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253341 · Beschlussvorlage

Förderung der Beratungsstelle TuBF e.V. in den Jahren 2025/2026

Nummer
253341
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
19.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 09.07.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
253341
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Förderung der Beratungsstelle TuBF e.V. in den
Jahren 2025/2026
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
09.07.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Verein TuBF e.V. (Therapie, Beratung und Coaching für Frauen) erhält zu
den nachgewiesenen, anerkannten und ungedeckten Personal- und
Sachkosten zum Betrieb der Beratungsstelle eine Förderung in Höhe von
maximal:
261.000 EUR im Jahr 2025 und
269.000 EUR im Jahr 2026.
Dieser Beschluss basiert auf den im Doppelhaushalt 2025/2026 geplanten
Mitteln. Haushaltswirtschaftliche oder aufsichtsrechtliche Änderungen können
Anpassungen erforderlich machen. Eine Kompensation von Kürzungen Dritter
ist ausgeschlossen.
Begründung
„Wir erleben, dass finanzielle, Handlungs- wie auch emotionale (Spiel)Räume
enger werden. Konflikte verschärfen sich. Vertraute Antworten führen nicht
mehr zu Lösungen. Alles fühlt sich existentieller an, geht mehr unter die Haut,
scheint unausweichlicher.“
(TuBF e.V. Jahresrundbrief 2024)
Die Anlaufstelle für psychosoziale und psychologische Beratung in der Bonner
Altstadt, die seit vielen Jahren gefördert wird, bietet durch die Vielfalt der
Kontaktmöglichkeiten einen niedrigschwelligen, an die verschiedenen
Bedürfnisse und Möglichkeiten angepassten, Zugang für die weiter ansteigende
Zahl an Ratsuchenden.
Das Beratungsangebot bietet sowohl für ein großes Spektrum bezüglich derSeite 1 von 5
Seite 2
Zielgruppe, als auch hinsichtlich der nachgefragten Themen die Möglichkeit, in
einer persönlichen Krisensituation bedarfsgerechte Unterstützung zu erhalten.
TuBF begleitet und unterstützt Frauen und INTA+ durch psychologische
Beratung in ihren vielfältigen Lebens- und Liebesentwürfen, ihren
Veränderungswünschen, ihrer Selbstbestimmung in Verbundenheit mit anderen
Menschen und all dies zum Teil in sehr prekären Lebenslagen.
2024 nahmen 589 Personen zwischen 14 und 80 Jahren das
Beratungsangebot, je nach Präferenz in Präsenz, per Telefon oder per Video
wahr. 75 Bonner Frauen und INTA+ mit geringem Einkommen, bzw. mit
Transferleistungsbezug, wurden 2024 über einen längeren Zeitraum
psychologisch begleitet.
Beratungsanlässe in den offenen Beratungszeiten sind z.B.:
• Beziehungskonflikte und Trennungen,
• Armut, Verschuldung, sozialer Abstieg
• Ängste, Unsicherheit und Überforderung,
• problematisches Essverhalten,
• seelische Krisen,
• Verlust und Trauer,
• Erfahrung von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit,
• alle Formen von Gewalterfahrung,
• eigenes gewalttätiges Verhalten und
• berufsbezogene Themen.
Drei Rechtsanwältinnen bieten zweimal im Monat juristische Informationen zu
familienrechtlichen Fragen an, insbesondere zu den Themen
Trennung/Scheidung, Unterhaltsrecht und Sorgerecht.
Nach den Einsamkeits- und Isolationserfahrungen im Kontext verschiedene
Krisensituationen der letzten Jahre haben diverse Formen sozialer Ängste stark
zugenommen, mit der Konsequenz erhöhter Nachfrage nach
psychotherapeutischer Unterstützung, die von niedergelassenen
Psychotherapeut*innen nicht mehr aufgefangen werden können. Hier leisten
die Mitarbeiterinnen mit therapeutischer Ausbildung wertvolle
Übergangsbegleitungen sowie, abhängig von den Kapazitäten, längerfristige
Unterstützung.
