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252813-02 · Beschlussvorlage

N-Vorlage: Aufnahme in die Straßenbenennungsliste des Namens "Theodor Pape"

Nummer
252813-02
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
26.11.2025
Letzte Änderung
30.10.2026
  • Ernst-Moritz-Arndt-Straße Straße· Ramersdorf, Beuel Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  1. Sitzung des Hauptausschusses 28.04.2026 Entscheidung federführend
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Übergeordnet

  1. 252813 Bürgerantrag: Aufnahme in die Straßenbenennungsliste des Namens "Theodor Pape"

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Beschlussvorlage
öffentlich
252813-02
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
derführung:
63 Bauordnungsamt
Dezernat:
Dez. III
N-Vorlage: Aufnahme in die
Straßenbenennungsliste des Namens "Theodor
Pape"
Beratungsfolge
Hauptausschuss 31.12.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Der Name Theodor Pape wird in die Benennungsliste aufgenommen.
Begründung
Der Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger hat in seiner Sit-
zung am 24.06.2025 die o. g. Empfehlung einstimmig an den Hauptausschuss
ausgesprochen. Diese Empfehlung geht zurück auf einen gleichlautenden Bür-
gerantrag (DS 252813), der ursprünglich in die Sitzung des Ausschusses für
Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am 15.05.2025 eingebracht wurde.
Seinerzeit wurde in der dazu von der Verwaltung abgegebenen Stellungnahme
(DS 252813-01)um Vertagung gebeten, da die Recherche und Prüfung zu
Theodor Pape noch nicht abgeschlossen war. In Folge des Projekts „Aktive
Erinnerungskultur“ (2022-2024) findet die Überprüfung aller Straßen- und
Platznamen in Bonn auf belastete Bezüge zu Unterstützung des NS-Regimes,
der Verbreitung von Antisemitismus, der Förderung von Nationalismus, der
Unterstützung von Kolonialismus, der Verbreitung von Rassismus, Militarismus,
Frauenfeindlichkeit und Ableismus statt Die dafür erarbeiteten Kriterien finden
auch Anwendung bei der Überprüfung von vorgeschlagenen Namen für die
Benennungsliste.
Inzwischen konnte die entsprechende Prüfung abgeschlossen werden. Danach
sind seitens der Verwaltung keine Gründe ersichtlich, die gegen eine Aufnahme
des Namens von Theodor Pape in die Benennungsliste sprechen. Das ausführ-
liche Gutachten ist als Anlage beigefügt. An dieser Stelle wird ein kurzer Über-
blick zu Theodor Pape gegeben.
Theodor Pape (geb. 13. März 1899 in Paderborn, gest. 11. Juli 1953 in Beuel)
war gewerblicher Oberlehrer und Dozent für Kunsterziehung an der Pädagogi-
schen Akademie in Bonn. Darüber hinaus engagierte er sich in der Kommunal-
politik und war Beueler CDU-Stadtverordneter sowie von 1949 bis 1950 Bür-
germeister von Beuel. Theodor Pape war Mitbegründer der KulturgemeindeSeite 1 von 14
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Beuel, deren Vorstand er seit 1946 angehörte. Er entwarf das heutige Beueler
Wappen, gründete die Beueler Jugendmusikschule und leitete nach Kriegsende
das Wohnungsamt. Im Mai 1949 wurde er in den Vorstand der Gemeinnützigen
Bau- und Wohnungs-GmbH gewählt.
Über die Aufnahme von Vorschlägen in die vom Rat der Stadt Bonn am
30.10.1985 beschlossene Benennungsliste entscheidet der Hauptausschuss.
Aktuell umfasst die Liste 103 Vorschläge. Da diesen nur eine begrenzte Anzahl
neu zu benennender Straßen und Plätze gegenübersteht, ist im Fall der Auf-
nahme eine konkrete Straßenbenennung kurzfristig nicht absehbar.
