253525 · Mitteilungsvorlage
Wettbewerb Ersatzneubau Feuerwache I - Ergebnis und weiteres Vorgehen
Kerndaten
- Nummer
- 253525
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 14.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Nordstadt Hauptort
- Zeisigweg
- Lievelingsweg
- Berliner Platz
- Bismarckstraße
- Bornheimer Straße
- Gerichtsweg
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Denkmalschutz Kenntnisnahme
- Sitzung des Betriebsausschusses SGB Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 253525 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Wettbewerb Ersatzneubau Feuerwache I - Ergebnis und weiteres Vorgehen Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 02.09.2025 Kenntnisnahme Betriebsausschuss SGB 03.09.2025 Kenntnisnahme Rat 04.09.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.12.2025 Kenntnisnahme Beirat zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz 31.12.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit Beschluss vom 26. September 2024 hat der Rat der Bundesstadt Bonn für den Ersatzneubau der Feuerwache I in Bonn die Durchführung eines begrenzten, hochbaulichen Realisierungswettbewerbes ausgelobt (DS- Nr.241135). Das Preisgericht hat am 11. Juni 2025 getagt. Gewinner des Wettbewerbs ist das Büro RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart. Die Ausstellung der Arbeiten hat vom 18. Juni bis 03. Juli 2025 im Foyer des Stadthauses stattgefunden. Das Projekt wird Grundlage für den Bebauungsplan (DS-Nr. 253175). Das Städtische Gebäudemanagement wird die Verhandlungen zur Beauftragung des ersten Preisträgers durchführen und den zuständigen Gremien die weiteren Planungen zur Beschlussfassung vorlegen. Das Preisgericht würdigt die Arbeit wie folgt: "Die Verfasser schlagen eine dreiseitig eingefasste Hofsituation der Gesamtanlage vor, die auch unter zeitweiligem Erhalt der heutigen Leitstelle alle Fahrzeughallen sinnvoll gruppiert und gleichzeitig einen hohen Emissionsschutz für die westliche Nachbarschaft bietet. Diese städtebauliche Grunddisposition überzeugt durch große Selbstverständlichkeit. Das gilt grundsätzlich auch für das abgelöste und freigestellte Werkstattgebäude im Norden. Allerdings wird hier die Bauverbotszone zur Autobahn über- und die Abstandsfläche zum Nachbargrundstück am Zeisigweg unterschritten. Die konsequente Anordnung der Fahrzeughallen in Ost-West-RichtungSeite 1 von 39 Seite 2 ermöglicht eine wirtschaftliche Belegung der Hallen und bildet eine großzügige Alarmausfahrt aus, die vom viergeschossigen Bauteil der Feuer- und Rettungswache überbrückt wird. Dies ist funktional gelungen, da die Fahrzeuge nur um 90° zur Ausfahrt versetzt sind. Formal wird hier ein großer Auftakt zum Lievelingsweg erzeugt, der die Funktion des Gebäudes angemessen artikuliert. Eine besondere Qualität der Arbeit bildet die Anordnung des Haupteingangs ostseitig der Alarmausfahrt. Folgerichtig erfolgt die Hinleitung für Fußgänger*innen vom kleinen Vorplatz am Lievelingsweg über einen Fußgängerüberweg, auch wenn hierfür zunächst die Alarmausfahrt zu queren ist. Durch diese Anordnung gelingt die Erschließung des Gesamtgebäudes über einen Erschließungskern. An das zentrale Foyer schließen sich im Norden die Verwaltung an, im Westen die Wache und die zukünftige Leitstelle. Die Grundrisse sind funktional dreihüftig ausgebildet und werden im Verwaltungsbereich durch zwei Innenhöfe und einige eingeschobene Loggien aufgelockert. Damit wird die große Bautiefe der Fahrzeughallen sinnvoll genutzt. Im Bereich der Wache sind die Ruhe- und Umkleideräume funktional gut angeordnet und den einzelnen Fahrzeughallen stimmig zugeordnet. Allerdings wird die Lage der Ruheräume nach Süden und zum verlärmten Lievelingsweg kritisch beurteilt. Die Räume heizen sich auf und müssen mechanisch gelüftet werden. Dagegen kann die Anordnung der Gemeinschaftsräume mit Loggia zum Fahrzeughof ebenso überzeugen wie die Lage der doppelgeschossigen Leitstelle und Sporthallen im obersten Geschoss. Die Umsetzung der geforderten Bauabschnitte im laufenden Betrieb ist mit Ausnahme einiger Unschärfen im Bereich der Tiefgarage gut gelungen. Dass nach dem ersten Bauabschnitt bei Inbetriebnahme der neuen Wache deutlich mehr Fahrzeuge in der Fahrzeughalle untergebracht werden können, als vorausgesehen, ist besonders gelungen. Die Alarmausfahrt und der Anschlussknoten erfüllen die verkehrlichen Vorgaben der Auslobung. Kritisch gesehen aus verkehrsplanerischer Sicht wird dagegen die Anordnung der Tiefgaragen Ein- und Ausfahrt parallel zur Ein- und Ausfahrt des Betriebsgeländes. Die Anordnung der Besucherstellplätze erschwert die Situation zusätzlich. Insgesamt erscheint die Breite der Fahrgasse entlang der Grenze zu bonnorange AöR etwas zu knapp, u.a. auch im Bereich des Werkstatthofes. Vorteilhaft ist dagegen die Trennung von Werkstattbetrieb und Fahrzeughallen für die Sonderfahrzeuge, die nun stimmig zur Alarmausfahrt hin orientiert sind. Im Gegensatz zur soliden städtebaulichen Struktur und den gut durchgearbeiteten Grundrissen bleiben die Fassaden schematisch. Auch Materialität, Fassadenstärke und Farbgebung werden kritisch diskutiert. Die großen Stahl-Fachwerkträger der Überbrückung bilden sich nach außen nicht ab. Die damit verbundenen Fragen des Brandschutzes sind herausfordernd. Insgesamt wird die Chance vertan, ausgehend von den Besonderheiten des Tragwerks dem Gebäude einen noch kraftvolleren Auftakt zur Stadt zu verleihen. In gebäudetechnischer Hinsicht löst die Arbeit die Erwartungen an eine Minimierung der gebäudetechnischen Ausrüstung noch nicht ein. Dem steht auch die Verortung einzelner Raumgruppen entgegen. Insbesondere die LageSeite 2 von 39 Seite 3 der Ruheräume nach Süden wird hinterfragt. Die Integration der Technik (vertikale Schächte und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Es wird lediglich die Lage der RLT-Zentralen erwähnt. Die wirtschaftlichen Kenndaten des Entwurfes liegen durchweg im günstigen Bereich und lassen eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Erstellung und Unterhalt erwarten. Ein konkreter Beitrag zu Klimaresilienz und Nachhaltigkeit wird vermisst. In Summe liefert der Entwurf einen städtebaulich soliden und funktional hervorragenden Beitrag zur Aufgabe mit wenigen Schwächen, zu denen gerade auch die nicht überzeugende Fassade gehört." Anlage/n 1 Wettbewerbsdokumentation Feuerwache I (öffentlich)Seite 3 von 39 V Wettbewerb Neubau Feuer- und Rettungswache 1 Bonn Juli 2025 Dokumentation © RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, StuttgartSeite 4 von 39 Auftraggeberin Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn Stadtplanungsamt Berliner Platz 2 53111 Bonn Ansprechpartner: Markus Walter Nutzerin Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn Lievelingsweg 112 53119 Bonn Ansprechpartner: Marcus Hinz, Rene Breitenbach Bauherrin Städtisches Gebäudemanagement Berliner Platz 2 53111 Bonn Ansprechpartnerin: Margit Ventulett Wettbewerbsmanagement Architekten und Stadtplaner PartG mbB Bismarckstraße 60, 50672 Köln info@neubighubacher.de Jörg Neubig, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Stadtplaner DASL Simon Hubacher, Dipl. Architekt und Stadtplaner SIA Kajta Opelka, Dipl.-Ing. Architektin Christina Wicht, M. Sc. Junior-Architetktin Juli 2025Seite 5 von 39 Inhaltsverzeichnis Vorwort ........................................................................................................................................................................ Anlass ......................................................................................................................................................................... Ausgangslage und Wettbewerbsgebiet ....................................................................................................................... Ziele ............................................................................................................................................................................ Verfahren und die Wettbewerbsergebnisse ................................................................................................................ Das Preisgericht .......................................................................................................................................................... 