253608 · Mitteilungsvorlage
Mitteilung Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Frankenbades
Kerndaten
- Nummer
- 253608
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 13.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Friedrichstraße
- Alexanderstraße
- Kurfürstenallee
- Bertha-von-Suttner-Platz
- Adolfstraße
- Vorgebirgsstraße
- Am Frankenbad
- Hochstadenring
- F
- Nordstadt
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Sportausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 253608 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 85 Städtisches Gebäudemanagement Bonn Dezernat: SGB Mitteilung Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Frankenbades Beratungsfolge Sportausschuss 27.08.2025 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Ausgangslage und Aufgabenstellung Mit dem geänderten Beschluss der Vorlage DS-Nr.: 241328 aus der Ratssitzung vom 29.08.2024 wurde die Verwaltung beauftragt eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Frankenbades zu erstellen. Die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie zur denkmalgerechten und energetischen Sanierung des Frankenbades liegen jetzt vor und werden im Folgenden zusammengefasst dargestellt. Die vollständige Machbarkeitsstudie ist als Anlage 2 beigefügt. Diese Mitteilungsvorlage dient zunächst der Information der Politik zum aktuellen Sachstand. Auf die Vorlage eine Beschlussvorschlags wurde verzichtet, da die Gremienläufe mit Blick auf die Ratssitzung im September nicht mehr eingehalten werden können. Die Verwaltung wird dem neu gewählten Rat zeitnah eine Beschlussvorlage unterbreiten. Es bestand die Notwendigkeit Erkenntnisse zu erhalten, inwieweit die inzwischen stark gestiegenen Anforderungen an eine energetische Sanierung mit den Belangen der Denkmalpflege vereinbar sind. Aus den vorgenannten Gründen war zunächst die Durchführung einer Machbarkeitsstudie angezeigt, um die Umsetzbarkeit der Ziele zu prüfen und die Kosten zu verifizieren. In Vorbereitung der Machbarkeitsstudie wurden von Februar bis August 2024 weitere Bauteiluntersuchungen durchgeführt, ein Bauwerksbuch erstellt und ein 3D-Aufmaß des Gebäudes durchgeführt. Die Bauteiluntersuchungen kamen zum Ergebnis, dass die Gebäudesubstanz in einem soliden und somit sanierungsfähigen Zustand ist. Das Gebäude und seine Ausstattung weist bauzeit- bzw. altersbedingt jedoch erhebliche technische, funktionale und energetische Defizite auf, die eine grundlegende Sanierung erforderlich machen. Die vom SGB in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie (Durchführung im Zeitraum: Dezember 2024 bis Juni 2025) untersuchte die baulichen, technischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine umfassendeSeite 1 von 55 Seite 2 Sanierung. Mit Ausnahme des Innenhofs waren die Außenanlagen nicht Bestandteil der Machbarkeitsstudie. Im Fokus standen: • der denkmalgerechte Substanzerhalt • eine signifikante energetische Ertüchtigung • die Integration quartiersnaher Nutzungen • sowie eine barrierefreie Erschließung Weitere Aspekte der Studie waren die Erschließung des Innenhofes für Nutzungen und eine Änderung der Zugänglichkeit der WC-Anlagen. Im Rahmen der Ausarbeitung wurden außerdem mehrere Versionen zur energetischen Sanierung vorgestellt. Die Machbarkeitsstudie kommt zu dem Ergebnis, dass das denkmalgeschützte Frankenbad sich trotz seiner 62-jährigen Nutzung in einem so guten Zustand befindet, dass eine energetische Sanierung möglich und sinnvoll ist. Die Variante EG 40 wird in der Studie als bevorzugte Lösung identifiziert. Sie bietet eine zukunftsfähige, klimaschonende und wirtschaftlich tragfähige Perspektive für den weiteren Betrieb des Bades und erfüllt alle einzuhaltenden energetischen Vorgaben aus den politischen Beschlüssen. Die Sanierung ist, wie eingangs bereits erwähnt, dringend notwendig, da die technischen Anlagen abgängig sind und ein Ausfall mit entsprechenden schwerwiegenden Auswirkungen auf den Betrieb des Bades jederzeit möglich ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die bei Sachverständigenprüfungen festgestellten Mängel teilweise aufgrund von fehlenden bzw. nicht mehr produzierten Ersatzteilen oder grundsätzlicher Irreparabilität nicht mehr beseitigt werden können, was unter Umständen zu einer Untersagung der Gebäudenutzung führen kann. Die Planung der Außenanlagen war -mit Ausnahme des Innenhofs- nicht Bestandteil der Machbarkeitsstudie. Die Außenanlagen des Frankenplatzes müssen jedoch selbstverständlich in der weiteren Planung mitberücksichtigt und werden. Wirtschaftlichkeit In einer ersten Wirtschaftlichkeitsanalyse nach dem Verfahren „Kommunales Rechenmodell für Wirtschaftlichkeitsvergleiche NRW“ hat das SGB die ermittelten Investitionen für folgende Varianten gegenübergestellt: • die favorisierte Variante EG 40 mit Sanierung zum nächstmöglichen Zeitpunkt • Sog. Fortführungsvariante (Keine ganzheitliche Sanierung, nur zwingende Arbeiten und technisch notwendige Austausche) Hierbei wurde jeweils eine Nutzungsdauer von 40 Jahren betrachtet. NebenSeite 2 von 55 Seite 3 rein finanziellen Kriterien (60% der Wertung) wurden auch Kosten-Nutzen- Betrachtungen wie strategische Ziele (z.B. Rahmenplan Bäder, gesellschaftliche Forderungen), Verfügbarkeit (z.B. durch unvorhergesehene Ausfälle) mit bewertet. Zum jetzigen Zeitpunkt vor der Planung können nicht alle Parameter des Modelles berücksichtigt werden. Es mussten verschiedene Annahmen getroffen werden: Zum Beispiel wurden Betriebskosten ohne Medienverbräuche in beiden Varianten gleichbewertet. Personaleinsatz im SGB wurde nur auf die Sanierung EG40 eingerechnet. Mieteinnahmen und Mietersparnisse konnten noch nicht berücksichtigt werden. Der Ausgabenbarwert der Fortführungsvariante liegt mit ca. 68,3 Mio. € unter dem Ausgabenbarwert der EG 40 Variante mit ca. 75 Mio. €. Wird jedoch bei der Sanierung nach EG 40 der verbleibende Gebäudesachwert eingerechnet, liegen die Kosten mit 64 Mio. € schon unter der Fortführungsvariante. In der Betrachtung der saldierten Ressourcenverbräuche liegt die Variante EG 40 sogar 21% unter den Kosten der Fortführungsvariante. Das Gesamtergebnis des CO-Äquivalent über der Betriebslaufzeit für Bauwerk und Betrieb liegt für die EG 40-Variante mit 5.032 Tonnen bei 35% der Fortführungsvariante mit 14.480 Tonnen. In der Nutzwertanalyse werden Faktoren wie Funktionalität (Nutzbarkeit, Quartiersnutzung), Strategische Ziele (Rahmenplan Bäder), Nachhaltigkeitsziele und Verfügbarkeit (Minimum ungeplanter Schließzeiten) in die Betrachtung mit aufgenommen. Im Ergebnis ist die Sanierung wirtschaftlicher als ein Weiterbetrieb ohne geplante Sanierung. Kostenprognose Die grobe Kostenprognose auf Basis der Variante EG 40 ergibt folgende Eckdaten (Stand: 01.07.2025): Tabelle s. Anlage 1 Die Kosten berücksichtigen die Maßnahmen zur Sanierung, Barrierefreiheit, Quartiersnutzung, energetischen Ertüchtigung sowie alle relevanten Planungs- und Nebenkosten. Die Abweichung der Gesamtprojektkosten mit dem Kostenprognose der Studie (siehe vorletzte Seite der Studie) ergibt sich aus dem seitens der Verwaltung vorgenommenen, üblichen Risikozuschläge und Zuschläge für Baupreissteigerungen, wie bei Sanierungsprojekten üblich. Die Risikoanalyse aus der Machbarkeitsstudie ist in die Prognose eingeflossen. Terminschiene Nach grober Terminplanung könnte nach erfolgtem politischen Beschluss die Ausschreibung der Planungsleistungen vorbereitet und bei störungsfreiemSeite 3 von 55 Seite 4 Ablauf der Ausschreibungsverfahren ca. ein Jahr später mit der Planung begonnen werden. Nach einer ersten Grobeinschätzung könnte die Planung frühestens wiederum ein Jahr später fertiggestellt sein und die eigentliche Bauausführung daran anschließen. Für die Ausführungsphase werden grob drei bis vier Jahre kalkuliert. Anlage/n 1 Aufstellung Projektkosten (öffentlich) 2 Machbarkeitsstudie (öffentlich)Seite 4 von 55 Anlage 1 Beschreibung Kosten (Brutto) KG 100 Grundstück 0 € KG 200 Herrichten und Erschließen 0 € KG 300 Bauwerk - Baukonstruktion 20.478.601 € KG 400 Bauwerk - Technische Anlagen 8.750.000 € KG 500 Außenanlagen und Freiflächen 1.680.040 € KG 600 Ausstattung / Kunstwerke 0 € KG 700 Baunebenkosten 10.199.851 € Summe KG 100 - 700 netto 41.108.492 € MwSt. 19% 7.810.613 € Summe KG 100 - 700 brutto 48.919.105 € Risikozuschlag (40%) 19.567.642 € Summe KG 100 - 700 brutto inkl. Risiko 68.486.747 € 68.500.000 € Baupreissteigerung über Projektzeitraum (3% Jahr) 4.294.000 € Gesamtprojektkosten brutto inkl. Risiko- und Baupreissteigerung 72.794.000 €Seite 5 von 55 Machbarkeitsstudie zur energetischen und denkmalgerechten Sanierung des Frankenbades in Bonn ava Anderhalten Architekten GmbHSeite 6 von 55 Machbarkeitsstudie zur energetischen und denkmalgerechten Sanierung des Frankenbades in Bonn Verfasser ava Anderhalten Architekten GmbH Friedrichstraße 127, 10117 Berlin Tel (030) 278944-0 architekten@av-a.com www.av-a.com Mitarbeit: Univ Prof Claus Anderhalten Andreas Veauthier Christopher Korting Leila Reese Matthias Bodenhausen Mitarbeit Technische Gebäudeausrüstung INCO Ingenieurbüro GmbH Alexanderstraße 69-71, 52062 Aachen Mitarbeit: Christian von Schwartz Joachim Cieslok Mitarbeit Bauphysik Graner + Partner GmbH Lichtenweg 15-17, 51465 Bergisch Gladbach Mitarbeit: Fabian Piechotta Mitarbeit Tragwerksplanung Chouihi & Holler Beratende Ingenieure Part GmbB Auf der Hüls 162, 52068 Aachen Mitarbeit: Dr.