253446 · Mitteilungsvorlage
Jahresabschluss 2024 der SWB GmbH und des Konzerns
Kerndaten
- Nummer
- 253446
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 12.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Bonn Hauptbahnhof Hauptort
- F
- Markt
- Friedensplatz
- Auerberg
- Vilich
- Venusberg
- Duisdorf
- Dransdorf
- Holzlar
- Bonn
- Beuel
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
Volltext
Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.
Text anzeigen (100.000 Zeichen)
Mitteilungsvorlage öffentlich 253446 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB Jahresabschluss 2024 der SWB GmbH und des Konzerns Beratungsfolge Rat 04.09.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 31.12.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Jahresabschluss 2024 der SWB GmbH Die Prüfung des Jahresabschlusses 2024 und des Lageberichtes der SWB hat zu keinen Einwänden geführt. Es wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk von den ES Treuberatern erteilt. Der Aufsichtsrat der SWB GmbH hat am 04.06.2025 den Prüfungsbericht beraten und die Beschlüsse zur Feststellung des Jahresabschlusses 2024 in der vorgelegten Form, zur Ergebnisverwendung und zur Entlastung der Geschäftsführung gefasst. Der Vertreter der Stadt Bonn in der Gesellschafterversammlung der SWB GmbH ist diesen Beschlüssen am 06.06.2023 gefolgt, hat den Bericht des Aufsichtsrates zur Kenntnis genommen, dem Aufsichtsrat für das Geschäftsjahr 2024 Entlastung erteilt sowie den Bericht mit Entsprechenserklärung zum Public Corporate Governance Kodex der Stadt Bonn genehmigt. Das Jahresergebnis der SWB liegt bei rd. 3,2 Mio.€ (Vj. -7,1 Mio.€). Der Jahresüberschuss soll mit dem Verlustvortrag des Vorjahres (rd. -2,2 Mio.€) verrechnet werden. Der Restbetrag wird auf neue Rechnung vorgetragen. Das prognostizierte Beteiligungsergebnis, das im Wesentlichen aus der Gewinnausschüttung der SWBB sowie der Aufwendungen im Rahmen der Ausgleichszahlungen des öffentlichen Dienstleistungsauftrags (öDA) resultiert, betrug laut Wirtschaftsplan 2024 rd. -36,4 Mio. €. Tatsächlich lag das Beteiligungsergebnis mit rd. -30,8 Mio. € um etwa 5,6 Mio. € über der Prognose. Grund für die Abweichung ist im Wesentlichen eine um rd. 9,3 Mio. € höhere Ausschüttung der SWBB an die SWB. Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Bereiche Energieversorgung, öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung geprägt. Die Auswirkungen der Energiekrise und des angehobenenSeite 1 von 140 Seite 2 Verbraucherpreisindex haben die wirtschaftliche Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbestimmt. Zur Energieversorgung Im Geschäftsjahr 2024 ist ein insgesamt leicht gestiegener Energieabsatz zu verzeichnen, der bei Fernwärme etwas deutlicher ausfiel als bei Strom und Gas. Zurückzuführen ist dies auf die gegenläufigen Effekte aus einem minimalen Kundenrückgang gegenüber 2023 in Verbindung mit einem etwas höheren Verbrauch aufgrund günstigerer Preise und einem vermutlich etwas gelockerten Sparverhalten. Auch die relativ warme Witterung, die sich nur wenig unter dem Niveau von 2023 bewegte, dürfte zur Verstetigung des Vorjahresniveaus beigetragen haben. Zum öffentlichen Personennahverkehr Die Betrauung der SWBV durch den Aufgabenträger Bundesstadt Bonn mit der Erfüllung gemeinwirtschaftlicher Verpflichtungen im Rahmen der Durchführung des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) lief Mitte 2023 aus. Die Bundesstadt Bonn hat SWBV und SSB auf Basis eines öffentlichen Dienstleistungsauftrag (öDA) im Sinne der VO (EG) 1370/2007 weiterhin betraut. Der öDA hat eine Laufzeit von 22,5 Jahren und endet am 18. Dezember 2045. Grundsätzlich erfolgt die Finanzierung nach dem öDA für die Erfüllung der gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen entstehenden Aufwendungen in erster Linie durch die Fahrgeldeinnahmen sowie Fahrgeldersatzeinnahmen, Ausgleichszahlungen auf Basis allgemeiner Vorschriften, Ausgleichsleistungen anderer Gebietskörperschaften sowie sonstige im Zusammenhang mit der Durchführung des Fahrbetriebs erzielte Erträge. Darüber hinaus werden zur Finanzierung Fördermittel des Landes und Bundes beantragt. Reichen die Finanzierungsmittel nicht aus, um sämtliche in diesem öffentlichen Dienstleistungsauftrag genannten gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu finanzieren, dürfen die betrauten Unternehmen Ausgleichsleistungen des Aufgabenträgers erhalten. Entsprechende Ausgleichsleistungen, insbesondere durch mittelbare oder unmittelbare Zuschüsse der Bundesstadt Bonn, Bürgschaften oder konzerninterne Verrechnung im Rahmen des steuerlichen Querverbundes, können an die betrauten Unternehmen gewährt werden. Der Verlust des Berichtsjahres beträgt 8.092 T€ nach einem Verlust von 11.886 T€ im Vorjahr, der aufgrund des Ergebnisabführungsvertrages von der Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB), Bonn, (SWBB) übernommen wird. Zur Müllverwertung Um einen wirtschaftlichen Betrieb einer technisch anspruchsvollen Abfallverwertungsanlage gewährleisten zu können, ist eine gute Auslastung bei gleichzeitiger hoher technischer Verfügbarkeit der vorhandenen Kapazitäten unbedingte Voraussetzung. Die Zeitverfügbarkeit der MVA lag im Jahr 2024 mit 98,4 % 1,4%-Punkte sowohl über dem Vorjahresniveau, als auch über dem Planwert. Der Grund für die relativ hohe Verfügbarkeit liegt an der Einhaltung der Revisionszeiträume, Zwischenreinigungen sowie geringeren Ausfallzeiten. SWB - Konzernabschluss 2024Seite 2 von 140 Seite 3 Der Konzernabschluss ist der (Jahres-)Abschluss der Unternehmen, welche die fiktive wirtschaftliche Einheit “Konzern” bilden. Die zu einem Konzern gehörenden Unternehmen werden im Konzernabschluss so abgebildet, als ob sie ein einziges Unternehmen wären (Einheitstheorie). Die Prüfung des Konzernabschlusses 2024 und des Konzernlageberichtes hat zu keinen Einwänden der Wirtschaftsprüfer ES Treuberater geführt und es wurde ein uneingeschränkter Bestätigungsvermerk erteilt. Die beauftragte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hält die Beurteilung der Lage des Konzerns durch die Geschäftsführung, insbesondere die Annahmen des Fortbestandes und die Beurteilung der wesentlichen Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung des Konzerns im Konzernabschluss und im Konzernlagebericht insgesamt für angemessen und zutreffend. Risiken, die den Konzern insgesamt gefährden, wurden nicht identifiziert. Der Aufsichtsrat der SWB GmbH hat der Gesellschafterversammlung am 26.06.2025 empfohlen, den geprüften Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht 2024 in der vorliegenden Form zu billigen. Der Vertreter der Stadt Bonn in der Gesellschafterversammlung der SWB GmbH hat den entsprechenden Beschluss am 07.07.2025 gebilligt. Hinweis: Die Mitteilung über die Jahresabschlüsse der SWB GmbH sowie des Konzerns erfolgen im öffentlichen Teil, da die enthaltenen Informationen auch - wie gesetzlich vorgeschrieben - im elektronischen Bundesanzeiger einsehbar sind. Anlage/n 1 Veröffentlichung SWB JA 2024 (öffentlich) 2 Veröffentlichung SWB-Konzern JA 2024 (öffentlich)Seite 3 von 140 Anlage 4 / 1 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Lagebericht für das Geschäftsjahr 2024 1 Grundlagen der Geschäftstätigkeit Geschäftsmodell der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB) Auf der Grundlage ihrer strategischen Ausrichtung mit der Ausgliederung der Sparten Versorgung, Ver- wertung und Verkehr in Tochtergesellschaften besteht die Aufgabe der Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn, (SWB), neben ihrer strategischen Management-Funktion im Wesentlichen darin, kaufmännische Kern- aufgaben in der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle Tochterunternehmen zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Damit wird gewährleistet, dass kauf- männische Kernaufgaben im Konzern nicht mehrfach angesiedelt sind und sich die Tochterunternehmen somit vollkommen auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Die Tochterunternehmen in den ein- zelnen Sparten sind Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, Bonn, (EnW), Bonn-Netz GmbH, Bonn, (Bonn-Netz), SWB Regional Ver- und Entsorgung GmbH, Adenau, (SWB Regional) und die Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH, Bonn, (EGM) für die Versorgung. In der Sparte Verkehr befinden sich die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH, Bonn, (SWBV), die Elektrische Bah- nen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises-SSB-GmbH, Bonn, (SSB), die Regionalverkehr Köln GmbH, Köln, (RVK) und die Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP). In der Sparte Verwertung befinden sich die MVA Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, Bonn, (MVA), die refer GmbH, Leverkusen, (refer) und die Returo Entsorgungs GmbH, Leverkusen, (Returo). Neben diesen Sparten besteht seit 2017 die per- sonallose Quartier.BonnWest GmbH, Bonn, (QBW) sowie die nach Abspaltung des Geschäftsbetriebs in 2019 ebenso personallose Stadtwerke Bonn Dienstleistungs-GmbH, Bonn (SWBD). Im Jahr 2024 wurde die Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mbH, Bonn (SEG) gegründet. Neben der kaufmännischen Geschäftsbesorgung für ihre Tochtergesellschaften, der Gewährung von Ge- sellschafterdarlehen an Konzerntöchter sowie der Abwicklung des Cash-Managements im Rahmen des zentralen Finanzmanagements bestehen weitere operative Aufgaben der SWB in der Verpachtung des Bonner Hafenvermögens, der Verpachtung von Tiefgaragen, der Verpachtung von Teilen des Verkehrs- vermögens an die Verkehrsgesellschaften. Die SWB fungiert als Makler für das Entsorgungsgeschäft mit der Returo. Zu diesem Zweck hat sich die SWB seit 2015 entsprechend der Entsorgungsfachbetriebsverordnung zertifizieren lassen und unterzieht sich seitdem jährlich einem Audit. Die SWB ist auch Dienstleister für die Bundesstadt Bonn im Bereich des Betriebs und der Unterhaltung der Straßenbeleuchtung. Für andere städtische Ämter und Unternehmen ist die SWB in den Bereichen Rechenzentrum sowie im Finanz- und Rechnungswesen tätig.Seite 4 von 140 Anlage 4 / 2 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 2 Wirtschaftsbericht 2.1 Branchenbezogene Rahmenbedingungen Die Entwicklung der Stadtwerkebranche wird durch die Entwicklungen in den Bereichen Energieversor- gung, öffentlicher Personennahverkehr und Müllverwertung geprägt. Im letzten Jahr haben die Auswir- kungen der Energiekrise und des angehobenen Verbraucherpreisindex die wirtschaftliche Entwicklung aller Unternehmenstöchter maßgeblich mitbestimmt. Als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine im Jahr 2022 haben sich die von Stadtwerken und Politik getroffenen Maßnahmen als Stabilisatoren erwiesen. Ebenso brachte die rückläufige Inflati- onsrate von 5,9% in 2023 auf durchschnittlich 2,2% in 2024 mehr Planungssicherheit. Im Jahr 2024 war die Stadtwerke-Branche durch weitgehende strukturelle und regulatorische Verände- rungen geprägt. In der Energieversorgung standen insbesondere der beschleunigte Ausbau erneuerba- rer Energien, die Transformation der Wärmeversorgung sowie die Umsetzung klimapolitischer Vorgaben im Mittelpunkt. Dabei gewannen auch Fragen zur Versorgungssicherheit und zur Preisstabilität ange- sichts geopolitischer Unsicherheiten an Relevanz. Der öffentliche Personennahverkehr sah sich mit der Notwendigkeit konfrontiert, Betriebsmodelle unter veränderten Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln, etwa im Hinblick auf das Deutschlandticket, die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten sowie die Finanzierung eines bedarfsgerechten und klimafreundli- chen Angebots. In der Abfallwirtschaft rückten Themen wie Ressourceneffizienz, die Umsetzung der EU-Vorgaben zur Kreislaufwirtschaft und der Umgang mit komplexer werdenden Abfallströmen verstärkt in den Fokus. Spartenübergreifend gewannen Investitionen in Dekarbonisierung, Digitalisierung und Infrastruktur an Bedeutung. Gleichzeitig stellte der anhaltende Fachkräftemangel viele Unternehmen vor operative Her- ausforderungen. Ein Thema, welches die gesamte Stadtwerke-Branche zudem betrifft, ist die Digitalisie- rung sowie der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Dies bezieht sich auf die Verbesserung und Optimie- rung von Abläufen und Prozessen. Die digitale Transformation ist aus Stadtwerkesicht eines der wich- tigsten Themen der nächsten Jahre, an dem in allen Geschäftsbereichen auch in Zusammenarbeit mit der konzerneigenen IT-Abteilung gearbeitet wird. Neben den internen Digitalisierungsprojekten, stehen zunehmend auch digitale Geschäftsmodelle im Fokus. 