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252807 · Beschlussvorlage

Trägerwechsel „Jugendtreff GAP“ in Bonn

Nummer
252807
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
25.03.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte Hauptort
  • Josefstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 08.04.2025 Anhörung
  2. Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie 10.04.2025 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
252807
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
51 Amt für Kinder, Jugend und Familie
Dezernat:
Dez. V
Trägerwechsel „Jugendtreff GAP“ in Bonn
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 08.04.2025 Anhörung
Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 10.04.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Dem Trägerwechsel für die Einrichtung der Offenen Jugendarbeit
„Jugendtreff GAP“ zum 30.4.2025 von Aids-Hilfe Bonn e.V. zu Kleiner
Muck e.V. wird zugestimmt und die Aids-Hilfe Bonn e.V. erhält für die
Einrichtung gemäß den Richtlinien zur Förderung der Offenen
Jugendarbeit eine Betriebskostenförderung vom 1.1.2025 bis zum
30.4.2025.
2. Der Kleiner Muck e.V. erhält für die Einrichtung „Jugendtreff GAP“
gemäß den Richtlinien zur Förderung der Offenen Jugendarbeit eine
Betriebskostenförderung ab dem 1.5.2025 bis 31.12.2026.
Begründung
Der „Jugendtreff GAP“ ist eine Einrichtung der Offenen Jugendarbeit und richtet
sich mit seinem vielfältigen Bildungs- und Beratungsangebot insbesondere an
LGBTIQ*+ Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 bis 27 Jahren.
Dies umfasst Personen, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans*, inter*
oder genderqueer identifizieren, sich einer anderen nicht genannten sexuellen
und geschlechtlichen Identität zugehörig fühlen, sich nicht einordnen möchten
bzw. können oder sich (noch) nicht sicher sind. Als einziger LGBTIQ+
Jugendtreff bietet das „GAP“ jungen Menschen einen Schutz- und
Bildungsraum. Neben dem allgemeinen Angebot finden wöchentliche
gruppenspezifische Angebote wie beispielsweise der Trans-Abend oder der
BIPoc-Abend (Black indigenious and other People of Color) statt. Der
„Jugendtreff GAP“ befindet sich seit 2023 in der Josefstraße 17a in der
Innenstadt. Gemäß dem Beschluss zum Freizeitstättenbedarfsplan erhält der
Träger eine Förderung von 0,5 pädagogischen Fachkraftstellen durch die Stadt
Bonn.
Der Vorstand der Aids-Hilfe Bonn e.V. hat das Amt für Kinder, Jugend und
Familie der Bundesstadt Bonn Ende 2024 informiert, dass der Verein die
Trägerschaft für das GAP aufgeben wird. In einem weiteren Gespräch im
Januar 2025 wurde der Kleiner Muck e.V. vom Verein als geeigneter Träger für
die Übernahme der Trägerschaft und Fortführung der Einrichtung der Offenen
Jugendarbeit vorgeschlagen. Eine gemeinsame Absichtserklärung sowie einSeite 1 von 8
Seite 2
Konzept zur Fortführung der Jugendarbeit wurden dem Amt für Kinder, Jugend
und Familie vorgelegt.
Der Kleiner Muck e.V. ist seit fast 40 Jahren gemeinnütziger, anerkannter
Träger der freien Jugendhilfe gemäß § 75 SGB VIII. Der Verein ist als
katholischer Verein vom Erzbistum Köln anerkannt. Er ist Mitglied im
Deutschen Caritasverband und im Queeren Netzwerk NRW. Der Kleiner Muck
e.V. ist in verschiedenen Handlungsfeldern wie der Offenen Jugendarbeit, im
Offenen Ganztag, in den Hilfen zur Erziehung und in der Kindertagesbetreuung
tätig. Die Jugendkulturplattform „Die Musikstation“ bietet darüber hinaus
kulturelle Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an. Zudem
ist der Kleiner Muck e.V. Träger für das Weihnachtshaus für Kinder auf dem
Bonner Weihnachtsmarkt. Weiterhin bietet der Kleiner Muck e.V. internationale
Jugendbegegnungen an – die aktuellen Partnerländer sind Tunesien,
Griechenland und Israel, demnächst auch Polen. In Bonn gehören das
„Jugendmobil Speedy“ und das „Jugendzentrum HIP“ und ab dem 1.7.2025 der
„Jugendtreff RAN!“ zu den Einrichtungen der Offenen Jugendarbeit des
Trägers.