-Ing. Stefan Holler Impressum Auftraggeber Stadt Bonn Sport- und Bäderamt Rathaus Bad Godesberg Kurfürstenallee 2-3, 53117 Bonn vertreten durch Bundesstadt Bonn Städtisches Gebäudemanagement Bäder, Werkstätten, Bauunterhaltung WCCB Bertha-von-Suttner-Platz 2-4, 53111 Bonn Projektleitung: Sinan Vurgun Bearbeitungszeitraum: Dezember 2024 bis Juni 2025 Redaktionsschluss: 01.07.2025Seite 7 von 55 1. Zielformulierungen 2. Räumliche Organisation 3. Technische Gebäudeaustrüstung 4. Bauphysik 5. Tragwerksplanung 6. denkmalgerechte Sanierung 7. Zertifizierung nach DGNB 8. Kostenrahmen InhaltsverzeichnisSeite 8 von 55 1.1 Beschreibung des Gebäudes Das Frankenbad wurde in den Jahren 1960 bis 1963 im Auftrag der Stadt Bonn nach den Plänen des Architekten Hans Spoelgen errichtet. Seit 1996 steht das Gebäude aufgrund seiner architektonischen und städtebaulichen Bedeutung unter Denkmalschutz. Es befindet sich in der Adolfstraße 45 im Bonner Ortsteil Nordstadt. Lage, Bau und soziales Umfeld Das Frankenbad befindet sich auf dem früheren Festplatz „Frankenplatz“, umschlossen von Vorgebirgsstraße, Adolfstraße, Am Frankenbad und Hochstadenring im Bonner Stadtteil Nordstadt. Der Bau basiert auf einem Wettbewerbsentwurf von Hans Spoelgen (Landschaftsarchitekt: Heinrich Raderschall) und wurde zwischen 1960 und 1963 errichtet. Der vierflügelige Bau umschließt einen zentralen Innenhof und öffnet sich mit einem gestalteten Vorplatz zur Nachbarschaft. Dieser Platz wird als sozialer Treffpunkt genutzt. Am Eingangsbereich befindet sich ein Steinrelief des Künstlers Ernemann Sander. Architektonisch verbindet das Gebäude auf gelungene Weise Innenräume mit Außenbereichen wie dem begrünten Atrium. Das Bad verfügt über drei Becken (Sport-, Mehrzweck- und Lehrbecken) und eine Tribüne mit bis zu 400 Plätzen. Es wurde durch Wettkämpfe wie das Arena-Meeting und die German Open der Synchronschwimmerinnen überregional bekannt. Neben der öffentlichen Nutzung ist es auch für Schulen, Vereine und die Universität Bonn ein wichtiger Standort. Charakteristische Merkmale des Frankenbads Das Frankenbad ist ein architektonisch und städtebaulich bedeutendes Bauwerk im Bonner Stadtteil Nordstadt. Es wurde zwischen 1960 und 1963 nach dem Entwurf von Hans Spoelgen errichtet und prägt bis heute das Quartier. Der Gebäudekomplex besteht aus einer großzügigen Schwimmhalle mit Sport- und Mehrzweckbecken sowie einem niedrigeren Flügelbau, der einen zentralen Innenhof umschließt. Die verglaste Eingangshalle öffnet sich zur Adolfstraße hin und schafft einen einladenden Übergang zum öffentlichen Raum. Der Innenhof bildet das grüne Herz der Anlage: Er ist mit Plattenbelag, Brunnenanlagen, Bepflanzung sowie Sitzgelegenheiten gestaltet und wird von den Badegästen als Ort der Erholung und als Sonnenbereich genutzt. Durch die großflächigen Fenster der Schwimmhalle entsteht eine direkte visuelle Verbindung zwischen Innen- und Außenraum. Auch vom Vorplatz und der Eingangshalle aus ist der Hof einsehbar und vermittelt Offenheit und Transparenz. Das Bad verfügt über moderne Schwimmeinrichtungen, eine Zuschauertribüne mit 400 Plätzen sowie separate Umkleidebereiche. Neben der öffentlichen Nutzung durch Bürgerinnen und Bürger wird das Bad auch regelmäßig von Schulen und Schwimmvereinen genutzt. Das Gebäude wurde in Stahlbetonbauweise errichtet, die Gestaltung mit klaren Formen, großen Fensterflächen und hochwertigen Materialien spiegelt den architektonischen Anspruch seiner Zeit wider. Als geschütztes Baudenkmal erfüllt das Frankenbad nicht nur eine sportliche, sondern auch eine identitätsstiftende und soziale Funktion im Stadtgefüge – und ist bis heute ein lebendiger Ort der Begegnung. 1. ZielformulierungenSeite 9 von 55 1.2 Zielformulierungen an die Machbarkeitsstudie Mit der Übernahme des Projekts durch das Städtische Gebäudemanagement (SGB) im Juni 2023 wurde entschieden, der komplexen Sanierungsaufgabe des denkmalgeschützten Frankenbads eine Machbarkeitsstudie vorzuschalten. Ziel war es, zentrale Fragen zur Sanierbarkeit, zur künftigen Nutzung und zur Vereinbarkeit von Denkmalschutz und Wirtschaftlichkeit frühzeitig zu klären. Im Folgenden werden die Zielsetzungen der beteiligten Fachstellen der Stadt Bonn zusammengefasst: Zielformulierung zur Sanierung des denkmalgeschützten Frankenbads aus der Sicht der SGB Die Sanierung des Frankenbads soll sowohl den hohen denkmalpflegerischen Anforderungen als auch den betrieblichen und wirtschaftlichen Erfordernissen eines modernen Hallenbads gerecht werden. Die Machbarkeitsstudie verfolgt dabei folgende Kernziele: Denkmalgerechte Sanierung und Substanzerhalt - Ziel ist der Erhalt der historischen Bausubstanz und des architektonischen Charakters des Gebäudes. Die Sanierung soll unter Einhaltung der denkmalrechtlichen Vorgaben erfolgen und eine zukunftsfähige Nutzung ermöglichen. Funktionale und wirtschaftliche Optimierung - Die Studie soll ein Konzept entwickeln, das den Betrieb langfristig wirtschaftlich tragfähig macht – etwa durch effizientere Abläufe, reduzierte Betriebs- und Energiekosten sowie eine verbesserte technische Ausstattung. Energieeinsparung trotz denkmalrechtlicher Vorgaben - Auch wenn eine umfassende energetische Sanierung nicht möglich ist, sollen geeignete Maßnahmen zur Energieeinsparung geprüft und in den weiteren Planungen berücksichtigt werden – insbesondere durch Optimierung der technischen Gebäudeausrüstung und Nutzung erneuerbarer Energien im denkmalverträglichen Rahmen. Empfehlung zur Befreiung von DGNB-Anforderungen - Die Anforderungen einer DGNB-Gold-Zertifizierung lassen sich aus Sicht des SGB nicht vollständig mit dem denkmalgeschützten Bestand vereinbaren. Daher wird empfohlen, von diesen Anforderungen abzuweichen, um eine wirtschaftlich und fachlich vertretbare Sanierung zu ermöglichen. Vorgaben der Stabstelle Klima und Nachhaltigkeit zur Machbarkeitsstudie - Ein vollständiger Pre-Check zur energetischen Sanierung wird zunächst ausgesetzt und zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. - Ziel bleibt die Entwicklung von Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauchs, die in den weiteren Planungsphasen (Leistungsphasen 1–3) konkretisiert werden. - Eine Lebenszyklusanalyse und Kostenbewertung ist vorgesehen, wird aber zunächst zurückgestellt. - Anforderungen zur DGNB-Zertifizierung werden analysiert und dokumentiert, auch wenn eine vollständige Umsetzung aufgrund baulicher und denkmalpflegerischer Einschränkungen nicht realistisch erscheint. Die Studie schafft hier Transparenz für spätere politische Entscheidungen. Vorgaben des Unteren Denkmalamtes zur Machbarkeitsstudie : - Maßgabe ist eine denkmalgerechte Sanierung mit maximalem Erhalt der Originalsubstanz und Wahrung des historischen Erscheinungsbilds. - Für jedes relevante Bauteil (z. B. Fenster, Natursteinfassade, Außenanlagen) ist zunächst der Erhalt zu prüfen. Sollte ein Austausch erforderlich sein, sind die Gründe sorgfältig zu dokumentieren und denkmalrechtlich abzuwägen. - Die technische Gebäudeausrüstung (TGA) zählt nicht zu den denkmalprägenden Bestandteilen des Bauwerks und kann entsprechend funktional erneuert werden. Fazit Die Machbarkeitsstudie legt die Grundlage für eine denkmalgerechte, wirtschaftlich tragfähige und energetisch optimierte Sanierung des Frankenbads. Sie dient nicht der abschließenden Planung, sondern als Entscheidungsgrundlage für die nächsten Schritte. Die Einbindung aller relevanten Fachstellen gewährleistet, dass alle Interessen – von Denkmalschutz über Nachhaltigkeit bis hin zur Wirtschaftlichkeit – berücksichtigt werden. 