Anlage/n
1 2025-10-29 Prüfgutachten_Theodor Pape (öffentlich)Seite 2 von 14
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Prüfgutachten zur Person Theodor Pape anlässlich eines Bürgeran-
trages zur Aufnahme des Namens in die Straßenbenennungsliste der
Stadt Bonn (DS 252813)
Name, Titel, Lebensdaten, Beruf oder Amt:
Theodor Pape, * 13.03.1899 in Paderborn, ✝ 11.07.1953 in Beuel, Gewerblicher Ober-
lehrer, Gemeinderatsmitglied, Beueler Bürgermeister und Dozent für Kunsterziehung
Kurzbiografie:
Theodor Pape wurde am 13. März 1899 in Paderborn geboren.1 Nach seiner schuli-
schen Ausbildung an der Volksschule (1905 – 1909) und dem Gymnasium in Pader-
born (1909 – 1916) absolvierte er das Staatliche Lehrerseminar in Paderborn, wo er
1920 die erste Lehrerprüfung ablegte. Anschließend qualifizierte er sich am Staatlichen
Institut für Gewerbelehrer Berlin-Charlottenburg, studierte an der städtischen Kunst-
gewerbe- und Handwerkerschule Berlin-Charlottenburg und legte 1923 die staatliche
Prüfung als Gewerbelehrer ab.2
Im Jahr 1925 heiratete er Magdalena Bergener. Aus der Ehe gingen vier Kinder her-
vor.3 Von 1928 bis 1945 war er als gewerblicher Oberlehrer für Kunstgewerbe bei der
Stadt Bonn tätig. Im September 1939 wurde er als Gefreiter zum Kriegsdienst einge-
zogen, kehrte jedoch im April 1940 in seine Tätigkeit als Oberlehrer zurück.4 Am 5.
August 1947 erhielt er mit seiner Entnazifizierungsakte die Einstufung in Kategorie V
(Entlastet).5 Ab 1946 war er als Dozent für Kunsterziehung an der Pädagogischen Aka-
demie in Bonn tätig. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte er sich in der
1 Vgl. Bonner Rundschau vom 13.7.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320.
2 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580, BR-PE Nr. 7766.
3 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
4 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580, BR-PE Nr. 7766.
5 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580Seite 3 von 14
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Kommunalpolitik und war Beueler CDU-Stadtverordneter sowie Bürgermeister von
Beuel (1949 – 1950).6
Pape war Mitbegründer der Kulturgemeinde Beuel, deren Vorstand er seit 1946 ange-
hörte.7 Er entwarf das Beueler Wappen8, gründete die Beueler Jugendmusikschule9
und leitete nach Kriegsende das Wohnungsamt.10 Im Mai 1949 wurde er in den Vor-
stand der Gemeinnützigen Bau- und Wohnungs-GmbH gewählt.11
Theodor Pape wohnte zuletzt in der Ernst-Moritz-Arndt-Straße 88 in Beuel und ver-
starb am 11. Juli 1953 im Alter von 54 Jahren an plötzlichem Herztod.12
Partei- und Organisationszugehörigkeiten:
• 1933 bis 1936: Reichskammer der bildenden Künste
• 1933 bis 1939: NS-Lehrerbund
• 1935 bis 1945: NS-Volkswohlfahrt (NSV)
• 1942 bis 1945: Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute
Ehrungen mit Bezug zu Bonn:
Theodor Pape hat zum derzeitigen Erkenntnisstand keine Ehrungen mit Bezug zu
Bonn erhalten.
6 Vgl. Bonner Rundschau vom 13.7.1953, General-Anzeiger vom 13.7.1953, Bonner Rundschau vom
14.7.1953, Westdeutsche Neue Presse vom 14.07.1953, Bonner Rundschau vom 22.7.1953, Neue
Presse vom 22.7.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320; Landesarchiv NRW – Abteilung Rhein-
land, BR-PE Nr. 7766.
7 Vgl. Bonner Rundschau vom 14.7.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320; Stadtarchiv Bonn, II d
1712.
