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253327 · Beschlussvorlage

Finanzierung der Radstation am Hauptbahnhof (Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.) in den Jahren 2025 und 2026

Nummer
253327
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
20.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Am Hauptbahnhof Straße· Bonn-Zentrum, Bonn Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 09.07.2025 Empfehlung
  2. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 09.07.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
253327
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Finanzierung der Radstation am Hauptbahnhof
(Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.) in den
Jahren 2025 und 2026
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 09.07.2025 Empfehlung
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
09.07.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Der Caritasverband für die Stadt Bonn e.V. erhält zu den Kosten des
Betriebs der Radstation am Hauptbahnhof für das Jahr 2025 maximal
einen Zuschuss bis zu 192.700 € und für das Jahr 2026 maximal bis zu
208.200 €.
2. Von der Gesamtförderungssumme werden aus dem Budget des Amtes 50
für das Arbeitsmarktprojekt max. 80.400,00 EUR für das Jahr 2025 und
max. 91.700,00 EUR für das Jahr 2026 bereit gestellt.
Die Anteile der aktuellen Öffnungs- und Servicezeiten der Radstation, die
nicht durch Mitarbeitende, die im Rahmen des sozialen
Arbeitsmarktprojektes refinanziert sind, abgedeckt werden können, werden
aus dem Budget des Amtes 61 für „Zukunft Radverkehr“ finanziert.
Dieser Beschluss basiert auf den im Doppelhaushalt 2025/2026 geplanten
Mitteln. Haushaltswirtschaftliche oder aufsichtsrechtliche Änderungen können
Anpassungen erforderlich machen. Eine Kompensation von Kürzungen Dritter
ist ausgeschlossen.
Begründung
„ein fachpraktisches Lern-und Einsatzfeld“ im „Echtbetrieb“ mit Kunden und
sehr variablen Einsatzmöglichkeiten mit unterschiedlichen Anforderungsprofilen,
die für jede individuelle Ausgangssituation Lernfelder bietet.“ (Auszug:
Jahresbericht 2024)
Mit Ratsbeschluss vom 04.09.2019 (DS 1911340) wurde entschieden, die
Zukunft der Radstation als soziales Arbeitsmarktprojekt und als
verkehrspolitisches Instrument dauerhaft sicherzustellen. Der Betrieb derSeite 1 von 5
Seite 2
Radstation wurde im Jahr 2000 durch den Caritasverband Bonn übernommen.
Somit feiert die Radstation am 11.06.2025 ihr 25-jähriges Jubiläum!
Konzeptionell verbindet das Angebot der Radstation eine Dienstleistung rund
um das Thema Fahrrad mit Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten
für arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene. Damit wird zum einen die
Verkehrsinfrastruktur in Bonn erheblich verbessert, zum anderen werden
Zugangsmöglichkeiten zum Arbeitsmarkt für junge Menschen geschaffen,
denen dieser bislang aus verschiedenen Gründen nicht gelungen ist.
Das Dienstleistungsangebot umfasst folgende Bereiche:
• Radbewachung im Parkhaus mit 476 Stellplätzen
• Verleih von Fahrrädern (100 Leihräder inkl. E-Bikes, Tandems,
Kindersitze, Helme)
• Service & Reparaturen inkl. Radreinigung und Codierung
• Beratung & Information rund ums Fahrrad
• Aufarbeitung von gespendeten Gebrauchträdern
• Verkauf nicht mehr genutzter Fahrräder
• Jobradpartner
Die Angebote im Bereich des Servicebetriebs tragen nicht unwesentlich zu
einer Intensivierung des Radverkehrs in Bonn bei und sind damit wichtiger
Bestandteil einer im Sinne des Umweltschutzes notwendigen Mobilitätswende.
Durch das attraktive und umfassende Angebot, sowohl im Hinblick auf die
Auswahl (E-Bikes, Tandems, Anhänger), als auch auf das faire und im
Vergleich günstige Preis-Leistungs-Verhältnis (auch bei Reparaturen!) steigt für
Einzelne und Gruppen der Anreiz, auf das Fahrrad umzusteigen.
Die Radstation ist jährlich an 362 Tagen von 7.00-22.00 Uhr geöffnet.