1. ZielformulierungenSeite 10 von 55 1.3 Gliederung der Bearbeitung der Machbarkeitsstudie Das Frankenbad befindet sich seit 1963 ununterbrochen in Betrieb und ist damit seit über sechs Jahrzehnten täglich unterschiedlichsten Beanspruchungen ausgesetzt. Für ein öffentlich genutztes Hallenbad ist dies eine außergewöhnlich lange Nutzungsdauer – insbesondere unter den dauerhaft hohen Anforderungen durch Feuchtigkeit, Temperaturwechsel und intensive Nutzung. Vor diesem Hintergrund ist die Durchführung einer Machbarkeitsstudie als fundierte Entscheidungsgrundlage für den weiteren Planungsprozess ein folgerichtiger und notwendiger Schritt. Die vorliegende Studie wurde von einem interdisziplinären Planungsteam erstellt. Ziel war es, die übergeordneten Fragestellungen in konkrete Untersuchungsfelder zu überführen, um realistische Lösungsansätze für eine denkmalgerechte, wirtschaftliche und zukunftsfähige Sanierung zu entwickeln. Die Untersuchung gliedert sich in vier zentrale Bearbeitungsebenen: Ebene 1 – Architektonische Analyse Untersuchung der bestehenden räumlichen Organisation und Entwicklung von Ansätzen zur funktionalen Optimierung unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Rahmenbedingungen. Ebene 2 – Technische Gebäudeausrüstung (TGA) Analyse des aktuellen technischen Zustands und Erarbeitung von Möglichkeiten zur energetischen Modernisierung sowie zur Verbesserung der Betriebssicherheit und Effizienz. Ebene 3 – Bauphysikalische Bewertung Prüfung der bauphysikalischen Anforderungen, insbesondere in Bezug auf Wärme-, Feuchte- und Schallschutz, mit dem Ziel einer energetischen Optimierung im Einklang mit dem Bestandsschutz. Ebene 4 – Denkmalgerechte Herangehensweise Bewertung der bestehenden Bausubstanz im Kontext des Denkmalschutzes sowie Entwicklung von Maßnahmen, die den Charakter des Gebäudes erhalten und gleichzeitig eine nachhaltige Nutzung ermöglichen. Diese strukturierte Herangehensweise ermöglicht eine umfassende Bewertung des Gebäudes aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und schafft damit eine belastbare Grundlage für die nächsten Planungsschritte. 1. ZielformulierungenSeite 11 von 55 Das Frankenbad ist ein architektonisches Beispiel der Spätmoderne mit einer klar funktional gegliederten Struktur. Die Schwimmhalle ist axial dem Eingangsbereich gegenübergestellt und wird von zwei Seitenflügeln eingerahmt, die gemeinsam einen zentralen Innenhof umschließen. Diese Anordnung zeigt eine durchdachte räumliche Hierarchie und eine hohe gestalterische Klarheit im Volumen und Aufbau der einzelnen Bauteile. Trotz der gelungenen Grundstruktur haben sich die Anforderungen an ein öffentliches Hallenbad in den vergangenen 62 Jahren weiterentwickelt. Neue Nutzungsbedarfe, veränderte Besucherströme sowie die stärkere Bedeutung der sozialen Verankerung im Quartier stellen neue Herausforderungen an die räumliche Organisation. 2.1 Zentrale Fragestellungen zur räumlichen Weiterentwicklung: - Entspricht die bestehende räumliche Struktur noch den Anforderungen eines zeitgemäßen und vielfältig nutzbaren Schwimmbads? - Wie kann eine durchgängige, barrierefreie Erschließung aller Bereiche sichergestellt werden? - Wo und in welchem Umfang können Räume für die quartiersbezogene Nutzung („Veedelsnutzung“) vorgesehen werden? - Wie kann die Aufenthaltsqualität gezielt verbessert werden, um eine längere Verweildauer und eine stärkere Einbindung in das soziale Leben des Viertels zu fördern? Diese Fragestellungen bilden die Grundlage für die architektonischen Untersuchungen innerhalb der Machbarkeitsstudie und sollen helfen, das Frankenbad zukunftsfähig und quartiersnah weiterzuentwickeln. 2. Räumliche OrganisationSeite 12 von 55 2.2 Lösungsansätze zur räumlichen Weiterentwicklung und barrierefreien Erschließung Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Maßnahmen entwickelt, um das Frankenbad sowohl funktional als auch gestalterisch an heutige Anforderungen anzupassen. Ziel ist es, den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig eine zukunftsfähige Nutzung für verschiedene Gruppen zu ermöglichen – vom Badebetrieb bis zur quartiersbezogenen Nutzung. entstehen, ohne sich mit Nutzungen aus dem Hallenbad zu verflechten. Barrierefreie Erschließung - Zwei neu geplante Aufzüge seitlich des Foyers sorgen für einen barrierefreien Zugang zu allen Ebenen und Funktionsbereichen. - Das Geländeniveau vor dem Haupteingang wird leicht angehoben, um stufenfrei in das Foyer zu gelangen. - Gleichzeitig wird das Niveau des Atriums abgesenkt, um auch hier einen barrierefreien Zugang von innen und außen zu schaffen. Optimierung der Besucherführung - Die Zugänge werden nutzungsbezogen organisiert: Die beiden Seitenflügel erhalten getrennte Erschließungen für unterschiedliche Nutzergruppen (z. B. Schulklassen, Vereine, Öffentlichkeit). - Die historische Kassenposition wird beibehalten, ergänzt durch moderne Zugangskontrollen in den jeweiligen Zonen. Quartiersnutzung (Veedelsnutzung) - Im Atrium entsteht ein neuer Pavillon, der als multifunktionaler Raum für die Nutzung durch das Quartier dient. Hier kann z. B. ein Café temporär erweitert oder kleinere Veranstaltungen durchgeführt werden. - Im Sockelgeschoss ein separater Bereich für die Veedelsnutzung mit eigenständigem Zugang und eigener Adresse vorgesehen. Dadurch ist eine klare organisatorische Trennung vom Schwimmbetrieb möglich, was flexible Nutzungszeiten und eigenständige Angebote im Quartier erleichtert. 2. Räumliche OrganisationSeite 13 von 55 2. Räumliche Organisation Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn Räumliches Konzept ERDGESCHOSSRäumliches Konzept Erdgeschoss Das historische Foyer bleibt zentraler Ankunfts- und Verteilerpunkt im Gebäude. Von hier aus erfolgt die differenzierte Erschließung der verschiedenen Nutzungsbereiche: Schwimmhalle mit Umkleiden, Verwaltung, Atrium mit Pavillon sowie Räume für die quartiersbezogene Nutzung. Die früher strikt geschlechtergetrennte Organisation der Gebäudeflügel wird durch eine moderne, nutzungsneutrale Struktur ersetzt. Besucher werden barrierefrei und klar getrennt nach „Stiefelgang“ (Schuhbereich) entlang der Außenfassade und „Barfußgang“ (Schwimmbereich) durch das Atrium in das Bad geführt. Auf der historischen Empore wird das Café – in Anlehnung an die frühere Milchbar – reaktiviert und kann saisonal auch ins Atrium erweitert werden. Der Pavillon belebt das begrünte Atrium zusätzlich. Nutzungen wie z. B. urban gardening, kleinere Veranstaltungen oder Nachbarschaftstreffen steigern die Aufenthaltsqualität und binden das Frankenbad stärker ins Quartier ein. LEGENDE: TREPPENHAUS AUFZUG UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIKSeite 14 von 55 Seite 15 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung WC WC ERDGESCHOSS LEGENDE: TREPPENHAUS UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK Barrierefreie Erschließung Erdgeschoss 2. Räumliche Organisation Das Gelände vor dem Eingangsbereich wird so angepasst, dass es stufenlos in das Foyer übergeht. Gleichzeitig wird das Atriumgelände auf dasselbe Niveau abgesenkt. Auf diese Weise entsteht ein durchgängiger, barrierefreier Zugang vom öffentlichen Platz über das Foyer bis in den Innenhof – ganz ohne sichtbare technische Nachrüstungen. Zur Erschließung aller Ebenen werden seitlich des Foyers Aufzüge vorgesehen, die beide Gebäudeflügel vollständig barrierefrei zugänglich machen. Ein zusätzlicher Aufzug ermöglicht den direkten Zugang vom Umkleidebereich zum Kursbecken im Sockelgeschoss.Seite 16 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn 02.07.2025 ava / AA Räumliches Konzept VARIANTE 1 VARIANTE 2 SOCKELGESCHOSS Veedelsnutzung Umkleide im EG Verwaltung Verwaltung Veedelsnutzung VeedelsnutzungUmkleide LEGENDE: TREPPENHAUS AUFZUG UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK SOCKELGESCHOSS LEGENDE: TREPPENHAUS AUFZUG UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK Räumliches Konzept Sockelgeschoß 2. Räumliche Organisation Beide Varianten des Sockelgeschosses schaffen Raum für die gewünschte Veedelsnutzung. In Variante 2 wird die Verwaltung auf die notwendige Mindestgröße beschränkt. Im gleichen Zuge wird eine zusätzliche Umkeide für das Kursbecken durch die Umkleiden im Erdgeschoss abgedeckt. Dies bietet somit die Möglichkeit einen gesamten Gebäudeflügel der Veedelsnutzung zuzuordnen, was zu einer eigenen „Adresse“ für die neue Nutzung führt.Seite 17 von 55 CC D B A D B A Personal Verwaltung Beckenumgang F: 131,25 m2 Treppenraum F: 12,57 m2 Treppenraum F: 24,91 m2 Treppenraum F: 24,68 m2 Schwimmhalle Gesamt F: 242,39 m2 Treppenraum F: 34,98 m2 Treppenraum F: 43,52 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Du / WC F: 35,06 m2 Büro I F: 21,74 m2 Du / WC F: 16,59 m2 Aufenthalt F: 39,25 m2 Besprechung F: 23,74 m2 Drucker/Archiv F: 14,12 m2 Flur F: 99,41 m2 Raum II F: 104,27 m2 Raum I F: 104,43 m2 Technik F: 