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253525 · Mitteilungsvorlage

Wettbewerb Ersatzneubau Feuerwache I - Ergebnis und weiteres Vorgehen

Nummer
253525
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
14.08.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Nordstadt Ortsteil· Bonn Hauptort
  • Zeisigweg Straße· Castell, Bonn
  • Lievelingsweg Straße· Castell, Bonn
  • Berliner Platz Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bismarckstraße Straße· Südstadt, Bonn
  • Bornheimer Straße Straße· Weststadt, Bonn
  • Gerichtsweg Straße· Küdinghoven, Beuel
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Planen, Bauen und Denkmalschutz 24.03.2026 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Betriebsausschusses SGB 03.09.2025 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 25.03.2026 Kenntnisnahme
  4. Sitzung des Rates 08.09.2025 Kenntnisnahme
  5. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 02.09.2025 Kenntnisnahme
  6. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme
  7. Sitzung des Ausschusses für Sicherheit, Ordnung und Bevölkerungsschutz 06.05.2026 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
253525
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Wettbewerb Ersatzneubau Feuerwache I -
Ergebnis und weiteres Vorgehen
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 02.09.2025 Kenntnisnahme
Betriebsausschuss SGB 03.09.2025 Kenntnisnahme
Rat 04.09.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.12.2025 Kenntnisnahme
Beirat zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und
Katastrophenschutz
31.12.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Mit Beschluss vom 26. September 2024 hat der Rat der Bundesstadt Bonn für
den Ersatzneubau der Feuerwache I in Bonn die Durchführung eines
begrenzten, hochbaulichen Realisierungswettbewerbes ausgelobt (DS-
Nr.241135).
Das Preisgericht hat am 11. Juni 2025 getagt. Gewinner des Wettbewerbs ist
das Büro RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart. Die Ausstellung der
Arbeiten hat vom 18. Juni bis 03. Juli 2025 im Foyer des Stadthauses
stattgefunden.
Das Projekt wird Grundlage für den Bebauungsplan (DS-Nr. 253175).
Das Städtische Gebäudemanagement wird die Verhandlungen zur
Beauftragung des ersten Preisträgers durchführen und den zuständigen
Gremien die weiteren Planungen zur Beschlussfassung vorlegen.
Das Preisgericht würdigt die Arbeit wie folgt:
"Die Verfasser schlagen eine dreiseitig eingefasste Hofsituation der
Gesamtanlage vor, die auch unter zeitweiligem Erhalt der heutigen Leitstelle
alle Fahrzeughallen sinnvoll gruppiert und gleichzeitig einen hohen
Emissionsschutz für die westliche Nachbarschaft bietet. Diese städtebauliche
Grunddisposition überzeugt durch große Selbstverständlichkeit. Das gilt
grundsätzlich auch für das abgelöste und freigestellte Werkstattgebäude im
Norden. Allerdings wird hier die Bauverbotszone zur Autobahn über- und die
Abstandsfläche zum Nachbargrundstück am Zeisigweg unterschritten.
Die konsequente Anordnung der Fahrzeughallen in Ost-West-RichtungSeite 1 von 39
Seite 2
ermöglicht eine wirtschaftliche Belegung der Hallen und bildet eine großzügige
Alarmausfahrt aus, die vom viergeschossigen Bauteil der Feuer- und
Rettungswache überbrückt wird. Dies ist funktional gelungen, da die Fahrzeuge
nur um 90° zur Ausfahrt versetzt sind. Formal wird hier ein großer Auftakt zum
Lievelingsweg erzeugt, der die Funktion des Gebäudes angemessen artikuliert.
Eine besondere Qualität der Arbeit bildet die Anordnung des Haupteingangs
ostseitig der Alarmausfahrt. Folgerichtig erfolgt die Hinleitung für
Fußgänger*innen vom kleinen Vorplatz am Lievelingsweg über einen
Fußgängerüberweg, auch wenn hierfür zunächst die Alarmausfahrt zu queren
ist. Durch diese Anordnung gelingt die Erschließung des Gesamtgebäudes
über einen Erschließungskern. An das zentrale Foyer schließen sich im Norden
die Verwaltung an, im Westen die Wache und die zukünftige Leitstelle.
Die Grundrisse sind funktional dreihüftig ausgebildet und werden im
Verwaltungsbereich durch zwei Innenhöfe und einige eingeschobene Loggien
aufgelockert. Damit wird die große Bautiefe der Fahrzeughallen sinnvoll
genutzt. Im Bereich der Wache sind die Ruhe- und Umkleideräume funktional
gut angeordnet und den einzelnen Fahrzeughallen stimmig zugeordnet.
Allerdings wird die Lage der Ruheräume nach Süden und zum verlärmten
Lievelingsweg kritisch beurteilt. Die Räume heizen sich auf und müssen
mechanisch gelüftet werden. Dagegen kann die Anordnung der
Gemeinschaftsräume mit Loggia zum Fahrzeughof ebenso überzeugen wie die
Lage der doppelgeschossigen Leitstelle und Sporthallen im obersten
Geschoss.
Die Umsetzung der geforderten Bauabschnitte im laufenden Betrieb ist mit
Ausnahme einiger Unschärfen im Bereich der Tiefgarage gut gelungen. Dass
nach dem ersten Bauabschnitt bei Inbetriebnahme der neuen Wache deutlich
mehr Fahrzeuge in der Fahrzeughalle untergebracht werden können, als
vorausgesehen, ist besonders gelungen. Die Alarmausfahrt und der
Anschlussknoten erfüllen die verkehrlichen Vorgaben der Auslobung. Kritisch
gesehen aus verkehrsplanerischer Sicht wird dagegen die Anordnung der
Tiefgaragen Ein- und Ausfahrt parallel zur Ein- und Ausfahrt des
Betriebsgeländes. Die Anordnung der Besucherstellplätze erschwert die
Situation zusätzlich. Insgesamt erscheint die Breite der Fahrgasse entlang der
Grenze zu bonnorange AöR etwas zu knapp, u.a. auch im Bereich des
Werkstatthofes. Vorteilhaft ist dagegen die Trennung von Werkstattbetrieb und
Fahrzeughallen für die Sonderfahrzeuge, die nun stimmig zur Alarmausfahrt hin
orientiert sind.
Im Gegensatz zur soliden städtebaulichen Struktur und den gut
durchgearbeiteten Grundrissen bleiben die Fassaden schematisch. Auch
Materialität, Fassadenstärke und Farbgebung werden kritisch diskutiert. Die
großen Stahl-Fachwerkträger der Überbrückung bilden sich nach außen nicht
ab. Die damit verbundenen Fragen des Brandschutzes sind herausfordernd.
Insgesamt wird die Chance vertan, ausgehend von den Besonderheiten des
Tragwerks dem Gebäude einen noch kraftvolleren Auftakt zur Stadt zu
verleihen.
In gebäudetechnischer Hinsicht löst die Arbeit die Erwartungen an eine
Minimierung der gebäudetechnischen Ausrüstung noch nicht ein. Dem steht
auch die Verortung einzelner Raumgruppen entgegen. Insbesondere die LageSeite 2 von 39
Seite 3
der Ruheräume nach Süden wird hinterfragt. Die Integration der Technik
(vertikale Schächte und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Es wird
lediglich die Lage der RLT-Zentralen erwähnt.
Die wirtschaftlichen Kenndaten des Entwurfes liegen durchweg im günstigen
Bereich und lassen eine hohe Wirtschaftlichkeit bei Erstellung und Unterhalt
erwarten. Ein konkreter Beitrag zu Klimaresilienz und Nachhaltigkeit wird
vermisst.
In Summe liefert der Entwurf einen städtebaulich soliden und funktional
hervorragenden Beitrag zur Aufgabe mit wenigen Schwächen, zu denen gerade
auch die nicht überzeugende Fassade gehört."
Anlage/n
1 Wettbewerbsdokumentation Feuerwache I (öffentlich)Seite 3 von 39
V
Wettbewerb
Neubau Feuer- und
Rettungswache 1 Bonn
Juli 2025
Dokumentation
© RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, StuttgartSeite 4 von 39
Auftraggeberin
Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn
Stadtplanungsamt
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Ansprechpartner: Markus Walter
Nutzerin
Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn
Lievelingsweg 112
53119 Bonn
Ansprechpartner: Marcus Hinz, Rene Breitenbach
Bauherrin
Städtisches Gebäudemanagement
Berliner Platz 2
53111 Bonn
Ansprechpartnerin: Margit Ventulett
Wettbewerbsmanagement
Architekten und Stadtplaner PartG mbB
Bismarckstraße 60, 50672 Köln
info@neubighubacher.de
Jörg Neubig, Dipl.-Ing. Architekt BDA, Stadtplaner DASL
Simon Hubacher, Dipl. Architekt und Stadtplaner SIA
Kajta Opelka, Dipl.-Ing. Architektin
Christina Wicht, M. Sc. Junior-Architetktin
Juli 2025Seite 5 von 39
Inhaltsverzeichnis
Vorwort ........................................................................................................................................................................
Anlass .........................................................................................................................................................................
Ausgangslage und Wettbewerbsgebiet .......................................................................................................................
Ziele ............................................................................................................................................................................
Verfahren und die Wettbewerbsergebnisse ................................................................................................................
Das Preisgericht ..........................................................................................................................................................
1. Rang, 1. Preis .........................................................................................................................................................
2. Rang, 2. Preis .........................................................................................................................................................
3. Rang, 3. Preis .........................................................................................................................................................
4. Rang, Anerkennung ...............................................................................................................................................
5. Rang, Anerkennung ................................................................................................................................................
Wettbewerbsarbeiten 2. Rundgang .............................................................................................................................
Wettbewerbsarbeiten 1. Rundgang .............................................................................................................................
4
6
8
10
12
14
16
20
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28
30
32
33
.Seite 6 von 39
4
Die bauliche Erneuerung der Feuer- und Rettungswache 1 stellt nicht nur ein bedeutendes Projekt für den Bevölkerungsschutz in
Bonn dar – sie ist auch aus Sicht des Städtischen Gebäudemanagements eine anspruchsvolle und richtungsweisende Bauaufgabe.
