252933 · Mitteilungsvorlage
Buskonzept für die Innenstadt Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 252933
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 28.04.2025
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Schwarzrheindorf Hauptort
- Rathausgasse
- Markt
- Friedensplatz
- Am Alten Friedhof
- Rabinstraße
- Bertha-von-Suttner-Platz
- Oxfordstraße
- Am Hofgarten
- Guido-Westerwelle-Brücke
- Hauptbahnhof
- Stadthaus
- Berliner Platz
- Stiftsplatz
- Thomas-Mann-Straße
- Fritz-Tillmann-Straße
- Endenicher Straße
- Adenauerallee
- Bonn Hauptbahnhof
- Wesselstraße
- Am Hof
- Am Hauptbahnhof
- Thomastraße
- Kölnstraße
- Rheingasse
- Réaumurstraße
- Karlstraße
- Bischofsplatz
- Einsteinstraße
- Kranenweg
- Römerstraße
- Agnetendorfer Straße
- Bornheimer Straße
- Waldau
- Endenicher Allee
- Mondorfer Fähre
- Beuel Krankenhaus
- Schieffelingsweg
- Finkenhof
- Finkenweg
- Hardthöhe
- Pädagogische Fakultät
- Werftstraße
- Poppelsdorfer Allee
- Brüdergasse
- Ippendorfer Allee
- Josephinum
- Konrad-Adenauer-Platz
- Edith-Stein-Anlage
- Mittelstraße
- Stockenstraße
- Kaiserplatz
- Colmantstraße
- Remigiusplatz
- Sandkaule
- Belderberg
- Ellerstraße
- Maxstraße
- F
- Budapester Straße
- Kaiserstraße
- Theaterstraße
- Wachsbleiche
- Sternstraße
- Beethovenhalle/SWB
- Herwarthstraße
- Kaiser-Karl-Ring
- Hochstadenring
- Wittelsbacherring
- Beethovenplatz
- Baumschulallee
- Bachstraße
- Quantiusstraße
- Heerstraße
- Weberstraße
- Beethovenstraße
- Haydnstraße
- Eifelstraße
- Kasernenstraße
- Wilhelmstraße
- Lennéstraße
- Heinrich-Böll-Ring
- Noeggerathstraße
- Erste Fährgasse
- Brassertufer
- Am Neutor
- Koblenzer Straße
- Lisztstraße
- Weststadt
- Endenich
- Pützchen
- Geislar
- Graurheindorf
- Südstadt
- Venusberg
- Ippendorf
- Tannenbusch
- Auerberg
- Poppelsdorf
- Vilich
- Röttgen
- Buschdorf
- Nordstadt
- Lengsdorf
- Ückesdorf
- Duisdorf
- Ramersdorf
- Holzlar
- Brüser Berg
- Hardthöhe
- Bechlinghoven
- Castell
- Bonn
- Hardtberg
- Beuel
- Bad Godesberg
- Medinghoven
- Finkenhof
- Siegaue
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
- Gemeinsame Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr mit dem Rhein-Sieg-Kreis Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252933 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Buskonzept für die Innenstadt Bonn Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 14.05.2025 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 17.06.2025 Kenntnisnahme Rat 03.07.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: 1. Ausgangslage Im Rahmen des Bonner Masterplanprojekts „Uni trifft City“ (DS 222489-10 AA) ist eine Umstrukturierung der Buslinien im Straßenzug Rathausgasse und Am Hof durch den Rat der Stadt Bonn beschlossen worden, um die folgenden Ziele zu erreichen: Der Straßenzug wird zugunsten von Fuß- und Radverkehr von Busverkehr entlastet; die Feinerschließung der Innenstadt wird weiter verbessert; die Haltestelle „Markt“ soll aber als wichtiger Zugang zur Innenstadt und der Universität erhalten werden, indem sie mindesten alle 5 Minuten bedient werden muss. Die Bonner Stadtverwaltung wurde mit dem Beschluss beauftragt, alternative Linienführung zu untersuchen. Ein Planungsbüro wurde anschließend mit der Untersuchung beauftragt. Während der Erarbeitung dieser Untersuchung wurden die Stadtwerke Bonn Bus und Bahn (SWBV) und der Rhein-Sieg-Kreis (RSK) eng einbezogen. Die Untersuchung ist vor Kurzem abgeschlossen worden. Die Ergebnisse und die Empfehlung weiterer Vorgehensweise sind in einem Abschlussbericht zusammengefasst, welcher als Anlage 1 dieser Vorlage beigefügt ist. 2. Ergebnisse der Untersuchung Wie in dem letzten Sachstandbericht (DS 241686 Stadt Bonn; M/1793/24 Rhein-Sieg-Kreis) schon angekündigt sind insgesamt 6 Linienführungsvarianten vom Planungsbüro vorgeschlagen und untersucht worden (Anlage 2, Abbildung 1). Die Eignung jeder Variante wurde hinsichtlich der betrieblichen und infrastrukturellen Voraussetzungen für jede einzelne Linie ausgewertet. Unter betrieblicher Eignung versteht man die Auswirkung einer Variante auf die Fahrzeit der Linie. Gleichzeitig ist bei infrastruktureller Eignung hauptsächlich die Verfügbarkeit der Abbiegebeziehung und des Straßenraumes berücksichtigt worden.Seite 1 von 114 Seite 2 Zwei Szenarien wurden zuerst untersucht, wobei jedes jeweils eine der Hauptanforderungen des Beschlusses zur Umstellung der Buslinienführung erfüllt. Beim ersten Szenario sind keine Zusatzkosten durch die Umstellung (Kostenneutralität gegenüber der jetzigen Führung) angenommen worden, während beim zweiten Szenario der von der Politik beschlossene 5-Minuten- Takt an der Haltestelle „Markt“ untersucht wurde. Eine Vorzugsvariante wurde für jede Linie in jedem Szenario anhand der betrieblichen und infrastrukturellen Eignung ausgewählt. Seitens der Bonner Politik wurde Mitte 2024 eine sogenannte „mittlere Lösung“ oder „Zwischenszenario“ angefordert, wobei die Änderungen der Linienführungen zwischen den beiden ursprünglich dargestellten Szenarien liegen sollte. Dieses Szenario stellt somit einen Kompromiss zwischen entstehenden Mehrkosten und den ursprünglichen politischen Forderungen dar. Eine Zusammenfassung der Vorzugsvarianten jeder Linie bei den Szenarien ist in der Anlage (Anlage 2, Abbildung 2) beigefügt. Die empfohlenen Linienwegumstellungen im Zwischenszenario sind als Grundlage in die Überlegungen einbezogen worden. Das Zwischenszenario weist folgende Linienführung auf: Die Linien 602, 604 und 605 werden hinter der Haltestelle „Friedensplatz“ über Am Alten Friedhof und Rabinstraße wie in Variante 1 dargestellt zum ZOB umgestellt; die Linie 603 wird hinter dem „Bertha-von-Suttner-Platz“ ebenfalls über die Variante 1 zum ZOB geführt. Eine mögliche Umstellung der Linien 606 und 607 über Variante 1 hängt von dem Ergebnis der Umstellung der Linie 603 ab. Fahrzeiten und Linienführung über die Oxfordstraße und Rabinstraße werden dann geprüft. Die Umstellung erfolgt in den folgenden Jahren. Bei den regionalen Linien 537 und 550 hatten sich nach der Abstimmung mit dem Rhein-Sieg-Kreis abweichende Schlussfolgerung ergeben: Bei der Linie 537 wird die Linienführung über Am Hofgarten aufgrund der Linienwegverlängerung kritisch gesehen und somit die bestehende Linienführung über die Rathausgasse favorisiert. Bei der Linie 550 wird die Linienführung über die Guido-Westerwelle-Brücke entsprechend Variante 5A wegen einer dann möglichen neuen Anbindung zur Weststadt favorisiert. 3. Umsetzung der Linienumstellung Wegen der zahlreichen geplanten Baumaßnahmen in der Bonner Innenstadt (DS 242183 Stadt Bonn) können die vorgeschlagenen Linienführungen in den kommenden Jahren nur stufenweise umgesetzt werden. Entscheidend hierfür sind die derzeit geplanten baubedingten Sperrungen der Straße Am Hauptbahnhof ab Anfang 2026 bis Mitte 2027 und der Rathausgasse ab Mitte 2026 bis Ende 2030 (vorläufige Zeitplanungen). Der vorgesehene Umbau des Zentralen Omnibus-Bahnhofes (ZOB) ab frühestens Ende 2026 bis voraussichtlich mindestens 2030 (vorläufige Zeitplanung, Verschiebungen können sich allerdings im weiteren Planungsprozess ergeben) wird ebenfalls bei der Linienumstellung eine Rolle spielen. Eine baubedingte Anpassung der Linienführungen kann erst in den weiteren Planungsschritten zum Umbau des ZOB betrachtet werden.Seite 2 von 114 Seite 3 Die vorgesehenen Änderungen der Linienführungen in den kommenden Jahren wegen baubedingten Umleitungen und bei einer möglichen endgültigen Umstellung sind in der Anlage (Anlage 2, Abbildung 3) tabellarisch zusammengefasst. Eine erste Änderung der Linienführung der Linie 550 zum kommenden Fahrplanwechsel in Dezember 2025 wird den politischen Gremien vor der Sommerpause zum Beschluss vorgestellt. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen hängt mit der Realisierung der notwendigen infrastrukturellen Maßnahmen zusammen, die in dem letzten Sachstandbericht (DS 241686 Stadt Bonn; M/1793/24 Rhein-Sieg-Kreis) schon ausgeführt worden sind. Auch hängt eine Umsetzung noch von den Planungen und entsprechenden Umsetzungen anderer Projekte ab. So könnte ein geplanter Umbau des Bertha-von-Suttner-Platzes Einfluss auf die Realisierung der Variante 1 haben. Eine Umsetzung kann nur in enger Abstimmung bezüglich der genannten Baumaßnahmen und unter Beteiligung der Verkehrsunternehmen und des Rhein-Sieg-Kreises vorgenommen werden. Entsprechende Vorlagen werden den politischen Gremien zu den entsprechenden Fahrplanwechseln vorgelegt. 4. Mehrkosten Wegen der Umstellung der Linienführungen fallen Änderungen der Betriebskosten an. Um wirtschaftlich vertrauliche Informationen zu schützen, sind in dem dieser Vorlage anliegenden Bericht Daten zu Änderungen von Betriebsleistungen bei den einzelnen Linien geschwärzt, dies betrifft die Seiten 83 und 84 sowie eine Ziffer auf S. 85. Die geschätzten jährlichen Mehrkosten bzw. Einsparungen einzelner Linien sind im Bericht und wie folgt angegeben: Linie 550 über Variante 5A: 39.900 Euro Linie 602 über Variante 1: 2.400 Euro Linie 603 über Variante 1: 23.800 Euro Linie 604 über Variante 1: -19.200 Euro Linie 605 über Variante 1: -19.700 Euro Mögliche Änderungen der Linienführungen sind in Anlage 2, Abbildung 3 nach Bauphasen zusammengefasst und im Folgenden mit den entsprechenden Betriebskosten aufgelistet: Bauphase 1 - ab Dez 2025: Umgestellte Linie: 550 Mehrkosten: 39.900 Euro p.a.Seite 3 von 114 Seite 4 Bauphase 2 - ab Dez 2026: Umgestellte Linie: 550 Mehrkosten: 39.900 Euro p.a. Bauphase 3 - ab Dez 2027: Umgestellte Linien: 550, 602, 603, 604, 605 Mehrkosten: 27.200 Euro p.a. Bei den genannten Kosten handelt es sich um eine erste grobe Abschätzung. Eine Aktualisierung der Kosten wird dann in die jeweiligen Vorlagen zum Fahrplanwechsel vor der Sommerpause vorgenommen. Anlage/n 1 Ergebnisbericht (öffentlich) 2 Abbildungen (öffentlich)Seite 4 von 114 Dortmund, im April 2025 www.planersocietaet.de Ergebnisbericht Busnetzuntersuchung Innenstadt Bundesstadt Bonn Stadthaus Berliner Platz 2 53111 Bonn Anlage 1Seite 5 von 114 Seite 2 von 107 Planersocietät Impressum Planersocietät Frehn Steinberg Partner GmbH Konrad-Zuse-Straße 1 44263 Dortmund www.planersocietaet.de Dipl.-Ing. Gernot Steinberg (Geschäftsführung) Rolf Alexander M. Sc. (Projektleitung) Christian Kuhnert M. Sc. (Projektleitung) Amina Moschner M. Sc. Björn Oelmann B. Sc. Bildnachweis Titelseite: Planersocietät 2024 Bei allen planerischen Projekten gilt es die unterschiedlichen Sichtweisen und Lebenssituationen aller Geschlech- ter zu berücksichtigen. In der Wortwahl des Berichts werden geschlechtsneutrale Formulierungen bevorzugt. Wo dies aus Gründen der Lesbarkeit unterbleibt, sind ausdrücklich stets alle Geschlechter angesprochen.Seite 6 von 114 Seite 3 von 107 Planersocietät Inhaltsverzeichnis 1 Hintergrund 8 2 Städtebauliche und verkehrliche Entwicklungen im Zentrum 9 2.1 Masterplan Innere Stadt 2021 bis 2025 9 2.2 Projekt Uni trifft City 10 2.3 Umbau und Sanierungen 11 2.4 Projekt Westbahn 13 3 ÖPNV-Angebot 14 3.1 Haltestelle Markt 14 3.2 Umstieg Hauptbahnhof und Umfeld 17 3.3 Erschließungswirkung 19 3.4 Fahrgasterhebung an der Haltestelle Markt 20 3.5 Erhebung von Fahrzeiten im Innenstadtbereich 25 4 Prüfung alternativer Streckenführungen 29 4.1 Grundlagen der Variantenprüfung 29 4.2 Kriterien und Bewertungsergebnisse 32 4.3 Variante 1 34 4.4 Variante 2 39 4.5 Varianten 3 und 3A 43 4.6 Varianten 4 und 4A 48 4.7 Varianten 5 und 5A 53 4.8 Variante 6 59 4.9 Tangentiale Alternativen 63 4.10 Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse 67 5 Vorzugsvariante 69 5.1 Szenarien 69 5.2 Vorzugsvariante nach Linien 72 5.2.1 Linie SB60 72 5.2.2 Linie 550 73 5.2.3 Linien 537, 540 und 640 74 5.2.4 Linien 117 und 551 75 5.2.5 Linien 600 und 601 76 5.2.6 Linie 602 77 5.2.7 Linie 603 78 5.2.8 Linien 604 und 605 79 5.2.9 Linien 606 und 607 80Seite 7 von 114 Seite 4 von 107 Planersocietät 5.2.10Linien 608 und 609 81 5.2.11Ermittelte Vorzugsvarianten 82 5.3 Wirkungsanalyse der Szenarien 83 6 Umsetzung 90 6.1 Stufenplan zur Umsetzung 90 6.2 Infrastrukturbedarfe 92 6.2.1 Erforderliche Maßnahmen 92 6.2.2 Flankierende Maßnahmen 101 6.2.3 Gesonderte Anforderungen während des Bauzeitraums 104 7 Fazit und Schlussfolgerungen 105 8 Literatur 107Seite 8 von 114 Seite 5 von 107 Planersocietät Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Übersicht über die untersuchten Varianten ............................................................................................. 8 Abbildung 2: Verortung der Maßnahmen ...................................................................................................................... 9 Abbildung 3: Projekt Uni trifft City – Betroffener Straßenabschnitt ............................................................................ 10 Abbildung 4: Übersicht von Umbau und Sanierungen in der Innenstadt ..................................................................... 11 Abbildung 5: Planfall Westbahn Bonn .......................................................................................................................... 