9,37 m2 Veedels Bereich F: 500,71 m2 Flur F: 45,36 m2 Teeküche F: 20,28 m2 Aufenthalt F: 40,29 m2 Büro II F: 21,71 m2 Frisierbereich F: 34,72 m2 Umkleiden F: 36,06 m2 Verwaltung / Pers. F: 318,83 m2 Raum III F: 37,28 m2 Flur F: 15,80 m2 Wohnung (Bestand) F: 109,77 m2 Lehrschwimmbecken F: 111,12 m2 Ausformulierung Sockelgeschoss 2. Räumliche OrganisationSeite 18 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung V2 WC SOCKELGESCHOSS LEGENDE: TREPPENHAUS UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK 2. Räumliche Organisation Barrierefreie Erschließung Sockelgeschoss Die Nutzungsbereiche im Sockelgeschoss wie die Verwaltung und der Veedelsbereich sind sind mit Hilfe der Aufzüge vom Foyer aus barrierefrei zugänglich. Der wenige Stufen niedriger liegende Bereich des Kursbeckens wird über einen zusätzlichen Aufzug von den Umkleiden im Erdgeschoss barrierefrei erschlossen. Räumliches Konzept Sockelgeschoß Beide Varianten des Sockelgeschosses schaffen Raum für die gewünschte Veedelsnutzung. In Variante 2 wird die Verwaltung auf die notwendige Mindestgröße beschränkt. Im gleichen Zuge wird eine zusätzliche Umkeide für das Kursbecken durch die Umkleiden im Erdgeschoss abgedeckt. Dies bietet somit die Möglichkeit einen gesamten Gebäudeflügel der Veedelsnutzung zuzuordnen, was zu einer eigenen „Adresse“ für die neue Nutzung führt.Seite 19 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn Räumliches Konzept UNTERGESCHOSS ERDGESCHOSS LEGENDE: TREPPENHAUS AUFZUG UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK Sanitärbereiche für die öffentliche Nutzung im Gebäude; Untergeschoss Unterhalb des Foyers befinden sich Sanitäranlagen, die speziell für die öffentliche Nutzung innerhalb des Gebäudes vorgesehen sind. Sie stehen Nutzerinnen und Nutzern des Cafés sowie den Angeboten im Rahmen der Veedelsnutzung im Erd- und Sockelgeschoss zur Verfügung. 2. Räumliche OrganisationSeite 20 von 55 6 Stg. 19 / 22 Rampe CC D B A D B A Treppenraum F: 35,48 m2 Treppenraum F: 34,91 m2 Technik F: 28,05 m2 Lager F: 31,40 m2 Lager F: 30,45 m2 Lager/Werkstatt F: 50,20 m2 Werkstatt F: 33,62 m2 Technik F: 43,17 m2 Flur F: 10,94 m2 Stromversorgung SWB F: 51,92 m2Lager F: 15,32 m2 Flur F: 4,08 m2 Lichtschacht F: 38,13 m2 Treppenraum F: 24,68 m2 Technik F: 6,13 m2 Technik F: 16,63 m2 Technik F: 16,13 m2 Treppenraum F: 12,57 m2 Technik F: 10,38 m2 Technik F: 7,66 m2 Technik F: 380,97 m2 Lager F: 319,29 m2 Technik F: 16,06 m2 Becken F: 31,66 m2 Becken F: 32,89 m2 Technik F: 2,51 m2 Technik Lehrschwimmbecken F: 111,19 m2 Technik F: 158,40 m2 Technik F: 181,93 m2 Technik F: 49,60 m2 Technik F: 48,21 m2 Technik F: 49,80 m2 Technik F: 48,10 m2 Technik F: 98,94 m2 Flur F: 6,59 m2 Flur F: 9,64 m2 Flur F: 7,02 m2 Flur F: 14,55 m2 Treppenraum F: 24,92 m2 Technik F: 576,22 m2 Technik F: 52,20 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Technik F: 32,95 m2 Sanitärbereich F: 123,32 m2 Lager/Werkstatt F: 62,63 m2 Werkstatt F: 62,32 m2 Ausformulierung Untergeschoss 2. Räumliche OrganisationSeite 21 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn Barrierefreie Erschließung WC UNTERGESCHOSS LEGENDE: TREPPENHAUS UMKLEIDEN / SCHWIMMHALLE VEEDELS-NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK Barrierefreier Zugang vom Frankenbadplatz bis ins Atrium (Schnitt DD) Um einen durchgängig barrierefreien Zugang vom Frankenbadplatz über das Foyer bis in das Atrium zu ermöglichen, wird vorgeschlagen, das Außengelände im Bereich des Haupteingangs auf das Niveau des Foyers anzuheben und zugleich den Innenhof auf diese Höhe abzusenken. Dadurch entsteht ein stufenloser Übergang – ganz ohne zusätzliche Rampen oder technische Hilfsmittel. Die heute vorhandenen Nutzungen im Außenbereich, wie der Basketballplatz und die Sitzgelegenheiten, bleiben dabei erhalten und werden im Rahmen einer gesonderten städtebaulichen Planung berücksichtigt. Ziel ist es, diese Angebote in die neue Geländegestaltung zu integrieren und an die barrierefreie Erschließung anzupassen. 2. Räumliche OrganisationSeite 22 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn 12.06.2025 ava / AABarrierefreie Erschließung Gelände auf das Niveau des Foyers absenken Gelände auf das Niveau des Foyers anheben SCHNITT D-D LEGENDE: ABBRUCH NEUBAU SCHNITT D-D LEGENDE: ABBRUCH NEUBAU Barrierefreie Erschließung Schnitt DD 2. Räumliche Organisation Um eine barrierefreie Erschließung vom Frankenbadplatz hinein bis in das Atrium zu ermöglichen, schlagen wir vor das Außengelände im Bereich des Haupteinganges anzuheben und das vollständige Geländeniveau des Innenhofes auf das Bodenniveau des Foyers abzusenken. Somit kann auf Behilfsmaßnahmen wie Rampen oä. verzichtet werden.Seite 23 von 55 Machbarkeitsstudie Frankenbad Bonn 12.06.2025 ava / AABarrierefreie Erschließung WC SCHNITT D-D LEGENDE: TREPPENHAUS UMKLEIDEN / SCHWIMHALLE VEEDELS NUTZUNG VERWALTUNG SANITÄRBEREICH TECHNIK Barrierefreie Erschließung Schnitt DD 2. Räumliche OrganisationSeite 24 von 55 Visualisierung Innenhof 2. Räumliche OrganisationSeite 25 von 55 Schnitt A-A Schnitt B-B Schnitte AA und BB 2. Räumliche OrganisationSeite 26 von 55 Schnitt C-C Schnitt D-D Schnitte CC und DD 2. Räumliche OrganisationSeite 27 von 55 Ansicht Nord Ansicht Ost Ansichten Nord und Ost 2. Räumliche OrganisationSeite 28 von 55 Ansicht Süd Ansicht West Ansichten Süd und West 2. Räumliche OrganisationSeite 29 von 55 3.1 Fragestellungen 3. Technische Gebäudeausrüstung - Welche technischen Anlagen müssen zwingend erneuert werden? - In welchem Umfang ist eine energetische Sanierung realisierbar? - Welche denkmalrechtlichen Auswirkungen entstehen durch eine energetische Ertüchtigung? Ausgangslage Seit der Eröffnung 1963 wurde das Frankenbad technisch nie grundlegend saniert. Die meisten Anlagen stammen noch aus der Bauzeit und wurden nur durch Reparaturen betriebsfähig gehalten – ohne nennenswerte Modernisierung. Angesichts der üblichen Lebensdauer technischer Systeme besteht ein erheblicher Sanierungsstau. Der Denkmalstatus des Gebäudes stellt besondere Anforderungen an jede technische Maßnahme. Alle Eingriffe müssen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege erfolgen und dürfen die historische Substanz nicht beeinträchtigen. Ziel der technischen Sanierung Die Studie prüft, wie eine moderne, energieeffiziente und nachhaltige Techniklösung unter den besonderen Rahmenbedingungen umsetzbar ist. Energetisches Sanierungskonzept - Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs - Einsatz effizienter Wärmerückgewinnungssysteme - Nutzung von Fernwärme und Solarenergie - Beachtung der Klimaziele der Stadt Bonn („klimaneutral bis 2035“) 3Wärmeverluste Schwimmbad Frankenbad Bonn Beispielbild: Wärmeverluste Schwimmbad Einführung in die energetische Sanierung eines Bades Die Betriebskosten eines jeden Bades betragen im Lebenszyklus des Gebäudes ein Vielfaches der Investitionskosten. Dabei machen die Energiekosten einen beträchtlichen Teil der Betriebskosten in einem Hallenbad aus. Aus diesem Grund liegt ein Untersuchungsschwerpunkt der Studie in der Realisierbarkeit einer energieeffizienten und nachhaltigen Sanierung. Im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den Klimazielen der Stadt Bonn („Bonn klimaneutral 2035“) ist es eine logische Zielsetzung im Projekt, den Gesamtenergiebedarf im Rahmen der Sanierung zu minimieren und das Bad möglichst klimaneutral zu betreiben. Der Sanierungsansatz sieht wie folgt aus: - Minimierung des Gebäudeenergiebedarfs - Optimale Nutzung von Wärmerückgewinnungssystemen zur Reduktion des Energiebedarfs - Einsatz von Fernwärme und Solaranlage für die EnergieversorgungSeite 30 von 55 3.1 Fragestellungen 3. Technische Gebäudeausrüstung Minimierung des Energiebedarfs Hallenbäder gehören zu den energieintensivsten Gebäudetypen. Ein erheblicher Teil des Energieverbrauchs entsteht durch den Badebetrieb, insbesondere durch die hohen Anforderungen an Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Gebäudehülle macht dabei nur etwa 20 % des Gesamtwärmeverbrauchs aus. Dennoch ist ihre Sanierung entscheidend – nicht nur zur Energieeinsparung, sondern auch zum Schutz der Bausubstanz. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurden gemeinsam mit den Fachplanern und Ämtern der Stadt Bonn zwei energetische Sanierungsziele diskutiert: Variante EG 70 (Effizienzhaus 70): Senkung des Energieverbrauchs auf 70 % im Vergleich zu einem gesetzlich konformen Neubau. Variante EG 40 (Effizienzhaus 40): Höherer Sanierungsstandard mit einem Energieverbrauch von nur 40 % im Vergleich zum Referenzgebäude. Diese Varianten dienen als Grundlage für die weitere Planung und zeigen die möglichen energetischen Zielsetzungen im Spannungsfeld zwischen Denkmalschutz und Klimazielen. Besondere Anforderungen bei Hallenbädern Aufgrund der konstant hohen Lufttemperaturen (über 30 °C) und der hohen Luftfeuchtigkeit (50–60 %) besteht eine große bauphysikalische Belastung. Eine hochwertige, denkmalverträgliche Dämmung ist daher notwendig, um Tauwasserbildung und langfristige Schäden zu vermeiden. Energiekennwerte und Vergleichsmaßstab Zur Bewertung der Energieeffizienz von Schwimmbädern werden standardisierte Kennzahlen herangezogen – bezogen auf die gesamte Beckenwasserfläche. Diese beträgt im Frankenbad rund 800 m²: - Sportbecken: ca. 375 m² - Mehrzweckbecken: ca. 315 m² - Lehrschwimmbecken: ca. 110 m² Verbrauchskennzahlen und Energie-Richtwerte VDI 2089 Die Richtlinie VDI 2089 Blatt 2 liefert Vergleichswerte für Bestands- und Neubauten. Sie dient als Bewertungsgrundlage für die Planung der energetischen Sanierung des Frankenbads. Fragestellungen Die in der VDI 2089 für Bestandsbäder vor 2009 angegebenen Verbrauchswerte – ca. 1.000 kWh/m² Strom und 3.500 kWh/ m² Wärme – stimmen weitgehend mit den tatsächlichen Jahresverbräuchen des Frankenbads überein. Um im Rahmen einer Generalsanierung einen nachhaltigen Energiestandard und die Voraussetzungen für einen klimaneutralen Betrieb zu erreichen, ist eine Effizienzsteigerung von rund 50 % gegenüber dem heutigen Zustand erforderlich. 4Zielwert Frankenbad d VDI 2089 Blatt 2 Wärmebedarf [kWh/m²] Strombedarf [kWh/m²] Verbrauchskennzahl VDI 2089 Bestandsbäder vor 2009 3500 1000 Richtwert VDI 2089 Bestand/ Neubau nach 2009 2000 600 Richtwert Postfossil ready, Klimaneutral 50% Effizienzsteigerung zum Bestand! 1750 500 Zielwert 2030 Top 10 Bäder 1300 400 Frankenbad BonnSeite 31 von 55 3.1 Fragestellungen 3. Technische Gebäudeausrüstung 5Energiebedarf von Hallenbädern Strombedarf: Bestand und nach Sanierung Hallenbad Wärmebedarf: Bestand und nach Sanierung Hallenbad 350 262,5 (35%) 150 (-40%) 500 375 (50%) 250 (-35%) 150 112,5 (15%) 100 (- 15%) 0 200 400 600 800 1000 1200 Frankenbad Bonn Ø DGfdB 2019 kWh/m²a Lüftungstechnik Beckenwassertechnik Beleuchtung + Sonstiges 750 kWh/m²WF a 500 kWh/m²WF a 1000 kWh/m²WF a Frankenbad nach Sanierung Frankenbad nach Sanierung Wärmebedarf und Strombedarf Frankenbad 2030 mit EG40Seite 32 von 55 3. Technische Gebäudeausrüstung 3.2 Sanierungskonzept – Technische Gebäudeausrüstung (TGA) Ziel des Sanierungskonzepts ist die Umsetzung eines modernen, energieeffizienten und nachhaltigen Badbetriebs – unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Vorgaben und eines zukunftsfähigen Nutzungskonzepts. Die energetischen Varianten EG 70 und EG 40 beeinflussen das technische Gesamtkonzept nur geringfügig. In Variante EG 40 sind zusätzlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach sowie ein Hubboden im Mehrzweckbecken vorgesehen. Brandschutz Im Zuge der weiteren Planung ist ein an die künftige Nutzung angepasstes Brandschutzkonzept zu erarbeiten. Dabei sind insbesondere die Nutzung der Tribüne und die allgemeinen Anforderungen an Sonderbauten zu berücksichtigen. Der Brandschutz stellt einen wesentlichen Bestandteil der Gesamtplanung dar und ist frühzeitig in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden zu behandeln. Technische Gewerke im Überblick Abwasserentsorgung (KG 221): Eine Kamerabefahrung des vorhandenen Leitungssystems liegt bereits vor und ist bei der weiteren Planung zu berücksichtigen. Es wird von einem bestehenden Mischwassersystem ausgegangen, das im Rahmen der Sanierung entsprechend angepasst werden soll. Wasserversorgung (KG 222): Der vorhandene Trinkwasseranschluss kann weiter genutzt werden. Fernwärmeversorgung (KG 224): Der bestehende Anschluss bleibt erhalten. Eine Ergänzung durch regenerative Systeme (z. B. Wärmepumpen) ist denkmalbedingt schwierig und wird aktuell nicht verfolgt. Stromversorgung (KG 225): Die Mittelspannungsanlage und die Trafostation sind an die künftigen technischen Anforderungen anzupassen. Im Rahmen der Variante EG 40 ist zudem die Installation einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von bis zu 200 kWp auf dem Hallendach vorgesehen. Sanitärtechnik (KG 410): Die Sanitäranlagen sind veraltet und hygienisch bedenklich. Es wird ein vollständiger Austausch mit modernen Systemen inkl. Frischwasserstation, Wärmerückgewinnung, Zähler- und Wassermanagementsystem vorgesehen. Wärmeversorgung (KG 420): Veraltete Verteilung mit hohen Energieverlusten. Die gesamte Wärmebereitstellung und -verteilung wird erneuert, Fernwärme bleibt als Hauptquelle bestehen. Raumlufttechnik (KG 430): Die zentrale Lüftung ist veraltet und ineffizient. Es besteht hohes Einsparpotenzial durch moderne Luftführung („abwärts“) und Wärmerückgewinnung (>80 %). Neue Geräte finden im Keller- und Staffelgeschoss ausreichend Platz. Die Zuluftführung kann denkmalgerecht umgesetzt werden. Elektrotechnik (KG 440/450): Vollständige Erneuerung notwendig inkl. Blitzschutzanlage, LED- Beleuchtung mit KNX-Steuerung und Sicherheitsbeleuchtung nach geltenden Normen. Badetechnische Anlagen (KG 476): Beckenwasseraufbereitung entspricht nicht mehr dem Stand der Technik. Filter, Pumpen und Leitungen werden ausgetauscht. Die Beckenkörper sind grundsätzlich erhaltenswert. Die Einströmung muss angepasst, eine Schlammwasseraufbereitung ergänzt werden. Mess-, Steuer- und Regeltechnik (KG 480): Bisher dezentrale und veraltete Systeme. Geplant ist ein übergreifendes Gebäudeleitsystem (GLT) mit zentraler Bedienung, Auswertung und Störmeldeverarbeitung. Fazit Technisch steht einer umfassenden und nachhaltigen Sanierung des Frankenbads nichts entgegen. Alle Maßnahmen sind grundsätzlich mit dem Denkmalschutz vereinbar und lassen sich auf Basis eines zukünftigen Nutzungskonzepts zielgerichtet umsetzen. QTransmission QSolar QLüftung QBeckenerwärmung QLuftdichtheit Nr. 1 Optimierung der Gebäudehülle Nr. 1 – Optimierung der Gebäudehülle ▪ Wärmeschutz ▪ Wärmedämmung ▪ Wärmebrücken ▪ Luftdichtheit ▪ Fenster und Türen 7 Frankenbad BonnBeispielbild: GebäudehülleSeite 33 von 55 Seite 34 von 55 4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung 4. Bauphysik GRANER+PARTNER I N G E N I E U R E 2 Übersicht zu energetischen Beispielaufbauten Bauteile / Anforderung en Fenster Türen, Tore, Oberlichter Außenwand / Außenwand Innenhof Außenwand gegen Erdreich / Außenwand gegen Erdreich Innenhof Innenwand Flachdach Schwimmbad (EPS Aufdämmung / Mineralwollstreifen, ca. 1.660 und 80m²) Unbeh. Dachraum Flügel Ca. 1.180m² V 1: EG 70- Standard 2-Fach Verglasung mit Uw= 1,4 W/(m²K) Uw / UD = 1,8 W/(m²K) 14 cm, 0,035 W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,25-0,28 W/(m²K) / 8 cm, 0,035 W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,38 W/(m²K) 12 cm, 0,038 W/mK, U= 0,29 W/(m²K) / 8 cm, 0,038 W/mK, U= 0,42 W/(m²K) 10 cm, 0,035 W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,31 W/(m²K) Konstruktion kann aus energetischer Sicht im Bestand verbleiben Austausch der MiWo mit 12 cm 0,035 W/mK, U= 0,25 W/(m²K) V 2: EG 40- Standard 3-Fach Verglasung mit Uw= 1,0 W/m²K Uw / UD = 1,3 W/(m²K) 20 cm, 0,035W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,166 W/(m²K) / 8 cm, 0,035 W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,38 W/(m²K) 20 cm, 0,038 W/mK, U= 0,19 W/(m²K) / 8 cm, 0,038 W/mK, U= 0,42 W/(m²K) 10 cm, 0,035 W/mK, Halterungen Thermisch entkoppelt, U= 0,31 W/(m²K) Aufdämmung mit 60mm MiWo 038, Bestandskonstruktion mit 60mm EPS 0,032W/mK, 120mm SG 0,060W/mK, 85mm Bew. Bimsdielen 0,40W/mK, U=0,140 -0,184 W/(m²K) Austausch der MiWo mit 14 cm 0,035 W/mK, U= 0,22 W/(m²K) Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie anlagentechnische Komponenten abweichen. Übersicht zu energetischen Beispielaufbauten Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie anlagentechnische Komponenten abweichen. Nur die Variante 2 erfüllt die Voraussetzungen für ein Klimaneutrales Bad!Seite 35 von 55 4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung 4. BauphysikSeite 36 von 55 4.2 Grundsätzlicher Umgang mit einer energieefizienten Sanierung 4. Bauphysik GRANER+PARTNER I N G E N I E U R E 3 Übersicht zu Anlagentechnischen Komponenten TGA- Komponenten / Anforderungen Heizung / Warmwasser RLT Belichtung Strom aus erneuerbaren Energien Ist-Wert zu Soll-Wert nach BEG V 1: EG 70- Standard Wärme und Warmwassererzeugung über Fernwärme Primärenergiefaktor: 0,25[-] Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 70 / 55 °C Strahlungs- und Luftheizung Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt, Delta p – variabel, hydraulischer Abgleich, PI-Regler / Zentrale