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253608 · Mitteilungsvorlage

Mitteilung Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Frankenbades

Nummer
253608
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
13.08.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Bad Godesberg Stadtbezirk· Alt-Godesberg Hauptort
  • Friedrichstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Alexanderstraße Straße· Nordstadt, Bonn
  • Kurfürstenallee Straße· Alt-Godesberg, Bad Godesberg
  • Bertha-von-Suttner-Platz Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Adolfstraße Straße· Nordstadt, Bonn
  • Vorgebirgsstraße Straße· Castell, Bonn
  • Am Frankenbad Straße· Weststadt, Bonn
  • Hochstadenring Straße· Weststadt, Bonn
  • F Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Nordstadt Ortsteil· Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Sportausschusses 27.08.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
253608
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
85 Städtisches Gebäudemanagement Bonn
Dezernat:
SGB
Mitteilung Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur
Sanierung des Frankenbades
Beratungsfolge
Sportausschuss 27.08.2025 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Ausgangslage und Aufgabenstellung
Mit dem geänderten Beschluss der Vorlage DS-Nr.: 241328 aus der
Ratssitzung vom 29.08.2024 wurde die Verwaltung beauftragt eine
Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Frankenbades zu erstellen. Die
Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur denkmalgerechten und energetischen
Sanierung des Frankenbades liegen jetzt vor und werden im Folgenden
zusammengefasst dargestellt. Die vollständige Machbarkeitsstudie ist als
Anlage 2 beigefügt. Diese Mitteilungsvorlage dient zunächst der Information
der Politik zum aktuellen Sachstand. Auf die Vorlage eine Beschlussvorschlags
wurde verzichtet, da die Gremienläufe mit Blick auf die Ratssitzung im
September nicht mehr eingehalten werden können. Die Verwaltung wird dem
neu gewählten Rat zeitnah eine Beschlussvorlage unterbreiten.
Es bestand die Notwendigkeit Erkenntnisse zu erhalten, inwieweit die
inzwischen stark gestiegenen Anforderungen an eine energetische Sanierung
mit den Belangen der Denkmalpflege vereinbar sind. Aus den vorgenannten
Gründen war zunächst die Durchführung einer Machbarkeitsstudie angezeigt,
um die Umsetzbarkeit der Ziele zu prüfen und die Kosten zu verifizieren.
In Vorbereitung der Machbarkeitsstudie wurden von Februar bis August 2024
weitere Bauteiluntersuchungen durchgeführt, ein Bauwerksbuch erstellt und ein
3D-Aufmaß des Gebäudes durchgeführt.
Die Bauteiluntersuchungen kamen zum Ergebnis, dass die Gebäudesubstanz
in einem soliden und somit sanierungsfähigen Zustand ist. Das Gebäude und
seine Ausstattung weist bauzeit- bzw. altersbedingt jedoch erhebliche
technische, funktionale und energetische Defizite auf, die eine grundlegende
Sanierung erforderlich machen.
Die vom SGB in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie (Durchführung im
Zeitraum: Dezember 2024 bis Juni 2025) untersuchte die baulichen,
technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine umfassendeSeite 1 von 55
Seite 2
Sanierung. Mit Ausnahme des Innenhofs waren die Außenanlagen nicht
Bestandteil der Machbarkeitsstudie.
Im Fokus standen:
• der denkmalgerechte Substanzerhalt
• eine signifikante energetische Ertüchtigung
• die Integration quartiersnaher Nutzungen
• sowie eine barrierefreie Erschließung
Weitere Aspekte der Studie waren die Erschließung des Innenhofes für
Nutzungen und eine Änderung der Zugänglichkeit der WC-Anlagen.
Im Rahmen der Ausarbeitung wurden außerdem mehrere Versionen zur
energetischen Sanierung vorgestellt.
Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass das denkmalgeschützte
Frankenbad sich trotz seiner 62-jährigen Nutzung in einem so guten Zustand
befindet, dass eine energetische Sanierung möglich und sinnvoll ist. Die
Variante EG 40 wird in der Studie als bevorzugte Lösung identifiziert. Sie bietet
eine zukunftsfähige, klimaschonende und wirtschaftlich tragfähige Perspektive
für den weiteren Betrieb des Bades und erfüllt alle einzuhaltenden
energetischen Vorgaben aus den politischen Beschlüssen.
Die Sanierung ist, wie eingangs bereits erwähnt, dringend notwendig, da die
technischen Anlagen abgängig sind und ein Ausfall mit entsprechenden
schwerwiegenden Auswirkungen auf den Betrieb des Bades jederzeit möglich
ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass die bei Sachverständigenprüfungen
festgestellten Mängel teilweise aufgrund von fehlenden bzw. nicht mehr
produzierten Ersatzteilen oder grundsätzlicher Irreparabilität nicht mehr
beseitigt werden können, was unter Umständen zu einer Untersagung der
Gebäudenutzung führen kann.
Die Planung der Außenanlagen war -mit Ausnahme des Innenhofs- nicht
Bestandteil der Machbarkeitsstudie. Die Außenanlagen des Frankenplatzes
müssen jedoch selbstverständlich in der weiteren Planung mitberücksichtigt
und werden.
Wirtschaftlichkeit
In einer ersten Wirtschaftlichkeitsanalyse nach dem Verfahren „Kommunales
Rechenmodell für Wirtschaftlichkeitsvergleiche NRW“ hat das SGB die
ermittelten Investitionen für folgende Varianten gegenübergestellt:
• die favorisierte Variante EG 40 mit Sanierung zum nächstmöglichen
Zeitpunkt
• Sog. Fortführungsvariante (Keine ganzheitliche Sanierung, nur
zwingende Arbeiten und technisch notwendige Austausche)
Hierbei wurde jeweils eine Nutzungsdauer von 40 Jahren betrachtet. NebenSeite 2 von 55
Seite 3
rein finanziellen Kriterien (60% der Wertung) wurden auch Kosten-Nutzen-
Betrachtungen wie strategische Ziele (z.B. Rahmenplan Bäder,
gesellschaftliche Forderungen), Verfügbarkeit (z.B. durch unvorhergesehene
Ausfälle) mit bewertet.
Zum jetzigen Zeitpunkt vor der Planung können nicht alle Parameter des
Modelles berücksichtigt werden. Es mussten verschiedene Annahmen getroffen
werden: Zum Beispiel wurden Betriebskosten ohne Medienverbräuche in
beiden Varianten gleichbewertet. Personaleinsatz im SGB wurde nur auf die
Sanierung EG40 eingerechnet. Mieteinnahmen und Mietersparnisse konnten
noch nicht berücksichtigt werden.
Der Ausgabenbarwert der Fortführungsvariante liegt mit ca. 68,3 Mio. € unter
dem Ausgabenbarwert der EG 40 Variante mit ca. 75 Mio. €. Wird jedoch bei
der Sanierung nach EG 40 der verbleibende Gebäudesachwert eingerechnet,
liegen die Kosten mit 64 Mio. € schon unter der Fortführungsvariante. In der
Betrachtung der saldierten Ressourcenverbräuche liegt die Variante EG 40
sogar 21% unter den Kosten der Fortführungsvariante.
Das Gesamtergebnis des CO￿-Äquivalent über der Betriebslaufzeit für
Bauwerk und Betrieb liegt für die EG 40-Variante mit 5.032 Tonnen bei 35% der
Fortführungsvariante mit 14.480 Tonnen.
In der Nutzwertanalyse werden Faktoren wie Funktionalität (Nutzbarkeit,
Quartiersnutzung), Strategische Ziele (Rahmenplan Bäder),
Nachhaltigkeitsziele und Verfügbarkeit (Minimum ungeplanter Schließzeiten) in
die Betrachtung mit aufgenommen.
Im Ergebnis ist die Sanierung wirtschaftlicher als ein Weiterbetrieb ohne
geplante Sanierung.
Kostenprognose
Die grobe Kostenprognose auf Basis der Variante EG 40 ergibt folgende
Eckdaten (Stand: 01.07.2025):
Tabelle s. Anlage 1
Die Kosten berücksichtigen die Maßnahmen zur Sanierung, Barrierefreiheit,
Quartiersnutzung, energetischen Ertüchtigung sowie alle relevanten Planungs-
und Nebenkosten. Die Abweichung der Gesamtprojektkosten mit dem
Kostenprognose der Studie (siehe vorletzte Seite der Studie) ergibt sich aus
dem seitens der Verwaltung vorgenommenen, üblichen Risikozuschläge und
Zuschläge für Baupreissteigerungen, wie bei Sanierungsprojekten üblich.
Die Risikoanalyse aus der Machbarkeitsstudie ist in die Prognose eingeflossen.
Terminschiene
Nach grober Terminplanung könnte nach erfolgtem politischen Beschluss die
Ausschreibung der Planungsleistungen vorbereitet und bei störungsfreiemSeite 3 von 55
Seite 4
Ablauf der Ausschreibungsverfahren ca. ein Jahr später mit der Planung
begonnen werden.
Nach einer ersten Grobeinschätzung könnte die Planung frühestens wiederum
ein Jahr später fertiggestellt sein und die eigentliche Bauausführung daran
anschließen. Für die Ausführungsphase werden grob drei bis vier Jahre
kalkuliert.
