253631 · Mitteilungsvorlage
Ergebnisse der Bonner Klimabefragung – Klimaplan Steckbrief 1.1.1.1
Kerndaten
- Nummer
- 253631
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 13.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Vor dem Koblenzer Tor Hauptort
- Finkenhof
- Markt
- Kessenich
- Dottendorf
- Dransdorf
- Venusberg
- Mehlem
- Heiderhof
- Alt-Godesberg
- Bonn
- Hardtberg
- Beuel
- Medinghoven
- Neu-Tannenbusch
- Rheinaue
- Finkenhof
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Kinder- und Jugendbeteiligung Kenntnisnahme
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 253631 Die OberbürgermeisterinDokumentenklasse C (vertraulich) Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Ergebnisse der Bonner Klimabefragung – Klimaplan Steckbrief 1.1.1.1 Beratungsfolge Beirat Bürgerbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme Beirat Kinder- und Jugendbeteiligung 29.08.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 03.09.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.12.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Hintergrund Die Klimabefragung 2024/25 stellt die erste umfassende gesamtstädtische Be- fragung der Bonnerinnen und Bonner zum Klimaplan und der Betroffenheit durch die Klimakrise dar. Mit einem groß angelegten Zufallsversand an 20.000 Bürger*innen, mehrsprachigem Zugang sowie analogen und telefonischen Antwortmöglichkeiten wurde eine Grundlage für die kommenden Jahre gelegt. Ziel der Klimabefragung ist die Identifikation von Hürden und Unterstützungs- bedarfen der Bonner*innen auf dem Weg zur Klimaneutralität und die Schaf- fung einer Datengrundlage zur Optimierung städtischer Maßnahmen und An- gebote (Beschluss zur Klimabefragung: 241014). In dieser Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung über die erste Durch- führung, Ergebnisse und deren Verwendung. Details zu Befragungsdesign und Ergebnissen finden sich in der Anlage (Dokumentation Klimabefragung). Durchführung Mit der Durchführung der Klimabefragung wurde nach erfolgreicher Ausschrei- bung das in Bonn ansässige Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen (UNU-EHS) beauftragt. Die Erhebung be- ruht auf einem zweistufigen Erhebungsdesign: Zunächst wurde eine schriftliche Haushaltsbefragung, anschließend qualitative Fokusgruppen zur Vertiefung ausgewählter Themen durchgeführt. Der Fragebogen wurde unter Leitung der UNU-EHS gemeinsam mit der Verwaltung erarbeitet. Dafür wurden in Work- shops mit unterschiedlichen Fachbereichen Datenbedarfe und Fragestellungen erarbeitet. Nach Fertigstellung des Fragebogens wurden eine leicht angepasste – gekürz- te, sprachlich vereinfachte – Version für Jugendliche entwickelt sowie Überset- zungen in Englisch, Türkisch und Arabisch angefertigt. Beide Versionen des Fragebogens sind Teil der Dokumentation im Anhang. Für die Haushaltsbefragung wurden im November/Dezember 2024 per Zufallss- tichprobe 20.000 Bonner Bürger*innen ab 14 Jahren postalisch kontaktiert. DieSeite 1 von 88 Seite 2Dokumentenklasse C (vertraulich) Teilnahme war per QR-Code online sowie postalisch oder telefonisch möglich. Ziel war ein möglichst breiter Zugang über sprachliche und technische Barrie- ren hinweg. Die Rücklaufquote lag bei knapp 12% (2.355 Antworten) und ent- spricht damit dem oberen Bereich vergleichbarer Studien ohne Anreize oder Erinnerungsschreiben. Trotz repräsentativer Stichprobe weichen die Teilnehmenden in einigen sozio- demographischen Merkmalen von der Bonner Gesamtbevölkerung ab, sodass gut gebildete, zentral wohnende Personen ohne Migrationshintergrund überre- präsentiert sind (Details s. Anlage). Damit sind die Ergebnisse nicht „repräsen- tativ“. Für die Interpretation ist die Über- und Unterrepräsentation einzelner Gruppen zu berücksichtigen. Grundsätzlich ist für zukünftige Analysen eine statistische Korrektur anhand einzelner Variablen denkbar. Ergänzend zur schriftlichen Befragung fanden im Frühjahr 2025 Fokusgruppen statt, um einzelne Themen zu vertiefen und zu kontextualisieren. Die Ergebnis- se der Fokusgruppen finden sich ebenfalls in der angehängten Dokumentation. Die aktuelle Erhebung dient als Grundlage (0-Befragung), die künftig in regel- mäßigen Wiederholungen (geplant alle zwei Jahre) den Fortschritt dokumentiert und anhand derer zukünftige Entwicklungen in Kenntnisstand, Einstellungen, Verhalten und Bedarfe der Bonner Bevölkerung systematisch gemessen wer- den können. Ergebnisse Im Folgenden werden sieben Kernaussagen und ihre Einordnung bzw. Implika- tion aus Verwaltungssicht diskutiert. Dabei wird auf die entsprechende Seite in der angehängten Dokumentation verwiesen. Dort sind jeweils weitere Details zu finden. 1. Die Klimakrise wird trotz bislang begrenzter Betroffenheit als größte Herausforderung wahrgenommen Der Klimawandel wird von den Befragten klar als zentrales Problem identifiziert: 43 % stufen ihn als (sehr) problematisch ein (Skalenwert 4-5 auf Skala 0-5) – häufiger als andere gesellschaftliche Herausforderungen wie Wirtschaftskrisen, Kriminalität oder Pandemien (S. 6-7). 83 % sehen die Lebensgrundlagen in Deutschland durch die Klimakrise bedroht (S. 8). Im Vergleich zu einer zeitglei- chen UBA-Bundeserhebung ist das Bewusstsein unter den Bonner Befragten deutlich ausgeprägter (S. 7). 79 % der Befragten erwarten eine Zunahme kli- mabedingter Risiken (S. 6). Trotz dieser hohen Risikowahrnehmung sehen sich bislang nur wenige direkt betroffen: 12 % berichten von eigenen Erfahrungen mit Klimafolgen (v. a. Star- kregen oder Hitze), 44 % geben indirekte Betroffenheit im sozialen Umfeld an (S. 5). Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Das hohe Problembewusstsein der Befragten, auch im bundesweiten Vergleich, zeigt die hohe Sensibilisierung für Klimathemen der Bonner*innen. Es zeigt sich eine klare Differenz zwischen der allgemeinen Problemwahrnehmung und der individuellen Betroffenheit. Eine denkbare Erklärung dafür ist die Nähe zum Ahrtal und damit indirekte Betrof- fenheit vieler in Bezug auf die Flutkatastrophe im Jahr 2021. Hier können ggfs. weitere Analysen, auch im Abgleich mit Daten zur tatsächlichen physischen Betroffenheit der letzten Jahre durch Hochwasser, Hitze etc. weitere Aufschlüs- se liefern.Seite 2 von 88 Seite 3Dokumentenklasse C (vertraulich) 2. Hohe Handlungsbereitschaft – über 60% wollen zukünftig mehr Klimaschutz betreiben Die Umfrage zeigt eine ausgeprägte Bereitschaft zur aktiven Mitwirkung: 62% sind bereit, zusätzliche Maßnahmen im Bereich Klimaschutz umzusetzen, 54% im Bereich Klimaanpassung (S.33). Bereits 80% haben eigenständig Schritte unternommen – etwa durch die Nutzung von Ökostrom (72%), klimaf- reundliche Mobilität (69%) oder energetische Sanierungen (38%; S.11- 12). Über die Hälfte der Befragten betonen zudem die Verantwortung je- der*jedes Einzelnen für eine lebenswerte Umwelt (S.13). Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Die Stadt hat das Ziel, die Rahmen- bedingungen für klimaschonendes Verhalten in allen Bereichen zu verbessern und zu vereinfachen, auf die sie Einfluss hat. Das ist beispielsweise die Förde- rung nachhaltiger Mobilitätsformen durch eine bessere Infrastruktur (z.B. siche- rere Radwege, Stärkung ÖPNV), gute Sharing-Angebote (regionales Fahrrad- mietsystem, stadtweites Carsharing) und finanzielle Unterstützung (Sozialticket, Klimagruppenticket), aber auch in den Bereichen Energie und Wärme durch neue und kostenlose Beratungsangebote im Quartier (BEA nebenan) und För- derprogramme wie Solares Bonn und das Förderprogramm zur Bestandssanie- rung privat vermieteter Wohngebäude. Durch diese und weitere Maßnahmen wird es den Bürgerinnen und Bürgern einfacher gemacht, aktiv am Klimaschutz mitzuwirken. 3. Klimaschutz wird als Gemeinschaftsaufgabe verstanden – viele wollen stärker vor Ort einbezogen werden Trotz hoher Grundbereitschaft ist das tatsächliche gesellschaftliche Engage- ment für Klimathemen bislang auf eine kleine Gruppe der Befragten begrenzt: 7 % engagieren sich in Klimaschutzinitiativen, 5 % in (lokal-)politischen Gremi- en; 20 % der Befragten nahmen an Beteiligungsformaten der Stadt teil (S. 10), 9 % an solchen mit direktem Klimabezug (S. 14). 29 % fühlen sich bei Verände- rungen allerdings bisher nicht gut einbezogen (S. 37). Nachbarschaften wurden in den Fokusgruppen als besonders wirksame und niedrigschwellige Informati- ons- und Mobilisierungsräume beschrieben – im Vergleich zu offiziellen städti- schen Kanälen (S.22). Dies deckt sich mit dem Ergebnis, dass sich die Mehr- heit gut in ihrem Viertel eingebunden fühlt (S. 37). Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Neue dezentrale Angebote wie die Klimaviertel oder BEA nebenan waren zum Zeitpunkt der Erhebung noch nicht angelaufen. Sie adressieren den Wunsch nach kleinräumigeren Angeboten vor Ort. Hier werden zukünftige Befragungsrunden, die auch z.B. für die Evaluation der Klimaviertel genutzt werden, zeigen, inwieweit der dezentralisierte Informa- tions- und Mitwirkungsansatz und die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren vor Ort diese Lücke schließen können. 4. Der Stadt wird eine Vorbildrolle zugeschrieben – sie sollte diese noch sichtbarer wahrnehmen Zwar wird die Hauptverantwortung für Klimaschutz vorrangig bei Bund, Land und Wirtschaft gesehen, doch 44 % der Befragten fordern mehr Engagement von der Stadt Bonn, nur 19 % halten das derzeitige Maßnahmenpaket für aus- reichend, 10 % für überzogen (S. 14). Die Stadt wird als besonders sichtbarer Akteur vor Ort wahrgenommen – entsprechend hoch sind die Erwartungen anSeite 3 von 88 Seite 4Dokumentenklasse C (vertraulich) ihre Führungsrolle und Umsetzungsdynamik. Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Mit dem Bonner Klimaplan verfolgt die Stadt Bonn das ambitionierte und politisch beschlossene Ziel der Klimaneu- tralität bis 2035. Der Klimaplan ist der Fahrplan wie die Stadt Bonn dieses Ziel erreichen will. Er beinhaltet ein breites Paket an Maßnahmen in den Hand- lungsfeldern Governance, Gesellschaft, Wirtschaft, Mobilität, Gebäude, Energie und Kompensation. Ein wichtiges Ziel ist es dabei, dass die Stadt Bonn und ihre Konzerntöchter dabei auch ihrer Vorbildrolle gerecht werden. Dafür baut die Stadt beispielweise PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden aus, wechselt die Heizungstechnologien zu Wärmepumpen, arbeitet an der Elektrifi- zierung ihrer Fahrzeugflotten und sorgt für eine nachhaltige und klimaschonen- de Beschaffung. Im Rahmen ihres jährlichen Transparenzberichts zeigt die Stadtverwaltung auf, welche Aktivitäten zum Klimaschutz sie vorangebracht hat und ordnet ihre Fort- schritte auf dem Weg zu Klimaneutralität ein (DS: 252600). Mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen versucht die Stadtverwaltung ge- samtstädtisch sowie vor Ort in den Quartieren digital und analog über den Kli- maplan und die Klimaschutzprojekte der Stadtverwaltung zu informieren und zur Mitwirkung zu motivieren. 5. Die Förderprogramme zeigen Wirkung – erreichen aber nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen Die städtischen Förderprogramme „Solares Bonn“ und das „Beratungs- und Förderprogramm Begrünung“ werden grundsätzlich positiv bewertet, der Be- kanntheitsgrad unterscheidet sich dabei: 28 % aller Erwachsenen kennen „So- lares Bonn“, rund ein Viertel davon hat es in Anspruch genommen; 19 % der Hausbesitzer*innen kennen das Förderprogramm Begrünung, davon haben es 7 % genutzt (S. 15-16). Bei einer Mehrheit der Nutzer*innen war das Angebot relevant für die Entscheidung zur Umsetzung von Maßnahmen: Begrünung 65 % (sehr) wichtig, Solares Bonn 40 % (S. 17). Der Zugang ist jedoch ungleich verteilt: Bildung, Wohnsituation und Migrationshintergrund beeinflussen die Reichweite und Inanspruchnahme der Programme. Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Besonders das Ergebnis, dass die Förderungen für die Entscheidung zur Umsetzung der Maßnahme beigetragen haben, zeigt den Mehrwert der Förderungen. Dies wird insbesondere bei der Förderung von Gebäudebegrünung deutlich, die – anders als die Installation von PV – für die Hausbesitzer*innen keinen direkten finanziellen Mehrwert bie- tet. Die Förderangebote der Stadt Bonn für das Klima wurden seit der Befra- gung fortgeschrieben und weiter ausgebaut. Das Förderprogramm Begrünung umfasst inzwischen auch die Förderung von Zisternen und macht Eigenleistun- gen förderfähig. Im Förderprogramm Solares Bonn wurden die Förderbedin- gungen an den neuesten Stand der Technik insb. bei Stecker-Solargeräten angepasst, die nun z.B. auch auf Garagendächern förderfähig sind. Neu ist seit dem 1. August 2025 ein Förderprogramm für energetische Sanierungen privat vermieteter Wohngebäude. Die Verwaltung erarbeitet Wege, um die städti- schen Förderprogramme bekannter zu machen und zielgruppengerecht zu be- werben. Ein strukturierter digitaler Wegweiser, wie er z.B. von jungen Teilneh- menden einer Fokusgruppe vorgeschlagen wurde, ist mit der Seite bonn.de/klimafoerderung bereits in Umsetzung.Seite 4 von 88 Seite 5Dokumentenklasse C (vertraulich) 6. Die Klimakommunikation der Stadt – Wunsch nach stärkerer Bün- delung und Alltagsnähe In den Fokusgruppen wurde ein deutlicher Wunsch nach verbesserter, zentral gebündelter Information geäußert: Viele Teilnehmende kannten die städtischen Kanäle nicht oder fanden die Kommunikation schwer zugänglich (S. 22–23). Kritisiert wurden geringe Transparenz bei Fortschritten und Maßnahmenlaufzei- ten sowie fehlende persönliche Anlaufstellen. Gewünscht wird ein „persönliche- rer Ton“, direktere Ansprache sowie sichtbare Präsenz im öffentlichen Raum – etwa durch Marktstände, lokale Ansprechpartner oder niedrigschwellige Info- materialien. Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Es wurden bereits Kommunikati- onsmaßnahmen für verschiedene Zielgruppen und Anlässe umgesetzt (u.a. zentrale Website bonn.de, mobile Ausstellung, VHS-Reihe, Print- und Digital- produkte, Bonner Klima-Preis). Mit dem Online-Dashboard „Klimakompass” stellt die Verwaltung Indikatoren aus allen Handlungsfeldern des Klimaplans auf einer Plattform niedrigschwellig dar und macht so mit Daten und Fakten sicht- bar, wo Bonn auf dem Weg zur Klimaneutralität steht und welche Fortschritte erzielt werden. Der Klimakompass dient sowohl dem Monitoring für Verwaltung und Politik als auch der transparenten Kommunikation nach außen. Ein Beispiel für aufsuchende Kommunikation ist die Veranstaltungsreihe zur Bonner Wär- mewende im Herbst 2025. In acht Bonner Stadtteilen werden Erkenntnisse der kommunalen Wärmeplanung für den jeweiligen Stadtteil erläutert. Gleichzeitig können die Besucher*innen mit Vertreter*innen von Verwaltung, Bonner Ener- gie Agentur, Stadtwerken und weiteren Akteuren ins Gespräch kommen und direkt Folgetermine zur Energieberatung buchen. Im Zuge der Fortschreibung des Klimaplans kommt der Kommunikation eine nochmals größere Bedeutung zu, zusätzliche Kommunikationsformate und -kanäle werden in diesem Rahmen geprüft. 7. Klimaschutz als Frage der Generationengerechtigkeit – es braucht weitere Unterstützung junger Menschen beim Klimaschutz Die Antworten der 14 bis 17-jährigen sind, wo dies möglich war, in der Gesamt- auswertung enthalten. Vergleiche lassen sich dort ablesen, wo beiden Gruppen die gleichen Fragen gestellt wurden. Insgesamt zeigen die befragten Jugendli- chen tendenziell ein niedrigeres Problembewusstsein als die Erwachsenen: 30 % finden den Klimawandel (sehr) problematisch (S. 18) – Erwachsene 43 %. Gleichzeitig sehen 94% Klimaschutz als Frage der Generationengerechtigkeit (Erw.: 92%) und ebenso viele assoziieren ihn mit höherer Lebensqualität für alle (Erw.; 82%; S. 38). Beim berichteten eigenen Klimaschutz und bei der Mit- wirkung an städtischen Formaten liegen Jugendliche unter den Werten der Er- wachsenen. Beim gesellschaftlichen Engagement dagegen – Teilnahme an Demonstrationen, Beteiligung an Klimagruppen – liegen die Jugendlichen leicht über den Erwachsenen (S. 19). Hinweis/Ersteinschätzung der Verwaltung: Die Einbindung junger Bonner*innen ist ein zentrales Anliegen der Bürgerbeteiligung und insbesondere mit Blick auf den Klimawandel und die Klimaanpassung ist sie unabdingbar. Seit der Befra- gung ist unter anderem das Klimaviertel Medinghoven gestartet, das einen spezifischen Fokus auf Jugend und Familie legt. Die vielfältigen Maßnahmen der letzten Jahre – etwa die Aufnahme der Kinder- und Jugendbeteiligung in alle Vorhabenblätter der Bürgerbeteiligungsverfahren, die Gründung des Bei-Seite 5 von 88 Seite 6Dokumentenklasse C (vertraulich) rats Kinder- und Jugendbeteiligung inklusive eigenem Social-Media-Auftritt so- wie die Zertifizierung der Stadt Bonn als Kinderfreundliche Kommune – zahlen auf das Ziel einer starken Einbindung junger Bonner*innen ein und werden sukzessive weiterentwickelt. Umgang mit den Ergebnissen Die Ergebnisse der Klimabefragung werden systematisch in die städtische Pra- xis integriert. Die Daten bieten die Möglichkeit, empirisch fundiert Maßnahmen zu planen, umzusetzen und auszuwerten. Aufgrund der erhobenen soziodemo- graphischen Merkmale können z.B. das Verhalten und die Bedarfe bestimmter Zielgruppen im Detail analysiert werden. Auch eine räumliche Verortung bis zur Ebene der statistischen Bezirke ist möglich und erlaubt die Verschneidung mit anderen georeferenzierten Daten, z.B. zur Hitzebelastung oder zur Verfügbar- keit städtischer Angebote. Die Ergebnisse wurden zunächst allen beteiligten Fachbereichen präsentiert und ressortübergreifend diskutiert. Alle erhobenen Daten sind zentral gespeichert und stehen sämtlichen Ämtern zur Verfügung, um die koordinierte Nutzung durch diverse Verwaltungseinheiten zu gewähr- leisten. Ausgewählte Kennzahlen aus der Befragung werden darüber hinaus für das Handlungsfeld Gesellschaft in den “Bonner Klimakompass” aufgenommen (bonn.de/Klimakompass). Mit dem Dashboard zum Handlungsfeld Gesellschaft sollen Einstellungen, Verhalten und Emotionen der Bonner*innen zum Thema Klimaschutz sichtbar gemacht werden. Mittelfristig wird durch die Wiederholung der Befragung auch die Entwicklung in diesen Bereichen nachvollziehbar sein. Die Ergebnisse werden der breiten Öffentlichkeit präsentiert. Dafür findet u.a. eine Podiumsdiskussion im Rahmen der VHS-Reihe zum Bonner Klimaplan 2035 statt. Darüber hinaus werden die Ergebnisse in wissenschaftlichen Fach- tagungen und -zeitschriften kommuniziert. In Kooperationen mit der Universität Bonn und der UNU-EHS werden sie außerdem für studentische Arbeiten zur Verfügung gestellt. Anlage/n 1 Klimabefragung Ergebnisbericht UNU (öffentlich)Seite 6 von 88 Klimabefragung Bonn 2024/2025 Ergebnis-Bericht Verfasst von: Lionel Muñoz Rosas, Dominic Sett, Marie-Elaine Czabaun, Simone Sandholz (UNU-EHS) August 2025 Ein gemeinsames Projekt der Bundesstadt Bonn und der Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU-EHS)Seite 7 von 88 Inhalt 1. Einleitung .............................................................................................................................. 1 2. Datenerhebung...................................................................................................................... 2 2.1 Haushaltsbefragung ....................................................................................................2 2.2 Fokusgruppendiskussionen ......................................................................................... 4 3. Ergebnisse & Diskussion......................................................................................................... 5 3.1 Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren .................................................. 5 3.2 Wahrnehmung von Klimarisiken ................................................................................. 6 3.3 Allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen ............................................................. 7 3.4 Allgemeines Klima- und Umweltverhalten .................................................................9 3.5 Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen .................. 12 3.6 Kenntnis, Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen ....................... 14 3.7 Ergebnisse des Jugendfragebogens ..........................................................................18 3.8 Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen .............................................................. 20 4. Fazit und Handlungsempfehlungen ...................................................................................... 23 5. Anhang I: Weitere Statistiken ............................................................................................... 25 5.1 Wohnsituation und sozio-ökonomische Charakteristika ..........................................25 5.2 Risikowahrnehmung ..................................................................................................30 5.3 Engagement für Klimaschutz und -anpassung .......................................................... 32 5.4 Eigene Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung .............................................. 34 5.5 Städtische Angebote und Unterstützung ..................................................................36 5.6 Weitere Ergebnisse des Jugendfragebogens ............................................................ 38 6. Anhang II: Ökonometrische Analysen zu Förderprogrammen ................................................ 40 7. Anhang III: Fragebögen ........................................................................................................ 44 7.1 Erwachsenenfragebogen ........................................................................................... 45 7.2 Jugendfragebogen .....................................................................................................68Seite 8 von 88 1 1. Einleitung Die Folgen des Klimawandels betreffen bereits jetzt viele Bereiche unseres Lebens. Eine Studie des Umweltbundesamtes (UBA) stellte unter anderem erhebliche Auswirkungen von Klimawandelfolgen auf die menschliche Gesundheit, Industrie und Gewerbe, sowie die Landwirtschaft in Deutschland fest (UBA 2021). So wurden beispielsweise vermehrt Erkrankungen der Herz-Kreislauf- und Atmungssysteme durch Hitzewellen, Beeinträchtigungen von Waren- transporten über inländische Wasserstraßen durch Niedrigwasserstände in Folge von Dürren, sowie Ernteausfälle durch Starkregen, Hagel, oder Dürren beobachtet (UBA 2021; Brasseur et al. 2023). Städte sind dabei besonders anfällig für Klimafolgen, da die dichte Besiedelung etwa zu erhöhter Hitzebildung oder der Bildung von Hochwasser führen (IPCC 2023). Prognosen zeigen zudem, dass Klimawandelfolgen in den kommenden Jahrzenten in Deutschland deutlich ansteigen werden, sofern keine wirksamen Gegenmaßnahmen zur Begrenzung des Klimawandels durch Reduzierung des Treibhausgas-Ausstoßes (Klimaschutz) sowie der Anpassung an Klimafolgen (Klimaanpassung) umgesetzt werden (UBA 2021). Steigende Klimarisiken wurden auch konkret für Bonn prognostiziert. Durch die Lage der Stadt in einer der klimatisch wärmsten Regionen Deutschlands werden überdurchschnittlich viele Hitzetage, als auch steigende Niederschläge und resultierende Hochwassergefahr prognostiziert (UBA 2021). Als Reaktion auf die bereits bestehenden und zukünftig prognostizierten Klimarisiken hat die Stadt Bonn umfassende Strategie für Klimaschutz und -anpassung entwickelt. Zum einen gibt der „Klimaplan 2035” das konkrete Ziel vor, Bonn bis 2035 klimaneutral zu gestalten (Stadt Bonn 2024). Zum anderen strebt der „Zielbeschluss zur Klimawandelanpassung” eine Steigerung der Aktivitäten zur Klimaanpassung an. So wurde in der Folge im Sommer 2025 ein integriertes Klimaanpassungskonzept veröffentlicht (Stadt Bonn 2025). Eine erfolgreiche Umsetzung dieser Strategien hängt jedoch auch vom Engagement der Bonner:innen ab. Die gesteckten Ziele können nur erreicht werden, wenn Klimaschutz und -anpassung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angenommen werden, also die Stadt, Unternehmen, und Bürger:innen gemeinsam im Rahmen ihrer Möglichkeiten handeln. Daher sind Erkenntnisse zum aktuellen Engagement der Bonner:innen im Klimaschutz und der Klimaanpassung, sowie mögliche Hindernisse dafür essenziell. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Bonn zusammen mit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU-EHS) im Rahmen der „Bonner Klimabefragung” Daten zu Einstellungen und Handeln im Bereich Klimawandelrisiken, Klimaschutz und -anpassung erhoben. Die Befragung wurde als Teil des Klimaplans 2035 beschlossen und soll der Stadt erforderliche Erkenntnisse liefern, um städtische Maßnahmen weiter zu verbessern und dadurch die gesteckten Ziele zu erreichen. Darüber hinaus hilft die Studie, Unterschiede in Einstellungen und Handeln zwischen Klimaschutz und -anpassung, zu erfassen und in der Folge zu adressieren. Gleichzeitig werden bestehende Forschungslücken geschlossen. Somit ist die Initiative auch ein wissenschaftliches Leuchtturmprojekt. Dieser Bericht bietet einen kurzen Überblick über die Klimabefragung und ihre Methodik (Kapitel 2), fasst die Kernergebnisse der Befragung zusammen (Kapitel 3), und leitet Handlungsempfehlungen ab (Kapitel 4). Im Anhang (Kapitel 5-7) finden sich weitere Analysen und die Fragebögen.Seite 9 von 88 2 2. Datenerhebung Die Bonner Klimabefragung setzt sich aus zwei aufeinander aufbauenden Datenerhebungen zusammen: Einer Haushaltsbefragung im gesamten Stadtgebiet, sowie anschließende Fokusgruppendiskussionen, um ausgewählte Ergebnisse der Haushaltsbefragung weiter zu vertiefen. 