1. Rang, 1. Preis ......................................................................................................................................................... 2. Rang, 2. Preis ......................................................................................................................................................... 3. Rang, 3. Preis ......................................................................................................................................................... 4. Rang, Anerkennung ............................................................................................................................................... 5. Rang, Anerkennung ................................................................................................................................................ Wettbewerbsarbeiten 2. Rundgang ............................................................................................................................. Wettbewerbsarbeiten 1. Rundgang ............................................................................................................................. 4 6 8 10 12 14 16 20 24 28 30 32 33 .Seite 6 von 39 4 Die bauliche Erneuerung der Feuer- und Rettungswache 1 stellt nicht nur ein bedeutendes Projekt für den Bevölkerungsschutz in Bonn dar – sie ist auch aus Sicht des Städtischen Gebäudemanagements eine anspruchsvolle und richtungsweisende Bauaufgabe. Als zentrale Anlaufstelle für Leitstelle, Einsatzleitung, Krisenstab und zahlreiche Fachwerkstätten ist der Standort seit Jahrzehnten ein unverzichtbarer Teil der städtischen Infrastruktur. Doch mit über 50 Jahren Betriebszeit war die bestehende Bausubstanz an ihre Grenzen gelangt. Wachsende technische, funktionale und energetische Anforderungen machten eine grundlegende bauliche Neuordnung unumgänglich. Ziel ist es nun, einen zukunfts- fähigen Neubau zu schaffen, der dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen für die vielfältigen Aufgaben der Bonner Feuerwehr bietet – wirtschaftlich, nachhaltig und mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus. Mit dem europaweiten Realisierungswettbewerb wurde ein qualitätsorientiertes Verfahren gewählt, um eine überzeugende planeri- sche Lösung für diese komplexe Aufgabe zu fi nden. Die eingereichten Entwürfe zeigen eindrucksvoll, wie architektonische Qualität, funktionale Klarheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit in Einklang gebracht werden können. Mein besonderer Dank gilt den teilnehmenden Architekturbüros für ihre intensive Auseinandersetzung mit der Aufgabe sowie dem Preisgericht und allen Beteiligten, die zum Gelingen des Verfahrens beigetragen haben. Die Ergebnisse liefern eine solide und trag- fähige Grundlage für die weitere Planung – mit dem Ziel, ein leistungsfähiges Gebäude zu realisieren, das den hohen Anforderungen des Einsatzgeschehens ebenso gerecht wird wie dem städtischen Anspruch an nachhaltiges Bauen. Rachid Jaghou Betriebsleiter Städtisches Gebäudemanagement BonnSeite 7 von 39 5 Die Feuer- und Rettungswache 1 bildet, neben ihrer Aufgabe als eine von drei solcher Wachen im Bonner Stadtgebiet, aufgrund ihrer vielfältigen zusätzlichen Funktionen den infrastrukturellen Kern der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Stadtgebiet. Neben einer Vielzahl an Werkstätten, der Verwaltung und Branddirektion, befindet sich hier insbesondere auch die integrierte Leitstelle mit den angegliederten Räumlichkeiten für die Einsatzleitung und den Krisenstab bei Großschadenslagen. In Betrieb genommen im Jahr 1973 erfüllte sie nunmehr über mehr als ein halbes Jahrhundert zuverlässig diese Funktion. Nach die- ser langen Zeit kann sie nun aber technisch, wirtschaftlich und funktional nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Feuer- und Rettungswache gerecht werden. Vor allem wegen des optimal gelegenen Standortes ist eine bauliche Erneuerung an dieser Stelle die sinnvollste Lösung. Um für die komplexe Bauaufgabe die bestmögliche Lösung zu finden, wurde ein europaweiter Realisierungswettbewerb durchge- führt. Aufgabe der Planungsteams war es, in einem Entwurf das umfangreiche Raumprogramm unter einer Vielzahl von herausfor- dernden Randbedingungen in städtebaulicher und in ästhetischer Hinsicht, aber aufgrund der Nutzung des Gebäudes insbesondere auch unter funktionalen Gesichtspunkten möglichst optimal umzusetzen. Die Ergebnisse dieses Realisierungswettbewerbs haben überzeugende Arbeiten hervorgebracht. Mit den 15 eingereichten Arbeiten ist es gelungen, qualitativ hochwertige Entwurfslösungen zu erhalten, die die anspruchsvollen Rahmenbedingungen auch unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit in Erstellung, Unterhalt und Betrieb in hervorragender Weise in Einklang gebracht haben. Gedankt sei den teilnehmenden Planungsbüros und den Mitgliedern des Preisgerichts sowie allen an der Vorbereitung und Durch- führung des Wettbewerbs Beteiligten für die engagierte Auseinandersetzung mit der anspruchsvollen Aufgabe und das daraus resul- tierende, gute Gelingen dieses Wettbewerbs. Ich bin davon überzeugt, dass mit dem Ergebnis eine solide Grundlage für die weiteren Planungs- und Entscheidungsprozesse gefunden wurde, zu deren Abschluss ein Bauwerk entstehen wird, welches seine wichtige Funktion wieder für Jahrzehnte zuverlässig erfüllen kann. Jochen Stein Amtsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst Bundesstadt BonnSeite 8 von 39 6 Anlass Die Feuer- und Rettungswache 1 befindet sich am Lievelings- weg in Höhe der Einmündung der Bornheimer Straße in Bonn. Die Wache wurde 1973 in Betrieb genommen und in den we- sentlichen Gebäudeteilen nur mit punktuellen baulichen Ände- rungen und Erneuerungen betrieben. Der bauliche Zustand ist teilweise schlecht, Arbeitssicherheits- und Brandschutzmängel konnten bisher nur teilweise behoben werden, der Energiebe- darf ist sehr hoch und die räumlichen Möglichkeiten entspre- chen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Neben der Nutzung als Feuer- und Rettungswache werden Liegenschaft und Gebäude auch für den Führungs- und Tagesdienst genutzt. Weiterhin befinden sich dort der über- wiegende Teil der feuerwehreigenen Werkstätten sowie das Gebäude mit der Leitstelle (im technischen Verbund mit der Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises) und den Räumen für die Einsatzleitung. Für den Krisenstab werden bei Bedarf geeigne- te Räume in der Feuerwache genutzt. Das Hauptgebäude als L-förmiger Baukörper aus Wachtrakt, Werkstatttrakt und Verwaltungstrakt ist im Wesentlichen aus dem Baujahr 1973. Die integrierte Leitstelle wurde im Jahr 2013 als eigener, neuer und freistehender Baukörper in Be- trieb genommen. Der Schlauchtrockenturm mit gleichzeitiger Nutzung als Übungsturm, Antennen- und Sirenenträger wurde 2012 vollständig saniert. Die derzeit im nördlichen Bereich gelegene Nutzung des Tief- bauamtes ist aus dem gleichen Baujahr wie das Gebäude der Feuerwehr. Die Nutzung wird vor Baubeginn an einen anderen Standort verlagert, sodass der Bereich der Feuerwehr zur Verfügung steht und überplant werden kann. Entlang der östlichen Grundstücksgrenze besteht eine im Jahr 2008 errichtete Sonderfahrzeughalle. Die Feuer- und Rettungswache 1 der Bundesstadt Bonn liegt auf einem Areal, das auch von bonnorange AöR, dem kom- munalen Entsorgungsunternehmen, als Hauptstandort genutzt wird. Beiden Nutzungen sind eigene Grundstücke zugeordnet. Beide Nutzungsbereiche werden über den Verkehrsknoten an der Einmündung der Bornheimer Straße in den Lievelingsweg erschlossen. Beide Betriebsgelände verfügen jeweils über einen eigenen Zugang. Die Zukunftsentwicklung des Grund- stücks der bonnorange AöR ist Gegenstand eines parallel durchgeführten Planungswettbewerbs. Die Bestandsgebäude von 1973 sind in mehrfacher Hinsicht nicht zukunftsfähig und sollen daher durch einen Neubau ersetzt werden. Neben Mängeln im Bereich des Arbeitsschut- zes und des Brandschutzes, die zuletzt nur teilweise behoben werden konnten und der schlechten Energieeffizienz der Gebäudehülle sind es vor allem die veränderten betrieblichen Anforderungen der Feuerwehr (Fahrzeuggrößen, Stellplätze, Schwarz-Weiß-Trennung, Anforderungen an den Ruhebereich