13 Abbildung 6: Lage der Haltestelle Markt in der Innenstadt ......................................................................................... 14 Abbildung 7: Umsteigebeziehungen im Stadtzentrum ................................................................................................ 18 Abbildung 8: Erschließungswirkung Bushaltestellen von 300 m .................................................................................. 19 Abbildung 9: Fahrplanauskunft im Vergleich (Beispiel) ............................................................................................... 21 Abbildung 10: Umsteiger in Buslinien bzw. Stadtbahn pro Tag – Mittelwerte pro Linie.............................................. 22 Abbildung 11: ÖPNV-Fahrzeiten im Tagesverlauf ........................................................................................................ 25 Abbildung 12: Ergebnisse der Fahrzeitenanalyse auf Grundlage von Navigationsdaten ............................................. 27 Abbildung 13: Mittlere Fahrzeiten über den Stiftsplatz in Sekunden .......................................................................... 27 Abbildung 14: Gemessene und prognostizierte Fahrzeiten in der Bonner Innenstadt ................................................ 28 Abbildung 15: Übersicht über die betrachteten Varianten .......................................................................................... 29 Abbildung 16: Kartografische Übersicht aller Konfliktpunkte ...................................................................................... 31 Abbildung 17: Variante 1 – Linienführung und Konfliktpunkte .................................................................................... 34 Abbildung 18: Haltestelle Bertha-von-Suttner-Platz/Beethovenhaus.......................................................................... 36 Abbildung 19: Variante 2 – Streckenführung ............................................................................................................... 39 Abbildung 20: Geringe Fahrstreifenbreite in der Thomas-Mann-Straße ..................................................................... 40 Abbildung 21: Variante 3 und 3A – Streckenführung ................................................................................................... 43 Abbildung 22: Umgeleiteter Linienverkehr in der Straße Am Hofgarten ..................................................................... 44 Abbildung 23: Variante 4 und 4A – Streckenführung ................................................................................................... 48 Abbildung 24: Straßenraum Fritz-Tillmann-Straße ...................................................................................................... 49 Abbildung 25: Varianten 5 und 5A – Streckenführung ................................................................................................. 53 Abbildung 26: Kreuzungssituation Guido-Westerwelle-Brücke/Endenicher Straße .................................................... 54 Abbildung 27: Variante 6 – Streckenführung ............................................................................................................... 59 Abbildung 28: Variantenbewertung Linie SB60 ........................................................................................................... 72 Abbildung 29: Variantenbewertung Linie 550 ............................................................................................................. 73 Abbildung 30: Variantenbewertung Linien 537, 540 und 640 ..................................................................................... 74 Abbildung 31: Variantenbewertung Linien 117 und 551 ............................................................................................. 75 Abbildung 32: Variantenbewertung Linien 600 und 601 ............................................................................................. 76 Abbildung 33: Variantenbewertung Linie 602 ............................................................................................................. 77 Abbildung 34: Variantenbewertung Linie 603 ............................................................................................................. 78 Abbildung 35: Variantenbewertung Linien 604 und 605 ............................................................................................. 79 Abbildung 36: Variantenbewertung Linien 606 und 607 ............................................................................................. 80 Abbildung 37: Variantenbewertung der Linien 608 und 609 ....................................................................................... 81 Abbildung 38: Vergleich der Streckenbelastungen im Innenstadtbereich ................................................................... 89 Abbildung 39: Mögliche Busbeschleunigung am Bertha-von-Suttner-Platz ................................................................. 94 Abbildung 40: Potenzielle Führung einer verlängerten Umweltspur auf der Oxfordstraße ........................................ 95 Abbildung 41: Planungen zur Umgestaltung der Adenauerallee ................................................................................. 97 Abbildung 42: Optionen zur Verkehrsordnung in Bereich Am Hofgarten .................................................................... 98Seite 9 von 114 Seite 6 von 107 Planersocietät Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Umbau und Sanierung im Straßennetz der Innenstadt ............................................................................... 12 Tabelle 2: Buslinien an der Haltestelle Markt .............................................................................................................. 15 Tabelle 3: Haltestelle Markt – aus- und umsteigende Fahrgäste ................................................................................. 21 Tabelle 4: Umsteiger pro Tag - Mittelwerte der Quelle-Ziel-Matrix ............................................................................. 24 Tabelle 5: Betrachtete Linienabschnitte in der Bonner Innenstadt ............................................................................. 30 Tabelle 6: Tabellarische Übersicht aller Konfliktpunkte ............................................................................................... 31 Tabelle 7: Maximale Fahrzeitverlängerung je untersuchte Linie ................................................................................. 33 Tabelle 8: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 1 ........................................................................................... 37 Tabelle 9: Betriebliche Eignung der Variante 1 ............................................................................................................ 38 Tabelle 10: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 2 ......................................................................................... 41 Tabelle 11: Betriebliche Eignung der Variante 2 .......................................................................................................... 42 Tabelle 12: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 3/3A.................................................................................... 45 Tabelle 13: Betriebliche Eignung der Variante 3 nach Linien ....................................................................................... 46 Tabelle 14: Betriebliche Eignung der Variante 3A nach Linien ..................................................................................... 47 Tabelle 15: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 4/4A.................................................................................... 50 Tabelle 16: Betriebliche Eignung der Variante 4 .......................................................................................................... 51 Tabelle 17: Betriebliche Eignung der Variante 4A ........................................................................................................ 52 Tabelle 18: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 5/5A.................................................................................... 55 Tabelle 19: Betriebliche Eignung der Variante 5 .......................................................................................................... 56 Tabelle 20: Betriebliche Eignung der Variante 5A ........................................................................................................ 57 Tabelle 21: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 6 ......................................................................................... 60 Tabelle 22: Betriebliche Eignung der Variante 6 .......................................................................................................... 61 Tabelle 23: Prüfung alternativer Linienführungen ....................................................................................................... 64 Tabelle 24: Eignung aller Varianten nach Linie ............................................................................................................ 68 Tabelle 25: Kriterienübersicht je Szenario ................................................................................................................... 70 Tabelle 26: Zuordnung geeigneter Varianten nach Szenarien ..................................................................................... 70 Tabelle 27: Übersicht der Vorzugsvarianten nach Linie und Szenario ......................................................................... 82 Tabelle 28: Entwicklung der Betriebsleistung in Szenario 1 ......................................................................................... 83 Tabelle 29: Entwicklung der Betriebsleistung in Szenario 2 ......................................................................................... 83 Tabelle 30: Entwicklung der Betriebsleistung im Zwischenszenario ............................................................................ 84 Tabelle 31: Entwicklung der Betriebskosten in Szenario 1 ........................................................................................... 85 Tabelle 32: Entwicklung der Betriebskosten in Szenario 2 ........................................................................................... 86 Tabelle 33: Entwicklung der Betriebskosten im Zwischenszenario .............................................................................. 86 Tabelle 34: Entwicklung des Fahrzeugbedarfs in Szenario 2 ........................................................................................ 87 Tabelle 35: Entwicklung des Fahrzeugbedarfs im Zwischenszenario ........................................................................... 88 Tabelle 36: Ablauf der Bauphasen und Sperrungen in der Bonner Innenstadt ............................................................ 90 Tabelle 37: Stufenplan zur Anpassung der Linienführungen ........................................................................................ 91 Tabelle 38: Übersicht über erforderliche Infrastrukturmaßnahmen je Szenario ......................................................... 93 Tabelle 39: Anfahrt und Haltepositionen am ZOB........................................................................................................ 99 Tabelle 40: Anfahrbare Haltepositionen im geplanten ZOB ....................................................................................... 100 Tabelle 41: Beispiele für urbane ÖPNV-Achsen ......................................................................................................... 