253092-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Ergänzende Stellungnahme: Betrauung des Bonner Energie Agentur e.V. ab dem Jahr 2026
Kerndaten
- Nummer
- 253092-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 25.06.2025
- Letzte Änderung
- 31.10.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Küdinghoven
- Friesdorf
- Bonn
- Beuel
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 253092-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Ergänzende Stellungnahme: Betrauung des Bonner Energie Agentur e.V. ab dem Jahr 2026 Beratungsfolge Rat 03.07.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 10.07.2025 Kenntnisnahme Ergänzende Informationen zu Weiterfinanzierung der BEA ab 2026 (DS 253092) Laut Ratsbeschluss vom 23.12.2023 zur Betrauung des Bonner Energie Agentur e.V. (BEA) ab dem Jahr 2024 zur Umsetzung von 4 Klimaplansteckbriefen (DS 231232) und Vertrag vom 04.04.2024 muss die Fortsetzung der Finanzierung der BEA ab dem Jahr 2026 durch die Politik erneut freigegeben werden. Im AUKLA am 04.06.25 wurde der entsprechende TOP (DS 253092)vertagt. Um einen Beschluss zur Weiterfinanzierung ab 2026 rechtzeitig zu erlangen, ist es notwendig, dass der AUKLA in seiner Sitzung am 10.07.25 über den TOP berät (Ratsbeschluss am 4.9.25). Im Anschluss an den AUKLA am 04.06.25 erreichten die Verwaltung verschiedene Fragen, die im Folgenden gebündelt beantwortet und allen Mitgliedern des AUKLA zur Verfügung gestellt werden sollen. Wie erklären sich die 11 Stellen, die bei der BEA im Rahmen der Umsetzung der Klimaplansteckbriefe geschaffen wurden/geschaffen werden sollen? Die geschaffenen Stellen bei der Bonner Energie Agentur (BEA) resultieren aus dem Ratsbeschluss vom 12.12.2023 und dem Vertrag vom 4.4.2024 zur Umsetzung von vier Klimaplan-Projekten (DS 231232). Ziel des Ausbaus der BEA ist es die Beratungskapazitäten deutlich auszuweiten und durch fünf Quartiersbüros („BEA nebenan“) in allen Stadtbezirken von Bonn zu etablieren. Pro Quartiersbüro sind zwei Fachkräfte vorgesehen, ergänzt um eineSeite 1 von 6 Seite 2 koordinierende Stelle (insgesamt 11 VZÄ). Die Aufgaben reichen von Energieberatung und Öffentlichkeitsarbeit über Veranstaltungsorganisation bis zur Vernetzung mit lokalen Akteuren. Mit diesen Stellen soll eine Steigerung der Sanierungsrate für die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden erreicht werden. Die Stellen sind bei der BEA eingerichtet und werden über städtische Sachmittel finanziert – sie sind nicht Teil des Stellenplans der Stadt. Aktueller Sachstand der Umsetzung der Projekte durch die BEA (Stand Juni 2025) Nach dem Ratsbeschluss vom Dezember 2023 und dem daraufhin geschlossenen Vertrag im April 2024, der auch die nachhaltige Unterstützung der BEA vorsieht, hat die Bonner Energie Agentur (BEA) im Frühjahr 2024 mit der Umsetzung der vier Klimaplan-Steckbriefe begonnen. Im Verlauf des vergangenen Jahres wurden die notwendigen Strukturen aufgebaut – sowohl für die Projektarbeit als auch für die Umsetzung von fünf Quartiersbüros. In zwei Quartieren (Beuel / Küdinghoven und Bad Godesberg / Friesdorf) ist die BEA mit der Energieberatung bereits aktiv bzw. startet in Kürze, beide Büros in Ergänzung und enger Kooperation mit den Klimavierteln. Die Beratung für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) hat