etc.), die im Bestand nicht umsetzbar sind. Feuerwache 1, Richtfest 1971 (Foto © Stadt Bonn) Lageplan der Gebäudeteile (Grafik: neubig hubacher)Seite 9 von 39 7 Feuerwache 1 (Foto © neubighubacher) Insgesamt muss der Feuerwehr- und Rettungsdienststandort auch aktuelle und zu erwartende Mehrbedarfe aufnehmen, die ebenfalls nur durch einen Neubau abgedeckt werden können. Am 11.12.2018 hat der Rat den Brandschutzbedarfsplan für die Jahre 2019 bis 2023 beschlossen (Drucksachen-Nr. 1811905). Dieser enthält unter anderem eine Auflistung der in den nächs- ten Jahren notwendigen Baumaßnahmen und den Beschluss über deren Aufnahme in den Wirtschaftsplan des SGB. Die zentrale Lage des Grundstücks ermöglicht nicht nur kurze Fahrzeiten im eigenen Einsatzgebiet, sondern auch schnel- le Unterstützungsmöglichkeiten für benachbarte Feuer- und Rettungswachen. Der Standort ist somit ohne Alternative. Aus diesem Grund ist auch während der Bauphasen der Betrieb der Feuer- und Rettungswache aufrecht zu erhalten. Dies gilt auch für wesentliche Teile des Werkstatt- und Logistikzentrums. Die Planungsaufgabe birgt daher eine doppelte Herausforderung. Es gilt das beträchtliche Bauvolumen des Neubaus der Feuer- und Rettungswache mit Werkstatt- und Logistikzentrum sowie der Verwaltungsnutzung auf dem feuerwehreigenen Grund- stück, nachbarschaftsverträglich und unter Berücksichtigung der eingeschränkten Bebaubarkeit des nördlichen Grundstück- steils an der Auffahrt zwischen den Bundesautobahnen A 555 und A 565 funktional bestmöglich umzusetzen. Die funktionale Zonierung des Neubaus erlaubt im besten Fall den Betrieb der Feuer- und Rettungswache inklusive der Werk- statt- und Verwaltungsnutzungen in allen Bauphasen möglichst umfangreich aufrecht zu erhalten. Für den Funktionsteil der Feuer- und Rettungswache ist das zwingend. Die bauliche Lösung ist im Spannungsfeld dieser beiden Herausforderungen zu entwickeln. Der Umfang notwendiger Interimslösungen und Nutzungsauslagerungen ist zu minimieren. Die beiden Grundstücksteile des gesamten Areals, werden derzeit technisch über den Grundstücksteil der Feuerwehr Bonn erschlossen. Im Zuge der Umsetzung soll die technische Anbindung (Fernwärme, Wasser, Strom) beider Areale getrennt werden. Für die Planung ist davon auszugehen, dass dies vor dem Abbruch des ersten Bestandsgebäudes geschieht. Bei einer Umsetzung des Ersatzneubaus für die Feuer- und Rettungswache 1 in mindestens zwei größeren Bauabschnitten ist mit einer Inbetriebnahme nach 2030 zu rechnen. Die Leitstelle ist aktuell mit der Einrichtung des Telenotarzt- systems an der räumlichen Auslastungsgrenze angekommen. Einzelne Nutzungen (Büroarbeitsplätze), die im Funktions- zusammenhang in oder an der Leitstelle angeordnet werden sollten, müssen daher ausgelagert werden. Unabhängig von der baulichen Abschreibungsdauer ist daher davon auszuge- hen, dass die Leitstelle in den 2030er Jahren baulich ersetzt werden muss. Mit Blick darauf, dass der Zeitraum von Planungsvorlauf und Umsetzung ca. fünf Jahre beträgt, ist absehbar, dass bereits kurz nach der Inbetriebnahme des Neubaus der Feuer- und Rettungswache eine Neubauplanung der Leitstelle beginnen müsste. Bei einem Ersatzneubau an gleicher Stelle würde ein aufwändiger Interimsstandort für die Leitstelle erforderlich. Die Integration der Leitstelle ist daher Teil des Gesamtkonzepts. Der Rat der Bundesstadt Bonn hat beschlossen die Vergabe der Planungsleistung des Großprojektes im Zuge eines Pla- nungswettbewerbs als interdisziplinären Generalplanungswett- bewerb zu vergeben.Seite 10 von 39 8 Luftbild zur Lagebeschreibung im Stadtbereich (Quelle: TIM-Online, bearbeitet durch neubig hubacher) Ausgangslage Am nördlichen Rand des Gewerbegebietes zwischen Nordstadt und der Abfahrt zwischen der A 555 und A 565 befindet sich das Grundstück der Feuer- und Rettungswache 1 in Bonn. Der öffentliche Raum ist von leistungsfähig dimensionierten Straßenräumen geprägt, die aber häufig überlastet sind. Formen der Nahmobilität, wie Fußgänger und Radfahrer sind in diesem autogerechten Stadtumfeld eher eine Randerschei- nung. Die umgebende Bebauung stellt sich als heterogen dar, mit Wohn-, Büro- und Gewerbenutzungen in unterschiedlichen Bautypologien. Das Areal von Feuerwehr und bonnorange AöR befindet sich am Rand eines heterogenen Gewerbegebietes auf einem Grundstück am Autobahnkreuz Bonn-Nord und zwi- schen den anschließenden Autobahnen und den Stadtteil-Er- schließungsstraßen. Unmittelbar angrenzend befindet sich als städtebaulicher Fremdkörper ein kleines Wohngebiet in Zeilenbauweise. Die- ses Wohnensemble aus den 1960er Jahren wurde als Bebau- ung eines Gleisdreiecks umgesetzt. Beide Gleistrassen der ehemals Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE) existieren heute nicht mehr. Die östlich angrenzende Bahntrasse, ein ehemali- ges Gütergleis der Köln-Bonner Eisenbahnen AG, die entlang des historischen Gerichtswegs nach Norden verlief, ist dage- gen bis heute in den Flurstücken auf Teilen der engeren und weiteren Nachbarschaften nachvollziehbar. Auf dem westlichen Teil des Feuerwehrgrundstücks der Feuer- und Rettungswache 1, auf dem auch der Neubau der Leitstelle steht, befi ndet sich eine ehemalige Kiesgrube. Diese Kiesgrube wurde zwischen 1910 und 1951 verfüllt und die Fläche im Zuge der dort entstandenen Wohnbebauung als Kleingartenanlage ausgewiesen. Dieser Teil des Grundstücks grenzte ebenfalls an das ehemalige Eisenbahngleis und den damals parallel dazu verlaufenden Gerichtsweg. Mit dem Ausbau der A 555 und der Anschlussstelle an die Bonner Tangente, die später zur A 565 wurde, erfolgte eine grundlegende Neumodellierung der Topografie zwischen Lie- velingsweg, Zeisigweg und Autobahnkreuz, so dass sich das Areal der Feuerwehr und der bonnorange AöR auf einem leicht erhöhten Plateau befindet.Seite 11 von 39 9 Wettbewerbsgebiet Das Wettbewerbsgrundstück wird im Süden durch den Lieveli- ngsweg und im Osten durch das Grundstück von bonnorange AöR, Flurstück 616, begrenzt. Im Norden grenzt das Grundstück an eine Ausfahrt der A 555. Im Westen grenzt das Grundstück an den Zeisigweg und an eine öffentliche Grünfl äche mit Bolz- platz mit der Flurstücknummer 283, sowie an ein Grundstück mit Wohnbebauung mit der Flurstücknummer 228. Die Zufahrt zum Grundstück der Feuer- und Rettungswache erfolgt über den Knoten Lievelingsweg/Bornheimer Straße im Süden, über eine Hofeinfahrt durch das Gebäude sowie eine Nebeneinfahrt entlang des bestehenden Gebäudes. Der Betrachtungsbereich des Realisierungsbereichs umfasst auch die Übergänge zur Nachbarschaft, insbesondere den Knotenbereich der Zufahrt und Einmündung der Alarmausfahrt am Lievelingsweg, die Nachbarschaft zur Wohnbebauung am Sportfeld am Zeisigweg sowie der Anschluss an das Betriebsge- lände von bonnorange AöR. Die umgebende Bebauung stellt sich mit Wohn-, Büro- und Gewerbenutzungen in unterschiedlichen Bautypologien als heterogen dar. Übersichtsplan des Wettbewerbsgebiets (Grafik: neubig hubacher)Seite 12 von 39 10 Bestandsplan mit bestehender Einfahrt auf dem Grundstück der Feuerwehr und bonnorange AöR (Quelle: Stadt Bonn) Ziele terhin sichergestellt ist. Andernfalls handelt es sich um einen schweren Verstoß gegen die Vorgaben der Auslobung, der die Umsetzbarkeit des Projekts in Frage stellt. „Gute Nachbarschaft“ Während und nach Fertigstellung des Neubaus der Feuer- wache muss die dauerhafte Funktionalität des benachbarten Standorts der bonnorange AöR gewährleistet sein, andernfalls handelt es sich um einen schweren Verstoß gegen die Vor- gaben der Auslobung, der die Umsetzbarkeit des Projekts in Frage stellt. Funktionalität Ziel ist es, die unterschiedlichen Funktionen so anzuordnen, dass die einzelnen Teilbereiche ohne gegenseitige Behinde- rung auf dem knapp geschnittenen Grundstück untergebracht werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Nutzer*innen von Feuerwehr und Rettungsdienst teilweise in verschiedenen Nutzungsbereichen beschäftigt sind. Besondere Aufmerksam- keit gilt kurzen Wegen, einer einfachen Orientierung sowie der Auffi ndbarkeit der einzelnen Nutzungen auf dem Grundstück. Dies ist insbesondere hinsichtlich einer bestmöglichen Verkür- zung der Ausrückzeiten zu beachten. Einer gegen Schadensereignisse resilienten Ausführung und Anordnung der Gebäude ist besonderes Augenmerk zu schen- ken. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die folgen- den Aspekte relevant: - Erdbebensicherheit - Ersatzstromversorgung - Ggfs. Ersatzwärmeversorgung - Ausschluss von Holzbauweise - Sicherheit bei Starkregenereignissen/Hochwasser (insbeson- dere die Anordnung von technisch sensiblen Bereichen in Städtebau und Architektur Die Gebäude und deren Architektur sollen den Nutzerinnen und Nutzern von Feuerwehr und Rettungsdienst zeitgemäße und dauerhaft hervorragende Arbeitsbedingungen und Aufent- haltsqualitäten in einem rund um die Uhr genutzten Gebäude bieten. Der Standort soll zusammen mit der Nachbarnutzung der bonn- orange AöR insgesamt städtebaulich aufgewertet werden und so die Attraktivität der Arbeitsplätze unterstützen. Das archi- tektonische Erscheinungsbild soll die Nutzung als öffentliches Gebäude zeitgemäß widerspiegeln und sich städtebaulich so in die Umgebung einfügen, dass ein sichtbarer Akzent entsteht, der den Standort aufwertet und im Stadtbild sichtbar macht. Dabei soll der Nutzungszweck als Feuer- und Rettungswache transparent werden und unmittelbar erkennbar sein. Der aus mehreren Gebäuden bestehende Komplex der Feuerwehr soll dabei eine ablesbare Einheit bilden. Ziel ist es, die Neubauten nachbarschaftsverträglich mit ihrer Baumasse als „Betrieb“ und den Verkehr, der durch den Stand- ort induziert wird, auf dem Grundstück unterzubringen. Bauabschnittsbildung Ziel ist es, durch eine kluge Bauabschnittsbildung und Rück- bauplanung, die Folgekosten möglichst gering zu halten. Angestrebt wird durch die frühzeitige Mitbetrachtung der baulo- gistischen Herausforderungen ein hohes Maß an Planungssi- cherheit aufzuzeigen, beziehungsweise zu erreichen. Die in der Testplanung vorskizzierten Bauetappen und Baufenster sind unbedingt einzuhalten, um den laufenden Betrieb der Feuerwa- che sicherzustellen. Bei einer Abweichung von den Vorgaben der Auslobung bezüglich der Bauabschnitte und -fenster muss nachgewiesen werden, dass der Betrieb der Feuerwache wei-Seite 13 von 39 11 Obergeschossen) - Erhöhte Sicherheit gegen Sturmschäden (insbesondere Dacheindeckung) - Redundante Anbindung an Kommunikationsnetze - Flächendeckende Brandfrüherkennung Ökologische Ziele und Klimaresilienz Die Gebäudehülle und der Primärenergieverbrauch sollen min- destens dem Effizienzhausstandard 40 entsprechen. Daneben werden die Verwendung von ressourcenschonenden, dem Konzept des zirkulären Bauens entsprechenden Baumateriali- en und Konstruktionen angestrebt. Zur Anpassung, an die sich weiter intensivierenden Folgen des Klimawandels sollen mit Blick auf den Standort und die ge- setzte Nutzung vorhandene Potenziale zur Verbesserung der lokalen Situation genutzt werden. Neben der Berücksichtigung der Starkregenvorsorge ist hier insbesondere die Reduktion der Hitzebelastung sowie die Berücksichtigung des Schwamm- stadtprinzips (Vorsorge vor Trockenheit) zu nennen. Ökonomische Ziele In wirtschaftlicher Hinsicht birgt die Planungsaufgabe mehre- re Herausforderungen. Einerseits wird angestrebt, dass die Umsetzung innerhalb des genannten Kostenziels und der Zielwerte für die BGF erfolgt. Gleichzeitig gilt es, die Gesamtle- benszykluskosten des Neubaus zu optimieren. Ziel ist die Realisierung eines Feuerwehr-Neubaus, der hin- sichtlich des Aufwands für Pflege, Reinigung und Instandhal- tung, der Anpassungsfähigkeit an zukünftige Bedürfnisse und des zu erwartenden Rückbauaufwands am Ende des Lebens- zyklus Maßstäbe setzt. Darüber hinaus wird auf die Bedeutung der konzeptabhängigen Folgekosten der Bauabschnittsbildung und Umzugsschritte hingewiesen. Ziel ist hier, kostenrelevante Konflikte mit der in Teilen parallelen Umsetzung des Projekts von bonnorange AöR zu minimieren. Feuerwache 1, Lievelingsweg 1973 (Foto © Stadt Bonn)Seite 14 von 39 12 Verfahren Wettbewerbsart Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt im Zuge eines VgV-Verhandlungsverfahrens mit vorgelagertem Planungswett- bewerb. Der Planungswettbewerb wird als nichtoffener, anony- mer Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 durchgeführt. Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt mit Blick auf die geforderte integrale Planung als Gesamtleistungsauftrag an ein interdisziplinäres Planungsteam. Die Vergabe der Planungs- leistungen erfolgt an die Bewerbergemeinschaft. Die Auswahl der 15 vorgesehenen Teilnehmenden erfolgt im Rahmen des EU-Teilnahmewettbewerbs. 5 Teilnehmende werden von der auslobenden Stelle zur Teilnahme aufgefor- dert und als Teilnehmende gesetzt, sofern sie die geforder- ten Bewerbungskriterien erfüllen. Die Auswahl der weiteren Teilnehmenden erfolgt durch das Los, soweit sich mehr als 10 zusätzliche, qualifizierte Teilnehmende bewerben. Die Auslobung ist mit der Architektenkammer Nordrhein-West- falen abgestimmt worden und unter der Registrier-Nummer W 15/24 registriert. Zusätzlich fand eine Abstimmung mit der Ingenieurkammer Bau Nordrhein-Westfalen, Körperschaft des öffentlichen Rechts statt. Die Auslobung wurde unter der Registrier-Nummer RPW – 2024/018 registriert. Die Wettbewerbssprache ist deutsch. Wettbewerbsteilnehmer*innen, Preisrichter*innen, Sachver- ständige, Vorprüfer*innen und Gäste erkennen durch ihre Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren den Inhalt dieser Auslobung und Aufgabenbeschreibung an. Terminübersicht zum Wettbewerb Freitag, 13.12.2024 Preisrichtervorbesprechung Freitag, 10.01.2025 Versand der digitalen Unterlagen Donnerstag, 30.01.2025 Rückfragenkolloquium Mittwoch, 30.04.2025 Abgabe der Pläne und digitalen Daten Dienstag, 13.05.2025 Abgabe der Modelle Mittwoch, 11.06.2025 Preisgerichtssitzung Mittwoch, 18.06.2025 Ausstellungseröffnung Beurteilungskriterien Die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten werden vom Preis- gericht nach folgenden Kriterien bewertet: - Städtebauliche Qualität - Qualität des Architekturkonzepts - Erfüllung Raumprogramm, Funktionalität und Aufenthaltsqua- lität - Wirtschaftlichkeit in Erstellung, Betrieb und Unterhalt - Resilienz und Leistungsfähigkeit der Lösungsansätze des Klimaschutzes und der Klimaanpassung - Freiraumqualität, Umgang mit Bestandsgrün - Qualität der Lösungsansätze für gebäudetechnische Frage- stellungen - Qualität der Bauabschnittsbildung bei laufendem Betrieb Die Reihenfolge der genannten Kriterien hat auf deren Wertig- keit keinen Einfluss. Zulassung und Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten Das Preisgericht lässt alle Wettbewerbsarbeiten zur Beurtei- lung zu, die - termingerecht eingegangen sind, - in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang entsprechen, - den formalen Ausschreibungsbedingungen entsprechen, - keinen absichtlichen Verstoß gegen den Grundsatz der Ano- nymität und Geheimhaltung erkennen lassen. Weitere bindende Vorgaben, deren Nichteinhaltung zum Aus- schluss der Wettbewerbsarbeit führen, werden nicht festgelegt. Über die Zulassung entscheidet das Preisgericht.Seite 15 von 39 13 Das Preisgericht übernimmt die gemäß der Auslobung vorge- sehenen Aufteilung der Wettbewerbssumme für Preise und An- erkennungen. Es steht eine Wettbewerbssumme von 680.000 EUR (netto) zur Verfügung. Insgesamt werden 300.000 Euro (netto) für Aufwandsentschädigungen vorgesehen. Alle 15 Bü- ros haben fristgerecht eine zur Beurteilung zugelassene Arbeit einreicht und erhalten somit eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20.000 Euro (netto). Die verbleibende Summe von 380.000 EUR wird gemäß Auslobung wie folgt in Preise und Anerkennungen aufgeteilt: Arbeit 1001 | RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart 1. Rang, 1. Preis 140.000,00 EUR, zzgl. MwSt. Arbeit 1013 | Steimle Architekten GmbH, Freie Architekten BDA, Stuttgart 2. Rang, 2. Preis 90.000,00 EUR, zzgl. MwSt. Arbeit 1003 | CODE UNIQUE ARCHITEKTEN GMBH MARTIN BODEN-PEROCHE | VOLKER GIEZEK, Dresden 3. Rang, 3. Preis 60.000,00 EUR ,zzgl. MwSt. Arbeit 1005 | ATELIER 30 Architekten, Kassel 4. Rang, Anerkennung 45.000,00 EUR, zzgl. MwSt. Arbeit 1015 | SHA Scheffler Helbich Architekten (federführend) mit Gina Barcelona Architects, Barcelona 5. Rang, Anerkennung 45.000,00 EUR, zzgl. MwSt. WettbewerbsergebnisseSeite 16 von 39 14 Preisgericht Fachpreisrichter*innen: - Martin Halfmann, Architekt, Köln - Prof. Dr. Gerhard