102Seite 10 von 114 Seite 7 von 107 Planersocietät Abkürzungsverzeichnis Hbf Hauptbahnhof LSA Lichtsignalanlage MIV motorisierter Individualverkehr N.N noch nicht bekannt ÖPNV Öffentlicher Personennahverkehr SPNV Schienenpersonennahverkehr SWB Stadtwerke Bonn VRS Verkehrsverbund Rhein-Sieg ZOB Zentraler OmnibusbahnhofSeite 11 von 114 Seite 8 von 107 Planersocietät 1 Hintergrund Der innerstädtische und regionale Busverkehr bildet zusammen mit der Stadtbahn und Straßen- bahn in der Bundesstadt Bonn das Rückgrat des öffentlichen Personennahverkehrs. Dieser ermög- licht unter anderem die Anbindung in das Stadtzentrum, welches für zahlreiche Anlässe das Ziel für tägliche bis wöchentliche Wege ist: Ausbildung, Arbeit, Handel und Freizeit. Hierzu gehört auch der östliche Innenstadtbereich mit dem Markt, der Universität und dem Hofgarten. Die Anbindung durch lokale und regionale Buslinien erfolgt in diesem Bereich über die Haltestelle Markt. Mit der städtebaulichen Weitentwicklung des Stadtzentrums sind Konzepte zur Umgestaltung von Straßen im Innenstadtbereich vorgesehen. Diese Umgestaltung umfasst auch Straßen im Bereich der Haltestelle Markt. Dazu gehört, dass der Busverkehr in diesem Bereich reduziert werden soll. Abfahrten mindestens alle fünf Minuten in Richtung Bonn Hauptbahnhof sollen aber weiterhin möglich bleiben. Diese Parameter ergeben sich aus dem Beschluss des Rats der Stadt Bonn vom 23.03.2023 (DS 222489-06). Die wesentliche Frage ist daher, welche Alternativen zur Führung von Buslinien – anstelle des bestehenden Linienwegs über die Haltestelle Markt – auf den weiteren Straßen im Stadtzentrum möglich sind. Dies kann sowohl aus Sicht der Fahrgäste, des Betriebs als auch der Kosten je nach Linie einen unterschiedlichen Gestaltungsspielraum haben. Mit dieser Untersuchung werden sechs verschiedene Varianten zu alternativen Führungen von al- len städtischen und regionalen Buslinien untersucht, die mit dem Fahrplan Frühjahr 2024 die Halte- stelle Markt bedienen (siehe Abbildung 1). Unter Berücksichtigung aller infrastrukturellen und be- trieblichen Wirkungen ergeben sich je Buslinie verschiedene mögliche Linienführungen, aus denen in Abhängigkeit der zuvor getroffenen Annahmen eine Vorzugsvariante für die zukünftige Linien- führung ermittelt wird. Diese Untersuchung ist damit auch als Grundlage für eine Neuaufstellung bzw. Fortschreibung des Nahverkehrsplans der Bundesstadt Bonn zu betrachten. Abbildung 1: Übersicht über die untersuchten Varianten Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023)Seite 12 von 114 Seite 9 von 107 Planersocietät 2 Städtebauliche und verkehrliche Entwick- lungen im Zentrum 2.1 Masterplan Innere Stadt 2021 bis 2025 Der Masterplan Innere Stadt Bonn bündelt verschiedene Maßnahmen für die zukünftige Gestaltung im Bereich des Stadtzentrums. Grundlage dafür bildet die Bündelung in fünf Handlungsfelder, wel- che unterschiedlich starke Auswirkungen auf die lokale Verkehrssituation aufweisen: • Wohnen in der Inneren Stadt stärken • City funktional und gestalterisch stärken • Innere Stadt zum Rhein öffnen • Potenziale der Universität in der Stadt nutzen • Verflechtungs- und Zugangsräume aufwerten Das gesamte Projekt umfasst 123 einzelne Maßnahmen, welche in drei Leitmotiven und zwei er- gänzenden Motiven zusammengefasst sind. Das Leitmotiv Urbanes C umfasst die städtebauliche Aufwertung der Straßen Rathausgasse, Am Hofe und Wesselstraße. Zentral dabei ist, die Aufent- haltsqualität auch durch eine Verringerung der Anzahl der Busse über die Haltestelle Markt zu stei- gern. Durch die beiden Straßen Rathausgasse und Am Hofe ergibt sich daher die Relevanz, die An- zahl der Fahrten pro Stunde über alle dort verkehrenden Buslinien auf Alternativen zu bewerten. Abbildung 2: Verortung der Maßnahmen Quelle: Bundesstadt Bonn (2023)Seite 13 von 114 Seite 10 von 107 Planersocietät 2.2 Projekt Uni trifft City Das Projekt Uni trifft City ist Teil des Masterplans Innere Stadt (vgl. Kapitel 2.1) zur künftigen Ent- wicklung der Bonner Innenstadt. Im Rahmen des Projekts soll der Straßenzug aus Rathausgasse, Am Hof und Wesselstraße an Aufenthaltsqualität gewinnen. Er wird dazu komplett als Einbahnstraße für den motorisierten Verkehr geplant. Auf dem Teilabschnitt von Rathausgasse bis Am Hof wird die Einbahnstraße durch eine Radspur in Gegenrichtung ergänzt. Die Maßnahmen beinhalten auch Veränderungen in der Gestaltung des öffentlichen Raumes. Hierzu gehört eine umfangreiche Be- grünung des kompletten Straßenzugs. Abbildung 3: Projekt Uni trifft City – Betroffener Straßenabschnitt Quelle: Bundesstadt Bonn (2023) Haltestelle MarktSeite 14 von 114 Seite 11 von 107 Planersocietät 2.3 Umbau und Sanierungen Parallel zu den großen städtebaulichen Projekten sind weitere Maßnahmen im Straßennetz des Bonner Zentrums geplant. Ein Schwerpunkt ist hier unter anderen der Umbau und die Sanierungen von größeren Kreuzungen sowie verkehrsbedeutsamen Straßenzügen. Mit den Umbau- und Sanie- rungsmaßnahmen kann es temporär zu Änderungen bei Linienführungen durch Umleitungsver- kehre kommen. Von besonderer Bedeutung für die Linienführungen in der Bonner Innenstadt sind die Sperrungen des Straßenzugs Rathausgasse/Am Hof im Zeitraum von Mitte 2026 bis voraussicht- lich 2030 sowie der Straße Am Hauptbahnhof in Fahrtrichtung Süden im Zeitraum von Mitte/Ende 2025 mit einer Laufzeit von zwei Jahren. Letztere verhindert auch eine Durchfahrt durch die Nord- unterführung für den Linienverkehr. Abbildung 4: Übersicht von Umbau und Sanierungen in der Innenstadt Quelle: Bundesstadt Bonn (2023) Alle 17 Buslinien, die heute über die Haltestelle Markt in Richtung Bonn Hauptbahnhof verkehren (vgl. Kapitel 3.1), sind in unterschiedlichem Umfang, aber immer mehrfach von den Umbau- und Sanierungsmaßnahmen betroffen. Lediglich die Maßnahmen auf der Adenauerallee vom Ägypti- schen Museum in Richtung Süden, auf der Rheinuferpromenade und der Bau der Rampe Thoma- straße haben keine Auswirkungen auf die aktuellen Linienwege der untersuchten Linien. Dies än- dert sich mit der Prüfung der Verlegung von Buslinien aus den Straßen Rathausgasse und Am Hofe mit den zu untersuchenden Varianten 1 bis 6 (vgl. Kapitel 4).Seite 15 von 114 Seite 12 von 107 Planersocietät Tabelle 1: Umbau und Sanierung im Straßennetz der Innenstadt Straße/Bereich Zeitplan Betroffene Linien (Status Quo)* Betroffene Varianten Adenauerallee 2024-2025 - 3/3A sowie 4/4A Am Hauptbahnhof 2025-2027 - 1, 2, 5 sowie 6 Bertha-von-Suttner- Platz Ab 2026 117, 537, 540, 551, 602, 603, 604, 605, 606, 607, 608, 609, 640 Alle Varianten Kölnstraße 2026 117, 537, 540, 550, 551, 603, 606, 607, 608, 609, 640 3A sowie 4A Kreuzung Landgericht offen 550, 602, 604, 605 1, 2, 5/5A sowie 6 Rampe Thomastraße Ab 2027/2028 - - Rheingasse offen 600, 601, 604, 605 3/3A sowie 4/4A Rheinuferpromenade 2024-2025 - - Stiftsplatz 2025-2026 - - Uni trifft City inkl. Sanierung Rathaus- gasse/Am Hof 2026-2030 SB60, 117, 537, 540, 550, 551, 600, 601, 602, 603, 604, 605, 606, 607, 608, 609, 640 Status Quo Zentraler Omnibus- Bahnhof (ZOB) offen SB60, 117, 537, 540, 550, 551, 600, 601, 602, 603, 604, 605, 606, 607, 608, 609, 640 Alle Varianten *Berücksichtigt sind nur die Fahrtrichtungen, auf denen die untersuchten Linien die Haltestelle Bonn Markt bedienen. Quelle: Bundesstadt Bonn (2024)Seite 16 von 114 Seite 13 von 107 Planersocietät 2.4 Projekt Westbahn Durch die Westbahn soll für den Bonner Westen eine Straßenbahnanbindung an die Bonner Innen- stadt geschaffen werden. Durch diese Verbindung erfolgt insbesondere die Erschließung der Bon- ner Weststadt, sowie der Stadtteile Endenich und Hardtberg mit der Schiene über eine oberirdische Straßenbahn. Diese Anbindung hat für eine Mobilitätswende in Bonn eine hohe Relevanz und wird bereits seit den 70er Jahren diskutiert. Die Anbindung an das Bestandsnetz ist an der bestehenden Haltestelle Thomas-Mann-Straße im Bonner Stadtzentrum vorgesehen, an der eine Durchbindung mit der Linie 62 erfolgen soll. Die Endhaltestelle soll die Haltestelle Réaumurstraße auf dem Brüser Berg werden. Insgesamt sind einschließlich dieser beiden Haltestellen zwölf Zwischenhalte auf dem geplanten Streckenverlauf vorgesehen. Die konkrete Streckenführung der Westbahn ist derzeit noch nicht abschließend beschlossen. Für den Innenstadtbereich der Bundesstadt Bonn wird im Rahmen dieser Untersuchung der dargestellte Verlauf bis zur Haltestelle Thomas-Mann-Straße un- terstellt. Von der Planung der Westbahn sind die Varianten 1, 2, 5 und 6 auf dem Streckenabschnitt Karlstraße – Thomas-Mann-Straße betroffen. Abbildung 5: Planfall Westbahn Bonn Quelle: Bundesstadt Bonn (2023)Seite 17 von 114 Seite 14 von 107 Planersocietät 3 ÖPNV-Angebot 3.1 Haltestelle Markt Die Haltestelle Markt liegt im östlichen Bereich der Bonner Innenstadt. Direkt südlich schließt das Gelände der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn an. Die Haltestelle liegt auf dem Bi- schofsplatz, welcher mit der Zufahrt über die Einbahnstraße Rathausgasse und Abfahrt über die Einbahnstraße Am Hofe nur in Richtung Hauptbahnhof bedient werden kann. Abbildung 6: Lage der Haltestelle Markt in der Innenstadt Quelle: Bundesstadt Bonn (2023), Stadtwerke Bonn (2023)Seite 18 von 114 Seite 15 von 107 Planersocietät Die Haltestelle wird von 17 Buslinien angefahren. Davon ermöglichen sieben Linien regionale Ver- bindungen über die Stadtgrenze Bonn (Linien SB60, 117, 537, 540, 550, 551, 640) und zehn Linien lokale Verbindungen innerhalb des Bonner Stadtgebiets (Linien 600, 601, 602, 603, 604, 605, 606, 607, 608, 609). Bis auf die Linie 540 verkehren alle weiteren 16 Buslinien immer von Montag bis Sonntag und überwiegend mit mindestens 2 Fahrten pro Stunde. Die Haltestelle wird ausschließlich in Fahrtrichtung Hauptbahnhof angefahren und bildet mit der am westlichen Ende der Fußgänger- zone gelegenen, nur in der Gegenrichtung bedienten Haltestelle Friedensplatz eine funktionale Ein- heit zur Erschließung der Innenstadt. Tabelle 2: Buslinien an der Haltestelle Markt Linie Strecke Fahrzeug- einsatz Anzahl der Abfahrten Mitt- woch Sams- tag Sonn- tag SB60 Köln/Bonn Flughafen – Bonn Innenminis- terium – Bonn Markt – Bonn Hbf. Solobus 39 33 30 117 Wahn S-Bahn – Zündorf – Lülsdorf – Nie- derkassel – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. Gelenkbus 75 52 38 537 Oberpleis Busbf. – Stieldorf – Vinxel – Nie- derholtorf – Pützchen – Bonn Markt – Bonn Hbf. Solobus, tw. Gelenkbus 34/37* 31 17 540 Sankt Augustin Zentrum/Hochschule Bonn-Rhein-Sieg (Stadtbahn) – Einstein- straße – Sankt Augustin-Menden – Bonn- Geislar – Schwarzrheindorf – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. Solobus 63 31 - 550 Wahn S-Bahn – Libur – Niederkassel – Bonn Innenministerium – Bonn Markt – Bonn Hbf. Solobus 57 44 31 551 Troisdorf Bf. – Rotter See – Kriegsdorf – Sieglar - Müllekoven – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. Gelenkbus 53 52 40 600 Graurheindorf Kranenweg – Römerstraße – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Südstadt – Venusberg, Uniklinikum – Ippendorf Al- tenheim Gelenkbus 52 38 29 601 Tannenbusch, Agnetendorfer Straße – Tannenbusch Mitte – Tannenbusch Süd – Auerberg – Graurheindorf – Römerstraße – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Südstadt – Venusberg, Uniklinikum Gelenkbus 49 36 22 602 Tannenbusch, Agnetendorfer Straße – Tannenbusch Mitte – Bornheimer Straße – Gelenkbus 52 48 31Seite 19 von 114 Seite 16 von 107 Planersocietät Linie Strecke Fahrzeug- einsatz Anzahl der Abfahrten Mitt- woch Sams- tag Sonn- tag Bonn Markt – Bonn Hbf. – Poppelsdorf – Ippendorf – Waldau(/Venusberg Uniklini- kum) 603 Pützchen – Neu-Vilich – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Poppelsdorf – Ippen- dorf – Röttgen Gelenkbus 51 47 30 604 Bornheim-Hersel – Bonn-Buschdorf – Au- erberg – Nordstadt – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endenicher Allee – Endenich – Lengsdorf – Ückesdorf Gelenkbus 51 48 31 605 Graurheindorf, Mondorfer Fähre – Graurheindorf – Auerberg – Nordstadt – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endenicher Al- lee – Endenich – Lengsdorf – Duisdorf Mitte – Duisdorf Bf. Solobus, Gelenkbus geplant 53 48 31 606 Ramersdorf– Beuel Krankenhaus – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endenicher Allee – Endenich Mitte – Schieffelingsweg – Duis- dorf Bf. – Medinghoven – Hardtberg Klini- kum Solobus, Gelenkbus geplant 51 46 30 607 Ramersdorf– Beuel Bf. – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endenicher Allee – Endenich Mitte – Schieffelingsweg – Duisdorf Bf. – Medinghoven – Hardtberg Klinikum Solobus, Gelenkbus geplant 53 49 30 608 Gielgen – Kohlkaul – Holzlar – Pützchen – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endeni- cher Straße – Endenich – Duisdorf Mitte – Finkenhof – Brüser Berg Gelenkbus 52 48 31 609 Gielgen – Kohlkaul – Finkenweg – Pütz- chen – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. – Endenicher Straße – Endenich – Duisdorf Mitte – Hardthöhe Nordwache – Brüser Berg Gelenkbus 53 49 31 640 Siegburg Bf. – Sankt Augustin-Mülldorf – Sankt Augustin-Menden – Bonn-Geislar – Schwarzrheindorf – Beuel – Bonn Markt – Bonn Hbf. Solobus 54/58* 53 35 * zusätzliche Fahrten an Schultagen Die Angabe Mittwoch steht als Referenz für alle Tage von Montag bis Freitag Quelle: Stadtwerke Bonn (2023)Seite 20 von 114 Seite 17 von 107 Planersocietät Alle Linien nutzen ab der Einfahrt in die Rathausgasse denselben Linienweg bis zum Hauptbahnhof. Die Zufahrt in den Innenstadtbereich erfolgt im Linienverkehr aus drei unterschiedlichen Richtun- gen: • Aus dem Bereich Innenministerium/Pädagogische Fakultät (Zufahrt Nord) Linien SB60, 550, 600 und 601 • Aus dem Bereich Bornheimer Straße (Zufahrt West) Linien 602, 604 und 605 • Aus dem Bereich Kennedybrücke (Zufahrt Ost) Linien 117, 537, 540, 551, 603, 606, 607, 608, 609, 640 Mehrere Buslinien ergänzen sich auf Streckenabschnitten überwiegend im Bonner Stadtgebiet. Dazu verkehren zwei Linien über einen längeren Abschnitt gemeinsam und bedienen zusammen dieselben Haltestellen. Die Fahrzeiten der Buslinien sind zeitlich versetzt, sodass insgesamt auf den Abschnitten dichter bediente Taktachsen entstehen. Diese Taktachsen führen überwiegend über die Haltestelle Markt: • Werftstraße – Poppelsdorfer Allee Linien 600 und 601 • Brüdergasse/Bertha-von-Suttner-Platz - Ippendorfer Allee Linien 602 und 603 • Josephinum – Lengsdorf Kirche Linien 604 und 605 • Konrad-Adenauer-Platz – Hardtberg Klinikum Linien 606 und 607 • Bechlinghoven – Edith-Stein-Anlage Linien 608 und 609 • Menden Mittelstraße – Bonn Hauptbahnhof Linien 540 und 640 Die Linie 551 weist darüber hinaus Taktachsen auf dem Stadtgebiet Troisdorfs mit den dort verkeh- renden Linien 503 und 508 auf. Betroffen sind dabei die Abschnitte zwischen Troisdorf Bahnhof und Troisdorf Kriegsdorf (Linie 503) bzw. Troisdorf Rotter See (Linie 508). 