Als Arbeitsmarktprojekt bietet die Radstation jungen Menschen zwischen 16-25
Jahren, die Leistungen nach dem SGB II beziehen, die Möglichkeit,
fachpraktische Lern- und Einsatzfelder im „Echtbetrieb“ mit Kunden zu
erfahren.
Mithilfe entsprechender fachlicher und sozialpädagogischer Begleitung kann
vielfach in mehreren Bereichen eine positive Entwicklung der Teilnehmenden
erreicht werden:
• Aktivierung und Stabilisierung
• Stärkung persönlicher und sozialer Kompetenz
• Verbesserung gesellschaftlicher und beruflicher Teilhabechancen
• Berufliche Orientierung
2024 wurden vom Jobcenter Bonn 39 junge Erwachsene (Durchschnittsalter 21
Jahre) zugewiesen, bei 64,1 % besteht ein Migrationshintergrund. Die
Zuweisung erfolgt zunächst für 6 Monate, kann aber bei Bedarf bis zu 2 Jahren
verlängert werden. In den meisten Fällen liegen mehrere
Vermittlungshemmnisse vor und es sind vorab bereits eine Reihe anderer
Fördermaßnahmen zur Arbeitsmarktintegration gescheitert. Wie bereits im
letzten Jahr festzustellen war, steigt der Anteil der jungen Menschen mit
erheblichen psychischen Beeinträchtigungen, insbesondere Angstzustände und
Depressionen, weiter an. Daher spielen Antriebslosigkeit und allgemeine
Unsicherheit eine große Rolle, dem das pädagogische Team verstärkt mit
spezifischen Angeboten zur Partizipation und persönlichen und psychischen
Stabilisierung begegnet sind, z.B. Reflexions- und Beteiligungsworkshops,Seite 2 von 5
Seite 3
Teilnehmenden Team inkl. gewählter Vertretung, Mitwirkungsformate (z.B. bei
Dienstplanerstellung), Gruppenausflüge in die Natur, Bewegungsangebote.
Im Jahr 2024 standen insgesamt 15 Plätze im Rahmen der
Arbeitsgelegenheiten (AGH gemäß § 16d SGB II) in Teilzeit (max. 30h/Woche)
zur Verfügung. Im Schichtdienst werden die jungen Menschen wöchentlich
abwechselnd im Parkhaus und in der Werkstatt eingesetzt. Die Teilnehmenden
erhalten die Gelegenheit, praktische betriebliche Erfahrungen zu sammeln
sowie externe Praktika zur Leistungserprobung zu absolvieren. Bei
gleichzeitiger Hilfestellung bei erschwerenden persönlichen Problemen, wie
Schulden, Wohnungsnot etc. werden die jungen Menschen bei der Entwicklung
einer beruflichen Perspektive und deren Umsetzung (Bewerbungscoaching,
Vermittlung in Ausbildung, Arbeit oder Weiterqualifizierungsmaßnahmen)
unterstützt.
Die Radstation ist anerkannter Ausbildungsbetrieb für zwei Plätze in den
Bereichen Zweiradmechatronik und Fahrradmontage, wobei beide
Ausbildungsplätze konsequent nur mit ehemaligen Maßnahmenteilnehmenden
besetzt werden. Einer der letzten Auszubildenden konnte im Januar 2024 in der
Werkstatt als Anleiter eingestellt werden.
2024 konnten 46,2 % der Teilnehmenden in eine an den Arbeitsmarkt
heranführende Anschlussmaßnahme (Schule/Kurse, Ausbildung, Minijob,
Arbeit) vermittelt werden.
Aus Sicht der Verwaltung und des Jobcenters ist die Fortführung der
Radstation als soziales Arbeitsmarktprojekt dringend zu unterstützen.