2.1.1 Energieversorgung Die Börsenpreise für Strom und Gas haben sich im Jahr 2024 konsolidiert. Die Gaspreise sind im Jahres- verlauf leicht gestiegen, langfristig wird aber von sinkenden Preisen ausgegangen. Die Großhandels- preise für Gas waren 2024 weiterhin mehr als doppelt so hoch wie vor 2021, sie orientieren sich in Europa an den aktuell teureren Preisen für Flüssigerdgas (LNG). Die Erdgaspreise für den Großhandel auf dem Terminmarkt für Jahresfuture 2025 lagen im Jahr 2024 zwischen 38 und 45 € je Megawattstunde. Dies entspricht einer Erholung im Vergleich zum Mittelwert des Vorjahres, der bei 53,59 € je Megawattstunde lag.Seite 5 von 140 Anlage 4 / 3 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die Strompreise am EPEX (European Power Exchange) Spotmarkt fielen zu Jahresanfang von 100 € je Megawattstunde auf 50 € im Sommer, um dann zum Jahresende wieder auf etwas über 100 € anzustei- gen. Die Preise für Jahres-Strom Futures bewegten sich seit April zwischen 80 € und 100 € je Megawatt- stunde (Base) bzw. 110 € und 135 € je Megawattstunde (Peak) mit dem höchsten Wert im Dezember. Die Haushaltsstrompreise sanken leicht im Jahresverlauf, der Durchschnittspreis bei 3.500 kWh Jahres- verbrauch lag bei 40,92 Ct./kWh. Ursache waren im Wesentlichen die weiterhin hohen Beschaffungskos- ten. Im Jahr 2024 verzeichnete der Primärenergieverbrauch gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 1,3% auf 2.911 TWh (vorläufige Daten des statistischen Bundesamtes). Einem leichten Anstieg bei er- neuerbarer Energie und Gas stand ein moderater Rückgang bei allen anderen Energiearten gegenüber. Gründe können im erneut milden Klima und dem immer noch relativ hohen Preisniveau gesehen werden. Der Bruttostromverbrauch lag mit 510 TWh auf Vorjahresniveau. Der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 53 % auf 56 %. Das Thema Migration/Ausländer löste den das Thema Klima/Energiewende im Rahmen des Politikbaro- meters der Forschungsgruppe Wahlen im Jahr 2024 über das Jahr betrachtet als wichtigstes Thema ab; zum Jahresende gewann zudem die allgemeine Wirtschaftslage an Bedeutung. Sowohl die Energiever- sorgung als auch der Ukraine-Krieg spielten demnach eine eher untergeordnete Rolle. Im Jahr 2024 wurden auf europäischer Ebene rechtlich-regulatorisch vor allem fünf Handlungsfelder bespielt: (1) Der bereits 2019 vorgestellte Green Deal enthält u.a. Klimaziele, marktorientierte Maßnah- men und ordnungsrechtliche Regelungen mit weitgreifenden Auswirkungen auf die Energiewirtschaft. Anfang 2024 hat die europäische Kommission in diesem Rahmen ihre nochmals verschärften Klimaziele bis 2040 vorgelegt. (2) Mit der F-Gase-Verordnung, die im Februar 2024 in Kraft getreten ist, regelt die EU Emissionsbegrenzungen, Nutzung, Produktion und Inverkehrbringen von fluorierten Treibhausgasen, sowie Mengenbegrenzungen und Berichterstattungspflichten. (3) Auf europäischer Ebene ist die Erneu- erbaren-Energien-Richtlinie Ende 2023 in Kraft getreten, womit der Ausbau von erneuerbaren Energien und entsprechender Netzinfrastruktur als von „überragendem öffentlichen Interesse“ definiert wird. Die nationale Umsetzung scheint sich allerdings zu verzögern. (4) Ende Mai 2024 wurde das europäische „Strommarkt-Paket“ vom Rat der EU angenommen und ist Mitte Juli 2024 in Kraft getreten. Von der nationalen Umsetzung wird es abhängig sein, wie dadurch das Geschäft mit erneuerbaren Energien be- einflußt wird. (5) Der Data Act ist im Januar 2024 in Kraft getreten und gibt Produktnutzern das Recht, vom Hersteller Zugriff auf die von ihnen durch die Nutzung erzeugten Daten zu erhalten. Das hat ggf. großen Einfluß auf die digitalen Geschäftsmodelle von Energieversorgern. Im Mai wurde mit dem AI Act ein einheitlicher Rahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der EU verabschiedet. Auch das wird perspektivisch große Auswirkungen auf die IT-Strategie von Versorgern haben. Auf nationaler Ebene standen die Gesetzesinitiativen vor allem im Zeichen der „Energiewende“ und des „Klimaschutzes“: (1) Umsetzung der EU-Verordnung zum europäischen Strommarktdesign von Juni 2024; (2) Zu Beginn des Jahres erfolgten umfangreiche Änderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) mit dem Ziel im Sinne des Klimaschutzes den Anteil von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung von Gebäuden zu erhöhen. In diesem Zusammenhang steht auch die ebenfalls im Januar in Kraft getre- tene Bundesförderung energieeffiziente Gebäude (BEG). (3) Der CO2-Preis im Rahmen des Brennstof-Seite 6 von 140 Anlage 4 / 4 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn femissionshandelsgesetz (BEHG) steigt auf 45 € pro Tonne. (4) Die Neufassung der Bundes-Immissions- schutzverordnung enthält eine Vielzahl von Regelungen, die das Wasserstoffgeschäft von Versorgern betreffen. (5) Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) verpflichtet Bund und Länder, eine unverbindliche Wär- meplanung zu erarbeiten, wie sie ihre Heizinfrastruktur klimaneutral umbauen wollen. (6) Der im April verabschiedete 2. Teil des Solarpakets I soll u.a. Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien be- schleunigen und enthält eine Vielzahl von Anpassungen für bestehende Gesetze und Verordnungen. In die gleiche Richtung zielt auch die Novelle des Bundes-Immissionsschutz-Gesetzes (BImSchG). 2.1.2 Öffentlicher Personennahverkehr Im Jahr 2024 nutzten nach Berechnungen des Branchenverbands VDV rund 9,8 Milliarden Fahrgäste die Angebote des deutschen ÖPNV. Dies entspricht einem Zuwachs von etwa 300 Millionen Kundinnen und Kunden im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die Branche noch immer unter dem Fahrgastaufkommen aus dem Rekordjahr 2019, als über 10,4 Milliarden Fahrgäste in Bussen und Bahnen unterwegs waren. Die wirtschaftliche Lage der Verkehrsunternehmen und Verbünde bleibt indes trotz des Kundenzuwach- ses extrem angespannt. Dies liegt unter anderem an den aufgrund des Deutschland-Tickets sinkenden Fahrgeldeinnahmen und an deutlich gestiegenen Personalkosten. Der durch Bund und Länder zu zahlende Ausgleich für die seit Einführung des Deutschland-Tickets ent- gangenen Einnahmen der Branche ist im Jahr 2024 deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des VDV müssen für das vergangene Jahr mindestens 3,45 Mrd. € an entgangenen Einnahmen durch Bund und Länder ausgeglichen werden. Dies ist nur möglich, weil noch Restmittel aus dem 2023 für die Jahre 2024 und 2025 eingesetzt werden können. Eigentlich haben sich Bund und Länder auf einen maximalen Aus- gleichsbetrag von jährlich drei Mrd. € festgelegt, der je zur Hälfte gezahlt wird. Da das Deutschland- Ticket im Jahr 2023 erst im Mai eingeführt wurde, blieb am Jahresende rund eine Mrd. € an Restmitteln übrig. Etwa die Hälfte davon fließt nun, zusätzlich zu den drei Mrd. €, in den Ausgleich für das Jahr 2024. 2.1.3 Müllverwertung In Deutschland sind rund 100 Thermische Abfallbehandlungsanlagen (TAB) im Jahr 2024 in Betrieb. Das gesamte Mengenaufkommen der TAB in Deutschland ist insgesamt stabil. Der Anteil der in den TAB entsorgten Siedlungsabfälle gegenüber vorbehandelten Abfällen geht laut Statistiken der Interessens- gemeinschaft der thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) kontinuierlich langsam zurück. Die thermische Gesamtleistung der TAB in Deutschland erhöht sich dagegen aufgrund moderat steigender Heizwerte. Die Thermische Abfallbehandlung entsorgt zuverlässig nicht recycelbare Abfälle und erzeugt damit verlässliche und bezahlbare Energie für Strom- und Fernwärmekunden. Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz nehmen dabei einen zunehmenden Stellenwert in der Kreislaufwirtschaft ein und stellen TABs mit der Lieferung für hochwertige Sekundärrohstoffe, der Erschließung neuer Mi- neralik-Ressourcen sowie der Zielsetzung von CO2-Minderungszielen vor neue Herausforderungen. Nach Einschätzung der Geschäftsführung muss sich die thermische Abfallverwertung langfristig – d.h. mit Blick auf die kommenden 4 bis 5 Jahrzehnte- zu einer Übergangstechnologie entwickeln, die auf das Ziel einer abfallarmen und recyclingorientierten Gesellschaft einzahlt, an der Erreichung dieses Ziels pro- aktiv beteiligt ist und gleichzeitig die von ihr erwarteten Energielieferungen sicherstellt.Seite 7 von 140 Anlage 4 / 5 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die Nutzung der bei der thermischen Verwertung entstehenden – als erneuerbare sowie unvermeidbar eingestufte – Abwärme hat einen hohen Stellenwert. Sie trägt zur Energieeffizienz, Ressourcenschonung, zum Klimaschutz sowie Wirtschaftlichkeit bei. Strom- und Fernwärme wird als bezahlbare Energie er- zeugt, fossile Energieträger wie Kohle und Gas werden substituiert, Treibhausgasemissionen werden durch nachhaltige Energieversorgung gesenkt, Kommunen werden bei der Umsetzung des Wämepla- nungsgesetzes (WPG) unterstützt und profitieren durch Einsparungen bei der Wärmeversorgung. Seit dem 01. Januar 2024 ist die gesamte Abfallverbrennung in das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) aufgenommen worden. Abfälle unterliegen somit der CO2-Bepreisung und Betreiber müssen für fossiles CO2 gesetzlich festgelegte Abgaben zahlen. Gleichzeitig sind sie bei der Deutschen Emissions- handelsstelle (DEHST) überwachungs- und prüfpflichtig. Der in Deutschland eingeführten BEHG-Aufschlag auf fossile Brennstoffe hat sich – entgegen Befürch- tungen - nicht auf die zu verwertenden Abfallmengen in Deutschland ausgewirkt. Auch flossen die Ab- fallströme nicht wie befürchtet ins benachbarte EU-Ausland ab. Eine Lenkungswirkung ist damit bislang noch nicht feststellbar. 2.2 Geschäftsverlauf Die für die Gesellschaft bedeutsamsten Leistungsindikatoren sind das Beteiligungsergebnis sowie das Jahresergebnis. Das prognostizierte Beteiligungsergebnis, das im Wesentlichen aus der Gewinnausschüttung der SWBB sowie der Aufwendungen im Rahmen der Ausgleichszahlungen des öffentlichen Dienstleistungsauftrags (öDA) resultiert, betrug laut Wirtschaftsplan 2024 rd. -36,4 Mio. €. Tatsächlich lag das Beteiligungser- gebnis mit rd. -30,8 Mio. € um etwa 5,6 Mio. € über der Prognose. Grund für die Abweichung ist im Wesentlichen eine um rd. 9,3 Mio. € höhere Ausschüttung der SWBB an die SWB. Das Jahresergebnis der SWB wurde mit rd. -2,9 Mio. € prognostiziert und mit einem Jahresüberschuss von rd. 3,2 Mio. € um etwa 6,1 Mio. € übertroffen. Dies resultiert im Wesentlichen aus einer um 9,3 Mio. € höheren Ausschüttung an die SWBB sowie eines um 1,4 Mio. € höheren ÖPNV-Zuschusses. Der Geschäftsverlauf der SWB wird im Wesentlichen davon geprägt, die kaufmännischen Kernaufgaben in der Konzernholding zu bündeln und diese Dienstleistungen geschäftsbesorgend für alle Tochterun- ternehmen zu Marktpreisen anzubieten und abzuwickeln. Die Abrechnung dieser Tätigkeiten erfolgt im Rahmen von Geschäftsbesorgungsverträgen, deren Umfang jährlich an die Gegebenheiten angepasst wird. Sollten daneben weitere Aufgaben für Tochtergesellschaften übernommen werden, erfolgt deren Ab- rechnung rein nach dem Aufwandsprinzip. Darüber hinaus wurde seit 2016 das Maklergeschäft von der MVA übernommen. Dementsprechend agiert die SWB erfolgreich als Makler für das Entsorgungsge- schäft mit der Returo. Im Jahr 2019 hat der Bonner Stadtrat den Klimanotstand ausgerufen und sich durch einen Beschluss zum Ziel gesetzt, bis 2035 Klimaneutralität zu erreichen. Die SWB und ihre Konzerngesellschaften unter- stützen diese Zielsetzung und haben durch Beschlüsse entschieden, ihre eigenen Leistungen bis spätes- tens 2035 CO2-neutral zu erbringen. Die klimafreundliche Gestaltung der Geschäftstätigkeiten und dieSeite 8 von 140 Anlage 4 / 6 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Einsparung von CO2-Emissionen sind für die Stadtwerke seit jeher ein großes Anliegen. Im Jahr 2020 wurde daher für das Jahr 2019 eine erste Treibhausgasbilanz erstellt. Diese wird seither jährlich fortge- setzt, um eine transparente Erfassung der Treibhausgas-Emissionen sicherzustellen. Die Treibhausgas- bilanz für das Geschäftsjahr 2024 wird im Juni 2025 den Gremien vorgestellt. Im Vergleich zum THG- Bilanz-Basisjahr 2019 konnten die CO2-Emissionen bereits um 20% gesenkt werden. Der Rat beauftragte im Mai 2020 die Verwaltung, die im Rahmen des Klimanotstands beschlossenen Einzelmaßnahmen in einem auf Klimaneutralität bis 2035 ausgerichteten städtischen Umsetzungsplan einzubetten, der sowohl die Operationalisierung als auch die Finanzierung beschreibt. Alle Maßnahmen zur Erreichung der Klimaneutralität 2035 sollen auf die mit ihnen erreichbare Emissionsminderung be- wertet und priorisiert werden. Der Umsetzungsplan wird mit Zielkorridoren für die CO2-Minderung hinterlegt. Ein regelmäßiges Moni- toring soll die Maßnahmen begleiten. Beim Nichterreichen der Zwischenziele schlägt die Verwaltung Maßnahmen vor, wie die Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden kann. Als ein Bestandteil des