3.2 Umstieg Hauptbahnhof und Umfeld Die Haltestelle Bonn Markt ist nicht nur aufgrund der zentralen Lage zur Innenstadt für den Start und das Ende der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln relevant. Auch ein Umstieg zwischen Bus- linien und Stadtbahn ist möglich. In der Regel erfolgen Umstiege zwischen verschiedenen Linienver- kehren entweder an der ersten oder an der letzten gemeinsamen Haltestelle. Für die Haltestelle Markt liegt dieser Fall bei keiner der potenziellen Linienkombinationen vor. Allerdings ist zu berück- sichtigen, dass aus Fahrgastsicht ein Umstieg an der Haltestelle Markt aufgrund der komfortablenSeite 21 von 114 Seite 18 von 107 Planersocietät und unkomplizierten Umsteigesituation in Betracht gezogen werden kann. So erfolgen im Gegen- satz zu den alternativen Umsteigehaltestellen am Bertha-von-Suttner-Platz sowie am Hauptbahn- hof an der Haltestelle Markt sämtliche Abfahrten vom selben Bussteig, wodurch Umsteigewege vermieden werden können. Auch die Aufenthaltsqualität und damit verbunden die subjektive Si- cherheit kann von Fahrgästen gegebenenfalls an der Haltestelle Bonn Markt höher bewertet wer- den als an der aktuellen Bushaltestelle Hauptbahnhof. Dieser qualitative Aspekt kann mit der ge- planten Modernisierung der Bushaltestelle Hauptbahnhof an Relevanz deutlich abnehmen. Zusätzlich zum Umstieg zwischen Buslinien kann für bestimmte Fahrtbeziehungen auch ein Umstieg vom Bus auf die Stadtbahn in Richtung Bad Godesberg attraktiv sein. Mit einem Fußweg von rund zwei Minuten über die Stockenstraße ist der nördliche Eingang der Stadtbahn-Station Bonn Univer- sität/Markt (alle Stadtbahn-Linien außer der Linie 18) zu erreichen. Weitere Haltestellen, an denen im Bonner Stadtzentrum zwischen den Verkehrsmitteln Bus, Stadtbahn und Tram umgestiegen werden kann, sind die Haltestellen Bertha-von-Suttner-Platz, Stadthaus und Thomas-Mann-Straße. Am Bonner Hauptbahnhof bestehen zwei Haltestellen des Busverkehrs. Die eine dieser Haltestellen liegt nördlich des Hauptbahnhofs am ZOB. Etwas weiter nördlich zu diesem halten die am Haupt- bahnhof / ZOB endenden Regionalbuslinien am Kaiserplatz. Die zweite Umsteigemöglichkeit liegt südlich des Hauptbahnhofs an der Haltestelle Colmantstr. / Hauptbahnhof. Von beiden Haltestel- lenbereichen bestehen zum Teil längere Umsteigewege zum Schienenpersonennahverkehr (SPNV) am Hauptbahnhof, die in der Regel auch mit dem Queren von Straßenräumen verbunden sind. Abbildung 7: Umsteigebeziehungen im Stadtzentrum Kartengrundlage: Geoportal NRW (2023)Seite 22 von 114 Seite 19 von 107 Planersocietät 3.3 Erschließungswirkung Die Bonner Innenstadt ist durch zahlreiche Bushaltestellen vollständig erschlossen. Die Erschlie- ßungsanalyse ergibt, dass ein Großteil der Innenstadt innerhalb eines 300m-Einzugsbereichs von mehreren Haltestellen liegt. Die Haltestelle Markt spielt dabei eine besondere Rolle, da sie von al- len betrachteten Haltestellen einen besonders großen Teil der Innenstadt direkt erschließt. Durch die seltenere Bedienung dieser Haltestelle, wie sie im Rahmen dieser Untersuchung unterstellt ist, ist eine Verringerung der Erschließungsqualität im Innenstadtbereich zu erwarten. Nahezu alle durch die Haltestelle erschlossenen Gebiete sind jedoch auch durch mindestens eine weitere Halte- stelle innerhalb einer Luftliniendistanz von 300m erreichbar. Dennoch wird sich durch die seltenere Bedienung der Haltestelle die Fußwegedistanz zum Zielort für zahlreiche Fahrgäste geringfügig er- höhen. Insbesondere sind davon die Bereiche Bischofsplatz, Markt und Remigiusplatz betroffen. Auch für die Universität Bonn hat dies eine verringerte Erschließungswirkung im Busverkehr zur Folge. Von besonderer Bedeutung, um die betroffenen Gebiete weiterhin nachfragegerecht er- schließen zu können, ist die Bedienung von Haltestellen, deren Erschließungsradius das Umfeld der Haltestelle Markt umfasst. Dies sind insbesondere die Haltestellen am Bertha-von-Suttner-Platz, am Hauptbahnhof sowie am Friedensplatz. Abbildung 8: Erschließungswirkung Bushaltestellen von 300 m Kartengrundlage: OpenStreetMap (2024)Seite 23 von 114 Seite 20 von 107 Planersocietät 3.4 Fahrgasterhebung an der Haltestelle Markt Die Haltestelle Markt kann neben dem Einsteigen und Aussteigen auch zum Umstieg genutzt wer- den. Möglich ist ein Umstieg direkt an der Bushaltestelle zwischen allen dort verkehrenden Linien. Mit einem kurzen Fußweg ergibt sich auch ein Umstieg vom Bus in die Stadtbahn in Richtung Sü- den, vor allem nach Bad Godesberg (vgl. Kapitel 3.2). Um dieses Aufkommen an umsteigenden Fahrgästen einordnen zu können, wurde eine Erhebung durchgeführt. Die Erhebung erfolgte an drei Tagen in der Woche und außerhalb der Schulferien. In der fünften Kalenderwoche (29.01.2024 bis 04.02.2024) wurden Erhebungen am Dienstag, Mittwoch und Don- nerstag durchgeführt. Das Erhebungsfenster war immer tagsüber zwischen 06:00 Uhr und 20:00 Uhr. Über alle drei Erhebungstage wurden von insgesamt 2.141 haltenden Bussen die Ein-, Aus- und Umsteiger von 1.352 Bussen erfasst (rund 63%). Der Anteil der erhobenen Abfahrten je Linie wurde dabei an die tatsächliche Anzahl an Abfahrten gekoppelt. Um das theoretische und tatsächliche Potenzial für einen Umstieg im Vergleich mit den umliegen- den Bushaltestellen – vor allem Bonn Hauptbahnhof – einordnen zu können, sind die zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen relevant. Diese gelten grundsätzlich sowie in Einzelfällen auch speziell während der Erhebung, welche für den Zeitplan des Projekts nicht kurzfristig weiter nach hinten verschoben werden konnte. Konkret erfolgte die Erhebung unter den folgenden Rahmenbe- dingungen: • Streiks im Mobilitätssektor Am Montag (28.01.2024) endete früher als ursprünglich geplant der Streik der Gewerk- schaft GDL. Am Freitag (05.02.2024) begann der Streik der Gewerkschaft Verdi. Es kann da- her sein, dass insgesamt weniger Personen in dieser Woche Fahrten mit dem öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) geplant hatten. • Relevante Umstiege Aufgrund der befahrenen Linienwege der Buslinien sowie weiteren Umsteigemöglichkeiten im Stadtzentrum und auf der östlichen Rheinseite, ergibt sich in der Fahrplanauskunft (Deutsche Bahn, Stadtwerke Bonn (SWB), Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) und go.Rhein- land) für die Mehrzahl der an der Haltestelle Markt haltenden Linien keine Empfehlung zum Umstieg zur Stadtbahn bzw. zwischen den Buslinien. Ein Umstieg auf die Stadtbahn an der Haltestelle Markt ist nur für die aus Norden kommenden Linien relevant (SB60, 550, 600 und 601). Für Linien aus Nordwesten (602, 604 und 605) wird ein Umstieg am Stadt- haus empfohlen; für die weiteren Linien am Hauptbahnhof; auch zwischen den Buslinien. • Barrierefreiheit Die Haltestelle ist für Menschen mit einer Mobilitäteinschränkung nur eingeschränkt nutz- bar. Es fehlen ein erhöhter Bordstein, ein taktiles Leitsystem und eine kontrastreiche Ober- fläche. • Fahrgastinformation vor Ort Die Umsteigebeziehung von der Bushaltestelle Markt zur Stadtbahnstation Universi- tät/Markt ist vor Ort nicht beschildert. Sie ist daher für Personen mit wenig Erfahrung vor Ort und/oder im ÖPNV nicht erkennbar.Seite 24 von 114 Seite 21 von 107 Planersocietät • Darstellung in der Fahrplanauskunft Bei den grundsätzlich in Frage kommenden Buslinien für einen Umstieg wird die Haltestelle Markt überwiegend nicht als Umsteigemöglichkeit in der Fahrplanauskunft aufgeführt. Ein Umstieg vom Bus in die Stadtbahn mit einem Fußweg ist nur in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn enthalten. Die Fahrplanauskünfte der SWB, des VRS und go.Rheinland, die alle auf dieselben Daten zugreifen, weisen bei gleicher Verbindungsanfrage eine mit Um- stieg am Hauptbahnhof aus. Je nach gewählter Relation sind gleiche Reisezeiten bei beiden Fahrtoptionen oder geringfügig längere Reisezeiten bei Umstieg am Hauptbahnhof angege- ben. Abbildung 9: Fahrplanauskunft im Vergleich (Beispiel) Quelle: links Stadtwerke Bonn (2024), rechts Deutsche Bahn (2024) Ein Vergleich der Anzahl der Fahrgäste, die aussteigen und die umsteigen, zeigt mit den Daten der Erhebung, dass die Haltestelle Markt vor allem für die Anbindung des Umfelds relevant ist. Sie wird nur zu einem sehr geringen Anteil als Umsteigemöglichkeit genutzt. Tabelle 3: Haltestelle Markt – aus- und umsteigende Fahrgäste Erhebungstag Ausstieg gesamt davon Umstieg absolut anteilig Dienstag 1.221 106 9% Mittwoch 1.406 158 11% Donnerstag 1.568 187 12% Quelle: Planersocietät (2024)Seite 25 von 114 Seite 22 von 107 Planersocietät Über alle drei Erhebungstage wurden 432 umsteigende Fahrgäste erfasst; im Mittel 144 Personen pro Tag. Eine besonders geringe Bedeutung kann der Linie SB60 zugeordnet werden. Eine größere Anzahl an umsteigenden Fahrgästen im zweistelligen Bereich hatten im Mittel die Linien 117, 540, 550, 604, 605 und 609. Eine deutliche Relevanz nur für regionale oder lokale Buslinien besteht nicht. Ein Umstieg von Buslinien in die Stadtbahn (nördlicher Zugang der Station Universität/Markt) ist ebenfalls erkennbar. Der Umfang dieser Umstiege mit einem Fußweg über die Stockenstraße hatte in der Erhebung einen kleineren Anteil. Allerdings ließen sich diese Umsteiger weniger exakt erfas- sen, da diese während des Umsteigevorgangs nicht an der Bushaltestelle Markt verbleiben. Visuell ist von der Bushaltestelle Markt nicht einzuordnen, ob die Personen in Richtung Stockenstraße ihre Fahrt mit dem ÖPNV beendet haben oder in die Stadtbahn umstiegen sind. Es kann angenommen werden, dass mehr Personen von den Buslinien auf die Stadtbahn umsteigen, als sich während der Erhebung erfassen ließ. Abbildung 10: Umsteiger in Buslinien bzw. Stadtbahn pro Tag – Mittelwerte pro Linie Quelle: Planersocietät (2024) Eine Aufschlüsslung der umsteigenden Fahrgäste auf die ÖPNV-Angebote, mit denen weitergefah- ren wird, lässt sich auf drei Aussagen zusammenfassen: • Kein Umstieg in regionale Buslinien (SB60, 117, 537, 540, 550, 551 und 640) Die regionalen Buslinien enden alle an der nächsten Haltestelle Hauptbahnhof. Ein Bedarf, in diese Buslinien umzusteigen, besteht nicht. Die Linie SB60 hält an der Haltestelle Markt nur zum Ausstieg. • Umstieg mit lokalen Buslinien (600 bis 609) Alle lokalen Buslinien verkehren über die nächste Haltestelle Hauptbahnhof hinaus. Daher kann ein Umstieg von regionalen in lokale Buslinien und zwischen den lokalen Buslinien sinnvoll sein. Die tatsächliche Nutzung wird allerdings durch die Rahmenbedingungen an der Haltestelle eingeschränkt. • Seltener Umstieg mit der Stadtbahn (16, 63, 66, 67)Seite 26 von 114 Seite 23 von 107 Planersocietät Ein Umstieg auf die Stadtbahn in Richtung Süden ist möglich, hat aber im ÖPNV-Netz der Stadt Bonn keine größere Relevanz. Dies kann ebenfalls den Rahmenbedingungen zugeord- net werden. Hinzu kommt, dass die Aussteiger in Richtung Stockenstraße nicht eindeutig als klassische Aussteiger oder Umsteiger in die Stadtbahn zugeordnet werden konnten. Aus dieser Erhebung wird deutlich, dass die Haltestelle Markt aufgrund vieler Faktoren eine geringe Bedeutung für Umstiege zwischen den Buslinien und auch den Buslinien und der Stadtbahn auf- weist. Alle Buslinien fahren nach dieser Haltestelle die Haltestelle Hauptbahnhof / ZOB an, wo ebenfalls Umsteigemöglichkeiten zwischen allen Linien bestehen. Bei Umlegungen mancher Linien, die über Markt fahren, entfällt die Möglichkeit, zwischen allen Linien die aktuell über diese Halte- stelle umzusteigen. Dies stellt aufgrund der geringen Bedeutung der Haltestelle für Umstiege je- doch kein Problem dar.Seite 27 von 114 Seite 24 von 107 Planersocietät Tabelle 4: Umsteiger pro Tag - Mittelwerte der Quelle-Ziel-Matrixin Linie u von Linie q SB60 117 537 540 550 551 600 601 602 603 604 605 606 607 608 609 640 Stadtbahn gesamt SB60 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 2 117 0 0 0 0 0 0 1 3 3 1 1 1 1 0 1 0 0 2 13 537 0 0 0 0 0 1 1 0 0 1 0 0 0 0 0 1 0 0 4 540 0 0 0 0 0 0 1 1 3 0 0 1 1 1 0 1 0 0 10 550 0 0 0 0 0 0 1 1 4 1 0 1 2 2 2 1 1 1 17 551 0 0 0 0 0 0 1 2 0 0 0 0 0 1 0 0 0 1 6 600 0 0 0 0 0 0 0 1 0 2 1 1 1 0 1 1 0 0 9 601 0 0 0 0 1 0 1 0 1 0 0 0 1 3 2 1 0 0 9 602 0 0 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 4 1 1 0 0 7 603 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 1 3 1 1 0 8 604 0 0 0 0 0 0 2 1 3 1 0 0 0 3 4 1 0 0 15 605 0 0 0 0 0 0 2 0 0 7 0 0 3 0 3 1 0 0 16 606 0 0 0 0 0 0 0 1 0 2 0 0 0 0 0 0 0 0 5 607 0 0 0 0 0 0 3 0 1 1 0 1 0 0 0 3 0 0 9 608 0 0 0 0 0 0 0 1 0 0 1 4 0 0 0 0 0 0 6 609 0 0 0 0 0 0 0 1 0 3 1 4 1 0 0 0 0 0 11 640 0 0 0 0 0 0 0 3 0 0 2 0 0 0 0 0 0 1 6Seite 28 von 114 Seite 25 von 107 Planersocietät 3.5 Erhebung von Fahrzeiten im Innenstadtbereich Um den Zeitbedarf für verschiedene Linienführungen in der Bonner Innenstadt ermitteln zu kön- nen, wurden im Auftrag der Bundesstadt Bonn sowie durch die Stadtwerke Bonn Fahrzeiten erho- ben. Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei die folgenden Relationen: • Status Quo: Bertha-von-Suttner-Platz – Kölnstraße – Stiftsplatz – Sandkaule – Belderberg – Rathausgasse – Am Hof – Kaiserplatz – Hauptbahnhof • Variante 1: Bertha-von-Suttner-Platz – Oxfordstraße – Am Alten Friedhof – Rabinstraße – Am Hauptbahnhof • Variante 3A: Bertha-von-Suttner-Platz – Kölnstraße – Stiftsplatz – Sandkaule – Belderberg – Adenauerallee – Am Hofgarten – Kaiserplatz – Hauptbahnhof Fahrzeiten im ÖPNV Auf Grundlage der Fahrzeitauswertung für die Achse Bertha-von-Suttner-Platz bis Bonn Hauptbahn- hof können die Fahrzeiten für den Linienweg im Status Quo ermittelt werden (siehe Abbildung 11). Im Tagesverlauf werden auf dem betreffenden Abschnitt durchschnittliche Fahrzeiten von ca. sechs bis acht Minuten erreicht. Dies entspricht den derzeit im Fahrplan hinterlegten Abfahrtzeiten. Für die Blockumfahrung im Bereich Kölnstraße/Stiftsplatz entsteht ein zeitlicher Aufwand von ca. drei Minuten. Der Abschnitt zwischen den Haltestellen Brüdergasse und Markt nimmt einen verhältnis- mäßig geringen Anteil an der Gesamtfahrzeit ein. Dies ist auch durch die beschleunigende Wirkung der Umweltspur auf der Straße Belderberg zurückzuführen. Hingegen beträgt der Fahrzeitbedarf zwischen der Haltestelle Markt und dem ZOB mehr als zwei Minuten und damit ca. ein Drittel der Gesamtfahrzeit auf der betrachteten Relation. Abbildung 11: ÖPNV-Fahrzeiten im Tagesverlauf Datengrundlage: Stadtwerke Bonn (2024) 00:00:00 00:01:00 00:02:00 00:03:00 00:04:00 00:05:00 00:06:00 00:07:00 00:08:00 06:00 07:00 08:00 09:00 10:00 11:00 12:00 13:00 14:00 15:00 16:00 17:00 18:00 19:00 Fahrzeit Uhrzeit B.-v.-Suttner-Pl. - Stiftsplatz Stiftsplatz - Brüdergasse Brüdergasse - Markt Markt - HbfSeite 29 von 114 Seite 26 von 107 Planersocietät Fahrzeiten im Pkw-Verkehr Für die alternativ zur Bestandführung in Frage kommenden Relationen wurden auf Grundlage von Navigationsdaten Fahrzeiten für den motorisierten Individualverkehr erhoben, die nur bedingt mit den zu erwartenden Fahrzeiten des ÖPNV in einen Zusammenhang gesetzt werden können. Zusätz- lich zu den reinen Fahrzeiten sind im Regional- und Stadtbusverkehr die zusätzlich entstehenden Haltezeiten an den bedienten Haltestellen zu berücksichtigen. Diese sind stark von der jeweiligen Haltestelle und den erwarteten Ein- und Aussteigerzahlen abhängig. Grundsätzlich kann unabhän- gig von Anzahl und Lage der Haltestellen eine im Vergleich zum Pkw längere Fahrzeit im ÖPNV an- genommen werden. Dies kann jedoch durch ortsspezifische Beschleunigungsmaßnahmen für den ÖPNV verringert werden, sodass zusätzliche Abweichungen von der Pkw-Fahrzeit möglich sind. Unabhängig von den potenziellen Differenzen zur ÖPNV-Fahrzeit stellen die Navigationsdaten grobe Anhaltspunkte für den Zeitbedarf über verschiedene Routen dar. Bei der Betrachtung der Er- hebungsergebnisse zeigt sich, dass die mittleren absoluten Fahrzeiten auf dem aktuellen Linienweg über die Haltestelle Markt im Tagesverlauf um mehr als zwei Minuten variieren, wobei tagsüber im Mittel eine Fahrzeit von ca. sieben bis acht Minuten auf der Relation zwischen dem Bertha-von- Suttner-Platz und dem Hauptbahnhof erreicht werden. Auf dem Fahrtweg über Oxfordstraße und Bertha-von-Suttner-Platz werden ähnliche Fahrzeiten erreicht. In der Morgenspitze ist die Fahrzeit auf dieser Route zum Hauptbahnhof im Vergleich zum Status Quo zum Teil um mehr als eine Mi- nute kürzer, während in der Nachmittagsspitze auf beiden Routen ähnliche Fahrzeiten erreicht werden (siehe Abbildung 12). Ein Vergleich des Status Quo mit der Routenführung über die Adenauerallee und die Straße Am Hofgarten zeigt, dass letztere Route unabhängig von der betrachteten Uhrzeit einen zusätzlichen Zeitbedarf von etwa einer Minute zur Folge hat. So werden auf dieser Route tagsüber Fahrzeiten zwischen acht Minuten in der Schwachverkehrszeit und zehn Minuten in der Hauptverkehrszeit er- reicht. Unter Berücksichtigung des im Frühjahr 2024 durchgeführten Verkehrsversuches auf der Adenauerallee, der den teilweisen Wegfall der zweiten Richtungsfahrbahn zugunsten eines ge- schützten Radwegs umfasst hat, ist insbesondere in der Morgenspitze eine zusätzliche Erhöhung der Fahrzeit auf etwas über zehn Minuten zu beobachten. Zu den übrigen Tageszeiten ist allenfalls ein geringer Anstieg gegenüber dem Regelfall ohne Verkehrsversuch zu erkennen.Seite 30 von 114 Seite 27 von 107 Planersocietät Abbildung 12: Ergebnisse der Fahrzeitenanalyse auf Grundlage von Navigationsdaten Quelle: Bundesstadt Bonn (2024) Zusätzlich wurde der Zeitbedarf für Fahrten über den Stiftsplatz ermittelt, die im Status Quo durch die von der Kennedybrücke kommenden Linien in Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof notwen- dig sind. Dabei ergibt sich ein durchschnittlicher Wert von knapp vier Minuten Fahrzeit, bezogen auf den Zeitraum zwischen 6 und 20 Uhr. In der Abendspitze zwischen 17 und 18 Uhr verlängert sich die Fahrzeit im Mittel um etwa eine Minute, während in der Morgenspitze lediglich eine Ver- längerung von etwa 30 Sekunden vorliegt (siehe Abbildung 13). Abbildung 13: Mittlere Fahrzeiten über den Stiftsplatz in Sekunden Quelle. Bundesstadt Bonn (2024)Seite 31 von 114 Seite 28 von 107 Planersocietät Schlussfolgerungen Auf der betrachteten Datengrundlage kann ermittelt werden, dass die Fahrzeit der Busse auf dem Linienweg im Status Quo in etwa das 1,06-Fache der Pkw-Fahrzeit beträgt. Zu berücksichtigen ist, dass durch Umweltspuren, vorwiegendes Rechtsabbiegen und die Abstimmung von LSA-Phasen eine Art Optimalzustand besteht, der bei einer Anpassung des Linienwegs nur unter erheblichen baulichen Aufwänden hergestellt werden kann. Aus diesem Grund ist auf den untersuchten Varian- ten 1 (über Oxfordstraße – Am Alten Friedhof – Rabinstraße) und 3A (über Stiftsplatz – Adenaueral- lee – Am Hofgarten) nicht zu erwarten, dass vergleichbare Reisezeitverhältnisse erreicht werden können. Dies liegt in den folgenden Einflussfaktoren begründet: • Hohe Verkehrsbelastung im Bereich Oxfordstraße bzw. Adenauerallee, Konfliktpotenzial durch die gemeinsame Führung von MIV und ÖPNV • Konfliktpotenzial durch die gemeinsame Führung ÖPNV und radverkehr auf der Rabin- straße (Variante 1) • Konfliktpotenzial mit dem ruhenden Verkehr im Bereich Am Hofgarten (Variante 3A) • Veränderte Anfahrtsrichtung an den ZOB, verbunden mit einem verlängerten Anfahrtsweg (nur Variante 1) Die dargestellten Einflussfaktoren sind vor dem Hintergrund, dass im Vergleich zum Status Quo keine überwiegende Trennung zwischen MIV und ÖPNV erfolgen kann, von besonderer Bedeutung für die Betrachtung der Fahrzeit. Das Reisezeitverhältnis von 1,06 aus dem Status Quo lässt sich aus diesem Grund nicht auf die betrachteten Varianten übertragen. Stattdessen erscheint ein etwas höheres Reisezeitverhältnis von ca. 1,2 für Variante 1 und 1,3 für Variante 3A realistisch. Dies ergibt sich daraus, dass in Variante 1 die Fahrzeitverlängerung durch angefahrene Haltestellen durch Be- schleunigungsmaßnahmen teilweise ausgleichen lässt, während in Variante 3A nur geringfügige Möglichkeiten zum Ausgleich dieser Fahrzeitverluste bestehen. Insgesamt lässt sich vor dem Hin- tergrund dieser Annahmen ein geringer Fahrzeitunterschied von ca. einer Minute zwischen dem Status Quo und der Variante 1 feststellen. Für Variante 3A ist eine Fahrzeitverlängerung von etwa drei Minuten prognostizierbar. Abbildung 14: Gemessene und prognostizierte Fahrzeiten in der Bonner Innenstadt Strecke B.-v.-Suttner- Platz - Bonn Hbf Ø Fahrzeit Pkw (11:00 Uhr) Reisezeit- verhältnis Ø Fahrzeit Bus Status Quo 1,6 km 06:50 min 1,06 07:14 min Variante 1 1,7 km 07:00 min 1,2 08:24 min Variante 3A 2,0 km 08:00 min 1,3 10:24 min Kursive Werte sind Schätzwerte auf Grundlage der infrastrukturellen RahmenbedingungenSeite 32 von 114 Seite 29 von 107 Planersocietät 4 Prüfung alternativer Streckenführungen 4.1 Grundlagen der Variantenprüfung Die Prüfung alternativer Streckenführungen hat das Ziel, über mehrere Varianten zu prüfen, für welche Buslinien mit Bedienung der Haltestelle Markt Alternativen bestehen, um die Anzahl an Bussen auf der Rathausgasse und Am Hofe zu reduzieren. Da die Bedienung der Haltestelle Bonn Markt nur in Richtung Hauptbahnhof möglich ist, wird mit allen Varianten auch nur eine Alternative für diese Linien in der entsprechenden Fahrtrichtung untersucht. Insgesamt werden sechs Varian- ten geprüft, wobei für drei dieser sechs Varianten zusätzliche Untervarianten definiert werden. Letztere sind in der folgenden Darstellung farblich abgestuft dargestellt. Abbildung 15: Übersicht über die betrachteten Varianten Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023) Für die Untersuchung wird je Linie ein Linienabschnitt definiert, der für jede Variante hinsichtlich potenzieller Konflikte, der Fahrstrecke sowie der Fahrzeit überprüft wird (vgl. Tabelle 5). Dieser Ab- schnitt liegt jeweils zwischen zwei Haltestellen, die von der betreffenden Linie sowohl im Status Quo als auch in allen betrachteten Varianten angefahren werden. Aufgrund verschiedener Linien- führungen in den einzelnen Varianten geht der betrachtete Linienabschnitt bei Bedarf auch über das Gebiet der Innenstadt hinaus. Fahrzeit und Fahrstrecke der Linie auf dem definierten Abschnitt dienen als Rahmenbedingungen für eine vergleichende Bewertung zwischen der Linienführung im Status Quo und den jeweiligen Varianten.Seite 33 von 114 Seite 30 von 107 Planersocietät Tabelle 5: Betrachtete Linienabschnitte in der Bonner Innenstadt Linie Betrachteter Linienabschnitt Betriebsdaten Strecke (km) Fahrzeit (min) Ø km/h SB60 Innenministerium → Bonn Hbf 3,1 11 16,9 117 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 10 16,2 537 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 13 12,5 540 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 10 16,2 550 Innenministerium → Bonn Hbf 3,4 14 14,6 551 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 10 16,2 600 Beethovenhalle und SWB → Bonn Hbf 1,4 7 12,0 601 Beethovenhalle und SWB → Bonn Hbf 1,4 7 12,0 602 Ellerstraße → Bonn Hbf 2,7 16 10,1 603 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 11 14,7 604 Maxstraße → Bonn Hbf 2,5 15 10,0 605 Maxstraße → Bonn Hbf 2,5 15 10,0 606 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 11 14,7 607 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 11 14,7 608 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 11 14,7 609 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 11 14,7 640 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 2,7 10 16,2Seite 34 von 114 Seite 31 von 107 Planersocietät Konfliktpunkte In den verschiedenen Varianten gibt es unterschiedliche Konfliktpunkte, welche in den jeweilig be- troffenen Varianten tiefergehend erläutert werden. Um diese Konfliktpunkte strukturiert zu analy- sieren, sind diese alphabetisch sortiert. Je nach Variante und betrachteter Linie unterscheiden sich die individuellen Faktoren an einem Konfliktpunkt. Nicht alle der im Folgenden dargestellten Kon- fliktpunkte sind dabei für jede Linie bzw. für jede untersuchte Variante relevant. Abbildung 16: Kartografische Übersicht aller Konfliktpunkte Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023) Tabelle 6: Tabellarische Übersicht aller Konfliktpunkte Konfliktpunkt Erläuterung Konfliktpunkt A Eingeschränkte Fahrtbeziehungen am Bertha-von-Suttner-Platz Konfliktpunkt B Hohe Verkehrsbelastung im Bereich Oxfordstraße Konfliktpunkt C Abbiegevorgang von Bornheimer Straße/B56 auf Am Alten Friedhof Konfliktpunkt D Straßenraumaufteilung in der Rabinstraße Konfliktpunkt E Abbiegevorgang Berliner Platz/Oxfordstraße auf Thomas-Mann-Straße Konfliktpunkt F Rechtsabbiegen Budapester Str. auf Thomas-Mann-Straße Konfliktpunkt G Straßenraumaufteilung in der Thomas-Mann-Straße Konfliktpunkt H Hohe Verkehrsbelastung im Bereich Adenauerallee Konfliktpunkt I Straßenraumaufteilung im Bereich Am Hofgarten Konfliktpunkt J Straßenraumbreite in der Fritz-Tillmann-Straße Konfliktpunkt K Rechtsabbiegen Fritz-Tillmann-Straße auf Kaiserstraße Konfliktpunkt L Linksabbiegen Guido-Westerwelle-Brücke auf Endenicher Straße Konfliktpunkt M Anfahrbarkeit des ZOB / Warteposition KaiserplatzSeite 35 von 114 Seite 32 von 107 Planersocietät 4.2 Kriterien und Bewertungsergebnisse Die nachfolgend beschriebenen Varianten werden für jede Linie anhand verschiedener Kriterien bewertet. Zunächst ist dabei eine Einschätzung zu treffen, ob und ggf. mit welchen Einschränkun- gen eine Variante für eine bestimmte Linie grundsätzlich geeignet ist. Dies stellt eine entschei- dende Grundlage für die Ermittlung der Vorzugsvariante je Linie dar. Dazu erfolgt eine grundsätzli- che Unterscheidung zwischen einer infrastrukturellen und einer betrieblichen Bewertung. Kriterien in der Infrastruktur Ein zentrales Kriterium für die Untersuchung stellen infrastrukturbezogene Konfliktpunkte auf den Varianten dar. Potenzielle Konflikte liegen beispielsweise in der hohen Verkehrsbelastung eines be- fahrenen Straßenabschnitts, Einschränkungen