Anlage/n
1 Aufstellung Projektkosten (öffentlich)
2 Machbarkeitsstudie (öffentlich)Seite 4 von 55
Anlage 1
Beschreibung
Kosten
(Brutto)
KG 100 Grundstück 0 €
KG 200 Herrichten und Erschließen 0 €
KG 300 Bauwerk - Baukonstruktion 20.478.601 €
KG 400 Bauwerk - Technische Anlagen 8.750.000 €
KG 500 Außenanlagen und Freiflächen 1.680.040 €
KG 600 Ausstattung / Kunstwerke 0 €
KG 700 Baunebenkosten 10.199.851 €
Summe KG 100 - 700 netto 41.108.492 €
MwSt. 19% 7.810.613 €
Summe KG 100 - 700 brutto 48.919.105 €
Risikozuschlag (40%) 19.567.642 €
Summe KG 100 - 700 brutto inkl. Risiko 68.486.747 €
68.500.000 €
Baupreissteigerung über Projektzeitraum (3%
Jahr) 4.294.000 €
Gesamtprojektkosten brutto inkl. Risiko- und
Baupreissteigerung 72.794.000 €Seite 5 von 55
Machbarkeitsstudie
zur energetischen und denkmalgerechten Sanierung
des Frankenbades in Bonn
ava Anderhalten Architekten GmbHSeite 6 von 55
Machbarkeitsstudie zur energetischen
und denkmalgerechten Sanierung des
Frankenbades in Bonn
Verfasser
ava Anderhalten Architekten GmbH
Friedrichstraße 127, 10117 Berlin
Tel (030) 278944-0
architekten@av-a.com
www.av-a.com
Mitarbeit:
Univ Prof Claus Anderhalten
Andreas Veauthier
Christopher Korting
Leila Reese
Matthias Bodenhausen
Mitarbeit Technische Gebäudeausrüstung
INCO Ingenieurbüro GmbH
Alexanderstraße 69-71, 52062 Aachen
Mitarbeit:
Christian von Schwartz
Joachim Cieslok
Mitarbeit Bauphysik
Graner + Partner GmbH
Lichtenweg 15-17, 51465 Bergisch Gladbach
Mitarbeit:
Fabian Piechotta
Mitarbeit Tragwerksplanung
Chouihi & Holler Beratende Ingenieure Part GmbB
Auf der Hüls 162, 52068 Aachen
Mitarbeit:
Dr.-Ing. Stefan Holler
Impressum
Auftraggeber
Stadt Bonn
Sport- und Bäderamt
Rathaus Bad Godesberg
Kurfürstenallee 2-3, 53117 Bonn
vertreten durch
Bundesstadt Bonn
Städtisches Gebäudemanagement
Bäder, Werkstätten, Bauunterhaltung WCCB
Bertha-von-Suttner-Platz 2-4, 53111 Bonn
Projektleitung: Sinan Vurgun
Bearbeitungszeitraum:
Dezember 2024 bis Juni 2025
Redaktionsschluss: 01.07.2025Seite 7 von 55
1. Zielformulierungen
2. Räumliche Organisation
3. Technische Gebäudeaustrüstung
4. Bauphysik
5. Tragwerksplanung
6. denkmalgerechte Sanierung
7. Zertifizierung nach DGNB
8. Kostenrahmen
InhaltsverzeichnisSeite 8 von 55
1.1 Beschreibung des Gebäudes
Das Frankenbad wurde in den Jahren 1960 bis 1963 im
Auftrag der Stadt Bonn nach den Plänen des Architekten Hans
Spoelgen errichtet. Seit 1996 steht das Gebäude aufgrund
seiner architektonischen und städtebaulichen Bedeutung unter
Denkmalschutz. Es befindet sich in der Adolfstraße 45 im Bonner
Ortsteil Nordstadt.
Lage, Bau und soziales Umfeld
Das Frankenbad befindet sich auf dem früheren Festplatz
„Frankenplatz“, umschlossen von Vorgebirgsstraße, Adolfstraße,
Am Frankenbad und Hochstadenring im Bonner Stadtteil Nordstadt.
Der Bau basiert auf einem Wettbewerbsentwurf von Hans Spoelgen
(Landschaftsarchitekt: Heinrich Raderschall) und wurde zwischen
1960 und 1963 errichtet. Der vierflügelige Bau umschließt einen
zentralen Innenhof und öffnet sich mit einem gestalteten Vorplatz zur
Nachbarschaft. Dieser Platz wird als sozialer Treffpunkt genutzt. Am
Eingangsbereich befindet sich ein Steinrelief des Künstlers Ernemann
Sander.
Architektonisch verbindet das Gebäude auf gelungene Weise
Innenräume mit Außenbereichen wie dem begrünten Atrium.
Das Bad verfügt über drei Becken (Sport-, Mehrzweck- und
Lehrbecken) und eine Tribüne mit bis zu 400 Plätzen. Es wurde
durch Wettkämpfe wie das Arena-Meeting und die German Open
der Synchronschwimmerinnen überregional bekannt. Neben der
öffentlichen Nutzung ist es auch für Schulen, Vereine und die
Universität Bonn ein wichtiger Standort.
Charakteristische Merkmale des Frankenbads
Das Frankenbad ist ein architektonisch und städtebaulich
bedeutendes Bauwerk im Bonner Stadtteil Nordstadt. Es wurde
zwischen 1960 und 1963 nach dem Entwurf von Hans Spoelgen
errichtet und prägt bis heute das Quartier.
Der Gebäudekomplex besteht aus einer großzügigen Schwimmhalle
mit Sport- und Mehrzweckbecken sowie einem niedrigeren Flügelbau,
der einen zentralen Innenhof umschließt. Die verglaste Eingangshalle
öffnet sich zur Adolfstraße hin und schafft einen einladenden
Übergang zum öffentlichen Raum.
Der Innenhof bildet das grüne Herz der Anlage: Er ist mit
Plattenbelag, Brunnenanlagen, Bepflanzung sowie Sitzgelegenheiten
gestaltet und wird von den Badegästen als Ort der Erholung und
als Sonnenbereich genutzt. Durch die großflächigen Fenster der
Schwimmhalle entsteht eine direkte visuelle Verbindung zwischen
Innen- und Außenraum. Auch vom Vorplatz und der Eingangshalle
aus ist der Hof einsehbar und vermittelt Offenheit und Transparenz.
Das Bad verfügt über moderne Schwimmeinrichtungen, eine
Zuschauertribüne mit 400 Plätzen sowie separate Umkleidebereiche.
Neben der öffentlichen Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger
wird das Bad auch regelmäßig von Schulen und Schwimmvereinen
genutzt.
Das Gebäude wurde in Stahlbetonbauweise errichtet, die Gestaltung
mit klaren Formen, großen Fensterflächen und hochwertigen
Materialien spiegelt den architektonischen Anspruch seiner Zeit wider.
Als geschütztes Baudenkmal erfüllt das Frankenbad nicht nur eine
sportliche, sondern auch eine identitätsstiftende und soziale Funktion
im Stadtgefüge – und ist bis heute ein lebendiger Ort der Begegnung.
1. ZielformulierungenSeite 9 von 55
1.2 Zielformulierungen an die
Machbarkeitsstudie
Mit der Übernahme des Projekts durch das Städtische
Gebäudemanagement (SGB) im Juni 2023 wurde entschieden,
der komplexen Sanierungsaufgabe des denkmalgeschützten
Frankenbads eine Machbarkeitsstudie vorzuschalten. Ziel war es,
zentrale Fragen zur Sanierbarkeit, zur künftigen Nutzung und zur
Vereinbarkeit von Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit frühzeitig zu
klären.
Im Folgenden werden die Zielsetzungen der beteiligten Fachstellen
der Stadt Bonn zusammengefasst:
Zielformulierung zur Sanierung des
denkmalgeschützten Frankenbads aus der
Sicht der SGB
Die Sanierung des Frankenbads soll sowohl den hohen
denkmalpflegerischen Anforderungen als auch den betrieblichen und
wirtschaftlichen Erfordernissen eines modernen Hallenbads gerecht
werden. Die Machbarkeitsstudie verfolgt dabei folgende Kernziele:
Denkmalgerechte Sanierung und Substanzerhalt
- Ziel ist der Erhalt der historischen Bausubstanz und des
architektonischen Charakters des Gebäudes. Die Sanierung soll
unter Einhaltung der denkmalrechtlichen Vorgaben erfolgen und
eine zukunftsfähige Nutzung ermöglichen.
Funktionale und wirtschaftliche Optimierung
- Die Studie soll ein Konzept entwickeln, das den Betrieb langfristig
wirtschaftlich tragfähig macht – etwa durch effizientere Abläufe,
reduzierte Betriebs- und Energiekosten sowie eine verbesserte
technische Ausstattung.
Energieeinsparung trotz denkmalrechtlicher Vorgaben
- Auch wenn eine umfassende energetische Sanierung nicht
möglich ist, sollen geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung
geprüft und in den weiteren Planungen berücksichtigt
werden – insbesondere durch Optimierung der technischen
Gebäudeausrüstung und Nutzung erneuerbarer Energien im
denkmalverträglichen Rahmen.
Empfehlung zur Befreiung von DGNB-Anforderungen
- Die Anforderungen einer DGNB-Gold-Zertifizierung lassen sich
aus Sicht des SGB nicht vollständig mit dem denkmalgeschützten
Bestand vereinbaren. Daher wird empfohlen, von diesen
Anforderungen abzuweichen, um eine wirtschaftlich und fachlich
vertretbare Sanierung zu ermöglichen.
Vorgaben der Stabstelle Klima und
Nachhaltigkeit zur Machbarkeitsstudie
- Ein vollständiger Pre-Check zur energetischen Sanierung wird
zunächst ausgesetzt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.
- Ziel bleibt die Entwicklung von Maßnahmen zur Reduzierung
des Energieverbrauchs, die in den weiteren Planungsphasen
(Leistungsphasen 1–3) konkretisiert werden.
- Eine Lebenszyklusanalyse und Kostenbewertung ist vorgesehen,
wird aber zunächst zurückgestellt.
- Anforderungen zur DGNB-Zertifizierung werden analysiert und
dokumentiert, auch wenn eine vollständige Umsetzung aufgrund
baulicher und denkmalpflegerischer Einschränkungen nicht
realistisch erscheint. Die Studie schafft hier Transparenz für
spätere politische Entscheidungen.
Vorgaben des Unteren Denkmalamtes zur
Machbarkeitsstudie :
- Maßgabe ist eine denkmalgerechte Sanierung mit maximalem
Erhalt der Originalsubstanz und Wahrung des historischen
Erscheinungsbilds.
- Für jedes relevante Bauteil (z. B. Fenster, Natursteinfassade,
Außenanlagen) ist zunächst der Erhalt zu prüfen. Sollte ein
Austausch erforderlich sein, sind die Gründe sorgfältig zu
dokumentieren und denkmalrechtlich abzuwägen.
- Die technische Gebäudeausrüstung (TGA) zählt nicht zu den
denkmalprägenden Bestandteilen des Bauwerks und kann
entsprechend funktional erneuert werden.
Fazit
Die Machbarkeitsstudie legt die Grundlage für eine denkmalgerechte,
wirtschaftlich tragfähige und energetisch optimierte Sanierung des
Frankenbads. Sie dient nicht der abschließenden Planung, sondern
als Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte. Die Einbindung
aller relevanten Fachstellen gewährleistet, dass alle Interessen – von
Denkmalschutz über Nachhaltigkeit bis hin zur Wirtschaftlichkeit –
berücksichtigt werden.
1. ZielformulierungenSeite 10 von 55
1.3 Gliederung der Bearbeitung der
Machbarkeitsstudie
Das Frankenbad befindet sich seit 1963 ununterbrochen in Betrieb
und ist damit seit über sechs Jahrzehnten täglich unterschiedlichsten
Beanspruchungen ausgesetzt. Für ein öffentlich genutztes Hallenbad
ist dies eine außergewöhnlich lange Nutzungsdauer – insbesondere
unter den dauerhaft hohen Anforderungen durch Feuchtigkeit,
Temperaturwechsel und intensive Nutzung.
