Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen .................. 12
3.6 Kenntnis, Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen ....................... 14
3.7 Ergebnisse des Jugendfragebogens ..........................................................................18
3.8 Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen .............................................................. 20
4. Fazit und Handlungsempfehlungen ...................................................................................... 23
5. Anhang I: Weitere Statistiken ............................................................................................... 25
5.1 Wohnsituation und sozio-ökonomische Charakteristika ..........................................25
5.2 Risikowahrnehmung ..................................................................................................30
5.3 Engagement für Klimaschutz und -anpassung .......................................................... 32
5.4 Eigene Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung .............................................. 34
5.5 Städtische Angebote und Unterstützung ..................................................................36
5.6 Weitere Ergebnisse des Jugendfragebogens ............................................................ 38
6. Anhang II: Ökonometrische Analysen zu Förderprogrammen ................................................ 40
7. Anhang III: Fragebögen ........................................................................................................ 44
7.1 Erwachsenenfragebogen ........................................................................................... 45
7.2 Jugendfragebogen .....................................................................................................68Seite 8 von 88
1
1. Einleitung
Die Folgen des Klimawandels betreffen bereits jetzt viele Bereiche unseres Lebens. Eine Studie des
Umweltbundesamtes (UBA) stellte unter anderem erhebliche Auswirkungen von
Klimawandelfolgen auf die menschliche Gesundheit, Industrie und Gewerbe, sowie die
Landwirtschaft in Deutschland fest (UBA 2021). So wurden beispielsweise vermehrt Erkrankungen
der Herz-Kreislauf- und Atmungssysteme durch Hitzewellen, Beeinträchtigungen von Waren-
transporten über inländische Wasserstraßen durch Niedrigwasserstände in Folge von Dürren, sowie
Ernteausfälle durch Starkregen, Hagel, oder Dürren beobachtet (UBA 2021; Brasseur et al. 2023).
Städte sind dabei besonders anfällig für Klimafolgen, da die dichte Besiedelung etwa zu erhöhter
Hitzebildung oder der Bildung von Hochwasser führen (IPCC 2023).
Prognosen zeigen zudem, dass Klimawandelfolgen in den kommenden Jahrzenten in Deutschland
deutlich ansteigen werden, sofern keine wirksamen Gegenmaßnahmen zur Begrenzung des
Klimawandels durch Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes (Klimaschutz) sowie der Anpassung
an Klimafolgen (Klimaanpassung) umgesetzt werden (UBA 2021). Steigende Klimarisiken wurden
auch konkret für Bonn prognostiziert. Durch die Lage der Stadt in einer der klimatisch wärmsten
Regionen Deutschlands werden überdurchschnittlich viele Hitzetage, als auch steigende
Niederschläge und resultierende Hochwassergefahr prognostiziert (UBA 2021).
Als Reaktion auf die bereits bestehenden und zukünftig prognostizierten Klimarisiken hat die Stadt
Bonn umfassende Strategie für Klimaschutz und -anpassung entwickelt. Zum einen gibt der
„Klimaplan 2035” das konkrete Ziel vor, Bonn bis 2035 klimaneutral zu gestalten (Stadt Bonn 2024).
Zum anderen strebt der „Zielbeschluss zur Klimawandelanpassung” eine Steigerung der Aktivitäten
zur Klimaanpassung an. So wurde in der Folge im Sommer 2025 ein integriertes
Klimaanpassungskonzept veröffentlicht (Stadt Bonn 2025). Eine erfolgreiche Umsetzung dieser
Strategien hängt jedoch auch vom Engagement der Bonner:innen ab. Die gesteckten Ziele können
nur erreicht werden, wenn Klimaschutz und -anpassung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
angenommen werden, also die Stadt, Unternehmen, und Bürger:innen gemeinsam im Rahmen ihrer
Möglichkeiten handeln. Daher sind Erkenntnisse zum aktuellen Engagement der Bonner:innen im
Klimaschutz und der Klimaanpassung, sowie mögliche Hindernisse dafür essenziell.
Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Bonn zusammen mit der Universität der Vereinten Nationen
in Bonn (UNU-EHS) im Rahmen der „Bonner Klimabefragung” Daten zu Einstellungen und Handeln
im Bereich Klimawandelrisiken, Klimaschutz und -anpassung erhoben. Die Befragung wurde als Teil
des Klimaplans 2035 beschlossen und soll der Stadt erforderliche Erkenntnisse liefern, um städtische
Maßnahmen weiter zu verbessern und dadurch die gesteckten Ziele zu erreichen. Darüber hinaus
hilft die Studie, Unterschiede in Einstellungen und Handeln zwischen Klimaschutz und -anpassung,
zu erfassen und in der Folge zu adressieren. Gleichzeitig werden bestehende Forschungslücken
geschlossen. Somit ist die Initiative auch ein wissenschaftliches Leuchtturmprojekt.
Dieser Bericht bietet einen kurzen Überblick über die Klimabefragung und ihre Methodik (Kapitel 2),
fasst die Kernergebnisse der Befragung zusammen (Kapitel 3), und leitet Handlungsempfehlungen
ab (Kapitel 4). Im Anhang (Kapitel 5-7) finden sich weitere Analysen und die Fragebögen.Seite 9 von 88
2
2. Datenerhebung
Die Bonner Klimabefragung setzt sich aus zwei aufeinander aufbauenden Datenerhebungen
zusammen: Einer Haushaltsbefragung im gesamten Stadtgebiet, sowie anschließende
Fokusgruppendiskussionen, um ausgewählte Ergebnisse der Haushaltsbefragung weiter zu
vertiefen.
2.1 Haushaltsbefragung
Um ein Gesamtbild Bonns in Bezug auf Klimaeinstellungen und -handeln abzubilden, wurde eine
groß angelegte Haushaltsbefragung im November und Dezember 2024 durchgeführt. Dazu wurde
eine repräsentative Stichprobe von 20.000 Personen per Post zur Teilnahme an der Befragung
eingeladen. Die Auswahl der eingeladenen Personen erfolgte durch eine Zufallsziehung aus dem
Melderegister. Da alle in Bonn gemeldeten Personen die theoretische Chance auf eine Teilnahme
hatten, kann die Stichprobe als repräsentativ angesehen werden.
Die Befragung wurde online auf der Open-Source Plattform KoboToolbox1 durchgeführt. Der
Befragungszugang wurde in den postalischen Einladungen mit einem Link und einem QR-Code
geteilt. Um die Haushaltsbefragung möglichst allen Bonner:innen zugänglich zu machen, konnten
Personen, die die Fragen nicht online beantworten wollten oder konnten, die Befragung
ausgedruckt per Post erhalten, oder sie im Telefonat mündlich beantworten. Der Fragebogen wurde
online auf Deutsch, Englisch, Türkisch, und Arabisch zur Verfügung gestellt. Türkisch und Arabisch
sind neben Deutsch die beiden meistgesprochenen Sprachen in Bonn (Statistikstelle Bundesstadt
Bonn 2023). Zusätzlich wurde Englisch aufgrund seiner weiten Verbreitung angeboten.
Die konkreten Fragen der Haushaltsbefragung wurden gemeinsam von UNU-EHS, der Stabsstelle
Bürgerbeteiligung, sowie Repräsentant:innen unterschiedlicher Ämter der Bonner Stadtverwaltung
erarbeitet. Es wurde ein Fragebogen für Erwachsene im Alter von mindestens 18 Jahren und ein
weiterer für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren erstellt. Die beiden Fragebögen sind
inhaltlich im Wesentlichen gleich, unterscheiden sich aber in Formulierungen und in einzelnen
Fragen. Beispielsweise wurden Jugendliche nicht zur Nutzung von städtischen Förderprogrammen
gefragt, da die diese selber nicht beantragen können. Der Fragebogen für Erwachsene ist im Anhang
dieses Berichts vollständig abgebildet. Die Ergebnisse im weiteren Verlauf des Berichts fassen
Antworten von Jugendlichen und Erwachsene zusammen, sofern nicht anders angegeben.
Insgesamt haben 2.355 Personen, darunter 2.275 Erwachsene und 80 Jugendliche, den Fragebogen
ausgefüllt, was einer Teilnahmequote von knapp 12% entspricht. Untersuchungen zeigen, dass bei
vergleichbaren Umfragen - also solche mit postalische Einladung zu einer Online-Befragung - die
Antwortraten zwischen etwa 5% (Endres et al. 2024), 12% (Lynn 2020), und 7 – 25% (IPSOS 2019)
liegen. Die erzielte Quote der Bonner Klimabefragung liegt somit am oberen Ende des erwarteten
Rücklaufs, auch wenn die Zahlen durch Umfragebesonderheiten wie z.B. finanzielle Anreize oder
bestimmte Zielgruppen schwer vergleichbar sind.
1 https://www.kobotoolbox.org/Seite 10 von 88
3
Die höchsten Teilnahmequoten wurden in den
statistischen Bezirken Kessenich (19%),
Dottendorf (17%), und Vor dem Koblenzer Tor
(17%) erzielt, die alle im Stadtbezirk Bonn liegen,
während der geringste Rücklauf in Dransdorf (5%)
und Neu-Tannenbusch (5%) - beide im Stadtbezirk
Bonn - und Medinghoven (4%) im Stadtbezirk
Hardtberg beobachtet wurde (siehe Abbildung 1).
Mit Blick auf die räumliche Verteilung lässt sich
eine leichte Tendenz zu höheren
Teilnahmequoten in innerstädtischen Gebieten
erkennen, wodurch einzelne statistische Bezirke,
vor allem in den äußeren Stadtgebieten, leicht
unterrepräsentiert sind.
Abbildung 2: Vergleich von sozio-demographischen Charakteristiken zwischen Teilnehmenden an der
Haushaltsbefragung (äußerer Kreis) und der Bonner Gesamtbevölkerung (innerer Kreis). Datenquelle für Bonner
Gesamtbevölkerung: Strukturdatenatlas 2024 (Alter, Geschlecht, Migration), Strukturdatenatlas 2023
(Haushaltsgröße), und Landesbetrieb für Information und Technik NRW 2022 (Bildungsstand).
Neben der ungleichen räumlichen Verteilung unterscheiden sich die Teilnehmenden auch bei
einigen sozio-demographischen Faktoren von der Bonner Gesamtbevölkerung. Während die
Abweichungen bei der Altersverteilung und beim Geschlecht sehr gering ausfielen, gab es deutliche
Unterschiede in Bezug auf Bildung, Migrationshintergrund, sowie Haushaltsgröße (siehe Abbildung
2). Während beispielweise 44% der Bonner Gesamtbevölkerung ein Studium abgeschlossen hat (LIT-
NRW 2022), gaben über 65% der Befragten einen Studienabschluss an. Dadurch sind Personen mit
Abbildung 1: Teilnahmequote an der Befragung
pro statistischem Bezirk in Bonn
Abbildung 1: Teilnahmequote an der Befragung pro
statistischem Bezirk in BonnSeite 11 von 88
4
hoher Bildung in der Haushaltsbefragung überrepräsentiert, während Bonner:innen mit niedrigerer
Bildung entsprechend unterrepräsentiert sind. Ebenfalls unterrepräsentiert sind Personen mit
eigenem Migrationshintergrund, sowie Ein-Personen Haushalte. Zusammengefasst sind die
Teilnehmenden im Durchschnitt also besser gebildet, wohnen eher zentral und häufiger allein und
haben seltener einen Migrationshintergrund als die Bonner Gesamtbevölkerung.
Der ungleiche Rücklauf aus Stadtgebieten und Bevölkerungsgruppen spielt eine wichtige Rolle bei
der Interpretation der Ergebnisse. Obwohl die Daten wichtige Erkenntnisse zu allen Gebieten und
Bevölkerungsgruppen liefern, sind die Gesamtergebnisse nicht repräsentativ für alle Bonner:innen,
sondern spiegeln vielmehr die Sichtweisen der Teilnehmenden wider. Eine nachträgliche
Umgewichtung der Antworten zur Annäherung an die Verteilung der Gesamtbevölkerung anhand
der sozio-demographischen Charakteristiken wäre grundsätzlich möglich, würde aber weitere
Analysen erfordern, die über den Rahmen der Studie hinausgehen. Daher ist es wichtig, Merkmale
wie Bildungsstand, Haushaltsgröße, und Migrationshintergrund bei der Interpretation der
Ergebnisse zu berücksichtigen, wie im Ergebnisteil dieses Berichts (Kapitel 3) geschehen.