durch geringe Fahrbahn- oder Straßenraumbreiten sowie fehlenden Abbiegebeziehungen. Als Ergebnis werden die Konfliktpunkte eines von vier po- tenziellen Bewertungsergebnissen zugeordnet: • ✓ | Konflikt lösbar, sofern der betreffende Konflikt ohne bauliche Eingriffe zum Beispiel durch eine alternative Linienführung sowie ohne maßgebliche Beeinträchtigung anderer Verkehrsmodi gelöst werden kann. • (✓) | Konflikt mit Einschränkungen lösbar, sofern der betreffende Konflikt unter bestimm- ten Voraussetzungen lösbar ist, zum Beispiel durch geringfügige und straßenraumverträgli- che bauliche Eingriffe, den Einsatz bestimmter Fahrzeugtypen oder die Vorhaltung einer Fahrzeitreserve. • X | Konflikt nicht lösbar, sofern aufgrund der bestehenden Verhältnisse keine Realisierung von notwendigen Infrastrukturmaßnahmen möglich ist, ohne dabei starke Beeinträchtigun- gen der Leistungsfähigkeit anderer Verkehrsmodi hervorzurufen. • - | Konflikt für die betrachtete Linie nicht relevant, sofern der konfliktträchtige Linienweg durch die Linienführung ohnehin nicht befahren wird. Kriterien im Linienbetrieb Ergänzend zu den Konfliktpunkten stellt die benötigte Fahrzeit im Sinne einer betrieblichen Bewer- tung ein weiteres Kriterium dar, um die Eignung einer Variante für die jeweils betrachtete Linie ein- zuschätzen. Für die in den Varianten vorgeschlagenen Linienwege wird dazu jeweils eine Fahrzeit- schätzung auf Basis einer angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit durchgeführt. Die Durch- schnittsgeschwindigkeit je Linie und Variante wird dabei auf Grundlage von Geschwindigkeiten im aktuellen Netz bestimmt und in Kombination mit Verkehrsbelastungen, Knotenpunkten und Abbie- gemanövern auf den jeweiligen Linienweg angepasst. Dabei werden keine gesonderten Maßnah- men zur Busbeschleunigung unterstellt. Die ermittelten Fahrzeiten stellen auch aus diesem Grund eine Obergrenze dar, die in jedem Fall eingehalten werden kann. Hinsichtlich der ermittelten Fahrzeit werden zwei verschiedene Faktoren betrachtet, denen jeweils die benötigte Fahrzeit auf der untersuchten Variante zugrunde liegt. Einerseits ist dies die Verhin- derung von Sprungkosten, die aufgrund eines höheren Fahrzeugbedarfs in Folge einer Fahrzeitver-Seite 36 von 114 Seite 33 von 107 Planersocietät längerung entstehen können. Andererseits wird die Attraktivität der Verbindung zum zentralen Zie- lort Hauptbahnhof aus Fahrgastsicht in Betracht gezogen. Verlängert sich die Fahrzeit gegenüber dem Status Quo stark, entsteht eine maßgebliche Verschlechterung der Verbindungsqualität, die zur Sicherung eines konkurrenzfähigen ÖPNV-Angebots maßgeblich ist. Als Ergebnis werden jeder Variante und Linie eine der folgenden Bewertungen zugeordnet: • ✓ | Variante betrieblich geeignet, sofern keine Fahrzeitverlängerung vorliegt • (✓) | Variante mit Einschränkungen geeignet, sofern eine Fahrzeitverlängerung innerhalb des angestrebten maximalen Reisezeitverhältnisses vorliegt, auch wenn diese ggf. Sprung- kosten erzeugt • X | Variante betrieblich nicht geeignet, sofern eine Fahrzeitverlängerung von fünf oder mehr Minuten vorliegt Für die mit Einschränkungen geeigneten Varianten wird ein maximales Reisezeitverhältnis vom ÖPNV im Vergleich zum Pkw festgelegt, aus dem sich eine maximale Fahrzeit des ÖPNV auf der be- trachteten Relation aus Tabelle 5 ergibt. Um ein attraktives und konkurrenzfähiges Angebot im ÖPNV sicherzustellen, wird dazu mindestens die Qualitätsstufe B aus dem Schweizer Güteklassen- modell angestrebt (VDV, 2019). Als Zielwert wird ein maximales Reisezeitverhältnis des ÖPNV zum motorisierten Individualverkehr (MIV) von 1,3 angelegt, woraus sich für den ÖPNV eine maximal um 30 % längere Fahrzeit gegenüber dem Pkw ergeben darf. Aus diesem Zielwert ergibt sich je Li- nie eine maximale Fahrzeit, die über die Eignung einer betrachteten Variante entscheidet. Für sol- che Linien, die den Zielwert von 1,3 bezogen auf das Reisezeitverhältnis bereits im Status Quo nicht erreichen, wird eine zusätzliche Fahrzeitverlängerung ausgeschlossen und betroffene Varianten als nicht geeignet bewertet. Dieser Fall tritt bei insgesamt vier der 17 betrachteten Linien ein. Die Er- gebnisse der Reisezeitbetrachtung sind in der folgenden Tabelle dargestellt. Tabelle 7: Maximale Fahrzeitverlängerung je untersuchte Linie Linie Betrachteter Linienabschnitt Fahrzeit ÖPNV* Fahrzeit MIV* RZV Bestand Max. Δ Fahr- zeit ÖPNV SB60 Innenministerium → Bonn Hbf 11‘ 9‘ 1,2 + 1 Minute 117 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 10‘ 12‘ 0,8 + 6 Minuten 537 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 13‘ 12‘ 1,1 + 3 Minuten 540 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 10‘ 12‘ 0,8 + 6 Minuten 550 Innenministerium → Bonn Hbf 14‘ 9‘ 1,6 0 Minuten 551 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 10‘ 12‘ 0,8 + 6 Minuten 600 Beethovenhalle und SWB → Bonn Hbf 7‘ 10‘ 0,7 + 6 Minuten 601 Beethovenhalle und SWB → Bonn Hbf 7‘ 10‘ 0,7 + 6 Minuten 602 Ellerstraße → Bonn Hbf 16‘ 8‘ 2,0 0 Minuten 603 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 11‘ 12‘ 0,9 + 5 Minuten 604 Maxstraße → Bonn Hbf 15‘ 7‘ 2,1 0 Minuten 605 Maxstraße → Bonn Hbf 15‘ 7‘ 0,9 0 MinutenSeite 37 von 114 Seite 34 von 107 Planersocietät Linie Betrachteter Linienabschnitt Fahrzeit ÖPNV* Fahrzeit MIV* RZV Bestand Max. Δ Fahr- zeit ÖPNV 606 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 11‘ 12‘ 0,9 + 5 Minuten 607 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 11‘ 12‘ 0,9 + 5 Minuten 608 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 11‘ 12‘ 0,9 + 5 Minuten 609 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 11‘ 12‘ 0,9 + 5 Minuten 640 Konrad-Adenauer-Platz → Bonn Hbf 10‘ 12‘ 0,8 + 6 Minuten 4.3 Variante 1 Charakteristik Die Variante 1 umfasst eine westliche Umfahrung der Haltestelle Bonn Markt. Diese erfolgt über die Oxfordstraße und den Berliner Platz (beide B56) sowie Am Alten Friedhof, Rabinstraße und Am Hauptbahnhof. Bis auf den Abschnitt über die Straße Am Alten Friedhof und die Rabinstraße ist die Variante 1 identisch mit der Variante 2. Abbildung 17: Variante 1 – Linienführung und Konfliktpunkte Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023)Seite 38 von 114 Seite 35 von 107 Planersocietät Infrastrukturelle Eignung An der Kreuzung Bertha-von-Suttner-Platz bestehen derzeit nur eingeschränkte Fahrtbeziehungen (Konfliktpunkt A). So ist aus der Straße Sandkaule kommend kein Abbiegevorgang nach rechts auf die B56 möglich, sodass für die betroffenen Linien SB60, 550, 600 und 601 ein alternativer Linien- weg über die Kölnstraße in Betracht kommt. Dafür ist eine Fahrt über den Stiftsplatz oder die Thea- terstraße denkbar, wobei aus beiden Straßen derzeit keine Möglichkeit zum Linksabbiegen in die Kölnstraße besteht. Aus diesem Grund kommt auch eine Fahrt über die Straße Wachsbleiche in Be- tracht. In diesem Fall entfielen für die betroffenen Linien die Haltestellen „Beethovenhalle und SWB“ sowie „Bertha-von-Suttner-Platz/Beethovenhaus“. Insgesamt ist die Umsetzung der alternati- ven Linienwege aufgrund der infrastrukturellen Restriktionen sowie der geringeren Erschließungs- wirkung nicht empfehlenswert. Die hohe Verkehrsbelastung auf der Oxfordstraße stellt für die Linien aus Richtung Sandkaule sowie aus Richtung Kennedybrücke einen weiteren Konflikt dar (Konfliktpunkt B). In Zusammenhang mit der hohen Verkehrsbelastung ergibt sich für die Variante 1 eine konfliktträchtige Situation bei der Ausfahrt aus der Haltestelle Bertha-von-Suttner-Platz/Beethovenhaus, bei der unmittelbar ein Fahrstreifenwechsel nach links notwendig ist (siehe Abbildung 18). Eine vergleichbare Situation be- steht zwischen der Haltestelle Stadthaus und der Kreuzung Berliner Platz/Bornheimer Straße/Am Alten Friedhof, vor der ebenfalls ein Fahrstreifenwechsel notwendig wird, um dem Straßenverlauf in Richtung Am Alten Friedhof weiter folgen zu können. Problematisch ist dabei sowohl die geringe Länge des Straßenabschnitts, auf dem der Fahrstreifenwechsel realisiert werden kann, als auch die Führung des Radverkehrs im Straßenraum. Zur Ermöglichung eines Fahrstreifenwechsels kommt die Einrichtung einer Busschleuse mit entsprechender Vorrangschaltung an Lichtsignalanlagen (LSA) an den Haltestellen Bertha-von-Suttner-Platz/Beethovenhaus und Stadthaus in Betracht. Diese Bus- schleusen können kurzfristig zu Lasten des MIV und Radverkehrs eingerichtet werden. Alternativ zu der Busschleuse könnte für die Linien, welche über Variante 1 fahren eine neue Halteposition öst- lich der bestehenden Haltestelle auf Höhe der Straßen- und Stadtbahnhaltestelle errichtet werden. Durch diese veränderte Halteposition würde sich die Wiedereinfädelung der betroffenen Linien in den fließenden Verkehr erleichtern. Ebenfalls möglich erscheint eine Neuaufteilung des Straßen- raums mit einem durchgehenden Bussonderfahrstreifen, der die Haltestellen Bertha-von-Suttner- Platz/Beethovenhaus und Stadthaus miteinander verbindet.Seite 39 von 114 Seite 36 von 107 Planersocietät Abbildung 18: Haltestelle Bertha-von-Suttner-Platz/Beethovenhaus Quelle: Geoportal NRW (2024) Die Linien 602, 604 und 605, die aus Richtung Bornheimer Straße/B56 kommen, können auf Grund- lage der aktuellen Verkehrsregelung nicht nach rechts in die Straße Am Alten Friedhof abbiegen (Konfliktpunkt C). Durch die geplante Umgestaltung des Kreuzungsbereichs ist die Einrichtung ei- nes entsprechenden Abbiegestreifens zukünftig nur dann realisierbar, wenn bei einer Abwägung der Ansprüche verschiedener Verkehrsträger zugunsten des ÖPNV entschieden wird. Eine entspre- chende Anpassung der Verkehrsregelung ist dabei allenfalls langfristig zu erwarten. Aus diesem Grund erscheint eine Linienführung über die Budapester Straße, die Sternstraße sowie den Frie- densplatz denkbar, welche einen Linksabbiegevorgang auf die Oxfordstraße beinhaltet. Ein weiterer Konflikt, der für alle Linien auf der Variante 1 von Relevanz ist, besteht auf der Rabin- straße, deren Straßenraumaufteilung mit Radschutzstreifen nicht für einen regelmäßigen Linienver- kehr ausgelegt ist (Konfliktpunkt D). Der notwendige Seitenabstand zu Radfahrenden kann in die- sem Zusammenhang nicht eingehalten werden, wobei insbesondere die Begegnung zweier Busse ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt. Die Befahrung der Rabinstraße ist aus diesem Grund nur für einzelne Linien oder mit gleichzeitiger Anpassung der Radverkehrsführung möglich, um Kon- flikte zwischen dem Busverkehr und dem Radverkehr zu minimieren. Für die am Hauptbahnhof endenden Regionalbuslinien ergibt sich ein zusätzlicher Konflikt bei der Anfahrt der Warteposition am Kaiserplatz (Konfliktpunkt M). Dieser kann aus Fahrtrichtung Haupt- bahnhof nur über erhebliche Umwege erreicht werden, da umliegende Straßen aufgrund der vor- liegenden Verkehrsregelung oder geringer Straßenraumbreiten nicht für eine Blockumfahrung ge- nutzt werden können. Eine potenzielle Lösung stellt die Verlegung der Wartepositionen in den zu- künftigen Hauptbahnhof / ZOB dar, womit aufgrund verkürzter Umsteigewege auch die Fahrgastat- traktivität wesentlich verbessert werden kann. Dafür sind jedoch ausreichende Flächen am ZOB vorzusehen. Die Anfahrbarkeit des Bussteigs A3, der für die Linien 537 und 551 am Hauptbahnhof / ZOB derzeit als Einstiegshaltestelle dient, ist aufgrund der veränderten Anfahrtsrichtung nicht län- ger gegeben, sodass ein Ausweichen auf andere anfahrbare Bussteige notwendig wird. Dies ist beiSeite 40 von 114 Seite 37 von 107 Planersocietät den begrenzten Kapazitäten des Hauptbahnhofs / ZOB als besonders herausfordernd zu betrach- ten. Zum Erreichen der Haltepositionen im Bereich A des ZOB ist zudem ein entsprechendes Wen- demanöver notwendig, welches bei Belegung der Bussteige A3 und C3 ausgeschlossen ist. Dadurch entstehen auch potenzielle Konflikte durch zusätzliche Wartezeiten für die Linien 602 und 603. Die infrastrukturelle Eignung der Variante 1 ist in der folgenden tabellarischen Übersicht zusam- mengefasst. Aus infrastrukturbezogener Perspektive erscheint die Variante für viele Linien geeig- net, wobei für jede Linie entsprechende Konfliktpunkte auf dem Linienverlauf gelöst werden müs- sen. Aufgrund der bestehenden Verkehrsbelastung und der teils nicht vermeidbaren Konflikte zwi- schen ÖPNV und Radverkehr ist eine Begrenzung der Anzahl der über Variante 1 verkehrenden Li- nien zu empfehlen, insbesondere um das direkte Hintereinanderfahren von Bussen zu vermeiden. Gegebenenfalls sind Maßnahmen zu prüfen, um die Anzahl konfliktträchtiger Situationen zu mini- mieren. Tabelle 8: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 1 Linie Konfliktpunkte Ergebnis A B C D M SB60 X (✓) - (✓) (✓) Variante nicht geeignet 117 - (✓) - (✓) (✓) Variante mit Einschränkungen geeignet 537 - (✓) - (✓) (✓) Variante mit Einschränkungen geeignet 540 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 550 X (✓) - (✓) (✓) Variante nicht geeignet 551 - (✓) - (✓) (✓) Variante mit Einschränkungen geeignet 600 X (✓) - (✓) ✓ Variante nicht geeignet 601 X (✓) - (✓) ✓ Variante nicht geeignet 602 - - (✓) (✓) (✓) Variante mit Einschränkungen