253623 · Große Anfrage
BBB-Anfrage: Steuerliche Auswirkung der Unternehmensverlagerung der DHL Express von Bonn nach Schkeuditz
Kerndaten
- Nummer
- 253623
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 08.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 253623 Fragesteller/in: Marcel Schmitt BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn 07.08.2025 BBB-Anfrage: Steuerliche Auswirkung der Unternehmensverlagerung der DHL Express von Bonn nach Schkeuditz Beratungsfolge Hauptausschuss 28.08.2025 Kenntnisnahme Rat 04.09.2025 Kenntnisnahme Fragestellung 1. Seit wann hat die Oberbürgermeisterin Kenntnis von der Verlagerung des Firmensitzes der DHL Express von Bonn nach Schkeuditz, auf welchem Weg hat sie diese Nachricht erreicht und was hat die Hauptverwaltungsbeamtin der Stadt Bonn unternommen, um die DHL Express am Standort Bonn zu halten? 2. Im Bericht zur haushaltswirtschaftlichen Lage, I. Quartal 2025 führt die OB aus: „Für das gesamte Jahr 2025 werden Gewerbesteuererträge in Höhe von 344,6 Mio. EUR prognostiziert, womit insgesamt 7,5 Mio. EUR an Mehrerträgen erwartet werden.“ Daher fragen wir: Ist diese Prognose angesichts der Verlagerung der Firmenzentrale von DHL Express nach Schkeuditz noch zu halten und wenn nein, wie lautet die aktuelle Schätzung? 3. Wie erklärt sich die "Kämmerei" der Bundesstadt Bonn die wundersame Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen in der durch die DHL-Express Holding gewählten neuen Sitzstadt , die im dortigen Haushalt bereits eingepreist worden ist, wenn doch in Bonn laut der von OB Dörner zu verantwortenden Pressemitteilung vom 4. August 2025 kaum ein Verlust zu verzeichnen sein soll? 4. Werden diesbezüglich die voraussichtlichen Einbußen bei der Gewerbesteuer einen Umfang haben, der der Bezirksregierung im quartalsweisen Bericht mitzuteilen ist? 5. In welchen Jahren sind Steuerverluste in der Sache möglicherweise bereits eingetreten und wie gedenkt die Oberbürgermeisterin, die zu erwartenden Ausfälle bei der Gewerbesteuer im laufenden Haushalt 2025 / 2026 aufzufangen? BegründungSeite 1 von 3 Seite 2 In der nachstehend aufgeführten Pressemitteilung lässt die Oberbürgermeisterin behaupten, dass wegen der Verlagerung der Zentrale "DHL Express Holding" von Bonn nach Sachsen allenfalls mit "geringfügigen Auswirkungen auf die städtischen Gewerbesteuereinnahmen" zu rechnen wäre. Es bestehen erhebliche Zweifel an dieser Darstellung: Nach der Berichterstattung der Leipziger Volkszeitung geht die Stadt Schkeuditz in diesem Jahr von einem deutlichen Anstieg der Gewerbesteuereinnahmen auf 119,4 Millionen Euro aus. Mit Blick auf die Einnahmen aus den Gewerbesteuern des Vorjahres (25 Mio. Euro) würden sich die Einkünfte, die laut Doppelhaushalt der Stadt Schkeuditz auf die „Umsiedlung eines Unternehmens“ zurückzuführen sein werden, also fast verfünffachen. Fallen also bei einem Hebesatz von nur 300 % durch die Besteuerung der DHL Express Holding für Schkeuditz schon 94,4 Mio. Euro an, dann dürfte der Einnahmeausfall in Folge des Wegganges des Unternehmens in Bonn bei einem zugrunde gelegten Hebesatz von 537 % beträchtlich sein. In ihrer einseitigen Darstellung vom 4. August 2025 unterschlägt OB Katja Dörner ferner, dass bei der Entscheidung der DHL Express Holding, Bonn zu verlassen, der von Schkeuditz zu Jahresbeginn von 390 auf 300 Prozent gesenkte Gewerbesteuerhebesatz ausschlaggebend war. Somit dürfte auch klar sein, dass die von der grün-roten Ratsmehrheit zu verantwortende Erhöhung des Gewerbesteuersatzes auf 537 %-Punkte in 2024 als mit ursächlich für die Unternehmensverlagerung und damit einen Einnahmeverlust in erheblicher Millionenhöhe anzusehen ist. Presseamt Bundesstadt Bonn Pressemeldung 04.08.2025 DHL Express-Verlagerung: Allenfalls geringfügige steuerliche Auswirkungen Nachdem der DHL-Konzern den rechtlichen Sitz des Tochterunternehmens DHL Express nach Schkeuditz in Sachsen verlegt hat, hat die Kämmerei die aktuelle Finanzplanung auf Basis der neuen Informationen überprüft und rechnet mit allenfalls geringfügigen Auswirkungen auf die städtischen Gewerbesteuereinnahmen. Konkrete Zahlen kann und darf die Stadt aufgrund der gesetzlichen Verpflichtung zur Wahrung des Steuergeheimnisses nicht nennen. Es handelt sich um eine unternehmerische Entscheidung, die der Konzern mit seiner Unternehmensstrategie begründet. Die operativen Einheiten von DHL Express befinden sich seit jeher am Standort Flughafen Leipzig/Halle. Mitarbeitende sind von der rechtlichen Änderung nicht betroffen. In einer Stellungnahme gegenüber den Medien erklärt die DHL: „Im Rahmen der Investment of Choice-Strategie überprüft die DHL Group regelmäßig ihre Struktur, um den geschäftlichen Anforderungen bestmöglich gerecht zu werden. Der Vorstand der DHL Group hat entschieden, die Organisation der Beteiligungen zu vereinfachen, indem die rechtlichen Strukturen an die Managementstruktur angepasst werden. In diesem Kontext hat die DHL Express Holding ihren rechtlichen Firmensitz zum 1.1.2025 von Bonn nach Schkeuditz verlegt. Die Änderung betrifft keine Mitarbeitenden.“ Die Stadtspitze und die Verwaltung stehen in einem kontinuierlichen undSeite 2 von 3 Seite 3 konstruktiven Austausch mit der DHL Group – sowohl hinsichtlich der aktuellen Entwicklung bei DHL Express als auch zur langfristigen Sicherung und Weiterentwicklung des Bonner Standortes. Die Verwaltung wird den Dialog mit den Unternehmen und Interessenvertretungen intensiv weiterführen, um gemeinsam den starken Wirtschaftsstandort Bonn weiterzuentwickeln. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 07:20 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de