2.2 Fokusgruppendiskussionen
Zur Vertiefung von ersten Erkenntnissen aus der Haushaltsbefragung wurden im März und April
2025 insgesamt vier ergänzende Fokusgruppendiskussionen ausgerichtet (siehe Tabelle 1). Die
Einladung zu den Fokusgruppen erfolgt an Teilnehmende der Haushaltsbefragung, die ihr Interesse
an einer Teilnahme angegeben haben. Insgesamt gaben 42% der Teilnehmenden ein solches
Interesse an, was ein sehr hohes Interesse am Thema und der Klimabefragung attestiert. Die
Fokusgruppen fanden mit jeweils 10-15 Personen statt und dauerten ca. 1,5-2 Stunden. Die
Diskussionen wurden anonymisiert veranstaltet und dokumentiert, also etwa ohne Namensschilder
der Teilnehmenden durchgeführt und Tonaufnahmen, damit Ergebnisse nicht auf einzelne Personen
zurückzuführen sind. Die Moderation erfolgte gemeinsam durch die Stadt Bonn und UNU-EHS.
Neben ähnlichen Grundfragen, wie beispielsweise Hindernisse von Bürger:innen in Bezug auf
Klimahandeln, wurden in jeder der vier Fokusgruppen auch spezifische Themen diskutiert, wie etwa
Vorschläge zu Werbeformaten von städtischen Angeboten in Fokusgruppe 2.
Tabelle 1: Übersicht über Fokusgruppendiskussionen im Rahmen der Bonner Klimabefragung
Nr. Datum
(2025)
Uhrzeit Anzahl
Teilnehmende
Thematischer Fokus
1 Di, 25.3. 18:00-
20:00
12 Städtische Förderprogramme und bestehende
Lücken sowie Hindernisse für die
Inanspruchnahme
2 Sa, 5.4. 10:00-
12:00
15 Vorschläge für Bewerbung bzw. Bekanntmachung
von städtischen Angeboten und Zugang zu
städtischen Angeboten
3 13:00-
15:00
10 Vereinbarkeit von Klimaschutz und -anpassung
und anderen Handlungsprioritäten in Bonn
4 Do, 10.4. 18:00-
20:00
13 Mögliche Hürden für die Teilnahme an
Beteiligungsformaten (zusätzliche Fokusgruppe
im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität
Bonn)Seite 12 von 88
5
Eine Übersicht über die Fokusgruppen und die entsprechenden Themenschwerpunkte ist in
Tabelle 1 dargestellt. Fokusgruppe Nummer 4 wurde zwar vom Team der UNU-EHS mitbetreut, die
Konzeption, Durchführung und Analyse erfolgten jedoch im Rahmen einer Masterarbeit an der
Universität Bonn. Die Ergebnisse dieser vierten Fokusgruppe werden in diesem Bericht daher nicht
weiter behandelt.
3. Ergebnisse & Diskussion
Im Folgenden werden Kernergebnisse der Bonner Klimabefragung zu folgenden Themen vorgestellt:
(3.1) Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren, (3.2), Wahrnehmung von Klimarisiken,
(3.3) allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen, (3.4) allgemeines Klima- und Umweltverhalten,
(3.5) Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen, und (3.6) Kenntnis,
Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen. Zusätzlich werden auch zentrale
Ergebnisse des Jugend-Befragung (3.7) und der Fokusgruppendiskussionen (3.8) präsentiert.
3.1 Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren
Die bisherige Betroffenheit durch den Klimawandel und Naturgefahren wurde in der Haushalts-
befragung von den befragten Bonner:innen generell als sehr gering eingeschätzt. Nur 12% der
Befragten gab an, bereits direkt von klimabedingten Naturgefahren betroffen gewesen zu sein
(siehe Abbildung 3a). Zusätzlich zur direkten Betroffenheit gab etwa die Hälfte der Befragten (44%)
an, indirekt betroffen gewesen zu sein, etwa durch negative Folgen von Naturgefahren für Freunde
oder Familie. Auf der anderen Seite berichteten 42% der Teilnehmenden, noch nie in irgendeiner
Form betroffen gewesen zu sein.
Abbildung 3: (a) Betroffenheit von klimabedingten Naturgefahren der befragten Haushalte allgemein und
(b) selbst eingeschätzter Grad der direkten Betroffenheit. Abb. 3b beinhaltet nur Antworten von Erwachsenen.
Am häufigsten betroffen waren die Befragten von Starkregen und Hochwassern (73%), gefolgt von
Hitze (35%) und Stürmen (30%), während die Betroffenheit durch Waldbrände vergleichsweise
gering war (siehe Abb. 29, Anhang I). Zudem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen
statistischen Bezirken in Bonn. Während über ein Viertel der Befragten in Venusberg (27%), Mehlem
Rheinaue (26%) und Heiderhof (26%) bereits direkt betroffen war, gab keine:r der Befragten in Bad
Godesberg Kurviertel, Godesberg Nord, und Finkenhof an, betroffen gewesen zu sein.Seite 13 von 88
6
Der Grad bzw. die Schwere der direkten Betroffenheit ist überwiegend moderat. Von allen
Befragten, die direkt betroffen waren, gaben 8% an, sehr stark (Bewertung „5“ auf einer Skala von
1 (sehr gering) bis 5 (sehr stark)) und weitere 20% an, stark (Bewertung „4“ von 5), betroffen
gewesen zu sein (siehe Abb. 3b). Weitere 35% waren moderat (Bewertung „3“ von 5) betroffen.
Dagegen gab etwa ein Drittel (35%) eine Betroffenheit von „2“ oder „1“ von 5 an.
3.2 Wahrnehmung von Klimarisiken
Viele Bonner:innen nehmen den Klimawandel als konkretes Risiko für die Stadt wahr und halten das
Thema auch im Vergleich zu anderen Handlungsfeldern für sehr relevant. Die Mehrheit der
Befragten sieht den Klimawandel als größte Gefahr für Bonn. Wie in Abbildung 4a dargestellt,
bewertet fast die Hälfte (43%) der Teilnehmenden Klimawandel und Extremwetterereignisse als
problematisch, ausgedrückt durch die Bewertungen „4“ oder „5“ auf einer Skala von 0 (überhaupt
nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch). Für 18% ist der Klimawandel sogar sehr
problematisch („5“ von 5). Darüber hinaus sind 79% der Ansicht, dass Klimarisiken in Zukunft noch
zunehmen werden, während nur 3% ein abnehmendes Risiko vermuten (Siehe Abb. 27, Anhang I).
Besonders die Folgen von Starkregen und Hitze in Bonn werden von den Befragten als sehr großes
Risiko wahrgenommen. Mehr als die Hälfte der Befragten (51% bzw. 50%) bewerteten diese beiden
Naturgefahren als problematisch („4“ oder „5“ von 5, siehe Abbildung 4b). Hieran lässt sich
erkennen, dass Extremwetterereignisse, von denen die Befragten bereits in der Vergangenheit
betroffen waren (siehe Kapitel 3.1), auch in Zukunft weiter problematisch eingeschätzt werden.
Abbildung 4: Risikobewertung (a) ausgewählter allgemeiner Gefahren und (b) Naturgefahren,
jeweils im Bezug auf Bonn. 4b beinhaltet nur Antworten aus der Befragung von Erwachsenen.
Neben Klimawandel und Extremwetterereignissen werden wirtschaftliche Probleme (30% mit
Bewertung „4“ oder „5“ von 5), und Kriminalität (28% mit Bewertung „4“ oder „5“ von 5) in Bonn
als problematisch eingestuft (siehe Abbildung 4a). Krankheiten und Epidemien wurden hingegen als
vergleichsweise geringe Gefahr bewertet und von mehr als der Hälfte (51%) als nicht problematisch
(Bewertung „0“ oder „1“ von 5) angegeben. Diese Risikobewertung steht - anders als bei den
Naturgefahren - im Gegensatz zu jüngeren Erfahrungen in Bezug auf die COVID-19-Pandemie.Seite 14 von 88
7
Obwohl die Folgen des Klimawandels grundsätzlich als Bedrohung für Bonn angesehen werden, gibt
es auch einen Teil der Befragten, der dem Thema eher skeptisch gegenübersteht. Wie in Abbildung
5a dargestellt, stimmt ein Fünftel (20%) der Aussage, dass die Folgen des Klimawandels oft
übertrieben werden, eher (11%) bzw. voll (9%) zu. Im Stadtbezirk Beuel ist diese Skepsis mit 22%
am größten, während sie im Bezirk Bonn mit 16% am geringsten ausfällt. Der Großteil der Befragten
stimmt der Aussage jedoch überhaupt nicht (55%) bzw. eher nicht (24%) zu.
Auch im Vergleich zu anderen Kommunen in Deutschland ist die Klimarisiko-Wahrnehmung in Bonn
hoch. In der deutschlandweiten Umweltbewusstseinsstudie des UBA aus dem Jahr 2024 stimmten
insgesamt 33%, also 13% mehr als in der Bonner Klimabefragung, der Aussage voll (14%) bzw. eher
(19%) zu, dass wenn es um die Folgen des Klimawandels geht, vieles sehr übertrieben wird (UBA
2025). Im Gegensatz dazu gaben jeweils etwa ein Drittel der UBA Befragten an, dass sie der Aussage
eher nicht (28%) und überhaupt nicht (35%) zustimmen (siehe Abbildung 5).
Abbildung 5: Bewertung von (a) Klimafolgen in Bonn (Quelle: Bonner Klimabefragung) und (b) in Deutschland (Quelle:
UBA 2025)
Auf der einen Seite zeigen diese Ergebnisse, dass bei Teilnehmenden in Bonn, sowie in anderen
Kommunen, die Wahrnehmung des Klimawandels als Problem deutlich gegenüber der Klimaskepsis
überwiegt. Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch, dass das Thema Klimawandel die
Bevölkerung in Bonn stark polarisiert. Das wurde auch durch die inhaltliche Breite der offenen
Kommentare in der Haushaltsbefragung deutlich, die von der Anzweiflung des anthropogenen
Klimawandels, bis zu großem Zuspruch für die Befragung und dem Wunsch nach deutlich mehr
Klimahandeln reichten. Auch in den Fokusgruppen wurde die Polarisierung diskutiert und als
zentrale Herausforderung für lokales Klimahandeln herausgestellt.
3.3 Allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen
Neben der konkreten Wahrnehmung von Klimawandelrisiken umfasste die Bonner Klimabefragung
auch Fragen zu allgemeinen Einsteillungen zum Thema Klima und Umwelt, angelehnt an die bereits
zitierte Umweltbewusstseinsstudie des UBA (UBA 2023). Einzelne Fragen aus der UBA StudieSeite 15 von 88
8
wurden jedoch leicht umformuliert, um einen besseren Bezug zum Thema Klima herzustellen. Die
Daten zu diesen Fragen sollen auch im Bonner Klimakompass2 genutzt werden.
Die Ergebnisse zeigen eine weitgehend klima- und umweltfreundliche Einstellung der befragten
Bonner:innen (siehe Abbildung 6 und Abbildung 7). 74% stimmten der Aussage voll zu, dass
Umweltprobleme sie empören und 66% sind der Meinung, dass jeder Einzelne - sich selbst
eingeschlossen - Verantwortung für eine lebenswerte Umwelt trägt. Zudem stimmen 75% der
Aussage, dass der Klimawandel nicht schlimm sei, und daher keinen Handlungsbedarf verursacht,
überhaupt nicht zu. 57% sehen die Lebensgrundlage in Deutschland durch den Klimawandel
bedroht, während 43% der Aussage, dass es sie wütend macht, wenn Deutschland seine Klimaziele
verfehlt, voll zustimmen.
Abbildung 6: Zustimmung zu Aussagen zum Thema Klima und Umwelt. Frage 16.7 („Wenn es um die Folgen
des Klimawandels geht, wird vieles sehr übertrieben“) ist nicht mit abgebildet, da die Ergebnisse bereits im
vorherigen Kapitel (3.2, Abb. 5) dargestellt wurden.