Hausladen, Ingenieur TGA, München - Sebastian Kittelberger, Architekt, Stuttgart - Prof. Dr. Michael Koch, Architekt und Stadtplaner, Zürich, Hamburg - Prof. Eva-Maria Pape, Architektin, Köln, Vorsitzende Städte- bau und Gestaltungsbeirat Bundesstadt Bonn - Sibylle Waechter, Architektin, Darmstadt Sachpreisrichter*innen - Jürgen Lauer, Fraktion Bürger Bund Bonn e.V. - Torben Leskien, Stadtverordneter, CDU- Fraktion - Jochen Stein, Amtsleitung Amt 37, Feuerwehr und Rettungs- dienst, Bundesstadt Bonn Stellvertretende Fachpreisrichter*innen: - Maren Bella, Architektin, Städtisches Gebäudemanagement Bonn - Petra Denny, Stadtplanerin, Amtsleiterin Stadtplanungsamt, Bundesstadt Bonn - Alexander Fischer, Architekt, Köln - Gabriele Harder, Architektin, Stuttgart - Bernhard Heiming, Ingenieur TGA, Köln - Kerstin Hemminger, Abteilungsleiterin, Stadtplanungsamt, Bundesstadt Bonn - Hermann Scheidt, Architekt, Berlin/ Essen - Axel Springsfeld, Verkehrsplaner, Aachen Stellvertretende Sachpreisrichter*innen: - Nico Janicke, Stadtverordneter, SPD- Fraktion Eindrücke der Preisgerichtssitzung am 11.06.2025 (Fotos © neubig hubacher) Vorprüfung, ggfs. Sachverständige ohne Stimmrecht - Nicola Bach-Scharnagel, Städtisches Gebäudemanagement, Amt 85-521, Bundesstadt Bonn - Walter Braun, Verkehrsplanung, Aachen - Rene Breitenbach, Feuerwehr und Rettungsdienst, Amt 37-2, Bundesstadt Bonn - Nicolas Di Prima, Städtisches Gebäudemanagement, Amt 85- 521, Bundesstadt Bonn - Marcus Hinz, Feuerwehr und Rettungsdienst, Amt 37-2, Bun- desstadt Bonn - Hannah Hornberg, Stadtplanungsamt, Amt 61-42, Bundes- stadt Bonn - Britta Marchand, Facility Management/ Technische Unterhal- tung, bonnorange AöR - Philipp Rübsam, Sachgebiet Gebäude, Berufsfeuerwehr, Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz, Stadt Köln - Markus Walter, Stadtplanungsamt, Amt 61-21, Bundesstadt BonnSeite 17 von 39 15 Gäste - Simon Friz, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungsleiter Amt 37-4, Bundesstadt Bonn - Marcel Fröhlen, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungslei- ter Amt 37-3, Bundesstadt Bonn - Dr. Ulrich Heister, ÄLRD, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst, Bundesstadt Bonn - Sven Sadewasser, Vorstand, bonnorange AöR - Carsten Schneider, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abtei- lungsleiter Amt 37-1, Bundesstadt Bonn - Lutz Schumacher, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungs- leiter Amt 37-0, Bundesstadt Bonn Wettbewerbsmanagement - Herr Simon Hubacher, Architekt, neubig hubacher PartG mbB, Köln - Herr Jörg Neubig, Architekt + Stadtplaner, neubig hubacher, PartG mbB, Köln - Kajta Opelka, Dipl.-Ing. Architektin, neubig hubacher, PartG mbB, Köln - Christina Wicht, neubig hubacher Architekten und Stadtplaner PartG mbBSeite 18 von 39 16 1. Rang • 1. Preis Würdigung durch das PreisgerichtVerfasser*innen 1001 Die Verfasser*innen schlagen eine dreiseitig eingefasste Hofsituation der Gesamtanlage vor, die auch unter zeitweili- gem Erhalt der heutigen Leitstelle alle Fahrzeughallen sinnvoll gruppiert und gleichzeitig einen hohen Emissionsschutz für die westliche Nachbarschaft bietet. Diese städtebauliche Grunddis- position überzeugt durch große Selbstverständlichkeit. Das gilt grundsätzlich auch für das abgelöste und freigestellte Werk- stattgebäude im Norden. Allerdings wird hier die Bauverbotszo- ne zur Autobahn über- und die Abstandsfläche zum Nachbar- grundstück am Zeisigweg unterschritten. Die konsequente Anordnung der Fahrzeughallen in Ost-West- Richtung ermöglicht eine wirtschaftliche Belegung der Hallen und bildet eine großzügige Alarmausfahrt aus, die vom vierge- schossigen Bauteil der Feuer- und Rettungswache überbrückt wird. Dies ist funktional gelungen, da die Fahrzeuge nur um 90° zur Ausfahrt versetzt sind. Formal wird hier ein großer Auf- takt zum Lievelingsweg erzeugt, der die Funktion des Gebäu- des angemessen artikuliert. Eine besondere Qualität der Arbeit bildet die Anordnung des Haupteingangs ostseitig der Alarmausfahrt. Folgerichtig erfolgt die Hinleitung für Fußgänger*innen vom kleinen Vorplatz am Lievelingsweg über einen Fußgänger*innenüberweg, auch wenn hierfür zunächst die Alarmausfahrt zu queren ist. Durch diese Anordnung gelingt die Erschließung des Gesamtge- bäudes über einen Erschließungskern. An das zentrale Foyer schließen sich im Norden die Verwaltung an, im Westen die Wache und die zukünftige Leitstelle. Die Grundrisse sind funktional dreihüftig ausgebildet und wer- den im Verwaltungsbereich durch zwei Innenhöfe und einige eingeschobene Loggien aufgelockert. Damit wird die große Bautiefe der Fahrzeughallen sinnvoll genutzt. Im Bereich der RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart Verfasser: Hannes Riehle, Maximilian Koeth Mitarbeiter*innen:Philipp Müller, Florian Nerz, Jan Nüske, Constantin Riekehr, Mario Walker mit - Intecplan, Integrierte Technische Planung GmbH, Düsseldorf (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) Verfasser: Thorsten Schwarz - BPR Ingenieure GmbH & Co. KG, Köln (Verkehrsplanung) Verfasser: Markus Mey Dipl.-Ing., Daniel Ebbers Zusätzlicher Fachplaner: - GREENBOX LANDSCHAFTARCHITEKTEN Partnerschafts- gesellschaft mbB SCHÄFER | PIEPER | PATZELT | THEIDEL | WIEGARD Verfasser: Hubertus Schäfer Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt AKNW Mitarbeiter: Matthias Morsch, Marco Schlottmann - hhpberlin, Ingenieure für Bandschutz GmbH Verfasser: Fabian Straß M. Sc. Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz Foto © neubig hubacherSeite 19 von 39 17 Wache sind die Ruhe- und Umkleideräume funktional gut ange- ordnet und den einzelnen Fahrzeughallen stimmig zugeordnet. Allerdings wird die Lage der Ruheräume nach Süden und zum verlärmten Lievelingsweg kritisch beurteilt. Die Räume heizen sich auf und müssen mechanisch gelüftet werden. Dagegen kann die Anordnung der Gemeinschaftsräume mit Loggia zum Fahrzeughof ebenso überzeugen wie die Lage der doppelge- schossigen Leitstelle und Sporthallen im obersten Geschoss. Die Umsetzung der geforderten Bauabschnitte im laufenden Betrieb ist mit Ausnahme einiger Unschärfen im Bereich der Tiefgarage gut gelungen. Dass nach dem ersten Bauabschnitt bei Inbetriebnahme der neuen Wache deutlich mehr Fahrzeu- ge in der Fahrzeughalle untergebracht werden können, als vorausgesehen, ist besonders gelungen. Die Alarmausfahrt und der Anschlussknoten erfüllen die verkehrlichen Vorgaben der Auslobung. Kritisch gesehen aus verkehrsplanerischer Sicht wird dagegen die Anordnung der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt parallel zur Ein- und Ausfahrt des Betriebsgeländes. Die Anordnung der Besucher*innenstell- plätze erschwert die Situation zusätzlich. Insgesamt erscheint die Breite der Fahrgasse entlang der Grenze zu bonnorange AöR etwas zu knapp, u. a. auch im Bereich des Werkstattho- fes. Vorteilhaft ist dagegen die Trennung von Werkstattbetrieb und Fahrzeughallen für die Sonderfahrzeuge, die nun stimmig zur Alarmausfahrt hin orientiert sind. Im Gegensatz zur soliden städtebaulichen Struktur und den gut durchgearbeiteten Grundrissen bleiben die Fassaden sche- matisch. Auch Materialität, Fassadenstärke und Farbgebung werden kritisch diskutiert. Die großen Stahl-Fachwerkträger der Überbrückung bilden sich nach außen nicht ab. Die damit verbundenen Fragen des Brandschutzes sind herausfordernd. Blick von Lievlingsweg © RIEHLE KOETH Insgesamt wird die Chance vertan, ausgehend von den Beson- derheiten des Tragwerks dem Gebäude einen noch kraftvolle- ren Auftakt zur Stadt zu verleihen. In gebäudetechnischer Hinsicht löst die Arbeit die Erwartungen an eine Minimierung der gebäudetechischer Ausrüstung noch nicht ein. Dem steht auch die Verortung einzelner Raumgrup- pen entgegen. Insbsondere die Lage der Ruheräume nach Süden wird hinterfragt. Die Integration der Technik (vertikale Schächte und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Es wird lediglich die Lage der RLT-Zentralen erwähnt. Die wirtschaftlichen Kenndaten des Entwurfes liegen durchweg im günstigen Bereich und lassen eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Erstellung und Unterhalt erwarten. Ein konkreter Beitrag zu Klimaresilienz und Nachhaltigkeit wird vermisst. In Summe liefert der Entwurf einen städtebaulich soliden und