Klima- plans wurde ein „Arbeitsprogramm Klimaschutz“ erarbeitet, welches die sog. Steckbriefe beinhaltet, die sortiert nach Handlungsfeldern und Handlungsschwerpunkten Aktivitäten vorschlagen. Der SWB-Kon- zern ist von insgesamt 37 Steckbriefen (Haupthandlungsfelder: Energie und Mobilität) betroffen und übernimmt bei vier Steckbriefen die Federführung. Für den SWB-Konzern liegt gleichfalls ein Maßnahmenkatalog vor sowie spartenspezifische Strategien, die eine kontinuierliche Senkung der Treibhausgas-Emissionen bis 2035 absichern. Diese Maßnahmen und Strategien werden gemeinsam mit den SWB-Aufsichtsräten (AR) in einer Workshopreihe zur CO2- Neutralität entwickelt. Nach drei Workshops im Jahr 2022 zu den Themenfeldern Wärmewende, Elektri- fizierung und Wasserstoff fand im Jahr 2023 ein Workshop mit den Themenschwerpunkten CO2-Ab- scheidung, Optimierung des Beteiligungsportfolios und CO2-Kompensation. Im Jahr 2024 wurde ein weiterer AR-Workshop zum Umsetzungskonzept der sogenannten Steckbriefe des Klimaplans der Bundesstadt Bonn durchgeführt, der diejenigen Steckbriefe betrachtete, bei denen die Stadtwerke Bonn die Federführung übernommen haben. Für das Jahr 2025 sind zwei weitere AR- Workshops vorgesehen. Dabei wird Anfang des Jahres 2025 ein Workshop zur Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) sowie EU-Taxonomie-Verordnung hinsichtlich der Anforderun- gen für die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattung sowie in der zweiten Jahreshälfte ein weiterer Workshop bezüglich der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in Bonn aus Sicht der Stadtwerke durchgeführt. Die Workshops verfolgen das Ziel, unter Beteiligung der Aufsichtsräte die einzelnen Themenfelder zu bearbeiten und Lösungsszenarien zu entwickeln. Damit stellen diese AR-Dialoge eine wesentliche Grundlage für die Weiterentwicklung der Roadmap zur CO2-Neutralität in 2035 und der nachhaltigen Entwicklung der Stadtwerke Bonn dar. Abgeleitet aus dem Steckbrief des Klimaplans und gemäß des Wärmeplanungsgesetzes wurden die Er- gebnisse aus der kommunalen Wärmeplanung Anfang 2025 offengelegt. Vom 9. Januar bis zum 7. Feb- ruar 2025 hatten Bürgerinnen und Bürger sowie beteiligte Akteurinnen und Akteure aus Bonn die Mög- lichkeit, über die städtischen Beteiligungsplattformen Stellungnahmen zur kommunalen WärmeplanungSeite 9 von 140 Anlage 4 / 7 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn einzureichen. Bei den zahlreichen Eingaben tangieren über die Hälfte dieser einige SWB-Konzerngesell- schaften direkt. Die Beschlussvorlage der kommunalen Wärmeplanung wurde Mitte März 2025 durch die Stadtverwaltung dem Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen, Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda, Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit, den Bezirks- vertretungen sowie dem Stadtrat vorgelegt. 2.2.1 Energieversorgung Im Geschäftsjahr 2024 ist ein insgesamt leicht gestiegener Energieabsatz zu verzeichnen, der bei Fern- wärme etwas deutlicher ausfiel als bei Strom und Gas. Zurückzuführen ist dies auf die gegenläufigen Effekte aus einem minimalen Kundenrückgang gegenüber 2023 in Verbindung mit einem etwas höheren Verbrauch aufgrund günstigerer Preise und einem vermutlich etwas gelockerten Sparverhalten. Auch die relativ warme Witterung, die sich nur wenig unter dem Niveau von 2023 bewegte, dürfte zur Versteti- gung des Vorjahresniveaus beigetragen haben. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 531.381 T€ (Vorjahr 657.839 T€) und liegen mit 126.458 T€ unter dem Umsatz des Vorjahres und mit 24.441 T€ unter dem prognostizierten Umsatz für 2024. Verantwort- lich für den Umsatzrückgang gegenüber 2023 sind die mit den Beschaffungskosten gesunkenen Preise für Strom, Gas und Fernwärme. Die negative Abweichung der Umsatzerlöse gegenüber der Prognose ist im Wesentlichen auf die geringeren Preise bei Strom, Erdgas und Fernwärme zurückzuführen. Im Vergleich zum prognostizierten Jahresergebnis 2024 in Höhe von 46.172 T€ ist das Jahresergebnis mit 46.015 T€ um 157 T€ niedriger ausgefallen. Wesentlich für das im Vergleich zur Prognose höhere Jahresergebnis sind die gegenüber dem Plan um 18.357 T€ gesunkenen Materialaufwendungen bedingt durch niedrigere Bezugskosten für Strom, Gas und Fernwärme. Gegenläufig sind die sonstigen betrieb- lichen Aufwendungen um 7.323 T€ gestiegen. Die Umsatzerlöse sind im Wesentlichen aufgrund von Preissenkungen um 24.441 T€ gesunken. Die sonstigen betrieblichen Erträge hingegen sind um 5.479 T€ und die Erträge aus Beteiligungen sind um 4.038 T€ aufgrund des höheren Beteiligungsertrages der Bonn-Netz höher ausgefallen als geplant. 2.2.2 Öffentlicher Personennahverkehr Die Betrauung der SWBV durch den Aufgabenträger Bundesstadt Bonn mit der Erfüllung gemeinwirt- schaftlicher Verpflichtungen im Rahmen der Durchführung des Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) lief Mitte 2023 aus. Die Bundesstadt Bonn hat SWBV und SSB auf Basis eines öffentlichen Dienstleistungsauftrag (öDA) im Sinne der VO (EG) 1370/2007 weiterhin betraut. Damit lenken SWBV und SSB auch künftig als Mobili- tätsdienstleister der Bundesstadt Bonn die Geschicke des ÖPNV. Somit ist die Grundlage für nachhaltige Investitionen, sichere und attraktive Arbeitsplätze, aber auch für zukünftige Leistungserbringung gelegt. Der räumliche Geltungsbereich des öDA umfasst das gesamte Stadtgebiet von Bonn sowie in den mit bedienten Gebietskörperschaften, für die die Zuständigkeit über interkommunale Vereinbarungen über- tragen worden ist. Der öDA hat eine Laufzeit von 22,5 Jahren und endet am 18. Dezember 2045.Seite 10 von 140 Anlage 4 / 8 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Grundsätzlich erfolgt die Finanzierung nach dem öDA für die Erfüllung der gemeinwirtschaftlichen Ver- pflichtungen entstehenden Aufwendungen in erster Linie durch die Fahrgeldeinnahmen (entsprechend den jeweils gültigen Einnahmeaufteilungsverfahren) sowie Fahrgeldersatzeinnahmen, Ausgleichszahlun- gen auf Basis allgemeiner Vorschriften, Ausgleichsleistungen anderer Gebietskörperschaften sowie sons- tige im Zusammenhang mit der Durchführung des Fahrbetriebs erzielte Erträge. Darüber hinaus werden zur Finanzierung Fördermittel des Landes und Bundes nach Maßgabe der gesetzlichen Regelungen, Rechtsverordnungen und einschlägigen Zuwendungs- sowie Verwaltungsrichtlinien beantragt. Reichen die Finanzierungsmittel nicht aus, um sämtliche in diesem öffentlichen Dienstleistungsauftrag genannten gemeinwirtschaftlichen Verpflichtungen zu finanzieren, dürfen die betrauten Unternehmen Ausgleichsleistungen des Aufgabenträgers erhalten. Entsprechende Ausgleichsleistungen, insbesondere durch mittelbare oder unmittelbare Zuschüsse der Bundesstadt Bonn, Bürgschaften oder konzerninterne Verrechnung im Rahmen des steuerlichen Querverbundes, können an die betrauten Unternehmen ge- währt werden. Im November 2024 wurde die erste der 28 neuen Skoda-Niederflurbahnen an die SWBV ausgeliefert. Die modernen Niederflurfahrzeuge sind auf dem aktuellsten Stand der Technik und versprechen somit einen zuverlässigen sowie langfristigen Betrieb. Zu nennen sind hierbei praktische Ausstattungs- und Gestaltungsmerkmale wie die verbesserte Ausleuchtung im Innern für die Fahrgäste. Diese sorgt zudem für eine erhöhte Sichtbarkeit im Dunkeln von außen. Dank der hellen und energiesparenden LED-Be- leuchtung sind die neuen Bahnen auch in der dunklen Jahreszeit und nachts gut sichtbar. Rückwirkend zum 01. Januar 2024 ist die Fahrbetrieb Bonn GmbH (FBG) im Geschäftsbetrieb von SWB Bus und Bahn aufgegangen. Seither gehören alle Mitarbeitenden aus dem Verkehrsbereich nur noch einer tarifgebundenen Gesellschaft an. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 115.454 T€ und liegen insbesondere aufgrund der Verschmelzung von SWBV und FBG 23.927 T€ unter dem Prognosewert (139.381 T€). Der Tarif im VRS-Verbundgebiet wurde 2024 zum 01. Januar angepasst. Die Preise erhöhten sich im Durchschnitt um 10,4 %. Das Deutschlandticket war von dieser Anpassung ausgeschlossen. Der Verlust des Berichtsjahres beträgt 8.092 T€ nach einem Verlust von 11.886 T€ im Vorjahr, der auf- grund des Ergebnisabführungsvertrages von der Stadtwerke Bonn Beteiligungs-GmbH (SWBB), Bonn, (SWBB) übernommen wird. Für 2024 hat die Gesellschaft einen Verlust in Höhe von 15.361 T€ prognostiziert. Ursächlich für den gegenüber Plan geringeren Verlust sind im Wesentlichen die gegenüber Plan geringeren Materialauf- wendungen (56.143 T€) sowie höhere sonstige betriebliche Erträge (13.653 T€). Gegenläufig sind die Umsatzerlöse um 14.114 T€ gesunken und die Personalaufwendungen um 34.058 T€ gestiegen.Seite 11 von 140 Anlage 4 / 9 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 2.2.3 Müllverwertung Um einen wirtschaftlichen Betrieb einer technisch anspruchsvollen Abfallverwertungsanlage gewährleis- ten zu können, ist eine gute Auslastung bei gleichzeitiger hoher technischer Verfügbarkeit der vorhan- denen Kapazitäten unbedingte Voraussetzung. Die Zeitverfügbarkeit der MVA lag im Jahr 2024 mit 98,4 % 1,4%-Punkte sowohl über dem Vorjahresniveau, als auch über dem Planwert. Der Grund für die relativ hohe Verfügbarkeit liegt an der Einhaltung der Revisionszeiträume, Zwischenreinigungen sowie geringeren Ausfallzeiten. Aufgrund der hohen Verfügbarkeit sowie gestiegener Abfallmengen des REK und der returo lag die Durchsatzleistung im Geschäftsjahr mit 257.704 Mg über dem Planwert in Höhe von 250.500 Mg und mit 20.988 Mg oder 8,9 % über dem Vorjahreswert. Die Gesamtleistung beläuft sich auf 51.027 T€ (inkl. BEHG-Zuschläge) (Vorjahr 39.825 T€) und liegt mit 1.216 T€ über der im Vorjahr getätigten Prognose (49.811 T€). Die Dampferlöse liegen im Jahr 2024 mit insgesamt 833 T€ über dem Planwert. Die Erlöse aus der Abfallverbrennung (inkl. BEHG-Erlöse aus der - CO2-Abgabe) liegen um 536 T€ höher als geplant. Das Jahresergebnis (vor Ergebnisübernahme und Ausgleichszahlung) liegt im Berichtsjahr mit 3.140 T€ um 1.457 T€ über dem prognostizierten Ergebnis für 2024 in Höhe von 1.683 T€. Dies liegt im Wesent- lichen an den gegenüber dem Plan um 1.464 T€ gestiegenen Umsatzerlösen.Seite 12 von 140 Anlage 4 / 10 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 2.3 Lage 2.3.1 Ertragslage Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der Ertragslage der SWB im Ver- gleich zum Vorjahr: 2024 in T€ 2023 in T€ Veränder ung in T€ Veränderung in % Umsatzerlöse 64.047 59.738 4.309 7,2 Andere aktivierte Eigenleistungen 574 579 -5 -0,9 Sonstige betriebliche Erträge 46.019 16.400 29.619 >100 Gesamtleistung 110.641 76.718 33.923 44,2 Materialaufwand 17.185 14.396 2.789 19,4 Personalaufwand 35.699 30.571 5.128 16,8 Abschreibungen 3.652 3.294 359 10,9 Sonstige betriebliche Aufwendungen 84.139 62.898 21.241 33,8 Sonstige Steuern 261 162 99 60,8 Gesamtaufwand 140.936 111.321 29.615 26,6 Betriebsergebnis -30.295 -34.603 4.308 -12,5 Finanzergebnis 34.249 30.341 3.907 12,9 Ergebnis vor Steuern 3.954 -4.262 8.216 >100 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 713 2.820 -2.106 -74,7 Ergebnis nach Steuern 3.240 -7.082 10.322 >100 Jahresüberschuss (i.Vj. Jahresfehlbetrag) 3.240 -7.082 10.322 >100 Kennzahlen 2024 2023 Materialaufwandsquote in % 26,6 23,9 Personalaufwandsquote in % 32,3 39,8 Anzahl Mitarbeiter im Ø incl. Auszubildende 437 398 Personalaufwand pro Kopf (FTE) in T€ 95 89 Entgegen der handelsrechtlichen Regelung wurden die sonstigen Steuern vor dem Betriebsergebnis ge- zeigt. Die Gesamtleistung ist im Vergleich zum Vorjahr (76.718 T€) mit 110.641 T€ um 33.923 T€ gestiegen. Die Umsatzerlöse sind von 59.738 T€ um 4.309 T€ auf 64.047 T€ gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den erstmalig anfallenden Erlösen aus der CO2 Abgabe (2.146 T€) sowie aus den ge- stiegenen Erlösen aus Geschäftsbesorgung (508 T€).Seite 13 von 140 Anlage 4 / 11 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die sonstigen betrieblichen Erträge in Höhe von 46.019 T€ (Vorjahr 16.400 T€) beinhalten im Wesentli- chen von der Bundesstadt Bonn an die Gesellschaft geleistete weitere öDA-Ausgleichsleistungen der Bundesstadt Bonn in Höhe von 35.630 T€ (Vorjahr 15.442 T€) sowie die öDA-Ausgleichszahlungen an SSB – Anteil RSK in Höhe von 9.760 T€. Der Materialaufwand ist auf 17.185 T€ (Vorjahr 14.396 T€) um 2.789 T€ im Wesentlichen aufgrund der erstmalig anfallenden CO2 Abgabe (2.146 T€) gestiegen. Die auf die Gesamtleistung (abzgl. der sonstigen betrieblichen Erträge) bezogene Materialaufwandsquote beträgt 26,6 % (Vorjahr 23,9 %). Der Personalaufwand hat sich von 30.571 T€ um 5.128 T€ auf 35.699 T€ erhöht. Die Veränderung ist im Wesentlichen auf die gestiegene Mitarbeiterzahl sowie die Tariferhöhungen ab dem 01. März 2024 zu- rückzuführen. Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind von 62.898 T€ um 21.241 T€ auf 84.139 T€ gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf die um 18.951 T€ höheren öDA-Ausgleichszahlungen zurückzufüh- ren. Der Anstieg des Finanzergebnisses um 3.907 T€ von 30.341 T€ im Vorjahr auf 34.249 T€ im Berichtsjahr resultiert im Wesentlichen aus einer höheren Ausschüttung der SWBB (5.491 T€) innerhalb der Erträge aus Beteiligungen sowie aus höheren Zinserträgen (677 T€). Gegenläufig sind die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen um 1.605 T€ gestiegen. Die Steuern vom Einkommen und Ertrag sind von 2.820 T€ um 2.106 T€ auf 713 T€ gesunken. Der Rück- gang ist im Wesentlichen auf die steuerlichen Korrekturvorschriften und auf eine Anpassung der Steuern für Vorjahre zurückzuführen. Das positive Jahresergebnis liegt mit 3.240 T€ um 10.322 T€ über dem Ergebnis des Vorjahres (-7.082 T€). Dies ist im Wesentlichen auf die um 29.619 T€ gestiegenen sonstigen betrieblichen Erträge sowie die um 5.355 T€ gestiegenen Erträge aus Beteiligungen zurückzuführen. Gegenläufig sind die sonstigen be- trieblichen Aufwendungen um 21.241 T€ sowie die Personalaufwendungen um 5.128 T€ gestiegen. 2.3.2 Finanzlage Im Berichtsjahr ist der Finanzmittelfonds gegenüber dem Vorjahr (-76.018 T€) um 14.918 T€ gesunken. Zum 31. Dezember 2024 besteht ein Saldo in Höhe von -90.936 T€. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultiert aus Zahlungsmittelabflüssen aus dem Cashflow der laufenden Geschäftstätigkeit in Höhe von -63.263 T€ (Vorjahr -90.299 T€). Demgegenüber stehen Zah- lungsmittelzuflüsse aus dem Cashflow aus der Investitionstätigkeit in Höhe von 30.078 T€ (Vorjahr 28.271 T€) sowie Zahlungsmittelzuflüsse aus der Finanzierungstätigkeit in Höhe von 18.325 T€ (Vorjahr 8.270 T€).Seite 14 von 140 Anlage 4 / 12 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Im Einzelnen ergibt sich folgendes Bild: 2024 in T€ 2023 in T€ Mittelabfluss aus der laufenden Geschäftstätigkeit -63.263 -90.299 Mittelzufluss aus der Investitionstätigkeit 30.078 28.271 Mittelzufluss aus der Finanzierungstätigkeit 18.267 8.270 Veränderung des Finanzmittelfonds -14.918 -53.758 Finanzmittelfonds am Anfang der Periode -76.018 -22.259 Finanzmittelfonds am Ende der Periode -90.936 -76.018 2.3.2.1 Kapitalstruktur Die SWB führt den konzernweiten Cash-Pool des Stadtwerke-Konzerns. Hierüber wird auch der eigene kurzfristige Kapitalbedarf oder Kapitalüberschuss ausgeglichen. Die Gesellschaft weist eine Eigenkapitalquote von 45,4 % (Vorjahr 45,2 %) aus. Das Anlagevermögen ist zum Bilanzstichtag zu 101,0 % (Vorjahr 101,8 %) durch Eigenkapital und mittel- bzw. langfristiges Fremd- kapital gedeckt und ist somit langfristig finanziert. Wesentliche Investitionsverpflichtungen bestehen zum Abschlussstichtag nicht. 2.3.2.2 Investitionen Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden 8.309 T€ (Vorjahr 4.858 T€) in immaterielle Vermögensgegen- stände und Sachanlagen sowie 964 T€ (Vorjahr 147 T€) in die Finanzanlagen investiert. Die Zugänge bei den immateriellen Vermögensgegenständen betreffen im Wesentlichen den Kauf der Lizenzen für S4/Hana mit 1.889 T€ sowie für die Einführung SAP S4/HANA mit 800 T€. Die Investitionen in die Sachanlagen beinhalten im Wesentlichen mit 3.368 T€ die Betriebs- und Ge- schäftsausstattung und mit 1.472 T€ Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau. Bei den Zugängen Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau handelt es sich im Wesentlichen um Straßenbeleuchtungen und Heizungsanlagen. Die Investitionen in Finanzanlagen beinhalten im Wesentlichen die die Anteile an der Klar GmbH (Un- terbeteiligung am Anteil der Stadtwerke Köln) in Höhe von 661 T€ sowie die Anteile an der Beteiligung Stadtentwicklungsgesellschaft Bonn mit beschränkter Haftung (SEG) in Höhe von 125 T€. 2.3.2.3 Liquidität Die Liquidität der SWB wird durch den Konzern-Cash-Pool jederzeit sichergestellt. Der insbesondere durch die gestiegenen Energiebezugskosten temporär erhöhte Liquiditätsbedarf in der Sparte Versorgung wird durch eine Kreditlinie (100 Mio. €) der Bundesstadt Bonn an die SWB als Cash-Pool Führerin gedeckt. Weitere 65 Mio. € Kreditlinienvolumen werden der Cash-Pool-Führerin durch Banken bereitgestellt.Seite 15 von 140 Anlage 4 / 13 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 2.3.3 Vermögenslage 2024 in T€ 2023 in T€ Veränderung in T€ Veränderung in % Bilanzsumme 348.857 343.273 5.584 1,6 Anlagevermögen 192.510 193.571 -1.060 -0,5 Umlaufvermögen und RAP 156.347 149.703 6.644 4,4 Eigenkapital 158.424 155.184 3.240 2,1 Eigenkapitalquote in % 45,4 45,2 Rückstellungen 37.629 37.623 6 0,0 Verbindlichkeiten 152.804 150.466 2.338 1,6 Fremdkapitalquote in % 54,6 54,8 Anlagendeckungsgrad II in % 101,0 101,8 Die Bilanzsumme der SWB hat sich von 343.273 T€ im Vorjahr um 5.584 T€ auf 348.857 T€ erhöht. Dies liegt im Wesentlichen an dem Anstieg der Verbindlichkeiten gegen die Bundesstadt Bonn um 30.000 T€ aufgrund der gewährten Kreditlinie (75.000 T€). Gegenläufig sind die Verbindlichkeiten gegenüber Kre- ditinstitute aufgrund planmäßiger Tilgung um 20.233 T€ sowie die Verbindlichkeiten gegenüber verbun- denen Unternehmen um 7.814 T€ gesunken. Die Bilanz der Gesellschaft wird aufgrund ihrer Holdingfunktion stark geprägt von den Finanzanlagen und den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sowie den Verbindlichkeiten gegenüber Kredit- instituten und verbundenen Unternehmen. Insgesamt belaufen sich die Finanzanlagen auf 133.134 T€ (Vorjahr 138.843 T€) und die Forderungen gegen verbundene Unternehmen auf 142.889 T€ (Vorjahr 146.112 T€). Die entsprechenden Verbindlich- keiten gegenüber verbundenen Unternehmen belaufen sich auf 35.167 T€ (Vorjahr 42.892 T€) und die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auf 37.994 T€ (Vorjahr 58.227 T€). 2.4 Gesamtaussage zum Geschäftsverlauf und zur wirtschaftlichen Lage Die Geschäftsführung ist mit dem Geschäftsverlauf und der wirtschaftlichen Entwicklung im abgelaufe- nen Geschäftsjahr, unter Berücksichtigung der schwierigen Rahmenbedingungen durch die weiterhin anhaltenden Auswirkungen der geopolitischen Spannungen und Konflikte sowie der daraus resultieren- den Auswirkungen, zufrieden. 2.5 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren Personal- und Sozialbereich Insgesamt waren im Jahr 2024 (Stand Dezember 2024) bei der SWB 452 Mitarbeitende beschäftigt, da- von 84 in Teilzeit (entspricht 19 %). Hinzu kamen insgesamt 17 Auszubildende. Ein Auszubildender konnte seine Ausbildung sowohl als Kammerbester im Bezirk der IHK Bonn-Rhein/Sieg, als auch als Lan- desbester NRW abschließen.Seite 16 von 140 Anlage 4 / 14 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Ein wesentlicher Fokus lag im zweiten Halbjahr 2024 darauf, die Strukturen und Prozesse im Personal- bereich noch stärker an den Strategischen Zielen der SWB auszurichten und damit den Anforderungen der Zukunft als Arbeitgeber noch besser begegnen zu können. Nachhaltigkeit Die Veröffentlichung der „Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)“ im Dezember 2022 und ihre Umsetzung in nationales Recht erweitert die Anzahl an Unternehmen, die eine Nachhaltigkeitsbe- richterstattung durchzuführen haben und weitet die Berichtsvorschriften aus. Ziel der Richtlinie ist es, durch einheitliche Maßstäbe eine bessere Messbarkeit und Vergleichbarkeit der Unternehmen sicherzu- stellen. Unternehmen haben über die Auswirkungen des eigenen Geschäftsbetriebs auf die Umwelt und Menschen sowie über die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf das Unternehmen zu berich- ten. Für die Implementierung der europäischen CSRD (Nachhaltigkeitsberichterstattung) wurde bereits die- ses Jahr vorbereitende Maßnahmen im Rahmen eines gemeinsamen ASEW-Projektes mit zahlreichen Stadtwerken zur doppelten Wesentlichkeitsanalyse gestartet, um entsprechende Strukturen zur Bericht- erstattung für das erste Berichtsjahr aufzubauen. Damit die Anforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung nach CSRD und ihre Berichtspflicht für deutsche Unternehmen in Kraft treten, bedarf es einer Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht. Dies hätte in Deutschland bis zum 06. Juli 2024 abgeschlossen werden müssen, ist bis Ende 2024 jedoch nicht erfolgt. Im November 2024 wurde eine weitere EU-Verordnung angekündigt (Omnibus-VO), wel- che die EU durch Hebung von Synergien auch in Bezug auf Berichterstattungen, in ihrer Wettbewerbs- fähigkeit stärken soll. Bezugnehmend auf diese rechtliche Situation wurden im Rahmen des ersten Entwurfes zur Omnibus- VO (Februar 2025) umfangreiche Änderungen u.a. in der CSRD, EU-Taxonomie-VO und der CSDDD (eu- ropäisches Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz) vorgenommen. Die Berichtspflicht für Unternehmen der Größe der SWB soll nach diesem Entwurf nicht wie in der ursprünglichen Version der CSRD vorgesehen für das Geschäftsjahr 2025, sondern erst für das Geschäftsjahr 2027 gelten. Der Umsetzungsprozess der Omnibus-VO dauert an. Sobald die Verordnung im Europäischen Amtsblattveröffentlicht ist, muss diese binnen 12 Monaten in das nationale Gesetz der Mitgliedsstaaten übertragen werden. CO2-Neutralität Aus Basis des strategischen Ziels der CO2-Neutralität sowie des Ratsbeschlusses der Bundesstadt Bonn, wurde eine Reduktionsstrategie erarbeitet. Diese Strategie verfolgt das Ziel, die eigenen Leistungen bis 2035 CO2-neutral zu erbringen. Hierfür werden seit dem Geschäftsjahr 2019 jährlich CO2 -Bilanzen erstellt, aus denen sich ableiten lässt, wo sich die CO2-Treiber im SWB-Konzern befinden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurden in den Folge- jahren wie auch in 2024 gezielte Maßnahmen entwickelt und umgesetzt, um den CO2-Ausstoß zu ver- ringern. Im Vergleich zum THG-Bilanz-Basisjahr 2019 konnten die CO2-Emissionen bereits um 20 % gesenkt werden.Seite 17 von 140 Anlage 4 / 15 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Klimaschutz Energieversorgung Die EnW setzt die Energiewende vor Ort um, fördert innovative Technologien und schafft so die Voraus- setzungen für eine klimafreundliche Mobilität. Der Bereich Großanlagen-Contracting, wo beispielsweise Hybridanlagen (Luft/Wasser Wärmepumpe & Spitzenlastkessel) u.a. für das Städtische Gebäudema- nagement Bonn (SGB) und auch im gewerblichen Bereich im Rhein-Sieg-Kreis für erhebliche Emissions- Reduzierungen sorgen, machen die Versorgung für den Kunden zukunftssicher. Als kommunaler Energieversorger mit seiner über 140-jährigen Geschichte trägt die EnW eine besondere Verantwortung zur Erfüllung der Klimaschutzziele der Bundesstadt Bonn. Nachhaltigkeit, Energieeffizi- enz und Investitionen in die Zukunft sind dabei drei wichtige Eckpfeiler. Schon seit jeher orientiert sich die EnW beim unternehmerischen Handeln an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung. Dafür setzt sie auf eine stete Steigerung der Energieeffizienz und den zunehmenden Einsatz nachwach- sender Rohstoffe. Die Orientierung an diesen Zielen wird an vielen Stellen des unternehmerischen Han- delns deutlich: Bei der Modernisierung des HKW-Nord und dem Einbau einer neuen wasserstofffähigen Gasturbine sowie bei der Nutzung öffentlicher Dächer zur Erzeugung von Solarstrom und den Ausbau der Ladeinfrastruktur in Bonn, um nur einige zu nennen. Auch in der Kommunikation spielt Nachhaltig- keit eine wesentliche Rolle, das zeigt sich u.a. an der Kampagne. Meine Klimawerke – Gemeinsam CO2 reduzieren, der Energiemesse Klima.Werk.Stadt. oder dem Energiegipfel. Durch die Verstetigung des Ausbaus der öffentlichen und teilöffentlichen Ladeinfrastruktur in Bonn auf Grundlage eines erstellten Ausbaupfades wird den gestiegenen Anforderungen des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung Rechnung getragen. So sind bereits heute über 430 öffentliche Normal- und Schnell- lademöglichkeiten auf dem Bonner Stadtgebiet entstanden. Ende 2024 sind es über 1.380 private, ge- werbliche und öffentliche Ladepunkte. Auch wurde die Erdgastankstelle aufgrund der neu errichteten DC-Schnellladestation 150 kW am Standort der SVG Tankstelle Bonn stillgelegt. Im Bereich Photovoltaik (PV) wurde und wird der Ausbau der Erzeugungskapazitäten weiter vorange- trieben. Bis Ende des Jahres 2024 sind auf städtischen und SWB-Liegenschaften Anlagen mit über 1.700 kWp in Betrieb. Auf privaten und gewerblichen Objekten sind weitere Anlagen mit rund 950 kWp um- gesetzt worden. Öffentlicher Personennahverkehr ÖPNV und der Umweltgedanke sind untrennbar miteinander verbunden. Busse und Bahnen bewegen nicht nur Menschen, sondern bringen auch den Klimaschutz voran. Der umweltfreundliche ÖPNV ist ein wichtiger strategischer Partner zur Verwirklichung der Klimaschutzziele. Die SWBV fühlt sich dem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen schon seit Jahren ver- pflichtet. So werden beispielsweise die Elektrobus- und Bahnleistungen mit zertifiziertem Ökostrom CO2-neutral erbracht und die Fahrdienstmitarbeiter im Hinblick auf eine energiesparende Fahrweise re- gelmäßig geschult.Seite 18 von 140 Anlage 4 / 16 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die SWBV treibt die Wende von Verbrennungsmotoren hin zur Elektromobilität weiter voran. Um den ÖPNV zu einer attraktiveren Alternative zu machen, wird die Bahnflotte von SWBV/SSB in den kommen- den Jahren um 65 neue Bahnen sowohl erweitert als auch ersetzt. Darüber hinaus ist bis 2035 die voll- ständige Elektrifizierung der Busflotte geplant. Ein Schlüssel für die Akzeptanz und den Nutzen des ÖPNV-Angebots ist nicht zuletzt eine moderne und emissionsarme Fahrzeugflotte mit ausreichendem Platzangebot. Alle Solo- und Gelenkbusse ent- sprechen mindestens der Euro-V-Norm. Von den Bussen, die die Euro-VI-Norm erfüllen, sind 53 Busse Mild-Hybrid-Busse. Jeder dieser Busse spart laut Angaben des Herstellers gegenüber einem vergleichbaren Stadtbus mit herkömmlicher Mo- torisierung bis zu 26 Tonnen CO2 pro Jahr und durchschnittlich 10 % Kraftstoff ein. Sie erfüllen die Ab- gasnorm Euro 6d und entsprechend damit der den neusten gültigen Abgasnormen. Die neuen Mild- Hybrid-Gelenkbusse haben vier Türen für den Aus- und Einstieg, wodurch der Fahrgastwechsel an den Haltestellen beschleunigt wird. Als zukunftsorientierter ÖPNV-Dienstleister beschreitet die Gesellschaft auch neue Wege bei der Ent- wicklung und Erprobung von umweltschonender Antriebstechnologien im Fahrzeugsektor. Um weitere wichtige, praktische Erfahrungswerte bezüglich der Transformation des Fuhrparks generieren zu können, entschied sich die SWBV zur Beschaffung von sieben Elektrobussen, die 2021 in Betrieb genommen wurden und als Ergänzung für die zur Erbringung der Linienverkehrsleistung benötigen Dieselbusse zu sehen sind. Weitere 10 reine Elektro-Solobusse werden voraussichtlich Mitte des Jahres 2025 in Betrieb genommen. 18 Stadtbahnwagen der SWBV und sieben der SSB der Baujahre 1974 bis 1977 (1. – 3. Serie) wurden seit 2008 sukzessive in der konzerneigenen Werkstatt zweiterstellt und bekamen unter anderem einen neuen energiesparenden Antrieb. Bis zum Jahresende 2023 wurden insgesamt 18 Fahrzeuge der SWBV und sechs der SSB fertiggestellt und im Linienbetrieb eingesetzt. Das letzte Fahrzeug der SSB wurde im I. Quartal 2024 dem Linienverkehr übergeben. Die Zweiterstellung ist damit abgeschlossen. Für die Fahrzeuge der 4. und 5. Serie wurden die Projekte ZEultralight und ZElight beschlossen. Durch die vom Rat der Bundesstadt Bonn und dem Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises beschlossene Fort- schreibung des Nahverkehrsplans und der damit einhergehenden Weiterentwicklung des Stadtbahnan- gebots haben die SWBV und die SSB die hierfür notwendigen 22 Stadtbahnfahrzeuge (davon 12 Fahr- zeuge für die SWBV) im 1. Halbjahr 2022 bestellt. Die SWBV wurde im Juli 2022 von der Bundesstadt Bonn beauftragt, zwei zusätzliche Fahrzeuge zu beschaffen, weil zukünftig der Takt der Linie 61 zwischen Auerberg und Bonn Hauptbahnhof auf einen 5-Minuten-Takt verdichtet werden soll. Die Bestellung erfolgte im Juli 2022.Seite 19 von 140 Anlage 4 / 17 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die Fertigstellung und Auslieferung der ersten beiden Niederflurstraßenbahnen erfolgte in 2023. Es stehen nun entsprechende Testfahrten im Netz, Schulungen für Fahrpersonal und Werkstatt und der Inbetriebnahmeprozess der Technischen Aufsichtsbehörde an. Die vollständige Ausmusterung der Be- standsfahrzeuge wird sich nach aktuellen Erkenntnissen über das 2025 erstrecken. Aktuell ist ein Betrieb der Altfahrzeuge bis Ende 2025 durch die Aufsichtsbehörde, ohne Auflagen, genehmigt. 3 Prognose-, Chancen- und Risikobericht 3.1 Prognosebericht 3.1.1 Branchenentwicklung Da die Lage der Gesellschaft wesentlich durch die Entwicklung bei der SWBB und ihren Tochtergesell- schaften geprägt wird, ist die SWB maßgeblich von den Geschäftsentwicklungen der Tochtergesellschaf- ten abhängig. 3.1.2 Unternehmensentwicklung Energieversorgung Insgesamt ist die Kundenfluktuation durch die aktuellen Bedingungen nach wie vor schwer planbar. Zwar hat sich die Dynamik etwas beruhigt, durch die unterschiedlichen Beschaffungsstrategien der Versor- gungsunternehmen sind die Wettbewerbspreise in einer Gesamtsicht aber weiterhin volatil. Die seriöse Beschaffungs- und Preisstrategie der EnW wird zu einer Preisposition führen, die von einzelnen Wettbe- werbern mit temporär niedrigen Angebotspreisen angegriffen werden und zu Kundenverlusten führen kann. Um den Commodity-Kunden dauerhaft mit einem attraktiven Service begegnen zu können, wurde 2024 ein vertriebliches Weiterentwicklungsprogramm begonnen. Dabei wurden die Rahmenbedingen ge- schaffen, den bei Privat- und Gewerbekunden angestrebten Marktanteil erreichen und dauerhaft halten zu können. Dazu zählen u.a. Kündigungsprävention, Kundenrückgewinnung, Direktvermarktung, Plazie- rung der Produkte auf Vergleichsportalen, Neukundenboni, Dynamische Tarife als echtes Vertriebspro- dukt und Kundenempfehlungsprogramm, um nur einige zu nennen. Der Vertrieb von Produkten in neuen Absatzmärkten und die offensive Positionierung der EnW als Ener- giedienstleister soll das Ergebnis in den nächsten Jahren zunehmend stabilisieren und steigern. Hierzu zählen z. B. das Angebot von Mieterstrom, Wärme-Contracting und spezielle Tarife für das E-Auto. Weiterhin wird das Ziel verfolgt, die EnW als „den“ regionalen Versorger zu positionieren, der aus der Region kommt und für die Region da ist. Diese Zielsetzung wird schon heute durch zahlreiche lokale Kooperationen - wie z. B. mit dem Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümerverein, der Kreishandwer- kerschaft usw. - verfolgt. Zudem können sich Bonner Bürger durch Bürgerbeteiligungen an der Errich- tung von PV-Anlagen im Stadtgebiet beteiligen und finanziell profitieren.Seite 20 von 140 Anlage 4 / 18 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Um eine nachhaltige Stärkung der Marktposition zu gewährleisten, wird die Suche nach Kooperations- möglichkeiten weiter fortgesetzt. Hier ist die Zusammenarbeit mit der Trianel-Gruppe zu erwähnen, an der eine Vielzahl deutscher Stadtwerke beteiligt ist, aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Ener- gieversorgern in der Region, wie der RheinEnergie AG und anderen Partnern., wie z.B. der BREKO (Bun- desverband Breitbandkommunikation e.V.) im Geschäftsfeld Lichtwellenleiter. Die Anforderungen durch die Energiewirtschaft stellen besondere Herausforderungen dar, denen sich die EnW gut positioniert stellen wird. Der Wettbewerb um Sondervertrags- und Bündelkunden sowie das erforderliche Know-how in wettbewerbsrelevanten Bereichen, wie dem Energieeinkauf, dem Ener- giehandel und dem Aufbau von Vertriebssystemen, werden die Entwicklung der folgenden Jahre maß- geblich beeinflussen. Eine besondere Herausforderung stellt die Umsetzung der Digitalisierung der Energiewirtschaft dar. Die Anforderungen der Kunden hinsichtlich eines vollumfänglich digitalen Service müssen erfüllt werden. Zusätzlich verlangt der Markt- und Wettbewerbsdruck schlanke, digitale Prozesse. Dabei hat die Daten- sicherheit eine hohe Priorität. Öffentlicher Personennahverkehr Der öDA schafft mit einer Laufzeit bis Ende 2045 für SWBV und SSB in den nächsten Jahren Planungssi- cherheit zur Erbringung der Verkehrsleistung, zur Instandhaltung und zum Ausbau der Infrastruktur so- wie der Mobilitätswende in der Bundesstadt Bonn und in den mitbedienten Gebietskörperschaften. Er bildet den Rahmen für die zukünftige Entwicklung der Gesellschaften und bestimmt das unternehmeri- sche Handeln. Für 2025 bleibt es daher Ziel der SWBV, die in der Betrauung festgelegten Soll-Kosten zur Erlangung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit im ÖPNV zu erreichen. Im Rahmen der Kostenplanung schlagen sich weiterhin die massiven Preissteigerungen infolge des Uk- raine-Krieges in nahezu allen Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung nieder. Zum 1. Januar 2025 wurden die Tarife im VRS-Verbundgebiet mit Ausnahme des Deutschlandtickets im Durchschnitt um 3,1% % erhöht. Die Fahrgeldeinnahmen steigen durch die beschlossene VRS-Tariferhöhung zu Beginn des Jahres 2025 an. Durch die Einflüsse des Deutschlandtickets verändern sich die Tariflandschaft und Nutzerverhalten voraussichtlich weiter stark. Die Kompensation der dadurch entstehenden Einnahme- ausfälle erfolgt analog der Systematik des ÖPNV-Rettungsschirmes. Um auch zukünftig die ÖPNV-Leistungen zuverlässig erbringen zu können, müssen neben Investitionen in neue Fahrzeuge auch verstärkt Mitarbeitende im Fahrdienst eingestellt werden. Durch den demogra- fischen Wandel werden Mitarbeitende vermehrt in den Ruhestand gehen. Zusätzlich werden ÖPNV-An- gebote zukünftig im Sinne des Klimaschutzes stärker ausgebaut. Um diesen Herausforderungen mit ge- nügend qualifiziertem Personal gerecht zu werden, hat der SWB-Konzern verstärkt auf Kampagnen ge- setzt, die das Ziel der Personalgewinnung verfolgen.Seite 21 von 140 Anlage 4 / 19 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Bund und Länder haben sich auf eine einheitliche Lösung für ein Semesterticket im Rahmen des Deutsch- landtickets geeinigt. Für Studierende gibt es danach ab dem Sommersemester 2024 ein um 40 % rabat- tiertes Deutschlandticket. Für 29,40 € statt 49,00 € können die Studierenden dann deutschland-weit den ÖPNV nutzen. Ab dem Wintersemester 2025/2026 wird das Deutschlandticketsemesterticket 34,80 € kosten. Müllverwertung In Bezug auf das Geschäftsfeld Verwertung rechnet die Geschäftsführung der MVA für 2025 mit einem leichten Rückgang bei den Siedlungsabfallmengen im Zweckverbandsgebiet. Zur weiteren Entwicklung der Abfallmengen wurde eine Prognose-Studie in Auftrag gegeben. Im Ergebnis ist zu erwarten, dass auch mittel- bis langfristig Bedarf an MVA-Kapazitäten besteht und die Auslastung der MVA Bonn bei Fortbestand der REK als sicher betrachtet werden kann. Die Kosten für die ökologisch hochwertige Ab- fallverwertung werden sich instandhaltungs- und reinvestitionsbedingt, vor allem aber auch wegen der stark steigenden Energiepreise erhöhen. Zusätzlich muss 2024 der im Brennstoffemissionshandelsgesetz verankerte (BEHG)-Aufschlag mit abgerechnet werden. Kostensenkungsmaßnahmen in adäquatem Um- fang sind aufgrund des Alters der Anlage nicht identifizierbar. Den REK-Mitgliedern wurde diese Entwicklung frühzeitig kommuniziert. Darüber hinaus führt die SWB den konzernweiten Cash-Pool des Stadtwerke-Konzerns. Um möglichen negativen Auswirkungen auf die Liquidität des Stadtwerke-Konzerns entgegenzuwirken, werden aktuell mögliche Handlungsoptionen durch die Cash-Pool Führerin geprüft. Neben dem Eigengeschäft der SWB, dass sich u.a. aus dem Maklerauftrag des Entsorgungsfachbetriebes, der Straßenbeleuchtung, der Entwicklung der Liegenschaften im Rahmen des Innovationsdreieck (über die Quartier.Bonn.West GmbH) sowie dem Geschäftsfeld Parken (über die Beteiligung an der BCP) zu- sammensetzt, erbringen die SWB zudem die, über den Geschäftsbesorgungsvertrag geregelten, kauf- männischen Querschnittsfunktionen für die Konzerngesellschaften. Im Wirtschaftsplan 2025 wird mit einem Beteiligungsergebnis in Höhe von rd. -49,4 Mio. € geplant. Als Jahresergebnis für 2025 ist ein Verlust von rd. -1,6 Mio. € geplant. Die Jahresergebnisse der nächsten Jahre sind voraussichtlich geprägt durch die Auswirkungen des Ukraine-Krieges, der Inflation, Energie- krise und der Störung von Lieferketten sowie einer deutlichen Ausweitung des Verkehrsangebotes. 3.2 Risikobericht 3.2.1 Risikomanagementsystem Im SWB-Konzern bzw. den konsolidierten Gesellschaften ist ein umfassendes Risikomanagementsystem zur Umsetzung der Anforderungen nach dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmens- bereich (KonTraG) aufgebaut. Ziel ist das frühzeitige Erkennen von Entwicklungen, die das Potenzial ha- ben, den Fortbestand einzelner Gesellschaften zu gefährden, sowie die Erarbeitung von notwendigen Steuerungsmaßnahmen.Seite 22 von 140 Anlage 4 / 20 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Es wurden mehrere Risikobeauftragte benannt, die mit Unterstützung des zentralen Risikomanagers des Konzerns kontinuierlich mögliche Risiken in einer Risikomanagementsoftware erfassen, bewerten und Steuerungsmaßnahmen dokumentieren. Identifizierte Risiken werden in den Dimensionen Schadens- höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit klassifiziert. Die zur Steuerung ergriffenen Maßnahmen werden in Risikoerfassungsbögen dokumentiert. Über Risi- ken mit einer Schadenshöhe, die größer als eine definierte Relevanzgrenze sind, wird quartalsweise Be- richt erstattet. Adressaten sind Geschäftsführung, Aufsichtsrat und Gesellschafter. In regelmäßigen Abständen werden bereits identifizierte Risiken auf Veränderungen hin überprüft sowie Bewertungen und Steuerungsmaßnahmen bei Bedarf angepasst. Mit allen vorhandenen internen und externen Informationsquellen wird geprüft, ob neue Risiken hinzugekommen sind. Die Ablauf- und Aufbauorganisation ist im konzernübergreifenden Risikomanagementhandbuch darge- stellt. Dieses dient als Leitfaden für alle wesentlichen Aufgaben sowie zur Sicherstellung der dauerhaften und personenunabhängigen Funktionsfähigkeit des Risikomanagementprozesses. Die Prüfung des Risi- komanagementprozesses obliegt der Konzernrevision. Der Prozess wird mit einer Datenbank unterstützt. 