Als zentrale Anlaufstelle für Leitstelle, Einsatzleitung, Krisenstab und zahlreiche Fachwerkstätten ist der Standort seit Jahrzehnten
ein unverzichtbarer Teil der städtischen Infrastruktur.
Doch mit über 50 Jahren Betriebszeit war die bestehende Bausubstanz an ihre Grenzen gelangt. Wachsende technische, funktionale
und energetische Anforderungen machten eine grundlegende bauliche Neuordnung unumgänglich. Ziel ist es nun, einen zukunfts-
fähigen Neubau zu schaffen, der dauerhaft verlässliche Rahmenbedingungen für die vielfältigen Aufgaben der Bonner Feuerwehr
bietet – wirtschaftlich, nachhaltig und mit Blick auf den gesamten Lebenszyklus.
Mit dem europaweiten Realisierungswettbewerb wurde ein qualitätsorientiertes Verfahren gewählt, um eine überzeugende planeri-
sche Lösung für diese komplexe Aufgabe zu fi nden. Die eingereichten Entwürfe zeigen eindrucksvoll, wie architektonische Qualität,
funktionale Klarheit und wirtschaftliche Tragfähigkeit in Einklang gebracht werden können.
Mein besonderer Dank gilt den teilnehmenden Architekturbüros für ihre intensive Auseinandersetzung mit der Aufgabe sowie dem
Preisgericht und allen Beteiligten, die zum Gelingen des Verfahrens beigetragen haben. Die Ergebnisse liefern eine solide und trag-
fähige Grundlage für die weitere Planung – mit dem Ziel, ein leistungsfähiges Gebäude zu realisieren, das den hohen Anforderungen
des Einsatzgeschehens ebenso gerecht wird wie dem städtischen Anspruch an nachhaltiges Bauen.
Rachid Jaghou
Betriebsleiter Städtisches Gebäudemanagement BonnSeite 7 von 39
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Die Feuer- und Rettungswache 1 bildet, neben ihrer Aufgabe als eine von drei solcher Wachen im Bonner Stadtgebiet, aufgrund ihrer
vielfältigen zusätzlichen Funktionen den infrastrukturellen Kern der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr im Stadtgebiet. Neben einer
Vielzahl an Werkstätten, der Verwaltung und Branddirektion, befindet sich hier insbesondere auch die integrierte Leitstelle mit den
angegliederten Räumlichkeiten für die Einsatzleitung und den Krisenstab bei Großschadenslagen.
In Betrieb genommen im Jahr 1973 erfüllte sie nunmehr über mehr als ein halbes Jahrhundert zuverlässig diese Funktion. Nach die-
ser langen Zeit kann sie nun aber technisch, wirtschaftlich und funktional nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine Feuer- und
Rettungswache gerecht werden. Vor allem wegen des optimal gelegenen Standortes ist eine bauliche Erneuerung an dieser Stelle
die sinnvollste Lösung.
Um für die komplexe Bauaufgabe die bestmögliche Lösung zu finden, wurde ein europaweiter Realisierungswettbewerb durchge-
führt. Aufgabe der Planungsteams war es, in einem Entwurf das umfangreiche Raumprogramm unter einer Vielzahl von herausfor-
dernden Randbedingungen in städtebaulicher und in ästhetischer Hinsicht, aber aufgrund der Nutzung des Gebäudes insbesondere
auch unter funktionalen Gesichtspunkten möglichst optimal umzusetzen. Die Ergebnisse dieses Realisierungswettbewerbs haben
überzeugende Arbeiten hervorgebracht. Mit den 15 eingereichten Arbeiten ist es gelungen, qualitativ hochwertige Entwurfslösungen
zu erhalten, die die anspruchsvollen Rahmenbedingungen auch unter Berücksichtigung von Wirtschaftlichkeit in Erstellung, Unterhalt
und Betrieb in hervorragender Weise in Einklang gebracht haben.
Gedankt sei den teilnehmenden Planungsbüros und den Mitgliedern des Preisgerichts sowie allen an der Vorbereitung und Durch-
führung des Wettbewerbs Beteiligten für die engagierte Auseinandersetzung mit der anspruchsvollen Aufgabe und das daraus resul-
tierende, gute Gelingen dieses Wettbewerbs. Ich bin davon überzeugt, dass mit dem Ergebnis eine solide Grundlage für die weiteren
Planungs- und Entscheidungsprozesse gefunden wurde, zu deren Abschluss ein Bauwerk entstehen wird, welches seine wichtige
Funktion wieder für Jahrzehnte zuverlässig erfüllen kann.
Jochen Stein
Amtsleiter Feuerwehr und Rettungsdienst Bundesstadt BonnSeite 8 von 39
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Anlass
Die Feuer- und Rettungswache 1 befindet sich am Lievelings-
weg in Höhe der Einmündung der Bornheimer Straße in Bonn.
Die Wache wurde 1973 in Betrieb genommen und in den we-
sentlichen Gebäudeteilen nur mit punktuellen baulichen Ände-
rungen und Erneuerungen betrieben. Der bauliche Zustand ist
teilweise schlecht, Arbeitssicherheits- und Brandschutzmängel
konnten bisher nur teilweise behoben werden, der Energiebe-
darf ist sehr hoch und die räumlichen Möglichkeiten entspre-
chen nicht mehr den heutigen Anforderungen.
Neben der Nutzung als Feuer- und Rettungswache werden
Liegenschaft und Gebäude auch für den Führungs- und
Tagesdienst genutzt. Weiterhin befinden sich dort der über-
wiegende Teil der feuerwehreigenen Werkstätten sowie das
Gebäude mit der Leitstelle (im technischen Verbund mit der
Leitstelle des Rhein-Sieg-Kreises) und den Räumen für die
Einsatzleitung. Für den Krisenstab werden bei Bedarf geeigne-
te Räume in der Feuerwache genutzt.
Das Hauptgebäude als L-förmiger Baukörper aus Wachtrakt,
Werkstatttrakt und Verwaltungstrakt ist im Wesentlichen aus
dem Baujahr 1973. Die integrierte Leitstelle wurde im Jahr
2013 als eigener, neuer und freistehender Baukörper in Be-
trieb genommen. Der Schlauchtrockenturm mit gleichzeitiger
Nutzung als Übungsturm, Antennen- und Sirenenträger wurde
2012 vollständig saniert.
Die derzeit im nördlichen Bereich gelegene Nutzung des Tief-
bauamtes ist aus dem gleichen Baujahr wie das Gebäude der
Feuerwehr. Die Nutzung wird vor Baubeginn an einen anderen
Standort verlagert, sodass der Bereich der Feuerwehr zur
Verfügung steht und überplant werden kann.
Entlang der östlichen Grundstücksgrenze besteht eine im Jahr
2008 errichtete Sonderfahrzeughalle.
Die Feuer- und Rettungswache 1 der Bundesstadt Bonn liegt
auf einem Areal, das auch von bonnorange AöR, dem kom-
munalen Entsorgungsunternehmen, als Hauptstandort genutzt
wird. Beiden Nutzungen sind eigene Grundstücke zugeordnet.
Beide Nutzungsbereiche werden über den Verkehrsknoten an
der Einmündung der Bornheimer Straße in den Lievelingsweg
erschlossen. Beide Betriebsgelände verfügen jeweils über
einen eigenen Zugang. Die Zukunftsentwicklung des Grund-
stücks der bonnorange AöR ist Gegenstand eines parallel
durchgeführten Planungswettbewerbs.
Die Bestandsgebäude von 1973 sind in mehrfacher Hinsicht
nicht zukunftsfähig und sollen daher durch einen Neubau
ersetzt werden. Neben Mängeln im Bereich des Arbeitsschut-
zes und des Brandschutzes, die zuletzt nur teilweise behoben
werden konnten und der schlechten Energieeffizienz der
Gebäudehülle sind es vor allem die veränderten betrieblichen
Anforderungen der Feuerwehr (Fahrzeuggrößen, Stellplätze,
Schwarz-Weiß-Trennung, Anforderungen an den Ruhebereich
etc.), die im Bestand nicht umsetzbar sind.
Feuerwache 1, Richtfest 1971 (Foto © Stadt Bonn) Lageplan der Gebäudeteile (Grafik: neubig hubacher)Seite 9 von 39
7
Feuerwache 1 (Foto © neubighubacher)
Insgesamt muss der Feuerwehr- und Rettungsdienststandort
auch aktuelle und zu erwartende Mehrbedarfe aufnehmen, die
ebenfalls nur durch einen Neubau abgedeckt werden können.
Am 11.12.2018 hat der Rat den Brandschutzbedarfsplan für die
Jahre 2019 bis 2023 beschlossen (Drucksachen-Nr. 1811905).
Dieser enthält unter anderem eine Auflistung der in den nächs-
ten Jahren notwendigen Baumaßnahmen und den Beschluss
über deren Aufnahme in den Wirtschaftsplan des SGB.
Die zentrale Lage des Grundstücks ermöglicht nicht nur kurze
Fahrzeiten im eigenen Einsatzgebiet, sondern auch schnel-
le Unterstützungsmöglichkeiten für benachbarte Feuer- und
Rettungswachen. Der Standort ist somit ohne Alternative. Aus
diesem Grund ist auch während der Bauphasen der Betrieb der
Feuer- und Rettungswache aufrecht zu erhalten. Dies gilt auch
für wesentliche Teile des Werkstatt- und Logistikzentrums. Die
Planungsaufgabe birgt daher eine doppelte Herausforderung.
Es gilt das beträchtliche Bauvolumen des Neubaus der Feuer-
und Rettungswache mit Werkstatt- und Logistikzentrum sowie
der Verwaltungsnutzung auf dem feuerwehreigenen Grund-
stück, nachbarschaftsverträglich und unter Berücksichtigung
der eingeschränkten Bebaubarkeit des nördlichen Grundstück-
steils an der Auffahrt zwischen den Bundesautobahnen A 555
und A 565 funktional bestmöglich umzusetzen.
