253109-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Bürgerantrag: Umbenennung der Straße "Berliner Freiheit"
Kerndaten
- Nummer
- 253109-02 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 04.11.2025
- Letzte Änderung
- 30.10.2026
Orte
- Bertha-von-Suttner-Platz Hauptort
- Berliner Freiheit
- Sandkaule
- Endenich
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 253109-02 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: 41 Kulturamt Dezernat: Dez. IV Bürgerantrag: Umbenennung der Straße "Berliner Freiheit" Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 02.12.2025 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Wie in der Begründung des Bürgerantrags dargelegt, wurde ein Jahr nach dem Volksaufstand in der DDR am 17. Juni 1953 die im Bürgerantrag thematisierte Bonner Brückenauffahrt „Berliner Freiheit“ benannt. Folgender Antrag zur Benennung beschloss der Rat am 4. März 1954 einstimmig: „Die Bonner Brückenauffahrt ab Kreuzung Bertha-von-Suttner-Platz, Hundsgasse, Sandkaule erhält die Bezeichnung: „Berliner Freiheit“. Die Benennung wird am Jahrestag des vorjährigen Aufstandes vom 17. Juni vorgenommen.“ Am 17. Juni 1953 traten Ostdeutsche in der ganzen DDR für eine Senkung von Arbeitsnormen, die Freilassung politischer Häftlinge, den Rücktritt der SED- Regierung, freie Wahlen und die Einheit Deutschlands ein. Die sowjetischen Streitkräfte setzten Panzer ein und schlugen den Aufstand nieder. Die Bundesrepublik war vom Volksaufstand in der DDR überrascht, da niemand diesen Aufstand in der SED-Diktatur für möglich gehalten hatte. Wenige Tage später fand im Bundestag ein Trauerakt für die Opfer des Volksaufstandes, derer in der DDR nicht gedacht werden durfte, statt. Anfang Juli 1953 beschloss der Deutsche Bundestag in Bonn, den 17. Juni fortan als „Tag der deutschen Einheit“ und gesetzlichen Feiertag zu begehen, woran bis zur Wiedervereinigung 1990 festgehalten wurde. In den ersten Jahren nach dem Aufstand fanden in der Bundesrepublik neben Gedenkfeiern und Erinnerungsreden auch Demonstrationen, Schweigemärsche, Stafettenläufe zur "Zonengrenze" und Mahnfeuer als Zeichen eines nationalen Gemeinschaftsgefühls statt. Auch Straßenumbenennungen waren Teil des symbolischen Gedenkkanons. Einige Jahrzehnte lang waren viele Todesopfer des Volksaufstandes namenlos. Zudem fehlten zuverlässige Angaben über die Anzahl der Todesopfer. Im Jahr 2004 – über ein halbes Jahrhundert später – sind laut den Rechercheergebnissen einer Forschungsgruppe 55 Todesopfer durch Quellen belegt. Seit 1990 wurden in mehreren Kommunen in der Bundesrepublik, z. B. in Weimar oder Magdeburg, Straßen oder Plätze benannt, deren Namen dasSeite 1 von 2 Seite 2 historische Datum enthält und nun an den Volksaufstand am 17. Juni 1953 erinnert. Darüber hinaus erinnern die Alfred-Diener-Straße in Jena und der Max-Fettling-Platz in Berlin an Personen, die an dem Aufstand beteiligt waren und dafür vom SED-Regime zu mehreren Jahren Zuchthaus verurteilt oder sogar ermordet wurden. Durch die Weitergabe der Erinnerung an die DDR-Diktatur soll das Bewusstsein um die Gefährdung der Zivilisationsprozesse und der demokratischen Strukturen wachgehalten und auf diese Weise den nachfolgenden Generationen ermöglicht werden, für Menschenwürde, Freiheit, Recht und Toleranz einzutreten und Gefährdungen dieser Grundwerte und der Demokratie wirkungsvoll zu begegnen. In Bonn gibt es einige Erinnerungs- bzw. Gedenkorte an die nationalsozialistischen Verbrechen und Mahnmale des Zweiten Weltkriegs, wie z. B. das Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus, den Windeckbunker, Stolpersteine oder die Gedenktafel am ehemaligen Kloster Endenich. Anlässlich des 80. Jahrestags des Kriegsendes fand am 8. Mai 2025 im Stadtmuseum Bonn ein Gedenktag statt. Darüber hinaus wurde das visuelle Gedenken bis Anfang Juni im Stadtmuseum präsentiert. Gedenkstätte und NS- Dokumentationszentrum Bonn erforschen, sammeln und dokumentieren Informationen zu Bonn in der Zeit des Nationalsozialismus. Zum Angebot gehören Führungen, Workshops, Rundgänge, Vorträge und Sonderausstellungen. Beschlussvorschlag: Die Verwaltung empfiehlt, den Antrag abzulehnen. Mit diesem Votum ist das in § 24 GO NRW für die formelle Beratung von Anregungen und Beschwerden der Einwohnerinnen und Einwohner vorgesehene Verfahren abgeschlossen. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 02:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de