Auffällig ist, dass die Zustimmung zu bzw. Ablehnung von Aussagen, die auf das eigene Verhalten
oder den eigenen Haushalt abzielen, geringer ausfällt. Beispielsweise stimmten 38% der Aussage
voll zu, dass für das Klima der eigene Lebensstandard gesenkt werden sollte. Zudem stimmten über
2 www.bonn.de/klimakompassSeite 16 von 88
9
die Hälfte (55%) der Befragten voll bzw. eher zu, dass man sich über Vorschriften von
Umweltschützer:innen ärgert und die Hälfte (50%) stimmten voll bzw. eher zu, dass Klimaschutz oft
als Vorwand für Preiserhöhungen dient.
Abbildung 7: Zustimmung zu weiteren Aussagen zum Thema Klima und Umwelt, Fortführung von Abb. 6
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Befragten Klima- und Umweltprobleme allgemein als wichtig
betrachten und allgemeinen Maßnahmen mehrheitlich zustimmen, diese Zustimmung jedoch
abnimmt, je konkreter die entsprechenden Einschränkungen die einzelnen Haushalte direkt
betreffen. Diese Beobachtung soll im Folgenden mit Blick auf Klimahandeln und Umweltverhalten
von Haushalten (Kapitel 3.4) weiter untersucht werden.
3.4 Allgemeines Klima- und Umweltverhalten
Ähnlich wie im vorigen Unterkapitel wurden Fragen zum Verhalten im Klima- und Umweltschutz auf
Basis der Umweltbewusstseinsstudie des UBA (UBA 2023) formuliert und ebenfalls teilweise
angepasst. Dabei gaben die Teilnehmenden an, ob Aussagen zu bestimmten Verhaltensweisen auf
sie zutreffen oder nicht (siehe Abbildung 8).Seite 17 von 88
10
Am häufigsten gaben die Teilnehmenden an, andere in Gesprächen von Klimaschutzmaßnahmen zu
überzeugen (60%). Die Hälfte der Befragten (50%) gaben an, sich für umweltfreundliche
Veränderungen am Arbeitsplatz einzusetzen. Geringere Zustimmungsraten gab es für die
Unterzeichnung von Klimaschutzpetitionen (45 %), für eigene umwelt- und klimafreundliche
Investitionen (42%) und für Boykott klimaschädlicher Unternehmen (37%). Am seltensten gaben
Teilnehmende an, sich an städtischen Beteiligungsformaten zu beteiligen (20%), sich persönliche in
Klimaschutzinitiativen zu engagieren (7 %), oder in der (Lokal-)Politik aktiv zu werden (5 %).
Abbildung 8: Verhalten zu Klimaschutz und -anpassung
Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Befragten hauptsächlich handeln, wenn der Aufwand
dafür als gering eingeschätzt wird. Alltägliche Handlungen wie Gespräche über Klimaschutz oder
Veränderungen im Arbeitsumfeld finden die breiteste Zustimmung. Bei monetären VerpflichtungenSeite 18 von 88
11
oder hohem Aufwand, wie klimafreundlichen finanziellen Investitionen oder das aktive Mitwirken
in der Politik, sinkt die Bereitschaft.
Bei alltäglicherem Verhalten in Bezug auf Klimaschutz zeigen sich oft ähnliche Muster (siehe
Abbildung 9). So gaben Teilnehmende der Klimabefragung an, Verhalten mit vergleichsweise
geringem Aufwand oft bzw. sehr oft durchzuführen. Beispielsweise trinken 74% der Befragten sehr
oft bzw. immer Leitungswasser (22.1) und 69% nutzen für alltägliche Wege sehr oft bzw. immer Rad,
ÖPNV oder gehen zu Fuß (22.3). Auf der anderen Seite gab ca. die Hälfte der Befragten an, selten
bzw. nie klimaschonend zu heizen (22.5) oder zu essen (22.9), während mehr als zwei Drittel oft
bzw. immer ggf. teurere Haushaltsgeräte mit besonders guter Energieeffizienz (22.1) kauft. Diese
Beobachtungen zeigen, dass auch aufwendigere Maßnahmen von vielen Befragten durchgeführt
wurden, während Verhaltensweisen mit geringem Aufwand teilweise selten angegeben wurden.
Der Aufwand allein entscheidet also nicht ausschließlich über die Umsetzung von Klima- und
umweltschonendem Verhalten.
Abbildung 9: Klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und DienstleistungenSeite 19 von 88
12
3.5 Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen
Neben dem alltäglichen klima- und umweltschonenden Verhalten hat ein Großteil der Befragten
auch bereits spezielle Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umgesetzt. 80% gaben an,
bereits Maßnahmen für den Klimaschutz durchgeführt zu haben, während 60% Maßnahmen zur
Klimaanpassung realisiert haben (siehe Abbildung 10).
Als wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz nutzen 72% der Befragten Ökostrom oder einen Mix aus
Öko- und konventionellem Strom, und 38% haben bereits eine energetische Sanierung
vorgenommen. Diese technisch bzw. strukturellen Maßnahmen ergänzen die bereits erwähnten
klimaschonenden Verhalten, wie etwa die Nutzung des Nahverkehrs oder den Kauf
energieeffizienter Geräte (siehe Kapitel 3.4).
Abbildung 10: Umgesetzte Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und -anpassung (Mehrfachantworten bei den
Maßnahmenkategorien möglich; Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen). Die zusammengefassten
Kategorien Klimaschutz und Klimaanpassung (grün) stellen den Anteil der Teilnehmenden dar, die mindestens eine
Maßnahme umgesetzt
Zur Klimaanpassung haben bereits 17% der Befragten strukturelle Maßnahmen umgesetzt, ein
deutlich geringerer Wert als der Anteil der strukturellen Klimaschutzmaßnahmen (siehe oben). Eine
häufig umgesetzte strukturelle Klimaanpassung sind Rückstauklappen, die das Eindringen von
Hochwasser ins Gebäude verhindern sollen um Überflutungsschäden vorzubeugen. Wie auch beim
umwelt- und klimaschonenden Verhalten (siehe Kapitel 3.4) wurden andere Maßnahmen häufiger
umgesetzt. Zur Klimaanpassung sind das vor allem ökonomische Maßnahmen (26%), wie etwa der
Abschluss einer Elementar- bzw. Unwetterversicherung, eine Anpassung des eigenen Verhaltens
(28%), wie beispielsweise die Vermeidung von stark hitzebelasteten Gebieten, sowie vor allem die
eigene Recherche nach relevanten Informationen (29%), etwa über Unwettersituationen oder
geeignete Maßnahmen zum verbesserten Schutz vor Gefahren.Seite 20 von 88
13
Die Befragten selbst bewerten ihr eigenes Engagement im Klimaschutz und der Klimaanpassung als
hoch, jedoch zumeist nicht als sehr hoch. Nur 5% bewerteten ihr Engagement mit 5 Punkten aus
einer Skala von 0 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch), mehr als ein Viertel (26%) zudem mit 4 von 5
Punkten (siehe Abb. 32, Anhang I). Die Bereitschaft der Teilnehmenden, in Zukunft weitere
Maßnahmen umzusetzen, ist deutlich höher als das selbst eingeschätzte Engagement. 62% der
Teilnehmenden gaben eine hohe Bereitschaft (4 oder 5 auf einer Skala von 0 (sehr gering) bis 5 (sehr
hoch)) für künftige Klimaschutzmaßnahmen an, während 54% eine hohe Bereitschaft für
Klimaanpassung ausdrückten (siehe Abb. 34, Anhang I).
Es gibt viele Faktoren, die Haushalte motivieren bzw. daran hindern, Maßnahmen zum Klimaschutz
und zur Klimaanpassung umzusetzen. Neben dem bereits diskutiertem Aufwand für die Umsetzung
von Maßnahmen, der für einige Befragte ein Hindernis für den Klimaschutz darstellt, spielt auch die
wahrgenommene Verantwortung für entsprechendes Klimahandeln eine große Rolle (UBA 2023).
Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die eigene Verantwortung für Klimaschutz und
-anpassung als hoch (27%) bzw. sehr hoch (29%) (siehe Abbildung 11). Im Gegensatz dazu gaben nur
10% an, eine sehr geringe bzw. gar keine Verantwortung bei sich selbst zu verorten. Während für
den Großteil der Befragten die eigene Verantwortung also kein wesentliches Hindernis für
(weiteres) Klimahandeln darstellt, spielt die Verantwortung anderer Akteure möglicherweise eine
wichtige Rolle. So bewerteten 59% der Befragten eine sehr hohe Verantwortung bei Unternehmen
und der Wirtschaft, und sogar 70% der Befragten bewerteten die Verantwortung der
Bundesregierung als sehr hoch. Der Stadt Bonn wird von 43% eine sehr hohe Verantwortung
zugeschrieben, was deutlich höher ist als die eigene Verantwortung, jedoch auch deutlich geringer
als die der Bundesregierung.
Abbildung 11: Verortung von Verantwortung verschiedener Akteure in Deutschland für die Bekämpfung
des Klimawandels und seiner Auswirkungen (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen).Seite 21 von 88
14
Die wahrgenommene höhere Verantwortung anderer Akteure als die eigene Verantwortung stellte
sich für viele Befragte als ein zentrales Hindernis für die Umsetzung von Maßnahmen heraus. Das
bestätigte sich auch in den Fokusgruppen, in denen oft der Aspekt „Fairness“ im Klimahandeln
diskutiert wurde. Unter den Teilnehmer:innen gab es einen grundsätzlichen Konsens, dass andere
Akteure, inklusiver der Stadt, eine wichtige Vorreiter-Rolle besitzen, und mit guten Beispiel voran
gehen sollten. Das würde dann auch Haushalte motivieren, ihren Teil zum Klimaschutz und der
Klimaanpassung beizutragen und dadurch einen positiven Effekt bewirken. Klimahandeln wurde
dadurch also als Gemeinschaftsaufgabe angesehen, die jedoch von der Stadt und dem Bund
angeführt werden müsste.
3.6 Kenntnis, Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen
Um der angesprochenen Verantwortung für Klimahandeln gerecht zu werden, engagiert sich die
Stadt Bonn in der Umsetzung und dem Angebot verschiedene Klimaschutz- und
Klimaanpassungsmaßnahmen. Bei der Kenntnis und der Inanspruchnahme gibt es jedoch
Unterschiede. Während die knappe Mehrheit (51%) der Befragten den Klimaplan 2035 kennt, gaben
nur 16% der Teilnehmenden an, in den letzten zwei Jahren Bildungs-, Kultur-, oder Freizeitangebote
mit Klimabezug genutzt zu haben, und nur knapp jede:r Zehnte (9%) beteiligte sich an
Mitwirkungsangeboten zu Klimaschutz und -anpassung.
Insgesamt werden Klima-Maßnahmen
(Klimaschutz und -anpassung
zusammengefasst) der Stadt von den
Befragten als nicht ausreichend angesehen.
Im Schnitt gaben nur 19% der Befragten an,
dass aktuelle Maßnahmen genau richtig
seien, während 44% städtische Maßnahmen
als „zu wenig“ bewerten (siehe Abbildung
12). Im Gegensatz dazu gaben 10% an, dass
die Stadt zu viel Klimaschutz und -anpassung
betreibt. Maßnahmen im Klimaschutz
wurden sogar von 13% als „zu viel“ bewertet,
während der Wert bei der Klimaanpassung
mit 7% niedriger ausfällt. Hier zeigt sich
erneut die Polarisierung des Themas
zwischen Befragten, die mehr Klimahandeln von der Stadt fordern, und denen, die sich weniger
Maßnahmen wünschen.
Zusätzlich hat ca. ein Viertel (27%) der Teilnehmenden keine Angabe zu dieser Frage gemacht.
Basierend auf Erkenntnissen aus den Fokusgruppen lässt sich dieser Wert auch auf die bereits
erwähnte geringe Kenntnis von Maßnahmen zurückzuführen, die eine Bewertung erschwert.
Ein spezieller Fokus der Bonner Klimabefragung lag auf der Analyse von drei ausgewählten
städtischen Förderprogrammen, die Bürger:innen bei der Umsetzung eigener Klima-Maßnahmen
unterstützen sollen. Die drei untersuchten Programme „Förderprogramm Begrünung“,
„Förderprogramm Solares Bonn“, sowie das Beratungsangebot der Bonner Energie Agentur (BEA)
wurden in enger Absprache mit verschiedenen Ämtern der Stadt und mit Hinblick auf die Abdeckung
Abbildung 12: Bewertung städtischer Klima-
Maßnahmen (Klimaschutz und -anpassung)
Abbildung 12: Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen
(Klimaschutz und -anpassung)Seite 22 von 88
15
von Klimaschutz und -anpassung ausgewählt. Ein kurzer Überblick über diese Förderprogramme
findet sich in Box 1.