Die funktionale Zonierung des Neubaus erlaubt im besten Fall
den Betrieb der Feuer- und Rettungswache inklusive der Werk-
statt- und Verwaltungsnutzungen in allen Bauphasen möglichst
umfangreich aufrecht zu erhalten. Für den Funktionsteil der
Feuer- und Rettungswache ist das zwingend. Die bauliche
Lösung ist im Spannungsfeld dieser beiden Herausforderungen
zu entwickeln. Der Umfang notwendiger Interimslösungen und
Nutzungsauslagerungen ist zu minimieren.
Die beiden Grundstücksteile des gesamten Areals, werden
derzeit technisch über den Grundstücksteil der Feuerwehr
Bonn erschlossen. Im Zuge der Umsetzung soll die technische
Anbindung (Fernwärme, Wasser, Strom) beider Areale getrennt
werden. Für die Planung ist davon auszugehen, dass dies vor
dem Abbruch des ersten Bestandsgebäudes geschieht.
Bei einer Umsetzung des Ersatzneubaus für die Feuer- und
Rettungswache 1 in mindestens zwei größeren Bauabschnitten
ist mit einer Inbetriebnahme nach 2030 zu rechnen.
Die Leitstelle ist aktuell mit der Einrichtung des Telenotarzt-
systems an der räumlichen Auslastungsgrenze angekommen.
Einzelne Nutzungen (Büroarbeitsplätze), die im Funktions-
zusammenhang in oder an der Leitstelle angeordnet werden
sollten, müssen daher ausgelagert werden. Unabhängig von
der baulichen Abschreibungsdauer ist daher davon auszuge-
hen, dass die Leitstelle in den 2030er Jahren baulich ersetzt
werden muss.
Mit Blick darauf, dass der Zeitraum von Planungsvorlauf und
Umsetzung ca. fünf Jahre beträgt, ist absehbar, dass bereits
kurz nach der Inbetriebnahme des Neubaus der Feuer- und
Rettungswache eine Neubauplanung der Leitstelle beginnen
müsste. Bei einem Ersatzneubau an gleicher Stelle würde ein
aufwändiger Interimsstandort für die Leitstelle erforderlich. Die
Integration der Leitstelle ist daher Teil des Gesamtkonzepts.
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat beschlossen die Vergabe
der Planungsleistung des Großprojektes im Zuge eines Pla-
nungswettbewerbs als interdisziplinären Generalplanungswett-
bewerb zu vergeben.Seite 10 von 39
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Luftbild zur Lagebeschreibung im Stadtbereich (Quelle: TIM-Online, bearbeitet durch neubig hubacher)
Ausgangslage
Am nördlichen Rand des Gewerbegebietes zwischen Nordstadt
und der Abfahrt zwischen der A 555 und A 565 befindet sich
das Grundstück der Feuer- und Rettungswache 1 in Bonn.
Der öffentliche Raum ist von leistungsfähig dimensionierten
Straßenräumen geprägt, die aber häufig überlastet sind.
Formen der Nahmobilität, wie Fußgänger und Radfahrer sind
in diesem autogerechten Stadtumfeld eher eine Randerschei-
nung.
Die umgebende Bebauung stellt sich als heterogen dar, mit
Wohn-, Büro- und Gewerbenutzungen in unterschiedlichen
Bautypologien. Das Areal von Feuerwehr und bonnorange AöR
befindet sich am Rand eines heterogenen Gewerbegebietes
auf einem Grundstück am Autobahnkreuz Bonn-Nord und zwi-
schen den anschließenden Autobahnen und den Stadtteil-Er-
schließungsstraßen.
Unmittelbar angrenzend befindet sich als städtebaulicher
Fremdkörper ein kleines Wohngebiet in Zeilenbauweise. Die-
ses Wohnensemble aus den 1960er Jahren wurde als Bebau-
ung eines Gleisdreiecks umgesetzt. Beide Gleistrassen der
ehemals Köln-Bonner Eisenbahnen AG (KBE) existieren heute
nicht mehr. Die östlich angrenzende Bahntrasse, ein ehemali-
ges Gütergleis der Köln-Bonner Eisenbahnen AG, die entlang
des historischen Gerichtswegs nach Norden verlief, ist dage-
gen bis heute in den Flurstücken auf Teilen der engeren und
weiteren Nachbarschaften nachvollziehbar.
Auf dem westlichen Teil des Feuerwehrgrundstücks der Feuer-
und Rettungswache 1, auf dem auch der Neubau der Leitstelle
steht, befi ndet sich eine ehemalige Kiesgrube. Diese Kiesgrube
wurde zwischen 1910 und 1951 verfüllt und die Fläche im Zuge
der dort entstandenen Wohnbebauung als Kleingartenanlage
ausgewiesen. Dieser Teil des Grundstücks grenzte ebenfalls
an das ehemalige Eisenbahngleis und den damals parallel
dazu verlaufenden Gerichtsweg.
Mit dem Ausbau der A 555 und der Anschlussstelle an die
Bonner Tangente, die später zur A 565 wurde, erfolgte eine
grundlegende Neumodellierung der Topografie zwischen Lie-
velingsweg, Zeisigweg und Autobahnkreuz, so dass sich das
Areal der Feuerwehr und der bonnorange AöR auf einem leicht
erhöhten Plateau befindet.Seite 11 von 39
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Wettbewerbsgebiet
Das Wettbewerbsgrundstück wird im Süden durch den Lieveli-
ngsweg und im Osten durch das Grundstück von bonnorange
AöR, Flurstück 616, begrenzt. Im Norden grenzt das Grundstück
an eine Ausfahrt der A 555. Im Westen grenzt das Grundstück
an den Zeisigweg und an eine öffentliche Grünfl äche mit Bolz-
platz mit der Flurstücknummer 283, sowie an ein Grundstück mit
Wohnbebauung mit der Flurstücknummer 228.
Die Zufahrt zum Grundstück der Feuer- und Rettungswache
erfolgt über den Knoten Lievelingsweg/Bornheimer Straße im
Süden, über eine Hofeinfahrt durch das Gebäude sowie eine
Nebeneinfahrt entlang des bestehenden Gebäudes.
Der Betrachtungsbereich des Realisierungsbereichs umfasst
auch die Übergänge zur Nachbarschaft, insbesondere den
Knotenbereich der Zufahrt und Einmündung der Alarmausfahrt
am Lievelingsweg, die Nachbarschaft zur Wohnbebauung am
Sportfeld am Zeisigweg sowie der Anschluss an das Betriebsge-
lände von bonnorange AöR.
Die umgebende Bebauung stellt sich mit Wohn-, Büro- und
Gewerbenutzungen in unterschiedlichen Bautypologien als
heterogen dar.
Übersichtsplan des Wettbewerbsgebiets (Grafik: neubig hubacher)Seite 12 von 39
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Bestandsplan mit bestehender Einfahrt auf dem Grundstück der Feuerwehr und
bonnorange AöR (Quelle: Stadt Bonn)
Ziele
terhin sichergestellt ist. Andernfalls handelt es sich um einen
schweren Verstoß gegen die Vorgaben der Auslobung, der die
Umsetzbarkeit des Projekts in Frage stellt.
„Gute Nachbarschaft“
Während und nach Fertigstellung des Neubaus der Feuer-
wache muss die dauerhafte Funktionalität des benachbarten
Standorts der bonnorange AöR gewährleistet sein, andernfalls
handelt es sich um einen schweren Verstoß gegen die Vor-
gaben der Auslobung, der die Umsetzbarkeit des Projekts in
Frage stellt.
Funktionalität
Ziel ist es, die unterschiedlichen Funktionen so anzuordnen,
dass die einzelnen Teilbereiche ohne gegenseitige Behinde-
rung auf dem knapp geschnittenen Grundstück untergebracht
werden. Dabei ist zu berücksichtigen, dass Nutzer*innen von
Feuerwehr und Rettungsdienst teilweise in verschiedenen
Nutzungsbereichen beschäftigt sind. Besondere Aufmerksam-
keit gilt kurzen Wegen, einer einfachen Orientierung sowie der
Auffi ndbarkeit der einzelnen Nutzungen auf dem Grundstück.
Dies ist insbesondere hinsichtlich einer bestmöglichen Verkür-
zung der Ausrückzeiten zu beachten.
Einer gegen Schadensereignisse resilienten Ausführung und
Anordnung der Gebäude ist besonderes Augenmerk zu schen-
ken. In diesem Zusammenhang sind insbesondere die folgen-
den Aspekte relevant:
- Erdbebensicherheit
- Ersatzstromversorgung
- Ggfs. Ersatzwärmeversorgung
- Ausschluss von Holzbauweise
- Sicherheit bei Starkregenereignissen/Hochwasser (insbeson-
dere die Anordnung von technisch sensiblen Bereichen in
Städtebau und Architektur
Die Gebäude und deren Architektur sollen den Nutzerinnen
und Nutzern von Feuerwehr und Rettungsdienst zeitgemäße
und dauerhaft hervorragende Arbeitsbedingungen und Aufent-
haltsqualitäten in einem rund um die Uhr genutzten Gebäude
bieten.
Der Standort soll zusammen mit der Nachbarnutzung der bonn-
orange AöR insgesamt städtebaulich aufgewertet werden und
so die Attraktivität der Arbeitsplätze unterstützen. Das archi-
tektonische Erscheinungsbild soll die Nutzung als öffentliches
Gebäude zeitgemäß widerspiegeln und sich städtebaulich so in
die Umgebung einfügen, dass ein sichtbarer Akzent entsteht,
der den Standort aufwertet und im Stadtbild sichtbar macht.
Dabei soll der Nutzungszweck als Feuer- und Rettungswache
transparent werden und unmittelbar erkennbar sein. Der aus
mehreren Gebäuden bestehende Komplex der Feuerwehr soll
dabei eine ablesbare Einheit bilden.
Ziel ist es, die Neubauten nachbarschaftsverträglich mit ihrer
Baumasse als „Betrieb“ und den Verkehr, der durch den Stand-
ort induziert wird, auf dem Grundstück unterzubringen.