3.2.2 Risiken Die SWB übernimmt im SWB-Konzern Holdingfunktionen. Die Hauptrisiken für den SWB-Konzern liegen auf Grund ihrer verschiedenen Tätigkeitsfelder deshalb in den jeweiligen Tochtergesellschaften und sind dort abgebildet. Sie werden jeweils unternehmensindividuell bewertet und durch geeignete Steuerungs- maßnahmen begrenzt. Die Hauptrisiken der SWB resultieren aus möglichen Steuernachforderungen aufgrund einer steuerli- chen Betriebsprüfung sowie in den potenziellen Bedrohungen im IT-Bereich. Diese können u. a. in der Zerstörung des Rechenzentrums liegen oder auch im Verlust von Daten durch z. B. Schadsoftware oder auch unerlaubten Fremdzugriffen auf interne Daten. Ein Risiko stellen die politischen Beschlüsse in Bezug auf die Finanzierung der beauftragten Dienstleis- tungen im Verkehr dar. Auf Grund der erhöhten Anforderungen und Herausforderungen im öffentlichen Nahverkehr, die durch die Mobilitäts- und Energiewende geprägt sind, erklärt sich die Bundesstadt Bonn mit einer Absichtserklärung bereit, im Fall unzureichender eigener Mittel des SWB-Konzerns einen jähr- lichen, eigenständigen Finanzierungsbeitrag zu leisten. Im Rahmen des konzernweiten Risikomanage- ments wird das Ausfallrisiko für diesen Finanzierungsbeitrag analysiert und beurteilt. Das im Rahmen der Verkehrswende eingeführte Deutschlandticket ist nur bis zum Ende des Jahres 2025 gesichert. Eine Wei- terführung des Deutschlandtickets über das Jahr 2025 hinaus ist von bundespolitischen Beschlüssen und Finanzierbarkeit durch Bund und Länder abhängig, was dazu führen kann, dass in der Planung ange- nommene Ausgleichszahlungen der Fahrgeldeinnahmen nicht vollumfänglich realisiert werden. Zentrales Risiko für SWBB und SWB ist nach wie vor die Gefahr, dass durch eine Änderung im Körper- schaftsteuergesetz der steuerliche Querverbund wegfällt.Seite 23 von 140 Anlage 4 / 21 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Aufgrund der Wirkung der DSGVO und des EuGH-Urteils "Schrems II" könnte es durch unbeabsichtigte Datenschutzverstöße zu hohen Bußgeldern kommen. Durch vielfältige Maßnahmen organisatorischer wie operativer Natur im gesamten Konzern wird dem entgegengewirkt. Weitere Einzelrisiken, die sich durch größere Schadenshöhen oder hohe Erwartungswerte hervorheben, liegen unter anderem in einer drohenden Rückzahlung der Hafenförderung, sofern die Auflagen des Zuwendungsbescheids nicht er- füllt werden. Weiterhin zu nennen sind mögliche zukünftige Beteiligungsverluste an der Trianel GmbH und der Trianel Gaskraftwerk Hamm GmbH & Co. KG, die mögliche Inanspruchnahme des Trianel-Kre- ditrisikopools und eine mögliche Bürgschaftsinanspruchnahme durch die Kommunale Zusatzversorgung Westfalen-Lippe (KZVW). Auf die prognostizierten Energiebedarfe zahlen Kunden monatliche, gleichmäßige Abschläge. Mit den Energiepreissteigerungen tritt ein zunehmender Zwischenfinanzierungsbedarf in den Wintermonaten auf, der die Liquidität im Konzern beeinflusst. Durch verschiedene erfolgte Steuerungsmaßnahmen ist jedoch bei anfallenden Zwischenfinanzierungsbedarfen eine anhaltende Sicherheit der Liquidität ge- währleistet. Die Beobachtung der geopolitischen Lage ist zu einem festen Bestandteil nationaler und internationa- ler Unternehmen im Rahmen des Risikomanagements geworden und stellt durch die herrschende Volatilität der Märkte eine große Herausforderung für Unternehmen sowie Politik dar. Unabhängig von der Größe oder Art der Konflikte, können diese binnen kürzester Zeit weltweit zu politischen oder wirt- schaftlichen Spannungen führen, wie die jüngsten Entwicklungen nach der Amtseinführung des neuen amerikanischen Präsidenten gezeigt haben. Die daraus resultierenden Risiken für die Finanz- und Beschaffungsmärkte können stark differieren und sind in Ihren Auswirkungen - auch für die Unternehmen der SWB-Gruppe - schwer einzuschätzen. Das Risiko mit der größten Schadenshöhe ergibt sich aus der gesamtschuldnerischen Haftung im Rah- men des Konzern-Cash-Managements. Die maximale Schadenshöhe ist analog zur aktuellen Kreditlinie. Der Risikoeintritt wird aufgrund der Liquiditätssituation im Konzern sowie der ergriffenen Steuerungs- maßnahme als sehr unwahrscheinlich eingeschätzt. Risiken, die den Fortbestand des Unternehmens gefährden, wurden nicht identifiziert. 3.3 Chancenbericht Aufbauend auf dem Strategieentwicklungsprozess im Jahr 2023 wurden im Jahr 2024 die ersten abge- leiteten Maßnahmen zur Zielerreichung umgesetzt. Im Jahresverlauf wurde hierüber fortlaufend in den Geschäftsfeldern Holding, Versorgung, Netze, Verkehr und Verwertung auf Ebene der Geschäftsführung sowie Aufsichtsräte berichtet. Darüber hinaus fand im letzten Quartal 2024 ein Strategie-Review statt, aus dem sich im ersten Quartal des Folgejahres Anpassungen an der Strategie ergeben können. Somit soll den dynamischen Entwicklungen von Märkten und politischen sowie gesetzlichen Rahmenbedin- gungen im Sinne einer wirtschaftlichen und nachhaltigen Entwicklung des Stadtwerke Bonn-Konzerns bestmöglich Rechnung getragen werden.Seite 24 von 140 Anlage 4 / 22 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Die Strategie setzt sich dabei inhaltlich aus der Konzern-Vision und -Mission, der strategischen Positio- nierung und den Zielen der jeweiligen Geschäftsfelder sowie der strategischen Positionierung und Maß- nahmen zur Umsetzung auf Bereichsebene, zusammen. Die Holding versteht sich als strategische und steuernde Managementholding im SWB-Konzern und unterstützt in ihrer Vorreiterrolle als kaufmänni- scher Dienstleister die Konzerngesellschaften bei der Entwicklung ihrer Geschäftsfelder und entwickeln parallel ihr Eigengeschäft weiter. Sie stimmt die Geschäftsfelder auf das Konzern-Optimum unter Be- rücksichtigung der CO2-Neutralität bis 2035 ab, hebt dabei Synergieeffekte über Gesellschaftsgrenzen hinaus und managt mögliche Zielkonflikte. Als kompetenter Businesspartner unterstützt sie den Stadt- werke Bonn-Konzern bei der Positionierung als innovativen und zukunftsfähigen Arbeitgeber um Fach- und Führungskräfte zu gewinnen. Neben der digitalen Transformation bietet die Sektorenkopplung für den SWB-Konzern eine der zu- kunftsweisendsten Chancen. Die Sektorenkopplung verbindet dabei die Sektoren der Energieversor- gung, der Mobilität und der Abfallverwertung und bildet eine der Schlüsseltechnologien der Energie-, Wärme- und Mobilitätswende auf dem Weg zur CO2-Neutralität. Darüber hinaus bietet die Sektoren- kopplung die Möglichkeit der Entwicklung vernetzter Produkte und Dienstleistungen, wodurch neue Zielgruppen auf dem Markt erschlossen werden können. Zudem eröffnen sich im Rahmen der digitalen Transformation durch den Einsatz künstlicher Intelligenz neue Potentiale zur Effizienzsteigerung sowie Kostensenkung. Seit 2021 sind die Stadtwerke Bonn Teil der Stadtwerke-Initiative Klimaschutz. Diese, von der ASEW ko- ordiniert, unterstützt die Stadtwerkewelt dabei, gemeinsam den Weg hin zu einer treibhausgasneutralen Wirtschaft zu beschreiten. Dabei soll die Zusammenarbeit zwischen Kommune und Stadtwerken gestärkt werden, um generationengerechte Ziele vor Ort verwirklichen zu können und die regionale Wertschöp- fung zu steigern. Die Stadtwerke haben für das Jahr 2024 alle vier Prüfkriterien erfüllt und durch die ASEW einen positiven Prüfbescheid erhalten. 3.3.1 Energieversorgung Die EnW legt weiterhin großen Wert auf die Aktivitäten hinsichtlich Kundenbindung und Kundenrück- gewinnung. Ziel ist hier, auch im klassischen Energiegeschäft mindestens den aktuellen Marktanteil zu halten oder zur Ertragssteigerung auszubauen. Eine wichtige Herausforderung für den Vertrieb ist ein proaktiver Vertriebsansatz im Privat- und Gewer- bekundensegment. Hierfür wurden in 2024 mit einer neuen Strategie die Rahmenbedingen geschaffen und die Umsetzung wird im laufenden Jahr voraussichtlich wieder zu steigenden Kundenzahlen führen. Seit Beginn der Energiekrise im Jahr 2022 hat der Kundenservice nochmals an Bedeutung gewonnen. Über alle Kontaktkanäle war ein starker Anstieg des Kontaktvolumens zu verzeichnen. Kunden wenden sich mit großer Verunsicherung an den Service, da ihnen umzusetzende gesetzliche Maßnahmen oft unverständlich sind. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, wurde der Schulungsaufwand deutlich er- höht. Um die Kundenbindung zu festigen und weiter auszubauen, ist es erforderlich, weiterhin sehr gu- ten Kundenservice sowie wettbewerbsfähige Preise anzubieten und ein hohes Engagement vor Ort zu zeigen. Um diese gesteckten Ziele zu erreichen, wird die Qualität sowohl der eigenen Mitarbeiter als auch der externen Dienstleister kontinuierlich erhöht. Zudem überprüfte und zertifizierte der TÜV SÜD erneut die Service-Qualität des Kunden-Service der EnW.Seite 25 von 140 Anlage 4 / 23 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Zur Unterstützung des klassischen Energiegeschäfts bieten sich wertschöpfungssteigernde Energie- dienstleistungen an. Der Ausbau dieses Geschäftsfeldes kann mittelfristig zu Ergebnissteigerungen, ins- besondere aber zu einer höheren Kundenbindung führen. In diversen Projekten werden aktuell Produkte auf ihre Umsetzungs- und Wettbewerbsfähigkeit geprüft. Ziel ist es hier, neue Produkte zu entwickeln, die mittel- bis langfristig die zurückgehenden Erträge im klassischen Energievertrieb kompensieren bzw. neue Möglichkeiten bieten, die Unternehmensergebnisse zu steigern. Am Standort des HKW-Nord hat der Ausbau der Strom- und Wärmeerzeugung mit einer neuen Gastur- bine, weiterhin in Kraftwärmekopplung, begonnen. Die modernisierten, hocheffizienten und umwelt- schonenden Anlagenkomponenten inklusive der notwendigen Umbauten werden aktuell in den Betrieb überführt und ermöglichen dann eine maximale erneute KWK-Förderung nach KWK-G. Angesichts der dynamischen energiepolitischen Situation in Europa wird allgemein damit gerechnet, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft stärker forciert wird, um die Abhängigkeit von fossilen Roh- stoffen zu senken. Der Einsatz von grünem Wasserstoff im HKW Nord kann einen maßgeblichen Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme leisten. Perspektivisch ist ein Anschluss an eine H2-Versorgungs- pipeline notwendig. Die Stadtwerke Bonn arbeiten mit verschiedenen Partnern am Aufbau der regiona- len Wasserstoffinfrastruktur. Die zunehmende Digitalisierung des Energiegeschäftes bietet der EnW die Chance, die Kundenbindung zu erhöhen, Prozesskosten zu senken, bestehende Produkte mit Mehrwerten zu versehen und komplett neue Produkte außerhalb des klassischen Energievertriebs anzubieten. Als Grundlage dient die digitale Strategie, die zusammen mit allen Gesellschaften des SWB-Konzerns entwickelt wird. Aus der fortlau- fenden Optimierung des Internetportals und der Online-Services verspricht sich die EnW zudem weitere Kundengewinne und eine höhere Kundenbindung. Großes Potenzial sieht die EnW im Aufbau der Infrastruktur zur Elektromobilität. Ziel ist es, die Voraus- setzungen zu schaffen, schnell auf die Veränderung der politischen Rahmenbedingungen und das ver- änderte Kaufverhalten der Kunden reagieren zu können. Die EnW passt hierzu ihre Ausbaustrategie der tatsächlichen Entwicklung laufend an. 3.3.2 Öffentlicher Personennahverkehr Mit der anhaltenden positiven Bevölkerungsentwicklung im Verkehrsgebiet von SWBV/SSB und der Erschließung neuer Wohn- und Gewerbegebiete sowie deren Anbindung an den ÖPNV bieten sich mit- telfristig Chancen, insbesondere aus den Themen Netzausbau, veränderte Mobilitätskultur und neue flexible Mobilitätsangebote, wie z. B. Fahrradvermietsystem, E-Lasten-Bikes, E-Scooter und E-Roller, Mo- bilstationen, Sharing-, On-Demand- oder Ride-Pooling-Systeme. Der Bau des Verknüpfungsbahnsteiges der S 13 in Bonn-Vilich sowie die geplante Umsetzung des Seilbahnprojekts zum Uniklinikum schaffen auch künftig die Voraussetzung, um durch geeignete attraktivitätssteigernde Maßnahmen in den Berei- chen Marketing und Kommunikation, Fahrplanangebot und Service weitere Fahrgäste zu gewinnen, be- stehende