2.1 Haushaltsbefragung Um ein Gesamtbild Bonns in Bezug auf Klimaeinstellungen und -handeln abzubilden, wurde eine groß angelegte Haushaltsbefragung im November und Dezember 2024 durchgeführt. Dazu wurde eine repräsentative Stichprobe von 20.000 Personen per Post zur Teilnahme an der Befragung eingeladen. Die Auswahl der eingeladenen Personen erfolgte durch eine Zufallsziehung aus dem Melderegister. Da alle in Bonn gemeldeten Personen die theoretische Chance auf eine Teilnahme hatten, kann die Stichprobe als repräsentativ angesehen werden. Die Befragung wurde online auf der Open-Source Plattform KoboToolbox1 durchgeführt. Der Befragungszugang wurde in den postalischen Einladungen mit einem Link und einem QR-Code geteilt. Um die Haushaltsbefragung möglichst allen Bonner:innen zugänglich zu machen, konnten Personen, die die Fragen nicht online beantworten wollten oder konnten, die Befragung ausgedruckt per Post erhalten, oder sie im Telefonat mündlich beantworten. Der Fragebogen wurde online auf Deutsch, Englisch, Türkisch, und Arabisch zur Verfügung gestellt. Türkisch und Arabisch sind neben Deutsch die beiden meistgesprochenen Sprachen in Bonn (Statistikstelle Bundesstadt Bonn 2023). Zusätzlich wurde Englisch aufgrund seiner weiten Verbreitung angeboten. Die konkreten Fragen der Haushaltsbefragung wurden gemeinsam von UNU-EHS, der Stabsstelle Bürgerbeteiligung, sowie Repräsentant:innen unterschiedlicher Ämter der Bonner Stadtverwaltung erarbeitet. Es wurde ein Fragebogen für Erwachsene im Alter von mindestens 18 Jahren und ein weiterer für Jugendliche im Alter zwischen 14 und 17 Jahren erstellt. Die beiden Fragebögen sind inhaltlich im Wesentlichen gleich, unterscheiden sich aber in Formulierungen und in einzelnen Fragen. Beispielsweise wurden Jugendliche nicht zur Nutzung von städtischen Förderprogrammen gefragt, da die diese selber nicht beantragen können. Der Fragebogen für Erwachsene ist im Anhang dieses Berichts vollständig abgebildet. Die Ergebnisse im weiteren Verlauf des Berichts fassen Antworten von Jugendlichen und Erwachsene zusammen, sofern nicht anders angegeben. Insgesamt haben 2.355 Personen, darunter 2.275 Erwachsene und 80 Jugendliche, den Fragebogen ausgefüllt, was einer Teilnahmequote von knapp 12% entspricht. Untersuchungen zeigen, dass bei vergleichbaren Umfragen - also solche mit postalische Einladung zu einer Online-Befragung - die Antwortraten zwischen etwa 5% (Endres et al. 2024), 12% (Lynn 2020), und 7 – 25% (IPSOS 2019) liegen. Die erzielte Quote der Bonner Klimabefragung liegt somit am oberen Ende des erwarteten Rücklaufs, auch wenn die Zahlen durch Umfragebesonderheiten wie z.B. finanzielle Anreize oder bestimmte Zielgruppen schwer vergleichbar sind. 1 https://www.kobotoolbox.org/Seite 10 von 88 3 Die höchsten Teilnahmequoten wurden in den statistischen Bezirken Kessenich (19%), Dottendorf (17%), und Vor dem Koblenzer Tor (17%) erzielt, die alle im Stadtbezirk Bonn liegen, während der geringste Rücklauf in Dransdorf (5%) und Neu-Tannenbusch (5%) - beide im Stadtbezirk Bonn - und Medinghoven (4%) im Stadtbezirk Hardtberg beobachtet wurde (siehe Abbildung 1). Mit Blick auf die räumliche Verteilung lässt sich eine leichte Tendenz zu höheren Teilnahmequoten in innerstädtischen Gebieten erkennen, wodurch einzelne statistische Bezirke, vor allem in den äußeren Stadtgebieten, leicht unterrepräsentiert sind. Abbildung 2: Vergleich von sozio-demographischen Charakteristiken zwischen Teilnehmenden an der Haushaltsbefragung (äußerer Kreis) und der Bonner Gesamtbevölkerung (innerer Kreis). Datenquelle für Bonner Gesamtbevölkerung: Strukturdatenatlas 2024 (Alter, Geschlecht, Migration), Strukturdatenatlas 2023 (Haushaltsgröße), und Landesbetrieb für Information und Technik NRW 2022 (Bildungsstand). Neben der ungleichen räumlichen Verteilung unterscheiden sich die Teilnehmenden auch bei einigen sozio-demographischen Faktoren von der Bonner Gesamtbevölkerung. Während die Abweichungen bei der Altersverteilung und beim Geschlecht sehr gering ausfielen, gab es deutliche Unterschiede in Bezug auf Bildung, Migrationshintergrund, sowie Haushaltsgröße (siehe Abbildung 2). Während beispielweise 44% der Bonner Gesamtbevölkerung ein Studium abgeschlossen hat (LIT- NRW 2022), gaben über 65% der Befragten einen Studienabschluss an. Dadurch sind Personen mit Abbildung 1: Teilnahmequote an der Befragung pro statistischem Bezirk in Bonn Abbildung 1: Teilnahmequote an der Befragung pro statistischem Bezirk in BonnSeite 11 von 88 4 hoher Bildung in der Haushaltsbefragung überrepräsentiert, während Bonner:innen mit niedrigerer Bildung entsprechend unterrepräsentiert sind. Ebenfalls unterrepräsentiert sind Personen mit eigenem Migrationshintergrund, sowie Ein-Personen Haushalte. Zusammengefasst sind die Teilnehmenden im Durchschnitt also besser gebildet, wohnen eher zentral und häufiger allein und haben seltener einen Migrationshintergrund als die Bonner Gesamtbevölkerung. Der ungleiche Rücklauf aus Stadtgebieten und Bevölkerungsgruppen spielt eine wichtige Rolle bei der Interpretation der Ergebnisse. Obwohl die Daten wichtige Erkenntnisse zu allen Gebieten und Bevölkerungsgruppen liefern, sind die Gesamtergebnisse nicht repräsentativ für alle Bonner:innen, sondern spiegeln vielmehr die Sichtweisen der Teilnehmenden wider. Eine nachträgliche Umgewichtung der Antworten zur Annäherung an die Verteilung der Gesamtbevölkerung anhand der sozio-demographischen Charakteristiken wäre grundsätzlich möglich, würde aber weitere Analysen erfordern, die über den Rahmen der Studie hinausgehen. Daher ist es wichtig, Merkmale wie Bildungsstand, Haushaltsgröße, und Migrationshintergrund bei der Interpretation der Ergebnisse zu berücksichtigen, wie im Ergebnisteil dieses Berichts (Kapitel 3) geschehen. 2.2 Fokusgruppendiskussionen Zur Vertiefung von ersten Erkenntnissen aus der Haushaltsbefragung wurden im März und April 2025 insgesamt vier ergänzende Fokusgruppendiskussionen ausgerichtet (siehe Tabelle 1). Die Einladung zu den Fokusgruppen erfolgt an Teilnehmende der Haushaltsbefragung, die ihr Interesse an einer Teilnahme angegeben haben. Insgesamt gaben 42% der Teilnehmenden ein solches Interesse an, was ein sehr hohes Interesse am Thema und der Klimabefragung attestiert. Die Fokusgruppen fanden mit jeweils 10-15 Personen statt und dauerten ca. 1,5-2 Stunden. Die Diskussionen wurden anonymisiert veranstaltet und dokumentiert, also etwa ohne Namensschilder der Teilnehmenden durchgeführt und Tonaufnahmen, damit Ergebnisse nicht auf einzelne Personen zurückzuführen sind. Die Moderation erfolgte gemeinsam durch die Stadt Bonn und UNU-EHS. Neben ähnlichen Grundfragen, wie beispielsweise Hindernisse von Bürger:innen in Bezug auf Klimahandeln, wurden in jeder der vier Fokusgruppen auch spezifische Themen diskutiert, wie etwa Vorschläge zu Werbeformaten von städtischen Angeboten in Fokusgruppe 2. Tabelle 1: Übersicht über Fokusgruppendiskussionen im Rahmen der Bonner Klimabefragung Nr. Datum (2025) Uhrzeit Anzahl Teilnehmende Thematischer Fokus 1 Di, 25.3. 18:00- 20:00 12 Städtische Förderprogramme und bestehende Lücken sowie Hindernisse für die Inanspruchnahme 2 Sa, 5.4. 10:00- 12:00 15 Vorschläge für Bewerbung bzw. Bekanntmachung von städtischen Angeboten und Zugang zu städtischen Angeboten 3 13:00- 15:00 10 Vereinbarkeit von Klimaschutz und -anpassung und anderen Handlungsprioritäten in Bonn 4 Do, 10.4. 18:00- 20:00 13 Mögliche Hürden für die Teilnahme an Beteiligungsformaten (zusätzliche Fokusgruppe im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Bonn)Seite 12 von 88 5 Eine Übersicht über die Fokusgruppen und die entsprechenden Themenschwerpunkte ist in Tabelle 1 dargestellt. Fokusgruppe Nummer 4 wurde zwar vom Team der UNU-EHS mitbetreut, die Konzeption, Durchführung und Analyse erfolgten jedoch im Rahmen einer Masterarbeit an der Universität Bonn. Die Ergebnisse dieser vierten Fokusgruppe werden in diesem Bericht daher nicht weiter behandelt. 3. Ergebnisse & Diskussion Im Folgenden werden Kernergebnisse der Bonner Klimabefragung zu folgenden Themen vorgestellt: (3.1) Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren, (3.2), Wahrnehmung von Klimarisiken, (3.3) allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen, (3.4) allgemeines Klima- und Umweltverhalten, (3.5) Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen, und (3.6) Kenntnis, Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen. Zusätzlich werden auch zentrale Ergebnisse des Jugend-Befragung (3.7) und der Fokusgruppendiskussionen (3.8) präsentiert. 3.1 Betroffenheit von Klimawandel und Naturgefahren Die bisherige Betroffenheit durch den Klimawandel und Naturgefahren wurde in der Haushalts- befragung von den befragten Bonner:innen generell als sehr gering eingeschätzt. Nur 12% der Befragten gab an, bereits direkt von klimabedingten Naturgefahren betroffen gewesen zu sein (siehe Abbildung 3a). Zusätzlich zur direkten Betroffenheit gab etwa die Hälfte der Befragten (44%) an, indirekt betroffen gewesen zu sein, etwa durch negative Folgen von Naturgefahren für Freunde oder Familie. Auf der anderen Seite berichteten 42% der Teilnehmenden, noch nie in irgendeiner Form betroffen gewesen zu sein. Abbildung 3: (a) Betroffenheit von klimabedingten Naturgefahren der befragten Haushalte allgemein und (b) selbst eingeschätzter Grad der direkten Betroffenheit. Abb. 3b beinhaltet nur Antworten von Erwachsenen. Am häufigsten betroffen waren die Befragten von Starkregen und Hochwassern (73%), gefolgt von Hitze (35%) und Stürmen (30%), während die Betroffenheit durch Waldbrände vergleichsweise gering war (siehe Abb. 29, Anhang I). Zudem gibt es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen statistischen Bezirken in Bonn. Während über ein Viertel der Befragten in Venusberg (27%), Mehlem Rheinaue (26%) und Heiderhof (26%) bereits direkt betroffen war, gab keine:r der Befragten in Bad Godesberg Kurviertel, Godesberg Nord, und Finkenhof an, betroffen gewesen zu sein.Seite 13 von 88 6 Der Grad bzw. die Schwere der direkten Betroffenheit ist überwiegend moderat. Von allen Befragten, die direkt betroffen waren, gaben 8% an, sehr stark (Bewertung „5“ auf einer Skala von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr stark)) und weitere 20% an, stark (Bewertung „4“ von 5), betroffen gewesen zu sein (siehe Abb. 3b). Weitere 35% waren moderat (Bewertung „3“ von 5) betroffen. Dagegen gab etwa ein Drittel (35%) eine Betroffenheit von „2“ oder „1“ von 5 an. 3.2 Wahrnehmung von Klimarisiken Viele Bonner:innen nehmen den Klimawandel als konkretes Risiko für die Stadt wahr und halten das Thema auch im Vergleich zu anderen Handlungsfeldern für sehr relevant. Die Mehrheit der Befragten sieht den Klimawandel als größte Gefahr für Bonn. Wie in Abbildung 4a dargestellt, bewertet fast die Hälfte (43%) der Teilnehmenden Klimawandel und Extremwetterereignisse als problematisch, ausgedrückt durch die Bewertungen „4“ oder „5“ auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch). Für 18% ist der Klimawandel sogar sehr problematisch („5“ von 5). Darüber hinaus sind 79% der Ansicht, dass Klimarisiken in Zukunft noch zunehmen werden, während nur 3% ein abnehmendes Risiko vermuten (Siehe Abb. 27, Anhang I). Besonders die Folgen von Starkregen und Hitze in Bonn werden von den Befragten als sehr großes Risiko wahrgenommen. Mehr als die Hälfte der Befragten (51% bzw. 50%) bewerteten diese beiden Naturgefahren als problematisch („4“ oder „5“ von 5, siehe Abbildung 4b). Hieran lässt sich erkennen, dass Extremwetterereignisse, von denen die Befragten bereits in der Vergangenheit betroffen waren (siehe Kapitel 3.1), auch in Zukunft weiter problematisch eingeschätzt werden. Abbildung 4: Risikobewertung (a) ausgewählter allgemeiner Gefahren und (b) Naturgefahren, jeweils im Bezug auf Bonn. 4b beinhaltet nur Antworten aus der Befragung von Erwachsenen. Neben Klimawandel und Extremwetterereignissen werden wirtschaftliche Probleme (30% mit Bewertung „4“ oder „5“ von 5), und Kriminalität (28% mit Bewertung „4“ oder „5“ von 5) in Bonn als problematisch eingestuft (siehe Abbildung 4a). Krankheiten und Epidemien wurden hingegen als vergleichsweise geringe Gefahr bewertet und von mehr als der Hälfte (51%) als nicht problematisch (Bewertung „0“ oder „1“ von 5) angegeben. Diese Risikobewertung steht - anders als bei den Naturgefahren - im Gegensatz zu jüngeren Erfahrungen in Bezug auf die COVID-19-Pandemie.Seite 14 von 88 7 Obwohl die Folgen des Klimawandels grundsätzlich als Bedrohung für Bonn angesehen werden, gibt es auch einen Teil der Befragten, der dem Thema eher skeptisch gegenübersteht. Wie in Abbildung 5a dargestellt, stimmt ein Fünftel (20%) der Aussage, dass die Folgen des Klimawandels oft übertrieben werden, eher (11%) bzw. voll (9%) zu. Im Stadtbezirk Beuel ist diese Skepsis mit 22% am größten, während sie im Bezirk Bonn mit 16% am geringsten ausfällt. Der Großteil der Befragten stimmt der Aussage jedoch überhaupt nicht (55%) bzw. eher nicht (24%) zu. Auch im Vergleich zu anderen Kommunen in Deutschland ist die Klimarisiko-Wahrnehmung in Bonn hoch. In der deutschlandweiten Umweltbewusstseinsstudie des UBA aus dem Jahr 2024 stimmten insgesamt 33%, also 13% mehr als in der Bonner Klimabefragung, der Aussage voll (14%) bzw. eher (19%) zu, dass wenn es um die Folgen des Klimawandels geht, vieles sehr übertrieben wird (UBA 2025). Im Gegensatz dazu gaben jeweils etwa ein Drittel der UBA Befragten an, dass sie der Aussage eher nicht (28%) und überhaupt nicht (35%) zustimmen (siehe Abbildung 5). Abbildung 5: Bewertung von (a) Klimafolgen in Bonn (Quelle: Bonner Klimabefragung) und (b) in Deutschland (Quelle: UBA 2025) Auf der einen Seite zeigen diese Ergebnisse, dass bei Teilnehmenden in Bonn, sowie in anderen Kommunen, die Wahrnehmung des Klimawandels als Problem deutlich gegenüber der Klimaskepsis überwiegt. Auf der anderen Seite zeigt sich jedoch auch, dass das Thema Klimawandel die Bevölkerung in Bonn stark polarisiert. Das wurde auch durch die inhaltliche Breite der offenen Kommentare in der Haushaltsbefragung deutlich, die von der Anzweiflung des anthropogenen Klimawandels, bis zu großem Zuspruch für die Befragung und dem Wunsch nach deutlich mehr Klimahandeln reichten. Auch in den Fokusgruppen wurde die Polarisierung diskutiert und als zentrale Herausforderung für lokales Klimahandeln herausgestellt. 