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253348 · Beschlussvorlage

Förderung der Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt in den Jahren 2025/2026

Nummer
253348
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
19.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 09.07.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
253348
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Förderung der Beratungsstelle gegen sexualisierte
Gewalt in den Jahren 2025/2026
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
09.07.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt des Trägers Frauen gegen
sexualisierte Gewalt e.V. erhält zu den nachgewiesenen, anerkannten und
ungedeckten Personal- und Sachkosten zum Betrieb der Einrichtung eine
Förderung in Höhe von maximal:
216.240 EUR im Jahr 2025 und 220.565 EUR im Jahr 2026. .
Mit der vorliegenden Förderung werden die Personalkosten für 3,4 Stellen von
Psychologinnen/Pädagoginnen zzgl. Sachkosten gefördert.
Dieser Beschluss basiert auf den im Doppelhaushalt 2025/2026 geplanten
Mitteln. Haushaltswirtschaftliche oder aufsichtsrechtliche Änderungen können
Anpassungen erforderlich machen. Eine Kompensation von Kürzungen Dritter
ist ausgeschlossen.
Begründung
„Es war existentiell und überlebensnotwendig“.
„Die Beratungsstelle bedeutete für mich, zu überleben und wieder „leben“ zu
können.“
(Zitate Betroffener)
Die Beratungsstelle gegen sexualisierte Gewalt ist die einzige spezialisierte
Fachberatungsstelle zu den Themen Vergewaltigung, sexueller Missbrauch,
sexualisierte Belästigung und anderen sexualisierten Übergriffen in Bonn. Das
Angebot der Beratungsstelle umfasst alle Bereiche der genannten Themen und
beinhaltet sowohl die psychosoziale Beratung und Krisenintervention, als auch
die Begleitung Betroffener sowie deren Angehöriger und Freunden sowie die
Beratung von Fachkräften unterschiedlicher Berufsgruppen. Die
Unterstützungsleistungen werden bedarfsgerecht persönlich, telefonisch undSeite 1 von 4
Seite 2
digital durchgeführt.
Im Jahr 2024 feierte die spezialisierte Beratungsstelle ihr beeindruckendes
40jähriges Bestehen, das eine arbeitsintensive, aber auch sehr bereichernde
Zeit dokumentiert: https://beratung-bonn.de/wp-
content/uploads/2024/09/Broschuere_Beratungsstelle_40J.pdf
Die Zuschussgewährung hat sich wie folgt entwickelt:
2023: 199.308 EUR
2024: 212.000 EUR
2025: 216.240 EUR
2026: 220.565 EUR
Insgesamt fanden im Jahr 2024 2711 Beratungen für 558 Personen statt, wobei
es sich bei 388 um Betroffene handelte, bei 78 um Bezugspersonen und 92 um
Fachkräfte. 469 dieser Personen waren weiblich. Die Themen der
nachgefragten Beratungsleistung waren zurückliegender Missbrauch (28%),
sexuelle Belästigung (27%), Vergewaltigung/sexuelle Nötigung (23%).digitale
Gewalt (11%) sowie aktueller Missbrauch, K.O. Tropfen und ritueller
Missbrauch/Folter (unter 10%).
Aufgrund der Komplexität der Beratungsanlässe sind ganzheitliche,
umfassende und flexible Betreuungsansätze gefordert. So hat sich
beispielsweise das Modul „Fünf bis sieben Stabilisierungseinheiten in der
Natur“ im Kontext der Trauma-Behandlung und psychischen Stabilisierung
Betroffener, die besondere Ängste bei Kontakten in Innenräumen haben, sehr
bewährt. Neben der angebotenen Krisenintervention wird auch eine
psychosoziale Prozessbegleitung (9 in 2024) sowie Beratungen zum Fonds
sexueller Missbrauch durchgeführt (35 in 2024).
Das vielfältige Leistungsangebot beinhaltet darüber hinaus die Säulen
Präventions-, Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit sowie die Themen
Digitalisierung und Qualifizierung.
Die Präventions- und Fortbildungsarbeit stellt neben der Beratungstätigkeit
einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit der Beratungsstelle dar. Sowohl
Präsenz-, als auch online, wurden auch 2024 eine Vielzahl an Fortbildungen
durchgeführt, die sehr stark von Schulen und Kitas nachgefragt wurden. Es
fanden zudem Workshops und Fortbildungen für die Mitarbeitenden der
Telefonseelsorge, des Kinderschutzbundes, von Einrichtungen der Kinder- und
Jugendhilfe, der theaterpädagogischen Werkstatt sowie, insbesondere zum
Thema Opferschutz und anonyme Spurensicherung, von Kliniken und
Pflegeschulen statt.