begonnen und wird weiter ausgebaut. Die Beratung für private Vermieter*innen wird aufgesetzt, wenn die neue Mitarbeiterin am 1. September 2025 startet; hier liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem Thema sozialverträgliche Sanierung. Die vorgesehene Kampagne „Initiative Sparen Jetzt“ ist inhaltlich vorbereitet und wird im dritten Quartal 2025 starten. Für das geplante Beratungs- und Förderprogramm zur Sanierung von Bestandsgebäuden steht der entsprechende politische Beschluss noch aus. Von den 15 vorgesehenen Vollzeitäquivalenten (VZÄ) im Rahmen der Klimaplan-Projekte konnten derzeit bereits 10 Stellen besetzt werden. Die Bonner Energie Agentur (BEA) erstellt jährlich einen Bericht über Aktivitäten, Projekte und Entwicklungen, ergänzt um einen Ausblick auf das Folgejahr. Der Bericht für das Jahr 2024 sowie über die Planungen 2025 sind in DS: 252983 dargelegt. Wie bindend ist der Vertrag zwischen Stadt und BEA und unter welchen Umständen kann der Vertrag gekündigt werden? Der Vertrag zur Betrauung der BEA wurde am 4.4.2024 geschlossen und läuft bis 2028. Er ist auf Grundlage des Ratsbeschlusses vom 12.12.2023 entstanden, der ausdrücklich eine Vertragslaufzeit von 5 Jahren, die dauerhafte Unterstützung der BEA sowie die Möglichkeit unbefristeter Arbeitsverträge vorsieht. Er regelt die Umsetzung der Klimaplan-Projekte, die Mittelverwendung und das Prüfrecht der Stadt. Eine Laufzeit von 5 Jahren wurde und wird von der Verwaltung als notwendig erachtet, weil zur Umsetzung der beauftragten Projekte zunächst ein AufbauSeite 2 von 6 Seite 3 von Strukturen notwendig ist, in der BEA sowie vor Ort in den Quartieren. Dieser Aufbau hat in den vergangenen beiden Jahren stattgefunden. Bei einer vorzeitigen Kündigung wären die bereits investierten Mittel verloren. Eine vorzeitige Kündigung des Vertrags ist rechtlich gesehen aus triftigen Gründen möglich. Aus hiesiger Sicht liegen derzeit keine triftigen Gründe für eine Kündigung vor, da die Finanzmittel zur Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen in den städtischen Haushalt eingeplant wurden und eine Genehmigung des Haushalts 25/26 vorliegt. Eine vorzeitige Kündigung des Vertrags wäre aus Sicht der Verwaltung zudem ein fatales Signal gegenüber den Mitarbeitenden der BEA, deren Stellen auf Grundlage eines jüngst erfolgten Ratsbeschlusses geschaffen wurden und zum anderen gegenüber bestehenden und künftigen Kooperationspartnern der Stadt Bonn, die auf die Verlässlichkeit der Stadt als Vertragspartner angewiesen sind. Gibt es Evaluationen der Arbeit der BEA, wie effektiv sind die Beratungen und generell der Ansatz der Quartiersberatung? Ja, die Wirksamkeit der BEA wurde 2015 durch die Prognos AG evaluiert (Datenbasis: 2013). Die Ergebnisse zeigen, dass die BEA-Beratung in der Mehrheit der Fälle zu konkreten Sanierungsmaßnahmen führt: Rund 70 % der Befragten gaben an, dass die Beratung eine „wichtige“ oder „ergänzende“ Entscheidungshilfe war. Der Umsetzungsfaktor von 0,75 zeigt auf, dass in drei von vier Fällen auf die Beratung eine bauliche Maßnahme folgte, also z.B. Dämmung, Heizungstausch oder Solarnutzung – ein sehr hoher Wert für freiwillige Maßnahmen im Gebäudebestand. Zusätzlich belegen Erfahrungen aus anderen Städten, dass quartiersbezogene Beratung