3.3 Allgemeine Klima- und Umwelteinstellungen Neben der konkreten Wahrnehmung von Klimawandelrisiken umfasste die Bonner Klimabefragung auch Fragen zu allgemeinen Einsteillungen zum Thema Klima und Umwelt, angelehnt an die bereits zitierte Umweltbewusstseinsstudie des UBA (UBA 2023). Einzelne Fragen aus der UBA StudieSeite 15 von 88 8 wurden jedoch leicht umformuliert, um einen besseren Bezug zum Thema Klima herzustellen. Die Daten zu diesen Fragen sollen auch im Bonner Klimakompass2 genutzt werden. Die Ergebnisse zeigen eine weitgehend klima- und umweltfreundliche Einstellung der befragten Bonner:innen (siehe Abbildung 6 und Abbildung 7). 74% stimmten der Aussage voll zu, dass Umweltprobleme sie empören und 66% sind der Meinung, dass jeder Einzelne - sich selbst eingeschlossen - Verantwortung für eine lebenswerte Umwelt trägt. Zudem stimmen 75% der Aussage, dass der Klimawandel nicht schlimm sei, und daher keinen Handlungsbedarf verursacht, überhaupt nicht zu. 57% sehen die Lebensgrundlage in Deutschland durch den Klimawandel bedroht, während 43% der Aussage, dass es sie wütend macht, wenn Deutschland seine Klimaziele verfehlt, voll zustimmen. Abbildung 6: Zustimmung zu Aussagen zum Thema Klima und Umwelt. Frage 16.7 („Wenn es um die Folgen des Klimawandels geht, wird vieles sehr übertrieben“) ist nicht mit abgebildet, da die Ergebnisse bereits im vorherigen Kapitel (3.2, Abb. 5) dargestellt wurden. Auffällig ist, dass die Zustimmung zu bzw. Ablehnung von Aussagen, die auf das eigene Verhalten oder den eigenen Haushalt abzielen, geringer ausfällt. Beispielsweise stimmten 38% der Aussage voll zu, dass für das Klima der eigene Lebensstandard gesenkt werden sollte. Zudem stimmten über 2 www.bonn.de/klimakompassSeite 16 von 88 9 die Hälfte (55%) der Befragten voll bzw. eher zu, dass man sich über Vorschriften von Umweltschützer:innen ärgert und die Hälfte (50%) stimmten voll bzw. eher zu, dass Klimaschutz oft als Vorwand für Preiserhöhungen dient. Abbildung 7: Zustimmung zu weiteren Aussagen zum Thema Klima und Umwelt, Fortführung von Abb. 6 Diese Ergebnisse zeigen, dass die Befragten Klima- und Umweltprobleme allgemein als wichtig betrachten und allgemeinen Maßnahmen mehrheitlich zustimmen, diese Zustimmung jedoch abnimmt, je konkreter die entsprechenden Einschränkungen die einzelnen Haushalte direkt betreffen. Diese Beobachtung soll im Folgenden mit Blick auf Klimahandeln und Umweltverhalten von Haushalten (Kapitel 3.4) weiter untersucht werden. 3.4 Allgemeines Klima- und Umweltverhalten Ähnlich wie im vorigen Unterkapitel wurden Fragen zum Verhalten im Klima- und Umweltschutz auf Basis der Umweltbewusstseinsstudie des UBA (UBA 2023) formuliert und ebenfalls teilweise angepasst. Dabei gaben die Teilnehmenden an, ob Aussagen zu bestimmten Verhaltensweisen auf sie zutreffen oder nicht (siehe Abbildung 8).Seite 17 von 88 10 Am häufigsten gaben die Teilnehmenden an, andere in Gesprächen von Klimaschutzmaßnahmen zu überzeugen (60%). Die Hälfte der Befragten (50%) gaben an, sich für umweltfreundliche Veränderungen am Arbeitsplatz einzusetzen. Geringere Zustimmungsraten gab es für die Unterzeichnung von Klimaschutzpetitionen (45 %), für eigene umwelt- und klimafreundliche Investitionen (42%) und für Boykott klimaschädlicher Unternehmen (37%). Am seltensten gaben Teilnehmende an, sich an städtischen Beteiligungsformaten zu beteiligen (20%), sich persönliche in Klimaschutzinitiativen zu engagieren (7 %), oder in der (Lokal-)Politik aktiv zu werden (5 %). Abbildung 8: Verhalten zu Klimaschutz und -anpassung Die Ergebnisse lassen vermuten, dass die Befragten hauptsächlich handeln, wenn der Aufwand dafür als gering eingeschätzt wird. Alltägliche Handlungen wie Gespräche über Klimaschutz oder Veränderungen im Arbeitsumfeld finden die breiteste Zustimmung. Bei monetären VerpflichtungenSeite 18 von 88 11 oder hohem Aufwand, wie klimafreundlichen finanziellen Investitionen oder das aktive Mitwirken in der Politik, sinkt die Bereitschaft. Bei alltäglicherem Verhalten in Bezug auf Klimaschutz zeigen sich oft ähnliche Muster (siehe Abbildung 9). So gaben Teilnehmende der Klimabefragung an, Verhalten mit vergleichsweise geringem Aufwand oft bzw. sehr oft durchzuführen. Beispielsweise trinken 74% der Befragten sehr oft bzw. immer Leitungswasser (22.1) und 69% nutzen für alltägliche Wege sehr oft bzw. immer Rad, ÖPNV oder gehen zu Fuß (22.3). Auf der anderen Seite gab ca. die Hälfte der Befragten an, selten bzw. nie klimaschonend zu heizen (22.5) oder zu essen (22.9), während mehr als zwei Drittel oft bzw. immer ggf. teurere Haushaltsgeräte mit besonders guter Energieeffizienz (22.1) kauft. Diese Beobachtungen zeigen, dass auch aufwendigere Maßnahmen von vielen Befragten durchgeführt wurden, während Verhaltensweisen mit geringem Aufwand teilweise selten angegeben wurden. Der Aufwand allein entscheidet also nicht ausschließlich über die Umsetzung von Klima- und umweltschonendem Verhalten. Abbildung 9: Klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und DienstleistungenSeite 19 von 88 12 3.5 Umsetzung spezieller Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen Neben dem alltäglichen klima- und umweltschonenden Verhalten hat ein Großteil der Befragten auch bereits spezielle Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umgesetzt. 80% gaben an, bereits Maßnahmen für den Klimaschutz durchgeführt zu haben, während 60% Maßnahmen zur Klimaanpassung realisiert haben (siehe Abbildung 10). Als wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz nutzen 72% der Befragten Ökostrom oder einen Mix aus Öko- und konventionellem Strom, und 38% haben bereits eine energetische Sanierung vorgenommen. Diese technisch bzw. strukturellen Maßnahmen ergänzen die bereits erwähnten klimaschonenden Verhalten, wie etwa die Nutzung des Nahverkehrs oder den Kauf energieeffizienter Geräte (siehe Kapitel 3.4). Abbildung 10: Umgesetzte Maßnahmen in den Bereichen Klimaschutz und -anpassung (Mehrfachantworten bei den Maßnahmenkategorien möglich; Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen). Die zusammengefassten Kategorien Klimaschutz und Klimaanpassung (grün) stellen den Anteil der Teilnehmenden dar, die mindestens eine Maßnahme umgesetzt Zur Klimaanpassung haben bereits 17% der Befragten strukturelle Maßnahmen umgesetzt, ein deutlich geringerer Wert als der Anteil der strukturellen Klimaschutzmaßnahmen (siehe oben). Eine häufig umgesetzte strukturelle Klimaanpassung sind Rückstauklappen, die das Eindringen von Hochwasser ins Gebäude verhindern sollen um Überflutungsschäden vorzubeugen. Wie auch beim umwelt- und klimaschonenden Verhalten (siehe Kapitel 3.4) wurden andere Maßnahmen häufiger umgesetzt. Zur Klimaanpassung sind das vor allem ökonomische Maßnahmen (26%), wie etwa der Abschluss einer Elementar- bzw. Unwetterversicherung, eine Anpassung des eigenen Verhaltens (28%), wie beispielsweise die Vermeidung von stark hitzebelasteten Gebieten, sowie vor allem die eigene Recherche nach relevanten Informationen (29%), etwa über Unwettersituationen oder geeignete Maßnahmen zum verbesserten Schutz vor Gefahren.Seite 20 von 88 13 Die Befragten selbst bewerten ihr eigenes Engagement im Klimaschutz und der Klimaanpassung als hoch, jedoch zumeist nicht als sehr hoch. Nur 5% bewerteten ihr Engagement mit 5 Punkten aus einer Skala von 0 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch), mehr als ein Viertel (26%) zudem mit 4 von 5 Punkten (siehe Abb. 32, Anhang I). Die Bereitschaft der Teilnehmenden, in Zukunft weitere Maßnahmen umzusetzen, ist deutlich höher als das selbst eingeschätzte Engagement. 62% der Teilnehmenden gaben eine hohe Bereitschaft (4 oder 5 auf einer Skala von 0 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch)) für künftige Klimaschutzmaßnahmen an, während 54% eine hohe Bereitschaft für Klimaanpassung ausdrückten (siehe Abb. 34, Anhang I). Es gibt viele Faktoren, die Haushalte motivieren bzw. daran hindern, Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung umzusetzen. Neben dem bereits diskutiertem Aufwand für die Umsetzung von Maßnahmen, der für einige Befragte ein Hindernis für den Klimaschutz darstellt, spielt auch die wahrgenommene Verantwortung für entsprechendes Klimahandeln eine große Rolle (UBA 2023). Mehr als die Hälfte der Befragten bewertet die eigene Verantwortung für Klimaschutz und -anpassung als hoch (27%) bzw. sehr hoch (29%) (siehe Abbildung 11). Im Gegensatz dazu gaben nur 10% an, eine sehr geringe bzw. gar keine Verantwortung bei sich selbst zu verorten. Während für den Großteil der Befragten die eigene Verantwortung also kein wesentliches Hindernis für (weiteres) Klimahandeln darstellt, spielt die Verantwortung anderer Akteure möglicherweise eine wichtige Rolle. So bewerteten 59% der Befragten eine sehr hohe Verantwortung bei Unternehmen und der Wirtschaft, und sogar 70% der Befragten bewerteten die Verantwortung der Bundesregierung als sehr hoch. Der Stadt Bonn wird von 43% eine sehr hohe Verantwortung zugeschrieben, was deutlich höher ist als die eigene Verantwortung, jedoch auch deutlich geringer als die der Bundesregierung. Abbildung 11: Verortung von Verantwortung verschiedener Akteure in Deutschland für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen).Seite 21 von 88 14 Die wahrgenommene höhere Verantwortung anderer Akteure als die eigene Verantwortung stellte sich für viele Befragte als ein zentrales Hindernis für die Umsetzung von Maßnahmen heraus. Das bestätigte sich auch in den Fokusgruppen, in denen oft der Aspekt „Fairness“ im Klimahandeln diskutiert wurde. Unter den Teilnehmer:innen gab es einen grundsätzlichen Konsens, dass andere Akteure, inklusiver der Stadt, eine wichtige Vorreiter-Rolle besitzen, und mit guten Beispiel voran gehen sollten. Das würde dann auch Haushalte motivieren, ihren Teil zum Klimaschutz und der Klimaanpassung beizutragen und dadurch einen positiven Effekt bewirken. Klimahandeln wurde dadurch also als Gemeinschaftsaufgabe angesehen, die jedoch von der Stadt und dem Bund angeführt werden müsste. 