funktional hervorragenden Beitrag zur Aufgabe mit wenigen Schwächen, zu denen gerade auch die nicht überzeugende Fassade gehört.Seite 20 von 39 18 1. Rang • 1. Preis Alarmhof © RIEHLE KOETH Schnitt B-B © RIEHLE KOETH Lageplan © RIEHLE KOETH Konstruktives Detail © RIEHLE KOETHSeite 21 von 39 19 Konzeptdiagramme © RIEHLE KOETH Schnitt A-A © RIEHLE KOETH Grundriss Erdgeschoss © RIEHLE KOETHSeite 22 von 39 20 Verfasser*innen 1013 Würdigung durch das Preisgericht 2. Rang • 2. Preis Die Arbeit 1013 bildet eine u-förmig Anlage, indem sie ein Win- kelgebäude am Lievelingsweg mit einem rückwärtigen Riegel- gebäude mittels eines Stegs verbindet. Dieser städtebauliche Ansatz wird von der Jury positiv bewertet. Der Gebäudeteil zum Lievelingsweg wird durch einen leichten Rücksprung und eine großzügige Durchfahrt strukturiert, wodurch der Knoten am Lievelingsweg präzise adressiert wird. An der Ecke zur Durchfahrt ist folgerichtig der Haupteingang platziert. Fraglich bleibt jedoch die Erreichbarkeit sowohl des Haupteingangs als auch des Eingangs zum rückwärtigen Ver- waltungsriegel unmittelbar an der Alarmausfahrt, da sich beide Eingänge hinter vorgesehenen Zu- und Abfahrten befi nden. Diese Störung der Eingänge durch den Verkehr wird als eine Hauptschwäche der Arbeit gesehen. Grundsätzlich wird die Arbeit aus Sicht der Betriebsabläufe funktional eingeschätzt. Feuerwehr- und Rettungsdiensthalle sind klar getrennt. Die Sonderfahrzeuge sind zum Alarmhof hin orientiert. Die Waschhalle ist als Durchfahrtshalle konzipiert. Die Alarmausfahrt ist funktional. Der Übungshof ist ebenfalls funktional angeordnet. Die Ausrichtung der Werkstatt zur Wohnbebauung ist dagegen lärmbedingt ungünstig. An der Werkstatt fehlen zudem Aufstellfl ächen vor den Fahrzeughallen. Die Alarmausfahrt wurde leicht verschoben, dies ließe sich aber ohne Einschränkungen korrigieren, ansonsten erfüllt der An- schlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Gelungen ist das Einrücken der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt, dies steht aber im Konfl ikt zum Gebäudezugang zur Verwaltung. Die Anordnung der Anlieferung mit der notwendigen Rückwärtsanfahrt erfordert bei der Ausfahrt ein Wenden auf der nördlichen Übungsfl äche. Das Wachgebäude ebenso wie die zweigeschossige Tiefgara- ge rücken vergleichsweise nah an die Grundstücksgrenze von Steimle Architekten GmbH, Freie Architekten BDA, Stutt- gart Verfasser: Thomas Steimle Mitarbeiter*innen: Jonathan Feldmann, Johannes Pfaff, Ignacio Vallejo Almeria, Pia Thedens mit - SCHREIBER Ingenieure Systemplanung GmbH, Ulm (Techni- sche Gebäudeausrüstung AG 3-5) Verfasser: Jürgen Schreiber - KARAJAN • Ingenieure Beraten + Planen Ingenieur-gesell- schaft mbH, Stuttgart (Verkehrsplanung) Verfasser: Dr. Jürgen Karajan Mitarbeiter: M. Eng. Simon Veskovic Zusätzlicher Fachplaner*innen: - GTL Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung) Verfasserin: Sonja Bruns Mitarbeiter: Duy Phan Do - Engelsmann Peters GmbH Verfasser: Stephan Engelsmann Mitarbeiter: Christoph Dengler - VIZE architectural rendering (Visualisierung) - Béla Berec Architektur-Modellbau-Gestaltung (Modellbau) Foto © neubig hubacherSeite 23 von 39 21 bonnorange AöR, so dass im 1. Bauabschnitt von verkehrlichen Einschränkungen an der Grundstückszufahrt auszugehen ist. Diese wird zu Bauzeiten voraussichtlich nur einstreifi g genutzt werden können. Die Tiefgarage unter dem Werkstatt- und Verwaltungsgebäude ist in der vorgeschlagenen Konzeption für die größeren Reservefahrzeuge noch zu eng und dadurch nur bedingt nutzbar. Das Potenzial der Arbeit, den Verbindungssteg und die hofseiti- ge Terrasse im 1. Obergeschoss vom Haupterschließungskern des Wachgebäudes ausgehend zur Erschließung des Verwal- tungstraktes mit den Schulungsräumen zu nutzen, wird leider nicht wahrgenommen. Es gibt keinen Eingang von dem breiten, terrassenartig ausgebauten Außenraum westlich des Verwal- tungstraktes zum Gebäude. Die Erschließung der Verwaltung erfolgt damit ungeregelt über den Hof und ist schwer auffi ndbar. Dass die Außenterrasse im Verwaltungsgebäude entlang von Nebenräumen liegt, ist nicht nachvollziehbar, da dadurch die Nutzer*innen nicht von der hohen Aufenthaltsqualität profi tieren. Die Grundrisse der Obergeschosse des Wachgebäudes sind teilweise sehr klar strukturiert. So befi nden sich z. B. alle Ru- heräume zu den ruhigen Seiten hin orientiert mit den Umkleiden auf einem Geschoss. Trotz minimierter Verkehrsfl ächen lässt die Anordnung der Nutzungen gute Aufenthaltsqualitäten erwar- ten. Nur in der Leitstelle sind einzelne notwendige funktionale Beziehung zwischen Funktionsbereichen noch nicht umgesetzt, wie z. B. in der Anordnung von Telenotarzt und Notrufabfrage. Auch die offenen Kommunikationsräume in den Verwaltungs- bereichen vermeiden lange Flure und geben diesen Zonen eine räumliche Qualität. Die funktionalen Zuordnungen der einzelnen Verwaltungsbereiche sind dagegen noch verbesserungsfähig. So hat z. B. das Foyer der Verwaltung keine direkte Anbindung zur Amtsleitung. Der Bereich der Werkstatt vermischt sich zu- Blick von Lievlingsweg © Steimle Architekten dem mit der Verwaltung und den Schulungsräumen, was die Zuordnung und Orientierung erschwert. Die Ausbildung der Fassade aus gewellten Aluminiumtafeln in Verbindung mit textilem Sonnenschutz vor den transparenten Bereichen und einem umlaufenden Gerüst mit eingehängten horizontalen PV-Elementen, die zur Verschattung beitragen, gibt dem Gebäude einen offenen Charakter mit einer gewissen Leichtigkeit, wenngleich der Glasanteil zu hoch ist, was sich zudem negativ auf die Gefahr von Vogelschlag auswirkt. Die Integration der Technik ist gut gelöst und dargestellt, bis auf die Leitungsausfädelung bei einigen Technikschächten. Das vorgeschlagene System der Kühl- und Heizsegel mit akustischer Funktion ist auch eine gute Lösung. In wirtschaft- licher Hinsicht liegt die Arbeit bezogen auf Erstellungs- und Betriebskosten im günstigen Bereich. Die disziplinierte Grund- risskonzeption birgt ein hohes Potenzial für eine serielle be- ziehungsweise modulare Bauweise. Die Materialisierung lässt durchschnittliche Pfl ege- und Unterhaltskosten erwarten. Die Arbeit lässt zudem eine dezidierte Auseinandersetzung mit den Fragestellungen der Klimawandelanpassung, die die Planungsaufgabe aufwirft, erkennen. Gehölze, die durch den Neubau entfallen werden ersetzt. Nicht betriebsnotwendige Flächen werden begrünt. Auch die vorgeschlagene Terras- sen- und Fassadenbegrünung wird klimaaktiv eingeschätzt, zumal die Baukörperstellung eine gute Durchlüftung des Areals sicherstellt. Insgesamt bietet die Arbeit einen wertvollen Beitrag für die kom- plexe Aufgabe und gibt sowohl funktional als auch architekto- nisch stimmige Antworten für die vielschichtigen Anforderungen.Seite 24 von 39 22 2. Rang • 2. Preis Lageplan © Steimle Architekten Schnitt A-A © Steimle Architekten Konstruktives Detail © Steimle Architekten Alarmhof © Steimle ArchitektenSeite 25 von 39 23 Schnitt B-B © Steimle Architekten Grundriss Erdgeschoss © Steimle Architekten Konzeptdiagramme © Steimle ArchitektenSeite 26 von 39 24 Würdigung durch das PreisgerichtVerfasser*innen 1003 Die Entwurfsverfasser positionieren für die zwei Bauabschnitte zwei voneinander abgesetzte lange Riegel im rechten Winkel zueinander. Dabei werden Fluchten des geplanten Neubaus von bonnorange AöR sowie die Grundstücksgrenze aufgenom- men. Der städtebauliche und architektonische Auftritt gelingt damit ebenso selbstverständlich wie markant. Das L der beiden Riegel bildet nach Norden gemeinsam mit der bestehenden Leitstelle einen angenehm proportionierten Innenhof. Die Fassung dieses Hofes gelingt auch durch eine Drehung der Hallen der Feuerwehr, die im östlichen Grund- stücksbereich in Nord-Süd-Richtung positioniert sind. Die beiden, zueinander um 90 Grad versetzen Hallen der Rettungswache und der Feuerwehr schaffen funktional über- zeugend eine großformatige Öffnung für die Alarmausfahrt, die von dem aufgehenden Riegel überbrückt wird. Damit wird im Stadtraum eine eindeutige und einer Feuerwache adäquate Botschaft vermittelt. Westseitig von dieser Öffnung ist der Eingang für die im Wach- gebäude untergebrachten Funktionen repräsentativ positio- niert. Dieser Eingang dient jedoch nicht dem publikumsinten- siveren Bereich, Gäste können nur und ggfs. mit Risiken über den Innenhof zum Verwaltungseingang gelangen. Fahrzeuge des Rettungsdienstes werden im östlichen Bereich am Übergang zum 2. Bauabschnitt verortet, verlassen die Fahrzeughalle Richtung Norden und erreichen den Lievelings- weg mit einer 180 Grad-Drehung. Die Fahrzeuge der Feuer- wache können mit einem Rechtsschwenk auf kurzem Wege ausrücken. 