Unter dem Namen „Kooperationsprogramm Prävention“ wurden Projekte mit
Partnern wie z.B. der Hannah-Stiftung, der theaterpädagogischen Werkstatt,
der Polizei Bonn, der Kreispolizei Rhein-Sieg-Kreis sowie der Evangelischen
Beratungsstelle der Kirchenkreise Bonn und Sieg und Rhein durchgeführt.
Diese richten sich an Kinder verschiedener Altersgruppen sowie Eltern und
pädagogische Fachkräfte.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wurde der Verein auch 2024 regelmäßig
zu Themen wie der Kampagne „Luisa ist hier“, Ko-Tropfen und Opferschutz von
verschiedenen Medien (Rundfunk, Fernsehen, Social Media) angefragt. Die
Beratungsstelle hält immer wieder Vorträge und nimmt regelmäßig anSeite 2 von 4
Seite 3
Fachgesprächen, Workshops und Veranstaltungen zu den verschiedensten
Themen sexueller Gewalt teil. 2024 wurden insgesamt 21 Fortbildungen, 27
Vorträge, Informationsveranstaltungen und Fachgespräche, 36 regionale
Netzwerktreffen sowie 26 Elternpräsentationsveranstaltungen und 19 Schul-
und Kitaprojekte im Rahmen des Kooperationsprojektes „Mein Körper gehört
mir“ durchgeführt. Ergänzt wird das Engagement durch Kampagnen, die sich
an die Öffentlichkeit insgesamt und Institutionen richten, wobei es zum einen
um Hinweise zu solidarischem Handeln, als auch um die Aufforderung, sich klar
gegen jegliche Form sexualisierter Gewalt zu positionieren, geht. Auch das 40-
jährige Jubiläum der Beratungsstelle wurde zum Anlass genommen, eine
vielschichtige politische Kampagne (Jubiläumsbroschüre, Posts auf Social
Media, Podcast) zu organisieren, die das Thema nochmal stärker ins
Bewusstsein rückt.
Vor dem Hintergrund des komplexen Angebots und Engagements nimmt die
Netzwerkarbeit unweigerlich einen großen Stellenwert für die Beratungsstelle
ein. Neben der Vernetzung auf kommunaler sowie überregionaler Ebene wird
seit vielen Jahren der Arbeitskreis Opferschutz inklusive der Erstellung des
entsprechenden Newsletters (in 2024 insgesamt 7) verantwortlich organisiert.
Der Arbeitskreis Opferschutz hat u.a. das Projekt ASS - Anonyme
Spurensicherung nach Sexualstraftaten – in Zusammenarbeit mit Kliniken in
Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Institut für Rechtsmedizin erarbeitet,
so dass dieses Verfahren seit vielen Jahren erfolgreich durchgeführt werden
kann.
Der Verein „Frauen gegen sexualisierte Gewalt e.V.“ ist unumstritten die
fachlich hoch qualifizierte Anlaufstelle für alle Anliegen des Themenbereichs
sexualisierter Gewalt, sowohl für Betroffene und deren Umfeld, als auch für
andere im Kontext tätige Akteure und Institutionen. Aufgrund der Kompetenzen
und langjährigen Erfahrungen ist er bestens geeignet, die geförderten
Leistungen für die genannten Zielgruppen zu erbringen.
Die mit der Förderung verbundenen formellen Auflagen (insbesondere die
Vorlage
eines Antrages sowie eines Verwendungsnachweises) wurden vom Träger
bislang stets ordnungsgemäß erfüllt.
Die Zuschussgewährung ist zeitlich unaufschiebbar und sachlich notwendig,
um die Unterstützung der Opfer von sexueller Gewalt in Bonn durch die
Beratungsstelle aufrecht zu erhalten.
Finanzielle Auswirkungen:
Haushaltsjahr 2025
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förderung
Wohlfahrt
1.50.00.05.06.01 Förderung Wohlfahrt
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen
EinzahlungenSeite 3 von 4
Seite 4
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
216.240,00
EUR
150000506 /
73.1000
2025 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00
EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
216.240,00
EUR
Haushaltsjahr 2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förderung
Wohlfahrt
1.50.00.05.06.01 Förderung Wohlfahrt
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
220.565,00
EUR
150000506 /
73.1000
2026 220.565,00
EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00
EUR
0,00
EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
220.565,00
EUR
220.565,00
EUR
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 18:37 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de