8 Vgl. Beschlussfassung über den Wappenentwurf vom 28.4.1952, Stadtarchiv Bonn, Be_1518; Stadt-
verwaltung Beuel (Hrsg.): Unsere Stadt Beuel. Zerstörung und Wiederaufbau, 1945-1955, Beuel 1956,
S. 210.
9 Vgl. Bonner Rundschau vom 13.7.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320.
10 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580, BR-PE Nr. 7766.
11 Vgl. Bonner Rundschau vom 13.7.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320.
12 Vgl. Bücher, Johannes: Wegekreuze und Bildstöcke im Gebiet der Stadt Beuel (Studien zur Heimat-
geschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel 10), unver. Neuaufl. 2006, S.96; Bonner Rundschau vom
13.7.1953, General-Anzeiger vom 13.7.1953, Bonner Rundschau vom 14.7.1953, Westdeutsche Neue
Presse vom 14.7.1953, Bonner Rundschau vom 22.7.1953, Neue Presse vom 22.7.1953, Stadtarchiv
Bonn, ZA 00102_00320.Seite 4 von 14
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Einbettung in den historischen Kontext:
Die Bedeutung Theodor Papes für die Stadt Bonn zeigt sich in seinem vielseitigen
Engagement in den Bereichen Kultur, Bildung, Erziehung, Soziales und Politik. Insbe-
sondere für Beuel ist Pape als Urheber des Beueler Wappens von Bedeutung.13 Im
Folgenden werden Papes Handeln und Wirken unter Betrachtung des aktuellen For-
schungsstandes und anhand der Quellen in den zeitgenössischen Kontext gesetzt und
auf mögliche Aspekte von Menschenfeindlichkeit, Militarismus, Antisemitismus, Ras-
sismus sowie antidemokratische Haltungen überprüft. Abschließend findet eine Kate-
gorisierung statt (A – schwerbelastet, B – diskussionswürdig, C – unbelastet), die von
der Koordinierungsstelle Erinnerungskultur zur einheitlichen Beurteilung von Personen
entwickelt wurde.
Theodor Pape wuchs in Paderborn auf und besuchte dort das Lehrerseminar zu Pa-
derborn (1916 – 1920). Seine Ausbildung wurde 1917 durch eine fast zweijährige Ein-
berufung zum Kriegsdienst unterbrochen. Nach seiner Rückkehr setzte er sie an der
städtischen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Berlin-Charlottenburg und am
Staatlichen Institut für Gewerbelehrer Berlin-Charlottenburg fort, wo er von 1922 bis
1923 als angehender Gewerbelehrer studierte, nachdem seine Bewerbung am Zei-
chenlehrerseminar in Düsseldorf abgelehnt worden war.14 Während seiner Zeit in Ber-
lin bildete er sich in verschiedenen Abendkursen im Bereich Malkunst weiter. Seine
erste Anstellung übte Pape an der städt. Berufsschule Bottrop als Gewerblicher Ober-
lehrer für Kunstgewerbe aus (1923 – 1928). Anschließend ließ er sich in Bonn nieder
und wirkte dort als Oberlehrer für Kunstgewerbe an den städtischen Berufsschulen
(1928 – 1939 und 1940 – 1945).15 Aus dieser Zeit liegt lediglich eine Quelle vor, die
Hinweise auf Papes Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus gibt. Diese wird im
weiteren Verlauf herangezogen. Darüber hinaus sind keine weiteren Selbstzeugnisse,
Briefwechsel oder anderweitige Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannt,
die eindeutig Aufschluss über die Gesinnung Papes geben könnten.
13 Vgl. Stadtverwaltung Beuel (Hrsg.): Unsere Stadt Beuel. Zerstörung und Wiederaufbau, 1945-1955,
Beuel 1956, S.41f.
14 Die Ablehnung am Zeichenlehrerseminar in Düsseldorf führt Pape auf seine zu geringen Zeichenfä-
higkeiten zu diesem Zeitpunkt zurück, da er aufgrund seines Kriegsdienstes eine zu kurze Ausbil-
dungszeit genoss. Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580, BR-PE Nr. 7766.
