252847-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
FDP-Antrag: Erstellung einer Treibhausgasbilanz für die Erweiterung der Bonner Fernwärmeversorgung
Kerndaten
- Nummer
- 252847-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 22.05.2025
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 252847-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB FDP-Antrag: Erstellung einer Treibhausgasbilanz für die Erweiterung der Bonner Fernwärmeversorgung Beratungsfolge Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Eine entsprechende belastbare THG-Bilanz liegt der Stadtverwaltung und auch der Bonn-Netz GmbH bisher nicht vor. Künftig könnte im Rahmen der europäischen Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD und ESRS) eine Erfassung solcher Emissionen im Scope 3 des Greenhouse Gas Protocols erforderlich werden. Ob dies allerdings konkret für den Straßenbau zutrifft, hängt von einer umfangreichen Wesentlichkeitsanalyse ab und könnte ggf. frühestens ab dem Berichtsjahr 2027 ermittelt werden. Wichtig: Ob und in welcher Form dann entsprechende Daten veröffentlicht werden, ist derzeit noch offen. Eine andere gesetzliche Verpflichtung zur THG- Bilanzierung besteht nicht. Die Verwaltung weist darauf hin, dass die vorgeschlagene Studie bei entsprechender Mittelfreigabe zwar möglich ist, aber die Umsetzung des Wärmeplans und Tiefbaumaßnahmen (bspw. auch den im Rahmen derselben Baustellen vorzunehmenden Stromnetzausbau für Wärmepumpen und E- Mobilität) erheblich verzögern würde. Einschätzung zum Einfluss möglicher Studienergebnisse auf die Umsetzung des Wärmeplans Um das kommunale sowie bundesweit gesetzlich verankerte Ziel der Klimaneutralität erreichen zu können, muss der Status Quo einer vorwiegend aus fossilen Gas- und Ölheizungen bestehenden Wärmeversorgung überwunden werden. Da Biomethan als Alternative in dieser Menge nicht erzeugt werden kann (erläutert in Seite 4 in Anhang 3 der DS 252604) und Wasserstoff zu teuer und ineffizient in der Herstellung ist, um es für Raumwärme zu nutzen, ist eine Belieferung über das bestehende Gasnetz zukünftig keine Option. Es bleiben insofern vorwiegend Wärmepumpen und Wärmenetze als Zukunftsalternativen übrig.Seite 1 von 2 Seite 2 Es ist richtig, dass für den beim Ausbau der Fern- oder Aufbau der Nahwärmenetze erforderlichen Tiefbau Treibhausgase ausgestoßen werden, solange die dazu notwendigen Gewerbe selbst noch nicht dekarbonisiert sind. Auf Hinweis der Handwerkskammer zu Köln (HWK) wurde die “Prüfung der Ausschreibung von Recycling-Baustoffen im Straßenbau (vor dem Hintergrund der umfangreichen Straßen-Baustellen durch den Wärmenetz- und Stromnetzausbau)” als weitere mögliche Maßnahme in die Umsetzungsstrategie des kommunalen Wärmeplans aufgenommen (vgl. Seite 35, Anhang 5 und Seite 35, Anhang 6 der DS 252604). Unter anderem auf diese Weise ließen sich Emissionen im Rahmen des Tiefbaus reduzieren. Wenn Wärmenetze nicht ausgebaut würden, müssten unter oben genannter Grundvoraussetzung des Klimaneutralitätsziels fast ausschließlich Erdwärme- /Wasser- und Luft-Wärmepumpen zum Einsatz kommen. Zwei Gründe sprechen jedoch aus Sicht der Verwaltung gegen eine ausschließliche Fokussierung auf Wärmepumpen: 1. Auch die Produktion von Erdwärme-/Wasser- und Luft-Wärmepumpen ist energieaufwändig und mit THG-Ausstoß verbunden, solange die Produktionsbetriebe selbst noch nicht THG-neutral produzieren. Bei der vorgeschlagenen Studie müssten also die THG-Emissionen beider zukünftigen Wärmeversorgungsvarianten verglichen werden. 2. Es sind einige Teilgebiete Bonns „wahrscheinlich nicht geeignet“ oder „sehr wahrscheinlich nicht geeignet“ für Wärmepumpen (Folie 52 Anhang 3 der DS 252604, alle roten Teilgebiete). Im Sinne der Daseinsfürsorge und Versorgungssicherheit muss die Stadt hier den Gebäude-Eigentümer*innen Wärmeversorgungsoptionen anbieten. Jenseits der Frage, ob der Bau von Wärmenetzen oder Wärmepumpen die bessere THG-Bilanz aufweist, ist daher hier eine Wärmenetz-Lösung anzustreben. Anlage/n KeineSeite 2 von 2
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 22:51 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de