Im Jahr 2024 nutzten ca. 36% Ratsuchende mit einem Migrationshintergrund
das Beratungsangebot. Von Seiten der TuBF kann zusätzlich zur deutschen
Sprache Beratung in Englisch, Russisch, Georgisch, Spanisch und Türkisch
angeboten werden. Darüber hinaus wird auch spezifisch zu Themen rund um
das Leben mit Handicap beraten, diese erfolgt durch die selbst betroffene
langjährige Mitarbeiterin.
Für TuBF e.V. ist die Wertschätzung aller Identitäten bezogen auf Geschlecht,
Gender und sexuelle Orientierung ausgesprochen wichtig und unterstützt deren
vielfältige Lebensentwürfe, insbesondere die Menschen, die sich in einer
binären, zweigeschlechtlichen Geschlechterordnung nicht wiederfinden. Dies
spiegelt sich auch im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit wieder, wo der Begriff
INTA+ integriert wurde (intergeschlechtlich, nicht-binär, transident, a-gender).
Die Folge waren vermehrte Anfragen in diesem Kontext, insgesamt ca. 13%
aller Ratsuchenden waren Personen mit nicht-heteronormativen
Geschlechtsidentitäten oder sexuellen Orientierungen.Seite 2 von 5
Seite 3
Insgesamt sieht sich das neunköpfige Team der TuBF-Beratungsstelle mit dem
gesamten gesellschaftlichen Spektrum konfrontiert. Unabhängig von Herkunft,
Bildungsstand, Handicap und Lebensentwurf finden Frauen und INTA+ in
problematischen Lebenssituationen hier eine qualifizierte Anlaufstelle, die eine
große Bandbreite an Beratungsoptionen bietet, von reinen Informationen, über
Krisenintervention, bis hin zu therapeutischer Begleitung.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Beratungsstelle nutzt TuBF neben der
Homepage, die sehr zeitnah aktualisiert wird und somit auch auf aktuelle
Veranstaltungen hinweist, den TuBF-Blog, der sich regelmäßig mit aktuellen
Themen befasst. 2024 hat die Beratungsstelle in Form verschiedener
Veranstaltungen besonders das Thema patriarchale Gewalt in den Fokus
genommen (z.B. Initiative „Gewaltschutz inklusiv“, Kampagnen zum
Gewaltschutzgesetz, Veranstaltungen zum Orange Day und zum
Internationalen Frauentag). Darüber hinaus vernetzt sich TuBF mit anderen
(Frauen-) Beratungsstellen in diversen Arbeitskreisen (Opferschutz, Frühe
Hilfen etc.).
Die Förderung wird als Fehlbedarfsfinanzierung gewährt. Landesmittel und
anderen Einnahmen werden bei der Ermittlung der städtischen Förderung
angerechnet.
Die Zuschussgewährung hat sich wie folgt entwickelt:
2023: 260.000 Euro
2024: 272.120 Euro
2025: 261.000 Euro
2026: 269.000 Euro
Die Verwendungsnachweise wurden stets termingerecht und vollständig
vorgelegt.
Der Verein TuBF ist aufgrund seiner Kompetenzen und Erfahrungen geeignet,
die geförderten Leistungen für die genannte Zielgruppe zu erbringen und hat
sich seit vielen Jahren in dieser Aufgabenstellung bewährt.
Die mit der Förderung verbundenen formellen Auflagen (insbesondere die
Vorlage eines Antrages sowie eines Verwendungsnachweises) wurden vom
Träger bislang stets ordnungsgemäß erfüllt.
Finanzielle Auswirkungen:
Haushaltsjahr 2025
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förd.Träg.Wohlf.pfl,Vereine,sonst.
Träg.
1.50.00.05.06.01 Förd.Träg.Wohlf.pfl,Vereine,sonst.
Träg.Seite 3 von 5
Seite 4
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
261.000,00 EUR 150000506 /
73.1000
2025 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
261.000,00 EUR
Haushaltsjahr 2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förd.Träg.Wohlf.pfl,Vereine,sonst.
Träg.
1.50.00.05.06.01 Förd.Träg.Wohlf.pfl,Vereine,sonst.
Träg.
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
269.000,00 EUR 150000506 /
73.1000
2026 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
269.000,00 EURSeite 4 von 5
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Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 01:20 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de