Der Träger Kleiner Muck e.V. ist dem Amt für Kinder, Jugend und Familie der
Bundesstadt Bonn als ein verlässlicher, fachlich erfahrener und versierter
Träger bekannt. Die derzeitige Einrichtungsleitung soll auch weiterhin als
Beschäftigte des Kleinen Muck e.V. den Betrieb des „Jugendtreff GAP“
fortführen. Die Einrichtungsleitung hat in den vergangenen Monaten bereits
eine tragfähige Beziehung zu den Besuchenden aufgebaut und ist mit den
relevanten Institutionen vor Ort vernetzt. Die aktuelle Konzeption der
Einrichtung sowie der Name der Einrichtung haben weiterhin Bestand. Mit den
jahrzehntelangen Erfahrungen in der Offenen Jugendarbeit und der mobilen
Jugendarbeit beabsichtigt der Kleiner Muck e.V. den Jugendtreff GAP im
Rahmen des bewährten Konzeptes als stadtweites Angebot weiterzuführen.
Seit 2024 ist die queerbewusste Aufgabenwahrnehmung ein fest installierter
Bestandteil in den Handlungsfeldern des Kleiner Muck e.V.. Im pädagogischen
Arbeitsalltag begegnen den Mitarbeiter*innen, queere Bewohner*innen und
Teilnehmer*innen in den unterschiedlichen Angebotsformen der Jugendhilfe,
Regenbogenfamilien in den Betreuungseinrichtungen und nicht zuletzt
Mitarbeiter*innen, die eigene Coming-Out-Erfahrungen gemacht haben. Ein
adäquates professionelles Handeln aller pädagogischen Fachkräfte des
Trägers wird durch eine regelmäßige Fortbildung zur Förderung der
Regenbogenkompetenz, auf der Grundlage des Ansatzes von Prof. Dr. Ulrike
Schmauch, sichergestellt. Darüber hinaus stellt der Kleiner Muck e.V. eine
interdisziplinäre Gruppe von Mitarbeiter*innen zur Verfügung, die allen
Beschäftigten und Teams bei spezifischen Anliegen Beratung und
Unterstützung anbieten können. Die Weiterentwicklung der queeren
Jugendarbeit soll im Rahmen des Wirksamkeitsdialogs mit der Bundesstadt
Bonn erfolgen.
Der Verein bietet die fachlich-pädagogische und organisatorische Absicherung
für die nahtlose Weiterführung des „Jugendtreffs GAP“. Eine Einbindung in den
Fachbereich Offene Jugendarbeit des Trägers, bietet den Mitarbeiter*innen des
„Jugendtreffs GAP“ fachlichen Austausch und dient der Qualitätssicherung der
Arbeit. Darüber hinaus ist ein weiterer wichtiger Grund für die Übertragung der
Trägerschaft der hauptamtliche Personalpool des Kleiner Muck e.V., der eineSeite 2 von 8
Seite 3
dauerhafte Betreuung der jungen Menschen im „Jugendtreff GAP“
gewährleisten kann, während der Vorstand der Aids-Hilfe Bonn e.V. seit
Gründung ausschließlich ehrenamtlich geführt wurde. Ehrenamtliche Arbeit
bedeutet ein hohes Maß an persönlichem Engagement sowie einen hohen
zeitlichen, administrativen und personellen Aufwand. Heutzutage gelingt es
immer schwieriger, Interessierte für diese Tätigkeit zu begeistern und zu finden.
Die Übertragung der Trägerschaft bietet folglich die Sicherstellung der
Angebotsvielfalt des Jugendtreffs GAP, deren Kontinuität sowie eine
durchgängige, personelle und professionelle Besetzung der pädagogischen
Fachkraftstelle zum Erhalt der queeren Jugendarbeit für die Bundesstadt Bonn.
Darüber hinaus ist bei entsprechendem Beschluss auch weiterhin die
Trägervielfalt in Bonn gewährleistet. Die Verwaltung befürwortet die
Übertragung der Trägerschaft aus den vorher genannten Gründen.
Im Jahr 2024 erhielt die Aids-Hilfe Bonn e.V. eine Betriebskostenförderung in
Höhe von bis zu 101.931,87€ für den Betrieb der Einrichtung mit 0,5
pädagogischen Fachkraftstellen. Auf dieser Grundlage soll nun mit dem Träger
Kleiner Muck e.V. ein Fördervertrag ab dem 1.5.2025 geschlossen werden.
