253281-01 · Beschlussvorlage
N-Vorlage: Bereitstellung von Mitteln aus dem Feuerwehrtopf, Baum + Pflanzkübel hier: Rücknahme des Beschlusses vom 25.06.2025
Kerndaten
- Nummer
- 253281-01
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 26.08.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Ria-Maternus-Platz Hauptort
- Alt-Godesberg
- Bad Godesberg
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Entscheidung federführend
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 253281-01 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III N-Vorlage: Bereitstellung von Mitteln aus dem Feuerwehrtopf, Baum + Pflanzkübel hier: Rücknahme des Beschlusses vom 25.06.2025 Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 27.08.2025 Entscheidung Begründung der Dringlichkeit: Die Verwaltung wurde in der Sitzung am 25.06.2025 beauftragt, bis zur Sitzung am 27.08.2025 ein Angebot für einen Baum + Pflanzkübel der Bezirksvertretung vorzulegen. Die Verwaltung schlägt nach umfassender Prüfung des Beschlusses und wie gefordert zur Sitzung am 27.08.2025 vor, den Beschluss vom 25.06.2025 abzuändern. Beschlussvorschlag Die BV Bad Godesberg beschließt, den Beschluss vom 25.06.2025 aufgrund der Prüfung durch die Stadtverwaltung abzuändern und beauftragt die Verwaltung 1. eine Vorentwurfsplanung nebst Kostenschätzung für eine Begrünung des Ria-Maternus-Platzes mit großräumigen Pflanzbehältern zu erarbeiten und diese der Bezirksvertretung zur Beschlussfassung vorzulegen, 2. die Möglichkeit zu prüfen, für diese Pflanzbehälter im Rahmen der konkreten Umsetzung des Klimaanpassungskonzeptes eine finanzielle Förderung zu erhalten, 3. die erforderlichen Haushaltsmittel im Rahmen der nächsten Haushaltsplanaufstellung einzubringen und 4. die ehrenamtliche Unterstützung in der Unterhaltung der Pflanzungen zu bewerben. Begründung: Nach aktuellen, wissenschaftlichen Erkenntnissen ist grundsätzlich festzustellen, dass Bäume wo immer möglich in den Boden zu pflanzen sind, denn dies stellt fast immer die kostengünstigste, robusteste und dauerhafteste Form der Begrünung dar. Aufgrund dessen hat die Verwaltung grundsätzlich seit vielen Jahren auf den deutlichen Vorzug der bodengebundenen Bepflanzung hingewiesen.Seite 1 von 3 Seite 2 Die Lebensdauer insbesondere von Bäumen bzw. Großgehölzen in sogenannten Kübeln ist auf wenige Jahre je nach Größe und Beschaffenheit des Kübels beschränkt. In dieser Zeit entwickeln sie regelmäßig nur eine sehr kleine Krone. Für die Anschaffung eines ca. 1,20 m x 1,20 m x 1,00 m großen Kübels, des entsprechenden Substrates und eines Laubbaumes inklusive Unterpflanzung ist mit ca. 2.000 € zu rechnen. Der Aufwand für die Pflege und Unterhaltung der Kübel ist sehr viel höher als bei im Erdreich ausgepflanzten Bäumen. Grade in trockenen heißen Sommern muss mindestens 3 – 4 x in der Woche durchdringend gewässert werden. Mit eigenem Personal sind diese zusätzlichen Arbeiten nicht auszuführen. Daher kommen zu den o. g. Anschaffungskosten noch ca. 1.500 € jährliche Kosten für Pflege und insbesondere Wässerung der Pflanzung. Über einen Zeitraum von 5 Jahren summieren sich diese Kosten auf ca. 9.500 €. Dem gegenüber stehen Kosten für einen neuen Baumstandort mit Erdanschluss im Straßenraum von ca. 8.500 €. Nach den 4-5 Jahren im Kübel können die Bäume zwar grundsätzlich in größere Beete mit mehr durchwurzelbarem Raum ausgepflanzt werden. Die auf das Gefäß begrenzten Wurzeln sind dann aber so eng ineinander gewachsen, dass es mit zunehmendem Dickenwachstum der Wurzeln mit hoher Wahrscheinlichkeit zu sich gegenseitig abwürgenden Stellen im Wurzelwerk kommen wird. Dies beeinträchtigt das weitere Wachstum und kann in Einzelfällen zu einer Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit führen. Der langfristige Erfolg der Pflanzung ist daher zumindest in Frage gestellt. Da der Aufwand für dieses Umpflanzen hoch ist und es keine Anwuchsgarantie geben kann, ist es wirtschaftlicher, den Baum aus den Kübeln nach diesen 5 Jahre zu entsorgen und nicht weiter zu verwenden. Auch die Weiterverwendung der Pflanzkübel ist unsicher. Als z. B. die Bäume aus der Aktion „Hovens Beet“ nach nur 2 Standjahren verpflanzt wurden, konnten die Wurzelballen nur dadurch unbeschädigt erhalten werden, dass die Pflanzgefäße zerstört wurden. Am Ria-Maternus-Platz sowie im angrenzenden Umfeld besteht an Hitzetagen eine ausgeprägte Wärmebelastung, die insbesondere auf fehlende Verschattung und Begrünung zurückzuführen ist. Gleichzeitig weist der Platz aufgrund seiner Nähe zum Bahnhof eine hohe Passantenfrequenz auf. Es kommen somit eine starke Wärmeexposition, eine hohe Aufenthaltswahrscheinlichkeit und eine besondere Betroffenheit zusammen– auch für die vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Auch aus Sicht der Fachverwaltung besteht daher grundsätzlich ein dringender Handlungsbedarf zur klimawandelgerechten Anpassung dieses Bereichs. Eine bodengebundene Begrünung ist aus verschiedenen Gründen nicht realisierbar. Im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Klimaanpassungskonzept wurde der Wunsch nach einer Umgestaltung des Ria-Maternus-Platzes besonders häufig geäußert. Insgesamt wurde die klimagerechte Umgestaltung von öffentlichen Plätzen im Beteiligungsprozess als eine der höchsten Prioritäten benannt und erreichte Platz 2 im Gesamtranking. Dies unterstreicht die Relevanz des Vorhabens auch aus Sicht der Bevölkerung. Pflanzbehälter können trotz der o.g. Ausgangslage Optionen bieten, um Grünstrukturen an Orten zu verwenden, die eine bodengebundene Begrünung nicht zulassen, wie z. B. auf dem Ria-Maternus-Platz. Entscheidende Faktoren für eine Wirksamkeit der Pflanzungen in Pflanzbehältern im Sinne desSeite 2 von 3 Seite 3 Hitzeschutzes und damit verbundener Verdunstungsleistung sind die ausreichende Dimensionierung der Pflanzgefäße, die Wasserversorgung, adäquate Nährstoffversorgung und strukturstabile Substrate. Solche nachhaltigen Pflanzbehälter gehen in Dimensionierung und Qualität deutlich über die bisherigen Beispiele für eine solche Begrünung hinaus. Sie erfordern eine Planung, welche sämtliche Anforderungen an die Fläche berücksichtigt und eine Gestaltung aufweist, welche den Anforderungen an diesen für Bad Godesberg wichtigen Platz vor dem Bahnhof erfüllt. Nach einer ersten Abschätzung ist für eine solche nachhaltige und stadtklimatisch wirksame Begrünung mit Herstellungskosten von ca. 50.000 € zu rechnen. Belastbare Zahlen können erst im Rahmen einer Vorentwurfsplanung ermittelt werden. Die Folgekosten sind vom Gesamtumfang der Begrünung abhängig. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 19:57 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de