15 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580, BR-PE Nr. 7766.Seite 5 von 14
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Nach Ende des Zweiten Weltkrieges engagierte Pape sich als Leiter des Wohnungs-
amtes für einen schnellen Wiederaufbau.1946 wurde er von seiner Lehrertätigkeit in
den Berufsschulen freigestellt, um als Dozent an der Pädagogischen Akademie in
Bonn zu unterrichten.16 Nach einer zunächst befristeten Anstellung erhielt er schließ-
lich eine unbefristete Position auf Lebenszeit.17 Im März 1950 wendete sich Pape an
den Kultusminister des Landes Nordrhein-Westfalens mit der Bitte um die Einordnung
in eine höhere Besoldungsstufe als Wiedergutmachung für Benachteiligungen, die sich
aufgrund seiner ablehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus ergeben
hätten. Als Begründung nannte er, dass er sowohl 1942 als auch 1944 von dem Direk-
tor der städtischen Berufs- und Handelsschulen Carl Josef Thoeren als Fachvorsteher
vorgeschlagen wurde und somit für eine höhere Besoldung vorgesehen war. Laut ei-
gener Aussage verzichtete er 1942 freiwillig auf das Amt, da er sich über damit einher-
gehende Verbindungen mit dem Nationalsozialismus sorgte.18 Der Fachvorsteher der
Berufsschule Bonn, Heinrich Strawe19, bestätigte in einem Schreiben Papes Ableh-
nung gegenüber dem Nationalsozialismus und auch der Oberregierungs- und Gewer-
beschulrat Goebel bezeugte die Aussage, dass sich Pape 1936, aufgrund seiner ab-
lehnenden Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus, einem Verfahren unterziehen
musste. Das Verfahren ging zu Gunsten Papes aus und hatte keinerlei Auswirkungen
auf seine berufliche Laufbahn.20 Die Beförderung zum Fachvorsteher im Jahr 1944 sei
wiederum aufgrund des Krieges nicht umsetzbar gewesen.21 Inwiefern Pape sich zu
dieser Zeit über Verbindungen zum Nationalsozialismus sorgte, führte er nicht weiter
aus. Das Anliegen wurde schließlich nach Befürwortung durch den Kultusminister und
Herrn Goebel an den Innenminister weitergeleitet, welcher in Einvernehmen mit dem
16 Pape übte diese Tätigkeit als Übergang kurz nach dem Zusammenbruch bis zum Wiederbeginn des
Berufsschulunterrichts aus. Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
17 Vgl. Schreiben des Oberstadtdirektors an den Regierungspräsidenten und Direktor der Akademie
vom 17.6.1946 und Ernennungsurkunde vom 4.11.1946 des Kultusministers, Landesarchiv NRW –
Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766; Bescheinigung des Lehrauftrages durch Pädagogische Akade-
mie, Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR 1052 Nr. 1947.
18 Vgl. Schreiben Papes an den Kultusminister vom 14.3.1950 und Schreiben von Direktor Thoeren
vom 30.05.1949, Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
19 Laut der Entnazifizierungsakte von Strawe gehörte er selbst einzig dem NSV und dem NS-Lehrer-
bund an und war seit 1923 Mitglied der aufgelösten Partei Deutsche Friedensgesellschaft. Vgl. Lan-
desarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 50143.
20 Die befürwortende Aussage Goebels gegenüber Pape muss jedoch kritisch hinterfragt werden, da
dieser u.a. Mitglied der NSDAP war und für das NS-Regime arbeitete. Seine Aussage muss also im
Kontext der Schuld- und Verantwortungsabweisung der zeitgenössischen Erinnerungskultur der
1950er-Jahre gedeutet werden. Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 79364.