3. Rang • 3. Preis CODE UNIQUE ARCHITEKTEN GMBH MARTIN BODEN-PEROCHE | VOLKER GIEZEK, Dresden Verfasser: Martin Boden-Peroche, Volker Giezek Mitarbeiter*innen: Dipl.-Ing. Amelie Langkutsch, Dipl.-Ing. Weipeng Yuan, Cand.Arch. Ameen Al-Tekreeti, Cand. Arch. Johannes Melina Mittag mit - KMG Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Technische Gebäu- deausrüstung AG 3-5) Verfasser: Mario Metternich Mitarbeiter: Oliver Pritsch (FH) - Uhlig & Wehling GmbH Ingenieurgesellschaft, Mittweida (Verkehrsplanung) Verfasser: Dr.-Ing. Wolf Uhlig Mitarbeiter: Frank Seeger Zusätzlicher Fachplaner: - Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Tragwerkspla- nung) Mitarbeiter: Dr.-Ing. Henric Bierwirth - Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Brandschutz) Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Michael Neuwald - Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Bauphysik) Mitarbeiter: B. Sc. Sebastian Welter Foto © neubig hubacherSeite 27 von 39 25 Im 1. OG werden sämtliche Umkleiden und Ruheräume schlüs- sig positioniert. Letztere sind konsequent zum Innenhof und damit zur ruhigen Nordseite orientiert. Auch in den Oberge- schossen 2-4 werden die weiteren Funktionen der Rettungs- wache sinnfällig angeordnet. Zweigeschossige Funktionen wie der östlich positionierte Sportbereich sowie der Leitstellen-Be- triebsraum lockern die stringente Figur intern auf und sind auch in der Fassade als belebende Elemente eingeflochten. Die Grundrissstruktur ist insgesamt additiv entlang von Fluren aufgebaut. Die damit verbundene Flächeneffizienz geht jedoch zulasten von besonderen räumlichen Aufenthaltsqualitäten, die z. B. auch im Sozialbereich der Wache vermisst werden. Der in Nord-Südrichtung parallel zur Grundstücksgrenze posi- tionierte 2. BA beherbergt im EG von Osten anfahrbare Hallen für die Werkstatt und die Sonderfahrzeuge. Auf diese Weise bleibt die Schallbelastung für die angrenzende Wohnbebau- ung auf ein Minimum beschränkt. In den oberen Geschossen werden Lagerbereiche sowie Büros in konsequenter Längsori- entierung vorgeschlagen, in den Obergeschossen 2-4 in gleich- förmiger Dreibundstruktur, die auch hier jedoch kaum hohe Aufenthaltsqualitäten verspricht. Die Erschließung dieses im 2. Bauabschnitt realisierten Gebäudes erfolgt über einen separa- ten, schwer auffindbaren Eingang, der nach Fertigstellung des Gesamtprojektes nur ungeregelt über den Hof erreichbar ist. In verkehrlicher Hinsicht erfüllen die Alarmausfahrt und der Anschlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Die Anord- nung der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt westlich der Gebäude entzerrt einerseits die Verkehre, anderseits hat sie betriebliche Nachteile (rechts rein/rechts raus). Das Umsetzen von Reser- vefahrzeugen des Werkstattbetriebs in der Tiefgarage ist damit mit sehr weiten Wegen verbunden und daher hinsichtlich der Umsetzbarkeit fraglich. Blick von Lievlingsweg © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Trotz der verschiedenen entwurfsbedingten Sonderkonstruk- tionen lässt die Arbeit eine in allen Belangen hohe Wirtschaft- lichkeit erwarten. Die Integration der Technik ist gut gelöst und dargestellt. Die vorgeschlagene flächendeckende mechani- sche Lüftung läuft der Zielsetzung eines Low-Tech-Gebäudes zuwider und wird hinterfragt. Die Nutzung der Dachflächen für Photovoltaikanlagen ist sehr gut gelöst. Die Fragestellungen der Klimawandelanpassung und des Nachhaltigen Bauens werden dagegen gar nicht adressiert. Grundsätzlich zeigt die Arbeit viele schlüssig wirkende Ele- mente und vermag funktional in vieler Hinsicht zu überzeugen. Neben den genannten Mängeln, insbesondere des Erschlie- ßungskonzepts der Tiefgarage und des Verwaltungsbereichs wirft das allzu rigide Erscheinungsbild jedoch die Frage auf, ob damit ein dem Stadtraum angemessenes Erscheinungsbild erzeugt werden kann. Die mitunter maschinenartige Gebäude- struktur geht insgesamt auf Kosten der Aufenthaltsqualitäten, die die Erwartungen an ein Gebäude im 24-Stunden-Betrieb noch nicht einlösen.Seite 28 von 39 26 3. Rang • 3. Preis Schnitt C-C © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Alarmhof © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Lageplan © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Konstruktives Detail © CODE UNIQUE ARCHITEKTENSeite 29 von 39 27 Schnitt B-B © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Grundriss Erdgeschoss © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Konzeptdiagramme © CODE UNIQUE ARCHITEKTENSeite 30 von 39 28 Der Entwurf gliedert sich in drei klare Funktionseinheiten: Den Wachbetrieb mit abgeschlossenem Leitstellentrakt, den Verwal- tungsneubau mit Fahrzeughalle für Sonderfahrzeuge und den Werkstattbetrieb in den Grundgeschossen. Die beiden Baukör- per sind durch einen Verbindungsgang im östlichen Bereich in allen Obergeschossen miteinander verknüpft. Die Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück berücksich- tigt einen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung, jedoch ist hier die Werkstattnutzung Richtung Wohnen angeordnet, was lärmbedingt kritisch bewertet wird. Die Arbeit überzeugt vor allem durch eine hohe Aufenthalts- qualität in allen Nutzungsbereichen. Die Lage des Eingangsbe- reichs ist städtebaulich und architektonisch in Verbindung mit einem kleinen aber qualitätvollen Vorplatz am Lievelingsweg gelungen. Im Wachgebäude sind auf allen Etagen Loggien integriert. Im Dachgeschoss des Wachgebäudes befindet sich eine Zweifach-Turnhalle und ein multifunktionaler eingegrün- ter Sportplatz, was am Lievelingsweg einen überraschenden städtebaulichen Akzent und Blickfang markiert. Im Verwal- tungsbereich wird der Baukörper durch begrünte Innenhöfe in überschaubare Einheiten gegliedert, was zu einem besseren Mikroklima und zur Klimaresilienz beiträgt, jedoch zusammen- hängende Einheiten räumlich trennt. Die gegliederte Lochfassade aus wiederverwertbaren Materia- lien (Klinker) spiegelt auf urbane Weise die dahinter liegenden Funktionen wieder und bildet eine adäquate architektonische Antwort für die Bauaufgabe. Gleichzeitig handelt es sich um eine Arbeit mit deutlichen funktionalen Einschränkungen im Feuerwehr- und Rettungsdienstbetrieb. Dies gilt u. a. auch für Aufstellflächen vor der Sonderfahrzeughalle und Desinfektion. Aus funktionaler Hinsicht wird auch die modulare Aufteilung der Verfasser*innen 1005 ATELIER 30 Architekten, Kassel Verfasser: Dipl.-Ing. M. Sc. Architektur Thomas Fischer Mitarbeiter*innen: Dipl.-Ing. Arch. Yunus Coskun, M. Sc. Arch. Zaher Abou-Alfadel, B. Sc. Arch. Ozan Iren, B. Sc. Arch. Al- exandra Nadolskaia, Luca Krause mit - Enertec Ingenieurgesellschaft mbH, Lippstadt (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) Verfasser: Roger Kossinna - aqua geo consult gmbh, Kassel (Verkehrsplanung) Verfasser: Dipl.-Ing. Jens Lüdecke, Dipl.