die Sanierungsrate deutlich erhöhen kann: • Bottrop erreichte im Rahmen des Projekts InnovationCity Ruhr Sanierungsraten von über 3% jährlich – im Vergleich zum Bundesdurchschnitt von unter 1%. Erfolgsfaktor war eine systematische, aufsuchende Quartiersberatung mit persönlicher Ansprache und Begleitung. → Quelle: „InnovationCity Monitoringbericht 2020“, www.innovationcity.de • Auch Aachen verzeichnete im Rahmen der Quartiersarbeit in ausgewählten Stadtteilen deutliche Fortschritte bei Sanierungsquote und -tiefe. → Quelle: Stadt Aachen, „Energetische Stadtsanierung in Aachen“, www.aachen.de • Das Projekt Drei-Prozent-Strategie des Deutschen Verbands für Wohnungswesen betont die zentrale Rolle der Quartiere zur Erhöhung der Sanierungsrate: → Quelle: Broschüre „3+ Sanierungsfahrplan Quartiere 2050“, Deutscher Verband, www.deutscher-verband.orgSeite 3 von 6 Seite 4 Eine Evaluation der BEA nebenan Büros kann in den kommenden Jahren erfolgen, wenn diese in ihre Arbeit gestartet sind. Derzeit befinden sie sich noch im Aufbau/sind gerade erst gestartet. Neben Einzelberatungen bietet die BEA zudem viele weitere Angebote, wie u.a. der Einsatz des Sanierungssprint-Konzepts, mit dem die BEA bereits erste Erfolge erzielen konnte. Die zeitliche und organisatorische Optimierung der Bauabläufe führt zu erheblichen Zeit- und Kosteneinsparungen bei gleichbleibend hoher Qualität der Sanierungsmaßnahmen. Dieses Konzept wurde im Dezember 2024 mit dem Sanierungssprint.NRW-Wettbewerb ausgezeichnet. Die BEA will in den Quartieren zudem gemeinschaftliche Lösungen wie serielle Sanierungen und Nahwärmeprojekte fördern, erfolgreich umgesetzte Projekte dokumentieren und diese als Best-Practice-Beispiele zur Verfügung stellen. Durch Informationsveranstaltungen, wie die Reihe „BAUEN+SANIEREN KOMPAKT“, werden Bürgerinnen und Bürger über erfolgreiche Sanierungsprojekte informiert und erhalten praxisnahe Tipps für ihre eigenen Vorhaben. Gemeinsam mit den Stadtwerken organisiert die BEA seit vielen Jahren die Bonner Energietage. Die BEA aktiviert Kapital, damit Privatleute und WEGs es mit regionalem Handwerk und regionalen Dienstleistern für die Wärmewende und damit für das Wohl unserer Stadt einsetzen, laut Evaluation der Prognose AG 36.000 € je Maßnahme. Wie groß ist der Bedarf an Beratungen in Bonn? In Bonn gibt es 51.633 Wohngebäude, die sich zu über 90% in privatem Eigentum oder in Wohnungseigentümergemeinschaften befinden. Der kommunale Wärmeplan in Bonn zeigt: In Bonn sind etwa 88% aller Wohngebäude sanierungsbedürftig – das ergibt sich aus der kommunalen Bestandsanalyse des Wärmeplans. Von den rund 51.633 Wohngebäuden in der Stadt sind also schätzungsweise ca. 45.400 Gebäude unzureichend saniert oder lediglich teilmodernisiert und weisen energetisch betrachtet Nachholbedarf auf. Die BEA kann in ihrem Zielausbauzustand bis zu 3.600 Beratungen pro Jahr anbieten: • 1.000 Beratungen über die Geschäftsstelle • 2.500 über fünf Quartiersbüros (je 500 pro Jahr) • 100 speziell für WEGs und private Vermieter*innen. Um in der Gesamtstadt einmal alle privaten Wohngebäude durch die BEA allein zu erreichen, ergäbe sich rechnerisch ein Zeitraum von ca. 12,6 Jahren. Diese Zahl unterstreicht sowohl den bestehenden Bedarf als auch die Dringlichkeit der strukturellen Ausweitung – insbesondere