Eventuelle Mieterhöhungen sollen bei der finanziellen Förderung berücksichtigt
werden. Die Beschlüsse zum Freizeitstättenbedarfsplan sollen fortgeführt
werden. Eine Überprüfung dieser Planungsempfehlung findet im Rahmen der
Fortschreibung des Freizeitstättenbedarfsplanes erneut statt.
Die erforderlichen Mittel sind in den Haushaltsanmeldungen 2025/2026 des
Amtes 51 enthalten. Die Förderung entspricht den Regelungen des §82 GO
NRW (vorläufige Haushaltsführung).
Finanzielle Auswirkungen:
2025
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
151000604 Jugendarbeit 1.51.20.06.04.02 Offene Kinder- und Jugendarbeit
in Einrichtungen der freien Träger
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
101.931,87
EUR
151000604/
73.1000
2025Seite 3 von 8
Seite 4
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
101.931,87
EUR
2026
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt Produktbezeichnung
151000604 Jugendarbeit 1.51.20.06.04.02 Offene Kinder- und Jugendarbeit
in Einrichtungen der freien Träger
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
104.989,82
EUR
151000604/
73.1000
2026
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
104.989,82
EUR
Anlage/n
1 Konzept_Trägerschaft_GAP_2025-02-26 (öffentlich)Seite 4 von 8
1
Offene Kinder- und Jugendarbeit im Kleiner Muck e.V.
Der Kleiner Muck e.V. als freier Träger der Jugendhilfe
Der
Kleiner Muck e.V. ist Träger für drei offene Jugendeinrichtungen in Bonn: Das
Jugendmobil Speedy, das Jugendzentrum HiP und ab Juli 2025 das Jugendzentrum RAN!.
Die Jugendkulturplattform „Die Musikstation“ bietet darüber hinaus kulturelle Projekte für
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene an. Zudem war der
Kleiner Muck e.V.
Mitveranstalter der Kinderstadt Mini-Beuel, Träger für das Weihnachtshaus für Kinder.
Weiterhin bieten wir internationale Jugendbegegnungen an - unsere aktuellen Partnerländer
sind Tunesien, Griechenland und Israel demnächst auch Polen.
Der
Kleiner Muck e.V. ist seit fast 40 Jahren anerkannter freier Träger der Jugendhilfe nach
§ 75 SGB VIII. Der Verein ist Mitglied im Deutschen Caritasverband und im Queeren
Netzwerk NRW.
Neben den Angeboten in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen noch ein breites
Angebot an ambulanten Hilfen zur Erziehung, fünf Wohngruppen der stationären Hilfen zur
Erziehung, fünf Offene Ganztagsschulen, eine Kindertagesstätte und ein Kursangebot für
junge Familien. In diesen Wirkstätten arbeiten insgesamt 18 pädagogische Teams mit 2 bis
28 Mitarbeiter:innen.
Seit 2024 ist die queer-bewusste Wahrnehmung unserer Aufgaben eine fest installierte
Größe in den Arbeitsbereichen des
Kleiner Muck e.V. Im pädagogischen Arbeitsalltag
begegnen den Mitarbeiter:innen queere Bewohner:innen und Teilnehmer:innen in den
unterschiedlichen Angebotsformen der Jugendhilfe und -arbeit, Regenbogenfamilien in den
Betreuungseinrichtungen und nicht zuletzt Kolleg:innen, die eigene Coming Out-Erfahrungen
gemacht haben. Um hier ein adäquates professionelles Handeln sicherzustellen haben alle
pädagogisch tätigen Mitarbeiter:innen ein entsprechendes Training durchlaufen – dieses
basiert auf dem Regenbogenkomptenz-Ansatz vom Prof. Dr. Ulrike Schmauch. Darüber
hinaus steht Kolleg:innen und Teams eine interdisziplinäre Gruppe Mitarbeiter:innen zur
Verfügung, die bei spezifischen Anliegen Beratung und Unterstützung anbieten können.