Bauabschnittsbildung
Ziel ist es, durch eine kluge Bauabschnittsbildung und Rück-
bauplanung, die Folgekosten möglichst gering zu halten.
Angestrebt wird durch die frühzeitige Mitbetrachtung der baulo-
gistischen Herausforderungen ein hohes Maß an Planungssi-
cherheit aufzuzeigen, beziehungsweise zu erreichen. Die in der
Testplanung vorskizzierten Bauetappen und Baufenster sind
unbedingt einzuhalten, um den laufenden Betrieb der Feuerwa-
che sicherzustellen. Bei einer Abweichung von den Vorgaben
der Auslobung bezüglich der Bauabschnitte und -fenster muss
nachgewiesen werden, dass der Betrieb der Feuerwache wei-Seite 13 von 39
11
Obergeschossen)
- Erhöhte Sicherheit gegen Sturmschäden (insbesondere
Dacheindeckung)
- Redundante Anbindung an Kommunikationsnetze
- Flächendeckende Brandfrüherkennung
Ökologische Ziele und Klimaresilienz
Die Gebäudehülle und der Primärenergieverbrauch sollen min-
destens dem Effizienzhausstandard 40 entsprechen. Daneben
werden die Verwendung von ressourcenschonenden, dem
Konzept des zirkulären Bauens entsprechenden Baumateriali-
en und Konstruktionen angestrebt.
Zur Anpassung, an die sich weiter intensivierenden Folgen des
Klimawandels sollen mit Blick auf den Standort und die ge-
setzte Nutzung vorhandene Potenziale zur Verbesserung der
lokalen Situation genutzt werden. Neben der Berücksichtigung
der Starkregenvorsorge ist hier insbesondere die Reduktion
der Hitzebelastung sowie die Berücksichtigung des Schwamm-
stadtprinzips (Vorsorge vor Trockenheit) zu nennen.
Ökonomische Ziele
In wirtschaftlicher Hinsicht birgt die Planungsaufgabe mehre-
re Herausforderungen. Einerseits wird angestrebt, dass die
Umsetzung innerhalb des genannten Kostenziels und der
Zielwerte für die BGF erfolgt. Gleichzeitig gilt es, die Gesamtle-
benszykluskosten des Neubaus zu optimieren.
Ziel ist die Realisierung eines Feuerwehr-Neubaus, der hin-
sichtlich des Aufwands für Pflege, Reinigung und Instandhal-
tung, der Anpassungsfähigkeit an zukünftige Bedürfnisse und
des zu erwartenden Rückbauaufwands am Ende des Lebens-
zyklus Maßstäbe setzt. Darüber hinaus wird auf die Bedeutung
der konzeptabhängigen Folgekosten der Bauabschnittsbildung
und Umzugsschritte hingewiesen. Ziel ist hier, kostenrelevante
Konflikte mit der in Teilen parallelen Umsetzung des Projekts
von bonnorange AöR zu minimieren.
Feuerwache 1, Lievelingsweg 1973 (Foto © Stadt Bonn)Seite 14 von 39
12
Verfahren
Wettbewerbsart
Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt im Zuge eines
VgV-Verhandlungsverfahrens mit vorgelagertem Planungswett-
bewerb. Der Planungswettbewerb wird als nichtoffener, anony-
mer Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 durchgeführt.
Die Vergabe der Planungsleistungen erfolgt mit Blick auf die
geforderte integrale Planung als Gesamtleistungsauftrag an ein
interdisziplinäres Planungsteam. Die Vergabe der Planungs-
leistungen erfolgt an die Bewerbergemeinschaft.
Die Auswahl der 15 vorgesehenen Teilnehmenden erfolgt im
Rahmen des EU-Teilnahmewettbewerbs. 5 Teilnehmende
werden von der auslobenden Stelle zur Teilnahme aufgefor-
dert und als Teilnehmende gesetzt, sofern sie die geforder-
ten Bewerbungskriterien erfüllen. Die Auswahl der weiteren
Teilnehmenden erfolgt durch das Los, soweit sich mehr als 10
zusätzliche, qualifizierte Teilnehmende bewerben.
Die Auslobung ist mit der Architektenkammer Nordrhein-West-
falen abgestimmt worden und unter der Registrier-Nummer
W 15/24 registriert. Zusätzlich fand eine Abstimmung mit der
Ingenieurkammer Bau Nordrhein-Westfalen, Körperschaft
des öffentlichen Rechts statt. Die Auslobung wurde unter der
Registrier-Nummer RPW – 2024/018 registriert.
Die Wettbewerbssprache ist deutsch.
Wettbewerbsteilnehmer*innen, Preisrichter*innen, Sachver-
ständige, Vorprüfer*innen und Gäste erkennen durch ihre
Beteiligung bzw. Mitwirkung am Verfahren den Inhalt dieser
Auslobung und Aufgabenbeschreibung an.
Terminübersicht zum Wettbewerb
Freitag, 13.12.2024 Preisrichtervorbesprechung
Freitag, 10.01.2025 Versand der digitalen Unterlagen
Donnerstag, 30.01.2025 Rückfragenkolloquium
Mittwoch, 30.04.2025 Abgabe der Pläne und digitalen
Daten
Dienstag, 13.05.2025 Abgabe der Modelle
Mittwoch, 11.06.2025 Preisgerichtssitzung
Mittwoch, 18.06.2025 Ausstellungseröffnung
Beurteilungskriterien
Die zur Beurteilung zugelassenen Arbeiten werden vom Preis-
gericht nach folgenden Kriterien bewertet:
- Städtebauliche Qualität
- Qualität des Architekturkonzepts
- Erfüllung Raumprogramm, Funktionalität und Aufenthaltsqua-
lität
- Wirtschaftlichkeit in Erstellung, Betrieb und Unterhalt
- Resilienz und Leistungsfähigkeit der Lösungsansätze des
Klimaschutzes und der Klimaanpassung
- Freiraumqualität, Umgang mit Bestandsgrün
- Qualität der Lösungsansätze für gebäudetechnische Frage-
stellungen
- Qualität der Bauabschnittsbildung bei laufendem Betrieb
Die Reihenfolge der genannten Kriterien hat auf deren Wertig-
keit keinen Einfluss.
Zulassung und Beurteilung der Wettbewerbsarbeiten
Das Preisgericht lässt alle Wettbewerbsarbeiten zur Beurtei-
lung zu, die
- termingerecht eingegangen sind,
- in wesentlichen Teilen dem geforderten Leistungsumfang
entsprechen,
- den formalen Ausschreibungsbedingungen entsprechen,
- keinen absichtlichen Verstoß gegen den Grundsatz der Ano-
nymität und Geheimhaltung erkennen lassen.
Weitere bindende Vorgaben, deren Nichteinhaltung zum Aus-
schluss der Wettbewerbsarbeit führen, werden nicht festgelegt.
Über die Zulassung entscheidet das Preisgericht.Seite 15 von 39
13
Das Preisgericht übernimmt die gemäß der Auslobung vorge-
sehenen Aufteilung der Wettbewerbssumme für Preise und An-
erkennungen. Es steht eine Wettbewerbssumme von 680.000
EUR (netto) zur Verfügung. Insgesamt werden 300.000 Euro
(netto) für Aufwandsentschädigungen vorgesehen. Alle 15 Bü-
ros haben fristgerecht eine zur Beurteilung zugelassene Arbeit
einreicht und erhalten somit eine Aufwandsentschädigung in
Höhe von 20.000 Euro (netto). Die verbleibende Summe von
380.000 EUR wird gemäß Auslobung wie folgt in Preise und
Anerkennungen aufgeteilt:
Arbeit 1001 | RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart
1. Rang, 1. Preis 140.000,00 EUR, zzgl. MwSt.
Arbeit 1013 | Steimle Architekten GmbH, Freie Architekten
BDA, Stuttgart
2. Rang, 2. Preis 90.000,00 EUR, zzgl. MwSt.
Arbeit 1003 | CODE UNIQUE ARCHITEKTEN GMBH
MARTIN BODEN-PEROCHE | VOLKER GIEZEK, Dresden
3. Rang, 3. Preis 60.000,00 EUR ,zzgl. MwSt.
Arbeit 1005 | ATELIER 30 Architekten, Kassel
4. Rang, Anerkennung 45.000,00 EUR, zzgl. MwSt.
Arbeit 1015 | SHA Scheffler Helbich Architekten (federführend)
mit Gina Barcelona Architects, Barcelona
5. Rang, Anerkennung 45.000,00 EUR, zzgl. MwSt.
WettbewerbsergebnisseSeite 16 von 39
14
Preisgericht
Fachpreisrichter*innen:
- Martin Halfmann, Architekt, Köln
- Prof. Dr. Gerhard Hausladen, Ingenieur TGA, München
- Sebastian Kittelberger, Architekt, Stuttgart
- Prof. Dr. Michael Koch, Architekt und Stadtplaner, Zürich,
Hamburg
- Prof. Eva-Maria Pape, Architektin, Köln, Vorsitzende Städte-
bau und Gestaltungsbeirat Bundesstadt Bonn
- Sibylle Waechter, Architektin, Darmstadt
Sachpreisrichter*innen
- Jürgen Lauer, Fraktion Bürger Bund Bonn e.V.