Die Kenntnis und Nutzung der ausgewählten Programme sind ähnlich wie bei allgemeinen
Angeboten der Stadt relativ gering. Im Schnitt kannte knapp ein Viertel der Teilnehmenden die
jeweiligen Förderprogramme, mit der höchsten Kenntnis für das Programm Solares Bonn (28%) und
der geringsten Kenntnis beim Programm Begrünung (19%) (siehe Abbildung 13).
Abbildung 13: Kenntnis (äußerer Kreis), relative Nutzung durch Personen, die das Programm kennen (innerer Kreis),
und gesamte Anzahl an Nutzern der Förderprogramme Begrünung (a), Solares Bonn (b), und des Beratungsangebots
der Bonner Energie Agentur (BEA). Die Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen, im Fall von Begrünung und
Energieberatung sind die Antworten beschränkt auf Hauseigentümer*innen.
Die Inanspruchnahme der Programme variierte jedoch sehr stark. Mit insgesamt 12 Nutzer:innen
aus allen Befragten (entspricht ca. 1%) wird das Förderprogramm Begrünung nur sehr selten in
Anspruch genommen. Zudem ist der relative Anteil der Nutzer:innen an den Befragten, die
Box 1: Ausgewählte Förderprogramme der Stadt Bonn für Klimaschutz und -anpassung
Förderprogramm Begrünung
Das Programm fördert Gebäudebegrünungen sowie die Entsiegelung und Begrünung von
Flächen. Bonner:innen werden sowohl beratend als auch finanziell unterstützt.
Förderprogramm Solares Bonn
Das Programm fördert Photovoltaikanlagen finanziell mit bis zu 300 Euro pro installiertem
Kilowatt Peak und für Solarthermie-Anlagen mit bis zu 150 Euro pro installiertem Quadratmeter
Absorberfläche. Neben größeren Anlagen werden auch kleine, sogenannte Balkonkraftwerke
gefördert und richtet sich dadurch an Eigentümer:innen und Mieter:innen zugleich.
Beratungsangebot der Bonner Energie Agentur (BEA)
Die Bonner Energie Agentur bietet Eigentümer:innen Beratung zu den Themen erneuerbare
Energien (z.B. Strom & Heizung) sowie energieeffizientes Bauen und Sanieren an.Seite 23 von 88
16
angegeben haben, das Programm Begrünung zu kennen, mit 7% ebenfalls gering. Das Programm
Solares Bonn wird mit insgesamt 158 Nutzer:innen (7%) absolut am häufigsten in Anspruch
genommen. Auch der relative Anteil der Nutzer:innen an den Befragten, die das Programm kennen,
ist mit 25% deutlich höher. Der höchste relative Nutzungsanteil wurde jedoch beim
Beratungsangebot der BEA beobachtet. Absolut gaben 11% der Befragten an, das Angebot bereits
genutzt zu haben. Nur bezogen auf die Befragten, die das Angebot kennen, liegt die relative Nutzung
sogar bei 46%, das heißt, dass fast die Hälfte der Befragten, die das Angebot kennen, dieses auch
bereits in Anspruch genommen haben.
Die Kenntnis und Nutzung der Förderprogramme hängen stark von verschiedenen Haushalts-
Charakteristika ab. Beispielsweise haben die Bildung, die Wohnfläche des Haushalts, und die Dauer,
die die Befragten bereits in Bonn leben, sowie der eigene Migrationshintergrund einen wichtigen
Einfluss auf die Kenntnis der Förderprogramme. So kennen beispielsweise deutlich mehr Befragte
mit hoher Bildung und großer Wohnfläche die jeweiligen Programme als Bonner:innen mit geringer
Bildung und kleiner Wohnfläche3. Im Gegensatz dazu besteht ein negativer Zusammenhang
zwischen der Kenntnis und Migrationshintergrund. So kennen deutlich weniger Befragte mit
eigenem Migrationshintergrund die Programme (für erweiterte Ergebnisse, siehe Anhang II).
Die Gründe für die teilweise geringe Nutzung der Programme variiert ebenfalls stark für die drei
Programme. Obwohl in offenen Kommentaren zu Hindernissen bei der Inanspruchnahme oft gleiche
Gründe genannt wurden, unterscheidet sich die Relevanz dieser Faktoren je nach Programm (siehe
Abbildung 14).
Abbildung 14: Angegebene Hauptgründe für die Nichtnutzung der ausgewählten Förderprogramme (gruppiert anhand
der
offenen Kommentare, Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
3 Statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Kenntnis der Förderprogramme und Haushalts Charakteristika:
Bildung: positiver Zusammenhang - Jedes zusätzliche Bildungsjahr erhöht im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit,
dass Teilnehmende die folgenden Programme kennen: „Begrünung“ um 5 Prozentpunkte, „Solares Bonn“ und
„Beratungsangebot der BEA“ um 3 Prozentpunkte
Wohnfläche: positiver Zusammenhang - Pro 100qm zusätzliche Wohnfläche steigt im Durchschnitt die
Wahrscheinlichkeit, dass Teilnehmende die folgenden Programme kennen: „Begrünung“ um 9 Prozentpunkte,
„Solares Bonn“ um 8 Prozentpunkte, „Beratungsangebot der BEA“ um 12 ProzentpunkteSeite 24 von 88
17
Als wesentliche Hindernisse für die Nutzung des Förderprogramms Begrünung wurden
hauptsächlich technische und bauliche Einschränkungen (21%), geringes Interesse und wenig Bedarf
(20%), und eine alternative Umsetzung einer Begrünung ohne Inanspruchnahme des Programms
(19%) genannt. In einer Fokusgruppe wurde beispielweise erwähnt, dass bei einem Teilnehmenden
eine konkrete Anfrage zur Begrünung an einen Fachbetrieb aus technischen Gründen vom Betrieb
abgelehnt wurde. Bei den Befragten, die das Beratungsangebot der BEA nicht in Anspruch
genommen haben, überwiegten alternative Beratungsangebote anderer Anbieter bzw. eine
alternative Umsetzung von Maßnahmen ohne Beratung (31%), geringes Interesse und wenig Bedarf
(28%), sowie zeitliche Gründe (17%).
Beim Programm Solares Bonn wurden vor allem Mietverhältnisse (36%), aber auch technische und
bauliche Einschränkungen (18%), und finanzielle Gründe (15%) als Hindernisse angegeben.
Beispielweise wurde in einer der Fokusgruppen diskutiert, dass die Fördersumme so gering ist, dass
die Förderung bei der eigentlichen Entscheidung, eine Photovoltaikanlage zu beschaffen, so gut wie
keine Rolle spielt. Das zeigt sich teilweise auch in der abgefragten Wichtigkeit der Programme für
die eigentliche Umsetzung. So gaben 11% der Befragten an, dass das Förderprogramm Solares
„völlig unwichtig“ für Ihre Beschaffung einer Photovoltaikanlage gewesen sei (siehe Abbildung 15).
Weitere 14% bzw. 12% bewerteten die Wichtigkeit des Programms für ihre Entscheidung mit „1“
bzw. „2“ auf einer Skala von 0 (völlig unwichtig) bis 5 (sehr wichtig). Im Allgemeinen zeigen die
Antworten jedoch, dass die Programme für die Mehrheit der Befragten als wichtig bewertet
werden. Vor allem das Förderprogramm Begrünung scheint eine erhebliche Rolle für die Umsetzung
zu spielen, da 25% das Programm als „sehr wichtig“ und weitere 41% als wichtig (Bewertung „4“
von 5) angegeben haben4.
Abbildung 15: Bewertung der Wichtigkeit der Förderprogramme, um die jeweiligen Maßnahmen umzusetzen.
4 Zu beachten ist, dass die Angaben für das Förderprogramm Begrünung nur auf Antworten von 12 Befragten beruhen
und daher mit Vorsicht interpretiert werden sollten.Seite 25 von 88
18
3.7 Ergebnisse des Jugendfragebogens
Wie bereits zuvor beschrieben, wurde eine leicht abgeänderte und gekürzte Version der Befragung
gezielt an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren versendet. Insgesamt haben 80 Jugendliche an
der Befragung teilgenommen. Diese Antworten sind zwar in den geschilderten Ergebnissen der
vorherigen Kapitel integriert sofern die Fragen vom Wortlaut her vergleichbar waren. Durch die
insgesamt geringe Zahl von 80 Teilnehmenden, was je nach Frage nur etwa einen Anteil von ca. 3%
an allen Antworten (inkl. der Erwachsenen) entspricht, und damit wenig Gewicht in den
Gesamtergebnissen findet, sollen einzelne Ergebnisse - vor allem zur Risikowahrnehmung und
klima- bzw. umweltschonendem Verhalten - hier jedoch nochmal separat bzw. im Vergleich zu den
Erwachsenen beschrieben werden.
Abbildung 16: Risikobewertung ausgewählter Gefahren von Jugendlichen im Vergleich zu ErwachsenenSeite 26 von 88
19
Insgesamt zeigt sich, dass die Risikowahrnehmung bei Jugendlichen oft geringer ist, als die der
Erwachsenen (siehe Abbildung 16). Beispielsweise bewerten 21% bzw. 9% der Jugendlichen den
Klimawandel bzw. Extremwetterereignisse als problematisch (Bewertung 4 von 5) bzw. sehr
problematisch (Bewertung von 5 von 5), während der entsprechende Anteil bei den Erwachsenen
bei 25% bzw. 18% liegt. Auch anderen Gefahren, wie Kriminalität oder Wirtschaftliche Probleme
bzw. Armut, bewerten Jugendliche weniger problematisch, wobei der Unterschied bei der
Wahrnehmung von Klimawandelrisiken größer ausfällt.
Abbildung 17: Verhalten zu Klimaschutz und -anpassung bei Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen (Hinweis:
einige Fragen wurden für die Jugendlichen leicht angepasst, in diesem Fall sind in der Abbildung beide Fragen
enthalten)
Ein ähnliches Muster zeigt sich auch beim klima- und umweltschonenden Verhalten (siehe
Abbildung 17). Während sich beispielsweise 51 % der befragten Erwachsenen am Arbeitsplatz für
umweltfreundliche Veränderungen einsetzen, setzen sich vergleichsweise nur 28 % der
Jugendlichen in Schule, Ausbildungsstätte oder am Arbeitsplatz dafür ein. Auch das ÜberzeugenSeite 27 von 88
20
anderer Personen vom Klimaschutz in Gesprächen wurde absolut von 17% mehr Erwachsenen als
Jugendlichen angegeben und der Boykott von umwelt- und klimaschädlichen Firmen von 11% mehr
Erwachsenen. Nur bei der Teilnahme an Klima-Demonstrationen und beim Engagement in Gruppen
für Klimahandeln ist das Engagement zwischen Erwachsenen und Jugendlichen so gut wie gleich.
Weitere Ergebnisse für Jugendliche können in Abbildung 45, 46 und 47 im Anhang I gefunden
werden.
3.8 Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen
Wie im Abschnitt 2.2 beschrieben, haben ca. 42% der Teilnehmenden innerhalb der Befragung Ihr
Interesse an der Teilnahme an Fokusgruppendiskussionen bekundet und Ihre Kontaktinformationen
angegeben. Nach einer ersten Analyse der Befragungsdaten wurde jeweils ein Kernthema für drei
Fokusgruppen definiert. Basierend auf dem Kernthemen wurden dann gezielt Teilnehmende für die
Diskussionen ausgewählt (siehe Tabelle 2). Die Vorauswahl diente dazu, Fragen nach städtischen
Angeboten gezielter zu stellen und beispielsweise Beweggründe oder Hindernissen für die
Inanspruchnahme zu diskutieren.
Tabelle 2: Übersicht der Kriterien zur Wahl der Teilnehmenden und Leitfragen der Fokusgruppen
Nr. Leitfragen Teilnehmende, Kriterien
1 • Was hat Sie konkret dazu bewogen,
bestehende städtische Angebote in
Anspruch zu nehmen?
• Welche Hindernisse gibt es Ihrer
Meinung nach für Haushalte, trotz
hoher Bereitschaft mehr Klimaschutz
und -anpassung zu betreiben?