geeignet 603 - (✓) - (✓) (✓) Variante mit Einschränkungen geeignet 604 - - (✓) (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 605 - - (✓) (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 606 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 607 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 608 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 609 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignet 640 - (✓) - (✓) ✓ Variante mit Einschränkungen geeignetSeite 41 von 114 Seite 38 von 107 Planersocietät Betriebliche Eignung Bezüglich der Fahrzeit auf der Variante 1 zeigt sich, dass für die aus Norden kommenden Linien SB60, 600 und 601 eine Fahrzeitverlängerung unvermeidlich ist, die unter anderem mit den not- wendigen zusätzlichen Abbiegevorgängen und potenziellen Ausweichrouten über die Straße Wachsbleiche zusammenhängt. Für die Linien SB60 und 550 ist der Linienweg aufgrund der Fahr- zeitverlängerung bei Berücksichtigung der Verbindungsaufgaben des Produkts Schnellbus gänzlich ungeeignet. Bei den aus Richtung der Kennedybrücke kommenden Linien ist ohne die Umsetzung von Beschleunigungsmaßnahmen eine Verlängerung der Fahrzeit insbesondere in den Spitzenzei- ten mit hoher Verkehrsbelastung zu erwarten. Entscheidend ist dabei auch, dass durch Konflikte mit dem Radverkehr auf der Oxfordstraße, der Straße Am Alten Friedhof und in der Rabinstraße Fahrzeitverluste entstehen. Eine gleichbleibende Fahrzeit kann aufgrund des angepassten Linien- wegs lediglich für die Linien 602, 604 und 605 aus Richtung Bornheimer Straße erzielt werden. Tabelle 9: Betriebliche Eignung der Variante 1 Linie Abschnitt Fahrzeit Ergebnis SQ V1 Δ SB60 Innenministerium > ZOB 11‘ 14‘ +3‘ Variante nicht geeignet 117 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10‘ 11‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 537 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 13‘ 14‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 540 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10‘ 11‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 550 Innenministerium > ZOB 14‘ 17‘ +3‘ Variante nicht geeignet 551 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10‘ 11‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 600 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7‘ 10‘ +3‘ Mit Einschränkungen geeignet 601 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7‘ 10‘ +3‘ Mit Einschränkungen geeignet 602 Ellerstraße > ZOB 14‘ 14‘ 0‘ Variante geeignet 603 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11‘ 12‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 604 Maxstraße > ZOB 15‘ 15‘ 0‘ Variante geeignet 605 Maxstraße > ZOB 15‘ 15‘ 0‘ Variante geeignet 606 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11‘ 12‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 607 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11‘ 12‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 608 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11‘ 12‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 609 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11‘ 12‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignet 640 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10‘ 11‘ +1‘ Mit Einschränkungen geeignetSeite 42 von 114 Seite 39 von 107 Planersocietät 4.4 Variante 2 Charakteristik Die Variante 2 umfasst eine westliche Umfahrung der Haltestelle Bonn Markt. Diese erfolgt über die Oxfordstraße und Berliner Platz (beide B56) sowie Thomas-Mann-Straße und Am Hauptbahn- hof. Bis auf den Abschnitt über die Thomas-Mann-Straße ist die Variante 2 identisch mit der Vari- ante 1. Abbildung 19: Variante 2 – Streckenführung Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023) Infrastrukturelle Eignung Mit der Variante 2 ist der Abschnitt zwischen Bertha-von-Suttner-Platz und Stadthaus identisch zu Variante 1. Damit ergeben sich bei den erforderlichen Abbiegebeziehungen auf der Kreuzung Ber- tha-von-Suttner Platz ebenso wie in der Belastung der Oxfordstraße dieselben Konfliktpunkte, die bereits für die erste Variante dargelegt wurden (vgl. Kapitel 4.3, Konfliktpunkt A). Ein weiterer Konflikt ergibt sich bei dem Abbiegevorgang von der Kreuzung Berliner Platz/Oxford- straße (beides B56) in die Thomas-Mann-Straße, was für den Straßenverkehr nicht möglich ist, was alle aus Richtung Sandkaule und Kennedybrücke kommenden Linien betrifft (Konfliktpunkt E). Vor dem Hintergrund des geplanten Ausbaus der Stadtbahnanlagen im Bereich der Oxfordstraße ist nicht zu erwarten, dass das entsprechende Abbiegemanöver zukünftig zugelassen werden kann, ohne dass dieses mit starken Beeinträchtigungen des Stadtbahn- oder Busverkehrs durch entspre- chende Wartezeiten am notwendigen LSA-Knoten Berliner Platz einherginge. Für die Linien 602, 604 und 605 ist das Rechtsabbiegen von der Budapester Str. auf die Thomas- Mann-Straße aufgrund der aktuellen Verkehrsregelung nur eingeschränkt möglich, erfolgt aller- dings bereits im bestehenden Nachtbusverkehr (Konfliktpunkt F). Um einen gleichzeitigen Betrieb von Straßenbahn und Bus zu ermöglichen, sind die Raumbedarfe des Busses bei Abbiegebeziehun-Seite 43 von 114 Seite 40 von 107 Planersocietät gen zu berücksichtigen, was auch eine Beachtung der Schleppkurven erfordert. In diesem Zusam- menhang ist ein Zurücksetzen der Haltelinie für die Straßenbahn in Fahrtrichtung Norden erforder- lich, was auch eine Anpassung von Detektions- und Signalisierungsanlagen zur Folge hat. Weitere Konflikte ergeben sich in der Thomas-Mann-Straße (Konfliktpunkt G). Während diese von der Straßenbahn in beide Richtungen befahren wird, ist dies für den Straßenverkehr nur in Rich- tung Norden möglich. Die Führung von Straßenbahn und Bus in beiden Richtungen erscheint auf- grund der Straßenraumbreite und einer Befahrung mit Bussen als zu eng und risikoreich. Dies ergab auch eine durchgeführte Testfahrt durch die Stadtwerke Bonn (siehe Abbildung 20). Mit Betrach- tung der Straßenraumbreite sind sämtliche Abschnitte der Thomas-Mann-Straße als grundsätzlich kritisch für den Begegnungsfall Bus (Südrichtung)/Straßenbahn (Nordrichtung) und Bus/Bus zu be- trachten. Um den regelmäßigen Begegnungsfall zu ermöglichen, ist eine Neuanordnung der Stra- ßenbahngleise im Straßenraum notwendig, welche derzeit nicht vorgesehen ist. Aus diesem Grund scheidet die Variante 2 für die Ermittlung einer Vorzugsvariante vollständig aus. Abbildung 20: Geringe Fahrstreifenbreite in der Thomas-Mann-Straße Quelle: Stadtwerke Bonn (2024) Für die am Hauptbahnhof endenden Regionalbuslinien ergibt sich ein zusätzlicher Konflikt bei der Anfahrt der Warteposition am Kaiserplatz aus Richtung Hauptbahnhof (Konfliktpunkt M), siehe Ka- pitel 4.3. Eine potenzielle Lösung stellt die Verlegung der Wartepositionen an den Hauptbahnhof / ZOB dar (vgl. Kapitel 4.3). Die Variante 2 beinhaltet für alle aus Richtung Kennedybrücke bzw. aus Richtung Kölnstraße und Sandkaule kommenden Linien einen nicht lösbaren infrastrukturellen Konflikt in Form der fehlen- den Abbiegemöglichkeit in die Thomas-Mann-Straße. Für die verbleibenden Linien 602, 604 und 605 aus Richtung Bornheimer Straße kann zwar ein Abbiegen in die Thomas-Mann-Straße ermög- licht werden, jedoch ist aufgrund der Fahrstreifenbreite in Südrichtung keine Durchfahrt durch die Thomas-Mann-Straße möglich. Aufgrund dieses infrastrukturellen Konflikts entfällt die Variante 2 für sämtliche Linien als potenzielle Linienführung.Seite 44 von 114 Seite 41 von 107 Planersocietät Tabelle 10: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 2 Linie Konfliktpunkte Ergebnis A E F G M SB60 X X - X (✓) Variante nicht geeignet 117 - X - X (✓) Variante nicht geeignet 537 - X - X (✓) Variante nicht geeignet 540 - X - X ✓ Variante nicht geeignet 550 X X - X (✓) Variante nicht geeignet 551 - X - X (✓) Variante nicht geeignet 600 X X - X ✓ Variante nicht geeignet 601 X X - X ✓ Variante nicht geeignet 602 - - (✓) X (✓) Variante nicht geeignet 603 - X - X (✓) Variante nicht geeignet 604 - - (✓) X ✓ Variante nicht geeignet 605 - - (✓) X ✓ Variante nicht geeignet 606 - X - X ✓ Variante nicht geeignet 607 - X - X ✓ Variante nicht geeignet 608 - X - X ✓ Variante nicht geeignet 609 - X - X ✓ Variante nicht geeignet 640 - X - X ✓ Variante nicht geeignetSeite 45 von 114 Seite 42 von 107 Planersocietät Betriebliche Eignung Im Vergleich zur Variante 1 werden in der Variante 2 kürzere Reisezeiten erreicht, die sich teilweise auf die betriebliche Eignung einzelner Linien für diese Variante auswirken. So können lediglich die Linien 602, 604 und 605 ihre Fahrzeit gegenüber dem Status Quo einhalten. Tabelle 11: Betriebliche Eignung der Variante 2 Linie Abschnitt Fahrzeit Ergebnis SQ V2 Δ SB60 Innenministerium > ZOB 11´ 15´ +4´ Variante nicht geeignet 117 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 11´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 537 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 13´ 14´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 540 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 11´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 550 Innenministerium > ZOB 14´ 17´ +3´ Variante nicht geeignet 551 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 11´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 600 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ 9´ +2´ Mit Einschränkungen geeignet 601 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ 9´ +2´ Mit Einschränkungen geeignet 602 Ellerstraße > ZOB 16´ 10´ -6´ Variante geeignet 603 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 12´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 604 Maxstraße > ZOB 15´ 8´ -6´ Variante geeignet 605 Maxstraße > ZOB 15´ 8´ -6´ Variante geeignet 606 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 12´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 607 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 12´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 608 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 12´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 609 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 12´ +1´ Mit Einschränkungen geeignet 640 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 11´ +1´ Mit Einschränkungen geeignetSeite 46 von 114 Seite 43 von 107 Planersocietät 4.5 Varianten 3 und 3A Charakteristik Die Variante 3 umfasst eine östliche Umfahrung der Haltestelle Bonn Markt. Diese erfolgt über die Adenauerallee (B9), die Straße Am Hofgarten und den Kaiserplatz. Mit Ausnahme des Abschnitts Am Hofgarten – Hauptbahnhof ist diese Variante identisch mit der Variante 4. In einer Untervari- ante 3A ist die bereits im Bestandsnetz enthaltene Blockumfahrung über den Stiftsplatz enthalten, die die Notwendigkeit neuer Fahrtbeziehungen am Bertha-von-Suttner-Platz minimiert. Abbildung 21: Variante 3 und 3A – Streckenführung Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023) Infrastrukturelle Eignung Die direkte Linienführung auf die Adenauerallee erfordert einen Abbiegevorgang, aller aus Richtung Kennedybrücke kommenden Linien, am Bertha-von-Suttner-Platz, der aufgrund der derzeitigen Verkehrsregelung nicht möglich ist (Konfliktpunkt A). Bei einer Einrichtung dieses Linksabbiegers würde es zu Konflikten mit den oberirdisch über diese Kreuzung geführten Stadt- und Straßenbah- nen geben. Zudem würde eine zusätzliche LSA-Phase an der Kreuzung benötigt werden, was zu ei- nem langsameren Verkehrsfluss und unverhältnismäßig langen Wartezeiten führen würde. Aus die- sem Grund verkehren die Linien im Bestandsnetz über die Kölnstraße, den Stiftsplatz und die Straße Sandkaule. Dieser Linienweg ist für die Untervariante 3A auch zukünftig vorgesehen und stellt somit nur für die Variante 3 einen Konfliktpunkt dar.Seite 47 von 114 Seite 44 von 107 Planersocietät Auf der Adenauerallee stellt vor allem die bestehende hohe Verkehrsbelastung einen potenziellen Konfliktpunkt dar, was zu einer geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit und längeren Fahrzeit der Varianten über diese Straße führt (Konfliktpunkt H). Aufgrund der Straßenraumaufteilung und wei- terer baulicher Restriktionen ist dabei zu beachten, dass zwischen der Kreuzung Adenaueral- lee/Rathausgasse sowie der Kreuzung Adenauerallee/Am Hofgarten keine Möglichkeit zur durch- gängigen Einrichtung gesonderter Infrastrukturen für den Busverkehr besteht. Zudem sind potenzi- ell entstehende Konflikte mit dem über einen Schutzstreifen geführten Radverkehr, insbesondere im südlichen befahrenen Abschnitt der Adenauerallee, zu beachten.Bei der Durchfahrt des Univer- sitätsgebäudes ist die gemeinsame Führung von Kfz- und Radverkehr zu beachten, der sowohl kon- fliktträchtige Situationen als auch potenzielle Fahrzeitverluste zur Folge haben kann. Es ist jedoch als kritisch zu betrachten, dass die Durchfahrt lediglich einen Fahrstreifen je Richtung umfasst und eine hohe Verkehrsbelastung aufweist. Zur besseren Einschätzung der Wirkungen eines regelmäßi- gen Linienverkehrs über die Adenauerallee sind auch die Ergebnisse des