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253265-01 AA · Änderungsantrag

BBB-Initiative: Erhalt der Grünflächen unter des Bismarckturms Änderungsantrag zur Vorlage 253265

Nummer
253265-01 AA
Art
Änderungsantrag
Veröffentlicht
17.06.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Elisabethstraße Straße· Alt-Godesberg, Bad Godesberg Hauptort
  • Am Bismarckturm Straße· Pennenfeld, Bad Godesberg
  • Am Kreuter Straße· Alt-Godesberg, Bad Godesberg
  • Heiderhof Ortsteil· Bad Godesberg
  • Alt-Godesberg Ortsteil· Bad Godesberg
  • Pennenfeld Ortsteil· Bad Godesberg
  • Muffendorf Ortsteil· Bad Godesberg
  • Nordstadt Ortsteil· Bonn
  • Mehlem Ortsteil· Bad Godesberg
  • Bad Godesberg Stadtbezirk· Alt-Godesberg
  • Bonn Stadtbezirk
  • Kottenforst siedlung· Röttgen, Bonn
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 28.01.2026 Entscheidung federführend
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 77,4 KB Öffnen ↗

Übergeordnet

  1. 253265 SPD-Antrag: Prüfung von Vorfragen für ein mögliches Baugebiet Am Bismarckturm

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Änderungsantrag
öffentlich
253265-01 AA
Antragsteller/in:
BBB Bezirksfraktion Bad Godesberg
Marcel Schmitt
Jutta Acar
13.06.2025, gez. Wenzel
BBB-Initiative: Erhalt der Grünflächen unter des
Bismarckturms
Änderungsantrag zur Vorlage 253265
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bad Godesberg 25.06.2025 Entscheidung
Inhalt des Änderungsantrags
1. Entscheidung: Die Bezirksvertretung Bad Godesberg spricht sich für den
dauerhaften Erhalt des im Stadtrat am 12.11.2024 im Zusammenhang mit der
Freiraumplanung (Vgl. Drucksache 231965) zur Berücksichtigung
mitbeschlossenen Gebietscharakters der Flächen unterhalb des
Bismarckturmes und mithin für die ausschließliche Nutzung des in Rede
stehenden Areals für forstwirtschaft- u. ackerbauliche sowie gärtnerische
Zwecke aus.
2. Anregung an Hauptausschuss oder Rat: Die Oberbürgermeisterin wird
beauftragt, die Re-Kultivierung der zwischen Elisabethstraße, Muffendorfer
Straße, Am Bismarckturm und Am Kreuter gelegenen städtischen Flächen aus
klimatischen Gründen und Belangen der Biodiversität mit Pfirsichbäumen in die
Wege zu leiten und mit den Eignern von Privatflächen im Gebiet ebenfalls
darüber zu verhandeln.
Begründung
Zu 1.
Das Areal unter dem Bismarckturm gehört zum Landschaftsschutzgebiet
Kottenforst (LP1) und ist gemäß Planhinweiskarte ZURES
(https://www.bonn.de/medien-global/amt-
67/klimaschutz/Planungshinweiskarte.pdf) eine wichtige Kaltluftbildungsfläche
und vor allem Kaltluftleitbahn (für die im Wald rund um den Heiderhof in der
Nacht entstehende kühle Luft) zur Versorgung des Talkessels von Bad
Godesberg mit Frischluft. Gerade in den sommerlichen Hochdrucklagen
würden die unterhalb des Gebietes liegenden Bewohner (Pennenfeld, Teile des
Kur- und Villenviertels etc.) die Veränderung, die eine Bebauung an dem Hang
mit sich brächte, mit einer Zunahme von Schwüle zu spüren bekommen. Wie
solche Tage mit hoher Luftfeuchte die Fähigkeit des menschlichen Körpers,Seite 1 von 3
Seite 2
über Verdunstung (Schwitzen) Wärme an die Umgebung abzugeben,
behindern können, ist gemeinhin bekannt. Diese Belastung und die mangelnde
Luftreinheit infolge fehlendem Luftaustausch bei Inversionslagen trifft
insbesondere ältere Menschen.
Zu 2.
Nach dem der Weinanbau in Muffendorf oft zu unsteten Erträgen führte, setzte
man dort Anfang des 19. Jahrhunderts vermehrt auf den Anbau von Obst- und
Gemüse. Ab den 1830er-Jahren sollen dann die ersten Pfirsichbäume von
Johann Peter Schwingen gepflanzt worden sein. Der Anbau des Obstes
prosperierte im seinerzeit noch dünnbesiedelten Muffendorf in den folgenden
Jahrzehnten so sehr, dass sich die im und rund um das Dorf jährlich zu
sehende Pfirsichblüte, ähnlich der heutigen Kirschblüte in der Bonner
Nordstadt, einem hohen Bekanntheitsgrad erfreute. Die Attraktion des
Naturschauspiel hatte gar zur Folge, dass die elektrische Straßenbahn Bonn-
Godesberg-Mehlem im April 1912 zum Besuch der Baumblüte in Muffendorf
einlud und an beiden Ostertagen dafür nachmittags einen Zehn-Minuten-
Verkehr anbot. Mit der baulichen Entwicklung Bad Godesbergs nach dem
Zweiten Weltkrieg verschwand nach und nach der Obstanbau aus Muffendorf.
Im (grünen) Band mit alten Postkartenansichten "Grüße aus Bad Godesberg -
Bilder aus vergangener Zeit", 1999 vom VHH herausgegeben, von Hans
Kleinpass sachkundig erläutert und hiermit als eine Quelle für den
vorstehenden Absatz benannt, findet man auf Seiten 114 und 115 eine
Postkartenansicht mit blühenden Pfirsichbäumen am Muffendorfer Hang. Im
letzten Satz auf der Seite 114 wird die im Antrag benannte Fläche wie folgt
angesprochen: „Noch in den 40er Jahren waren die Hänge unterhalb der
Elisabethstraße bis ins Metzental hinein ein zauberhaftes Meer von
Pfirsichblüten.“
Mit der beantragten Re-Kultivierung könnte eine neue Natur-Attraktivität auf
einer heute unterwertig genutzten Freifläche geschafft und damit
der Biodiversitätsstrategie der Bundesstadt Bonn (Vgl. Drucksache 220672-01)
in besonderen Maße Rechnung getragen werden. Überdies könnte dem
mittlerweile dicht besiedelten und versiegelten Muffendorf ein Stück weit seiner
historischen Identität zurückgegeben werden.
Zur weiteren Information über die Geschichte des Pfirsichanbaus in Muffendorf
wird auf den sehr lesenswerten und mit vielen detailreichen Abbildungen
versehenen Beitrag „Muffendorfer Pfirsiche"; 'Napoleon Bonaparte, König
Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Johann Peter Schwingen und die
Muffendorfer Pfirsiche' von der Autorin Pia Heckes (25. August 2014) explizit
hingewiesen, nachzulesen unter dem Link:
https://alt.muffendorf.info/geschichte/pfirsiche.htm
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Datenstand: 03.11.2026, 00:47 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de