- Torben Leskien, Stadtverordneter, CDU- Fraktion
- Jochen Stein, Amtsleitung Amt 37, Feuerwehr und Rettungs-
dienst, Bundesstadt Bonn
Stellvertretende Fachpreisrichter*innen:
- Maren Bella, Architektin, Städtisches Gebäudemanagement
Bonn
- Petra Denny, Stadtplanerin, Amtsleiterin Stadtplanungsamt,
Bundesstadt Bonn
- Alexander Fischer, Architekt, Köln
- Gabriele Harder, Architektin, Stuttgart
- Bernhard Heiming, Ingenieur TGA, Köln
- Kerstin Hemminger, Abteilungsleiterin, Stadtplanungsamt,
Bundesstadt Bonn
- Hermann Scheidt, Architekt, Berlin/ Essen
- Axel Springsfeld, Verkehrsplaner, Aachen
Stellvertretende Sachpreisrichter*innen:
- Nico Janicke, Stadtverordneter, SPD- Fraktion
Eindrücke der Preisgerichtssitzung am 11.06.2025 (Fotos © neubig hubacher)
Vorprüfung, ggfs. Sachverständige ohne Stimmrecht
- Nicola Bach-Scharnagel, Städtisches Gebäudemanagement,
Amt 85-521, Bundesstadt Bonn
- Walter Braun, Verkehrsplanung, Aachen
- Rene Breitenbach, Feuerwehr und Rettungsdienst, Amt 37-2,
Bundesstadt Bonn
- Nicolas Di Prima, Städtisches Gebäudemanagement, Amt 85-
521, Bundesstadt Bonn
- Marcus Hinz, Feuerwehr und Rettungsdienst, Amt 37-2, Bun-
desstadt Bonn
- Hannah Hornberg, Stadtplanungsamt, Amt 61-42, Bundes-
stadt Bonn
- Britta Marchand, Facility Management/ Technische Unterhal-
tung, bonnorange AöR
- Philipp Rübsam, Sachgebiet Gebäude, Berufsfeuerwehr, Amt
für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz,
Stadt Köln
- Markus Walter, Stadtplanungsamt, Amt 61-21, Bundesstadt
BonnSeite 17 von 39
15
Gäste
- Simon Friz, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungsleiter
Amt 37-4, Bundesstadt Bonn
- Marcel Fröhlen, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungslei-
ter Amt 37-3, Bundesstadt Bonn
- Dr. Ulrich Heister, ÄLRD, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst,
Bundesstadt Bonn
- Sven Sadewasser, Vorstand, bonnorange AöR
- Carsten Schneider, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abtei-
lungsleiter Amt 37-1, Bundesstadt Bonn
- Lutz Schumacher, Feuerwehr und Rettungsdienst, Abteilungs-
leiter Amt 37-0, Bundesstadt Bonn
Wettbewerbsmanagement
- Herr Simon Hubacher, Architekt, neubig hubacher PartG
mbB, Köln
- Herr Jörg Neubig, Architekt + Stadtplaner, neubig hubacher,
PartG mbB, Köln
- Kajta Opelka, Dipl.-Ing. Architektin, neubig hubacher, PartG
mbB, Köln
- Christina Wicht, neubig hubacher Architekten und Stadtplaner
PartG mbBSeite 18 von 39
16
1. Rang • 1. Preis
Würdigung durch das PreisgerichtVerfasser*innen 1001
Die Verfasser*innen schlagen eine dreiseitig eingefasste
Hofsituation der Gesamtanlage vor, die auch unter zeitweili-
gem Erhalt der heutigen Leitstelle alle Fahrzeughallen sinnvoll
gruppiert und gleichzeitig einen hohen Emissionsschutz für die
westliche Nachbarschaft bietet. Diese städtebauliche Grunddis-
position überzeugt durch große Selbstverständlichkeit. Das gilt
grundsätzlich auch für das abgelöste und freigestellte Werk-
stattgebäude im Norden. Allerdings wird hier die Bauverbotszo-
ne zur Autobahn über- und die Abstandsfläche zum Nachbar-
grundstück am Zeisigweg unterschritten.
Die konsequente Anordnung der Fahrzeughallen in Ost-West-
Richtung ermöglicht eine wirtschaftliche Belegung der Hallen
und bildet eine großzügige Alarmausfahrt aus, die vom vierge-
schossigen Bauteil der Feuer- und Rettungswache überbrückt
wird. Dies ist funktional gelungen, da die Fahrzeuge nur um
90° zur Ausfahrt versetzt sind. Formal wird hier ein großer Auf-
takt zum Lievelingsweg erzeugt, der die Funktion des Gebäu-
des angemessen artikuliert.
Eine besondere Qualität der Arbeit bildet die Anordnung des
Haupteingangs ostseitig der Alarmausfahrt. Folgerichtig erfolgt
die Hinleitung für Fußgänger*innen vom kleinen Vorplatz am
Lievelingsweg über einen Fußgänger*innenüberweg, auch
wenn hierfür zunächst die Alarmausfahrt zu queren ist. Durch
diese Anordnung gelingt die Erschließung des Gesamtge-
bäudes über einen Erschließungskern. An das zentrale Foyer
schließen sich im Norden die Verwaltung an, im Westen die
Wache und die zukünftige Leitstelle.
Die Grundrisse sind funktional dreihüftig ausgebildet und wer-
den im Verwaltungsbereich durch zwei Innenhöfe und einige
eingeschobene Loggien aufgelockert. Damit wird die große
Bautiefe der Fahrzeughallen sinnvoll genutzt. Im Bereich der
RIEHLE KOETH GmbH+Co. KG, Stuttgart
Verfasser: Hannes Riehle, Maximilian Koeth
Mitarbeiter*innen:Philipp Müller, Florian Nerz, Jan Nüske,
Constantin Riekehr, Mario Walker
mit
- Intecplan, Integrierte Technische Planung GmbH, Düsseldorf
(Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5)
Verfasser: Thorsten Schwarz
- BPR Ingenieure GmbH & Co. KG, Köln (Verkehrsplanung)
Verfasser: Markus Mey Dipl.-Ing., Daniel Ebbers
Zusätzlicher Fachplaner:
- GREENBOX LANDSCHAFTARCHITEKTEN Partnerschafts-
gesellschaft mbB SCHÄFER | PIEPER | PATZELT | THEIDEL |
WIEGARD
Verfasser: Hubertus Schäfer Dipl.-Ing. Landschaftsarchitekt
AKNW
Mitarbeiter: Matthias Morsch, Marco Schlottmann
- hhpberlin, Ingenieure für Bandschutz GmbH
Verfasser: Fabian Straß M. Sc. Fachplaner für vorbeugenden
Brandschutz
Foto © neubig hubacherSeite 19 von 39
17
Wache sind die Ruhe- und Umkleideräume funktional gut ange-
ordnet und den einzelnen Fahrzeughallen stimmig zugeordnet.
Allerdings wird die Lage der Ruheräume nach Süden und zum
verlärmten Lievelingsweg kritisch beurteilt. Die Räume heizen
sich auf und müssen mechanisch gelüftet werden. Dagegen
kann die Anordnung der Gemeinschaftsräume mit Loggia zum
Fahrzeughof ebenso überzeugen wie die Lage der doppelge-
schossigen Leitstelle und Sporthallen im obersten Geschoss.
Die Umsetzung der geforderten Bauabschnitte im laufenden
Betrieb ist mit Ausnahme einiger Unschärfen im Bereich der
Tiefgarage gut gelungen. Dass nach dem ersten Bauabschnitt
bei Inbetriebnahme der neuen Wache deutlich mehr Fahrzeu-
ge in der Fahrzeughalle untergebracht werden können, als
vorausgesehen, ist besonders gelungen.
Die Alarmausfahrt und der Anschlussknoten erfüllen die
verkehrlichen Vorgaben der Auslobung. Kritisch gesehen aus
verkehrsplanerischer Sicht wird dagegen die Anordnung der
Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt parallel zur Ein- und Ausfahrt
des Betriebsgeländes. Die Anordnung der Besucher*innenstell-
plätze erschwert die Situation zusätzlich. Insgesamt erscheint
die Breite der Fahrgasse entlang der Grenze zu bonnorange
AöR etwas zu knapp, u. a. auch im Bereich des Werkstattho-
fes. Vorteilhaft ist dagegen die Trennung von Werkstattbetrieb
und Fahrzeughallen für die Sonderfahrzeuge, die nun stimmig
zur Alarmausfahrt hin orientiert sind.
Im Gegensatz zur soliden städtebaulichen Struktur und den gut
durchgearbeiteten Grundrissen bleiben die Fassaden sche-
matisch. Auch Materialität, Fassadenstärke und Farbgebung
werden kritisch diskutiert. Die großen Stahl-Fachwerkträger
der Überbrückung bilden sich nach außen nicht ab. Die damit
verbundenen Fragen des Brandschutzes sind herausfordernd.
Blick von Lievlingsweg © RIEHLE KOETH
Insgesamt wird die Chance vertan, ausgehend von den Beson-
derheiten des Tragwerks dem Gebäude einen noch kraftvolle-
ren Auftakt zur Stadt zu verleihen.
In gebäudetechnischer Hinsicht löst die Arbeit die Erwartungen
an eine Minimierung der gebäudetechischer Ausrüstung noch
nicht ein. Dem steht auch die Verortung einzelner Raumgrup-
pen entgegen. Insbsondere die Lage der Ruheräume nach
Süden wird hinterfragt. Die Integration der Technik (vertikale
Schächte und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Es
wird lediglich die Lage der RLT-Zentralen erwähnt.
Die wirtschaftlichen Kenndaten des Entwurfes liegen durchweg
im günstigen Bereich und lassen eine hohe Wirtschaftlichkeit
bei Erstellung und Unterhalt erwarten. Ein konkreter Beitrag zu
Klimaresilienz und Nachhaltigkeit wird vermisst.
In Summe liefert der Entwurf einen städtebaulich soliden und
funktional hervorragenden Beitrag zur Aufgabe mit wenigen
Schwächen, zu denen gerade auch die nicht überzeugende
Fassade gehört.Seite 20 von 39
18
1. Rang • 1. Preis
Alarmhof © RIEHLE KOETH
Schnitt B-B © RIEHLE KOETH
Lageplan © RIEHLE KOETH Konstruktives Detail © RIEHLE KOETHSeite 21 von 39
19
Konzeptdiagramme © RIEHLE KOETH
Schnitt A-A © RIEHLE KOETH
Grundriss Erdgeschoss © RIEHLE KOETHSeite 22 von 39
20
Verfasser*innen 1013 Würdigung durch das Preisgericht
2. Rang • 2. Preis
Die Arbeit 1013 bildet eine u-förmig Anlage, indem sie ein Win-
kelgebäude am Lievelingsweg mit einem rückwärtigen Riegel-
gebäude mittels eines Stegs verbindet. Dieser städtebauliche
Ansatz wird von der Jury positiv bewertet. Der Gebäudeteil zum
Lievelingsweg wird durch einen leichten Rücksprung und eine
großzügige Durchfahrt strukturiert, wodurch der Knoten am
Lievelingsweg präzise adressiert wird.
