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253373 · Beschlussvorlage

Förderung der Geschäftsstelle der TelefonSeelsorge Bonn-Rhein-Sieg e.V. für die Jahre 2025 und 2026

Nummer
253373
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
19.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 09.07.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
253373
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Förderung der Geschäftsstelle der
TelefonSeelsorge
Bonn-Rhein-Sieg e.V. für die Jahre 2025 und 2026
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
09.07.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg e. V. erhält für das Jahr 2025 einen
Zuschuss in Höhe von bis zu 91.618 EUR und für das Jahr 2026 in Höhe von
bis zu 94.367 EUR.
Der Zuschuss dient der Mitfinanzierung der TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg
e. V. in folgenden Bereichen:
• Personalkosten der Geschäftsstelle
• Sachkosten der Geschäftsstelle (ohne Mietkosten) in Höhe von max. bis
zu 15% der anerkennungsfähigen Sachkosten
• Mietkosten für die Geschäftsstelle und den ehrenamtlichen
telefonischen 24-h-Dienst
Dieser Beschluss basiert auf den im Doppelhaushalt 2025/2026 geplanten
Mitteln. Haushaltswirtschaftliche oder aufsichtsrechtliche Änderungen können
Anpassungen erforderlich machen. Eine Kompensation von Kürzungen Dritter
ist ausgeschlossen.
Begründung
„TelefonSeelsorge will für alle Menschen da sein, auch für die, die bisher nicht
durchkommen. Annehmen bedeutet daher auch begrenzen.“ (Auszug
Jahresbericht 2024)
Die bereits seit 52 Jahren tätige TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg e.V. gehört
mit ihrem niederschwelligen Beratungsangebot rund um die Uhr an 365 TagenSeite 1 von 5
Seite 2
im Jahr zu den fest etablierten von der Bundesstadt Bonn geförderten
Angeboten, die eine unverzichtbare Institution innerhalb der
Beratungslandschaft darstellen.
Als vollkommen unabhängiges Angebot stehen die insgesamt 88 aktiven
ehrenamtlichen Mitarbeitenden jedem Ratsuchenden auf verschiedenen
Wegen kostenlos zur Verfügung. Neben dem traditionellen Gesprächsangebot
am Telefon, bietet die TelefonSeelsorge zusätzlich die Möglichkeiten, den
Kontakt per Mail oder Chat zu suchen, wobei die beiden letztgenannten
vermehrt von jüngeren Ratsuchenden genutzt werden. Zusätzlich wird eine
persönliche Beratung für junge Menschen bis 27 Jahren und deren
Angehörigen vorgehalten (finanziert über die Michael-Franke-Stiftung). Die
Vielfalt der Kontaktmöglichkeiten wird unterschiedlichen Zielgruppen und
unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht. Anonymität spielt hierbei eine große
Rolle, in 95% aller Anrufe erfolgte 2024 keine Namensnennung.
2024 verbrachten die Ehrenamtlichen insgesamt 8140 Stunden am
Seelsorgetelefon, hinzu kommen die monatliche Supervision sowie diverse
Fortbildungen. 12755 Anrufe wurden entgegengenommen und 11071
Seelsorgegespräche geführt, was eine Zunahme von 8,5% bedeutet. Die
überwiegende Mehrzahl (72%) waren Frauen und knapp 40% der
Ratsuchenden bezeichneten sich selbst als psychisch krank.
Die beiden Online Angebote per Mail und Chat sind bundesweit organisiert.
Das 7-8köpfige Bonner „Mailteam“ antwortete 2024 in 674 Mails auf die
Anfragen, wobei der Umfang der jeweiligen Mails, als auch die Anzahl der
notwendigen Antworten pro Fall sehr differieren, zwischen einer bis zu über 30
Antworten.
Die Statistik zeigt, dass das Chatangebot insbesondere jüngere Zielgruppen
zwischen 20-29 Jahren anspricht. Einerseits ähnelt das Chatten durch direkte
Reaktionen einem Gespräch, ist dabei aber deutlich anonymer, da keine
Sinneseindrücke preisgegeben werden, wodurch es als niederschwelliger
wahrgenommen wird. Per Chat werden deutlich öfter schambesetzte Themen
(Suizid, Missbrauch) angesprochen als telefonisch. In Bonn sind derzeit fünf
Chatseelsorgerinnen tätig, die spezielle Supervisionen und Fortbildungen
absolvieren.