Vor diesem Hintergrund ist die Durchführung einer
Machbarkeitsstudie als fundierte Entscheidungsgrundlage für den
weiteren Planungsprozess ein folgerichtiger und notwendiger Schritt.
Die vorliegende Studie wurde von einem interdisziplinären
Planungsteam erstellt. Ziel war es, die übergeordneten
Fragestellungen in konkrete Untersuchungsfelder zu überführen, um
realistische Lösungsansätze für eine denkmalgerechte, wirtschaftliche
und zukunftsfähige Sanierung zu entwickeln.
Die Untersuchung gliedert sich in vier zentrale Bearbeitungsebenen:
Ebene 1 – Architektonische Analyse
Untersuchung der bestehenden räumlichen Organisation und
Entwicklung von Ansätzen zur funktionalen Optimierung unter
Berücksichtigung denkmalpflegerischer Rahmenbedingungen.
Ebene 2 – Technische Gebäudeausrüstung (TGA)
Analyse des aktuellen technischen Zustands und Erarbeitung
von Möglichkeiten zur energetischen Modernisierung sowie zur
Verbesserung der Betriebssicherheit und Effizienz.
Ebene 3 – Bauphysikalische Bewertung
Prüfung der bauphysikalischen Anforderungen, insbesondere in
Bezug auf Wärme-, Feuchte- und Schallschutz, mit dem Ziel einer
energetischen Optimierung im Einklang mit dem Bestandsschutz.
Ebene 4 – Denkmalgerechte Herangehensweise
Bewertung der bestehenden Bausubstanz im Kontext des
Denkmalschutzes sowie Entwicklung von Maßnahmen, die den
Charakter des Gebäudes erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige
Nutzung ermöglichen.
Diese strukturierte Herangehensweise ermöglicht eine umfassende
Bewertung des Gebäudes aus unterschiedlichen fachlichen
Perspektiven und schafft damit eine belastbare Grundlage für die
nächsten Planungsschritte.
1. ZielformulierungenSeite 11 von 55
Das Frankenbad ist ein architektonisches Beispiel der Spätmoderne
mit einer klar funktional gegliederten Struktur. Die Schwimmhalle
ist axial dem Eingangsbereich gegenübergestellt und wird von zwei
Seitenflügeln eingerahmt, die gemeinsam einen zentralen Innenhof
umschließen. Diese Anordnung zeigt eine durchdachte räumliche
Hierarchie und eine hohe gestalterische Klarheit im Volumen und
Aufbau der einzelnen Bauteile.
Trotz der gelungenen Grundstruktur haben sich die Anforderungen
an ein öffentliches Hallenbad in den vergangenen 62 Jahren
weiterentwickelt. Neue Nutzungsbedarfe, veränderte Besucherströme
sowie die stärkere Bedeutung der sozialen Verankerung im Quartier
stellen neue Herausforderungen an die räumliche Organisation.
2.1 Zentrale Fragestellungen zur räumlichen
Weiterentwicklung:
- Entspricht die bestehende räumliche Struktur noch den
Anforderungen eines zeitgemäßen und vielfältig nutzbaren
Schwimmbads?
- Wie kann eine durchgängige, barrierefreie Erschließung aller
Bereiche sichergestellt werden?
- Wo und in welchem Umfang können Räume für die
quartiersbezogene Nutzung („Veedelsnutzung“) vorgesehen
werden?
- Wie kann die Aufenthaltsqualität gezielt verbessert werden, um
eine längere Verweildauer und eine stärkere Einbindung in das
soziale Leben des Viertels zu fördern?
Diese Fragestellungen bilden die Grundlage für die architektonischen
Untersuchungen innerhalb der Machbarkeitsstudie und sollen helfen,
das Frankenbad zukunftsfähig und quartiersnah weiterzuentwickeln.
2. Räumliche OrganisationSeite 12 von 55
2.2 Lösungsansätze zur räumlichen
Weiterentwicklung und barrierefreien
Erschließung
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden verschiedene
Maßnahmen entwickelt, um das Frankenbad sowohl funktional als
auch gestalterisch an heutige Anforderungen anzupassen. Ziel ist
es, den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren und
gleichzeitig eine zukunftsfähige Nutzung für verschiedene Gruppen
zu ermöglichen – vom Badebetrieb bis zur quartiersbezogenen
Nutzung. entstehen, ohne sich mit Nutzungen aus dem Hallenbad zu
verflechten.
Barrierefreie Erschließung
- Zwei neu geplante Aufzüge seitlich des Foyers sorgen für einen
barrierefreien Zugang zu allen Ebenen und Funktionsbereichen.
- Das Geländeniveau vor dem Haupteingang wird leicht angehoben,
um stufenfrei in das Foyer zu gelangen.
- Gleichzeitig wird das Niveau des Atriums abgesenkt, um auch hier
einen barrierefreien Zugang von innen und außen zu schaffen.
Optimierung der Besucherführung
- Die Zugänge werden nutzungsbezogen organisiert: Die
beiden Seitenflügel erhalten getrennte Erschließungen für
unterschiedliche Nutzergruppen (z. B. Schulklassen, Vereine,
Öffentlichkeit).
- Die historische Kassenposition wird beibehalten, ergänzt durch
moderne Zugangskontrollen in den jeweiligen Zonen.
Quartiersnutzung (Veedelsnutzung)
- Im Atrium entsteht ein neuer Pavillon, der als multifunktionaler
Raum für die Nutzung durch das Quartier dient. Hier kann z. B.
ein Café temporär erweitert oder kleinere Veranstaltungen
durchgeführt werden.
- Im Sockelgeschoss ein separater Bereich für die Veedelsnutzung
mit eigenständigem Zugang und eigener Adresse vorgesehen.
Dadurch ist eine klare organisatorische Trennung vom
Schwimmbetrieb möglich, was flexible Nutzungszeiten und
eigenständige Angebote im Quartier erleichtert.
2. Räumliche OrganisationSeite 13 von 55
2. Räumliche Organisation
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn Räumliches Konzept
ERDGESCHOSSRäumliches Konzept Erdgeschoss
Das historische Foyer bleibt zentraler Ankunfts- und Verteilerpunkt
im Gebäude. Von hier aus erfolgt die differenzierte Erschließung
der verschiedenen Nutzungsbereiche: Schwimmhalle mit
Umkleiden, Verwaltung, Atrium mit Pavillon sowie Räume für die
quartiersbezogene Nutzung.
Die früher strikt geschlechtergetrennte Organisation der
Gebäudeflügel wird durch eine moderne, nutzungsneutrale
Struktur ersetzt. Besucher werden barrierefrei und klar getrennt
nach „Stiefelgang“ (Schuhbereich) entlang der Außenfassade und
„Barfußgang“ (Schwimmbereich) durch das Atrium in das Bad geführt.
Auf der historischen Empore wird das Café – in Anlehnung an die
frühere Milchbar – reaktiviert und kann saisonal auch ins Atrium
erweitert werden. Der Pavillon belebt das begrünte Atrium zusätzlich.
Nutzungen wie z. B. urban gardening, kleinere Veranstaltungen oder
Nachbarschaftstreffen steigern die Aufenthaltsqualität und binden das
Frankenbad stärker ins Quartier ein.
LEGENDE:
TREPPENHAUS
AUFZUG
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIKSeite 14 von 55
Seite 15 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung
WC
WC
ERDGESCHOSS
LEGENDE:
TREPPENHAUS
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
Barrierefreie Erschließung Erdgeschoss
2. Räumliche Organisation
Das Gelände vor dem Eingangsbereich wird so angepasst, dass es
stufenlos in das Foyer übergeht. Gleichzeitig wird das Atriumgelände
auf dasselbe Niveau abgesenkt. Auf diese Weise entsteht ein
durchgängiger, barrierefreier Zugang vom öffentlichen Platz über
das Foyer bis in den Innenhof – ganz ohne sichtbare technische
Nachrüstungen.
Zur Erschließung aller Ebenen werden seitlich des Foyers Aufzüge
vorgesehen, die beide Gebäudeflügel vollständig barrierefrei
zugänglich machen. Ein zusätzlicher Aufzug ermöglicht den direkten
Zugang vom Umkleidebereich zum Kursbecken im Sockelgeschoss.Seite 16 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn
02.07.2025
ava / AA
Räumliches Konzept
VARIANTE 1 VARIANTE 2
SOCKELGESCHOSS
Veedelsnutzung
Umkleide im EG Verwaltung
Verwaltung Veedelsnutzung
VeedelsnutzungUmkleide
LEGENDE:
TREPPENHAUS
AUFZUG
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
SOCKELGESCHOSS
LEGENDE:
TREPPENHAUS
AUFZUG
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
Räumliches Konzept Sockelgeschoß
2. Räumliche Organisation
Beide Varianten des Sockelgeschosses schaffen Raum für die
gewünschte Veedelsnutzung. In Variante 2 wird die Verwaltung auf
die notwendige Mindestgröße beschränkt. Im gleichen Zuge wird
eine zusätzliche Umkeide für das Kursbecken durch die Umkleiden
im Erdgeschoss abgedeckt. Dies bietet somit die Möglichkeit einen
gesamten Gebäudeflügel der Veedelsnutzung zuzuordnen, was zu
einer eigenen „Adresse“ für die neue Nutzung führt.Seite 17 von 55
CC
D
B
A
D
B
A
Personal Verwaltung
Beckenumgang
F: 131,25 m2
Treppenraum
F: 12,57 m2
Treppenraum
F: 24,91 m2
Treppenraum
F: 24,68 m2
Schwimmhalle Gesamt
F: 242,39 m2
Treppenraum
F: 34,98 m2
Treppenraum
F: 43,52 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Du / WC
F: 35,06 m2
Büro I
F: 21,74 m2
Du / WC
F: 16,59 m2 Aufenthalt
F: 39,25 m2
Besprechung
F: 23,74 m2
Drucker/Archiv
F: 14,12 m2
Flur
F: 99,41 m2
Raum II
F: 104,27 m2
Raum I
F: 104,43 m2
Technik
F: 9,37 m2
Veedels Bereich
F: 500,71 m2
Flur
F: 45,36 m2
Teeküche
F: 20,28 m2
Aufenthalt
F: 40,29 m2
Büro II
F: 21,71 m2
Frisierbereich
F: 34,72 m2
Umkleiden
F: 36,06 m2
Verwaltung / Pers.
F: 318,83 m2
Raum III
F: 37,28 m2
Flur
F: 15,80 m2
Wohnung (Bestand)
F: 109,77 m2
Lehrschwimmbecken
F: 111,12 m2
Ausformulierung Sockelgeschoss
2. Räumliche OrganisationSeite 18 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung V2
WC
SOCKELGESCHOSS
LEGENDE:
TREPPENHAUS
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
2. Räumliche Organisation
Barrierefreie Erschließung Sockelgeschoss
Die Nutzungsbereiche im Sockelgeschoss wie die Verwaltung und
der Veedelsbereich sind sind mit Hilfe der Aufzüge vom Foyer aus
barrierefrei zugänglich. Der wenige Stufen niedriger liegende Bereich
des Kursbeckens wird über einen zusätzlichen Aufzug von den
Umkleiden im Erdgeschoss barrierefrei erschlossen.