An der Ecke zur Durchfahrt ist folgerichtig der Haupteingang
platziert. Fraglich bleibt jedoch die Erreichbarkeit sowohl des
Haupteingangs als auch des Eingangs zum rückwärtigen Ver-
waltungsriegel unmittelbar an der Alarmausfahrt, da sich beide
Eingänge hinter vorgesehenen Zu- und Abfahrten befi nden.
Diese Störung der Eingänge durch den Verkehr wird als eine
Hauptschwäche der Arbeit gesehen.
Grundsätzlich wird die Arbeit aus Sicht der Betriebsabläufe
funktional eingeschätzt. Feuerwehr- und Rettungsdiensthalle
sind klar getrennt. Die Sonderfahrzeuge sind zum Alarmhof hin
orientiert. Die Waschhalle ist als Durchfahrtshalle konzipiert.
Die Alarmausfahrt ist funktional. Der Übungshof ist ebenfalls
funktional angeordnet. Die Ausrichtung der Werkstatt zur
Wohnbebauung ist dagegen lärmbedingt ungünstig. An der
Werkstatt fehlen zudem Aufstellfl ächen vor den Fahrzeughallen.
Die Alarmausfahrt wurde leicht verschoben, dies ließe sich aber
ohne Einschränkungen korrigieren, ansonsten erfüllt der An-
schlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Gelungen ist das
Einrücken der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt, dies steht aber im
Konfl ikt zum Gebäudezugang zur Verwaltung. Die Anordnung
der Anlieferung mit der notwendigen Rückwärtsanfahrt erfordert
bei der Ausfahrt ein Wenden auf der nördlichen Übungsfl äche.
Das Wachgebäude ebenso wie die zweigeschossige Tiefgara-
ge rücken vergleichsweise nah an die Grundstücksgrenze von
Steimle Architekten GmbH, Freie Architekten BDA, Stutt-
gart
Verfasser: Thomas Steimle
Mitarbeiter*innen: Jonathan Feldmann, Johannes Pfaff, Ignacio
Vallejo Almeria, Pia Thedens
mit
- SCHREIBER Ingenieure Systemplanung GmbH, Ulm (Techni-
sche Gebäudeausrüstung AG 3-5)
Verfasser: Jürgen Schreiber
- KARAJAN • Ingenieure Beraten + Planen Ingenieur-gesell-
schaft mbH, Stuttgart (Verkehrsplanung)
Verfasser: Dr. Jürgen Karajan
Mitarbeiter: M. Eng. Simon Veskovic
Zusätzlicher Fachplaner*innen:
- GTL Landschaftsarchitektur (Landschaftsplanung)
Verfasserin: Sonja Bruns
Mitarbeiter: Duy Phan Do
- Engelsmann Peters GmbH
Verfasser: Stephan Engelsmann
Mitarbeiter: Christoph Dengler
- VIZE architectural rendering (Visualisierung)
- Béla Berec Architektur-Modellbau-Gestaltung (Modellbau)
Foto © neubig hubacherSeite 23 von 39
21
bonnorange AöR, so dass im 1. Bauabschnitt von verkehrlichen
Einschränkungen an der Grundstückszufahrt auszugehen ist.
Diese wird zu Bauzeiten voraussichtlich nur einstreifi g genutzt
werden können. Die Tiefgarage unter dem Werkstatt- und
Verwaltungsgebäude ist in der vorgeschlagenen Konzeption für
die größeren Reservefahrzeuge noch zu eng und dadurch nur
bedingt nutzbar.
Das Potenzial der Arbeit, den Verbindungssteg und die hofseiti-
ge Terrasse im 1. Obergeschoss vom Haupterschließungskern
des Wachgebäudes ausgehend zur Erschließung des Verwal-
tungstraktes mit den Schulungsräumen zu nutzen, wird leider
nicht wahrgenommen. Es gibt keinen Eingang von dem breiten,
terrassenartig ausgebauten Außenraum westlich des Verwal-
tungstraktes zum Gebäude. Die Erschließung der Verwaltung
erfolgt damit ungeregelt über den Hof und ist schwer auffi ndbar.
Dass die Außenterrasse im Verwaltungsgebäude entlang von
Nebenräumen liegt, ist nicht nachvollziehbar, da dadurch die
Nutzer*innen nicht von der hohen Aufenthaltsqualität profi tieren.
Die Grundrisse der Obergeschosse des Wachgebäudes sind
teilweise sehr klar strukturiert. So befi nden sich z. B. alle Ru-
heräume zu den ruhigen Seiten hin orientiert mit den Umkleiden
auf einem Geschoss. Trotz minimierter Verkehrsfl ächen lässt
die Anordnung der Nutzungen gute Aufenthaltsqualitäten erwar-
ten. Nur in der Leitstelle sind einzelne notwendige funktionale
Beziehung zwischen Funktionsbereichen noch nicht umgesetzt,
wie z. B. in der Anordnung von Telenotarzt und Notrufabfrage.
Auch die offenen Kommunikationsräume in den Verwaltungs-
bereichen vermeiden lange Flure und geben diesen Zonen eine
räumliche Qualität. Die funktionalen Zuordnungen der einzelnen
Verwaltungsbereiche sind dagegen noch verbesserungsfähig.
So hat z. B. das Foyer der Verwaltung keine direkte Anbindung
zur Amtsleitung. Der Bereich der Werkstatt vermischt sich zu-
Blick von Lievlingsweg © Steimle Architekten
dem mit der Verwaltung und den Schulungsräumen, was die
Zuordnung und Orientierung erschwert.
Die Ausbildung der Fassade aus gewellten Aluminiumtafeln in
Verbindung mit textilem Sonnenschutz vor den transparenten
Bereichen und einem umlaufenden Gerüst mit eingehängten
horizontalen PV-Elementen, die zur Verschattung beitragen,
gibt dem Gebäude einen offenen Charakter mit einer gewissen
Leichtigkeit, wenngleich der Glasanteil zu hoch ist, was sich
zudem negativ auf die Gefahr von Vogelschlag auswirkt.
Die Integration der Technik ist gut gelöst und dargestellt, bis
auf die Leitungsausfädelung bei einigen Technikschächten.
Das vorgeschlagene System der Kühl- und Heizsegel mit
akustischer Funktion ist auch eine gute Lösung. In wirtschaft-
licher Hinsicht liegt die Arbeit bezogen auf Erstellungs- und
Betriebskosten im günstigen Bereich. Die disziplinierte Grund-
risskonzeption birgt ein hohes Potenzial für eine serielle be-
ziehungsweise modulare Bauweise. Die Materialisierung lässt
durchschnittliche Pfl ege- und Unterhaltskosten erwarten.
Die Arbeit lässt zudem eine dezidierte Auseinandersetzung
mit den Fragestellungen der Klimawandelanpassung, die die
Planungsaufgabe aufwirft, erkennen. Gehölze, die durch den
Neubau entfallen werden ersetzt. Nicht betriebsnotwendige
Flächen werden begrünt. Auch die vorgeschlagene Terras-
sen- und Fassadenbegrünung wird klimaaktiv eingeschätzt,
zumal die Baukörperstellung eine gute Durchlüftung des Areals
sicherstellt.
Insgesamt bietet die Arbeit einen wertvollen Beitrag für die kom-
plexe Aufgabe und gibt sowohl funktional als auch architekto-
nisch stimmige Antworten für die vielschichtigen Anforderungen.Seite 24 von 39
22
2. Rang • 2. Preis
Lageplan © Steimle Architekten
Schnitt A-A © Steimle Architekten
Konstruktives Detail © Steimle Architekten
Alarmhof © Steimle ArchitektenSeite 25 von 39
23
Schnitt B-B © Steimle Architekten
Grundriss Erdgeschoss © Steimle Architekten Konzeptdiagramme © Steimle ArchitektenSeite 26 von 39
24
Würdigung durch das PreisgerichtVerfasser*innen 1003
Die Entwurfsverfasser positionieren für die zwei Bauabschnitte
zwei voneinander abgesetzte lange Riegel im rechten Winkel
zueinander. Dabei werden Fluchten des geplanten Neubaus
von bonnorange AöR sowie die Grundstücksgrenze aufgenom-
men. Der städtebauliche und architektonische Auftritt gelingt
damit ebenso selbstverständlich wie markant.
Das L der beiden Riegel bildet nach Norden gemeinsam mit
der bestehenden Leitstelle einen angenehm proportionierten
Innenhof. Die Fassung dieses Hofes gelingt auch durch eine
Drehung der Hallen der Feuerwehr, die im östlichen Grund-
stücksbereich in Nord-Süd-Richtung positioniert sind.
Die beiden, zueinander um 90 Grad versetzen Hallen der
Rettungswache und der Feuerwehr schaffen funktional über-
zeugend eine großformatige Öffnung für die Alarmausfahrt, die
von dem aufgehenden Riegel überbrückt wird. Damit wird im
Stadtraum eine eindeutige und einer Feuerwache adäquate
Botschaft vermittelt.
Westseitig von dieser Öffnung ist der Eingang für die im Wach-
gebäude untergebrachten Funktionen repräsentativ positio-
niert. Dieser Eingang dient jedoch nicht dem publikumsinten-
siveren Bereich, Gäste können nur und ggfs. mit Risiken über
den Innenhof zum Verwaltungseingang gelangen.
Fahrzeuge des Rettungsdienstes werden im östlichen Bereich
am Übergang zum 2. Bauabschnitt verortet, verlassen die
Fahrzeughalle Richtung Norden und erreichen den Lievelings-
weg mit einer 180 Grad-Drehung. Die Fahrzeuge der Feuer-
wache können mit einem Rechtsschwenk auf kurzem Wege
ausrücken.