Bei dem Vor-Ort-Angebot, welches sich an junge Menschen bis 27 Jahren und
deren Angehörige richtet, werden Beratungen, suizidpräventive Aktivitäten
sowie Fortbildungen bis zu 7 Wochenstunden durch eine hauptamtliche
psychologische Fachkraft durchgeführt. 2024 nahmen 25 junge Menschen, 19
Mütter und Väter sowie 4 weitere Bezugspersonen dieses Angebot in
Anspruch.
Bezüglich der Inhalte der verschiedenen Beratungsformate gibt es keine
Themenbeschränkungen, alles, was als belastend empfunden wird, kann
angesprochen werden. Dem entsprechend sind die Beratenden mit einer
Vielfalt an Inhalten konfrontiert, die folgenden Themengebieten zugeordnet
werden können:
• Familiäre Beziehungen
• Einsamkeit, Isolation
• Ängste
• Depressive Stimmung
• Körperliches BefindenSeite 2 von 5
Seite 3
• Stress, emotionale Erschöpfung
• Alltagsbeziehungen (Freunde)
• Betreuung, Pflege, Therapie, Behandlung
• Selbstbild (Selbstwert, Scham, Schuld)
Durch eine Vielzahl präsenter Krisen wird das individuelle
Belastungsempfinden zusätzlich verstärkt. Die Kombination aus Angst und
Isolation bildet häufig die Grundlage für eine nicht mehr zu bewältigende
Bedrohungssituation. In diesem Prozess leistet die Telefonseelsorge einen
essentiellen Beitrag im Kontext von Suizidprävention.
Aufgrund der hohen Nachfrage hat sich die TelefonSeelsorge Bonn/Rhein-Sieg
e. V. 2024 sehr intensiv mit der Thematik Erreichbarkeit („Annehmen heißt
auch begrenzen“) beschäftigt. Da ca. 40% aller Anrufenden nicht
durchkommen, wurde intensiv geschult, um leisten zu können, einerseits
zugewandt und empathisch der Not der Menschen Rechnung zu tragen und
andererseits vor dem Hintergrund knapper Ressourcen Gesprächszeit
begrenzen zu müssen. Diesbezüglich sind fortlaufend weitere Fortbildungen
geplant. Neben den im Rahmen der Qualitätssicherung erforderlichen
Weiterbildungsmaßnahmen ist die Netzwerkarbeit wichtiger Bestandteil der
Tätigkeit. Gemeinsam mit anderen Beratungseinrichtungen werden im Rahmen
der Präventionsarbeit regelmäßig Veranstaltungen und Aktionen
durchgeführt.
Die Fördermittel der Bundesstadt Bonn werden ausschließlich für die
Finanzierung der Personal- und Sachkosten der Geschäftsstelle sowie der
Kosten der angemieteten Räume verwendet. Insgesamt wird die
Geschäftsstelle – neben den städtischen Fördermitteln – aus Zuschüssen des
Rhein-Sieg-Kreises in Höhe von 35.000,- €, der Michael-Franke-Stiftung sowie
aus kirchlichen Fördermitteln finanziert.
Die Zuschussgewährung hat sich wie folgt entwickelt:
2023: 87.500 Euro;
2024: 89.000 Euro
2025: 91.618 Euro;
2026: 94.367 Euro
Die mit der Förderung verbundenen formellen Auflagen (insbesondere die
Vorlage eines Antrages sowie korrekten Verwendungsnachweises) wurden
seitens des Vereins bisher stets ordnungsgemäß erfüllt.
Die eingereichten Verwendungsnachweise ergaben keine Beanstandungen, die
Mittel wurden jeweils sparsam und wirtschaftlich verwendet.
Die Zuschussgewährung ist zeitlich unaufschiebbar und sachlich notwendig,
um die Tätigkeit der Telefonseelsorge aufrecht zu erhalten.Seite 3 von 5
Seite 4
Finanzielle Auswirkungen:
Haushalt 2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg. 15000050601 Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
91.618,00 EUR 150000506 /
73.1000
2025 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
91.618,00 EUR
Haushalt 2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg. 15000050601 Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
94.367,00 EUR 150000506 /
73.1000
2026 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
94.367,00 EURSeite 4 von 5
Seite 5
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 05:05 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de