3.6 Kenntnis, Nutzung, und Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen Um der angesprochenen Verantwortung für Klimahandeln gerecht zu werden, engagiert sich die Stadt Bonn in der Umsetzung und dem Angebot verschiedene Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Bei der Kenntnis und der Inanspruchnahme gibt es jedoch Unterschiede. Während die knappe Mehrheit (51%) der Befragten den Klimaplan 2035 kennt, gaben nur 16% der Teilnehmenden an, in den letzten zwei Jahren Bildungs-, Kultur-, oder Freizeitangebote mit Klimabezug genutzt zu haben, und nur knapp jede:r Zehnte (9%) beteiligte sich an Mitwirkungsangeboten zu Klimaschutz und -anpassung. Insgesamt werden Klima-Maßnahmen (Klimaschutz und -anpassung zusammengefasst) der Stadt von den Befragten als nicht ausreichend angesehen. Im Schnitt gaben nur 19% der Befragten an, dass aktuelle Maßnahmen genau richtig seien, während 44% städtische Maßnahmen als „zu wenig“ bewerten (siehe Abbildung 12). Im Gegensatz dazu gaben 10% an, dass die Stadt zu viel Klimaschutz und -anpassung betreibt. Maßnahmen im Klimaschutz wurden sogar von 13% als „zu viel“ bewertet, während der Wert bei der Klimaanpassung mit 7% niedriger ausfällt. Hier zeigt sich erneut die Polarisierung des Themas zwischen Befragten, die mehr Klimahandeln von der Stadt fordern, und denen, die sich weniger Maßnahmen wünschen. Zusätzlich hat ca. ein Viertel (27%) der Teilnehmenden keine Angabe zu dieser Frage gemacht. Basierend auf Erkenntnissen aus den Fokusgruppen lässt sich dieser Wert auch auf die bereits erwähnte geringe Kenntnis von Maßnahmen zurückzuführen, die eine Bewertung erschwert. Ein spezieller Fokus der Bonner Klimabefragung lag auf der Analyse von drei ausgewählten städtischen Förderprogrammen, die Bürger:innen bei der Umsetzung eigener Klima-Maßnahmen unterstützen sollen. Die drei untersuchten Programme „Förderprogramm Begrünung“, „Förderprogramm Solares Bonn“, sowie das Beratungsangebot der Bonner Energie Agentur (BEA) wurden in enger Absprache mit verschiedenen Ämtern der Stadt und mit Hinblick auf die Abdeckung Abbildung 12: Bewertung städtischer Klima- Maßnahmen (Klimaschutz und -anpassung) Abbildung 12: Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen (Klimaschutz und -anpassung)Seite 22 von 88 15 von Klimaschutz und -anpassung ausgewählt. Ein kurzer Überblick über diese Förderprogramme findet sich in Box 1. Die Kenntnis und Nutzung der ausgewählten Programme sind ähnlich wie bei allgemeinen Angeboten der Stadt relativ gering. Im Schnitt kannte knapp ein Viertel der Teilnehmenden die jeweiligen Förderprogramme, mit der höchsten Kenntnis für das Programm Solares Bonn (28%) und der geringsten Kenntnis beim Programm Begrünung (19%) (siehe Abbildung 13). Abbildung 13: Kenntnis (äußerer Kreis), relative Nutzung durch Personen, die das Programm kennen (innerer Kreis), und gesamte Anzahl an Nutzern der Förderprogramme Begrünung (a), Solares Bonn (b), und des Beratungsangebots der Bonner Energie Agentur (BEA). Die Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen, im Fall von Begrünung und Energieberatung sind die Antworten beschränkt auf Hauseigentümer*innen. Die Inanspruchnahme der Programme variierte jedoch sehr stark. Mit insgesamt 12 Nutzer:innen aus allen Befragten (entspricht ca. 1%) wird das Förderprogramm Begrünung nur sehr selten in Anspruch genommen. Zudem ist der relative Anteil der Nutzer:innen an den Befragten, die Box 1: Ausgewählte Förderprogramme der Stadt Bonn für Klimaschutz und -anpassung Förderprogramm Begrünung Das Programm fördert Gebäudebegrünungen sowie die Entsiegelung und Begrünung von Flächen. Bonner:innen werden sowohl beratend als auch finanziell unterstützt. Förderprogramm Solares Bonn Das Programm fördert Photovoltaikanlagen finanziell mit bis zu 300 Euro pro installiertem Kilowatt Peak und für Solarthermie-Anlagen mit bis zu 150 Euro pro installiertem Quadratmeter Absorberfläche. Neben größeren Anlagen werden auch kleine, sogenannte Balkonkraftwerke gefördert und richtet sich dadurch an Eigentümer:innen und Mieter:innen zugleich. Beratungsangebot der Bonner Energie Agentur (BEA) Die Bonner Energie Agentur bietet Eigentümer:innen Beratung zu den Themen erneuerbare Energien (z.B. Strom & Heizung) sowie energieeffizientes Bauen und Sanieren an.Seite 23 von 88 16 angegeben haben, das Programm Begrünung zu kennen, mit 7% ebenfalls gering. Das Programm Solares Bonn wird mit insgesamt 158 Nutzer:innen (7%) absolut am häufigsten in Anspruch genommen. Auch der relative Anteil der Nutzer:innen an den Befragten, die das Programm kennen, ist mit 25% deutlich höher. Der höchste relative Nutzungsanteil wurde jedoch beim Beratungsangebot der BEA beobachtet. Absolut gaben 11% der Befragten an, das Angebot bereits genutzt zu haben. Nur bezogen auf die Befragten, die das Angebot kennen, liegt die relative Nutzung sogar bei 46%, das heißt, dass fast die Hälfte der Befragten, die das Angebot kennen, dieses auch bereits in Anspruch genommen haben. Die Kenntnis und Nutzung der Förderprogramme hängen stark von verschiedenen Haushalts- Charakteristika ab. Beispielsweise haben die Bildung, die Wohnfläche des Haushalts, und die Dauer, die die Befragten bereits in Bonn leben, sowie der eigene Migrationshintergrund einen wichtigen Einfluss auf die Kenntnis der Förderprogramme. So kennen beispielsweise deutlich mehr Befragte mit hoher Bildung und großer Wohnfläche die jeweiligen Programme als Bonner:innen mit geringer Bildung und kleiner Wohnfläche3. Im Gegensatz dazu besteht ein negativer Zusammenhang zwischen der Kenntnis und Migrationshintergrund. So kennen deutlich weniger Befragte mit eigenem Migrationshintergrund die Programme (für erweiterte Ergebnisse, siehe Anhang II). Die Gründe für die teilweise geringe Nutzung der Programme variiert ebenfalls stark für die drei Programme. Obwohl in offenen Kommentaren zu Hindernissen bei der Inanspruchnahme oft gleiche Gründe genannt wurden, unterscheidet sich die Relevanz dieser Faktoren je nach Programm (siehe Abbildung 14). Abbildung 14: Angegebene Hauptgründe für die Nichtnutzung der ausgewählten Förderprogramme (gruppiert anhand der offenen Kommentare, Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) 3 Statistisch signifikante Zusammenhänge zwischen Kenntnis der Förderprogramme und Haushalts Charakteristika: Bildung: positiver Zusammenhang - Jedes zusätzliche Bildungsjahr erhöht im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit, dass Teilnehmende die folgenden Programme kennen: „Begrünung“ um 5 Prozentpunkte, „Solares Bonn“ und „Beratungsangebot der BEA“ um 3 Prozentpunkte Wohnfläche: positiver Zusammenhang - Pro 100qm zusätzliche Wohnfläche steigt im Durchschnitt die Wahrscheinlichkeit, dass Teilnehmende die folgenden Programme kennen: „Begrünung“ um 9 Prozentpunkte, „Solares Bonn“ um 8 Prozentpunkte, „Beratungsangebot der BEA“ um 12 ProzentpunkteSeite 24 von 88 17 Als wesentliche Hindernisse für die Nutzung des Förderprogramms Begrünung wurden hauptsächlich technische und bauliche Einschränkungen (21%), geringes Interesse und wenig Bedarf (20%), und eine alternative Umsetzung einer Begrünung ohne Inanspruchnahme des Programms (19%) genannt. In einer Fokusgruppe wurde beispielweise erwähnt, dass bei einem Teilnehmenden eine konkrete Anfrage zur Begrünung an einen Fachbetrieb aus technischen Gründen vom Betrieb abgelehnt wurde. Bei den Befragten, die das Beratungsangebot der BEA nicht in Anspruch genommen haben, überwiegten alternative Beratungsangebote anderer Anbieter bzw. eine alternative Umsetzung von Maßnahmen ohne Beratung (31%), geringes Interesse und wenig Bedarf (28%), sowie zeitliche Gründe (17%). Beim Programm Solares Bonn wurden vor allem Mietverhältnisse (36%), aber auch technische und bauliche Einschränkungen (18%), und finanzielle Gründe (15%) als Hindernisse angegeben. Beispielweise wurde in einer der Fokusgruppen diskutiert, dass die Fördersumme so gering ist, dass die Förderung bei der eigentlichen Entscheidung, eine Photovoltaikanlage zu beschaffen, so gut wie keine Rolle spielt. Das zeigt sich teilweise auch in der abgefragten Wichtigkeit der Programme für die eigentliche Umsetzung. So gaben 11% der Befragten an, dass das Förderprogramm Solares „völlig unwichtig“ für Ihre Beschaffung einer Photovoltaikanlage gewesen sei (siehe Abbildung 15). Weitere 14% bzw. 12% bewerteten die Wichtigkeit des Programms für ihre Entscheidung mit „1“ bzw. „2“ auf einer Skala von 0 (völlig unwichtig) bis 5 (sehr wichtig). Im Allgemeinen zeigen die Antworten jedoch, dass die Programme für die Mehrheit der Befragten als wichtig bewertet werden. Vor allem das Förderprogramm Begrünung scheint eine erhebliche Rolle für die Umsetzung zu spielen, da 25% das Programm als „sehr wichtig“ und weitere 41% als wichtig (Bewertung „4“ von 5) angegeben haben4. Abbildung 15: Bewertung der Wichtigkeit der Förderprogramme, um die jeweiligen Maßnahmen umzusetzen. 4 Zu beachten ist, dass die Angaben für das Förderprogramm Begrünung nur auf Antworten von 12 Befragten beruhen und daher mit Vorsicht interpretiert werden sollten.Seite 25 von 88 18 3.7 Ergebnisse des Jugendfragebogens Wie bereits zuvor beschrieben, wurde eine leicht abgeänderte und gekürzte Version der Befragung gezielt an Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren versendet. Insgesamt haben 80 Jugendliche an der Befragung teilgenommen. Diese Antworten sind zwar in den geschilderten Ergebnissen der vorherigen Kapitel integriert sofern die Fragen vom Wortlaut her vergleichbar waren. Durch die insgesamt geringe Zahl von 80 Teilnehmenden, was je nach Frage nur etwa einen Anteil von ca. 3% an allen Antworten (inkl. der Erwachsenen) entspricht, und damit wenig Gewicht in den Gesamtergebnissen findet, sollen einzelne Ergebnisse - vor allem zur Risikowahrnehmung und klima- bzw. umweltschonendem Verhalten - hier jedoch nochmal separat bzw. im Vergleich zu den Erwachsenen beschrieben werden. Abbildung 16: Risikobewertung ausgewählter Gefahren von Jugendlichen im Vergleich zu ErwachsenenSeite 26 von 88 19 Insgesamt zeigt sich, dass die Risikowahrnehmung bei Jugendlichen oft geringer ist, als die der Erwachsenen (siehe Abbildung 16). Beispielsweise bewerten 21% bzw. 9% der Jugendlichen den Klimawandel bzw. Extremwetterereignisse als problematisch (Bewertung 4 von 5) bzw. sehr problematisch (Bewertung von 5 von 5), während der entsprechende Anteil bei den Erwachsenen bei 25% bzw. 18% liegt. Auch anderen Gefahren, wie Kriminalität oder Wirtschaftliche Probleme bzw. Armut, bewerten Jugendliche weniger problematisch, wobei der Unterschied bei der Wahrnehmung von Klimawandelrisiken größer ausfällt. Abbildung 17: Verhalten zu Klimaschutz und -anpassung bei Jugendlichen im Vergleich zu Erwachsenen (Hinweis: einige Fragen wurden für die Jugendlichen leicht angepasst, in diesem Fall sind in der Abbildung beide Fragen enthalten) Ein ähnliches Muster zeigt sich auch beim klima- und umweltschonenden Verhalten (siehe Abbildung 17). Während sich beispielsweise 51 % der befragten Erwachsenen am Arbeitsplatz für umweltfreundliche Veränderungen einsetzen, setzen sich vergleichsweise nur 28 % der Jugendlichen in Schule, Ausbildungsstätte oder am Arbeitsplatz dafür ein. Auch das ÜberzeugenSeite 27 von 88 20 anderer Personen vom Klimaschutz in Gesprächen wurde absolut von 17% mehr Erwachsenen als Jugendlichen angegeben und der Boykott von umwelt- und klimaschädlichen Firmen von 11% mehr Erwachsenen. Nur bei der Teilnahme an Klima-Demonstrationen und beim Engagement in Gruppen für Klimahandeln ist das Engagement zwischen Erwachsenen und Jugendlichen so gut wie gleich. Weitere Ergebnisse für Jugendliche können in Abbildung 45, 46 und 47 im Anhang I gefunden werden. 3.8 Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen Wie im Abschnitt 2.2 beschrieben, haben ca. 42% der Teilnehmenden innerhalb der Befragung Ihr Interesse an der Teilnahme an Fokusgruppendiskussionen bekundet und Ihre Kontaktinformationen angegeben. Nach einer ersten Analyse der Befragungsdaten wurde jeweils ein Kernthema für drei Fokusgruppen definiert. Basierend auf dem Kernthemen wurden dann gezielt Teilnehmende für die Diskussionen ausgewählt (siehe Tabelle 2). Die Vorauswahl diente dazu, Fragen nach städtischen Angeboten gezielter zu stellen und beispielsweise Beweggründe oder Hindernissen für die Inanspruchnahme zu diskutieren. Tabelle 2: Übersicht der Kriterien zur Wahl der Teilnehmenden und Leitfragen der Fokusgruppen Nr. Leitfragen Teilnehmende, Kriterien 1 • Was hat Sie konkret dazu bewogen, bestehende städtische Angebote in Anspruch zu nehmen? • Welche Hindernisse gibt es Ihrer Meinung nach für Haushalte, trotz hoher Bereitschaft mehr Klimaschutz und -anpassung zu betreiben? • Anzahl Teilnehmende: 11 • Zielgruppe: Befragte, die bereits Beteiligungsangebote (in Bonn oder allgemein) wahrgenommen haben, oder eines der Förderprogramme der Stadt in Anspruch genommen haben. 2 • Welche Hürden eine Inanspruchnahme der bestehenden städtischen Angebote? • Welche Angebote fehlen Ihnen in der Stadt Bonn? • Woran liegt nach Ihrer Meinung diese Lücke zwischen Bewusstsein und Verhalten bzw. Handeln? • Anzahl Teilnehmende: 15 • Zielgruppe: Befragte, die keine Beteiligungsangebote in Bonn oder allgemein wahrgenommen haben, oder eines der Förderprogramme der Stadt in Anspruch genommen haben, jedoch eine hohe Risikowahrnehmung oder bereits Maßnahmen umgesetzt haben. 