Anfang 2024 durchgeführ- ten Verkehrsversuchs zu beachten. In diesem konnte eine Fahrzeitverlängerung von bis zu einer Mi- nute in der Morgenspitze festgestellt werden (siehe auch Kapitel 3.5). Die Straße Am Hofgarten ist grundsätzlich für ein Befahren mit Bussen geeignet und wird bereits heute als Umleitungs- und Ausweichstrecke sowie im Nachtverkehr (Linie N7) genutzt (siehe Abbil- dung 22) Insbesondere bei einer regelmäßigen Nutzung der Straße durch mehrere Linien erscheint aufgrund der geringen Fahrgassenbreite jedoch die Einrichtung zusätzlicher Begegnungsstellen im Straßenverlauf notwendig (Konfliktpunkt I). Gegebenenfalls ist auch eine Reduktion bzw. ein voll- ständiger Wegfall von Stellplätzen im Straßenraum notwendig. Ebenfalls denkbar ist eine Ausge- staltung des westlichen Abschnitts der Straße als Einbahnstraße in Fahrtrichtung Kaiserplatz, um die bestehenden Stellplätze zu erhalten. Abbildung 22: Umgeleiteter Linienverkehr in der Straße Am Hofgarten Quelle: Planersocietät (2024)Seite 48 von 114 Seite 45 von 107 Planersocietät Die Variante 3 ist hinsichtlich der Konfliktpunkte für alle betrachteten Linien infrastrukturell geeig- net, welche keinen Linksabbieger von der Kennedybrücke benötigen. Für alle Linien, die über die Kennedybrücke verkehren, ist diese Variante aufgrund des nicht realisierbaren Linksabbiegers in den Belderberg nicht befahrbar, weshalb auf den Fahrtweg der Untervariante 3A zurückgegriffen werden muss. Die für die Variante grundsätzlichen Konflikte hinsichtlich der Verkehrsbelastung auf der Adenauerallee und der geringen Straßenraumkapazität in der Straße Am Hofgarten werden als lösbar betrachtet, wobei der Aufwand zur Herstellung geeigneter Verhältnisse mit der Anzahl der über den Linienweg dieser Variante verkehrenden Linien steigt. Tabelle 12: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 3/3A Linie Konfliktpunkte Ergebnis A * H I SB60 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 117 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 537 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 540 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 550 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 551 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 600 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 601 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 602 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 603 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 604 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 605 - (✓) (✓) Variante 3 mit Einschränkungen geeignet 606 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 607 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 608 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 609 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet 640 X (✓) (✓) Variante 3A mit Einschränkungen geeignet * nur bei Variante 3 ein KonfliktpunktSeite 49 von 114 Seite 46 von 107 Planersocietät Betriebliche Eignung Für die Linien aus Richtung Sandkaule (SB60, 550, 600, 601) sowie die Linien aus Richtung Bornhei- mer Straße (602, 604, 605), für die die Variante 3 infrastrukturell zumindest eingeschränkt geeignet ist, entsteht gegenüber dem Status Quo eine Verlängerung der Reisezeit um etwa eine bis zwei Mi- nuten. Für die Linien 602, 604 und 605 ergibt sich eine Fahrtverlängerung durch die weitere Bedie- nung der hochfrequentierten Haltestelle Friedensplatz, die aufgrund ihrer Relevanz für eine Kür- zung des Linienweges und der Fahrzeit nicht in Frage kommt. Die Fahrzeitverlängerungen liegen vorwiegend im längeren Linienweg begründet, werden jedoch auch durch den befahrenen hoch be- lasteten Abschnitt über die Adenauerallee, sowie die fehlende Bevorrechtigung des Linienverkehrs im Bereich Am Hofgarten verstärkt. Für die Linien aus Richtung Kennedybrücke ist die Variante 3 nicht mit einer Fahrzeitverlängerung gegenüber dem Status Quo verbunden, ist jedoch aufgrund der infrastrukturellen Restriktionen hinsichtlich eines Linksabbiegens aus Richtung Kennedybrücke baulich nicht umsetzbar. Tabelle 13: Betriebliche Eignung der Variante 3 nach Linien Linie Abschnitt Fahrzeit Ergebnis SQ V3 Δ SB60 Innenministerium > ZOB 11´ 14´ +3´ Variante nicht geeignet 117 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 9´ 0´ Variante geeignet 537 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 13´ 13´ 0´ Variante geeignet 540 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 9´ 0´ Variante geeignet 550 Innenministerium > ZOB 14´ 17´ +3´ Variante nicht geeignet 551 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 9´ 0´ Variante geeignet 600 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ 10´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 601 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ 10´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 602 Ellerstraße > ZOB 16´ 19´ +3´ Variante nicht geeignet 603 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 11´ 0´ Variante geeignet 604 Maxstraße > ZOB 15´ 18´ +3´ Variante nicht geeignet 605 Maxstraße > ZOB 15´ 18´ +3´ Variante nicht geeignet 606 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 11´ 0´ Variante geeignet 607 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 11´ 0´ Variante geeignet 608 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 11´ 0´ Variante geeignet 609 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 11´ 0´ Variante geeignet 640 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 10´ 0´ Variante geeignetSeite 50 von 114 Seite 47 von 107 Planersocietät Die Variante 3A ist für die Linien aus Richtung Kennedybrücke mit einer Fahrzeitverlängerung von etwa vier Minuten verbunden, die sich vorrangig aus dem verlängerten Linienweg ergibt. Für die aus Richtung Sandkaule und Bornheimer Straße verkehrenden Linien ist die Linienführung über den Stiftsplatz nicht relevant, da für diese ein direktes Abbiegen auf die Adenauerallee möglich ist. Tabelle 14: Betriebliche Eignung der Variante 3A nach Linien Linie Abschnitt Fahrzeit Ergebnis SQ V3A Δ SB60 Innenministerium > ZOB 11´ - - Variante nicht relevant 117 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 13´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 537 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 13´ 16´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 540 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 13´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 550 Innenministerium > ZOB 14´ - - Variante nicht relevant 551 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 13´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 600 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ - - Variante nicht relevant 601 Beethovenhalle/SWB > ZOB 7´ - - Variante nicht relevant 602 Ellerstraße > ZOB 16´ - - Variante nicht relevant 603 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 14´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 604 Maxstraße > ZOB 15´ - - Variante nicht relevant 605 Maxstraße > ZOB 15´ - - Variante nicht relevant 606 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 14´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 607 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 14´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 608 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 14´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 609 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 11´ 14´ +3´ Mit Einschränkungen geeignet 640 Konrad-Adenauer-Platz > ZOB 10´ 13´ +3´ Mit Einschränkungen geeignetSeite 51 von 114 Seite 48 von 107 Planersocietät 4.6 Varianten 4 und 4A Charakteristik Die Variante 4 beschreibt eine östliche Umfahrung der Haltestelle Markt über die Adenauerallee sowie die Straße Am Hofgarten. Anders als in Variante 3 wird letztere jedoch nicht vollständig durchfahren. Stattdessen verläuft der weitere Linienweg über die Franz-Tillmann-Straße sowie die Kaiserstraße zum Hauptbahnhof. In einer Untervariante 4A ist analog zur Variante 3A eine Fahrt über die Haltestelle Stiftsplatz vorgesehen, um das direkte Linksabbiegen von der Kennedybrücke in die Straße Belderberg zu vermeiden. Abbildung 23: Variante 4 und 4A – Streckenführung Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn (2023) Infrastrukturelle Eignung Analog zur Variante 3 besteht am Bertha-von-Suttner-Platz aus Richtung Kennedybrücke kommend keine Abbiegebeziehung in die Straße Belderberg. Als Alternative steht ebenfalls die bereits im Be- standsnetz genutzte Blockumfahrung über die Kölnstraße, den Stiftsplatz und die Straße Sandkaule zur Verfügung, die als Untervariante 4A aufgenommen ist (vgl. Kapitel 4.5, Konfliktpunkt A). Für die verbleibenden regionalen Linien besteht weiterhin der für Variante 3 dargelegte nicht lösbare Kon- flikt bzgl. des Linksabbiegens in den Belderberg. Analog zur Variante 3/3A stellt vor allem die bestehende Verkehrsbelastung auf der Adenauerallee einen potenziellen Konfliktpunkt dar, was zu einer geringeren Durchschnittsgeschwindigkeit und längeren Fahrzeit der Varianten über diese Straße führt (Konfliktpunkt H), siehe Kapitel 4.5. Zur besseren Einschätzung der Wirkungen eines regelmäßigen Linienverkehrs über die Adenauerallee sind die Ergebnisse des Anfang 2024 durchgeführten Verkehrsversuchs zu beachten.Seite 52 von 114 Seite 49 von 107 Planersocietät Einen weiteren Konfliktpunkt bildet der befahrene Straßenabschnitt der Fritz-Tillmann-Straße, des- sen geringe Straßenraumbreite für einen regelmäßigen Busverkehr problematisch erscheint (Kon- fliktpunkt J). Gegebenenfalls sind daher Maßnahmen zur Aufweitung des Straßenraums oder eine veränderte Verkehrsregelung notwendig. Beispielweise in Form einer Einbahnstraßenregelung, und eines Wegfalls der Außengastronomie notwendig, um die Befahrbarkeit für Busse zu verbessern. In jedem Fall wird eine Fahrt durch die Fritz-Tillmann-Straße ausschließlich für Solobusse als möglich erachtet. Abbildung 24: Straßenraum Fritz-Tillmann-Straße Quelle: Planersocietät (2024) Wenn von der Fritz-Tillmann-Straße rechts in die Kaiserstraße abgebogen wird, besteht ein weite- rer Konflikt (Konfliktpunkt K). In den aktuellen baulichen Gegebenheiten kann kein sicheres Abbie- gen gewährleistet werden, da abbiegende Busse zwangsläufig in den Gegenverkehr auf der Kaiser- straße hineinragen. Zudem sind die eingeschränkten Sichtbeziehungen an der Kreuzung zu beach- ten. Es ist daher die Einrichtung einer LSA notwendig, um einen sicheren Abbiegevorgang unter Be- rücksichtigung der Schleppkurven gewährleisten zu können. Hinzu kommt, dass ein Anfahren der Wartepositionen am Kaiserplatz bei der Linienführung der Va- riante 4 und 4A nur mit einer Blockumfahrung möglich wäre, welche sich aufgrund der schlechten Befahrbarkeit für Busse in den umliegenden Straßen nicht umsetzten lässt (Konfliktpunkt M). Dem- entsprechend besteht die Notwendigkeit, zusätzliche Haltepositionen am bereits stark ausgelaste- ten ZOB freizugeben. Alternativ ist die Einrichtung einer zusätzlichen Warteposition in der Kaiser- straße denkbar, die jedoch nur von einer begrenzten Anzahl an Linien in Anspruch genommen wer- den kann. Die bestehende Warteposition wird bereits für einsetzende Busse vorgehalten und kann daher nicht für am Hauptbahnhof endende Linien genutzt werden.Seite 53 von 114 Seite 50 von 107 Planersocietät In Bezug auf infrastrukturelle Aspekte ist die Variante 4 für über die Kennedybrücke kommende Li- nien nicht realisierbar. Für alle anderen Linien erscheinen die Konfliktpunkte bei einer ausschließli- chen Nutzung von Solobussen oder Maßnahmen zur Lösung der Konfliktpunkte als realisierbar. Den zentralen Konflikt stellt dabei die geringe Breite der Fritz-Tillmann-Straße dar. Die Variante 4A ist für die Linien 602, 604 und 605 nicht relevant und aufgrund der geringen Straßenbreite in der Fritz- Tillmann-Straße zum aktuellen Zeitpunkt ebenfalls nur für Solobusse realisierbar. Aufgrund dieser Konflikte sind als vollständig konfliktfrei daher alle Linien mit regulärem Solobuseinsatz, wie die Li- nien SB60, 537, 540, 550, 605, 606, 607 und 640, zu erachten. Zu beachten ist, dass auf diesen Li- nien ein Einsatz von Gelenkbussen zur Umsetzung der Variante 4 ausgeschlossen ist. Dies betrifft sowohl eine potenzielle zukünftige Umstellung auf Gelenkbusbetrieb auf den Linien 605, 606, 607, 540 und 640 sowie eine Kapazitätserhöhung auf der Linie 537 in der HVZ, wie sie derzeit erfolgt. In diesem Fall sind alle Fahrten mit Gelenkbuseinsatz zwangsläufig abweichend über Am Hofgarten und Kaiserplatz gemäß Variante 3 zu führen. Tabelle 15: Infrastrukturbezogene Eignung der Variante 4/4A Linie Konfliktpunkte Ergebnis A * H J K M SB60 - (✓) (✓) (✓) (✓) Mit Einschränkungen geeignet 117 X (✓) X (✓) (✓) Variante nicht geeignet 537 X (✓) (✓) (✓) (✓) Variante 4A mit Einschränkungen geeignet 540 X (✓) (✓) (✓) (✓) Variante 4A mit Einschränkungen geeignet 550 - (✓) (✓) (✓) (✓) Mit Einschränkungen geeignet 551 X (✓) (✓) (✓) (✓) Variante 4A mit Einschränkungen geeignet 600 - (✓) X (✓) (✓) Variante nicht geeignet
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