• Anzahl Teilnehmende: 11
• Zielgruppe: Befragte, die bereits
Beteiligungsangebote (in Bonn oder
allgemein) wahrgenommen haben, oder
eines der Förderprogramme der Stadt in
Anspruch genommen haben.
2 • Welche Hürden eine Inanspruchnahme
der bestehenden städtischen Angebote?
• Welche Angebote fehlen Ihnen in der
Stadt Bonn?
• Woran liegt nach Ihrer Meinung diese
Lücke zwischen Bewusstsein und
Verhalten bzw. Handeln?
• Anzahl Teilnehmende: 15
• Zielgruppe: Befragte, die keine
Beteiligungsangebote in Bonn oder
allgemein wahrgenommen haben, oder
eines der Förderprogramme der Stadt in
Anspruch genommen haben, jedoch
eine hohe Risikowahrnehmung oder
bereits Maßnahmen umgesetzt haben.
3 • Wie könnte die Inanspruchnahme der
bestehenden städtischen Angebote
erhöht werden und welche Angebote
fehlen Ihnen?
• Woran liegt nach Ihrer Meinung die
Lücke zwischen Bewusstsein und
Verhalten bzw. Handeln?
• Anzahl Teilnehmende: 10
• Zielgruppe: Befragte, die keine
Beteiligungsangebote (in Bonn oder
allgemein) wahrgenommen haben,
keines der Förderprogramme der Stadt
in Anspruch genommen haben, keine
eigenen Maßnahmen umgesetzt haben
und gleichzeitig eine geringe
Risikowahrnehmung habenSeite 28 von 88
21
Die Diskussionen wurden zwar anhand der in Tabelle 2 aufgeführten Leitfragen eröffnet, doch im
weiteren Verlauf bestimmten die Teilnehmenden selbst, welche Schwerpunkte sie innerhalb dieses
Themenrahmens setzen wollten.
Abbildung 18: Aufnahme aus einer der Fokusgruppendiskussionen
Insgesamt drehten sich die Diskussionen - trotz teilweise unterschiedlicher Leitfragen – im
Wesentlichen um drei Kernthemen: Mobilität, Kommunikationskanälen, sowie Vorbildfunktion und
Bürgernähe der Stadtverwaltung. Diese sollen im Folgenden kurz geschildert werden und sind in
Tabelle 3 zusammengefasst.
Mobilität (Kernthema 1) wurde gruppenübergreifend stark diskutiert, obwohl es in den Leitfragen
und der Befragung nur begrenzt aufgegriffen wurde. Auffällig ist, dass Mobilität als konkretes
Handlungsfeld wahrgenommen wurde, während breitere Nachhaltigkeitsthemen deutlich weniger
Beachtung fanden. Dies zeigen Aussagen wie: „Mehr Personal im ÖPNV“ [FGD3],
„Quartiersparkgaragen einrichten, wo es sinnvoll ist [mit Verweis auf die (z.B. Altstadt]“ [FGD3],
„Carsharing Angebot“ [FGD2] oder „Leihoption für Lastenräder“ [FGD2]. Gleichzeitig wurde
Mobilität auch als strukturell herausforderndes und teilweise polarisierendes Thema verstanden,
wie die Kritik „es fehlt der ‚rote Faden‘, es braucht ein Gesamtkonzept bei der Verkehrsplanung“
[FG2] zeigt. Einerseits wurde vor allem die Verbesserung der Mobilität, insbesondere von Radwegen
und ÖPNV, als Kernaufgabe der Stadt gesehen, die nur durch ambitioniertere Maßnahmen erfolgen
kann. Dabei waren sich die Teilnehmenden auch der Tatsache bewusst, dass dafür Abstriche,
beispielsweise beim Parkraum, erfolgen müssten. Andererseits wurde das Thema Mobilität oft
herangezogen, wenn es um Beispiele für mangelnde Kommunikation über anstehende
Baumaßnahmen oder behördliche Zusammenarbeit ging, beispielsweise zwischen
Grünraummanagement und Verkehrsplanung. Insgesamt waren die meisten Teilnehmenden mitSeite 29 von 88
22
einem klimabewussteren Mobilitätskonzept durchaus einverstanden, kritisierten aber Umsetzung
auf sehr lokaler Ebene und die Informationsvermittlung. Beispielsweise scheiterte laut einiger
Teilnehmer:innen die verstärkte Nutzung von Radwegen daran, dass man sich dort (noch) nicht
sicher genug fühlt.
Kommunikation (Kernthema 2) wurde in allen Gruppen kritisch diskutiert, allerdings aus
verschiedenen Blickwinkeln. Die Teilnehmende forderten einerseits eine zielgerichtete und
persönlichere Ansprache durch die Stadt, etwa: „Vorbild bei Informationen zu Baustellen der DB,
einen ‚persönlichen Touch‘ reinbringen in die Informationsvermittlung“ [FGD3]. Ebenso wurde der
Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich Dauer, Nutzen und Fortschritt städtischer Maßnahmen
geäußert: „es bestehen Kosten bei Maßnahmen, der Nutzen muss aber klar kommuniziert werden“
[FGD1] oder „es entsteht Frustration, weil Prozesse dauern“ [FGD1]. Andererseits setzten sich
Teilnehmende kritisch mit der Sichtbarkeit der Stadtverwaltung, der Anzahl und Auffindbarkeit der
Informationen sowie die Funktionalität bestehender Kommunikationskanäle auseinander. Genannt
wurde etwa: „feste städtische Stellen der Stadt [an denen ich Informationen bekomme], auch feste
Termine, zum Beispiel am Markt(platz)“ [FGD1], „‚bonn-macht-mit.de‘ kennt keine:r“ [FGD3], „mehr
KI zur Unterstützung bei Suche auf bonn.de“ [FGD3] und „wie schnell erkenne ich Angebote für mich
von der Stadt?“ [FGD2]. Kern der Diskussion war in diesem Fall weniger die Information an sich,
sondern die Vielfalt an Medien und Kanälen in Bonn, aber auch zu Klimathemen allgemein.
Gewünscht wurde in diesem Zusammenhalt die Schaffung eines (virtuellen) Ortes, an dem alle
Informationen auffindbar sind, ohne dass man mehrere Websites oder Kanäle aufsuchen muss.
Vorbildfunktion und Bürgernähe der Stadtverwaltung (Kernthema 3) bildeten einen weiteren
zentralen Diskussionspunkt. Teilnehmende betonten die Bedeutung kultureller und emotionaler
Identifikation mit der Stadt: „Faktoren finden, mit denen sich Bonner identifizieren [Beethoven, Bild
schaffen, UN/Umwelt/Klima, ‚lass uns Vorbild sein‘]“ [FGD3], und formulierten Erwartungen an die
Stadt, diese Bindung zu fördern: „Grundbegeisterung soll auch da sein, man sollte sich ‚verpflichtet
fühlen‘“ [FGD3]. Ein positive Politikansatz wurde gegenüber repressiven Maßnahmen bevorzugt:
„mehr über Anreize arbeiten, zum Beispiel über ÖPNV, nicht nur Verbot)“ [FGD2], wobei Kontrolle
dennoch als notwendig erachtet wurde: „Bußgelder erhöhen, bewusst einsetzen und
kommunizieren“ [FGD2]. Abschließend wurde eine engere Zusammenarbeit mit lokalen
Nachbarschaften und Netzwerken empfohlen. Diese seien oft wirksamere Vermittlungsinstanzen
als Behörden: „existierende Netzwerke benutzen, zum Beispiel nebenan.de“ [FGD3]; „Informationen
über Nachbarschaft sind einfacher als über Behörden“ [FGD3].
Tabelle 3: Übersicht der Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen
Nr. Kernthemen Erläuterung
1
Mobilitätsthemen
prägen den Klima- und
Nachhaltigkeitsdiskurs
• Nachhaltigkeit wird von Bürger:innen häufig auf das Thema
Mobilität reduziert.
• Mobilität gilt als übergreifendes, aber auch sensibles Thema
für Bürger:innen.
2
Von Seiten der
Stadtverwaltung wird
mehr und bessere
Kommunikation
gewünscht.
• Ansprache der Stadtverwaltung sollte zielgerichteter und
persönlicher erfolgen.
• Es besteht Bedarf für mehr Transparenz bezüglich der
erwarteten Dauer, der Vorteile und des Fortschritts von
Maßnahmen.Seite 30 von 88
23
• Die Sichtbarkeit der Stadtverwaltung sowie die Funktionalität
der Kommunikationskanäle zeigen Verbesserungsbedarf.
3
Die Stadtverwaltung
sollte als Vorbild
agieren und den
Bürger:innen näher
sein.
• Die Stadtverwaltung sollte stärker an die persönlichen Ziele,
Motivationen und Sorgen der Bürger:innen anknüpfen.
• Anreize zur Förderung nachhaltigen Verhaltens – ergänzend zu
bestehenden Verboten – wurden von Teilnehmenden als
positiver Politikansatz bewertet.
• Eine engere Zusammenarbeit mit Nachbarschaften wird
gewünscht.
4. Fazit und Handlungsempfehlungen
• Insgesamt ist Umwelt- und Klimabewusstsein unter den Befragten hoch (auch im Vergleich
zur UBA-Studie). Während der Anteil der Personen, die bereits vom Klimawandel bzw. von
Naturgefahren direkt betroffen waren, eher gering ist, ist der Anteil der indirekt Betroffenen
groß. Zudem wird das Risiko als steigend wahrgenommen. Klimawandel wird auch im
Vergleich zu anderen Risiken als dringendes Problem in Bonn empfunden.
• Die Teilnehmer:Innen sehen eine geringere Verantwortung für die Bekämpfung des
Klimawandels und seiner Auswirkungen bei der Stadt Bonn als bei Akteuren auf Landes- und
Bundesebene und der Wirtschaft. Sie sehen die Stadt aber in einer größeren Verantwortung
als sich selbst, was die Möglichkeit bieten kann, eine Vorbildrolle einzunehmen, und so mehr
Handeln auf Haushaltsebene auszulösen.
• Der Stadt Bonn wird eine Vorbildrolle in Klimaschutz und -anpassung zugeschrieben.
Maßnahmen sollen aber klar kommuniziert werden, inklusive ihrer möglichen negativen
Folgen für einige Gruppen, um die Zustimmung breiter Teile der Bevölkerung zu
gewährleisten. Während in den Fokusgruppen der Wunsch, vor allem über Anreize zu
arbeiten, ausgedrückt wurde, wurde auch reflektiert, dass teilweise auch Verbote nötig sein
können, um den nötigen Wandel innerhalb kurzer Zeit herbeizuführen.
• Seitens der Stadt sollte besonders auf bestehende Hindernisse eingegangen werden, die
interessierten Bonner:Innen bisher die Inanspruchnahme von Förderprogrammen
verwehren. Dazu gehört beispielsweise die Prüfung von Programmen für Mieter:Innen, bei
denen großes Interesse besteht, die aber bisher in vielen Programmen keine Anträge stellen
können oder über diese Möglichkeit nicht Bescheid wissen.
• Es gibt eine große Zahl an bereits umgesetzten persönlichen Maßnahmen in Klimaschutz und
-anpassung. Das eröffnet die Möglichkeit, an spezifische städtische Maßnahmen zu deren
Unterstützung zu denken, wie beispielsweise den Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad,
aber auch die Unterstützung von Maßnahmen in der eigenen Wohnung oder auf dem
eigenen Grundstück. Darüber könnten mehr Synergien mit der bereits bestehenden
Initiative auf individueller oder Haushaltsebene geschaffen werdenSeite 31 von 88
24
• Die Inanspruchnahme städtischer Maßnahmen steht im Zusammenhang mit der Größe der
Wohnfläche, der Größe des Haushaltes und der Umsetzung eigener Maßnahmen in
Klimaschutz und -anpassung. Zusätzlich scheint höhere Bildung ein Faktor für mehr
Umsetzung zu sein. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus der Bedarf, gezielt Information und
Maßnahmen für bisher weniger angesprochene Bevölkerungsgruppen zu entwickeln.
• Der Großteil der Teilnehmenden ist selbstkritisch und bewertet das eigene Engagement in
Klimaschutz und Klimaanpassung als ausbaufähig. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, mehr zu
tun, groß. Hier kann die Stadt Bonn ansetzen, indem sie Teilnahmeformate schafft und
gezielt auf Informationen und Unterstützung für besonders effektive strukturelle
Maßnahmen setzt.