3 • Wie könnte die Inanspruchnahme der bestehenden städtischen Angebote erhöht werden und welche Angebote fehlen Ihnen? • Woran liegt nach Ihrer Meinung die Lücke zwischen Bewusstsein und Verhalten bzw. Handeln? • Anzahl Teilnehmende: 10 • Zielgruppe: Befragte, die keine Beteiligungsangebote (in Bonn oder allgemein) wahrgenommen haben, keines der Förderprogramme der Stadt in Anspruch genommen haben, keine eigenen Maßnahmen umgesetzt haben und gleichzeitig eine geringe Risikowahrnehmung habenSeite 28 von 88 21 Die Diskussionen wurden zwar anhand der in Tabelle 2 aufgeführten Leitfragen eröffnet, doch im weiteren Verlauf bestimmten die Teilnehmenden selbst, welche Schwerpunkte sie innerhalb dieses Themenrahmens setzen wollten. Abbildung 18: Aufnahme aus einer der Fokusgruppendiskussionen Insgesamt drehten sich die Diskussionen - trotz teilweise unterschiedlicher Leitfragen – im Wesentlichen um drei Kernthemen: Mobilität, Kommunikationskanälen, sowie Vorbildfunktion und Bürgernähe der Stadtverwaltung. Diese sollen im Folgenden kurz geschildert werden und sind in Tabelle 3 zusammengefasst. Mobilität (Kernthema 1) wurde gruppenübergreifend stark diskutiert, obwohl es in den Leitfragen und der Befragung nur begrenzt aufgegriffen wurde. Auffällig ist, dass Mobilität als konkretes Handlungsfeld wahrgenommen wurde, während breitere Nachhaltigkeitsthemen deutlich weniger Beachtung fanden. Dies zeigen Aussagen wie: „Mehr Personal im ÖPNV“ [FGD3], „Quartiersparkgaragen einrichten, wo es sinnvoll ist [mit Verweis auf die (z.B. Altstadt]“ [FGD3], „Carsharing Angebot“ [FGD2] oder „Leihoption für Lastenräder“ [FGD2]. Gleichzeitig wurde Mobilität auch als strukturell herausforderndes und teilweise polarisierendes Thema verstanden, wie die Kritik „es fehlt der ‚rote Faden‘, es braucht ein Gesamtkonzept bei der Verkehrsplanung“ [FG2] zeigt. Einerseits wurde vor allem die Verbesserung der Mobilität, insbesondere von Radwegen und ÖPNV, als Kernaufgabe der Stadt gesehen, die nur durch ambitioniertere Maßnahmen erfolgen kann. Dabei waren sich die Teilnehmenden auch der Tatsache bewusst, dass dafür Abstriche, beispielsweise beim Parkraum, erfolgen müssten. Andererseits wurde das Thema Mobilität oft herangezogen, wenn es um Beispiele für mangelnde Kommunikation über anstehende Baumaßnahmen oder behördliche Zusammenarbeit ging, beispielsweise zwischen Grünraummanagement und Verkehrsplanung. Insgesamt waren die meisten Teilnehmenden mitSeite 29 von 88 22 einem klimabewussteren Mobilitätskonzept durchaus einverstanden, kritisierten aber Umsetzung auf sehr lokaler Ebene und die Informationsvermittlung. Beispielsweise scheiterte laut einiger Teilnehmer:innen die verstärkte Nutzung von Radwegen daran, dass man sich dort (noch) nicht sicher genug fühlt. Kommunikation (Kernthema 2) wurde in allen Gruppen kritisch diskutiert, allerdings aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Teilnehmende forderten einerseits eine zielgerichtete und persönlichere Ansprache durch die Stadt, etwa: „Vorbild bei Informationen zu Baustellen der DB, einen ‚persönlichen Touch‘ reinbringen in die Informationsvermittlung“ [FGD3]. Ebenso wurde der Wunsch nach mehr Transparenz hinsichtlich Dauer, Nutzen und Fortschritt städtischer Maßnahmen geäußert: „es bestehen Kosten bei Maßnahmen, der Nutzen muss aber klar kommuniziert werden“ [FGD1] oder „es entsteht Frustration, weil Prozesse dauern“ [FGD1]. Andererseits setzten sich Teilnehmende kritisch mit der Sichtbarkeit der Stadtverwaltung, der Anzahl und Auffindbarkeit der Informationen sowie die Funktionalität bestehender Kommunikationskanäle auseinander. Genannt wurde etwa: „feste städtische Stellen der Stadt [an denen ich Informationen bekomme], auch feste Termine, zum Beispiel am Markt(platz)“ [FGD1], „‚bonn-macht-mit.de‘ kennt keine:r“ [FGD3], „mehr KI zur Unterstützung bei Suche auf bonn.de“ [FGD3] und „wie schnell erkenne ich Angebote für mich von der Stadt?“ [FGD2]. Kern der Diskussion war in diesem Fall weniger die Information an sich, sondern die Vielfalt an Medien und Kanälen in Bonn, aber auch zu Klimathemen allgemein. Gewünscht wurde in diesem Zusammenhalt die Schaffung eines (virtuellen) Ortes, an dem alle Informationen auffindbar sind, ohne dass man mehrere Websites oder Kanäle aufsuchen muss. Vorbildfunktion und Bürgernähe der Stadtverwaltung (Kernthema 3) bildeten einen weiteren zentralen Diskussionspunkt. Teilnehmende betonten die Bedeutung kultureller und emotionaler Identifikation mit der Stadt: „Faktoren finden, mit denen sich Bonner identifizieren [Beethoven, Bild schaffen, UN/Umwelt/Klima, ‚lass uns Vorbild sein‘]“ [FGD3], und formulierten Erwartungen an die Stadt, diese Bindung zu fördern: „Grundbegeisterung soll auch da sein, man sollte sich ‚verpflichtet fühlen‘“ [FGD3]. Ein positive Politikansatz wurde gegenüber repressiven Maßnahmen bevorzugt: „mehr über Anreize arbeiten, zum Beispiel über ÖPNV, nicht nur Verbot)“ [FGD2], wobei Kontrolle dennoch als notwendig erachtet wurde: „Bußgelder erhöhen, bewusst einsetzen und kommunizieren“ [FGD2]. Abschließend wurde eine engere Zusammenarbeit mit lokalen Nachbarschaften und Netzwerken empfohlen. Diese seien oft wirksamere Vermittlungsinstanzen als Behörden: „existierende Netzwerke benutzen, zum Beispiel nebenan.de“ [FGD3]; „Informationen über Nachbarschaft sind einfacher als über Behörden“ [FGD3]. Tabelle 3: Übersicht der Ergebnisse der Fokusgruppendiskussionen Nr. Kernthemen Erläuterung 1 Mobilitätsthemen prägen den Klima- und Nachhaltigkeitsdiskurs • Nachhaltigkeit wird von Bürger:innen häufig auf das Thema Mobilität reduziert. • Mobilität gilt als übergreifendes, aber auch sensibles Thema für Bürger:innen. 2 Von Seiten der Stadtverwaltung wird mehr und bessere Kommunikation gewünscht. • Ansprache der Stadtverwaltung sollte zielgerichteter und persönlicher erfolgen. • Es besteht Bedarf für mehr Transparenz bezüglich der erwarteten Dauer, der Vorteile und des Fortschritts von Maßnahmen.Seite 30 von 88 23 • Die Sichtbarkeit der Stadtverwaltung sowie die Funktionalität der Kommunikationskanäle zeigen Verbesserungsbedarf. 3 Die Stadtverwaltung sollte als Vorbild agieren und den Bürger:innen näher sein. • Die Stadtverwaltung sollte stärker an die persönlichen Ziele, Motivationen und Sorgen der Bürger:innen anknüpfen. • Anreize zur Förderung nachhaltigen Verhaltens – ergänzend zu bestehenden Verboten – wurden von Teilnehmenden als positiver Politikansatz bewertet. • Eine engere Zusammenarbeit mit Nachbarschaften wird gewünscht. 4. Fazit und Handlungsempfehlungen • Insgesamt ist Umwelt- und Klimabewusstsein unter den Befragten hoch (auch im Vergleich zur UBA-Studie). Während der Anteil der Personen, die bereits vom Klimawandel bzw. von Naturgefahren direkt betroffen waren, eher gering ist, ist der Anteil der indirekt Betroffenen groß. Zudem wird das Risiko als steigend wahrgenommen. Klimawandel wird auch im Vergleich zu anderen Risiken als dringendes Problem in Bonn empfunden. • Die Teilnehmer:Innen sehen eine geringere Verantwortung für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen bei der Stadt Bonn als bei Akteuren auf Landes- und Bundesebene und der Wirtschaft. Sie sehen die Stadt aber in einer größeren Verantwortung als sich selbst, was die Möglichkeit bieten kann, eine Vorbildrolle einzunehmen, und so mehr Handeln auf Haushaltsebene auszulösen. • Der Stadt Bonn wird eine Vorbildrolle in Klimaschutz und -anpassung zugeschrieben. Maßnahmen sollen aber klar kommuniziert werden, inklusive ihrer möglichen negativen Folgen für einige Gruppen, um die Zustimmung breiter Teile der Bevölkerung zu gewährleisten. Während in den Fokusgruppen der Wunsch, vor allem über Anreize zu arbeiten, ausgedrückt wurde, wurde auch reflektiert, dass teilweise auch Verbote nötig sein können, um den nötigen Wandel innerhalb kurzer Zeit herbeizuführen. • Seitens der Stadt sollte besonders auf bestehende Hindernisse eingegangen werden, die interessierten Bonner:Innen bisher die Inanspruchnahme von Förderprogrammen verwehren. Dazu gehört beispielsweise die Prüfung von Programmen für Mieter:Innen, bei denen großes Interesse besteht, die aber bisher in vielen Programmen keine Anträge stellen können oder über diese Möglichkeit nicht Bescheid wissen. • Es gibt eine große Zahl an bereits umgesetzten persönlichen Maßnahmen in Klimaschutz und -anpassung. Das eröffnet die Möglichkeit, an spezifische städtische Maßnahmen zu deren Unterstützung zu denken, wie beispielsweise den Umstieg auf den ÖPNV oder das Fahrrad, aber auch die Unterstützung von Maßnahmen in der eigenen Wohnung oder auf dem eigenen Grundstück. Darüber könnten mehr Synergien mit der bereits bestehenden Initiative auf individueller oder Haushaltsebene geschaffen werdenSeite 31 von 88 24 • Die Inanspruchnahme städtischer Maßnahmen steht im Zusammenhang mit der Größe der Wohnfläche, der Größe des Haushaltes und der Umsetzung eigener Maßnahmen in Klimaschutz und -anpassung. Zusätzlich scheint höhere Bildung ein Faktor für mehr Umsetzung zu sein. Im Umkehrschluss ergibt sich daraus der Bedarf, gezielt Information und Maßnahmen für bisher weniger angesprochene Bevölkerungsgruppen zu entwickeln. • Der Großteil der Teilnehmenden ist selbstkritisch und bewertet das eigene Engagement in Klimaschutz und Klimaanpassung als ausbaufähig. Gleichzeitig ist die Bereitschaft, mehr zu tun, groß. Hier kann die Stadt Bonn ansetzen, indem sie Teilnahmeformate schafft und gezielt auf Informationen und Unterstützung für besonders effektive strukturelle Maßnahmen setzt. • Anhand der Befragungsergebnisse lässt sich nicht feststellen, ob eigene Klimaschutz- und - anpassungsmaßnahmen städtische Maßnahmen ergänzen oder mit ihnen konkurrieren. Austauschformate könnten hier helfen, besser zu erfassen, was bereits von Bonner Bürger:Innen umgesetzt wird und wo Synergien mit städtischen Formaten geschaffen werden könnten. Dafür könnten bestehende Formate wie die Klimaviertel dienen.Seite 32 von 88 25 5. Anhang I: Weitere Statistiken In diesem Anhang sind weitere Ergebnisse der Klimabefragung zusammengefasst. Enthalten sind Ergebnisse zu Wohnsituation und sozio-demographischen Charakteristika (5.1), Risiko- wahrnehmung (5.2), Engagement in Klimaschutz und -anpassung (5.3), eigene Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung (5.4), städtische Angebote und Unterstützung (5.5) und weitere Ergebnisse des Jugendfragebogens (5.6) dar. Ähnlich wie in den vorherigen Kapiteln wird hier auch jeweils erwähnt, wenn sich Abbildungen nur aus dem Erwachsenen- oder Jugendfragebogen speisen. 5.1 Wohnsituation und sozio-ökonomische Charakteristika Abbildung 19: Anzahl an Jahre, die Teilnehmende bereits in Bonn leben Abbildung 20: Anzahl an Jahren, die Teilnehmende bereits in ihrer aktuellen Wohnung/Ihrem Haus leben 32% 21% 17% 11% 8% 6% 3% 2% 0% 10% 20% 30% 40% 0-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51-60 61-70 71+ Jahre 3.1: Seit wie vielen Jahren leben Sie in Bonn? (N = 2341) 55% 24% 13% 5% 1% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 0-10 11-20 21-30 31-40 41-50 51+ Jahre 3.2: Seit wie vielen Jahren leben Sie in Ihrer aktuellen Wohnung/Ihrem Haus (N = 2337)Seite 33 von 88 26 Abbildung 21: Personenanzahl im Haushalt der Teilnehmenden. Abbildung 22: Etage(n) in der/denen Teilnehmende wohnen. (Mehrfachantworten bei den Etagen möglich, wenn Wohnung bzw. Haus sich über mehrere Etagen erstrecken) 25% 41% 14% 14% 4% 1% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 1 2 3 4 5 6 7+ Personenanzahl 5: Wie viele Personen leben zurzeit ständig in Ihrem Haushalt? (N = 2311)Seite 34 von 88 27 Abbildung 23: Wohnungsflächenverteilung der Wohnung/des Hauses von Teilnehmenden. Begrenzt auf Haushalte, die eine Wohnfläche von weniger als 500 m2 haben) Abbildung 24: Zusätzliche Merkmale der Wohnungen/Häuser der Teilnehmenden. (Mehrfachantworten möglich)Seite 35 von 88 28 Abbildung 25: Wohnsituation der Teilnehmenden. Abbildung 26: Erwerbstätigkeitstatus der Teilnehmenden (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) 56% 42% 1% 1% 9: Wohnen Sie zur Miete oder gehört Ihnen das Haus/ die Wohnung, in dem/der Sie leben? (N = 2263) Mieter*in Eigentümer*in Andere (z.B. Sozialwohnung) Weiß nicht 48% 21% 16% 9% 2% 2% 2% 38: Sind Sie zur Zeit erwerbstätig? (N = 2261) Vollzeit Erwerbstätig Rentner:in Teilzeit Erwerbstätig Student/Ausbilding Anderes Nicht erwerbstätig/arbeitslos Mutterschutz/Elternzeit Weiß nichtSeite 36 von 88 29 Abbildung 27: Thematischer Bezug der Erwerbstätigkeit der Teilnehmenden zu Klimaschutz und/oder -anpassung (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) Abbildung 28: Netto-Haushaltseinkommen der Teilnehmenden (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) 24% 25% 51% 1% 39: Haben oder hatten Sie in Ihrer Ausbildung oder Ihrer jetzigen oder früheren Erwerbstätigkeit mit den Themen Klimaschutz und/oder Klimaanpassung zu tun? (N = 2256) Ja Teilweise Nein, überhaupt nicht Weiß nicht 5% 10% 15% 16% 14% 13% 21% 7% 0% 10% 20% 30% Weniger als 1.000 € 1.000 bis 1.999 € 2.000 bis 2.999 € 3.000 bis 3.999 € 4.000 bis 4.999 € 5.000 bis 