21 Vgl. Schreiben Strawe vom 8.8.1945 und Schreiben Goebels vom 29.3.1950, Landesarchiv NRW –
Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.Seite 6 von 14
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Finanzminister keine ausreichende Begründung für eine höhere Besoldung vorliegen
sah. Aus Papes eigenen Schilderungen sei keinerlei Benachteiligung in seiner Karri-
ere, aufgrund seiner politischen Haltung erkennbar, da er 1942 freiwillig zurücktrat und
1944 aufgrund des Krieges nicht befördert werden konnte.22 In einer weiteren Aussage
führte Pape an, dass er „[s]eit 1931 […] von der Stadt Bonn mit fast allen repräsenta-
tiven Arbeiten graphischer Art beauftragt [werde].“23 Anhand der vorliegenden Quellen
ist deutlich geworden, dass Pape kein Unterstützer des NS-Regimes war, er jedoch
auch keine berufliche Benachteiligung erfuhr, da ihm der Erhalt seiner Stellung trotz
seiner scheinbaren Ablehnung möglich war.
Im Zuge der nationalsozialistischen Gleichschaltung trat am 7. April 1933 das Gesetz
zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in Kraft . Dies führte zur Gleichschal-
tung der Schulen sowie zur Gründung des NS-Lehrerbundes, welcher zur Einheitsor-
ganisation aller Erzieherinnen und Erzieher wurde.24 Von 1933 bis 1939 war Pape Mit-
glied im NS-Lehrerbund, besuchte jedoch seit 1936 nach eigenen Angaben keine Ver-
sammlungen mehr und bestellte ab 1937 die Zeitschrift Deutscher Erzieher ab. Hein-
rich Strawe bezeugte darüber hinaus, dass Pape kein Schulungslager für Lehrerinnen
und Lehrer besuchte und ferner den „(Vergewaltigungs-) Gruß“ nach Möglichkeit nicht
ausübte.25 Ebenso trat Pape bereits vier Jahre vor Auflösung des Verbandes aus die-
sem aus.26 Seine Mitgliedschaft im NS-Lehrerverbund ist insofern im Kontext der
Gleichschaltung und automatischen Überführung aller Erzieherinnen und Erzieher in
den Verbund zu sehen und nicht im Sinne einer übereinstimmenden Ideologie zu deu-
ten.
Eine automatische Überführung 1933 in die Reichskammer der bildenden Künste er-
folgte ebenfalls im Zuge der Gleichschaltung, da Pape Mitglied des Bundes Deutscher
Gebrauchsgraphiker war. Er lehnte die Mitgliedschaft jedoch ab und erreichte eine Be-
freiung von dieser 1936.27 Die Reichskammer der bildenden Künste verfolgte die För-
derung bildender Kunst im Sinne nationalsozialistischer Ideologien und trug zur
22 Vgl. Schreiben des Innenministers vom 11.11.1950, Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-
PE Nr. 7766.
23 S. Personalblatt Theodor Pape, Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
24 Vgl. Reichsgesetzblatt Nr. 34 vom 7.4.1922, Bundesarchiv, BArch R 187/218; Müller, Saskia: Der
Nationalsozialistische Lehrerbund. Verbrechen, Ideologie und Pädagogik im NS-System, Diss. 2019
Univ. Frankfurt am Main, Weinheim 2021, S. 120-133, 147-150.
25 S. Schreiben Strawe vom 8.8.1945, Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
26 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580.
27 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580.Seite 7 von 14
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Gleichschaltung von Kultur und Gesellschaft bei.28 Papes Engagement für die Been-
digung seiner automatischen Mitgliedschaft spricht insofern für eine Distanzierung von
der nationalsozialistischen Ideologie.
Seine Mitgliedschaft in der Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute von Mai 1942
bis März 1945 begründete er damit, dass diese „im Interesse der Schule und Schüler“
erfolgte. Sein später Eintritt unterstützt diese Aussage, welche jedoch aufgrund man-
gelnder Quellenlage darüber hinaus nicht überprüft werden kann. Von 1935 bis 1945
war er zudem Mitglied der NS-Volkswohlfahrt (NSV).29 Die NSV betrieb Gesundheits-
fürsorge, weitreichende sozialfürsorgerische Aktivitäten und diente der propagandisti-
schen Selbstdarstellung des NS-Regimes. Die Tätigkeiten der Wohlfahrt erfolgten im
Sinne der nationalsozialistischen Ideologie, in denen sich rassehygienische Lehren
manifestierten. Der Verein diente somit dem übergeordneten Ziel der Stärkung der
deutschen Volksgemeinschaft.30 Insofern könnte Papes Mitgliedschaft in der NSV ei-
nerseits für positive Eigenschaften wie Hilfsbereitschaft, Empathie und Fürsorge spre-
chen, andererseits muss sie aufgrund des rassenidiologischen Charakters des Ver-
eins, kritisch hinterfragt werden.
