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252867 · Beschlussvorlage

Bebauungsplan Nr. 6222-3 "Zukunftsort Dransdorfer Berg" - Beschluss über das Ergebnis der städtebaulichen, freiraumplanerischen Qualifizierung sowie zur Durchführung der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1) Baugesetzbuch

Nummer
252867
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
08.09.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Auf dem Dransdorfer Berg Straße· Dransdorf, Bonn Hauptort
  • Stadthaus Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • F Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Dransdorf Ortsteil· Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 10.07.2025 Anhörung
  2. Sitzung des Rates 08.09.2025 Entscheidung federführend
  3. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Empfehlung
  4. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 08.07.2025 Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 252867-01 ST Bebauungsplan Nr. 6222-3 "Zukunftsort Dransdorfer Berg" - Ergänzende Stellungnahme zum Ergebnis der städtebaulichen, freiraumplanerischen Qualifizierung

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Beschlussvorlage
öffentlich
252867
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Bebauungsplan Nr. 6222-3 "Zukunftsort
Dransdorfer Berg" -
Beschluss über das Ergebnis der städtebaulichen,
freiraumplanerischen Qualifizierung sowie zur
Durchführung der frühzeitigen
Öffentlichkeitsbeteiligung gem. § 3 (1)
Baugesetzbuch
Beratungsfolge
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 08.07.2025 Entscheidung
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
10.07.2025 Anhörung
Bezirksvertretung Bonn 02.09.2025 Empfehlung
Rat 08.09.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Das Ergebnis des Wettbewerbs wird zur Kenntnis genommen und der
Bewertung der Jury zugestimmt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, auf Grundlage des am 24.06.2025
durch die Empfehlungskommission vorgeschlagenen Entwurfes das
weitere Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 6222-3 zu
bearbeiten.
3. Auf Grundlage des empfohlenen städtebaulichen Konzepts wird die
frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 3 (1) BauGB zeitnah
durchgeführt.
4. Die öffentliche Darlegung der allgemeinen Ziele und Zwecke der
Planung erfolgt im Zeitraum von zwei Wochen im Stadthaus. Ort und
Zeit sind öffentlich bekannt zu geben. Eine
Bürgerinformationsveranstaltung wird durchgeführt.
Begründung
Am 27.10.2022 hat der Rat der Stadt Bonn den Grundsatzbeschluss (DS
221126) zum weiteren Vorgehen hinsichtlich der Veräußerung im Erbbaurecht
sowie zur städtebaulichen Entwicklung der Flächen der ehemaligen
Stadtgärtnerei in Bonn-Dransdorf („Auf dem Dransdorfer Berg“) gefasst. DieSeite 1 von 13
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Verwaltung wurde beauftragt, gemeinsam mit der Montag Stiftung Urbane
Räume gAG und dem Verein Neue Stadtgärtnerei e.V. einen städtebaulichen
Entwurf zu erarbeiten. Dieser bildet die Grundlage für das nachfolgende
Bebauungsplanverfahren, das mit hoher Priorität durchgeführt wird.
Bereits am 10.10.2024 wurden interessierte Bürger*innen im Rahmen einer
Informationsveranstaltung in der Kettelerschule in Dransdorf über die Ziele und
Rahmenbedingungen des Verfahrens informiert.
Am 12.12.2024 beschloss der Rat der Stadt Bonn (DS 241692) die
Rahmenbedingungen sowie die Eckpunkte für ein zweiphasiges
städtebauliches und freiraumplanerisches Qualifizierungsverfahren. Zudem
wurden politische Vertreter*innen für die Besetzung des Preisgerichts benannt.
Durchführung des Qualifizierungsverfahrens
Das zweiphasige Qualifizierungsverfahren fand zwischen dem 14.02.2025 und
dem 24.06.2025 statt. Die erste Phase wurde als Planungswettbewerb nach
den Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) mit elf interdisziplinären
Planungsteams aus Stadtplanungs- und Landschaftsarchitekturbüros
durchgeführt. Während dieser Phase blieb die Anonymität der teilnehmenden
Teams gewahrt.