Räumliches Konzept Sockelgeschoß
Beide Varianten des Sockelgeschosses schaffen Raum für die
gewünschte Veedelsnutzung. In Variante 2 wird die Verwaltung auf
die notwendige Mindestgröße beschränkt. Im gleichen Zuge wird
eine zusätzliche Umkeide für das Kursbecken durch die Umkleiden
im Erdgeschoss abgedeckt. Dies bietet somit die Möglichkeit einen
gesamten Gebäudeflügel der Veedelsnutzung zuzuordnen, was zu
einer eigenen „Adresse“ für die neue Nutzung führt.Seite 19 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn Räumliches Konzept
UNTERGESCHOSS
ERDGESCHOSS
LEGENDE:
TREPPENHAUS
AUFZUG
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
Sanitärbereiche für die öffentliche Nutzung im
Gebäude; Untergeschoss
Unterhalb des Foyers befinden sich Sanitäranlagen, die speziell für
die öffentliche Nutzung innerhalb des Gebäudes vorgesehen sind.
Sie stehen Nutzerinnen und Nutzern des Cafés sowie den Angeboten
im Rahmen der Veedelsnutzung im Erd- und Sockelgeschoss zur
Verfügung.
2. Räumliche OrganisationSeite 20 von 55
6 Stg.
19 / 22
Rampe
CC
D
B
A
D
B
A
Treppenraum
F: 35,48 m2
Treppenraum
F: 34,91 m2
Technik
F: 28,05 m2
Lager
F: 31,40 m2
Lager
F: 30,45 m2
Lager/Werkstatt
F: 50,20 m2
Werkstatt
F: 33,62 m2
Technik
F: 43,17 m2
Flur
F: 10,94 m2
Stromversorgung SWB
F: 51,92 m2Lager
F: 15,32 m2
Flur
F: 4,08 m2
Lichtschacht
F: 38,13 m2
Treppenraum
F: 24,68 m2
Technik
F: 6,13 m2
Technik
F: 16,63 m2
Technik
F: 16,13 m2
Treppenraum
F: 12,57 m2
Technik
F: 10,38 m2
Technik
F: 7,66 m2
Technik
F: 380,97 m2
Lager
F: 319,29 m2
Technik
F: 16,06 m2
Becken
F: 31,66 m2
Becken
F: 32,89 m2
Technik
F: 2,51 m2
Technik Lehrschwimmbecken
F: 111,19 m2
Technik
F: 158,40 m2
Technik
F: 181,93 m2
Technik
F: 49,60 m2
Technik
F: 48,21 m2
Technik
F: 49,80 m2
Technik
F: 48,10 m2
Technik
F: 98,94 m2
Flur
F: 6,59 m2
Flur
F: 9,64 m2
Flur
F: 7,02 m2
Flur
F: 14,55 m2
Treppenraum
F: 24,92 m2
Technik
F: 576,22 m2
Technik
F: 52,20 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Technik
F: 32,95 m2
Sanitärbereich
F: 123,32 m2
Lager/Werkstatt
F: 62,63 m2
Werkstatt
F: 62,32 m2
Ausformulierung Untergeschoss
2. Räumliche OrganisationSeite 21 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung
WC
UNTERGESCHOSS
LEGENDE:
TREPPENHAUS
UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE
VEEDELS-NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
Barrierefreier Zugang vom Frankenbadplatz
bis ins Atrium (Schnitt DD)
Um einen durchgängig barrierefreien Zugang vom Frankenbadplatz
über das Foyer bis in das Atrium zu ermöglichen, wird vorgeschlagen,
das Außengelände im Bereich des Haupteingangs auf das Niveau
des Foyers anzuheben und zugleich den Innenhof auf diese Höhe
abzusenken. Dadurch entsteht ein stufenloser Übergang – ganz ohne
zusätzliche Rampen oder technische Hilfsmittel.
Die heute vorhandenen Nutzungen im Außenbereich, wie der
Basketballplatz und die Sitzgelegenheiten, bleiben dabei erhalten
und werden im Rahmen einer gesonderten städtebaulichen
Planung berücksichtigt. Ziel ist es, diese Angebote in die neue
Geländegestaltung zu integrieren und an die barrierefreie
Erschließung anzupassen.
2. Räumliche OrganisationSeite 22 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn
12.06.2025
ava / AABarrierefreie Erschließung
Gelände auf das Niveau
des Foyers absenken
Gelände auf das Niveau
des Foyers anheben
SCHNITT D-D
LEGENDE:
ABBRUCH
NEUBAU
SCHNITT D-D
LEGENDE:
ABBRUCH
NEUBAU
Barrierefreie Erschließung Schnitt DD
2. Räumliche Organisation
Um eine barrierefreie Erschließung vom Frankenbadplatz hinein bis
in das Atrium zu ermöglichen, schlagen wir vor das Außengelände
im Bereich des Haupteinganges anzuheben und das vollständige
Geländeniveau des Innenhofes auf das Bodenniveau des Foyers
abzusenken. Somit kann auf Behilfsmaßnahmen wie Rampen oä.
verzichtet werden.Seite 23 von 55
Machbarkeitsstudie
Frankenbad Bonn
12.06.2025
ava / AABarrierefreie Erschließung
WC
SCHNITT D-D
LEGENDE:
TREPPENHAUS
UMKLEIDEN / SCHWIMHALLE
VEEDELS NUTZUNG
VERWALTUNG
SANITÄRBEREICH
TECHNIK
Barrierefreie Erschließung Schnitt DD
2. Räumliche OrganisationSeite 24 von 55
Visualisierung Innenhof
2. Räumliche OrganisationSeite 25 von 55
Schnitt A-A
Schnitt B-B
Schnitte AA und BB
2. Räumliche OrganisationSeite 26 von 55
Schnitt C-C
Schnitt D-D
Schnitte CC und DD
2. Räumliche OrganisationSeite 27 von 55
Ansicht Nord
Ansicht Ost
Ansichten Nord und Ost
2. Räumliche OrganisationSeite 28 von 55
Ansicht Süd
Ansicht West
Ansichten Süd und West
2. Räumliche OrganisationSeite 29 von 55
3.1 Fragestellungen
3. Technische Gebäudeausrüstung
- Welche technischen Anlagen müssen zwingend erneuert werden?
- In welchem Umfang ist eine energetische Sanierung realisierbar?
- Welche denkmalrechtlichen Auswirkungen entstehen durch eine
energetische Ertüchtigung?
Ausgangslage
Seit der Eröffnung 1963 wurde das Frankenbad technisch nie
grundlegend saniert. Die meisten Anlagen stammen noch aus
der Bauzeit und wurden nur durch Reparaturen betriebsfähig
gehalten – ohne nennenswerte Modernisierung. Angesichts der
üblichen Lebensdauer technischer Systeme besteht ein erheblicher
Sanierungsstau.
Der Denkmalstatus des Gebäudes stellt besondere Anforderungen
an jede technische Maßnahme. Alle Eingriffe müssen in enger
Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen und dürfen die
historische Substanz nicht beeinträchtigen.
Ziel der technischen Sanierung
Die Studie prüft, wie eine moderne, energieeffiziente und nachhaltige
Techniklösung unter den besonderen Rahmenbedingungen
umsetzbar ist.
Energetisches Sanierungskonzept
- Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs
- Einsatz effizienter Wärmerückgewinnungssysteme
- Nutzung von Fernwärme und Solarenergie
- Beachtung der Klimaziele der Stadt Bonn („klimaneutral bis 2035“)
3Wärmeverluste Schwimmbad
Frankenbad Bonn
Beispielbild: Wärmeverluste Schwimmbad
Einführung in die energetische Sanierung eines
Bades
Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus
des Gebäudes ein Vielfaches der Investitionskosten. Dabei
machen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der
Betriebskosten in einem Hallenbad aus. Aus diesem Grund liegt ein
Untersuchungsschwerpunkt der Studie in der Realisierbarkeit einer
energieeffizienten und nachhaltigen Sanierung.
Im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den Klimazielen
der Stadt Bonn („Bonn klimaneutral 2035“) ist es eine logische
Zielsetzung im Projekt, den Gesamtenergiebedarf im Rahmen der
Sanierung zu minimieren und das Bad möglichst klimaneutral zu
betreiben. Der Sanierungsansatz sieht wie folgt aus:
- Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs
- Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen zur
Reduktion des Energiebedarfs
- Einsatz von Fernwärme und Solaranlage für die
EnergieversorgungSeite 30 von 55
3.1 Fragestellungen
3. Technische Gebäudeausrüstung
Minimierung des Energiebedarfs
Hallenbäder gehören zu den energieintensivsten Gebäudetypen.
Ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs entsteht durch den
Badebetrieb, insbesondere durch die hohen Anforderungen an
Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Gebäudehülle macht dabei
nur etwa 20 % des Gesamtwärmeverbrauchs aus. Dennoch ist ihre
Sanierung entscheidend – nicht nur zur Energieeinsparung, sondern
auch zum Schutz der Bausubstanz.
Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden gemeinsam mit
den Fachplanern und Ämtern der Stadt Bonn zwei energetische
Sanierungsziele diskutiert:
Variante EG 70 (Effizienzhaus 70):
Senkung des Energieverbrauchs auf 70 % im Vergleich zu einem
gesetzlich konformen Neubau.
Variante EG 40 (Effizienzhaus 40):
Höherer Sanierungsstandard mit einem Energieverbrauch von nur
40 % im Vergleich zum Referenzgebäude.
Diese Varianten dienen als Grundlage für die weitere Planung und
zeigen die möglichen energetischen Zielsetzungen im Spannungsfeld
zwischen Denkmalschutz und Klimazielen.
Besondere Anforderungen bei Hallenbädern
Aufgrund der konstant hohen Lufttemperaturen (über 30 °C)
und der hohen Luftfeuchtigkeit (50–60 %) besteht eine große
bauphysikalische Belastung. Eine hochwertige, denkmalverträgliche
Dämmung ist daher notwendig, um Tauwasserbildung und langfristige
Schäden zu vermeiden.
