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253339 · Beschlussvorlage

Förderung Theaterprojekt Euro Theater Central Bonn e. V.

Nummer
253339
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
19.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 09.07.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
253339
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Förderung Theaterprojekt Euro Theater Central
Bonn e. V.
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
09.07.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Das Euro Theater Central Bonn e. V. erhält aus Mitteln des
Behindertenpolitischen Teilhabeplans einen Zuschuss nach der Förderrichtlinie
freiwillige Zuschüsse Soziales für das partizipative Theaterprojekt von und mit
wohnungslosen Menschen in Höhe von maximal 15.000,00 €.
Dieser Beschluss basiert auf den im Doppelhaushalt 2025/2026 geplanten
Mitteln. Haushaltswirtschaftliche oder aufsichtsrechtliche Änderungen können
Anpassungen erforderlich machen. Eine Kompensation von Kürzungen Dritter
ist ausgeschlossen.
Begründung
Kurzzusammenfassung in einfacher Sprache:
Das Euro Theater Central Bonn e. V. soll von der Stadt Bonn einen Zuschuss
bekommen, mit dem das Theaterprojekt mit Menschen ohne Wohnung bezahlt
werden kann.
Die Menschen lernen in kleinen Gruppen ihre Stärken neu zu erkennen. Es
kann ein Theaterstück daraus entstehen. Damit können die Menschen ohne
Wohnung in der Öffentlichkeit gesehen werden.
Das Euro Theater Central Bonn e. V soll höchstens 15.000,00 € bekommen.
Gemeinsam mit dem Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. möchte das Euro
Theater Central Bonn e.V. ein partizipatives Theaterprojekt von und mit
wohnungslosen Menschen anbieten. In den städtischen Unterkünften und
Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe leben rund 500 wohnungslose
Menschen. Rund 60 – 80 % von ihnen sind nach Angaben der
Wohnungslosenhilfe des Caritasverbandes schwer psychisch oder/und
physisch erkrankt und beeinträchtigt. Hinzu kommen die Menschen, welche inSeite 1 von 3
Seite 2
Geflüchtetenunterkünften oder sonstigen Einrichtungen leben oder verdeckt
wohnungslos sind. Insgesamt ist von einem Adressatenkreis inklusive
Dunkelziffer von rund 5.000 Menschen in Bonn auszugehen.
Aufgrund der Vielzahl der psychischen Erkrankungen und/oder
Beeinträchtigungen kann man von einer drohenden seelischen Behinderung
sprechen. Um dem unter anderem entgegenzuwirken, ist ein Theater-Konzept
für wohnungslose Menschen entwickelt worden.
Diesen Menschen soll in einer barrierefreien umgebauten Kapelle der Caritas-
Wohnungslosenhilfe ein Raum für Kreativität angeboten werden. Ziel ist es,
Selbst- und Fremdwahrnehmung zu schulen, im geschützten Raum
Selbstwirksamkeitserfahrungen zu machen und damit die Klient*innen zu
stärken und sicherer zu machen. Viele Klient*innen sind davon geprägt, dass
sie stadtgesellschaftlich im wort- und übertragenen Sinne übersehen werden.
Als Akteur*innen dürfen sie gegenteilige Erfahrungen machen.
Begleitet wird die Maßnahme von Theaterpädagog*innen,
Theatermacher*innen, und Sozialarbeitenden.
Das Konzept wurde im Rahmen von verschiedenen Workshops im
Spätsommer und Herbst 2024 schon einmal mit großem Erfolg durchgeführt.
Die Resonanz unter den rund 25 wechselnden Teilnehmern war durchweg
positiv.
Bei den Übungen handelt es sich anfänglich um solche, die zur eigenen
Körper- und Stimmwahrnehmung durchgeführt werden, dann werden
spielerisch erste Darstellungsmöglichkeiten ausprobiert und diverse
Methodiken vermittelt, wodurch die Teilnehmenden ihre Situation im weitesten
Sinne durch Sprache (Körpersprache, Dialog, audio-visuelle Aufnahme etc.)
zum Ausdruck bringen können. Es werden kleinere szenische Stücke erarbeitet
und auf die Bühne gebracht. Inhaltlich sollen die jeweiligen Lebenssituationen
der wohnungslosen Menschen nachgezeichnet werden. Durch die anvisierten –
aber nicht zwingenden - öffentlichen Aufführungen während der Projektphase
und/oder am Ende des Projektzeitraums bekommen wohnungslose Menschen
ein Gesicht und sind in der Stadtgesellschaft mit ihren Lebenssituationen
sichtbar. So können Vorurteile gegenüber wohnungslosen und beeinträchtigten
Menschen abgebaut und ihre Situation als gesamtgesellschaftliche Aufgabe in
den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt werden.
Das Projekt ist in der Teilnehmerzahl nicht begrenzt und auch während der
Durchführung noch für weitere Teilnehmende offen, die sich – je nach
Fortschritt des Projekts – mit ihren Kompetenzen einbringen können.
Teilnehmen können alle, die selbst von Wohnungslosigkeit betroffen sind oder
waren.
Durch die bereits festgestellte positive Resonanz im Rahmen der Workshops
im Jahr 2024 wird davon ausgegangen, dass auch ein langfristiges
Theaterprojekt den Teilnehmenden im Projektzeitraum Gelegenheit bietet, ihre
Lebenssituation zu reflektieren und unter pädagogischer und künstlerischer
Anleitung neue Perspektiven zu entwickeln.Seite 2 von 3
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Der kreative Zugang zur eigenen Biografie kann bisher ungenutzte Potenziale
der wohnungslosen Menschen erschließen, die helfen, Teilhabechancen zu
vergrößern. Schlüsselmomente eigener Selbstwirksamkeit sind im
Konsolidierungsprozess wohnungsloser Menschen von entscheidender
Bedeutung, da der Verlust einer Wohnung oft mit erheblichem Selbstwertverlust
einhergeht
Der Projektbeirat Behindertenpolitischer Teilhabeplan hat in seiner Sitzung am
25.03.2025 entschieden das Projekt mit einem Betrag von bis zum 15.000,- €
aus Mitteln des Behindertenpolitischen Teilhabeplans zu unterstützen.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.10 Sonstige soziale Hilfen und
Leistungen
1.50.00.05.10.01. Sonstige soziale Hilfen und
Leistungen
Investive Kosten der Maßnahme
Betrag Finanzstelle
/ FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Betrag Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
15.000,00 EUR 150000510/72.1000 2025 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
15.000,00 EUR
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 03.11.2026, 00:46 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de