Im Rahmen des Preisgerichts am 07.05.2025 wurden drei gleichwertige
Entwürfe für die zweite Phase – ein kooperatives Werkstattverfahren im Format
der Mehrfachbeauftragung – ausgewählt. In dieser Phase wird die Anonymität
der Teams aufgehoben, um den direkten Dialog zwischen Planungsbüros,
Vorhabenträgerschaft, Empfehlungskommission (Jury), Stadtteilpat*innen,
weiteren Expert*innen sowie der interessierten Öffentlichkeit zu ermöglichen.
Siegerentwürfe des Planungswettbewerbs gem. RPW (Phase 1)
Die ausgewählten Planungsgemeinschaften sind:
• Citiplan GmbH, Pfullingen, mit Sigmund Landschaftsarchitekten,
Grafenberg
• Lorenzen Mayer Architekten GmbH, Berlin, mit Bbz
Landschaftsarchitekten, Berlin
• Cityförster Hannover, Hannover, mit Treibhaus
Landschaftsarchitektur, Hamburg
Die Entwürfe sowie die Beurteilung des Preisgerichts sind als Auszug aus dem
Protokoll in der Anlage enthalten.
Veröffentlichung und Öffentlichkeitsbeteiligung
Die Entwürfe wurden vom 12. bis 18.05.2025 auf der städtischen
Beteiligungsplattform bonn-macht-mit.de zur öffentlichen Kommentierung und
Bewertung bereitgestellt.
Am 13.05.2025 wurden die Siegerentwürfe außerdem im Rahmen einerSeite 2 von 13
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öffentlichen Informationsveranstaltung in der Kettelerschule in Dransdorf
vorgestellt. Auch hier konnten Bürger*innen Hinweise und Anregungen
einbringen.
Werkstattverfahren und Auswahl des finalen Entwurfs (Phase 2)
Im Anschluss an das Wettbewerbsverfahren sowie die Beteiligung der
Öffentlichkeit wurde am 20.05.2025 ein Werkstattverfahren mit den drei
Planungsteams durchgeführt. Die Besetzung des Gremiums entsprach der des
Preisgerichts und wurde zusätzlich durch Stadtteilpat*innen sowie weitere
Vertreter*innen der Stadtgesellschaft ergänzt.
Ziel dieses Werkstattverfahrens war die gemeinsame Diskussion der
eingebrachten Hinweise sowie die Überarbeitung der Entwürfe. Nach einer
weiteren Arbeitsphase erfolgt am 24.06.2025 die abschließende Sitzung des
Preisgerichts zur Auswahl des finalen Siegerentwurfs.
Weiteres Vorgehen
Die Verwaltung empfiehlt, das Bebauungsplanverfahren auf Basis des im
Qualifizierungsverfahren ausgewählten städtebaulich-freiraumplanerischen
Konzepts weiterzuführen. Zusätzlich zum Aushang der Planunterlagen im
Stadthaus wird eine Informationsveranstaltung in Form einer
Abendveranstaltung durchgeführt.
Da bei Erstellung dieser Vorlage der finale Siegerentwurf noch nicht feststand,
wird das Ergebnis in einer ergänzenden Stellungnahme nachgereicht.