Energiekennwerte und Vergleichsmaßstab
Zur Bewertung der Energieeffizienz von Schwimmbädern werden
standardisierte Kennzahlen herangezogen – bezogen auf die
gesamte Beckenwasserfläche. Diese beträgt im Frankenbad rund
800 m²:
- Sportbecken: ca. 375 m²
- Mehrzweckbecken: ca. 315 m²
- Lehrschwimmbecken: ca. 110 m²
Verbrauchskennzahlen und Energie-Richtwerte VDI 2089
Die Richtlinie VDI 2089 Blatt 2 liefert Vergleichswerte für Bestands-
und Neubauten. Sie dient als Bewertungsgrundlage für die Planung
der energetischen Sanierung des Frankenbads.
Fragestellungen
Die in der VDI 2089 für Bestandsbäder vor 2009 angegebenen
Verbrauchswerte – ca. 1.000 kWh/m² Strom und 3.500 kWh/
m² Wärme – stimmen weitgehend mit den tatsächlichen
Jahresverbräuchen des Frankenbads überein.
Um im Rahmen einer Generalsanierung einen nachhaltigen
Energiestandard und die Voraussetzungen für einen klimaneutralen
Betrieb zu erreichen, ist eine Effizienzsteigerung von rund 50 %
gegenüber dem heutigen Zustand erforderlich.
4Zielwert Frankenbad
d
VDI 2089 Blatt 2 Wärmebedarf
[kWh/m²]
Strombedarf
[kWh/m²]
Verbrauchskennzahl VDI 2089
Bestandsbäder vor 2009 3500 1000
Richtwert VDI 2089
Bestand/ Neubau nach 2009 2000 600
Richtwert Postfossil ready, Klimaneutral
50% Effizienzsteigerung zum Bestand! 1750 500
Zielwert 2030
Top 10 Bäder 1300 400
Frankenbad BonnSeite 31 von 55
3.1 Fragestellungen
3. Technische Gebäudeausrüstung
5Energiebedarf von Hallenbädern
Strombedarf: Bestand und nach Sanierung
Hallenbad
Wärmebedarf: Bestand und nach Sanierung
Hallenbad
350 262,5 (35%)
150 (-40%)
500
375 (50%)
250 (-35%)
150
112,5 (15%)
100 (- 15%)
0
200
400
600
800
1000
1200
Frankenbad Bonn Ø DGfdB 2019
kWh/m²a
Lüftungstechnik Beckenwassertechnik Beleuchtung + Sonstiges
750 kWh/m²WF a
500 kWh/m²WF a
1000 kWh/m²WF a
Frankenbad
nach Sanierung
Frankenbad
nach Sanierung
Wärmebedarf und Strombedarf Frankenbad 2030 mit EG40Seite 32 von 55
3. Technische Gebäudeausrüstung
3.2 Sanierungskonzept – Technische
Gebäudeausrüstung (TGA)
Ziel des Sanierungskonzepts ist die Umsetzung eines modernen,
energieeffizienten und nachhaltigen Badbetriebs – unter
Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben und eines
zukunftsfähigen Nutzungskonzepts.
Die energetischen Varianten EG 70 und EG 40 beeinflussen das
technische Gesamtkonzept nur geringfügig. In Variante EG 40
sind zusätzlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie ein
Hubboden im Mehrzweckbecken vorgesehen.
Brandschutz
Im Zuge der weiteren Planung ist ein an die künftige Nutzung
angepasstes Brandschutzkonzept zu erarbeiten. Dabei sind
insbesondere die Nutzung der Tribüne und die allgemeinen
Anforderungen an Sonderbauten zu berücksichtigen. Der
Brandschutz stellt einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtplanung
dar und ist frühzeitig in enger Abstimmung mit den zuständigen
Behörden zu behandeln.
Technische Gewerke im Überblick
Abwasserentsorgung (KG 221):
Eine Kamerabefahrung des vorhandenen Leitungssystems liegt
bereits vor und ist bei der weiteren Planung zu berücksichtigen. Es
wird von einem bestehenden Mischwassersystem ausgegangen, das
im Rahmen der Sanierung entsprechend angepasst werden soll.
Wasserversorgung (KG 222):
Der vorhandene Trinkwasseranschluss kann weiter genutzt werden.
Fernwärmeversorgung (KG 224):
Der bestehende Anschluss bleibt erhalten. Eine Ergänzung durch
regenerative Systeme (z. B. Wärmepumpen) ist denkmalbedingt
schwierig und wird aktuell nicht verfolgt.
Stromversorgung (KG 225):
Die Mittelspannungsanlage und die Trafostation sind an die künftigen
technischen Anforderungen anzupassen. Im Rahmen der Variante
EG 40 ist zudem die Installation einer Photovoltaikanlage mit einer
Leistung von bis zu 200 kWp auf dem Hallendach vorgesehen.
Sanitärtechnik (KG 410):
Die Sanitäranlagen sind veraltet und hygienisch bedenklich.
Es wird ein vollständiger Austausch mit modernen Systemen
inkl. Frischwasserstation, Wärmerückgewinnung, Zähler- und
Wassermanagementsystem vorgesehen.
Wärmeversorgung (KG 420):
Veraltete Verteilung mit hohen Energieverlusten. Die gesamte
Wärmebereitstellung und -verteilung wird erneuert, Fernwärme bleibt
als Hauptquelle bestehen.
Raumlufttechnik (KG 430):
Die zentrale Lüftung ist veraltet und ineffizient. Es besteht hohes
Einsparpotenzial durch moderne Luftführung („abwärts“) und
Wärmerückgewinnung (>80 %). Neue Geräte finden im Keller-
und Staffelgeschoss ausreichend Platz. Die Zuluftführung kann
denkmalgerecht umgesetzt werden.
Elektrotechnik (KG 440/450):
Vollständige Erneuerung notwendig inkl. Blitzschutzanlage, LED-
Beleuchtung mit KNX-Steuerung und Sicherheitsbeleuchtung nach
geltenden Normen.
Badetechnische Anlagen (KG 476):
Beckenwasseraufbereitung entspricht nicht mehr dem Stand der
Technik. Filter, Pumpen und Leitungen werden ausgetauscht. Die
Beckenkörper sind grundsätzlich erhaltenswert. Die Einströmung
muss angepasst, eine Schlammwasseraufbereitung ergänzt werden.
Mess-, Steuer- und Regeltechnik (KG 480):
Bisher dezentrale und veraltete Systeme. Geplant ist ein
übergreifendes Gebäudeleitsystem (GLT) mit zentraler Bedienung,
Auswertung und Störmeldeverarbeitung.
Fazit
Technisch steht einer umfassenden und nachhaltigen Sanierung des
Frankenbads nichts entgegen. Alle Maßnahmen sind grundsätzlich
mit dem Denkmalschutz vereinbar und lassen sich auf Basis eines
zukünftigen Nutzungskonzepts zielgerichtet umsetzen.
QTransmission
QSolar
QLüftung
QBeckenerwärmung
QLuftdichtheit
Nr. 1 Optimierung der Gebäudehülle
Nr. 1 – Optimierung der Gebäudehülle
▪ Wärmeschutz
▪ Wärmedämmung
▪ Wärmebrücken
▪ Luftdichtheit
▪ Fenster und Türen
7
Frankenbad BonnBeispielbild: GebäudehülleSeite 33 von 55
Seite 34 von 55
4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung
4. Bauphysik
GRANER+PARTNER
I N G E N I E U R E
2
Übersicht zu energetischen Beispielaufbauten
Bauteile
/
Anforderung
en
Fenster Türen, Tore,
Oberlichter
Außenwand
/
Außenwand Innenhof
Außenwand gegen
Erdreich
/
Außenwand gegen
Erdreich Innenhof
Innenwand
Flachdach Schwimmbad (EPS
Aufdämmung / Mineralwollstreifen,
ca. 1.660 und 80m²)
Unbeh. Dachraum Flügel
Ca. 1.180m²
V 1: EG 70-
Standard
2-Fach
Verglasung mit
Uw= 1,4 W/(m²K)
Uw / UD
= 1,8 W/(m²K)
14 cm, 0,035 W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,25-0,28 W/(m²K)
/
8 cm, 0,035 W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,38 W/(m²K)
12 cm, 0,038 W/mK,
U= 0,29 W/(m²K)
/
8 cm, 0,038 W/mK,
U= 0,42 W/(m²K)
10 cm, 0,035 W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,31 W/(m²K)
Konstruktion kann aus energetischer
Sicht im Bestand verbleiben
Austausch der MiWo mit 12 cm
0,035 W/mK,
U= 0,25 W/(m²K)
V 2: EG 40-
Standard
3-Fach
Verglasung mit
Uw= 1,0 W/m²K
Uw / UD
= 1,3 W/(m²K)
20 cm, 0,035W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,166 W/(m²K)
/
8 cm, 0,035 W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,38 W/(m²K)
20 cm, 0,038 W/mK,
U= 0,19 W/(m²K)
/
8 cm, 0,038 W/mK,
U= 0,42 W/(m²K)
10 cm, 0,035 W/mK,
Halterungen Thermisch
entkoppelt,
U= 0,31 W/(m²K)
Aufdämmung mit 60mm MiWo 038,
Bestandskonstruktion mit 60mm EPS
0,032W/mK, 120mm SG 0,060W/mK,
85mm Bew. Bimsdielen 0,40W/mK,
U=0,140 -0,184 W/(m²K)
Austausch der MiWo mit 14 cm
0,035 W/mK,
U= 0,22 W/(m²K)
Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren
Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie
anlagentechnische Komponenten abweichen.
Übersicht zu energetischen Beispielaufbauten
Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen
„Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die
Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie
anlagentechnische Komponenten abweichen.