vor dem Hintergrund, dass Sanierungen idealerweise in einem 10-Jahres-Rhythmus überprüft werdenSeite 4 von 6 Seite 5 sollten. Ziel ist daher auch die Einbindung und Koordination mit freien Energieberater*innen, Handwerk, Verbraucherzentrale und weiteren Partnern zur Skalierung des Angebots. Sind es nicht Doppelstrukturen, wenn zuerst die Bonner Energieagentur und später zusätzlich eine Energieberatung vor Ort erforderlich wird? Nein – es handelt sich nicht um Doppelstrukturen, sondern um aufeinander aufbauende Beratungsphasen mit klarer Rollenverteilung. Die BEA bietet eine Initialberatung: niedrigschwellig, kostenfrei, unabhängig und verständlich. Ziel ist es, Eigentümer*innen eine erste Orientierung zu geben, realistische Optionen aufzuzeigen und ihnen zu helfen, den nächsten sinnvollen Schritt zu finden. Dazu gehört z.B. die Einschätzung, ob sich eine Wärmepumpe eignet, welche Fördermittel in Frage kommen oder welche Sanierung sinnvoll ist. Je nach Ausgangslage werden die weiteren Schritte empfohlen, zum Beispiel eine detaillierte Energieberatung vor Ort durch zertifizierte Energieeffizienz- Expert*innen, mit Berechnungen, Sanierungsfahrplänen (iSFP), Förderanträgen und ggf. Baubegleitung. Die BEA ist kein Ersatz für diese Leistungen, sondern ein Vorschaltangebot, das die Schwelle zum Einstieg senkt, die Nachfrage kanalisiert und bei Bedarf weitervermittelt. Die BEA erschließt die weiteren erforderlichen Leistungen, wie Bauplanung, Energieberatung und Handwerk. Gerade im Quartier ist dieses Zusammenspiel wichtig, um möglichst viele Eigentümer*innen überhaupt erst zu erreichen und dann strukturiert in die tiefergehende Planung und Umsetzung zu führen und im gesamten Sanierungsprozess ansprechbar zu sein. Die BEA fungiert dabei als „Türöffner“, Lotsin und Ansprechstelle im Prozess. Die Beratung im Quartier bezieht sich auf die Situation vor Ort und kann gebündelt und zielgerichtet auf die Baustruktur und die Ergebnisse der Kommunalen Wärmeplanung antworten. Die BEA ist die zentrale Beratungseinheit für die Bonnerinnen und Bonner, wie sie mit dem Ergebnis der Kommunalen Wärmeplanung für “dezentrale Lösungen” umgehen können. Inwiefern trägt die Beratung der BEA zur sozialverträglichen Wärmewende bei? Die BEA zielt darauf, sozialverträgliche Sanierungen zu unterstützen, insbesondere bei der WEG-Beratung, bei der Beratung für private Vermieter*innen und im Quartier. Durch die Quartiersarbeit sollen zukünftig auch Gruppen erreicht werden, die von sich aus keine Beratung suchen. Die Beratung hilft Eigentümerinnen und Vermieterinnen, langfristig bezahlbare Heizkosten zu sichern. Die Kampagne „Initiative Sparen Jetzt“ der BEA fokussiert insbesondere auf kostengünstige Maßnahmen. Damit trägt die BEA aktiv dazu bei, soziale Härten zu vermeiden und die Energiewende gerecht zu gestalten.Seite 5 von 6 Seite 6 Je mehr Gebäude energetisch saniert und mit erneuerbaren Energien beheizt werden, umso besser, einfacher und kostengünstiger gelingt der Umstieg auf erneuerbare Energien für alle in Bonn. Geringer Heizverbrauch und Erneuerbare Energien gewährleisten Kosten- und Versorgungssicherheit für die Bonnerinnen und Bonner. Anlage/n KeineSeite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 04:53 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de