Warmwasserbereitung, Durchflusssystem, Zirkulation, Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt Heizen über RLT, Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 70 / 55 °C Plattenwärmetauscher mit Wärmerückgewinnungsgrad ≥ 80 % Bedarfsabhängige Luftvolumenstromregelung nach DIN EN 16798-3) IDA-C6 In allen Bereichen direkte LED- Beleuchtung, Manuell in Schwimmhalle, automatisch in Nebenräumen, Tageslichtabhängiges Kontrollsystem, stufenweise Ein/Aus Ca. 1.000 m² PV-Module, Monokristallines Silizium, als mäßig belüftete Module, < 0,5m auf dem Dach aufgesetzt, Ausrichtung Ost/West im Neigungswinkel von 15° Strommenge gesamt/ Jahr: 129.841,46 kWh (Deckungsanteil am Strombedarf: 83,5%) Spezifischer Primärenergiebedarf [kWh/(m²a)]: 55,2 – 37 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Opake Außenbauteile: 0,24 zu 0,26 – 92 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Transparente Außenbauteile: 1,4 zu 1,4 – 100 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Türen, Tore, Oberlichter: 1,8 zu 2,4 – 75 % vom Soll-Wert V 2: EG 40- Standard Wärme und Warmwassererzeugung über Fernwärme Primärenergiefaktor: 0,25[-] Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 55 / 35 °C Strahlungs- und Luftheizung Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt, Delta p – variabel, hydraulischer Abgleich, PI-Regler / Zentrale Warmwasserbereitung, Durchflusssystem, Zirkulation, Pumpe bedarfsausgelegt, geregelt Heizen über RLT, Vorlauf-/ Rücklauftemperatur: 55 / 35 °C Plattenwärmetauscher mit Wärmerückgewinnungsgrad ≥ 80 % Bedarfsabhängige Luftvolumenstromregelung nach DIN EN 16798-3) IDA-C6 In allen Bereichen direkte LED- Beleuchtung, Manuell in Schwimmhalle, automatisch in Nebenräumen, Tageslichtabhängiges Kontrollsystem, stufenweise Ein/Aus Ca. 1.000 m² PV-Module, Monokristallines Silizium, als mäßig belüftete Module, < 0,5m auf dem Dach aufgesetzt, Ausrichtung Ost/West im Neigungswinkel von 15° Strommenge gesamt/ Jahr: 129.841,46 kWh (Deckungsanteil am Strombedarf: 82,9%) Spezifischer Primärenergiebedarf [kWh/(m²a)]: 51,8 – 34 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Opake Außenbauteile: 0,18 zu 0,18 – 100 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Transparente Außenbauteile: 1,0 zu 1,0 – 100 % vom Soll-Wert Mittl. U-Wert Türen, Tore, Oberlichter: 1,3 zu 1,6 – 81 % vom Soll-Wert Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie anlagentechnische Komponenten abweichen. Übersicht zu Anlagentechnsichen Komponenten Alle Angaben beruhen auf der Grundlage eines vorläufigen „Ein-Zonen-Modells“, im weiteren Planungsverlauf können die Werte und Angaben zu Dämmstoffqualitäten- und dicken sowie anlagentechnische Komponenten abweichen.Seite 37 von 55 Für die Bestandssituation wurde für eine energetische Einschätzung der drei Varianten ein „Ein-Zonen-Modell“ erstellt und alle Raumbereiche der thermischen Hüllfläche als „Sonstige Aufenthaltsräume“ mit einer pauschalen Raumtemperatur mit 21°C berücksichtigt. Der tatsächliche Endenergieverbrauch von Wärme- und Strom beträgt gem. Energiemanagement der SGB durchschnittlich 3.137.024,97 kWh. Der errechnete Bedarf von 1.852.762,90 kWh ist in den normativen und nutzerabhängigen Einflüssen begründet. Da die errechneten Energieprognosen ähnlichen Abweichungen unterliegen, stellen folgende Grafiken zum End- und Primärenergiebedarf nur eine grobe Tendenzen dar und sollten nicht als absolute Werte zu verstehen sein. Übersichten für die Varianten Bestandssituation, EG-70 und EG-40 mit End- und Primärenergiebedarf Diagramm. 4. BauphysikSeite 38 von 55 Seite 39 von 55 CC D B A D B A Beckenumgang F: 131,25 m2 Treppenraum F: 12,57 m2 Treppenraum F: 24,91 m2 Treppenraum F: 24,68 m2 Schwimmhalle Gesamt F: 242,39 m2 Treppenraum F: 34,98 m2 Treppenraum F: 43,52 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Du / WC F: 35,06 m2 Büro I F: 21,74 m2 Du / WC F: 16,59 m2 Aufenthalt F: 39,25 m2 Besprechung F: 23,74 m2 Drucker/Archiv F: 14,12 m2 Flur F: 99,41 m2 Raum II F: 104,27 m2 Raum I F: 104,43 m2 Technik F: 9,37 m2 Veedels Bereich F: 500,71 m2 Flur F: 45,36 m2 Teeküche F: 20,28 m2 Aufenthalt F: 40,29 m2 Büro II F: 21,71 m2 Frisierbereich F: 34,72 m2 Umkleiden F: 36,06 m2 Verwaltung / Pers. F: 318,83 m2 Raum III F: 37,28 m2 Flur F: 15,80 m2 Wohnung (Bestand) F: 109,77 m2 Lehrschwimmbecken F: 111,12 m2 LEGENDE: Raumtemperaturen 30° - 25° 24° - 21° 20° - 15° 14° - 12° 12° - 5° Temperaturzonen Sockelgeschoss 4. BauphysikSeite 40 von 55 6 Stg. 19 / 22 Rampe Rampe RampeRampe CC D B A D B A Treppenraum F: 35,48 m2 Treppenraum F: 34,91 m2 Technik F: 28,05 m2 Lager F: 31,40 m2 Lager F: 30,45 m2 Lager/Werkstatt F: 50,20 m2 Werkstatt F: 33,62 m2 Werkstatt F: 62,39 m2 Lager/Werkstatt F: 62,63 m2 Technik F: 43,17 m2 Flur F: 10,94 m2 Stromversorgung SWB F: 51,92 m2Lager F: 15,32 m2 Flur F: 4,08 m2 Lichtschacht F: 38,13 m2 Treppenraum F: 24,68 m2 Technik F: 6,13 m2 Technik F: 16,63 m2 Technik F: 16,13 m2 Treppenraum F: 12,57 m2 Technik F: 10,38 m2 Technik F: 7,66 m2 Technik F: 380,97 m2 Lager F: 319,29 m2 Technik F: 16,06 m2 Becken F: 31,66 m2 Becken F: 32,89 m2 Technik F: 2,51 m2 Technik Lehrschwimmbecken F: 111,19 m2 Technik F: 158,40 m2 Technik F: 181,93 m2 Technik F: 49,60 m2 Technik F: 48,21 m2 Technik F: 49,80 m2 Technik F: 48,10 m2 Technik F: 98,94 m2 Flur F: 6,59 m2 Flur F: 9,64 m2 Flur F: 7,02 m2 Flur F: 14,55 m2 Treppenraum F: 24,92 m2 Technik F: 576,22 m2 Technik F: 52,20 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Aufzug F: 3,08 m2 Technik F: 32,95 m2 Sanitärbereich F: 123,32 m2 LEGENDE: Raumtemperaturen 30° - 25° 24° - 21° 20° - 15° 14° - 12° 12° - 5° Temperaturzonen Sockelgeschoss 4. BauphysikSeite 41 von 55 Die Fassaden des Frankenbads bestehen aus ca. 5 cm dicken Beton- bzw. Natursteinplatten, die über nichtrostende Stahlanker an der tragenden Stahlbetonkonstruktion befestigt sind. Gutachterliche Untersuchungen (Henneker Zillinger Ingenieure sowie Thormälen und Peuckert) zeigen, dass die Fassaden bereits heute zahlreiche Schäden aufweisen und mit einer weiteren Schadensausbreitung zu rechnen ist. Für die Integration einer energetischen Dämmung wird empfohlen, die bestehenden Fassadenplatten vollständig zu demontieren. Sollten diese – oder gestalterisch vergleichbare Platten – erneut verwendet werden, ist eine neue, geeignete Unterkonstruktion erforderlich, um die Platten fachgerecht und sicher zu befestigen. 5.1 Fassaden 5. TragwerksplanungSeite 42 von 55 Im Zuge der Sanierung wurden mehrere Varianten für die Erneuerung bzw. Verstärkung des Daches über der Schwimmhalle untersucht. Ziel ist es, zukünftige Anforderungen an Dämmung, Tragfähigkeit und ggf. Photovoltaik-Nutzung zu erfüllen. Variante A Rück- und Neubau Dachaufbau Vorteile: – Ermöglicht den Einsatz einer leistungsfähigen Dämmung – Tragreserve für eine PV-Anlage kann problemlos geschaffen werden Nachteile: – Kompletter Rückbau der bestehenden Dachkonstruktion oberhalb der Bimsplatten erforderlich Variante B Verstärkung der oberen Dachebene Vorteile: – Bestehende Dachkonstruktion kann größtenteils erhalten bleiben – Dämmung und PV-Anlage sind ergänzbar Nachteile: – Neue Pfetten zur Entlastung der vorhandenen Bimsplatten und Dachpfetten notwendig Variante C Rück- und Neubau obere Dachebene Vorteile: – Hohe Lastreserven lassen sich gezielt schaffen – Ermöglicht eine energetisch optimierte Dachlösung mit PV-Anlage Nachteile: – Rückbau der oberen Dachebene einschließlich der Bimsplatten erforderlich 5.2 Sanierungsvarianten Dach über Schwimmhalle 5. TragwerksplanungSeite 43 von 55 Für die Dachflächen über den Nebenräumen erscheint die Nachrüstung einer zusätzlichen Wärmedämmung grundsätzlich machbar, da nur geringe zusätzliche Lasten zu erwarten sind. Zur Absicherung ist das aktuelle Eigengewicht des bestehenden Dachaufbaus zu ermitteln und den statischen Lastannahmen gegenüberzustellen. Sollte sich daraus ein Bedarf ergeben, kann eine Verstärkung – z. B. durch CFK-Lamellen – erfolgen, um die Tragfähigkeit konstruktiv zu gewährleisten. 