-Ing. Hartmut Müller Würdigung durch das Preisgericht 4. Rang • Anerkennung Foto © neubig hubacherSeite 31 von 39 29 Umkleiden und der Ruhebereiche kritisch diskutiert, da sie im Alltag weite Wege nach sich zieht. Die kompakte Bauform wird auf Kosten von fünf Großfahrzeu- gen in der Tiefgarage erreicht, was nicht zulässig ist. Diese Fahrzeuge sind zwingend im EG anzuordnen. Die Bauab- schnittsbildung ist im Bereich der Tiefgarage nicht berücksich- tigt. Dadurch ist unklar, ob die Fahrzeughalle des Rettungs- diensts mit Inbetriebnahme des Wachgebäudes parallel zum 2. Bauabschnitts bereits nutzbar ist. Auch die Umsetzung der Baulogistik ist in beiden Bauabschnitten besonders herausfor- dernd. In verkehrlicher Hinsicht erfüllen Alarmausfahrt und der An- schlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Kritisch gesehen wird die Anordnung der Besucher*innenstellplätze an der Ostfassade mit der Folge, dass dann dort kein Zweirichtungs- verkehr mehr möglich ist. Teilweise sind die vor den Aufstell- fl ächen verbleibenden Fahrgassen zu schmal. Für mindestens zwei Feuerwehrfahrzeuge gestaltet sich die Ausfahrt schwierig. Die Lage der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt entspricht der Machbarkeitsstudie. Die Integration der Technik ist gut gelöst und dargestellt. Das Konzept für Kühlung und Heizung ist für diesen Entwurf optimal gelöst. Die Fragestellungen der Klimawandelanpas- sung werden vor allem bezogen auf das Mikroklima im und am Gebäude in gelungener Weise adressiert. Vermisst werden jedoch Maßnahmen, die den Hitzeinseleffekt in dieser Lösung dämpfen und auch der umgebenden Bebauung zugutekom- men. Insbesondere die Durchlüftung des Areals wird aufgrund der Hofbildung bis zum Abbruch der Leitstelle besonders kritisch bewertet. Blick von Lievlingsweg © ATELIER 30 Architekten Lageplan © ATELIER 30 Architekten Insgesamt bietet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Wett- bewerbsaufgabe, der vor allem in architektonischer Hinsicht und mit Blick auf die Aufenthaltsqualität im Inneren überzeugt, in funktionaler Hinsicht jedoch hinter den Erwartungen zurück- bleibt.Seite 32 von 39 30 Die Verfasser*innen schlagen für den Endzustand ein Ge- bäudeensemble aus vier schlanken miteinander verbundenen Riegeln vor, die städtebaulich in einer angemessenen Maß- stäblichkeit und Körnigkeit nicht nur Bezüge zu den westlich gelegenen Wohnzeilen, sondern auch zu dem östlich gele- genen großmaßstäblichen bonnorange-Komplex aufnimmt. Ein besonderes Merkmal der Arbeit ist die Konzeption, das gesamte Bauprogramm in einem zusammenhängenden, vielgliedrigen, auch in der Höhe gestaffelten, Gebäudekomplex zusammenzuführen. Diese städtebauliche Haltung überzeugt die Jury, ebenso wie die eindeutige Adressbildung, indem sie dem Haupteingang einen großzügigen Vorplatz vorlagert. Es gelingt die Verwaltungsnutzungen und den Werkstattbereich über diesen Haupteingang anzubinden, und nicht ausschließ- lich über den Hof. Allerdings werden diese Verbindungsmög- lichkeiten in der internen Organisation der Nutzungen nicht ausreichend genutzt, da diese interne Verbindung immer nur mit einer Durchwegung von abgeschlossenen Raumgruppen oder Nebenräumen verbunden ist. Darunter leiden Auffindbar- keit und Orientierung im Gebäude. In funktionaler Hinsicht kann die Arbeit weniger überzeugen. Dies gilt insbesondere für das Wachgebäude. Die Ruheräume sind zu großen Teilen zur lauten Straße orientiert und eine direkte Zuordnung zu den Umkleiden wird vermisst. Gene- rell werden Defizite in den Funktionszusammenhängen der Leitstelle und im Werkstattbereich diskutiert. Auch die Lage der Werkstatt als separate allseitig umfahrbare Halle ist mit betrieb- lichen Einschränkungen im Bereich der Anlieferung verbunden. Alarmausfahrt und der Anschlussknoten erfüllen die verkehrli- chen Vorgaben der Auslobung. Die Lage der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt entspricht der Machbarkeitsstudie. Die Fahrbahn Verfasser*innen 1015 5. Rang • Anerkennung SHA Scheffler Helbich Architekten (federführend) mit Gina Barcelona Architects, Barcelona Verfasser: Marc Horstmeier, Jaime Batlle Mitarbeiter*innen: Oliver Blumschein, Ahmad Alyasein, Davide Lorenzato, Jaime Batlle, Diana Carbonell, Ignacio Arizu, Laura Carlos, Cristina Zehe, Nia Sikharulidze, Mikhail Dosovitskii mit - WINTER Gebäudetechnik, Engineering & Services GmbH, Düsseldorf (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) Verfasser*innen: Dipl.-Ing. Michael Montzka, M. A. Michelle Heckel - FISCHER TEAMPLAN Ingenieurbüro GmbH, Erftstadt (Ver- kehrsplanung) Verfasser: Christian Reichelt Zusätzlicher Fachplaner: - Werner Sobek Frankfurt GmbH (Tragwerksplanung) Verfasser: Daniel Torakai Mitarbeiterin: Nina Müller - Werner Brandschutzingenieure GmbH (Brandschutz) Verfasser: Matthias Werner Mitarbeiter: Marc Dannert Würdigung durch das Preisgericht Foto © neubig hubacherSeite 33 von 39 31 vor den Aufstellfl ächen der Halle mit den Sonderfahrzeugen ist zu schmal. Die vorgeschlagene Anordnung der Aufstellfl ächen teilweise in und teilweise vor den Fahrzeughallen ist betrieb- lich nicht möglich. Sie würde deutliche Einschränkungen im Feuerwehr- und Rettungsdienstbetrieb bedeuten. Die nutzbaren Aufstellfl ächen vor den Fahrzeughallen sind, wie dargestellt, dadurch durchgehend zu knapp, was aber geheilt werden kann. Problematisch ist die Bauabschnittsbildung. Bis zur bauli- chen Realisierung des an das Wachgebäude anschließenden Südflügels des Verwaltungstraktes wird die Halle des Rettungs- dienstes nicht in Betrieb genommen werden können, so dass ein Interim für den Rettungsdienst unvermeidlich erscheint und somit kein durchgängiger Betrieb des Rettungsdienstes nach dem 1. BA gegeben ist. Im Gegensatz zur funktionalen Bear- beitung überzeugt der architektonische Auftritt in Duktus und Gliederung – die Materialisierung des Beitrages in Beton und Glas wird indes hinterfragt. Die baulichen Kennwerte der Arbeit liegen im durchschnittli- chen Bereich. Trotzdem liegen die zu erwartenden Erstellungs- kosten aufgrund der entwurfsspezifischen kostenrelevanten Bauteile und Konstruktionen eher im oberen Bereich. Die Materialisierung lässt dagegen ein vergleichsweise pflege- und unterhaltsarmes und auch im Betrieb wirtschaftliches Gebäude erwarten. Das haustechnische Konzept ist schematisch dargestellt und funktionsfähig. Die Integration der Technik (vertikale Schächte und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Maßnahmen der Klimawandelanpassung werden vermisst. Die Überschnei- dung der einzelnen Baukörper schränkt zudem die natürliche Belichtung und Belüftung teilweise des Gebäudes ein und wirkt sich negativ auf die Durchlüftung des Areals aus. Blick von Lievlingsweg © SHA Scheffler Helbich Architekten & Gina Barcelona Architects Lageplan © SHA Scheffler Helbich Architekten & Gina Barcelona ArchitectsSeite 34 von 39 32 H+P Objektplanung Aachen GmbH, Aachen (federführend) mit Ortner und Ortner Baukunst Gesellschaft von Architek- ten mbH, Berlin (Architektur) mit: - KD-Plan GmbH & CO. KG, Hiddenhausen (Technische Ge- bäudeausrüstung AG 3-5) - Kempen Krause Ingenieure GmbH, Aachen (Verkehrspla- nung) 1012 Wettbewerbsarbeiten 2. Rundgang 1002 Architekten Naujack Rind Hof GmbH, Koblenz mit: - Bohne Ingenieure GmbH, Siegen (Technische Gebäudeaus- rüstung AG 3-5) - VSU GmbH Beratende Ingenieure für Verkehr, Städtebau, Umweltschutz, Herzogenrath (Verkehrsplanung)Seite 35 von 39 33 Wettbewerbsarbeiten 1. Rundgang 1007 SUPERGELB ARCHITEKTEN GmbH by GATERMANN + SCHOSSIG, Köln (Architektur) mit: - G-TEC Ingenieure GmbH, Beratende Ingenieure VBI, Siegen (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH, Dr.-Ing. Thorsten Be- cher – Geschäftsführer, Neuss 1004 Wulf Architekten, Stuttgart (Architektur) mit: - Büro Happold GmbH, Berlin (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - Ingenieurbüro Fritz Spieth, Beratende Ingenieure GmbH, Esslingen LIMA architekten, Stuttgart (Architektur) mit: - Werner Sobek Green Technologies, Stuttgart (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - Gauss Ingenieurtechnik GmbH, Rottenburg (Verkehrspla- nung) 1006Seite 36 von 39 34 Collignon Architektur, Berlin (Architektur) mit: - Assmann Beraten + Planen GmbH, Dortmund (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - Ramboll Deutschland GmbH, Smart Mobility DE, Berlin (Ver- kehrsplanung) huber staudt architekten bda, Berlin (Architektur) mit: - hkl köln gmbh, Köln (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Ver- kehrsplanung) 1009 1010 1008 Kaspar Kraemer Architekten GmbH, Köln (Architektur) mit: - ZWP Ingenieur-AG, Köln (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) - abvi ambrosius.blanke verkehr.infrastrukur, Bochum (Ver- kehrsplanung)Seite 37 von 39 35 1011 pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück (Architektur, Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5) mit: - PGT Umwelt und Verkehr GmbH, Hannover (Verkehrspla- nung)Seite 38 von 39 www.bonn.de Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn / Städtisches Gebäudemanagement / Stadtplanungsamt / Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit Auflage: 50, gedruckt auf 100% Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen EngelSeite 39 von 39
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