3. Rang • 3. Preis
CODE UNIQUE ARCHITEKTEN GMBH
MARTIN BODEN-PEROCHE | VOLKER GIEZEK, Dresden
Verfasser: Martin Boden-Peroche, Volker Giezek
Mitarbeiter*innen: Dipl.-Ing. Amelie Langkutsch, Dipl.-Ing.
Weipeng Yuan, Cand.Arch. Ameen Al-Tekreeti, Cand. Arch.
Johannes Melina Mittag
mit
- KMG Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Technische Gebäu-
deausrüstung AG 3-5)
Verfasser: Mario Metternich
Mitarbeiter: Oliver Pritsch (FH)
- Uhlig & Wehling GmbH Ingenieurgesellschaft, Mittweida
(Verkehrsplanung)
Verfasser: Dr.-Ing. Wolf Uhlig
Mitarbeiter: Frank Seeger
Zusätzlicher Fachplaner:
- Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Tragwerkspla-
nung)
Mitarbeiter: Dr.-Ing. Henric Bierwirth
- Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Brandschutz)
Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Michael Neuwald
- Pirlet & Partner Ingenieursgesellschaft mbH (Bauphysik)
Mitarbeiter: B. Sc. Sebastian Welter
Foto © neubig hubacherSeite 27 von 39
25
Im 1. OG werden sämtliche Umkleiden und Ruheräume schlüs-
sig positioniert. Letztere sind konsequent zum Innenhof und
damit zur ruhigen Nordseite orientiert. Auch in den Oberge-
schossen 2-4 werden die weiteren Funktionen der Rettungs-
wache sinnfällig angeordnet. Zweigeschossige Funktionen wie
der östlich positionierte Sportbereich sowie der Leitstellen-Be-
triebsraum lockern die stringente Figur intern auf und sind
auch in der Fassade als belebende Elemente eingeflochten.
Die Grundrissstruktur ist insgesamt additiv entlang von Fluren
aufgebaut. Die damit verbundene Flächeneffizienz geht jedoch
zulasten von besonderen räumlichen Aufenthaltsqualitäten, die
z. B. auch im Sozialbereich der Wache vermisst werden.
Der in Nord-Südrichtung parallel zur Grundstücksgrenze posi-
tionierte 2. BA beherbergt im EG von Osten anfahrbare Hallen
für die Werkstatt und die Sonderfahrzeuge. Auf diese Weise
bleibt die Schallbelastung für die angrenzende Wohnbebau-
ung auf ein Minimum beschränkt. In den oberen Geschossen
werden Lagerbereiche sowie Büros in konsequenter Längsori-
entierung vorgeschlagen, in den Obergeschossen 2-4 in gleich-
förmiger Dreibundstruktur, die auch hier jedoch kaum hohe
Aufenthaltsqualitäten verspricht. Die Erschließung dieses im 2.
Bauabschnitt realisierten Gebäudes erfolgt über einen separa-
ten, schwer auffindbaren Eingang, der nach Fertigstellung des
Gesamtprojektes nur ungeregelt über den Hof erreichbar ist.
In verkehrlicher Hinsicht erfüllen die Alarmausfahrt und der
Anschlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Die Anord-
nung der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt westlich der Gebäude
entzerrt einerseits die Verkehre, anderseits hat sie betriebliche
Nachteile (rechts rein/rechts raus). Das Umsetzen von Reser-
vefahrzeugen des Werkstattbetriebs in der Tiefgarage ist damit
mit sehr weiten Wegen verbunden und daher hinsichtlich der
Umsetzbarkeit fraglich.
Blick von Lievlingsweg © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN
Trotz der verschiedenen entwurfsbedingten Sonderkonstruk-
tionen lässt die Arbeit eine in allen Belangen hohe Wirtschaft-
lichkeit erwarten. Die Integration der Technik ist gut gelöst und
dargestellt. Die vorgeschlagene flächendeckende mechani-
sche Lüftung läuft der Zielsetzung eines Low-Tech-Gebäudes
zuwider und wird hinterfragt. Die Nutzung der Dachflächen für
Photovoltaikanlagen ist sehr gut gelöst. Die Fragestellungen
der Klimawandelanpassung und des Nachhaltigen Bauens
werden dagegen gar nicht adressiert.
Grundsätzlich zeigt die Arbeit viele schlüssig wirkende Ele-
mente und vermag funktional in vieler Hinsicht zu überzeugen.
Neben den genannten Mängeln, insbesondere des Erschlie-
ßungskonzepts der Tiefgarage und des Verwaltungsbereichs
wirft das allzu rigide Erscheinungsbild jedoch die Frage auf,
ob damit ein dem Stadtraum angemessenes Erscheinungsbild
erzeugt werden kann. Die mitunter maschinenartige Gebäude-
struktur geht insgesamt auf Kosten der Aufenthaltsqualitäten,
die die Erwartungen an ein Gebäude im 24-Stunden-Betrieb
noch nicht einlösen.Seite 28 von 39
26
3. Rang • 3. Preis
Schnitt C-C © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN
Alarmhof © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN
Lageplan © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Konstruktives Detail © CODE UNIQUE ARCHITEKTENSeite 29 von 39
27
Schnitt B-B © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN
Grundriss Erdgeschoss © CODE UNIQUE ARCHITEKTEN Konzeptdiagramme © CODE UNIQUE
ARCHITEKTENSeite 30 von 39
28
Der Entwurf gliedert sich in drei klare Funktionseinheiten: Den
Wachbetrieb mit abgeschlossenem Leitstellentrakt, den Verwal-
tungsneubau mit Fahrzeughalle für Sonderfahrzeuge und den
Werkstattbetrieb in den Grundgeschossen. Die beiden Baukör-
per sind durch einen Verbindungsgang im östlichen Bereich in
allen Obergeschossen miteinander verknüpft.
Die Anordnung der Baukörper auf dem Grundstück berücksich-
tigt einen ausreichenden Abstand zur Wohnbebauung, jedoch
ist hier die Werkstattnutzung Richtung Wohnen angeordnet,
was lärmbedingt kritisch bewertet wird.
Die Arbeit überzeugt vor allem durch eine hohe Aufenthalts-
qualität in allen Nutzungsbereichen. Die Lage des Eingangsbe-
reichs ist städtebaulich und architektonisch in Verbindung mit
einem kleinen aber qualitätvollen Vorplatz am Lievelingsweg
gelungen. Im Wachgebäude sind auf allen Etagen Loggien
integriert. Im Dachgeschoss des Wachgebäudes befindet sich
eine Zweifach-Turnhalle und ein multifunktionaler eingegrün-
ter Sportplatz, was am Lievelingsweg einen überraschenden
städtebaulichen Akzent und Blickfang markiert. Im Verwal-
tungsbereich wird der Baukörper durch begrünte Innenhöfe in
überschaubare Einheiten gegliedert, was zu einem besseren
Mikroklima und zur Klimaresilienz beiträgt, jedoch zusammen-
hängende Einheiten räumlich trennt.
Die gegliederte Lochfassade aus wiederverwertbaren Materia-
lien (Klinker) spiegelt auf urbane Weise die dahinter liegenden
Funktionen wieder und bildet eine adäquate architektonische
Antwort für die Bauaufgabe. Gleichzeitig handelt es sich um
eine Arbeit mit deutlichen funktionalen Einschränkungen im
Feuerwehr- und Rettungsdienstbetrieb. Dies gilt u. a. auch für
Aufstellflächen vor der Sonderfahrzeughalle und Desinfektion.
Aus funktionaler Hinsicht wird auch die modulare Aufteilung der
Verfasser*innen 1005
ATELIER 30 Architekten, Kassel
Verfasser: Dipl.-Ing. M. Sc. Architektur Thomas Fischer
Mitarbeiter*innen: Dipl.-Ing. Arch. Yunus Coskun, M. Sc. Arch.
Zaher Abou-Alfadel, B. Sc. Arch. Ozan Iren, B. Sc. Arch. Al-
exandra Nadolskaia, Luca Krause
mit
- Enertec Ingenieurgesellschaft mbH, Lippstadt (Technische
Gebäudeausrüstung AG 3-5)
Verfasser: Roger Kossinna
- aqua geo consult gmbh, Kassel (Verkehrsplanung)
Verfasser: Dipl.-Ing. Jens Lüdecke, Dipl.-Ing. Hartmut Müller
Würdigung durch das Preisgericht
4. Rang • Anerkennung
Foto © neubig hubacherSeite 31 von 39
29
Umkleiden und der Ruhebereiche kritisch diskutiert, da sie im
Alltag weite Wege nach sich zieht.
Die kompakte Bauform wird auf Kosten von fünf Großfahrzeu-
gen in der Tiefgarage erreicht, was nicht zulässig ist. Diese
Fahrzeuge sind zwingend im EG anzuordnen. Die Bauab-
schnittsbildung ist im Bereich der Tiefgarage nicht berücksich-
tigt. Dadurch ist unklar, ob die Fahrzeughalle des Rettungs-
diensts mit Inbetriebnahme des Wachgebäudes parallel zum
2. Bauabschnitts bereits nutzbar ist. Auch die Umsetzung der
Baulogistik ist in beiden Bauabschnitten besonders herausfor-
dernd.
In verkehrlicher Hinsicht erfüllen Alarmausfahrt und der An-
schlussknoten die Vorgaben der Auslobung. Kritisch gesehen
wird die Anordnung der Besucher*innenstellplätze an der
Ostfassade mit der Folge, dass dann dort kein Zweirichtungs-
verkehr mehr möglich ist. Teilweise sind die vor den Aufstell-
fl ächen verbleibenden Fahrgassen zu schmal. Für mindestens
zwei Feuerwehrfahrzeuge gestaltet sich die Ausfahrt schwierig.
Die Lage der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt entspricht der
Machbarkeitsstudie.
Die Integration der Technik ist gut gelöst und dargestellt.