Am 5. August 1947 erhielt Pape mit seiner Entnazifizierungsakte die Einstufung in Ka-
tegorie V (Entlastet). Aus diesem Dokument stammen seine Aussagen bezüglich sei-
ner Vereinsmitgliedschaften. Diese Quelle muss jedoch mit Vorsicht betrachtet und
stets kritisch hinterfragt werden, da sich viele ehemalige Nationalsozialisten durch be-
schönigte Entlastungszeugnisse – , auch „Persilscheine“ genannt –oder durch das Be-
folgen formaler Vorschriften der persönlichen r Verantwortung zu entziehen versuch-
ten. Zudem war die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in den 1950er-
Jahren von kollektivem Schweigen, Schuld- und Verantwortungsabweisung be-
stimmt.31
Ab 1939 diente Pape für siebeneinhalb Monate als Gefreiter in der Wehrmacht, wurde
jedoch aufgrund seines geleisteten Kriegsdienstes im Ersten Weltkrieg im Folgejahr
28 Vgl. Hoor, Christina: Die Reichskulturkammer, in: LEMO. Lebendiges Museum Online, 2015.
29 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580.
30 Vgl. Scriba, Arnulf: Die NS-Volkswohlfahrt (NSV), in: LEMO. Lebendiges Museum Online, 2015;
Klee, Katja: NS-Volkswohlfahrt (NSV), in: NS-Dokumentationszentrum München, 2025.
31 Vgl. Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus, in: museumsma-
gazin 1 (2024) (Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland), S. 8f.; AlliiertenMu-
seum; Görtemaker, Manfred; Safferling, Christoph: Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der
Justiz und die NS-Zeit, 2. Aufl., München 2016, S. 82f.Seite 8 von 14
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entlassen. 1935 fand eine Verleihung von Ehrenkreuzen an alle Frontkämpfer des Ers-
ten Weltkrieges statt, in dessen Rahmen auch Pape eine Ehrung erhielt.32 Aufgrund
seines Kriegsdienstes im Ersten Weltkrieg, seines späten Eintritts in die Wehrmacht
als auch der kurzen Dauer seines zweiten Wehrdienstes ist anzunehmen, dass er als
Reservist eingezogen wurde und den Kriegsdienst nicht freiwillig absolvierte. In einem
von Pape verfassten Artikel über Kunstschmiedearbeit in der Zeitschrift Volk und
Schrift von 1942 äußerte er sich wie folgt zum zeitgenössischen Kriegsgeschehen:
„Nach dem glücklichen Ausgang dieses Krieges hat Karl König hoffentlich die Möglich-
keit, seine hochgesteckten Pläne zu verwirklichen.“33
Diese Aussage Papes ist überaus deutungsoffen formuliert, da er nicht näher be-
schrieb was er als „glücklichen Ausgang“ deutete. In Anbetracht des zeitgenössischen
Kontextes könnte seine Aussage hingegen als verhalten und zurückhaltend gedeutet
werden, was ein Hinweis auf seine Abneigung gegenüber dem Nationalsozialismus
sein könnte. Eine vermeintliche Kriegsbefürwortung oder gar -begeisterung wird durch
Papes Zurückhaltung und der Tatsache, dass dies seine einzige auffindbare Äußerung
zum Kriegsgeschehen ist, eher negiert. An diesem Punkt sei jedoch nochmal auf die
spärliche Quellenlage der Selbstzeugnisse aus der NS-Zeit verwiesen: Zu Theodor
Pape sind weder ein Nachlass noch persönlicher Schriftwechsel aus dieser Zeit vor-
handen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Pape abermals bis 1946 als Oberlehrer
für Kunstgewerbe tätig, bis er anschließend ab Oktober 1946 eine Stelle als Dozent
für Kunsterziehung an der Pädagogischen Akademie in Bonn erhielt.34 Die Nachrufe
zu seinem Tode, lassen auch seitens der Akademie und ihrer Schülerinnen und Schü-
ler auf den Verlust einer engagierten Person schließen.35 Sein Engagement manifes-
tierte sich in der Lokalpolitik: Er wohnte zahlreichen Gemeinderatssitzungen bei,