Die weitere Sicherstellung attraktiver Öffnungs- und Servicezeiten von 7-22
Uhr (einschl. Wochenenden) ist sowohl für die erfolgreiche Vermarktung der im
sozialen Arbeitsmarktprojekt von den jungen Teilnehmenden erbrachten
Dienstleistungen als auch zum Erreichen der mit der Institution „Radstation“
verknüpften verkehrspolitischen Ziele erforderlich. Eine schlecht ausgelastete
Radstation mit zu wenig nachgefragten Serviceangeboten würde die jungen
Teilnehmenden frustrieren, da dies als mangelnde Wertschätzung ihrer Arbeit
wahrgenommen würde. Verkehrlich sollen Radstationen die Verknüpfung
umweltverträglicher Verkehrsarten an zentralen Bahnhöfen, Busbahnhöfen
oder Mobilstationen verbessern und den multimodalen Verkehr attraktiv
machen. Zur Erfüllung der mit der Verwendung der Marke „Radstation“
verbundenen Qualitätsanforderungen muss das Serviceangebot über das reine
automatisierbare Fahrradparken hinausgehen und es müssen Dienstleistungen
rund um das Fahrrad sowohl für den Alltagsverkehr als auch für den
Freizeitverkehr angeboten werden. Die Servicezeiten müssen daher auch in
Zukunft kundenorientiert gestaltet werden, Öffnungs- und Servicezeiten nur zu
den o.g. Kernzeiten erfüllen diese Anforderungen nicht. Daher werden
außerhalb des sozialen Arbeitsmarktprojektes Mitarbeitende benötigt, mit
denen die Zeiten jenseits der o.g. Kernzeit abgedeckt werden können.
Aufgrund der dargestellten verkehrspolitischen Komponente ist es
gerechtfertigt, für die Deckung des unter Berücksichtigung der Finanzierung
des sozialen Arbeitsmarktprojektes und der Einnahmen aus dem Betrieb der
Radstation verbleibenden Fehlbetrags Mittel aus dem Budget „Zukunft
Radverkehr“ bereitzustellen. Aus Vereinfachungsgründen der Abwicklung
gegenüber dem Betreiber wird allerdings es dabei verbleiben, dass die
Gesamtzahlung des jeweiligen Zuschusses durch Amt 50 erfolgen wird.Seite 3 von 5
Seite 4
Der insgesamt zu zahlende Zuschuss stellt sich wie folgt dar:
HHJ 2025 HHJ 2026
Arbeitsmarktprojekt 80.400 Euro 91.700 Euro
Servicebetrieb 112.300 Euro 116.500 Euro
Gesamt: 192.700 Euro 208.200 Euro
Für die Folgejahre 2027 ff rechnet die Verwaltung hinsichtlich des
Servicebetriebs mit anteiligen Zuschussbedarfen in ähnlichen
Größenordnungen. Der konkret anfallende Betrag in einem Jahr ist abhängig
von der Entwicklung der Erlössituation.
Der Träger ist aufgrund seiner Kompetenzen und langjährigen Erfahrungen
geeignet, die geförderten Leistungen zu erbringen. Der Träger hat sich seit
vielen Jahren in dieser Aufgabenstellung bewährt. Die mit der Förderung
verbundenen formellen Auflagen (insbesondere die Vorlage eines Antrages
sowie eines Verwendungsnachweises) wurden vom Träger bislang stets
ordnungsgemäß erfüllt.
Durch das Serviceangebot der Radstation als Reparaturwerkstatt, Parkplatz
und Fahrradverleih generiert der Träger Einnahmen, die bei der
Finanzierungskalkulation berücksichtigt werden.
Finanzielle Auswirkungen:
Haushaltsjahr 2025
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06
1.12.07
Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Verkehrsplanung
1.50.00.05.06.01
1.12.07.01
Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Individualverkehrsplanung
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch
bereitzustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
80.400,00 EUR 150000506 /
73.1000
2025 0,00 EURSeite 4 von 5
Seite 5
112.300,00 EUR
161001207/
72.1000,
Innenauftrag
6102000 2025
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
2025
192.700,00 EUR
Haushaltsjahr 2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
1.05.06
1.12.07
Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Verkehrsplanung
1.50.00.05.06.01
1.12.07.01
Förd.Träg.Wohlf.pfl.,Vereine,sonst.Träg.
Individualverkehrsplanung
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
91.700,00 EUR
116.500,00 EUR
150000506 /
73.1000
161001207/
72.1000,
Innenauftrag
6102000
2026
2026
0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
2026
208.200,00 EUR
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 02.11.2026, 21:54 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de