5.3 Dachsanierung über den Nebenräumen 5. TragwerksplanungSeite 44 von 55 Seite 45 von 55 Seite 46 von 55 9,5% 1. Untergeschoss -5,02 = +53,63 Sockelgeschoss -2,72 = +55,93 1. Obergeschoss +1,81 = +60,46 9,5% 1. Obergeschoss +1,81 = +60,46 Dachaufbau (unbelüftet) 2mm Aluminium Stehfalzdeckung 3mm Trennlage Bitumendachbahn 23mm Vollholzschalung Dachkonstruktion Vollholz als Bretterkonstruktion mit versch.Stärken 80mm Mineralwolle (KMF), lose eingelegt 50mm Stahlbetonplatte Deckenaufbau Stahlbeton-Rippendecke 230mm Stahlbetonrippen Spritzputz Abhängung 220- 450mm Streckmetallträger, 30mm Drahtputzdecke, Stahl UK Fassadenaufbau Brüstungsabdeckung Ettringer Tuffstein (geschlossenes Material) Fugenmaterial: Trasszementmörtel Fassadenbekleidung 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung Traganker, seitliche Anbindung 640mm (?) Stahlbetonwand Fassadeaufbau Bereich Attika - Aluminiumfenster 2-fach Verglasung ... Stahlbetonwand 1. Untergeschoss -5,02 = +53,63 Sockelgeschoss -2,72 = +55,93 1. Obergeschoss +1,81 = +60,46 9,5% 1. Obergeschoss +1,81 = +60,46 9,5% Dachaufbau (unbelüftet) 2mm Aluminium Stehfalzdeckung 3mm Trennlage Bitumendachbahn 23mm Vollholzschalung Dachkonstruktion Vollholz als Bretterkonstruktion mit versch.Stärken 120mm Mineralwolldämmung WLG 035 50mm Stahlbetonplatte Deckenaufbau Stahlbeton-Rippendecke 230mm Stahlbetonrippen Spritzputz Abhängung 220- 450mm Streckmetallträger, 30mm Drahtputzdecke, Stahl UK Fassadenaufbau Brüstungsabdeckung Ettringer Tuffstein (geschlossenes Material) Fugenmaterial: Trasszementmörtel Fassadenbekleidung 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung 140mm Mineralwolldämmung WLG 035 Traganker, seitliche Anbindung 380mm (?) Stahlbetonwand Fassadeaufbau Bereich Attika 10mm Außenputz 140mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 2-fach Verglasung UwWert: 1,4 [W/(m²K)] ... Stahlbetonwand 6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung Bestand Fassaden SeitenflügelSeite 47 von 55 Seite 48 von 55 Foyer Platz Haupteingang FoyerInnenhof InnenhofSchwimmhalle Fassadeaufbau Innenhof 50mm Weibener Tuffstein 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 2-fach Verglasung UwWert: 1,4 [W/(m²K)] ... Mauerwerkswand Innenwand Foyer 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung 100mm Mineralwolldämmung WLG 035 ... MauerwerkswandFoyer Platz Haupteingang Fassadeaufbau Innenhof 10mm Außenputz 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 2-fach Verglasung UwWert: 1,4 [W/(m²K)] ... Stahlbetonwand Innenwand Foyer 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung 100mm Mineralwolldämmung WLG 035 ... Mauerwerkswand FoyerInnenhof InnenhofSchwimmhalle Fassadeaufbau Innenhof 10mm Außenputz 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 2-fach Verglasung UwWert: 1,4 [W/(m²K)] ... Stahlbetonwand Fassadeaufbau Innenhof 50mm Weibener Tuffstein 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 3-fach Verglasung UwWert: 1,0 [W/(m²K)] ... Mauerwerkswand Innenwand Foyer 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung 100mm Mineralwolldämmung WLG 035 ... MauerwerkswandFoyer Platz Haupteingang Fassadeaufbau Innenhof 10mm Außenputz 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 3-fach Verglasung UwWert: 1,0 [W/(m²K)] ... Stahlbetonwand Innenwand Foyer 50mm Weibener Tuffstein 30mm Hinterlüftung 100mm Mineralwolldämmung WLG 035 ... Mauerwerkswand FoyerInnenhof InnenhofSchwimmhalle Fassadeaufbau Innenhof 10mm Außenputz 80mm Mineralwolldämmung WLG 035 - Aluminiumfenster 3-fach Verglasung UwWert: 1,0 [W/(m²K)] ... Stahlbetonwand Bestand EG70-Standard EG40-Standard 6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung weitere FassadendetailsSeite 49 von 55 tiefliegende Wiesbadener Rinne hochliegende Wiesbadener RinneBestand 6. Untersuchung der denkmalgerechten Sanierung Beckenköpfe Nach 62 Jahren der Nutzung der Becken ist davon auszugehen, dass sämtliche keramischen Beläge der Becken inklusive derere Abdichtungen zu erneuern sind. Dies wird erfolgen mit einer neuen Durchströmungsgeometrie im Becken. Ein wichtiger Punkt dabei ist die Sanierung der Beckenköpfe und die richtige Wahl der Beckenkopfrinne. Die Beckenkopfrinne ist entscheidend bei der Verursachung von deutlichen Schwallgeräuschen, also der Grundlautstärke im Bad. Möglich erscheint eine tiefliegende Wiesbadener Rinne, die allerdings den heute unüblich tiefen Wasserspiegel nicht anheben würde. Eine hochliegende Wiesbadener Rinne würde den Wasserspiegel auf den Fertigfußboden der Badeplatte anheben, was einen deutlich höhren Badekomfort nach sich ziehen würde. Dies müsste allerdings denkmalpflegerisch bewertet werden. Auch die Reduktion der Höhe der Sprunganlagen ist hier zu berücksichtigen.Seite 50 von 55 7. Zertifizierung nach DGNB DGNB-Zertifizierung für Hallenbäder – Rahmenbedingungen Für Hallenbäder existiert derzeit kein standardisierter DGNB- Kriterienkatalog. Eine Zertifizierung ist grundsätzlich über das Verfahren „DGNB Flex“ möglich. Dieses richtet sich an Projekte ohne bestehendes Nutzungsprofil und ermöglicht eine individuelle Bewertung auf Grundlage projektspezifischer Anforderungen. Die Beantragung erfolgt über eine projektspezifische Anfrage zur Zertifizierbarkeit (PAZ), die durch einen zugelassenen DGNB-Auditor gemeinsam mit dem Bauherrn bei der DGNB eingereicht wird. Fachliche Einschätzung Nach Einschätzung der Fachplaner (insbesondere aus dem Bereich Technische Ausrüstung) ist eine DGNB-Zertifizierung für Hallenbäder zwar technisch möglich, jedoch fachlich nur eingeschränkt sinnvoll. Die bestehenden Bewertungskriterien – ähnlich wie bei der energetischen Bewertung nach DIN V 18599 – sind nicht spezifisch auf den Bäderbetrieb ausgerichtet und erfassen die realen Effizienzpotenziale und betrieblichen Besonderheiten von Hallenbädern nur unzureichend. Mögliche Vorgehensweise mit DGNB Flex: Der DGNB-Flex-Prozess umfasst sechs Phasen: 1. Projektspezifische Anfrage (PAZ) durch den Auditor 2. Anmeldung des Projekts bei der DGNB 3. Erarbeitung eines individuellen Kriterienkatalogs durch den Auditor 4. Prüfung und Rückmeldung durch die DGNB 5. Vertragsschluss und Festlegung der Zertifizierungsgrundlage 6. Durchführung des Audits und Zertifikatsvergabe Das Ergebnis ist ein gleichwertiges DGNB-Zertifikat mit projektspezifischer Benennung (z. B. „DGNB-Zertifikat für ein nachhaltiges Hallenbad“). Die Anwendung von DGNB Flex erfordert jedoch einen höheren Koordinations- und Abstimmungsaufwand. Fazit Eine Zertifizierung nach DGNB ist beim Projekt Frankenbad grundsätzlich möglich, aber angesichts der spezifischen Anforderungen eines denkmalgeschützten Schwimmbads mit besonderem Nutzungskontext sorgfältig abzuwägen. Die Machbarkeitsstudie empfiehlt daher, eine Befreiung von den regulären DGNB-Anforderungen zu prüfen und die Nachhaltigkeitsziele projektindividuell über alternative Maßnahmen (z. B. Lebenszyklusanalysen, Energiekennwerte, ressourcenschonende Materialien) zu sichern.Seite 51 von 55 7. Zertifizierung nach DGNB Systematik von DGNB Flex Darstellung der DGNB zum Vorgehen einer PAZ (projektspezifische Anfrage zur Zertifizierbarkeit) 1. Präambel Dieses Dokument defi niert den Prozess für die Zertifizierung eines Projektes gemäß den „DGNB Flex“ Regeln. Die DGNB Flex Systematik hat die folgenden Zielsetzungen: - Es wird ein Verfahren für die Erstellung einer projektindividuellen DGNBZertifizierungsgrundlage für die Optimierung und Bewertung von Projekten angeboten, für die es kein passendes bereits fertig spezifi ziertes Nutzungsprofi l gibt. - Der Aufwand für die Durchführung gemäß dieser projektindividuellen DGNBZertifizierungsgrundlage soll angemessen und zielgerichtet zur Aufgabe sein. - DGNB Auditoren sollen über die Anwendung des Verfahrens einen pragmatischen und verlässlichen Rahmen für die Beratung ihrer Bauherren in frühen Planungsphasen erhalten. Für die Zertifizierung von Projekten gilt dieses Dokument zusätzlich zu allen zertifi zierungsrelevanten Unterlagen, wie technischen Handbüchern (DGNB Kriterienkataloge), Verträgen und dem Zertifizierungshandbuch. 2. Anwendungsbereich von DGNB Flex DGNB Flex darf zur Generierung des Anforderungskatalogs für die Zertifizierung von Projekten genutzt werden, für die aktuell keine spezifi schen DGNB Nutzungsprofile (Marktversionen und Erstanwendungsversionen) vorliegen. Es besteht jedoch kein Anspruch auf die Erstellung einer projektindividuellen Zertifizierungsgrundlage auf Basis von Flex. Die Entscheidung, ob ein Projekt gemäß DGNB Flex zertifiziert werden kann, obliegt der DGNB GmbH. Projekte können auch nicht mit Hilfe von DGNB Flex zertifiziert werden, wenn sie im Widerspruch zu den DGNB Vereinszielen stehen (z.B. Lage des Projekts in Krisen oder Kriegsregion, auf geschützten Flächen etc.) oder das Vorliegen ethischer Gründe. 