agierte in unterschiedlichen Ausschüssen, war Mitbegründer der Gemeinnützigen
Bau- und Wohnungs-GmbH sowie der Kulturgemeinde Beuel und engagierte sich im
32 Vgl. Landesarchiv NRW – Abteilung Rheinland, NW 1049 / 49580.
33 S. Pape, Theodor: Kunstschmiedearbeit und Schrift, in: Volk und Schrift 1943 (2), S. 26.
34 Vgl. Ernennungsurkunde vom 4.11.1946 des Kultusministers, Landesarchiv NRW – Abteilung
Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
35 Vgl. Bonner Rundschau vom 14.07.1953 und vom 22.07.1953, Stadtarchiv Bonn, ZA 00102_00320.Seite 9 von 14
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sozialen Wohnungsbau und Bildungsbereich.36 Seine lediglich kurze Amtszeit als Bür-
germeister von Beuel 1949/50 ist auf die von der Britischen Militärregierung erlassenen
Vorschriften zur Änderung der deutschen Gemeindeordnung von 1946 zurückzufüh-
ren, die eine einjährige Amtszeit der Bürgermeister vorsah.37 Im Fall von Pape ver-
kürzte sich seine tatsächliche Amtszeit, aufgrund einer Gerichtsverhandlung, auf ledig-
lich fünf Monate.38 Auch nach seiner Amtszeit blieb er engagierter Lokalpolitiker. Seine
lokale Bedeutung stieg, als er 1951 den Wettbewerb zur Gestaltung des Beueler Wap-
pens gewann.39
Das kontinuierliche Engagement Papes für die Lokalgemeinschaft lässt die Deutung
zu, dass auch seine Mitgliedschaft im NSV in erster Linie im Sinne der Wohltätigkeit
und Hilfsbereitschaft gedient haben könnte. Zumindest ist hierin eine nicht von der
Hand zu weisende charakterliche Kontinuität zu erkennen. Die Mehrheit seiner Aussa-
gen, die er in seinem Entnazifizierungszeugnis tätigte, konnten mittels Recherche be-
stätigt werden. Seine Ausführungen zu den Vereinsmitgliedschaften, konnten aufgrund
mangelnder Quellen weder bestätigt noch widerlegt werden. Da es sich aber bei den
meisten Mitgliedschaften um automatische Überführungen handelte und er darüber
hinaus kein Mitglied der NSDAP war, ist seinen Angaben, unter Gesamtbetrachtung
seines Charakters und dessen Kontinuitäten, eine gewisse Glaubwürdigkeit zuzu-
schreiben.
Dementsprechend geht aus der Überprüfung der Person Theodor Pape hervor, dass
keine Aspekte von Menschenfeindlichkeit, Militarismus, Antisemitismus, Rassismus
oder antidemokratischer Haltungen belegt werden können.
Referenzfall in anderen Städten und Empfehlung:
36 Vgl. Stadtverwaltung Beuel (Hrsg.): Unsere Stadt Beuel. Zerstörung und Wiederaufbau, 1945-1955,
Beuel 1956, S. 46-50, 87, 101, 107; Stadtarchiv Bonn, II d 1712; Landesarchiv NRW – Abteilung
Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
37 Vgl. Schreiben des Regierungspräsidenten an den Innenminister des Landes NRW vom 04.06.1949
sowie Bonner Rundschau vom 12.10.1949, Stadtarchiv Bonn, Be_1806; Stadtverwaltung Beuel
(Hrsg.): Unsere Stadt Beuel. Zerstörung und Wiederaufbau, 1945-1955, Beuel 1956, S. 41.