• Anhand der Befragungsergebnisse lässt sich nicht feststellen, ob eigene Klimaschutz- und -
anpassungsmaßnahmen städtische Maßnahmen ergänzen oder mit ihnen konkurrieren.
Austauschformate könnten hier helfen, besser zu erfassen, was bereits von Bonner
Bürger:Innen umgesetzt wird und wo Synergien mit städtischen Formaten geschaffen
werden könnten. Dafür könnten bestehende Formate wie die Klimaviertel dienen.Seite 32 von 88
25
5. Anhang I: Weitere Statistiken
In diesem Anhang sind weitere Ergebnisse der Klimabefragung zusammengefasst. Enthalten sind
Ergebnisse zu Wohnsituation und sozio-demographischen Charakteristika (5.1), Risiko-
wahrnehmung (5.2), Engagement in Klimaschutz und -anpassung (5.3), eigene Maßnahmen für
Klimaschutz und -anpassung (5.4), städtische Angebote und Unterstützung (5.5) und weitere
Ergebnisse des Jugendfragebogens (5.6) dar. Ähnlich wie in den vorherigen Kapiteln wird hier auch
jeweils erwähnt, wenn sich Abbildungen nur aus dem Erwachsenen- oder Jugendfragebogen
speisen.
5.1 Wohnsituation und sozio-ökonomische Charakteristika
Abbildung 19: Anzahl an Jahre, die Teilnehmende bereits in Bonn leben
Abbildung 20: Anzahl an Jahren, die Teilnehmende bereits in ihrer aktuellen Wohnung/Ihrem Haus leben
32%
21% 17%
11% 8% 6% 3% 2%
0%
10%
20%
30%
40%
0-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71+
Jahre
3.1: Seit wie vielen Jahren leben Sie in Bonn?
(N = 2341)
55%
24%
13%
5% 1% 1%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
0-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51+
Jahre
3.2: Seit wie vielen Jahren leben Sie in Ihrer aktuellen
Wohnung/Ihrem Haus (N = 2337)Seite 33 von 88
26
Abbildung 21: Personenanzahl im Haushalt der Teilnehmenden.
Abbildung 22: Etage(n) in der/denen Teilnehmende wohnen. (Mehrfachantworten bei den Etagen
möglich, wenn Wohnung bzw. Haus sich über mehrere Etagen erstrecken)
25%
41%
14% 14%
4% 1% 1%
0%
10%
20%
30%
40%
50%
1 2 3 4 5 6 7+
Personenanzahl
5: Wie viele Personen leben zurzeit ständig in Ihrem
Haushalt? (N = 2311)Seite 34 von 88
27
Abbildung 23: Wohnungsflächenverteilung der Wohnung/des Hauses von Teilnehmenden.
Begrenzt auf Haushalte, die eine Wohnfläche von weniger als 500 m2 haben)
Abbildung 24: Zusätzliche Merkmale der Wohnungen/Häuser der Teilnehmenden. (Mehrfachantworten möglich)Seite 35 von 88
28
Abbildung 25: Wohnsituation der Teilnehmenden.
Abbildung 26: Erwerbstätigkeitstatus der Teilnehmenden (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
56%
42%
1% 1%
9: Wohnen Sie zur Miete oder gehört Ihnen das Haus/
die Wohnung, in dem/der Sie leben? (N = 2263)
Mieter*in Eigentümer*in Andere (z.B. Sozialwohnung) Weiß nicht
48%
21%
16%
9%
2% 2% 2%
38: Sind Sie zur Zeit erwerbstätig? (N = 2261)
Vollzeit Erwerbstätig Rentner:in
Teilzeit Erwerbstätig Student/Ausbilding
Anderes Nicht erwerbstätig/arbeitslos
Mutterschutz/Elternzeit Weiß nichtSeite 36 von 88
29
Abbildung 27: Thematischer Bezug der Erwerbstätigkeit der Teilnehmenden zu Klimaschutz
und/oder -anpassung (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
Abbildung 28: Netto-Haushaltseinkommen der Teilnehmenden (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
24%
25%
51%
1%
39: Haben oder hatten Sie in Ihrer Ausbildung oder Ihrer
jetzigen oder früheren Erwerbstätigkeit mit den Themen
Klimaschutz und/oder Klimaanpassung zu tun? (N = 2256)
Ja Teilweise Nein, überhaupt nicht Weiß nicht
5%
10%
15% 16% 14% 13%
21%
7%
0%
10%
20%
30%
Weniger
als 1.000
€
1.000 bis
1.999 €
2.000 bis
2.999 €
3.000 bis
3.999 €
4.000 bis
4.999 €
5.000 bis
5.999 €
6.000 €
und
mehr
Weiß
nicht
40: Was ist Ihr monatliches Netto-Haushaltseinkommen?
(N = 2253)Seite 37 von 88
30
5.2 Risikowahrnehmung
Abbildung 29: Schätzung von klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn bis 2035
Abbildung 30: Anzahl der Haushalte, die bereits durch
Extremwetterereignisse/Naturgefahren in Bonn betroffen waren
79%
15%
3% 3%
11: Wie schätzen Sie die Veränderung von
klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn
bis 2035 im Vergleich zur aktuellen Situation ein?
(N = 2344)
Nehmen zu Bleiben gleich/unverändert Weiß nicht Nehmen abSeite 38 von 88
31
Abbildung 29: Anzahl der Haushalte, die bereits durch
Extremwetterereignisse/Naturgefahren in Bonn betroffen waren
Abbildung 31: Anzahl der Haushalte, die bereits durch
Extremwetterereignisse/Naturgefahren außerhalb Bonns betroffen warenSeite 39 von 88
32
5.3 Engagement für Klimaschutz und -anpassung
Abbildung 32: Schätzung des persönlichen Engagements und Möglichkeiten für Klimaschutz und -anpassung
(Ergebnisse zu Möglichkeiten enthalten nur Antworten von Erwachsenen)
Abbildung 33: Schätzung des bisherigen Engagements, Verantwortung und Möglichkeiten
zwischen Klimaschutz und -anpassung (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)Seite 40 von 88
33
Abbildung 34: Bereitschaft für zusätzliche Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen
Abbildung 35: Schätzung des Engagements der Stadt Bonn in Klimaschutz und -anpassungSeite 41 von 88
34
5.4 Eigene Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung
Abbildung 36: Stromversorgung der Haushalte nach Stromart
(Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
Abbildung 37: Energetischer Sanierungsstatus der Wohnungen/Häuser der Teilnehmenden
(Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
43%
29%
12% 1%
15%
23: Welchen Strom nutzen Sie zuhause? (N = 2245)
Ökostrom Strom Mix Konventioneller Strom Anderer Weiß nicht
38%
29%
13%
20%
Q24: Wurde Ihre Wohnung/Ihr Haus in den letzten 20
Jahre energetisch saniert? (N = 2265)
Ja Nein Nicht zutreffend Weiß nichtSeite 42 von 88
35
Abbildung 38: Durchgeführte Sanierungsmaßnahmen in zutreffenden Wohnungen/Häuser von Teilnehmenden.
(Mehrfachantworten waren möglich, Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)
Abbildung 39: Nutzung von Verkehrsmitteln im AlltagSeite 43 von 88
36
Abbildung 40: Bereits umgesetzte Klimaanpassungsmaßnahmen (Ergebnisse zu ökonomischer sowie
struktureller & technologischer Klimaanpassung enthalten nur Antworten von Erwachsenen)
5.5 Städtische Angebote und Unterstützung
Abbildung 41: Bewertung der Relevanz von Förderprogrammen/Beratung für die Umsetzung der Maßnahme
(Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)Seite 44 von 88
37
Abbildung 42: Kenntnis, Nutzung von oder Teilnahme an weiteren städtischen Maßnahmen oder Angeboten
Abbildung 43: Nutzung von öffentlichen Grünflächen in Bonn
Abbildung 44: Einbindung und Partizipationsmöglichkeiten in der Wohngegend/dem Viertel der TeilnehmendenSeite 45 von 88
38
5.6 Weitere Ergebnisse des Jugendfragebogens
Abbildung 45: Zustimmung zu Aussagen zu Klima und Umwelt. (Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen)
Abbildung 46: Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen. (Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen)
52%
22%
10%
18%
30: Einschätzung städtischer
Klimamaßnahmen (N = 77)
zu wenig genau richtig zu viel keine AngabeSeite 46 von 88
39
Abbildung 47: Klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen.
(Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen)Seite 47 von 88
40
6. Anhang II: Ökonometrische Analysen zu Förderprogrammen
Tabelle 4: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des
Förderprogramms Begrünung.
Variable (1) (2) (3) (4) (5)
Alter -1.90
(1.59)
-1.90
(1.59)
-0.46
(1.40)
-2.71
(1.70)
-2.76
(1.68)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein]
1.09
(4.21)
1.09
(4.21)
4.57
(3.67)
-27.25*
(16.28)
-26.99*
(16.16)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein] *
Alter
4.95*
(2.72)
4.90*
(2.69)
Akademiker:in [Ja, Nein] 16.41**
(6.96)
15.63**
(6.43)
Bildung in Jahre 4.69**
(1.99)
4.64**
(1.98)
Einkommen > 6000 EUR
[Ja, Nein]
-2.46
(5.32)
Einkommen 0.19
(0.22)
Einkommen *
Haushaltsgröße
-0.01
(0.07)
Weiblich [Ja, Nein] -1.69
(3.41)
-1.69
(3.41)
0.24
(3.02)
-1.74
(3.40)
-1.50
(3.36)
Haushaltsgröße -1.36
(1.78)
-1.36
(1.78)
1.92
(4.08)
-1.25
(1.77)
-1.24
(1.74)
Jahre in Bonn (pro 10
Jahre)
2.13**
(1.03)
2.13**
(1.03)
1.75**
(0.88)
2.03**
(1.03)
2.11**
(1.01)
Kinder im Haushalt [Ja,
Nein]
3.51
(4.68)
3.51
(4.68)
3.93
(4.47)
3.23
(4.66)
3.10
(4.60)
Migrationshintergrund
[Ja, Nein]
-1.72
(6.26)
-1.72
(6.26)
4.21
(5.32)
-2.09
(6.34)
-2.16
(6.32)
HH Größe in m2 (pro 100
m2)
9.31***
(3.56)
9.31***
(3.56)
9.03**
(3.56)
9.23***
(3.50)
N 590 590 709 590 598
Freiheitsgrade des
Modells 9 9 10 10 10
Freiheitsgrade der
Residuen 580 580 698 579 587
Log-Likelihood -285.87 -285.87 -346.95 -284.65 -287.37
Pseudo R2 0.032 0.032 0.019 0.036 0.037
AIC 591.73 591.73 715.90 591.30 596.73
(p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 48 von 88
41
Tabelle 5: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des
Förderprogramms Solares Bonn
Variable (1) (2) (3) (4) (5)
Alter -0.65
(1.01)
-0.57
(1.02)
0.09
(0.87)
-0.77
(1.06)
-0.66
(1.05)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein]
3.39
(3.44)
3.14
(3.45)
6.53**
(2.97)
-1.82
(12.26)
-0.95
(12.25)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein] *
Alter
1.00
(2.22)
0.79
(2.22)
Akademiker:in [Ja, Nein] 7.60**
(3.69)
7.53**
(3.70)
Bildung in Jahre 2.68**
(1.10)
2.66**
(1.12)
Eigentum [Ja, Nein] 12.30***
(2.95)
11.67***
(2.97)
12.37***
(2.98)
11.72***
(2.97)
Einkommen > 6000 EUR
[Ja, Nein]
-3.70
(3.76)
Einkommen 0.34***
(0.12)
Einkommen *
Haushaltsgröße
0.03
(0.04)
Weiblich [Ja, Nein] -0.09
(2.36)
-0.36
(2.36)
-1.44
(2.16)
-0.13
(2.37)
-0.40
(2.36)
Haushaltsgröße 1.20
(1.28)
1.04
(1.25)
0.46
(1.58)
1.21
(1.25)
1.05
(1.25)
Jahre in Bonn (pro 10
Jahre)
0.53
(0.83)
0.72
(0.83)
2.35***
(0.70)
0.50
(0.85)
0.71
(0.83)
Kinder im Haushalt
[Ja, Nein]
-0.73
(3.45)
-0.37
(3.48)
-0.69
(3.39)
-0.74
(3.48)
-0.37
(3.48)
Migrationshintergrund
[Ja, Nein]
-5.85
(3.95)
-4.67
(3.91)
-6.72*
(3.58)
-5.85
(3.95)
-4.68
(3.92)
Haushaltsgröße in m2
(pro 100 m2)
8.02***
(2.99)
8.67***
(3.04)
8.01***
(3.04)
8.66***
(3.04)
N 1440 1458 1734 1440 1458
Freiheitsgrade des
Modells 10 10 10 11 11
Freiheitsgrade der
Residuen 1429 1447 1723 1428 1446
Log-Likelihood -823.21 -835.82 -990.14 -823.11 -835.76
Pseudo R2 0.049 0.048 0.044 0.049 0.048
AIC 1668.42 1693.64 2002.29 1670.22 1695.52
(p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 49 von 88
42
Tabelle 6: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des
Beratungsangebots der Bonner Energieagentur.