Parallel mit dieser Vorlage erfolgt die Beratung zur „Vergabe von
Erbbaurechten zur Umsetzung gemeinwohlorientierter Stadtteilprojekte“ (siehe
DS-Nr. 252978)
Begründung der Beschlusszuständigkeit
Dem Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen obliegt gemäß Abschnitt IV,
Zif. 3.4 der Zuständigkeitsordnung für die Ratsausschüsse die
Entscheidung über die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit gem. § 3 Abs. 1
BauGB am Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans 6222-3, weil das
Vorhaben eine über den Stadtbezirk hinausgehende Bedeutung hat:
Durch den Bebauungsplan Nr. 6222-3 "Zukunftsort Dransdorfer Berg" sollen
auf der Gesamtfläche von circa 28.400 m² gemeinwohlorientierte Nutzungen
durch das Initialkapital-Prinzip der Montag Stiftung Urbane Räume gAG sowie
gemeinschaftliches Wohnen durch die Initiative Ausschuss für Wohnen, Planen
und Bauen entstehen. Neben 30 WE der Initiative Neue Stadtgärtnerei sind
eine Pflege-WG sowie mindestens 10 Appartments für Studierende und
Auszubildende geplant. Außerdem beinhaltet der Nutzugnsmix u.a. mehr als
2.000 m² BGF für gewerbliche Nutzungen. Damit sind die Voraussetzungen
gem. § 7 Abs. 3 der Bezirkssatzung gegeben, dem Gesamtprojekt eine über
den Stadtbezirk hinausgehende Bedeutung zu attestieren.Seite 3 von 13
Seite 4
Anlage/n
1 Anl. 1 - Entwürfe und Protokollauszug (öffentlich)Seite 4 von 13
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Biologische Station
Das bestehende Gebäude wird weitgehend umgenutzt und bleibt der
zentrale Ort für die zukünftigen Nutzungen. Ergänzend entsteht ein
Neubau mit Garage, Maschinenhalle und Trockenboden. Die beste-
henden Pflanzbeete werden mit geringem Aufwand aufgewertet und
stehen in einem funktionalen Zusammenhang mit den Gebäuden.
Montag Stiftung und Neue Stadtgärtnerei
Die geometrische Gewächshausstruktur der alten Stadtgärtnerei bleibt
erhalten. Das identitätsstiftende quer angeordnete Gewächshaus wird
bis auf den Mittelteil bewahrt und nimmt künftig Gemeinschaftsnutzun-
gen auf. Der Rückbau des mittleren Teils ermöglicht einen zusammen-
hängenden Freiraum für das gesamte Wettbewerbsareal. Hier entste-
hen ökologisch wertvolle Flächen, die eine gemeinschaftliche Nutzung
zwischen Montag Stiftung und Neue Stadtgärtnerei fördern. Zudem
wird ein nachhaltiges Entwässerungskonzept umgesetzt. Die Gebäude
sind so angeordnet, dass zentrale Freiräume entstehen, die kommunika-
tive Übergänge zwischen privat und öffentlich, innen und außen sowie
zwischen Bestand und Neubau schaffen.
Vegetation und Biodiversität
Der Erhalt und die Förderung ökologischer Vielfalt stehen im Zentrum.
Klimaangepasste Baumarten verbessern das Mikroklima und bieten
Schatten. Blühflächen und Gehölze schaffen Lebensräume für Insek-
ten und Vögel. Die Saatzuchtfläche der Biologischen Station wird auf
5.000 m² erweitert und integriert Agroforst-Elemente. Bestehende Ge-
hölzstrukturen im Westen und Süden bleiben erhalten und werden in die
Gestaltung eingebunden.
Regenwassermanagement und Klimaresilienz
Das Konzept setzt auf nachhaltige Wasserbewirtschaftung. Eine erwei-
terte Mulde im Süden nimmt Niederschläge auf und trägt zur Kühlung
bei. Weitere Mulden in Gebäudenähe ermöglichen dezentrale Ver-
sickerung nach dem Schwammstadt-Prinzip. Unterirdische Zisternen
sichern die Wasserversorgung in Trockenzeiten. Dachgärten und be-
grünte Terrassen bieten Rückhalteflächen und Aufenthaltsräume. Die
Kaltluftentstehung im südlichen Freiraum bleibt erhalten und sorgt für
eine wirksame Frischluftzufuhr ins Quartier, wodurch insbesondere in
Hitzeperioden das Mikroklima verbessert wird.
Bauweise
Die Materialwahl und die Bauweise folgen dem Ziel einer ressour-
censchonenden, langlebigen und vielseitigen Architektur. Neben
der nachhaltigen Bauweise mit nachwachsenden Baustoffen wie
Holz und Strohballen werden die Grundrisse flexibel gestaltet, um
spätere Nutzungsanpassungen problemlos zu ermöglichen.
Bestand und bestehende Gewächshäuser
Das mittlere Gewächshaus bleibt erhalten und wird in das Konzept
integriert. Die bestehenden verzinkten Stahlkonstruktionen befinden
sich in gutem Zustand und werden vor Ort vielseitig wiederverwen-
det. Auf den Dächern der Neubauten entstehen Gewächshäuser.