38 Aufgrund seiner Tätigkeit als Dozent erhob die SPD Einspruch während der Wahl Papes als Bürger-
meister. Das Landesverwaltungsgericht entschied jedoch zugunsten Pape und bestätigte die Wahl am
25.3.1950. Vgl. Schreiben Papes an den Kultusminister vom 26.5.1950, Landesarchiv NRW – Abtei-
lung Rheinland, BR-PE Nr. 7766.
39 Vgl. Stadtverwaltung Beuel (Hrsg.): Unsere Stadt Beuel. Zerstörung und Wiederaufbau, 1945-1955,
Beuel 1956, S. 41f.Seite 10 von 14
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Zur Zeit der Erstellung dieses Prüfgutachtens sind keine Referenzfälle in anderen
Städten bekannt, da es sich bei Theodor Pape um eine Persönlichkeit von spezifisch
lokaler Bedeutung handelt. Solange nicht durch neue Quellen entsprechend belegt,
sind seine Mitgliedschaften in NS-Organisationen im Kontext der Gleichschaltung und
unter Heranziehung der Gesamtbetrachtung seines Charakters zu deuten. Ferner zei-
gen die Rechercheergebnisse auf, dass Theodor Pape nicht nur gesamtgesellschaft-
lich sehr engagiert und von lokaler Bedeutung war, sondern darüber hinaus auch als
aktiver Politiker in der sich im Aufbau befindlichen Demokratie in Erscheinung trat. Da-
mit verkörperte er demokratische Werte, die als Grundvoraussetzung einer heutigen
Straßenbenennung gelten. Dementsprechend wird die Aufnahme des Namens „Theo-
dor Pape“ in die Straßenbenennungsliste der Stadt Bonn empfohlen.
Kategorie: C – unbelastet
Begründung: Ablehnung des NS-Regimes, kaum Bezug
Handlungsempfehlung: Aufnahme in StraßenbenennungslisteSeite 11 von 14
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Literaturverzeichnis:
AlliiertenMuseum, URL: https://www.alliiertenmuseum.de/thema/entnazifizie-rung/#Chronolo-
gie (zuletzt abgerufen am: 8.10.2025).
Bachem, Carl Jakob: Beueler-Chronik: Zeittafel zur Geschichte des rechtsrheinischen Bonn.
Aus Anlass der 2000-Jahrfeier (Studien zur Heimatgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel),
Bonn 1989.
Bücher, Johannes: Wegekreuze und Bildstöcke im Gebiet der Stadt Beuel (Studien zur Hei-
matgeschichte des Stadtbezirks Bonn-Beuel 10), unver. Neuaufl. 2006.
Görtemaker, Manfred; Safferling, Christoph: Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der
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Angelegenheiten: Bürgermeister, Gemeinderat, Ausschüsse, Entschädigung Be_1518.
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Gemeindevertretung, Ausschüsse: Bürgermeister und Stellvertreter Be_1806.
Kulturelle Veranstaltungen Be_1364.
Kulturelles Geschehen im Allgemeinen Be_1392.
Kulturgemeinde Beuel II d 1712.
Totenzettelsammlung To_0504.
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0c5ed6b3d30c73a37fd36fc37c7fefd303dfdc53c37c73d36cbede0c5ed6b3d30cdcbdccb69d0Seite 13 von 14
Bundesstadt Bonn / Amt 41
Oktober 2025
12
6bdc36fefd30373dcb69d06e6fd2cb69d0e1e1e0e1e0c569d0e1e1e0ece1cb69d0e1e1e0e1ec
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Veröffentlichungen von Pape:
Pape, Theodor: Kunstschmiedearbeit und Schrift, in: Volk und Schrift 1943 (2).Seite 14 von 14

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Datenstand: 03.11.2026, 01:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de