Variable (1) (2) (3) (4) (5)
Alter 1.24
(1.77)
1.53
(1.69)
3.36**
(1.49)
0.27
(1.79)
0.58
(1.80)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein]
2.10
(4.87)
2.25
(4.75)
7.71*
(4.10)
-32.62*
(19.66)
-32.27*
(19.56)
Betroffenheit
Naturgefahr [Ja, Nein] *
Alter
6.09*
(3.33)
6.05*
(3.31)
Akademiker*in [Ja, Nein] 12.10*
(6.43)
11.74*
(6.42)
Bildung in Jahre 3.34*
(1.89)
3.27*
(1.91)
Einkommen > 6000 EUR
[Ja, Nein]
-10.91*
(5.76)
Einkommen 0.53**
(0.24)
Einkommen *
Haushaltsgröße
-0.02
(0.09)
Weiblich [Ja, Nein] 0.25
(3.75)
0.28
(3.71)
-0.87
(3.37)
0.25
(3.74)
0.30
(3.70)
Haushaltsgröße 2.41
(2.18)
2.57
(2.09)
3.07
(5.11)
2.51
(2.11)
2.66
(2.08)
Jahre in Bonn (pro 10
Jahre)
-1.13
(1.21)
-1.47
(1.20)
-1.84*
(1.03)
-1.27
(1.22)
-1.60
(1.21)
Kinder im Haushalt
[Ja, Nein]
-5.55
(5.99)
-5.96
(5.88)
1.40
(5.44)
-5.91
(5.95)
-6.28
(5.86)
Migrationshintergrund
[Ja, Nein]
-4.50
(7.12)
-4.11
(7.24)
-0.59
(6.04)
-4.90
(7.35)
-4.51
(7.30)
Haushaltsgröße in m2
(pro 100 m2)
6.77
(4.12)
6.31
(3.85)
6.50*
(3.90)
6.06
(3.84)
N 596 604 706 596 604
Freiheitsgrade des
Modells 9 9 10 10 10
Freiheitsgrade der
Residuen 586 594 695 585 593
Log-Likelihood -343.71 -346.56 -387.64 -342.30 -345.15
Pseudo R2 0.017 0.019 0.028 0.021 0.023
AIC 707.42 713.12 797.28 706.60 712.30
(p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 50 von 88
43
Die Tabellen 4, 5 und 6 zeigen die Ergebnisse logistischer Regressionen zur Kenntnis der
unterschiedlichen Förderprogramme der Stadt Bonn. Jede Spalte entspricht einem
unterschiedlichen logistischen Modell und ist entsprechend nummeriert. Die Ergebnisse werden als
‚Marginale Effekte‘ in Prozentpunkten dargestellt. Sie geben den durchschnittlichen
Zusammenhang zwischen der Kenntnis des Programms und einer weiteren Einheit der jeweiligen
Charakteristika an. Die statistische Signifikanz wird hier ab einem p-Wert von unter 0,1 interpretiert,
wie unter den Tabellen angegeben.Seite 51 von 88
44
7. Anhang III: FragebögenSeite 52 von 88
45
7.1 Erwachsenenfragebogen
Fragebogen für Erwachsene (Bonner Bürger:Innen, 18 Jahre oder älter)
*For non-German speakers, please select your desired survey language above.
Almanca bilmeyenler için, lütfen yukarıdan istediğiniz anket dilini seçiniz.
لغير المتحدثي باأللمانية، يرج اختيار لغة االستبيان المفضلة لديك من األعىل.
Herzlich Willkommen zur Klimabefragung der Bundesstadt Bonn und der Universität der Vereinten Nationen
in Bonn (UNU-EHS). Die Befragung erfasst Einstellungen, Erfahrungen und Wünsche der Bonner*innen rund
um das Thema Klimaschutz. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und
Überprüfung städtischer Klimaschutz-Maßnahmen.
Hinweis: Bei der Verwendung von iPhones oder iPads kann es in seltenen Fällen zu Fehlermeldungen beim
Versenden des Fragebogens kommen. Daher empfehlen wir die Beantwortung mit einem Computer.
Weitere Informationen können Sie in der Pressemitteilung der Stadt Bonn zur Befragung unter folgendem
Link finden: www.bonn.de/klimabefragung.
Die Befragung ist in 8 Seiten mit jeweils mehreren Unterfragen gegliedert. Die Beantwortung aller Fragen
dauert 30 - 40 Minuten.
Die Antworten werden vom System anonymisiert und sind dadurch nicht auf Sie persönlich zurückzuführen.
Ihre Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und Sie können die Befragung jederzeit abbrechen oder
einzelne Fragen überspringen.
Bei Rückfragen steht das Befragungsteam unter 0228 - 815 0293 oder klimabefragung@ehs.unu.edu zur
Verfügung.
⃝ Ja, ich bin mit der Teilnahme einverstanden
⃝ Nein, ich möchte nicht teilnehmenSeite 53 von 88
46
Abschnitt 1 von 7
1. Bitte geben Sie Ihr Geburtsjahr an.
______________ (JJJJ)
2. Welchem Geschlecht würden Sie sich zuordnen?
⃝ Männlich
⃝ Weiblich
⃝ Anderes/Divers
⃝ Weiß nicht/Keine Angabe
3.1. Seit wie vielen Jahren leben Sie in Bonn?
____________________ Jahre
3.2 Seit wie vielen Jahren leben Sie in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus?
____________________ Jahre
4. Welche der folgenden Wohnkonstellationen trifft am besten auf Ihren Haushalt zu?
⃝ Single/Einzelwohnung
⃝ Paar (ohne Kinder im Haushalt)
⃝ Familie (mit Kindern im Haushalt)
⃝ Wohngemeinschaft (WG)
⃝ Andere
⃝ Weiß nicht/Keine Angabe
5. Wie viele Personen leben zurzeit ständig in Ihrem Haushalt?
Bitte geben Sie die Anzahl der Personen in den jeweiligen Altersgruppen an.
Personen, die 13
Jahre alt oder
jünger sind
Personen zwischen
14 und 17 Jahren
Personen zwischen
18 und 29 Jahren
Personen zwischen
30 und 65 Jahren
Personen, die 66 Jahre
alt oder älter sind
6. In welcher Etage wohnen Sie?
Bei mehrgeschossigen Wohnungen/Häusern bitte alle zutreffenden Antworten angeben.
☐ Souterrain/Untergeschoss/Keller
☐ Erdgeschoss
☐ Ab 1. Stock, jedoch kein Dachgeschoss
☐ Dachgeschoss
☐ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 54 von 88
47
7. Was ist die ungefähre Wohnfläche Ihrer Wohnung/Ihres Hauses?
____________________ m2
8. Hat Ihre Wohnung/Ihr Haus einen Garten (eigener Garten oder zur Mitbenutzung), eine Terrasse, einen
Balkon, oder einen Keller?
Bitte alle zutreffenden Antworten angeben.
☐ Garten
☐ Terrasse
☐ Balkon
☐ Keller
☐ Nein
☐ Weiß nicht/Keine Angabe
9. Wohnen Sie zur Miete oder gehört Ihnen das Haus/ die Wohnung in der Sie leben?
⃝ Eigentümer*in
⃝ Mieter*in
⃝ Andere (z.B. Sozialwohnung)
⃝ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 55 von 88
48
Abschnitt 2 von 7
10. Wie schätzen Sie die folgenden Probleme/Gefahren für Bonn zum jetzigen Zeitpunkt (2024) ein, bezogen
auf alle Haushalte in der Stadt, nicht nur Ihren eigenen?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch).
(0)
Überhaupt
nicht
proble-
matisch
(1) (2) (3) (4)
(5)
Sehr
proble-
matisch
Weiß
nicht
(10.1) Wirtschaftliche
Probleme/Armut ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(10.2) Krankheiten/
Epidemien ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(10.3) Umweltzerstörung/
-verschmutzung ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(10.4) Kriminalität ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(10.5) Klimawandel/
Extremwetterereignisse ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(10.6) Andere (Bitte
angeben):
_____________________
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
11. Wie schätzen Sie die Veränderung von klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn bis 2035 im
Vergleich zur aktuellen Situation ein?
Nehmen ab Bleiben gleich/
unverändert Nehmen zu Weiß nicht/Keine
Angabe
Klimawandelbedingte
Probleme/Gefahren ○ ○ ○ ○
12. Welche der folgenden mit dem Klimawandel verbundenen Extremwetter-ereignisse/Naturgefahren halten
Sie für Ihren Haushalt bis 2035 problematisch?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch).
(0)
Überhaupt
nicht
proble-
matisch
(1) (2) (3) (4)
(5)
Sehr proble-
matisch
Weiß nicht
(12.1) Starkregen/
Hochwasser ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(12.2) Hitzewellen/Dürren ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(12.3) Stürme ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(12.4) Waldbrände ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 56 von 88
49
(12.5) Andere (Bitte
angeben):
_____________________
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
13. War jemand aus Ihrem Haushalt oder jemand in Ihrer Familie/Ihrem Freundeskreis in der Vergangenheit
bereits von einem Extremwetterereignis/einer Naturgefahr betroffen?
Bitte geben Sie alle zutreffenden Antworten an
☐ Nein
☐ Ja, eigener Haushalt betroffen
☐ Ja, Familie oder Freundeskreis betroffen
☐ Weiß nicht/Keine Angabe
Wenn Ihr eigener Haushalt von einem Extremwettereignis/ einer Naturgefahr in der Vergangenheit betroffen
war, antworten Sie bitte auf die folgenden 2 Fragen. Falls nicht, überspringen Sie diese bitte.
14. Durch welche Extremwetterereignisse/ Naturgefahren war Ihr Haushalt konkret betroffen und wo – In
Bonn, oder außerhalb (z.B. früherer Wohnort, Urlaub, etc.)?
Für das jeweilige Ereignis geben Sie alle zutreffenden Antworten an.
in Bonn Woanders Nicht betroffen Weiß nicht/ Keine
Angabe
(14.1) Starkregen/
Hochwasser ☐ ☐ ☐ ☐
(14.2) Hitzewellen/Dürren ☐ ☐ ☐ ☐
(14.3) Stürme ☐ ☐ ☐ ☐
(14.4) Waldbrände ☐ ☐ ☐ ☐
(14.5) Andere (Bitte angeben):
______________________
☐ ☐ ☐ ☐
15. Wie schätzen Sie den bisherigen Grad Ihrer eigenen Betroffenheit gegenüber Extremwetterereignissen/
Naturgefahren insgesamt ein?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 1 (sehr geringe Betroffenheit) bis 5 (sehr große Betroffenheit).
(1)
sehr geringe
Betroffenheit
(2) (3) (4)
(5)
Sehr große
Betroffenheit
Weiß nicht/
Keine Angabe
○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 57 von 88
50
Abschnitt 3 von 7
16. Wie sehr stimmen Sie den jeweiligen Aussagen zu den Themen Klima und Umwelt zu?
Stimme
überhaupt
nicht zu
Stimme
eher nicht
zu
Stimme
eher zu
Stimme voll
zu
Weiß nicht/
Keine
Angabe
(16.1) Menschengemachte
Umweltprobleme wie die Abholzung
der Wälder oder das Plastik in den
Weltmeeren empören mich.
○ ○ ○ ○ ○
(16.2) Ich freue mich, wenn Menschen
nachhaltige Lebensweisen einfach
ausprobieren.