Auch Spielgeräte und Skulpturen werden aus den vorgefundenen
Metallteilen gebaut und tragen zur Identität des Ortes bei. Der Keller
unter den Gewächshäusern wird instandgesetzt und bleibt als funk-
tionaler Raum erhalten.
Flexibilität
Die Baufelder können frei beplant werden. Die dargestellte Bebauung
ist ein Beispiel, sodass auf geänderte Anforderungen der Bauherren re-
agiert werden kann. Die Bildung und Realisierung der Bauabschnitte
ist flexibel und an die Bedürfnisse der zukünftigen Bewohner:innen an-
passbar.
Erschließung, Mobilität, Feuerwehr
Das Quartier wird autoarm gestaltet. Eine verkehrsberuhigte, ringför-
mige Einbahn-Erschließungsstraße mit mindestens 4,25 Metern Breite
sichert die Erreichbarkeit für Rettungsdienste und Müllfahrzeuge. Auf-
stellflächen für die Feuerwehr werden nachgewiesen; bei maximal drei
Geschossen kommen Handleitern zum Einsatz. Eine Haltestelle für ein
Anruf-Sammel-Taxi an der Straße „Am Dransdorfer Berg“ verbessert
die ÖPNV-Anbindung. Die Pkw-Umfahrung wird auf das Nötigste re-
duziert, der vorhandene Unterbau möglichst wiederverwendet. Ver-
kehrsflächen bestehen aus Asphalt, Fußwege aus wassergebundenen
Decken. 72 Pkw-Stellplätze am Rand entstehen auf Schotterrasen. Über
200 Fahrradstellplätze, teils überdacht und für Lastenräder geeignet,
werden dezentral und nahe der Gebäude platziert.
Verkehr | Erschließung
Vernetzung
Identität ehemalige Stadtgärtnerei
Gemeinschaft
Hausgemeinschaft
Gemeinschaftshaus
Erhalt Freiraum & Gebäude
Re-Use-Baumaterial
Rezeptoren
Gemeinschaft
Vernetzte Freiräume
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Biologische Station
Montag Stiftung
Urbane Räume
Neue Stadtgärtnerei„Wir kamen später dazu und konnten uns
nicht intensiv in die Planung der Neuen
Stadtgärtnerei einbringen, aber alles passt:
Wir haben Freunde fürs Leben gefunden,
die Gemeinschaftseinrichtungen und die
Wohnung sind toll. Robin arbeitet in der
Tagespflege, sodass die Kinderbetreuung
einfach ist, und durch unseren eigenen
Anbau versorgen wir uns fast ausschließlich
selbst.“
Samira und Robin mit ihren
Kindern Clea, Emil und Yara
von der neuen Stadtgärtnerei
„Wir von der biologischen Station freuen
uns über die Wiederbelebung der Pflanz-
beete und den neuen Trockenboden – die
Arbeit macht wieder Spaß! Toll, dass die
neuen Bewohner:innen der Stadtgärtnerei
sich für unsere Pflanzen interessieren und
Testflächen bewirtschaften.“
Hannes von der Biologischen Station„Endlich habe ich das Gefühl, dass es
nach der Schule weitergeht! Ich freue
mich darauf, im Sommer meine Ausbildung
zur Gärtnerin zu beginnen. Dank der
Biologischen Station konnte ich schon
erste Erfahrungen sammeln – und es hat
richtig Spaß gemacht!“
Elif, Schülerin im Reallabor„Anfangs waren wir skeptisch gegen-
über der Tagespflege, doch seit Greta
im Rollstuhl sitzt, schätzen wir das
Programm und die Kontakte sehr. Des-
halb haben wir uns für eine Wohnung in
der neuen Pflege-WG beworben und
hoffen auf eine Zusage in der schönen
Umgebung der alten Stadtgärtnerei.“
Karl und Greta aus der Pflege-WGSeite 9 von 13
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Datenstand: 02.11.2026, 18:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de