3. Grundsätzliches Vorgehen bei der Zertifizierung gemäß der DGNB Flex Die Systematik sieht sechs wesentliche Phasen für die Zertifizierung eines Projekts nach DGNB Flex vor. Phase 1: Projektspezifi sche Anfrage zur Zertifizierung (PAZ) Der DGNB Auditor der kein passendes Nutzungsprofi l für sein Projekt gefunden hat, stellt in Abstimmung mit dem Bauherren im Rahmen einer projektspezifischen Anfrage zur Zertifizierung (PAZ) einen Antrag zur Zertifizierung gemäß DGNB Flex. Hierfür skizziert und begründet er die Anwendung eines geeigneten Basisnutzungsprofil für die DGNB Flex Anwendung. Eine DGNB Sprechstunde in der Geschäftsstelle oder als Webmeeting kann den Prozess unterstützen. Im Anschluss erhält der DGNB Auditor eine PAZNummer, mit welcher das Projekt referenziert wird und unter welcher die Anfrage seitens DGNB beantwortet wird. Phase 2: Anmeldung eines Projektes für Zertifizierung gemäß DGNB Flex Nach positiver Beantwortung des DGNB Flex Antrags durch die DGNB GmbH muss das Projekt angemeldet werden. Hierbei ist die entsprechende PAZNummer anzugeben. Phase 3: Auditoren-Entwurf für individuelle DGNB Für das Projekt wird im nächsten Schritt von einem DGNB Auditor ein Vorschlag für individuelle Zertifi zierungsgrundlagen erarbeitet. Dieser Vorschlag muss ein oder mehrere Basisnutzungsprofil(e) benennen und skizzenhaft die anzuwendenden Kriterien und die darin enthaltenen Indikatoren enthalten. Der hiermit vorliegende Leitfaden zur Anwendung von DGNB Flex stellt die Grundlage dar, auf welcher die Zertifi zierungsgrundlagen schnell und mit überschaubarem Aufwand erarbeitet werden können. Die DGNB Geschäftsstelle wird hierfür eine Sprechstunde anbieten und unterstützt bei Bedarf die Erarbeitung des Entwurfs gegen Gebühr. Der Entwurf wird vom DGNB Auditor bei DGNB unter Angabe der PAZ Nummer eingereicht.Seite 52 von 55 7. Zertifizierung nach DGNB Systematik von DGNB Flex Phase 4: Prüfung des Entwurfs Die DGNB prüft den Vorschlag. Änderungen gegenüber dem AuditorenEntwurf werden dem Auditor mitgeteilt und weitere Fragen gemeinsam diskutiert. Phase 5: Bereitstellung von projektindividuellen Zertifizierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag Auf Basis der Vorarbeiten fixiert die DGNB einen projektindividuellen Anforderungskatalog (Zertifi zierungsgrundlage). Dieser besteht aus einer individuellen Gewichtungstabelle mit Verweisen zu existierenden weiteren Dokumenten (z.B. Kriterienkatalog Neubau oder Kriterienkatalog Quartiere). Die Gewichtungstabelle enthält ebenfalls die projektindividuell anzuwendenden Gewichtungen der Indikatoren (Punkteverteilung) und der Kriterien. Neue Indikatoren werden in Form separater Anhänge zur Gewichtungstabelle bereitgestellt. Der projektindividuelle Anforderungskatalog ist die fachliche Zertifi zierungsgrundlage und hat eine gleichwertige inhaltliche Qualität wie veröffentlichte Nutzungsprofile. Bezugnehmend auf den projektindividuellen Anforderungskatalog wird seitens DGNB der Zertifi zierungsvertrag ausgestellt und dem Bauherrn zugesandt. Die beidseitige Unterzeichnung des Zertifizierungsvertrags ist Voraussetzung für die verbindliche Vereinbarung des projektindividuellen Anforderungskatalogs als Zertifizierungsgrundlage. Eigner des Anforderungskatalogs ist die DGNB. Dieser Katalog und / oder Teile davon kann zu späterem Zeitpunkt auch in die Entwicklung von neuen Erstanwendungs oder Marktversionen einfließen. Phase 6: Zertifizierung Nach Abschluss des Zertifi zierungsvertrags fi ndet das DGNB Audit durch einen DGNB Auditor statt, die Zertifizierung erfolgt anschließend gemäß allen einschlägig bekannten Regeln durch die DGNB. Die Auszeichnung ist ein gleichwertiges Zertifikat. Aus der Vertragsnummer ist die Flex Anwendung ersichtlich (FLEX18D…). Auf der Urkunde wird die spezifi sche Nutzung des Projektes ausgewiesen (z.B. DGNB Zertifikat für nachhaltige Rechenzentren). Die individuelle Namensgebung obliegt der DGNB, soll jedoch in Abstimmung mit dem Antragsteller festgelegt werden. Die DGNB prüft den Vorschlag. Änderungen gegenüber dem AuditorenEntwurf werden dem Auditor mitgeteilt und weitere Fragen gemeinsam diskutiert. Phase 5: Bereitstellung von projektindividuellen Zertifi- zierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag Auf Basis der Vorarbeiten fixiert die DGNB einen projektin dividuellen Anforderungskatalog (Zertifizierungsgrundlage). Dieser besteht aus einer individuellen Gewichtungstabelle mit Verweisen zu existierenden weiteren Dokumenten (z.B. Kriterienkatalog Neubau oder Kriterienkatalog Quartiere). Die Gewichtungstabelle enthält ebenfalls die projektindividuell anzuwendenden Gewichtungen der Indikatoren (Punktever teilung) und der Kriterien. Neue Indikatoren werden in Form separater Anhänge zur Gewichtungstabelle bereitgestellt. Der projektindividuelle Anforderungskatalog ist die fachliche Zertifizierungsgrundlage und hat eine gleichwertige inhaltliche Qualität wie veröffentlichte Nutzungsprofile. des Zertifizierungsvertrags ist Voraussetzung für die verbind liche Vereinbarung des projektindividuellen Anforderungskata logs als Zertifizierungsgrundlage. Eigner des Anforderungskatalogs ist die DGNB. Dieser Katalog und / oder Teile davon kann zu späterem Zeitpunkt auch in die Entwicklung von neuen Erstanwendungs oder Marktversi onen einfließen. Phase 6: Zertifizierung Nach Abschluss des Zertifizierungsvertrags findet das DGNB Audit durch einen DGNB Auditor statt, die Zertifizierung erfolgt anschließend gemäß allen einschlägig bekannten Regeln durch die DGNB. Die Auszeichnung ist ein gleichwer tiges Zertifikat. Aus der Vertragsnummer ist die Flex Anwen dung ersichtlich (FLEX18D…). Auf der Urkunde wird die spezifische Nutzung des Projektes ausgewiesen (z.B. DGNB Zertifikat für nachhaltige Rechenzentren). Die individuelle Namensgebung obliegt der DGNB, soll jedoch in Abstimmung mit dem Antragsteller festgelegt werden. Kontaktaufnahme mit DGNB Begründung für DGNB Flex Entwurf: Inhaltliche Weichenstellung und Arbeit am Projekt, ggfs. mit DGNB Durch DGNB wird der Entwurf geprüft, Qualitätssicherung der Anforderungen DGNB erstellt die Zertifizierungsgrundlagen (Gewichtungstabelle mit Verweisen) und ermöglicht damit einen effizienten Ablauf Zertifizierung durch DGNB über „Papiereinreichung“ Phase 1: Projektspezifische Anfrage zur Zertifizierung (PAZ) Projektanfragen für DGNB Flex Phase 2: Anmeldung eines Projektes für Zertifizierung gemäß DGNB Flex Phase 3: Auditoren-Entwurf für individuelle DGNB Flex-Anwendung Phase 4: Prüfung des Entwurfs Phase 5: Bereitstellung von projektindividuellen Zertifizierungsgrundlagen und Zertifizierungsvertrag Phase 6: Zertifizierung Abbildung 1: Ablauf DGNB Flex Zertifizierung 2DGNB FLEX Ablauf DGNB Flex ZertifizierungSeite 53 von 55 8. Kostenrahmen KG Kostenart EG70 EG40-Zuschlag Gesamtkosten 100 Grundstück - € - € - € 200 Herrichten und Erschliessen - € - € - € 300 Bauwerk-Baukonstruktion 14.943.232 € 925.505 € 15.868.737 € Schadstoffsanierung Ansatz BGF 3.770.368 € - € 3.770.368 € Betoninstandsetzung 839.496 € - € 839.496 € 400 Bauwerk-Technische Anlagen 8.100.000 € 650.000 € 8.750.000 € 500 Außenanlagen und Freiflächen 1.680.040 € - € 1.680.040 € 600 Ausstattung / Kunstwerke - € - € - € 700 Baunebenkosten 9.679.935 € 519.916 € 10.199.851 € 800 Finanzierung - € - € - € Summe KG 200-700 39.013.071 € 2.095.421 € 41.108.492 € MwSt. 19% 7.412.483 € 398.130 € 7.810.613 € Brutto 46.425.554 € 2.493.551 € 48.919.105 € Kostenrahmen (gerundet) EG70 46.425.000 € EG40 - Zuschlag 2.495.000 € Kostenrahmen (gerundet) EG40 48.920.000 € # Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)Seite 54 von 55 Fazit Die Machbarkeitsstudie liefert fundierte Antworten auf die zentralen Fragen im Zusammenhang mit der Sanierung des denkmalgeschützten Frankenbads am Frankenplatz: • Nach über 60 Jahren Nutzung befindet sich das Gebäude in einem überraschend guten baulichen Zustand. • Eine energetische Sanierung ist nicht nur möglich, sondern auch sinnvoll – sowohl aus baulicher als auch aus wirtschaftlicher Sicht. • Die angestrebte energetische Qualität nach EG 40-Standard kann erreicht werden, ohne die denkmalpflegerischen Anforderungen zu verletzen. Diese Erkenntnisse bilden eine belastbare Grundlage für die nächsten Planungsschritte. Die Aussagen der Studie sind im weiteren Verlauf durch vertiefende Planungen und technische Nachweise zu konkretisieren. Darüber hinaus hat sich gezeigt, dass das Frankenbad – über seine Funktion als saniertes Hallenbad hinaus – ein hohes Potenzial für ergänzende Nutzungen im Quartier bietet. Die Integration neuer Veedelsnutzungen im Gebäude und insbesondere im Innenhof kann den Ort zu einem lebendigen sozialen Zentrum weiterentwickeln, von dem sowohl das Bad als auch das umliegende Quartier profitieren. Damit bietet das Frankenbad die einmalige Chance, als identitätsstiftender Ort zur Belebung und Aufwertung des städtischen Lebensraums in der westlichen Bonner Nordstadt beizutragen. Andreas Veauthier Dipl.-Ing. Architekt BDA Juli 2025Seite 55 von 55
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