zu binden und die Einnahmesituation nachhaltig zu verbessern.Seite 26 von 140 Anlage 4 / 24 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn Veränderte Mobilitäts- und Wertvorstellungen der jüngeren Generation, unterstützt durch das allgemein wachsende Umweltbewusstsein in der Bevölkerung, bieten neue Chancen und Perspektiven für einen grünen und wirtschaftlichen Aufschwung sowie eine nachhaltigere und saubere Mobilität im Sinne des „Green Deals“ der EU (Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor um 90 % bis 2050 gegenüber 1990). Innovationen, wie intelligente Verkehrssteuerung, datenbasierte Prozessoptimierung und digitaler Kundenservice, machen den ÖPNV noch umweltverträglicher und attraktiver. SWBV und SSB sind ein wesentlicher Faktor für das Gelingen der Verkehrswende in der Bundesstadt Bonn und in den mitbedienten Gebietskörperschaften. Beide Verkehrsunternehmen werden in den Folgejahren das Angebot durch die Modernisierung der Nahverkehrsinfrastruktur sowie durch Vernet- zung von digital übergreifenden ÖPNV-/Mobilitätsinformationen verbessern, um die verkehrlichen und ökologischen Vorteile des ÖPNV im Wettbewerb zum Individualverkehr für SWBV und SSB zu nutzen. Das beinhaltet auch einen Ausbau von Werkstätten und Betriebshöfen für die Instandhaltung eines wachsenden Fahrzeugparks. Barrierefreie Mobilität zu gestalten und zu verbessern, bietet ebenfalls die Chance für steigende Fahrgastzahlen im ÖPNV. Für die zukünftige Entwicklung ist der Ausgleich der fehlenden Fahrgeldeinnahmen aus dem Deutschlandticket aber auch der steigenden Betriebs- und Per- sonalkosten durch Bund, Land und/oder der Kommunen zur Finanzierung des ÖPNV und seiner Infra- struktur von hoher Bedeutung. Wie sich letztlich der ÖPNV-Anteil im Bedienungsgebiet weiterentwickelt, hängt neben den beschriebe- nen demografischen Veränderungen wesentlich von den finanziellen Rahmenbedingungen ab, aber u. a. auch davon, ob die steigenden Anforderungen der Fahrgäste an Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und In- formationstechnik mit wachsender Vernetzung erfüllt werden können. Zielstellung der SWBV/SSB ist es, der Mobilitätsdienstleister in Bonn mit einem qualitativ hohen Angebot in der Region in den nächsten Jahren zu sein und den ÖPNV in Bonn und in der Region weiter voran zu bringen. Die Entwicklung und der Einsatz neuer Technologien eröffnen dem öffentlichen Nahverkehr die große Chance auf eine effiziente, klimafreundliche und kundenorientierte Weiterentwicklung der vor- handenen Angebote sowie die Einführung eines breit gefächerten Mobilitätsportfolios und neuer flexib- ler Angebotsformen. Für die Fahrgäste wollen SWBV/SSB ein zuverlässiger Partner für die Verkehrs- wende hin zu einem modernen, leistungsstarken und nachhaltigen ÖPNV sein. Erstmalig in Deutschland könnte in Bonn eine Seilbahn in den ÖPNV integriert werden. Seilbahnen bie- ten den Fahrgästen viel Komfort und sind im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln zuverlässiger, lärm- und emissionsärmer, zudem verbrauchen sie weniger Energie und sind verhältnismäßig preiswert im Bau. Die Seilbahn soll nach derzeitigem Stand rechtsrheinisch über den Rhein bis zum linksrheinischen, auf dem Venusberg gelegenen Universitätsklinikum, verlaufen. Davon würde neben dem Venusberg der ge- samt strukturstarke Raum südlich des Zentrums mit tausenden Arbeitsplätzen profitieren. Die Seilbahn würde eine wichtige Querverbindung herstellen, links- und rechtsrheinisch verknüpft mit dem städti- schen Bus- und Schienennetz sowie die Anbindungen an das DB-Netz.Seite 27 von 140 Anlage 4 / 25 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 3.3.3 Müllverwertung Bereits in den 1980er Jahren hat die Umweltpolitik der Kreislaufwirtschaft als Weiterentwicklung der Abfallwirtschaft höchste Priorität eingeräumt. Auch künftig wird es weiter darum gehen, möglichst um- fassend die im Abfall enthaltenen Rohstoffe und Energieträger der Wirtschaft wieder zur Verfügung zu stellen. Kreislaufwirtschaft ist eine internationale Aufgabe, zu der deutsche Unternehmen, wissenschaft- liche Einrichtungen und kommunale Praktiker mit ihrem Know-how, mit Serviceleistungen und mit mo- dernen Technologien beitragen können. Die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus den unterschiedlichsten Abfällen bis zur energetischen Verwertung restlicher Abfälle erfordert hochwertige Technologien, gut vernetzte Abläufe im Einklang mit Mensch und Natur sowie den Vorgaben des Gesetzgebers. Es ist gelungen, aus den Möglichkeiten der Abfallverwertung vielschichtige, wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen. Wie schwere Umweltkatastrophen der jüngeren Vergangenheit leider zunehmend aufgezeigt haben ist auch und gerade die schnelle, hygienische Entsorgung von Abfällen eine wichtige Aufgabe der Daseins- vorsorge, die von thermischen Abfallbehandlungsanlagen zu leisten ist. Der Ausbau unserer Entsor- gungskooperation REK bietet auch unter diesem Aspekt Existenz-sichernde Perspektiven. Mit einer effizienten Auskoppelung von Strom, Prozess- und Fernwärme, der Rückgewinnung von Me- tallen aus den Verbrennungsrückständen sowie der Verwertung von Schlacken als mineralische Ersatz- baustoffe liefern MVA und MHKW wichtige Beiträge zum Klima- und Ressourcenschutz, die über die ursprüngliche Aufgabe der Entsorgung von Abfällen im Rahmen der Daseinsvorsorge hinaus gehen. Durch die Weitergabe unseres Prozessdampfes an das HKW leisten wir konkret in Bonn einen zuneh- mend wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und zur Energiewende. Vor dem Hintergrund weiter zunehmender Anstrengungen zum Recycling, die sich u. a. aus den rechtli- chen Vorgaben aus dem Verpackungsgesetz, der Gewerbeabfallverordnung, der Pflicht zur Getrennter- fassung von Bio- und Grünabfällen aus Haushalten sowie den Recyclingzielen aus dem Kreislaufwirt- schaftsgesetz und dem EU-Kreislaufwirtschaftspaket ergeben, wird das Aufkommen traditioneller Ab- fallarten, die thermisch zu behandeln sind, sinken. Gleichzeitig sind jedoch auch Entwicklungen zu be- rücksichtigen, die potenziell zu einem Anstieg der thermisch zu behandelnden Abfälle aus Gründen des Umweltschutzes führen. Hierzu zählen beispielsweise die Umsetzung der Verordnung über persistente organische Schadstoffe (POP-Verordnung), die Anforderungen an die Ablagerung der Feinfraktion aus der Aufbereitung von Bau- und Abbruchabfällen in Bezug auf die Ablagerungskriterien für die Deponie- klassen I und II, die Umsetzung der Klärschlammverordnung und Sortierreste aus Recyclingmaßnahmen. Die TAB übernehmen hier eine wichtige Funktion als Schadstoff- und Störstoffsenke, ohne die ein effi- zientes Recycling nicht möglich ist. Das Ziel der Klimaneutralilität bzw. der deutlichen Minimierung des CO₂-Austauschs bleibt ein Kernan- liegen der kommunalen Unternehmen nicht nur in Bonn. Im Rahmen des Projekts bonNova sind hierzu wesentliche Maßnahmen auf den Weg gebracht worden, um sich als MVA Bonn diesen Zielsetzungen zu widmen. Die sich in diesem Prozess angestrebten Transformationsziele sind weiterhin zu verfolgen.Seite 28 von 140 Anlage 4 / 26 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 4 Erklärung zur Unternehmensführung nach § 289f HGB In Anwendung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungs- positionen (FüPoG II) wurde für den Zeitraum vom 1. Dezember 2021 bis 30. November 2026 die Ziel- größe des Frauenanteils in der SWB für die Ebene Geschäftsführung auf 50 % (1 von 2), für die Ebene Bereichsleitung auf 43 % (3 von 7) und bei der Ebene der Fachbereichsleitung auf 50 % (16 von 32) festgelegt. Darüber hinaus wird, bezogen auf das Landesgleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen i. d. F. von De- zember 2016, dem entsendenden Rat der Bundesstadt Bonn und den Arbeitnehmervertretern im SWB- Konzern empfohlen, - jeweils getrennt für die jeweiligen Wahlverfahren - bei Wiederbesetzung der Aufsichtsräte im SWB-Konzern die Vorgaben des § 12 Abs. 3 Landesgleichstellungsgesetz mit einem Frauenanteil von mindestens 40 % zu beachten. Zum Stichtag 31. Dezember 2024 wurden die Zielgrößen wie folgt erreicht. Zielgröße Istgröße 31.12.2024 31.12.2024 Aufsichtsrat 40% 25% Geschäftsführung 50% 0% Bereichsleitung 43% 25% Fachbereichsleitung 50% 48% SWB GmbH Zum Stichtag wurden auf Ebene der Geschäftsführung, der Bereichsleitung und der Fachbereichsleitung die Zielvorgaben nicht erreicht. Gegenüber dem 31. Dezember 2023 konnte der Anteil von Frauen bei den Bereichsleitungen (+12,5%-Punkte) und Fachbereichsleitungen (+8%-Punkte) allerdings weiter ge- steigert werden. Auch im Aufsichtsrat wurde die Zielgröße nicht erreicht, wobei es auch hier zu einer Erhöhung um 6,25%-Punkte kam. Auf den Frauenanteil im Aufsichtsrat hat die Gesellschaft nur bedingt Einfluss, denn der Aufsichtsrat wird nach verschiedenen Wahlverfahren besetzt. Auf den jeweiligen Füh- rungsebenen verfehlte die SWB GmbH die Zielvorgaben, da es im Betrachtungszeitraum keine ausrei- chende Fluktuation gab bzw. die Auswahlentscheidungen bei Nachbesetzungen nicht ausschließlich nach diesen Zielvorgaben getroffen wurden.Seite 29 von 140 Anlage 4 / 27 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 5 Entsprechenserklärung gemäß Public Corporate Governance Kodex (PCGK) der Bundesstadt Bonn Die Entsprechenserklärung wurde von der Geschäftsführung und dem Aufsichtsratsvorsitzendem am 19. März 2025 mit folgendem Wortlaut unterschrieben: "Geschäftsführung und Aufsichtsrat der SWB erklären hiermit gemeinsam, dass dem Public Corporate Governance Kodex der Bundesstadt Bonn vom 28. März 2019 im Geschäftsjahr 2024 mit den folgend aufgeführten Abweichungen entsprochen wurde und wird." 1. Da die CSRD-Richtlinie bisher nicht in deutsches Recht umgesetzt wurde, wird abweichend von Punkt 6.5* kein CSR-Bericht für das Geschäftsjahr 2024 erstellt. *Die Punkte beziehen sich auf die Nummerierung aus dem Public Corporate Governance Kodex der Bundesstadt Bonn. Die Gesellschafterversammlung hat mit Umlaufbeschluss vom 30. März 2021 beschlossen, die Regelun- gen des PCGK der Bundesstadt Bonn anzuwenden.Seite 30 von 140 Anlage 4 / 28 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn 6 Öffentliche Zwecksetzung und -erreichung gem. § 108 Abs. 3 Nr. 2 der Gemeindeordnung Nordrhein-Westfalen 6.1 Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung Die SWB ist eine 100%ige Gesellschaft der Bundesstadt Bonn. Gemäß § 3 Abs. 1 des Gesellschaftsvertra- ges ist Gegenstand des Unternehmens (a) die sichere, wirtschaftliche sowie umwelt- und ressourcenschonende Versorgung der Bevölkerung mit Energie (Strom, Gas, Fern- und Nahwärme) und Wasser als öffentliche Daseinsvorsorge sowie alle dazugehörigen versorgungs- und energiewirtschaftlichen Aufgaben und Dienstleistungen; (b) der öffentliche Personennahverkehr sowie alle dazugehörigen verkehrsbezogenen Aufgaben und Dienstleistungen; (c) der Betrieb des Rheinhafens sowie aller dazugehörigen hafenbezogenen Aufgaben und Dienstleis- tungen; (d) Betriebsführungen für kommunale Unternehmen und Beteiligungsgesellschaften; (e) die wirtschaftlich optimale Nutzung/Gestaltung von Abfallentsorgungskapazitäten der Gesellschaft, der mit der Gesellschaft verbundenen Konzerngesellschaften und des Gesellschafters. Neben der Geschäftsbesorgung für ihre Tochterunternehmen und den Handelsaktivitäten im Entsor- gungsgeschäft als operatives Eigengeschäft der SWB sind alle wesentlichen Aktivitäten auf die Organi- sation und Koordination der Tochterunternehmen ausgerichtet. Daher leitet sich die öffentliche Zweck- setzung aus den mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen an der SWBV, der EnW und der MVA ab. Diese wiederum dienen sowohl im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs als auch im Bereich der Ener- gie- und Wasserversorgung sowie der Abfallentsorgung der Daseinsvorsorge in der Bundesstadt Bonn und der Region. 6.2 Einhaltung der öffentlichen Zweckerreichung Die SWB trägt aufgrund ihrer Konzeption als Holding dazu bei, dass über den steuerlichen Querverbund innerhalb des SWB-Konzerns insbesondere das Leistungsangebot im öffentlichen Personennahverkehr kostengünstig für den Aufgabenträger, die Bundesstadt Bonn, erbracht werden kann. Der öffentliche Zweck wurde damit in 2024 erfüllt. Bonn, den 07. Mai 2025 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB) Dipl.-Ökonom Dipl.-Volkswirt Olaf Hermes Anja Wenmakers Marco Westphal Geschäftsführer Geschäftsführerin GeschäftsführerSeite 31 von 140 Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn Anlage 1 Bilanz zum 31. Dezember 2024 A k t i v a 31.12.2024 31.12.2023 € € € € € € A. Anlagevermögen A. Eigenkapital I. Immaterielle Vermögensgegenstände I. Gezeichnetes Kapital 75.000.000,00 75.000.000,00 1. Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte II. Kapitalrücklage 44.331.878,42 44.331.878,42 sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 1.525.461,36 1.171.025,36 2. geleistete Anzahlungen 4.049.702,91 5.575.164,27 1.782.580,47 2.953.605,83 III. Gewinnrücklagen andere Gewinnrücklagen 38.104.020,84 38.104.020,84 II. Sachanlagen 1. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte IV. Bilanzgewinn/-verlust 988.075,44 -2.252.261,43 mit Geschäfts-, Betriebs- und anderen Bauten 29.765.132,70 30.239.050,77 158.423.974,70 155.183.637,83 2. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte mit Bahnkörpern und Bauten des Schienenweges 782.639,16 783.671,16 B. Rückstellungen 3. Grundstücke und grundstücksgleiche 1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 17.011.522,00 18.022.485,00 Rechte mit Wohnbauten 108.896,13 114.132,13 2. Steuerrückstellungen 5.253.427,07 4.653.427,37 4. Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte 3. sonstige Rückstellungen 15.363.838,82 14.946.805,53 ohne Bauten 1.118.344,36 1.250.743,29 37.628.787,89 37.622.717,90 5. Verteilungsanlagen 11.031.694,00 10.981.266,00 6. Gleisanlagen, Streckenausrüstung und C. Verbindlichkeiten Sicherungsanlagen 1.497,00 2.673,00 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.993.708,94 58.226.695,43 7. Fahrzeuge für Personenverkehr 2.100.724,00 2.725.762,00 2. Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen 31,10 291.796,13 8. Maschinen und maschinelle Anlagen 584.276,00 612.905,00 3. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.548.085,28 1.577.113,74 9. Betriebs- und Geschäftsausstattung 6.690.324,00 2.766.243,00 4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 35.167.484,87 42.981.764,18 10. geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 1.617.439,20 53.800.966,55 2.297.493,68 51.773.940,03 5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 461.907,91 0,00 6. Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin 75.021.532,57 45.008.278,99 III. Finanzanlagen 7. sonstige Verbindlichkeiten 2.611.498,43 2.380.635,87 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 121.561.849,07 121.561.849,07 – davon aus Steuern 2.226.794,15 € (Vj. 1.910.853,48 €) – 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 0,00 6.485.209,10 – davon im Rahmen der sozialen Sicherheit 104.780,86 € (Vj. 87.841,46 € €) – 3. Beteiligungen 9.991.480,21 9.252.334,71 4. Ausleihungen an Beteiligungen 1.261.698,17 1.424.587,68 5. Genossenschaftsanteile 319.105,00 133.134.132,45 119.105,00 138.843.085,56 152.804.249,10 150.466.284,34 192.510.263,27 193.570.631,42 B. Umlaufvermögen I. Vorräte Hilfs- und Betriebsstoffe 98.980,31 108.145,68 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 89.503,32 139.622,76 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 142.889.754,10 146.112.201,34 3. Forderungen gegen die Gesellschafterin 8.539.126,34 264.022,51 4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 1.151.841,76 774.626,15 5. Sonstige Vermögensgegenstände 1.861.424,60 154.531.650,12 1.323.132,07 148.613.604,83 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 215.233,85 27.657,32 154.845.864,28 148.749.407,83 C. Rechnungsabgrenzungsposten 1.500.884,14 952.600,82 348.857.011,69 343.272.640,07 348.857.011,69 343.272.640,07 31.12.2024 31.12.2023 P a s s i v aSeite 32 von 140 Anlage 2 Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2024 € € € € 1. Umsatzerlöse 64.047.402,23 59.738.448,02 2. andere aktivierte Eigenleistungen 574.268,71 579.358,49 3. sonstige betriebliche Erträge 46.019.290,40 110.640.961,34 16.399.848,41 76.717.654,92 4. Materialaufwand a) Aufwendungen für Hilfs- und Betriebsstoffe 334.426,36 340.269,73 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen 16.850.484,73 17.184.911,09 14.055.633,56 14.395.903,29 5. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter 28.848.165,12 24.346.878,45 b) soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 6.850.604,52 35.698.769,64 6.224.257,61 30.571.136,06 – davon für Altersversorgung 1.483.160,79 € (Vj. 1.657.691,56 €) - 6. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 3.652.243,73 3.293.707,74 7. sonstige betriebliche Aufwendungen 84.139.291,73 62.897.910,22 Betriebsergebnis -30.034.254,85 -34.441.002,39 8. Erträge aus Beteiligungen 32.305.166,41 26.950.465,16 – davon aus verbundenen Unternehmen 29.414.098,70 € (Vj. 23.922.792,46 €) – 9. Erträge aus Genossenschaftsanteilen 4.764,20 3.507,64 10. Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 2.153.451,75 2.379.458,62 11. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens 101.026,20 400.803,44 – davon aus verbundenen Unternehmen 26.932,21 € (Vj. 336.773,87 €) – 12. sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 3.335.770,86 2.658.998,56 – davon aus verbundenen Unternehmen 3.082.336,41 € (Vj. 2.406.430,10 €) – – davon aus der Abzinsung von Rückstellungen 16.701,62 € (Vj. 24.387,91 €) – 13. Aufwendungen aus der Verlustübernahme 0,00 5.964,06 14. Zinsen und ähnliche Aufwendungen 3.651.620,09 2.046.156,74 – davon aus verbundenen Unternehmen 297.659,21€ (Vj. 351.818,23 €) – – davon aus der Aufzinsung von Rückstellungen 316.615,82 € (Vj. 308.829,62 €) – Finanzergebnis 34.248.559,33 30.341.112,62 Ergebnis vor Steuern 4.214.304,48 -4.099.889,77 15. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 713.375,56 2.819.756,80 3.500.928,92 -6.919.646,57 17. sonstige Steuern 260.592,05 162.076,01 18. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 3.240.336,87 -7.081.722,58 19. Verlust-/Gewinnvortrag -2.252.261,43 4.829.461,15 20. Bilanzgewinn/-verlust 988.075,44 -2.252.261,43 2024 2023 16. Ergebnis nach SteuernSeite 33 von 140 Anlage 3 / 1 Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn Anhang für das Geschäftsjahr 2024 A. Allgemeines Der Jahresabschluss der Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn, (SWB), Amtsgericht Bonn, HRB 8195, wurde nach den handelsrechtlichen Vorschriften für große Kapitalgesellschaften sowie nach den Vor- schriften des GmbH-Gesetzes unter Berücksichtigung der ergänzenden Regelungen des Gesetzes über die Elektrizitäts- und Gasversorgung (Energiewirtschaftsgesetz-EnWG) aufgestellt. Zur Aufstellung eines klaren und übersichtlichen Jahresabschlusses erfolgte eine weitergehende Unter- gliederung der gesetzlich vorgeschriebenen Bilanzposten (§ 265 Abs. 5 HGB). Darüber hinaus wurden Postenbezeichnungen der Bilanz entsprechend § 265 Abs. 6 HGB angepasst. Neue Posten wurden hin- zugefügt, wenn ihr Inhalt von den beschriebenen Posten nicht abgedeckt ist. Es wurden die Posten Ver- teilungsanlagen, Gleisanlagen, Streckenausrüstung und Sicherungsanlagen, Fahrzeuge für Personenver- kehr, Forderungen gegen die Gesellschafterin und Verbindlichkeiten gegenüber der Gesellschafterin hinzugefügt. Für die Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung wurde das Gesamtkostenverfahren gemäß § 275 Abs. 2 HGB beibehalten. Ergebnisabführungsverträge Am 16. Dezember 2008 hat die EGM Gesellschaft für Energie- und Gebäudemanagement Bonn mbH, Bonn, (EGM) mit der SWB einen Gewinnabführungsvertrag geschlossen, der zum 16. Dezember 2008 in Kraft getreten ist. Die EGM verpflichtet sich darin, ihren Gewinn an die SWB abzuführen. Im Gegenzug verpflichtet sich die SWB, jeden während der Vertragslaufzeit entstehenden Jahresfehlbetrag auszuglei- chen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und verlängert sich um jeweils zwei Jahre, sofern er nicht mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des Geschäftsjahres gekündigt wird. Am 11. November 1999 mit Ergänzung vom 3. November 2000 schloss die Stadtwerke Bonn Dienstleis- tungs-GmbH (SWBD), Bonn, (SWBD) mit der SWB einen Gewinnabführungsvertrag (letzte Änderung vom 24. März 2014), der zum 1. Juli 1999 in Kraft getreten ist. Die SWBD verpflichtet sich, ihren Gewinn an die SWB abzuführen. Im Gegenzug verpflichtet sich die SWB, jeden während der Vertragsdauer entste- henden Jahresfehlbetrag der SWBD auszugleichen. Der Vertrag hat eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und kann nach Ablauf der Mindestlaufzeit mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des Geschäfts- jahres gekündigt werden. Am 15. Dezember 2014 hat die Bonner City Parkraum GmbH, Bonn, (BCP) mit der SWB einen Gewinn- abführungsvertrag mit Wirkung zum 1. Januar 2015 abgeschlossen. Die BCP verpflichtet sich darin, ihren ganzen Gewinn – mit Ausnahme vorvertraglicher Gewinnvorträge - an die SWB abzuführen. Im Gegen- zug verpflichtet sich die SWB, jeden während der Vertragslaufzeit entstehenden Jahresfehlbetrag aus- zugleichen. Dem außenstehenden Gesellschafter wird ein angemessener Ausgleich garantiert. Der Ver- trag hat eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und verlängert sich um jeweils zwei Jahre, sofern er nicht mit einer Frist von sechs Monaten zum Ende des Geschäftsjahres gekündigt wird.Seite 34 von 140 Anlage 3 / 2 Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), Bonn B. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten und Sach- anlagen sowie immaterielle Vermögensgegenstände zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten, gekürzt um Investitionszuschüsse und vermindert um planmäßige Abschreibungen, bewertet. Die Abschreibun- gen errechnen sich nach der linearen Methode unter Zugrundelegung der betriebsgewöhnlichen Nut- zungsdauer. Dabei erfolgt eine Orientierung an den amtlichen AfA-Tabellen. Geringwertige Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis zu 800,00 € werden im Jahr der Anschaffung in voller Höhe abgeschrieben. Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten ab 800,01 € werden entspre- chend der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Die Bewertung der Anteile an verbundenen Unternehmen und der Beteiligungen erfolgt zu Anschaf- fungskosten. Für die Beurteilung, ob im Vergleich zu dem Buchwert ein niedrigerer Wertansatz in Be- tracht kommt, werden die Grundsätze der Unternehmensbewertung, das vereinfachte Ertragswertver- fahren, angewandt. Die Ausleihungen des Finanzanlagevermögens werden, soweit es sich um niedrig verzinsliche Darlehen handelt, zum Barwert, im Übrigen zum Nennwert bewertet. Die Vorräte sind unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips mit fortgeschriebenen durch- schnittlichen Anschaffungskosten bewertet. Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt mit dem Nominalbe- trag. Zweifelhafte Forderungen werden mit ihrem wahrscheinlichen Wert angesetzt, uneinbringliche For- derungen werden abgeschrieben. Zur Berücksichtigung des allgemeinen Ausfallrisikos wurde eine Pau- schalwertberichtigung von 1 % auf das Netto-Volumen der nicht einzelwertberichtigten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen vorgenommen. Der Kassenbestand und die Guthaben bei Kreditinstituten sind zum Nennwert bewertet. Bei einem Steuersatz von rd. 33 % ergeben sich aktive latente Steuern im Wesentlichen aus Pensions- und sonstigen Rückstellungen. In Ausübung des Aktivierungswahlrechts nach § 274 Abs. 1 S. 2 HGB werden diese nicht angesetzt. Die Rückstellungen werden in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrages (unter Berücksichtigung erwarteter künftiger Preis- und Kostensteigerungen in Höhe der allgemeinen Inflationsrate) angesetzt. Rückstellungen mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr werden mit dem von der Deutschen Bundesbank veröffentlichten durchschnittlichen Marktzinssatz der letzten sieben Geschäftsjahre laufzeitadäquat abgezinst.Seite 35 von 140 Anlage 3 / 3 Stadtwerke Bonn GmbH, Bonn Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen erfolgte entsprechend § 253 Abs. 1 und 2 HGB unter An- wendung der Projected Unit Credit Method nach den Richttafeln 2018 G von Klaus Heubeck pauschal mit einem durchschnittlichen Marktzinssatz von 1,90 % der vergangenen 10 Geschäftsjahre sowie einem Gehalts- und Rententrend von unverändert 2,50 % und 1,00 %. Die Pensionsrückstellungen werden in voller Höhe passiviert. Der Berechnung der Rückstellungen für Altersteilzeitverpflichtungen liegt ein Gehaltstrend von unver- ändert 2,00 % zugrunde. Es wurde der laufzeitadäquate Marktzinssatz nach Maßgabe des Einzelbewer- tungsgrundsatzes für jede Rückstellung einzeln ermittelt. Die zur Insolvenzsicherung der Altersteilzeitguthaben bestehenden Rückdeckungsversicherungen, das Guthaben aus Langzeitarbeitszeitkonten sowie das Guthaben aus Sabbatjahr werden mit ihren An- schaffungskosten angesetzt und mit ihren korrespondierenden Verpflichtungen saldiert. Die Saldierung erfolgte mit dem Deckungskapital, welches den f
Gekürzt — den vollständigen Text enthält das PDF.
Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.
bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 00:34 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de