○ ○ ○ ○ ○
(16.3) Es beunruhigt mich, wenn ich
daran denke, welche Klima- und
Umweltverhältnisse wir zukünftigen
Generationen hinterlassen.
○ ○ ○ ○ ○
(16.4) Der Klimawandel bedroht auch
die Lebensgrundlage hier in
Deutschland.
○ ○ ○ ○ ○
(16.5) Ich ärgere mich, wenn
Umweltschützer*innen mir
vorschreiben, wie ich leben soll.
○ ○ ○ ○ ○
(16.6) Es macht mich wütend, wenn ich
sehe, dass Deutschland seine
Klimaschutzziele verfehlt.
○ ○ ○ ○ ○
(16.7) Wenn es um die Folgen des
Klimawandels geht, wird vieles sehr
übertrieben.
○ ○ ○ ○ ○Seite 58 von 88
51
16. Wie sehr stimmen Sie den weiteren Aussagen zu den Themen Klima und Umwelt zu?
Stimme
überhaupt
nicht zu
Stimme
eher nicht
zu
Stimme
eher zu
Stimme
voll zu
Weiß
nicht/Keine
Angabe
(16.8) Jede und jeder Einzelne trägt
Verantwortung dafür, dass wir
nachfolgenden Generationen eine
lebenswerte Umwelt hinterlassen.
○ ○ ○ ○ ○
(16.9) Wir sollten nicht mehr Rohstoffe
verbrauchen als nachwachsen können. ○ ○ ○ ○ ○
(16.10) Wir müssen Wege finden, wie wir
unabhängig von Wirtschaftswachstum
gut leben können.
○ ○ ○ ○ ○
(16.11) Mehr Umwelt- und Klimaschutz
bedeutet auch mehr Lebensqualität und
Gesundheit für alle.
○ ○ ○ ○ ○
(16.12) Es gibt natürliche Grenzen des
Wachstums, die unsere industrialisierte
Welt längst erreicht hat.
○ ○ ○ ○ ○
(16.13) Der Klima- und Umweltschutz
wird häufig als Vorwand genutzt, um die
Preise zu erhöhen.
○ ○ ○ ○ ○
(16.14) Zugunsten des Klimas und der
Umwelt sollten wir alle bereit sein,
unseren derzeitigen Lebensstandard
einzuschränken.
○ ○ ○ ○ ○
(16.15) Wir brauchen in Zukunft mehr
Wirtschaftswachstum, auch wenn das
das Klima und die Umwelt belastet.
○ ○ ○ ○ ○
(16.16) Für ein gutes Leben sind andere
Dinge wichtiger als Klima und Umwelt. ○ ○ ○ ○ ○
(16.17) Durch unsere Lebensweise
sind wir für die Folgen des
Klimawandels in ärmeren
Ländern mit verantwortlich.
○ ○ ○ ○ ○
(16.18) Das mit dem Klimawandel ist
nicht so dramatisch, deswegen sehe ich
auch keinen Bedarf, ihn zu bremsen.
○ ○ ○ ○ ○Seite 59 von 88
52
Abschnitt 4 von 7
17. Wie bewerten Sie die Verantwortung verschiedener Akteure in Deutschland für die Bekämpfung des
Klimawandels und seiner Auswirkungen?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar keine Verantwortung) bis 5 (sehr hohe Verantwortung).
(0)
Gar keine
Verant-
wortung
(1) (2) (3) (4)
(5)
Sehr hohe
Verant-
wortung
Weiß
nicht/
Keine
Angabe
(17.1) Eigene
Verantwortung ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(17.2)
Unternehmen/Wirtschaft ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(17.3) Die Stadt (Bonn) ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(17.4) Die
Landesregierung (NRW) ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(17.5) Die
Bundesregierung
(Deutschland)
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(17.6 ) Andere (Bitte
angeben):
_____________________
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
18. Wie schätzen Sie generell die Möglichkeiten Ihres Haushalts (z.B. durch verfügbare Zeit, finanzielle Mittel,
technische Fähigkeiten, etc.) für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ein?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar keine Möglichkeiten) bis 5 (sehr große Möglichkeiten).
(0)
Gar keine
Möglichkeiten
(1) (2) (3) (4)
(5)
Sehr große
Möglichkeiten
Weiß nicht/
Keine
Angabe
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
19. Wie schätzen Sie Ihr bisheriges persönliches Engagement für die Bekämpfung des Klimawandels und
seiner Auswirkungen ein?
Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar kein Engagement) bis 5 (sehr hohes Engagement).
(0)
Gar kein
Engagement
(1) (2) (3) (4)
(5)
Sehr hohes
Engagement
Weiß nicht/
Keine
AngabeSeite 60 von 88
53
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
Info: Bei der Bekämpfung des Klimawandels und seinen Auswirkungen wird üblicherweise zwischen „Klimaschutz“
und „Klimaanpassung“ unterschieden.
Klimaschutz zielt darauf ab, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen (z.B. CO2) zu reduzieren, um dadurch
die Erderwärmung zu begrenzen. Beispiele für Klimaschutz sind die Reduzierung von Flugreisen und Autofahrten, das
Betreiben einer Solaranlage oder der Bezug von Ökostrom, sowie der Verzicht auf klimaschädliche Produkte und
Lebensmittel.
Klimaanpassung soll hingegen dabei helfen, sich an die Folgen des Klimawandels (z.B. extreme Hitze, Starkregen und
Überschwemmungen) anzupassen um gesundheitliche Auswirkungen, Gebäudeschäden, und andere negative Folgen
zu verringern. Beispiele für Klimaanpassung sind u.a. Versicherungen gegen Unwetterschäden, die Nutzung von
Ventilatoren und Klimaanlagen gegen Hitze, wasserdichte Türen und Fenster in Untergeschossen gegen Hochwasser,
Gebäudebegrünung oder die Nutzung von Warn-Apps.
20. Wie schätzen Sie Ihr bisheriges Engagement, Ihre Verantwortung, und Ihre Möglichkeiten zum Handeln
zwischen Klimaschutz (Reduzierung von Treibhausgasen) und Klimaanpassung (Reduzierung von
Klimafolgen und Schäden) ein?
Mehr im
Klimaschutz
Mehr in der
Klimaanpassung Beides gleich Weiß nicht/
Keine Angabe
(20.1) Wo haben Sie sich bisher
mehr engagiert? ○ ○ ○ ○
(20.2) Wo sehen sie eine höhere
Verantwortung für Ihr eigenes
Handeln?
○ ○ ○ ○
(20.3) Wo sehen Sie bessere
Möglichkeiten für Ihr eigenes
Handeln?
○ ○ ○ ○
21. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Fragen zu Ihrem Verhalten – sowohl in Bezug auf Klimaschutz und als
auch auf Klimaanpassung. Welche der folgenden Verhaltensweisen treffen auf Sie zu?
Ja, trifft zu Nein, trifft
nicht zu
Weiß nicht/
Keine
Angabe
(21.1) Ich setze mich an meinem Arbeitsplatz für
umweltfreundliche Veränderungen ein. ○ ○ ○
(21.2) Ich boykottiere umwelt- und klimaschädliche Firmen. ○ ○ ○
(21.3) Bei meinen Finanz- und Vorsorgeanlagen achte ich auf
umwelt- und klimafreundliche Investitionen. ○ ○ ○
(21.4) Ich spende Geld für Klima- und Umweltschutz. ○ ○ ○Seite 61 von 88
54
(21.5) Ich unterzeichne (Online-) Petitionen für Klimaschutz ○ ○ ○
(21.6) Ich nehme an Demonstrationen für Umwelt- und
Klimaschutz teil. ○ ○ ○
(21.7) Ich überzeuge andere Personen in Gesprächen vom
Klimaschutz. ○ ○ ○
(21.8) Ich arbeite bei Klimaschutzinitiativen oder Organisationen
mit. ○ ○ ○
(21.9) Ich engagiere mich aktiv in der (Lokal-) Politik (z.B. in einer
politischen Partei). ○ ○ ○
(21.10) Ich bringe mich im Rahmen von städtischen
Beteiligungsverfahren ein. ○ ○ ○
(21.11) Ich engagiere mich auf andere Weise, und zwar (Bitte
angeben):
____________________________________________________
○ ○ ○
22. Wie oft trifft folgendes klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und
Dienstleistungen auf Sie zu?
Nie Selten Gelegent-
lich Oft Sehr oft Immer Weiß
nicht
(22.1) Beim Kauf von Haushalts-
geräten wähle ich Geräte mit
einer besonders guten
Energieeffizienzklasse.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.2) Ich trinke
Leitungswasser. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.3) Für meine alltäglichen
Wege benutze ich das Fahrrad,
öffentliche Verkehrsmittel oder
gehe zu Fuß.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.4) Ich kaufe saisonale
Lebensmittel. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.5) Ich heize meine Wohnung
im Winter so, dass mir auch
ohne Pullover warm genug ist.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.6) Beim Einkaufen wähle ich
Produkte mit Umweltsiegel,
wie zum Beispiel dem Blauen
Engel, dem EU-Biosiegel oder
dem EU-Ecolabel.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 62 von 88
55
(22.7) Ich kaufe Lebensmittel
aus kontrolliert biologischem
Anbau.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.8) Ich schränke meinen
Konsum im Alltag bewusst ein. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.9) Zu den Hauptmahlzeiten
esse ich Fleisch. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
(22.10) Aus
Klimaschutzgründen verzichte
ich auf Flugreisen.
○ ○ ○ ○ ○ ○ ○
23. Welchen Strom nutzen Sie zuhause?
Bitte wählen Sie nur eine Antwortmöglichkeit.
⃝ Rein konventioneller Strom
⃝ Strom Mix aus konventionellem- & Ökostrom
⃝ Reiner Ökostrom
⃝ Anderer
⃝ Weiß nicht/Keine Angabe
24. Wurde Ihre Wohnung/Ihr Haus in den letzten 20 Jahren energetisch saniert?
Eine solche Sanierung beinhaltet z.B. Dämmung von Dach oder Wänden, Fenster mit Mehrscheiben-Isolierglas,
Erneuerung der Heizung, etc.
Bitte wählen Sie nur eine Antwortmöglichkeit.
⃝ Nicht zutreffend, da das Haus/die Wohnung nicht älter als ca. 20 Jahre ist
⃝ Ja
⃝ Nein
⃝ Weiß nicht/Keine Angabe
Wenn Sie die vorherige Frage mit “Ja” beantwortet haben, antworten Sie bitte auf die folgende Frage. Falls
nicht, überspringen Sie diese bitte.
25. Welche Maßnahmen wurden bei der Sanierung ergriffen?
Bitte geben Sie alle zutreffenden Antworten an.
☐ Austausch der Fenster
☐ Dämmung der Fassade/Wand
☐ Dämmung des Dachs/der oberen Geschossdecke
☐ Einbau Wärmepumpe oder elektr. Heizung
☐ Andere
☐ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 63 von 88
56
26. Wie häufig nutzen Sie folgende Verkehrsmittel durchschnittlich in Ihrem Alltag (z.B. für Wege zur Arbeit,
Einkauf, Freizeit, etc.)?
Häufig Manchmal Selten Nie Weiß nicht/
Keine Angabe
(26.1) Auto ○ ○ ○ ○ ○
(26.2) Motorrad/Roller ○ ○ ○ ○ ○
(26.3) Nahverkehr ○ ○ ○ ○ ○
(26.4) Fahrrad ○ ○ ○ ○ ○
(26.5) zu Fuß ○ ○ ○ ○ ○
(26.6) Andere (bitte
angeben):
_____________________
○ ○ ○ ○ ○
27. Welchen der folgenden Klimaanpassungsmaßnahmen haben Sie bereits umgesetzt?
Ja Teilweise Nein, noch
nicht Weiß nicht
(27.1) Strukturell & technologisch:
z.B. bauliche Maßnahmen (Rückstauklappe, zusätzliche
Verschattung, Zwischenspeicherung von Regenwasser,
Nutzung von Warn-Apps).
○ ○ ○ ○
(27.2) Verhalten:
z.B. Anpassung des Alltags an das Wetter, Meidung von
hitzebelasteten Orten oder überfluteten Gebieten,
Sicherung einer Notfall-Vorsorge.
○ ○ ○ ○
(27.3) Informationen & Bildung:
z.B. Teilnahme an Info-Veranstaltungen/Kursen, eigene
Reche

Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 02.11.2026, 19:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de