Nur die Variante 2 erfüllt die Voraussetzungen für ein Klimaneutrales Bad!Seite 35 von 55
4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung
4. BauphysikSeite 36 von 55
4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung
4. Bauphysik
GRANER+PARTNER
I N G E N I E U R E
3
Übersicht zu Anlagentechnischen Komponenten
TGA-
Komponenten
/
Anforderungen
Heizung / Warmwasser RLT Belichtung Strom aus erneuerbaren
Energien Ist-Wert zu Soll-Wert nach BEG
V 1: EG 70-
Standard
Wärme und Warmwassererzeugung über
Fernwärme Primärenergiefaktor: 0,25[-]
Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 70 / 55 °C
Strahlungs- und Luftheizung
Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt, Delta p –
variabel, hydraulischer Abgleich, PI-Regler
/
Zentrale Warmwasserbereitung,
Durchflusssystem, Zirkulation, Pumpe
bedarfsausgelegt, geregelt
Heizen über RLT,
Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 70 / 55 °C
Plattenwärmetauscher mit
Wärmerückgewinnungsgrad ≥ 80 %
Bedarfsabhängige
Luftvolumenstromregelung nach DIN
EN 16798-3) IDA-C6
In allen Bereichen
direkte LED-
Beleuchtung, Manuell
in Schwimmhalle,
automatisch in
Nebenräumen,
Tageslichtabhängiges
Kontrollsystem,
stufenweise Ein/Aus
Ca. 1.000 m² PV-Module,
Monokristallines Silizium,
als mäßig belüftete
Module, < 0,5m auf dem
Dach aufgesetzt,
Ausrichtung Ost/West im
Neigungswinkel von 15°
Strommenge gesamt/ Jahr:
129.841,46 kWh
(Deckungsanteil am
Strombedarf: 83,5%)
Spezifischer Primärenergiebedarf [kWh/(m²a)]:
55,2 – 37 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Opake Außenbauteile:
0,24 zu 0,26 – 92 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Transparente Außenbauteile:
1,4 zu 1,4 – 100 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Türen, Tore, Oberlichter:
1,8 zu 2,4 – 75 % vom Soll-Wert
V 2: EG 40-
Standard
Wärme und Warmwassererzeugung über
Fernwärme Primärenergiefaktor: 0,25[-]
Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 55 / 35 °C
Strahlungs- und Luftheizung
Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt, Delta p –
variabel, hydraulischer Abgleich, PI-Regler
/
Zentrale Warmwasserbereitung,
Durchflusssystem, Zirkulation, Pumpe
bedarfsausgelegt, geregelt
Heizen über RLT,
Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 55 / 35 °C
Plattenwärmetauscher mit
Wärmerückgewinnungsgrad ≥ 80 %
Bedarfsabhängige
Luftvolumenstromregelung nach DIN
EN 16798-3) IDA-C6
In allen Bereichen
direkte LED-
Beleuchtung, Manuell
in Schwimmhalle,
automatisch in
Nebenräumen,
Tageslichtabhängiges
Kontrollsystem,
stufenweise Ein/Aus
Ca. 1.000 m² PV-Module,
Monokristallines Silizium,
als mäßig belüftete
Module, < 0,5m auf dem
Dach aufgesetzt,
Ausrichtung Ost/West im
Neigungswinkel von 15°
Strommenge gesamt/ Jahr:
129.841,46 kWh
(Deckungsanteil am
Strombedarf: 82,9%)
Spezifischer Primärenergiebedarf [kWh/(m²a)]:
51,8 – 34 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Opake Außenbauteile:
0,18 zu 0,18 – 100 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Transparente Außenbauteile:
1,0 zu 1,0 – 100 % vom Soll-Wert
Mittl. U-Wert Türen, Tore, Oberlichter:
1,3 zu 1,6 – 81 % vom Soll-Wert
Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren
Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie
anlagentechnische Komponenten abweichen.
Übersicht zu Anlagentechnsichen Komponenten
Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen
„Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die
Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie
anlagentechnische Komponenten abweichen.Seite 37 von 55
Für die Bestandssituation wurde für eine energetische
Einschätzung der drei Varianten ein „Ein-Zonen-Modell“ erstellt
und alle Raumbereiche der thermischen Hüllfläche als „Sonstige
Aufenthaltsräume“ mit einer pauschalen Raumtemperatur mit
21°C berücksichtigt. Der tatsächliche Endenergieverbrauch von
Wärme- und Strom beträgt gem. Energiemanagement der SGB
durchschnittlich 3.137.024,97 kWh. Der errechnete Bedarf von
1.852.762,90 kWh ist in den normativen und nutzerabhängigen
Einflüssen begründet. Da die errechneten Energieprognosen
ähnlichen Abweichungen unterliegen, stellen folgende Grafiken zum
End- und Primärenergiebedarf nur eine grobe Tendenzen dar und
sollten nicht als absolute Werte zu verstehen sein.
Übersichten für die Varianten Bestandssituation,
EG-70 und EG-40 mit End- und Primärenergiebedarf Diagramm.
4. BauphysikSeite 38 von 55
Seite 39 von 55
CC
D
B
A
D
B
A
Beckenumgang
F: 131,25 m2
Treppenraum
F: 12,57 m2
Treppenraum
F: 24,91 m2
Treppenraum
F: 24,68 m2
Schwimmhalle Gesamt
F: 242,39 m2
Treppenraum
F: 34,98 m2
Treppenraum
F: 43,52 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Du / WC
F: 35,06 m2
Büro I
F: 21,74 m2
Du / WC
F: 16,59 m2 Aufenthalt
F: 39,25 m2
Besprechung
F: 23,74 m2
Drucker/Archiv
F: 14,12 m2
Flur
F: 99,41 m2
Raum II
F: 104,27 m2
Raum I
F: 104,43 m2
Technik
F: 9,37 m2
Veedels Bereich
F: 500,71 m2
Flur
F: 45,36 m2
Teeküche
F: 20,28 m2
Aufenthalt
F: 40,29 m2
Büro II
F: 21,71 m2
Frisierbereich
F: 34,72 m2
Umkleiden
F: 36,06 m2
Verwaltung / Pers.
F: 318,83 m2
Raum III
F: 37,28 m2
Flur
F: 15,80 m2
Wohnung (Bestand)
F: 109,77 m2
Lehrschwimmbecken
F: 111,12 m2
LEGENDE:
Raumtemperaturen
30° - 25°
24° - 21°
20° - 15°
14° - 12°
12° - 5°
Temperaturzonen Sockelgeschoss
4. BauphysikSeite 40 von 55
6 Stg.
19 / 22
Rampe
Rampe
RampeRampe
CC
D
B
A
D
B
A
Treppenraum
F: 35,48 m2
Treppenraum
F: 34,91 m2
Technik
F: 28,05 m2
Lager
F: 31,40 m2
Lager
F: 30,45 m2
Lager/Werkstatt
F: 50,20 m2
Werkstatt
F: 33,62 m2
Werkstatt
F: 62,39 m2
Lager/Werkstatt
F: 62,63 m2
Technik
F: 43,17 m2
Flur
F: 10,94 m2
Stromversorgung SWB
F: 51,92 m2Lager
F: 15,32 m2
Flur
F: 4,08 m2
Lichtschacht
F: 38,13 m2
Treppenraum
F: 24,68 m2
Technik
F: 6,13 m2
Technik
F: 16,63 m2
Technik
F: 16,13 m2
Treppenraum
F: 12,57 m2
Technik
F: 10,38 m2
Technik
F: 7,66 m2
Technik
F: 380,97 m2
Lager
F: 319,29 m2
Technik
F: 16,06 m2
Becken
F: 31,66 m2
Becken
F: 32,89 m2
Technik
F: 2,51 m2
Technik Lehrschwimmbecken
F: 111,19 m2
Technik
F: 158,40 m2
Technik
F: 181,93 m2
Technik
F: 49,60 m2
Technik
F: 48,21 m2
Technik
F: 49,80 m2
Technik
F: 48,10 m2
Technik
F: 98,94 m2
Flur
F: 6,59 m2
Flur
F: 9,64 m2
Flur
F: 7,02 m2
Flur
F: 14,55 m2
Treppenraum
F: 24,92 m2
Technik
F: 576,22 m2
Technik
F: 52,20 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Aufzug
F: 3,08 m2
Technik
F: 32,95 m2
Sanitärbereich
F: 123,32 m2
LEGENDE:
Raumtemperaturen
30° - 25°
24° - 21°
20° - 15°
14° - 12°
12° - 5°
Temperaturzonen Sockelgeschoss
4. BauphysikSeite 41 von 55
Die Fassaden des Frankenbads bestehen aus ca. 5 cm dicken Beton-
bzw. Natursteinplatten, die über nichtrostende Stahlanker an der
tragenden Stahlbetonkonstruktion befestigt sind.
Gutachterliche Untersuchungen (Henneker Zillinger Ingenieure
sowie Thormälen und Peuckert) zeigen, dass die Fassaden bereits
heute zahlreiche Schäden aufweisen und mit einer weiteren
Schadensausbreitung zu rechnen ist.
Für die Integration einer energetischen Dämmung wird empfohlen,
die bestehenden Fassadenplatten vollständig zu demontieren. Sollten
diese – oder gestalterisch vergleichbare Platten – erneut verwendet
werden, ist eine neue, geeignete Unterkonstruktion erforderlich, um
die Platten fachgerecht und sicher zu befestigen.
5.1 Fassaden
5. TragwerksplanungSeite 42 von 55
Im Zuge der Sanierung wurden mehrere Varianten für die Erneuerung
bzw. Verstärkung des Daches über der Schwimmhalle untersucht.
Ziel ist es, zukünftige Anforderungen an Dämmung, Tragfähigkeit und
ggf. Photovoltaik-Nutzung zu erfüllen.
Variante A
Rück- und Neubau Dachaufbau
Vorteile:
– Ermöglicht den Einsatz einer leistungsfähigen Dämmung
– Tragreserve für eine PV-Anlage kann problemlos geschaffen
werden
Nachteile:
– Kompletter Rückbau der bestehenden Dachkonstruktion oberhalb
der Bimsplatten erforderlich
Variante B
Verstärkung der oberen Dachebene
Vorteile:
– Bestehende Dachkonstruktion kann größtenteils erhalten bleiben
– Dämmung und PV-Anlage sind ergänzbar
Nachteile:
– Neue Pfetten zur Entlastung der vorhandenen Bimsplatten und
Dachpfetten notwendig
Variante C
Rück- und Neubau obere Dachebene
Vorteile:
– Hohe Lastreserven lassen sich gezielt schaffen
– Ermöglicht eine energetisch optimierte Dachlösung mit PV-Anlage
Nachteile:
– Rückbau der oberen Dachebene einschließlich der Bimsplatten
erforderlich
5.2 Sanierungsvarianten Dach über Schwimmhalle
5. TragwerksplanungSeite 43 von 55
Für die Dachflächen über den Nebenräumen erscheint die
Nachrüstung einer zusätzlichen Wärmedämmung grundsätzlich
machbar, da nur geringe zusätzliche Lasten zu erwarten sind.
Zur Absicherung ist das aktuelle Eigengewicht des bestehenden
Dachaufbaus zu ermitteln und den statischen Lastannahmen
gegenüberzustellen. Sollte sich daraus ein Bedarf ergeben, kann
eine Verstärkung – z. B. durch CFK-Lamellen – erfolgen, um die
Tragfähigkeit konstruktiv zu gewährleisten.