Das Konzept für Kühlung und Heizung ist für diesen Entwurf
optimal gelöst. Die Fragestellungen der Klimawandelanpas-
sung werden vor allem bezogen auf das Mikroklima im und am
Gebäude in gelungener Weise adressiert. Vermisst werden
jedoch Maßnahmen, die den Hitzeinseleffekt in dieser Lösung
dämpfen und auch der umgebenden Bebauung zugutekom-
men. Insbesondere die Durchlüftung des Areals wird aufgrund
der Hofbildung bis zum Abbruch der Leitstelle besonders
kritisch bewertet.
Blick von Lievlingsweg © ATELIER 30 Architekten
Lageplan © ATELIER 30 Architekten
Insgesamt bietet die Arbeit einen wertvollen Beitrag zur Wett-
bewerbsaufgabe, der vor allem in architektonischer Hinsicht
und mit Blick auf die Aufenthaltsqualität im Inneren überzeugt,
in funktionaler Hinsicht jedoch hinter den Erwartungen zurück-
bleibt.Seite 32 von 39
30
Die Verfasser*innen schlagen für den Endzustand ein Ge-
bäudeensemble aus vier schlanken miteinander verbundenen
Riegeln vor, die städtebaulich in einer angemessenen Maß-
stäblichkeit und Körnigkeit nicht nur Bezüge zu den westlich
gelegenen Wohnzeilen, sondern auch zu dem östlich gele-
genen großmaßstäblichen bonnorange-Komplex aufnimmt.
Ein besonderes Merkmal der Arbeit ist die Konzeption, das
gesamte Bauprogramm in einem zusammenhängenden,
vielgliedrigen, auch in der Höhe gestaffelten, Gebäudekomplex
zusammenzuführen. Diese städtebauliche Haltung überzeugt
die Jury, ebenso wie die eindeutige Adressbildung, indem sie
dem Haupteingang einen großzügigen Vorplatz vorlagert.
Es gelingt die Verwaltungsnutzungen und den Werkstattbereich
über diesen Haupteingang anzubinden, und nicht ausschließ-
lich über den Hof. Allerdings werden diese Verbindungsmög-
lichkeiten in der internen Organisation der Nutzungen nicht
ausreichend genutzt, da diese interne Verbindung immer nur
mit einer Durchwegung von abgeschlossenen Raumgruppen
oder Nebenräumen verbunden ist. Darunter leiden Auffindbar-
keit und Orientierung im Gebäude.
In funktionaler Hinsicht kann die Arbeit weniger überzeugen.
Dies gilt insbesondere für das Wachgebäude. Die Ruheräume
sind zu großen Teilen zur lauten Straße orientiert und eine
direkte Zuordnung zu den Umkleiden wird vermisst. Gene-
rell werden Defizite in den Funktionszusammenhängen der
Leitstelle und im Werkstattbereich diskutiert. Auch die Lage der
Werkstatt als separate allseitig umfahrbare Halle ist mit betrieb-
lichen Einschränkungen im Bereich der Anlieferung verbunden.
Alarmausfahrt und der Anschlussknoten erfüllen die verkehrli-
chen Vorgaben der Auslobung. Die Lage der Tiefgaragen-Ein-
und Ausfahrt entspricht der Machbarkeitsstudie. Die Fahrbahn
Verfasser*innen 1015
5. Rang • Anerkennung
SHA Scheffler Helbich Architekten (federführend)
mit Gina Barcelona Architects, Barcelona
Verfasser: Marc Horstmeier, Jaime Batlle
Mitarbeiter*innen: Oliver Blumschein, Ahmad Alyasein, Davide
Lorenzato, Jaime Batlle, Diana Carbonell, Ignacio Arizu, Laura
Carlos, Cristina Zehe, Nia Sikharulidze, Mikhail Dosovitskii
mit
- WINTER Gebäudetechnik, Engineering & Services GmbH,
Düsseldorf (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5)
Verfasser*innen: Dipl.-Ing. Michael Montzka, M. A. Michelle
Heckel
- FISCHER TEAMPLAN Ingenieurbüro GmbH, Erftstadt (Ver-
kehrsplanung)
Verfasser: Christian Reichelt
Zusätzlicher Fachplaner:
- Werner Sobek Frankfurt GmbH (Tragwerksplanung)
Verfasser: Daniel Torakai
Mitarbeiterin: Nina Müller
- Werner Brandschutzingenieure GmbH (Brandschutz)
Verfasser: Matthias Werner
Mitarbeiter: Marc Dannert
Würdigung durch das Preisgericht
Foto © neubig hubacherSeite 33 von 39
31
vor den Aufstellfl ächen der Halle mit den Sonderfahrzeugen ist
zu schmal. Die vorgeschlagene Anordnung der Aufstellfl ächen
teilweise in und teilweise vor den Fahrzeughallen ist betrieb-
lich nicht möglich. Sie würde deutliche Einschränkungen im
Feuerwehr- und Rettungsdienstbetrieb bedeuten. Die nutzbaren
Aufstellfl ächen vor den Fahrzeughallen sind, wie dargestellt,
dadurch durchgehend zu knapp, was aber geheilt werden kann.
Problematisch ist die Bauabschnittsbildung. Bis zur bauli-
chen Realisierung des an das Wachgebäude anschließenden
Südflügels des Verwaltungstraktes wird die Halle des Rettungs-
dienstes nicht in Betrieb genommen werden können, so dass
ein Interim für den Rettungsdienst unvermeidlich erscheint und
somit kein durchgängiger Betrieb des Rettungsdienstes nach
dem 1. BA gegeben ist. Im Gegensatz zur funktionalen Bear-
beitung überzeugt der architektonische Auftritt in Duktus und
Gliederung – die Materialisierung des Beitrages in Beton und
Glas wird indes hinterfragt.
Die baulichen Kennwerte der Arbeit liegen im durchschnittli-
chen Bereich. Trotzdem liegen die zu erwartenden Erstellungs-
kosten aufgrund der entwurfsspezifischen kostenrelevanten
Bauteile und Konstruktionen eher im oberen Bereich. Die
Materialisierung lässt dagegen ein vergleichsweise pflege- und
unterhaltsarmes und auch im Betrieb wirtschaftliches Gebäude
erwarten.
Das haustechnische Konzept ist schematisch dargestellt und
funktionsfähig. Die Integration der Technik (vertikale Schächte
und horizontale Verteilung) sind nicht dargestellt. Maßnahmen
der Klimawandelanpassung werden vermisst. Die Überschnei-
dung der einzelnen Baukörper schränkt zudem die natürliche
Belichtung und Belüftung teilweise des Gebäudes ein und wirkt
sich negativ auf die Durchlüftung des Areals aus.
Blick von Lievlingsweg © SHA Scheffler Helbich Architekten & Gina Barcelona Architects
Lageplan © SHA Scheffler Helbich Architekten & Gina Barcelona ArchitectsSeite 34 von 39
32
H+P Objektplanung Aachen GmbH, Aachen (federführend)
mit Ortner und Ortner Baukunst Gesellschaft von Architek-
ten mbH, Berlin (Architektur)
mit:
- KD-Plan GmbH & CO. KG, Hiddenhausen (Technische Ge-
bäudeausrüstung AG 3-5)
- Kempen Krause Ingenieure GmbH, Aachen (Verkehrspla-
nung)
1012
Wettbewerbsarbeiten 2. Rundgang
1002
Architekten Naujack Rind Hof GmbH, Koblenz
mit:
- Bohne Ingenieure GmbH, Siegen (Technische Gebäudeaus-
rüstung AG 3-5)
- VSU GmbH Beratende Ingenieure für Verkehr, Städtebau,
Umweltschutz, Herzogenrath (Verkehrsplanung)Seite 35 von 39
33
Wettbewerbsarbeiten 1. Rundgang
1007
SUPERGELB ARCHITEKTEN GmbH by GATERMANN +
SCHOSSIG, Köln (Architektur)
mit:
- G-TEC Ingenieure GmbH, Beratende Ingenieure VBI, Siegen
(Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5)
- IGS Ingenieurgesellschaft Stolz mbH, Dr.-Ing. Thorsten Be-
cher – Geschäftsführer, Neuss
1004
Wulf Architekten, Stuttgart (Architektur)
mit:
- Büro Happold GmbH, Berlin (Technische Gebäudeausrüstung
AG 3-5)
- Ingenieurbüro Fritz Spieth, Beratende Ingenieure GmbH,
Esslingen
LIMA architekten, Stuttgart (Architektur)
mit:
- Werner Sobek Green Technologies, Stuttgart (Technische
Gebäudeausrüstung AG 3-5)
- Gauss Ingenieurtechnik GmbH, Rottenburg (Verkehrspla-
nung)
1006Seite 36 von 39
34
Collignon Architektur, Berlin (Architektur)
mit:
- Assmann Beraten + Planen GmbH, Dortmund (Technische
Gebäudeausrüstung AG 3-5)
- Ramboll Deutschland GmbH, Smart Mobility DE, Berlin (Ver-
kehrsplanung)
huber staudt architekten bda, Berlin (Architektur)
mit:
- hkl köln gmbh, Köln (Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5)
- Hoffmann-Leichter Ingenieurgesellschaft mbH, Berlin (Ver-
kehrsplanung)
1009
1010
1008
Kaspar Kraemer Architekten GmbH, Köln (Architektur)
mit:
- ZWP Ingenieur-AG, Köln (Technische Gebäudeausrüstung
AG 3-5)
- abvi ambrosius.blanke verkehr.infrastrukur, Bochum (Ver-
kehrsplanung)Seite 37 von 39
35
1011
pbr Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück
(Architektur, Technische Gebäudeausrüstung AG 3-5)
mit:
- PGT Umwelt und Verkehr GmbH, Hannover (Verkehrspla-
nung)Seite 38 von 39
www.bonn.de
Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Feuerwehr und Rettungsdienst der Stadt Bonn / Städtisches Gebäudemanagement /
Stadtplanungsamt / Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit
Auflage: 50, gedruckt auf 100% Recyclingpapier, zertifiziert mit dem Blauen EngelSeite 39 von 39

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Datenstand: 03.11.2026, 04:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de