5.999 € 6.000 € und mehr Weiß nicht 40: Was ist Ihr monatliches Netto-Haushaltseinkommen? (N = 2253)Seite 37 von 88 30 5.2 Risikowahrnehmung Abbildung 29: Schätzung von klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn bis 2035 Abbildung 30: Anzahl der Haushalte, die bereits durch Extremwetterereignisse/Naturgefahren in Bonn betroffen waren 79% 15% 3% 3% 11: Wie schätzen Sie die Veränderung von klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn bis 2035 im Vergleich zur aktuellen Situation ein? (N = 2344) Nehmen zu Bleiben gleich/unverändert Weiß nicht Nehmen abSeite 38 von 88 31 Abbildung 29: Anzahl der Haushalte, die bereits durch Extremwetterereignisse/Naturgefahren in Bonn betroffen waren Abbildung 31: Anzahl der Haushalte, die bereits durch Extremwetterereignisse/Naturgefahren außerhalb Bonns betroffen warenSeite 39 von 88 32 5.3 Engagement für Klimaschutz und -anpassung Abbildung 32: Schätzung des persönlichen Engagements und Möglichkeiten für Klimaschutz und -anpassung (Ergebnisse zu Möglichkeiten enthalten nur Antworten von Erwachsenen) Abbildung 33: Schätzung des bisherigen Engagements, Verantwortung und Möglichkeiten zwischen Klimaschutz und -anpassung (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)Seite 40 von 88 33 Abbildung 34: Bereitschaft für zusätzliche Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen Abbildung 35: Schätzung des Engagements der Stadt Bonn in Klimaschutz und -anpassungSeite 41 von 88 34 5.4 Eigene Maßnahmen für Klimaschutz und -anpassung Abbildung 36: Stromversorgung der Haushalte nach Stromart (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) Abbildung 37: Energetischer Sanierungsstatus der Wohnungen/Häuser der Teilnehmenden (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) 43% 29% 12% 1% 15% 23: Welchen Strom nutzen Sie zuhause? (N = 2245) Ökostrom Strom Mix Konventioneller Strom Anderer Weiß nicht 38% 29% 13% 20% Q24: Wurde Ihre Wohnung/Ihr Haus in den letzten 20 Jahre energetisch saniert? (N = 2265) Ja Nein Nicht zutreffend Weiß nichtSeite 42 von 88 35 Abbildung 38: Durchgeführte Sanierungsmaßnahmen in zutreffenden Wohnungen/Häuser von Teilnehmenden. (Mehrfachantworten waren möglich, Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen) Abbildung 39: Nutzung von Verkehrsmitteln im AlltagSeite 43 von 88 36 Abbildung 40: Bereits umgesetzte Klimaanpassungsmaßnahmen (Ergebnisse zu ökonomischer sowie struktureller & technologischer Klimaanpassung enthalten nur Antworten von Erwachsenen) 5.5 Städtische Angebote und Unterstützung Abbildung 41: Bewertung der Relevanz von Förderprogrammen/Beratung für die Umsetzung der Maßnahme (Abbildung enthält nur Antworten von Erwachsenen)Seite 44 von 88 37 Abbildung 42: Kenntnis, Nutzung von oder Teilnahme an weiteren städtischen Maßnahmen oder Angeboten Abbildung 43: Nutzung von öffentlichen Grünflächen in Bonn Abbildung 44: Einbindung und Partizipationsmöglichkeiten in der Wohngegend/dem Viertel der TeilnehmendenSeite 45 von 88 38 5.6 Weitere Ergebnisse des Jugendfragebogens Abbildung 45: Zustimmung zu Aussagen zu Klima und Umwelt. (Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen) Abbildung 46: Bewertung städtischer Klima-Maßnahmen. (Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen) 52% 22% 10% 18% 30: Einschätzung städtischer Klimamaßnahmen (N = 77) zu wenig genau richtig zu viel keine AngabeSeite 46 von 88 39 Abbildung 47: Klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen. (Abbildung enthält nur Antworten von Jugendlichen)Seite 47 von 88 40 6. Anhang II: Ökonometrische Analysen zu Förderprogrammen Tabelle 4: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des Förderprogramms Begrünung. Variable (1) (2) (3) (4) (5) Alter -1.90 (1.59) -1.90 (1.59) -0.46 (1.40) -2.71 (1.70) -2.76 (1.68) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] 1.09 (4.21) 1.09 (4.21) 4.57 (3.67) -27.25* (16.28) -26.99* (16.16) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] * Alter 4.95* (2.72) 4.90* (2.69) Akademiker:in [Ja, Nein] 16.41** (6.96) 15.63** (6.43) Bildung in Jahre 4.69** (1.99) 4.64** (1.98) Einkommen > 6000 EUR [Ja, Nein] -2.46 (5.32) Einkommen 0.19 (0.22) Einkommen * Haushaltsgröße -0.01 (0.07) Weiblich [Ja, Nein] -1.69 (3.41) -1.69 (3.41) 0.24 (3.02) -1.74 (3.40) -1.50 (3.36) Haushaltsgröße -1.36 (1.78) -1.36 (1.78) 1.92 (4.08) -1.25 (1.77) -1.24 (1.74) Jahre in Bonn (pro 10 Jahre) 2.13** (1.03) 2.13** (1.03) 1.75** (0.88) 2.03** (1.03) 2.11** (1.01) Kinder im Haushalt [Ja, Nein] 3.51 (4.68) 3.51 (4.68) 3.93 (4.47) 3.23 (4.66) 3.10 (4.60) Migrationshintergrund [Ja, Nein] -1.72 (6.26) -1.72 (6.26) 4.21 (5.32) -2.09 (6.34) -2.16 (6.32) HH Größe in m2 (pro 100 m2) 9.31*** (3.56) 9.31*** (3.56) 9.03** (3.56) 9.23*** (3.50) N 590 590 709 590 598 Freiheitsgrade des Modells 9 9 10 10 10 Freiheitsgrade der Residuen 580 580 698 579 587 Log-Likelihood -285.87 -285.87 -346.95 -284.65 -287.37 Pseudo R2 0.032 0.032 0.019 0.036 0.037 AIC 591.73 591.73 715.90 591.30 596.73 (p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 48 von 88 41 Tabelle 5: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des Förderprogramms Solares Bonn Variable (1) (2) (3) (4) (5) Alter -0.65 (1.01) -0.57 (1.02) 0.09 (0.87) -0.77 (1.06) -0.66 (1.05) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] 3.39 (3.44) 3.14 (3.45) 6.53** (2.97) -1.82 (12.26) -0.95 (12.25) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] * Alter 1.00 (2.22) 0.79 (2.22) Akademiker:in [Ja, Nein] 7.60** (3.69) 7.53** (3.70) Bildung in Jahre 2.68** (1.10) 2.66** (1.12) Eigentum [Ja, Nein] 12.30*** (2.95) 11.67*** (2.97) 12.37*** (2.98) 11.72*** (2.97) Einkommen > 6000 EUR [Ja, Nein] -3.70 (3.76) Einkommen 0.34*** (0.12) Einkommen * Haushaltsgröße 0.03 (0.04) Weiblich [Ja, Nein] -0.09 (2.36) -0.36 (2.36) -1.44 (2.16) -0.13 (2.37) -0.40 (2.36) Haushaltsgröße 1.20 (1.28) 1.04 (1.25) 0.46 (1.58) 1.21 (1.25) 1.05 (1.25) Jahre in Bonn (pro 10 Jahre) 0.53 (0.83) 0.72 (0.83) 2.35*** (0.70) 0.50 (0.85) 0.71 (0.83) Kinder im Haushalt [Ja, Nein] -0.73 (3.45) -0.37 (3.48) -0.69 (3.39) -0.74 (3.48) -0.37 (3.48) Migrationshintergrund [Ja, Nein] -5.85 (3.95) -4.67 (3.91) -6.72* (3.58) -5.85 (3.95) -4.68 (3.92) Haushaltsgröße in m2 (pro 100 m2) 8.02*** (2.99) 8.67*** (3.04) 8.01*** (3.04) 8.66*** (3.04) N 1440 1458 1734 1440 1458 Freiheitsgrade des Modells 10 10 10 11 11 Freiheitsgrade der Residuen 1429 1447 1723 1428 1446 Log-Likelihood -823.21 -835.82 -990.14 -823.11 -835.76 Pseudo R2 0.049 0.048 0.044 0.049 0.048 AIC 1668.42 1693.64 2002.29 1670.22 1695.52 (p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 49 von 88 42 Tabelle 6: Marginale Effekte in Prozentpunkten eines logistischen Regressionsmodells zur Kenntnis des Beratungsangebots der Bonner Energieagentur. Variable (1) (2) (3) (4) (5) Alter 1.24 (1.77) 1.53 (1.69) 3.36** (1.49) 0.27 (1.79) 0.58 (1.80) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] 2.10 (4.87) 2.25 (4.75) 7.71* (4.10) -32.62* (19.66) -32.27* (19.56) Betroffenheit Naturgefahr [Ja, Nein] * Alter 6.09* (3.33) 6.05* (3.31) Akademiker*in [Ja, Nein] 12.10* (6.43) 11.74* (6.42) Bildung in Jahre 3.34* (1.89) 3.27* (1.91) Einkommen > 6000 EUR [Ja, Nein] -10.91* (5.76) Einkommen 0.53** (0.24) Einkommen * Haushaltsgröße -0.02 (0.09) Weiblich [Ja, Nein] 0.25 (3.75) 0.28 (3.71) -0.87 (3.37) 0.25 (3.74) 0.30 (3.70) Haushaltsgröße 2.41 (2.18) 2.57 (2.09) 3.07 (5.11) 2.51 (2.11) 2.66 (2.08) Jahre in Bonn (pro 10 Jahre) -1.13 (1.21) -1.47 (1.20) -1.84* (1.03) -1.27 (1.22) -1.60 (1.21) Kinder im Haushalt [Ja, Nein] -5.55 (5.99) -5.96 (5.88) 1.40 (5.44) -5.91 (5.95) -6.28 (5.86) Migrationshintergrund [Ja, Nein] -4.50 (7.12) -4.11 (7.24) -0.59 (6.04) -4.90 (7.35) -4.51 (7.30) Haushaltsgröße in m2 (pro 100 m2) 6.77 (4.12) 6.31 (3.85) 6.50* (3.90) 6.06 (3.84) N 596 604 706 596 604 Freiheitsgrade des Modells 9 9 10 10 10 Freiheitsgrade der Residuen 586 594 695 585 593 Log-Likelihood -343.71 -346.56 -387.64 -342.30 -345.15 Pseudo R2 0.017 0.019 0.028 0.021 0.023 AIC 707.42 713.12 797.28 706.60 712.30 (p < 0.1: *, p < 0.05: **, p < 0.01: ***)Seite 50 von 88 43 Die Tabellen 4, 5 und 6 zeigen die Ergebnisse logistischer Regressionen zur Kenntnis der unterschiedlichen Förderprogramme der Stadt Bonn. Jede Spalte entspricht einem unterschiedlichen logistischen Modell und ist entsprechend nummeriert. Die Ergebnisse werden als ‚Marginale Effekte‘ in Prozentpunkten dargestellt. Sie geben den durchschnittlichen Zusammenhang zwischen der Kenntnis des Programms und einer weiteren Einheit der jeweiligen Charakteristika an. Die statistische Signifikanz wird hier ab einem p-Wert von unter 0,1 interpretiert, wie unter den Tabellen angegeben.Seite 51 von 88 44 7. Anhang III: FragebögenSeite 52 von 88 45 7.1 Erwachsenenfragebogen Fragebogen für Erwachsene (Bonner Bürger:Innen, 18 Jahre oder älter) *For non-German speakers, please select your desired survey language above. Almanca bilmeyenler için, lütfen yukarıdan istediğiniz anket dilini seçiniz. لغير المتحدثي باأللمانية، يرج اختيار لغة االستبيان المفضلة لديك من األعىل. Herzlich Willkommen zur Klimabefragung der Bundesstadt Bonn und der Universität der Vereinten Nationen in Bonn (UNU-EHS). Die Befragung erfasst Einstellungen, Erfahrungen und Wünsche der Bonner*innen rund um das Thema Klimaschutz. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung und Überprüfung städtischer Klimaschutz-Maßnahmen. Hinweis: Bei der Verwendung von iPhones oder iPads kann es in seltenen Fällen zu Fehlermeldungen beim Versenden des Fragebogens kommen. Daher empfehlen wir die Beantwortung mit einem Computer. Weitere Informationen können Sie in der Pressemitteilung der Stadt Bonn zur Befragung unter folgendem Link finden: www.bonn.de/klimabefragung. Die Befragung ist in 8 Seiten mit jeweils mehreren Unterfragen gegliedert. Die Beantwortung aller Fragen dauert 30 - 40 Minuten. Die Antworten werden vom System anonymisiert und sind dadurch nicht auf Sie persönlich zurückzuführen. Ihre Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und Sie können die Befragung jederzeit abbrechen oder einzelne Fragen überspringen. Bei Rückfragen steht das Befragungsteam unter 0228 - 815 0293 oder klimabefragung@ehs.unu.edu zur Verfügung. ⃝ Ja, ich bin mit der Teilnahme einverstanden ⃝ Nein, ich möchte nicht teilnehmenSeite 53 von 88 46 Abschnitt 1 von 7 1. Bitte geben Sie Ihr Geburtsjahr an. ______________ (JJJJ) 2. Welchem Geschlecht würden Sie sich zuordnen? ⃝ Männlich ⃝ Weiblich ⃝ Anderes/Divers ⃝ Weiß nicht/Keine Angabe 3.1. Seit wie vielen Jahren leben Sie in Bonn? ____________________ Jahre 3.2 Seit wie vielen Jahren leben Sie in Ihrer Wohnung/Ihrem Haus? ____________________ Jahre 4. Welche der folgenden Wohnkonstellationen trifft am besten auf Ihren Haushalt zu? ⃝ Single/Einzelwohnung ⃝ Paar (ohne Kinder im Haushalt) ⃝ Familie (mit Kindern im Haushalt) ⃝ Wohngemeinschaft (WG) ⃝ Andere ⃝ Weiß nicht/Keine Angabe 5. Wie viele Personen leben zurzeit ständig in Ihrem Haushalt? Bitte geben Sie die Anzahl der Personen in den jeweiligen Altersgruppen an. Personen, die 13 Jahre alt oder jünger sind Personen zwischen 14 und 17 Jahren Personen zwischen 18 und 29 Jahren Personen zwischen 30 und 65 Jahren Personen, die 66 Jahre alt oder älter sind 6. In welcher Etage wohnen Sie? Bei mehrgeschossigen Wohnungen/Häusern bitte alle zutreffenden Antworten angeben. ☐ Souterrain/Untergeschoss/Keller ☐ Erdgeschoss ☐ Ab 1. Stock, jedoch kein Dachgeschoss ☐ Dachgeschoss ☐ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 54 von 88 47 7. Was ist die ungefähre Wohnfläche Ihrer Wohnung/Ihres Hauses? ____________________ m2 8. Hat Ihre Wohnung/Ihr Haus einen Garten (eigener Garten oder zur Mitbenutzung), eine Terrasse, einen Balkon, oder einen Keller? Bitte alle zutreffenden Antworten angeben. ☐ Garten ☐ Terrasse ☐ Balkon ☐ Keller ☐ Nein ☐ Weiß nicht/Keine Angabe 9. Wohnen Sie zur Miete oder gehört Ihnen das Haus/ die Wohnung in der Sie leben? ⃝ Eigentümer*in ⃝ Mieter*in ⃝ Andere (z.B. Sozialwohnung) ⃝ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 55 von 88 48 Abschnitt 2 von 7 10. Wie schätzen Sie die folgenden Probleme/Gefahren für Bonn zum jetzigen Zeitpunkt (2024) ein, bezogen auf alle Haushalte in der Stadt, nicht nur Ihren eigenen? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch). (0) Überhaupt nicht proble- matisch (1) (2) (3) (4) (5) Sehr proble- matisch Weiß nicht (10.1) Wirtschaftliche Probleme/Armut ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (10.2) Krankheiten/ Epidemien ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (10.3) Umweltzerstörung/ -verschmutzung ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (10.4) Kriminalität ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (10.5) Klimawandel/ Extremwetterereignisse ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (10.6) Andere (Bitte angeben): _____________________ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ 11. Wie schätzen Sie die Veränderung von klimawandelbedingten Problemen/Gefahren für Bonn bis 2035 im Vergleich zur aktuellen Situation ein? Nehmen ab Bleiben gleich/ unverändert Nehmen zu Weiß nicht/Keine Angabe Klimawandelbedingte Probleme/Gefahren ○ ○ ○ ○ 12. Welche der folgenden mit dem Klimawandel verbundenen Extremwetter-ereignisse/Naturgefahren halten Sie für Ihren Haushalt bis 2035 problematisch? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht problematisch) bis 5 (sehr problematisch). (0) Überhaupt nicht proble- matisch (1) (2) (3) (4) (5) Sehr proble- matisch Weiß nicht (12.1) Starkregen/ Hochwasser ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (12.2) Hitzewellen/Dürren ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (12.3) Stürme ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (12.4) Waldbrände ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 56 von 88 49 (12.5) Andere (Bitte angeben): _____________________ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ 13. War jemand aus Ihrem Haushalt oder jemand in Ihrer Familie/Ihrem Freundeskreis in der Vergangenheit bereits von einem Extremwetterereignis/einer Naturgefahr betroffen? Bitte geben Sie alle zutreffenden Antworten an ☐ Nein ☐ Ja, eigener Haushalt betroffen ☐ Ja, Familie oder Freundeskreis betroffen ☐ Weiß nicht/Keine Angabe Wenn Ihr eigener Haushalt von einem Extremwettereignis/ einer Naturgefahr in der Vergangenheit betroffen war, antworten Sie bitte auf die folgenden 2 Fragen. Falls nicht, überspringen Sie diese bitte. 14. Durch welche Extremwetterereignisse/ Naturgefahren war Ihr Haushalt konkret betroffen und wo – In Bonn, oder außerhalb (z.B. früherer Wohnort, Urlaub, etc.)? Für das jeweilige Ereignis geben Sie alle zutreffenden Antworten an. in Bonn Woanders Nicht betroffen Weiß nicht/ Keine Angabe (14.1) Starkregen/ Hochwasser ☐ ☐ ☐ ☐ (14.2) Hitzewellen/Dürren ☐ ☐ ☐ ☐ (14.3) Stürme ☐ ☐ ☐ ☐ (14.4) Waldbrände ☐ ☐ ☐ ☐ (14.5) Andere (Bitte angeben): ______________________ ☐ ☐ ☐ ☐ 15. Wie schätzen Sie den bisherigen Grad Ihrer eigenen Betroffenheit gegenüber Extremwetterereignissen/ Naturgefahren insgesamt ein? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 1 (sehr geringe Betroffenheit) bis 5 (sehr große Betroffenheit). (1) sehr geringe Betroffenheit (2) (3) (4) (5) Sehr große Betroffenheit Weiß nicht/ Keine Angabe ○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 57 von 88 50 Abschnitt 3 von 7 16. Wie sehr stimmen Sie den jeweiligen Aussagen zu den Themen Klima und Umwelt zu? Stimme überhaupt nicht zu Stimme eher nicht zu Stimme eher zu Stimme voll zu Weiß nicht/ Keine Angabe (16.1) Menschengemachte Umweltprobleme wie die Abholzung der Wälder oder das Plastik in den Weltmeeren empören mich. ○ ○ ○ ○ ○ (16.2) Ich freue mich, wenn Menschen nachhaltige Lebensweisen einfach ausprobieren. ○ ○ ○ ○ ○ (16.3) Es beunruhigt mich, wenn ich daran denke, welche Klima- und Umweltverhältnisse wir zukünftigen Generationen hinterlassen. ○ ○ ○ ○ ○ (16.4) Der Klimawandel bedroht auch die Lebensgrundlage hier in Deutschland. ○ ○ ○ ○ ○ (16.5) Ich ärgere mich, wenn Umweltschützer*innen mir vorschreiben, wie ich leben soll. ○ ○ ○ ○ ○ (16.6) Es macht mich wütend, wenn ich sehe, dass Deutschland seine Klimaschutzziele verfehlt. ○ ○ ○ ○ ○ (16.7) Wenn es um die Folgen des Klimawandels geht, wird vieles sehr übertrieben. ○ ○ ○ ○ ○Seite 58 von 88 51 16. Wie sehr stimmen Sie den weiteren Aussagen zu den Themen Klima und Umwelt zu? Stimme überhaupt nicht zu Stimme eher nicht zu Stimme eher zu Stimme voll zu Weiß nicht/Keine Angabe (16.8) Jede und jeder Einzelne trägt Verantwortung dafür, dass wir nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. ○ ○ ○ ○ ○ (16.9) Wir sollten nicht mehr Rohstoffe verbrauchen als nachwachsen können. ○ ○ ○ ○ ○ (16.10) Wir müssen Wege finden, wie wir unabhängig von Wirtschaftswachstum gut leben können. ○ ○ ○ ○ ○ (16.11) Mehr Umwelt- und Klimaschutz bedeutet auch mehr Lebensqualität und Gesundheit für alle. ○ ○ ○ ○ ○ (16.12) Es gibt natürliche Grenzen des Wachstums, die unsere industrialisierte Welt längst erreicht hat. ○ ○ ○ ○ ○ (16.13) Der Klima- und Umweltschutz wird häufig als Vorwand genutzt, um die Preise zu erhöhen. ○ ○ ○ ○ ○ (16.14) Zugunsten des Klimas und der Umwelt sollten wir alle bereit sein, unseren derzeitigen Lebensstandard einzuschränken. ○ ○ ○ ○ ○ (16.15) Wir brauchen in Zukunft mehr Wirtschaftswachstum, auch wenn das das Klima und die Umwelt belastet. ○ ○ ○ ○ ○ (16.16) Für ein gutes Leben sind andere Dinge wichtiger als Klima und Umwelt. ○ ○ ○ ○ ○ (16.17) Durch unsere Lebensweise sind wir für die Folgen des Klimawandels in ärmeren Ländern mit verantwortlich. ○ ○ ○ ○ ○ (16.18) Das mit dem Klimawandel ist nicht so dramatisch, deswegen sehe ich auch keinen Bedarf, ihn zu bremsen. ○ ○ ○ ○ ○Seite 59 von 88 52 Abschnitt 4 von 7 17. Wie bewerten Sie die Verantwortung verschiedener Akteure in Deutschland für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar keine Verantwortung) bis 5 (sehr hohe Verantwortung). (0) Gar keine Verant- wortung (1) (2) (3) (4) (5) Sehr hohe Verant- wortung Weiß nicht/ Keine Angabe (17.1) Eigene Verantwortung ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (17.2) Unternehmen/Wirtschaft ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (17.3) Die Stadt (Bonn) ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (17.4) Die Landesregierung (NRW) ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (17.5) Die Bundesregierung (Deutschland) ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (17.6 ) Andere (Bitte angeben): _____________________ ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ 18. Wie schätzen Sie generell die Möglichkeiten Ihres Haushalts (z.B. durch verfügbare Zeit, finanzielle Mittel, technische Fähigkeiten, etc.) für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ein? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar keine Möglichkeiten) bis 5 (sehr große Möglichkeiten). (0) Gar keine Möglichkeiten (1) (2) (3) (4) (5) Sehr große Möglichkeiten Weiß nicht/ Keine Angabe ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ 19. Wie schätzen Sie Ihr bisheriges persönliches Engagement für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ein? Antworten Sie bitte jeweils auf einer Skala von 0 (gar kein Engagement) bis 5 (sehr hohes Engagement). (0) Gar kein Engagement (1) (2) (3) (4) (5) Sehr hohes Engagement Weiß nicht/ Keine AngabeSeite 60 von 88 53 ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ Info: Bei der Bekämpfung des Klimawandels und seinen Auswirkungen wird üblicherweise zwischen „Klimaschutz“ und „Klimaanpassung“ unterschieden. Klimaschutz zielt darauf ab, den Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen (z.B. CO2) zu reduzieren, um dadurch die Erderwärmung zu begrenzen. Beispiele für Klimaschutz sind die Reduzierung von Flugreisen und Autofahrten, das Betreiben einer Solaranlage oder der Bezug von Ökostrom, sowie der Verzicht auf klimaschädliche Produkte und Lebensmittel. Klimaanpassung soll hingegen dabei helfen, sich an die Folgen des Klimawandels (z.B. extreme Hitze, Starkregen und Überschwemmungen) anzupassen um gesundheitliche Auswirkungen, Gebäudeschäden, und andere negative Folgen zu verringern. Beispiele für Klimaanpassung sind u.a. Versicherungen gegen Unwetterschäden, die Nutzung von Ventilatoren und Klimaanlagen gegen Hitze, wasserdichte Türen und Fenster in Untergeschossen gegen Hochwasser, Gebäudebegrünung oder die Nutzung von Warn-Apps. 20. Wie schätzen Sie Ihr bisheriges Engagement, Ihre Verantwortung, und Ihre Möglichkeiten zum Handeln zwischen Klimaschutz (Reduzierung von Treibhausgasen) und Klimaanpassung (Reduzierung von Klimafolgen und Schäden) ein? Mehr im Klimaschutz Mehr in der Klimaanpassung Beides gleich Weiß nicht/ Keine Angabe (20.1) Wo haben Sie sich bisher mehr engagiert? ○ ○ ○ ○ (20.2) Wo sehen sie eine höhere Verantwortung für Ihr eigenes Handeln? ○ ○ ○ ○ (20.3) Wo sehen Sie bessere Möglichkeiten für Ihr eigenes Handeln? ○ ○ ○ ○ 21. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Fragen zu Ihrem Verhalten – sowohl in Bezug auf Klimaschutz und als auch auf Klimaanpassung. Welche der folgenden Verhaltensweisen treffen auf Sie zu? Ja, trifft zu Nein, trifft nicht zu Weiß nicht/ Keine Angabe (21.1) Ich setze mich an meinem Arbeitsplatz für umweltfreundliche Veränderungen ein. ○ ○ ○ (21.2) Ich boykottiere umwelt- und klimaschädliche Firmen. ○ ○ ○ (21.3) Bei meinen Finanz- und Vorsorgeanlagen achte ich auf umwelt- und klimafreundliche Investitionen. ○ ○ ○ (21.4) Ich spende Geld für Klima- und Umweltschutz. ○ ○ ○Seite 61 von 88 54 (21.5) Ich unterzeichne (Online-) Petitionen für Klimaschutz ○ ○ ○ (21.6) Ich nehme an Demonstrationen für Umwelt- und Klimaschutz teil. ○ ○ ○ (21.7) Ich überzeuge andere Personen in Gesprächen vom Klimaschutz. ○ ○ ○ (21.8) Ich arbeite bei Klimaschutzinitiativen oder Organisationen mit. ○ ○ ○ (21.9) Ich engagiere mich aktiv in der (Lokal-) Politik (z.B. in einer politischen Partei). ○ ○ ○ (21.10) Ich bringe mich im Rahmen von städtischen Beteiligungsverfahren ein. ○ ○ ○ (21.11) Ich engagiere mich auf andere Weise, und zwar (Bitte angeben): ____________________________________________________ ○ ○ ○ 22. Wie oft trifft folgendes klimaschonendes Verhalten beim Kauf und der Nutzung von Produkten und Dienstleistungen auf Sie zu? Nie Selten Gelegent- lich Oft Sehr oft Immer Weiß nicht (22.1) Beim Kauf von Haushalts- geräten wähle ich Geräte mit einer besonders guten Energieeffizienzklasse. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.2) Ich trinke Leitungswasser. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.3) Für meine alltäglichen Wege benutze ich das Fahrrad, öffentliche Verkehrsmittel oder gehe zu Fuß. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.4) Ich kaufe saisonale Lebensmittel. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.5) Ich heize meine Wohnung im Winter so, dass mir auch ohne Pullover warm genug ist. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.6) Beim Einkaufen wähle ich Produkte mit Umweltsiegel, wie zum Beispiel dem Blauen Engel, dem EU-Biosiegel oder dem EU-Ecolabel. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○Seite 62 von 88 55 (22.7) Ich kaufe Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.8) Ich schränke meinen Konsum im Alltag bewusst ein. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.9) Zu den Hauptmahlzeiten esse ich Fleisch. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ (22.10) Aus Klimaschutzgründen verzichte ich auf Flugreisen. ○ ○ ○ ○ ○ ○ ○ 23. Welchen Strom nutzen Sie zuhause? Bitte wählen Sie nur eine Antwortmöglichkeit. ⃝ Rein konventioneller Strom ⃝ Strom Mix aus konventionellem- & Ökostrom ⃝ Reiner Ökostrom ⃝ Anderer ⃝ Weiß nicht/Keine Angabe 24. Wurde Ihre Wohnung/Ihr Haus in den letzten 20 Jahren energetisch saniert? Eine solche Sanierung beinhaltet z.B. Dämmung von Dach oder Wänden, Fenster mit Mehrscheiben-Isolierglas, Erneuerung der Heizung, etc. Bitte wählen Sie nur eine Antwortmöglichkeit. ⃝ Nicht zutreffend, da das Haus/die Wohnung nicht älter als ca. 20 Jahre ist ⃝ Ja ⃝ Nein ⃝ Weiß nicht/Keine Angabe Wenn Sie die vorherige Frage mit “Ja” beantwortet haben, antworten Sie bitte auf die folgende Frage. Falls nicht, überspringen Sie diese bitte. 25. Welche Maßnahmen wurden bei der Sanierung ergriffen? Bitte geben Sie alle zutreffenden Antworten an. ☐ Austausch der Fenster ☐ Dämmung der Fassade/Wand ☐ Dämmung des Dachs/der oberen Geschossdecke ☐ Einbau Wärmepumpe oder elektr. Heizung ☐ Andere ☐ Weiß nicht/Keine AngabeSeite 63 von 88 56 26. Wie häufig nutzen Sie folgende Verkehrsmittel durchschnittlich in Ihrem Alltag (z.B. für Wege zur Arbeit, Einkauf, Freizeit, etc.)? Häufig Manchmal Selten Nie Weiß nicht/ Keine Angabe (26.1) Auto ○ ○ ○ ○ ○ (26.2) Motorrad/Roller ○ ○ ○ ○ ○ (26.3) Nahverkehr ○ ○ ○ ○ ○ (26.4) Fahrrad ○ ○ ○ ○ ○ (26.5) zu Fuß ○ ○ ○ ○ ○ (26.6) Andere (bitte angeben): _____________________ ○ ○ ○ ○ ○ 27. Welchen der folgenden Klimaanpassungsmaßnahmen haben Sie bereits umgesetzt? Ja Teilweise Nein, noch nicht Weiß nicht (27.1) Strukturell & technologisch: z.B. bauliche Maßnahmen (Rückstauklappe, zusätzliche Verschattung, Zwischenspeicherung von Regenwasser, Nutzung von Warn-Apps). ○ ○ ○ ○ (27.2) Verhalten: z.B. Anpassung des Alltags an das Wetter, Meidung von hitzebelasteten Orten oder überfluteten Gebieten, Sicherung einer Notfall-Vorsorge. ○ ○ ○ ○ (27.3) Informationen & Bildung: z.B. Teilnahme an Info-Veranstaltungen/Kursen, eigene Reche
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de