5.3 Dachsanierung über den Nebenräumen
5. TragwerksplanungSeite 44 von 55
Seite 45 von 55
Seite 46 von 55
9,5%
1. Untergeschoss -5,02 = +53,63
Sockelgeschoss -2,72 = +55,93
1. Obergeschoss +1,81 = +60,46
9,5%
1. Obergeschoss +1,81 = +60,46
Dachaufbau (unbelüftet)
2mm Aluminium Stehfalzdeckung
3mm Trennlage Bitumendachbahn
23mm Vollholzschalung
Dachkonstruktion Vollholz als
Bretterkonstruktion mit versch.Stärken
80mm Mineralwolle (KMF), lose
eingelegt
50mm Stahlbetonplatte
Deckenaufbau
Stahlbeton-Rippendecke
230mm Stahlbetonrippen
Spritzputz Abhängung
220- 450mm Streckmetallträger,
30mm Drahtputzdecke, Stahl UK
Fassadenaufbau
Brüstungsabdeckung
Ettringer Tuffstein
(geschlossenes Material)
Fugenmaterial:
Trasszementmörtel
Fassadenbekleidung
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
Traganker, seitliche Anbindung
640mm (?) Stahlbetonwand
Fassadeaufbau Bereich Attika
- Aluminiumfenster
2-fach Verglasung
... Stahlbetonwand
1. Untergeschoss -5,02 = +53,63
Sockelgeschoss -2,72 = +55,93
1. Obergeschoss +1,81 = +60,46
9,5%
1. Obergeschoss +1,81 = +60,46
9,5%
Dachaufbau (unbelüftet)
2mm Aluminium Stehfalzdeckung
3mm Trennlage Bitumendachbahn
23mm Vollholzschalung
Dachkonstruktion Vollholz als
Bretterkonstruktion mit versch.Stärken
120mm Mineralwolldämmung WLG 035
50mm Stahlbetonplatte
Deckenaufbau
Stahlbeton-Rippendecke
230mm Stahlbetonrippen
Spritzputz Abhängung
220- 450mm Streckmetallträger,
30mm Drahtputzdecke, Stahl UK
Fassadenaufbau
Brüstungsabdeckung
Ettringer Tuffstein
(geschlossenes Material)
Fugenmaterial:
Trasszementmörtel
Fassadenbekleidung
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
140mm Mineralwolldämmung WLG 035
Traganker, seitliche Anbindung
380mm (?) Stahlbetonwand
Fassadeaufbau Bereich Attika
10mm Außenputz
140mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
2-fach Verglasung
UwWert: 1,4 [W/(m²K)]
... Stahlbetonwand
6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung
Bestand
Fassaden SeitenflügelSeite 47 von 55
Seite 48 von 55
Foyer Platz
Haupteingang
FoyerInnenhof
InnenhofSchwimmhalle
Fassadeaufbau Innenhof
50mm Weibener Tuffstein
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
2-fach Verglasung
UwWert: 1,4 [W/(m²K)]
... Mauerwerkswand
Innenwand Foyer
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
100mm Mineralwolldämmung WLG 035
... MauerwerkswandFoyer Platz
Haupteingang
Fassadeaufbau Innenhof
10mm Außenputz
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
2-fach Verglasung
UwWert: 1,4 [W/(m²K)]
... Stahlbetonwand
Innenwand Foyer
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
100mm Mineralwolldämmung WLG 035
... Mauerwerkswand
FoyerInnenhof
InnenhofSchwimmhalle
Fassadeaufbau Innenhof
10mm Außenputz
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
2-fach Verglasung
UwWert: 1,4 [W/(m²K)]
... Stahlbetonwand
Fassadeaufbau Innenhof
50mm Weibener Tuffstein
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
3-fach Verglasung
UwWert: 1,0 [W/(m²K)]
... Mauerwerkswand
Innenwand Foyer
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
100mm Mineralwolldämmung WLG 035
... MauerwerkswandFoyer Platz
Haupteingang
Fassadeaufbau Innenhof
10mm Außenputz
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
3-fach Verglasung
UwWert: 1,0 [W/(m²K)]
... Stahlbetonwand
Innenwand Foyer
50mm Weibener Tuffstein
30mm Hinterlüftung
100mm Mineralwolldämmung WLG 035
... Mauerwerkswand
FoyerInnenhof
InnenhofSchwimmhalle
Fassadeaufbau Innenhof
10mm Außenputz
80mm Mineralwolldämmung WLG 035
- Aluminiumfenster
3-fach Verglasung
UwWert: 1,0 [W/(m²K)]
... Stahlbetonwand
Bestand EG70-Standard EG40-Standard
6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung
weitere FassadendetailsSeite 49 von 55
tiefliegende Wiesbadener Rinne hochliegende Wiesbadener RinneBestand
6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung
Beckenköpfe
Nach 62 Jahren der Nutzung der Becken ist davon auszugehen,
dass sämtliche keramischen Beläge der Becken inklusive derere
Abdichtungen zu erneuern sind. Dies wird erfolgen mit einer neuen
Durchströmungsgeometrie im Becken.
Ein wichtiger Punkt dabei ist die Sanierung der Beckenköpfe
und die richtige Wahl der Beckenkopfrinne. Die Beckenkopfrinne
ist entscheidend bei der Verursachung von deutlichen
Schwallgeräuschen, also der Grundlautstärke im Bad.
Möglich erscheint eine tiefliegende Wiesbadener Rinne, die allerdings
den heute unüblich tiefen Wasserspiegel nicht anheben würde.
Eine hochliegende Wiesbadener Rinne würde den Wasserspiegel
auf den Fertigfußboden der Badeplatte anheben, was einen deutlich
höhren Badekomfort nach sich ziehen würde. Dies müsste allerdings
denkmalpflegerisch bewertet werden. Auch die Reduktion der Höhe
der Sprunganlagen ist hier zu berücksichtigen.Seite 50 von 55
7. Zertifizierung nach DGNB
DGNB-Zertifizierung für Hallenbäder – Rahmenbedingungen
Für Hallenbäder existiert derzeit kein standardisierter DGNB-
Kriterienkatalog. Eine Zertifizierung ist grundsätzlich über das
Verfahren „DGNB Flex“ möglich. Dieses richtet sich an Projekte
ohne bestehendes Nutzungsprofil und ermöglicht eine individuelle
Bewertung auf Grundlage projektspezifischer Anforderungen.
Die Beantragung erfolgt über eine projektspezifische Anfrage zur
Zertifizierbarkeit (PAZ), die durch einen zugelassenen DGNB-Auditor
gemeinsam mit dem Bauherrn bei der DGNB eingereicht wird.
Fachliche Einschätzung
Nach Einschätzung der Fachplaner (insbesondere aus dem Bereich
Technische Ausrüstung) ist eine DGNB-Zertifizierung für Hallenbäder
zwar technisch möglich, jedoch fachlich nur eingeschränkt
sinnvoll. Die bestehenden Bewertungskriterien – ähnlich wie bei
der energetischen Bewertung nach DIN V 18599 – sind nicht
spezifisch auf den Bäderbetrieb ausgerichtet und erfassen die
realen Effizienzpotenziale und betrieblichen Besonderheiten von
Hallenbädern nur unzureichend.
Mögliche Vorgehensweise mit DGNB Flex:
Der DGNB-Flex-Prozess umfasst sechs Phasen:
1. Projektspezifische Anfrage (PAZ) durch den Auditor
2. Anmeldung des Projekts bei der DGNB
3. Erarbeitung eines individuellen Kriterienkatalogs durch den Auditor
4. Prüfung und Rückmeldung durch die DGNB
5. Vertragsschluss und Festlegung der Zertifizierungsgrundlage
6. Durchführung des Audits und Zertifikatsvergabe
Das Ergebnis ist ein gleichwertiges DGNB-Zertifikat mit
projektspezifischer Benennung (z. B. „DGNB-Zertifikat für ein
nachhaltiges Hallenbad“). Die Anwendung von DGNB Flex erfordert
jedoch einen höheren Koordinations- und Abstimmungsaufwand.
Fazit
Eine Zertifizierung nach DGNB ist beim Projekt Frankenbad
grundsätzlich möglich, aber angesichts der spezifischen
Anforderungen eines denkmalgeschützten Schwimmbads mit
besonderem Nutzungskontext sorgfältig abzuwägen.
Die Machbarkeitsstudie empfiehlt daher, eine Befreiung
von den regulären DGNB-Anforderungen zu prüfen und
die Nachhaltigkeitsziele projektindividuell über alternative
Maßnahmen (z. B. Lebenszyklusanalysen, Energiekennwerte,
ressourcenschonende Materialien) zu sichern.Seite 51 von 55
7. Zertifizierung nach DGNB
Systematik von DGNB Flex
Darstellung der DGNB zum Vorgehen einer PAZ (projektspezifische
Anfrage zur Zertifizierbarkeit)
1. Präambel
Dieses Dokument defi niert den Prozess für die Zertifizierung
eines Projektes gemäß den „DGNB Flex“ Regeln. Die DGNB Flex
Systematik hat die folgenden Zielsetzungen:
- Es wird ein Verfahren für die Erstellung einer projektindividuellen
DGNBZertifizierungsgrundlage für die Optimierung und Bewertung
von Projekten angeboten, für die es kein passendes bereits fertig
spezifi ziertes Nutzungsprofi l gibt.
- Der Aufwand für die Durchführung gemäß dieser
projektindividuellen DGNBZertifizierungsgrundlage soll
angemessen und zielgerichtet zur Aufgabe sein.
- DGNB Auditoren sollen über die Anwendung des Verfahrens einen
pragmatischen und verlässlichen Rahmen für die Beratung ihrer
Bauherren in frühen Planungsphasen erhalten.
Für die Zertifizierung von Projekten gilt dieses Dokument zusätzlich
zu allen zertifi zierungsrelevanten Unterlagen, wie technischen
Handbüchern (DGNB Kriterienkataloge), Verträgen und dem
Zertifizierungshandbuch.
2. Anwendungsbereich von DGNB Flex
DGNB Flex darf zur Generierung des Anforderungskatalogs für
die Zertifizierung von Projekten genutzt werden, für die aktuell
keine spezifi schen DGNB Nutzungsprofile (Marktversionen
und Erstanwendungsversionen) vorliegen. Es besteht jedoch
kein Anspruch auf die Erstellung einer projektindividuellen
Zertifizierungsgrundlage auf Basis von Flex. Die Entscheidung, ob ein
Projekt gemäß DGNB Flex zertifiziert werden kann, obliegt der DGNB
GmbH.
Projekte können auch nicht mit Hilfe von DGNB Flex zertifiziert
werden, wenn sie im Widerspruch zu den DGNB Vereinszielen stehen
(z.B. Lage des Projekts in Krisen oder Kriegsregion, auf geschützten
Flächen etc.) oder das Vorliegen ethischer Gründe.
3. Grundsätzliches Vorgehen bei der
Zertifizierung gemäß der DGNB Flex
Die Systematik sieht sechs wesentliche Phasen für die Zertifizierung
eines Projekts nach DGNB Flex vor.
Phase 1: Projektspezifi sche Anfrage zur Zertifizierung (PAZ)
Der DGNB Auditor der kein passendes Nutzungsprofi l für sein
Projekt gefunden hat, stellt in Abstimmung mit dem Bauherren
im Rahmen einer projektspezifischen Anfrage zur Zertifizierung
(PAZ) einen Antrag zur Zertifizierung gemäß DGNB Flex. Hierfür
skizziert und begründet er die Anwendung eines geeigneten
Basisnutzungsprofil für die DGNB Flex Anwendung. Eine DGNB
Sprechstunde in der Geschäftsstelle oder als Webmeeting kann den
Prozess unterstützen. Im Anschluss erhält der DGNB Auditor eine
PAZNummer, mit welcher das Projekt referenziert wird und unter
welcher die Anfrage seitens DGNB beantwortet wird.
Phase 2: Anmeldung eines Projektes für Zertifizierung gemäß
DGNB Flex
Nach positiver Beantwortung des DGNB Flex Antrags durch die
DGNB GmbH muss das Projekt angemeldet werden. Hierbei ist die
entsprechende PAZNummer anzugeben.
Phase 3: Auditoren-Entwurf für individuelle DGNB
Für das Projekt wird im nächsten Schritt von einem DGNB Auditor ein
Vorschlag für individuelle Zertifi zierungsgrundlagen erarbeitet. Dieser
Vorschlag muss ein oder mehrere Basisnutzungsprofil(e) benennen
und skizzenhaft die anzuwendenden Kriterien und die darin
enthaltenen Indikatoren enthalten. Der hiermit vorliegende Leitfaden
zur Anwendung von DGNB Flex stellt die Grundlage dar, auf welcher
die Zertifi zierungsgrundlagen schnell und mit überschaubarem
Aufwand erarbeitet werden können. Die DGNB Geschäftsstelle wird
hierfür eine Sprechstunde anbieten und unterstützt bei Bedarf die
Erarbeitung des Entwurfs gegen Gebühr.
Der Entwurf wird vom DGNB Auditor bei DGNB unter Angabe der
PAZ Nummer eingereicht.Seite 52 von 55
7. Zertifizierung nach DGNB
Systematik von DGNB Flex
Phase 4: Prüfung des Entwurfs
Die DGNB prüft den Vorschlag. Änderungen gegenüber dem
AuditorenEntwurf werden dem Auditor mitgeteilt und weitere Fragen
gemeinsam diskutiert.
Phase 5: Bereitstellung von projektindividuellen
Zertifizierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag
Auf Basis der Vorarbeiten fixiert die DGNB einen projektindividuellen
Anforderungskatalog (Zertifi zierungsgrundlage). Dieser besteht
aus einer individuellen Gewichtungstabelle mit Verweisen zu
existierenden weiteren Dokumenten (z.B. Kriterienkatalog Neubau
oder Kriterienkatalog Quartiere). Die Gewichtungstabelle enthält
ebenfalls die projektindividuell anzuwendenden Gewichtungen der
Indikatoren (Punkteverteilung) und der Kriterien. Neue Indikatoren
werden in Form separater Anhänge zur Gewichtungstabelle
bereitgestellt.
Der projektindividuelle Anforderungskatalog ist die fachliche
Zertifi zierungsgrundlage und hat eine gleichwertige inhaltliche
Qualität wie veröffentlichte Nutzungsprofile. Bezugnehmend
auf den projektindividuellen Anforderungskatalog wird seitens
DGNB der Zertifi zierungsvertrag ausgestellt und dem
Bauherrn zugesandt. Die beidseitige Unterzeichnung des
Zertifizierungsvertrags ist Voraussetzung für die verbindliche
Vereinbarung des projektindividuellen Anforderungskatalogs als
Zertifizierungsgrundlage. Eigner des Anforderungskatalogs ist die
DGNB. Dieser Katalog und / oder Teile davon kann zu späterem
Zeitpunkt auch in die Entwicklung von neuen Erstanwendungs oder
Marktversionen einfließen.
Phase 6: Zertifizierung
Nach Abschluss des Zertifi zierungsvertrags fi ndet das DGNB
Audit durch einen DGNB Auditor statt, die Zertifizierung erfolgt
anschließend gemäß allen einschlägig bekannten Regeln durch die
DGNB. Die Auszeichnung ist ein gleichwertiges Zertifikat. Aus der
Vertragsnummer ist die Flex Anwendung ersichtlich (FLEX18D…).
Auf der Urkunde wird die spezifi sche Nutzung des Projektes
ausgewiesen (z.B. DGNB Zertifikat für nachhaltige Rechenzentren).
Die individuelle Namensgebung obliegt der DGNB, soll jedoch in
Abstimmung mit dem Antragsteller festgelegt werden.
Die DGNB prüft den Vorschlag. Änderungen gegenüber
dem AuditorenEntwurf werden dem Auditor mitgeteilt und
weitere Fragen gemeinsam diskutiert.
Phase 5: Bereitstellung von projektindividuellen Zertifi-
zierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag
Auf Basis der Vorarbeiten fixiert die DGNB einen projektin
dividuellen Anforderungskatalog (Zertifizierungsgrundlage).
Dieser besteht aus einer individuellen Gewichtungstabelle
mit Verweisen zu existierenden weiteren Dokumenten (z.B.
Kriterienkatalog Neubau oder Kriterienkatalog Quartiere). Die
Gewichtungstabelle enthält ebenfalls die projektindividuell
anzuwendenden Gewichtungen der Indikatoren (Punktever
teilung) und der Kriterien. Neue Indikatoren werden in Form
separater Anhänge zur Gewichtungstabelle bereitgestellt.
Der projektindividuelle Anforderungskatalog ist die fachliche
Zertifizierungsgrundlage und hat eine gleichwertige inhaltliche
Qualität wie veröffentlichte Nutzungsprofile.
des Zertifizierungsvertrags ist Voraussetzung für die verbind
liche Vereinbarung des projektindividuellen Anforderungskata
logs als Zertifizierungsgrundlage.
Eigner des Anforderungskatalogs ist die DGNB. Dieser Katalog
und / oder Teile davon kann zu späterem Zeitpunkt auch in
die Entwicklung von neuen Erstanwendungs oder Marktversi
onen einfließen.
Phase 6: Zertifizierung
Nach Abschluss des Zertifizierungsvertrags findet das DGNB
Audit durch einen DGNB Auditor statt, die Zertifizierung
erfolgt anschließend gemäß allen einschlägig bekannten
Regeln durch die DGNB. Die Auszeichnung ist ein gleichwer
tiges Zertifikat. Aus der Vertragsnummer ist die Flex Anwen
dung ersichtlich (FLEX18D…). Auf der Urkunde wird die
spezifische Nutzung des Projektes ausgewiesen (z.B. DGNB
Zertifikat für nachhaltige Rechenzentren). Die individuelle
Namensgebung obliegt der DGNB, soll jedoch in Abstimmung
mit dem Antragsteller festgelegt werden.
Kontaktaufnahme mit DGNB
Begründung für DGNB Flex
Entwurf: Inhaltliche Weichenstellung
und Arbeit am Projekt, ggfs. mit DGNB
Durch DGNB wird der Entwurf geprüft,
Qualitätssicherung der Anforderungen
DGNB erstellt die Zertifizierungsgrundlagen
(Gewichtungstabelle mit Verweisen) und
ermöglicht damit einen effizienten Ablauf
Zertifizierung durch DGNB über
„Papiereinreichung“
Phase 1:
Projektspezifische Anfrage zur Zertifizierung (PAZ)
Projektanfragen für DGNB Flex
Phase 2:
Anmeldung eines Projektes für Zertifizierung
gemäß DGNB Flex
Phase 3:
Auditoren-Entwurf für individuelle
DGNB Flex-Anwendung
Phase 4:
Prüfung des Entwurfs
Phase 5:
Bereitstellung von projektindividuellen
Zertifizierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag
Phase 6:
Zertifizierung
Abbildung 1: Ablauf DGNB Flex Zertifizierung
2DGNB FLEX
Ablauf DGNB Flex ZertifizierungSeite 53 von 55
8. Kostenrahmen
KG Kostenart EG70 EG40-Zuschlag Gesamtkosten
100 Grundstück - € - € - €
200 Herrichten und Erschliessen - € - € - €
300 Bauwerk-Baukonstruktion 14.943.232 € 925.505 € 15.868.737 €
Schadstoffsanierung Ansatz BGF 3.770.368 € - € 3.770.368 €
Betoninstandsetzung 839.496 € - € 839.496 €
400 Bauwerk-Technische Anlagen 8.100.000 € 650.000 € 8.750.000 €
500 Außenanlagen und Freiflächen 1.680.040 € - € 1.680.040 €
600 Ausstattung / Kunstwerke - € - € - €
700 Baunebenkosten 9.679.935 € 519.916 € 10.199.851 €
800 Finanzierung - € - € - €
Summe KG 200-700 39.013.071 € 2.095.421 € 41.108.492 €
MwSt. 19% 7.412.483 € 398.130 € 7.810.613 €
Brutto 46.425.554 € 2.493.551 € 48.919.105 €
Kostenrahmen (gerundet) EG70 46.425.000 €
EG40 - Zuschlag 2.495.000 €
Kostenrahmen (gerundet) EG40 48.920.000 €
# Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)Seite 54 von 55
Fazit
Die Machbarkeitsstudie liefert fundierte Antworten auf die
zentralen Fragen im Zusammenhang mit der Sanierung des
denkmalgeschützten Frankenbads am Frankenplatz:
• Nach über 60 Jahren Nutzung befindet sich das Gebäude in einem
überraschend guten baulichen Zustand.
• Eine energetische Sanierung ist nicht nur möglich, sondern auch
sinnvoll – sowohl aus baulicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht.
• Die angestrebte energetische Qualität nach EG 40-Standard kann
erreicht werden, ohne die denkmalpflegerischen Anforderungen zu
verletzen.
Diese Erkenntnisse bilden eine belastbare Grundlage für die
nächsten Planungsschritte. Die Aussagen der Studie sind im weiteren
Verlauf durch vertiefende Planungen und technische Nachweise zu
konkretisieren.
Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das Frankenbad – über seine
Funktion als saniertes Hallenbad hinaus – ein hohes Potenzial für
ergänzende Nutzungen im Quartier bietet. Die Integration neuer
Veedelsnutzungen im Gebäude und insbesondere im Innenhof kann
den Ort zu einem lebendigen sozialen Zentrum weiterentwickeln, von
dem sowohl das Bad als auch das umliegende Quartier profitieren.
Damit bietet das Frankenbad die einmalige Chance, als
identitätsstiftender Ort zur Belebung und Aufwertung des städtischen
Lebensraums in der westlichen Bonner Nordstadt beizutragen.
Andreas Veauthier
Dipl.-Ing. Architekt BDA
Juli 2025Seite 55 von 55

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

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Datenstand: 02.11.2026, 23:17 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de