Ausdruck finden diese Haltung und dieses Handeln in dem vom Mitarbeiter:innen
entwickelten Satz „Du bist willkommen! …, weil Vielfalt uns stark macht.“ – diese Aussage
steht an allen Eingangstüren unserer Wirkstätten.Seite 5 von 8
2
Unser Verständnis von Offener Jugendarbeit
In den unterschiedlichen Wirkstätten der Offenen Jugendarbeit fördern die Mitarbeiter:innen
die individuelle, soziale und kulturelle Entwicklung junger Menschen auf Grundlage des § 11
SGB VIII. Die Angebote orientieren sich an den Interessen der Besucher:innen und werden
von diesen aktiv mitgestaltet. Wir stärken Selbstbestimmung, gesellschaftliche
Mitverantwortung und soziales Engagement durch pädagogische Konzepte, die auf
Selbstorganisation, Ganzheitlichkeit und Partizipation basieren. Die grundlegenden
Prinzipien der Offenheit, Freiwilligkeit, Partizipation, Lebenswelt- und Sozialraumorientierung
und Diversität sind Maßstab der Arbeit in den Wirkstätten und dies unabhängig von der
jeweiligen inhaltlichen Ausrichtung.
Unsere Angebote der Offene Jugendarbeit sind inklusiv und für alle gestaltet und jeden Tag
bemüht für alle zugänglich zu sein. Die Mitarbeiter:innen setzen sich aktiv gegen
Diskriminierung ein und arbeiten queer-bewusst. So wird Respekt gefördert und
Ausgrenzung verhindert.
In diesem Verständnis bettet sich die Arbeit im GAP als Angebot der Offenen Jugendarbeit
für und mit queeren Jugendlichen und jungen Erwachsenen ein.
Die Teams der Wirkstätten Offener Jugendarbeit sind untereinander vernetzt und folgen
gemeinsamen Vorstellungen zur Qualität der Arbeit. Die unterschiedlichen Ansätze der
einzelnen Angebote tragen dazu bei, dass der Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit
kontinuierlich mit neuen Perspektiven bereichert und reflektiert weiter entwickelt wird. Die
Möglichkeiten des Austauschs auf der inhaltlichen, wie auch auf der personellen Ebene
sorgen für sinnvolle und stabile Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen.
Die notwendigen Verwaltungsarbeiten werden durch die Geschäftsstelle des
Kleiner Muck
e.V. sichergestellt.
Die Arbeit des GAP in Trägerschaft des Kleiner Muck e.V.Gemeinsam Anders Punkt! So lautet seit jeher der Slogan des GAP. Seit der Gründung im
Jahr 2013 ist zwar viel passiert und es hat sich einiges verändert, der Slogan ist jedoch
aktueller denn je. Das damals noch „schwul-lesbische“ Jugendzentrum hat sich
weiterentwickelt und versteht sich heute als LGBTIQ*+ Jugendzentrum. Das GAP steht fürSeite 6 von 8
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einen Schutzraum für viele verschiedene sexuelle und geschlechtliche Identitäten und
Lebensstile.
Genau in diesem Sinn soll das GAP als eigenständiges Jugendzentrum in der Trägerschaft
des
Kleiner Muck e.V. weitergeführt werden. Lange und vielfältige Erfahrung des Trägers in
der Offenen Jugendarbeit und eine unterstützende Struktur sollen sicherstellen, dass es ein
gutes und verlässliches Angebot für LGBTQ*-Jugendliche in der Bundesstadt Bonn gibt.
Denn die gesellschaftliche Akzeptanz von Homo- und Bisexualität und geschlechtlicher
Vielfalt ist noch immer nicht selbstverständlich. Sätze wie „Homosexualität ist schon längst
gesellschaftlich akzeptiert!“ gehören zum Alltag und sind leider einfach falsch.
Diskriminierungen wie Beleidigungen, Mobbing und Übergriffe gehören für viele LGBTIQ*+
Jugendliche weiterhin zum Alltag. Gerade in der so wichtigen und identitätsbildenden Phase
„Jugend“, die oft mit Unsicherheiten einhergeht, ist dieses Erkennen des „Andersseins" und
das Outing vor Eltern und Freund:innen ein zusätzlicher Stressfaktor, der häufig mit
psychischen Problemen bis hin zu suizidalem Verhalten einhergeht.
In Bonn leben ca. 50.000 Jugendliche, von denen sich etwa 5-10 % als lesbisch, schwul oder
bisexuell identifizieren. Hinzu kommen transidente, intersexuelle, genderqueere und non-
binäre Jugendliche.
Diese Zielgruppe umfasst somit 2.500 bis 5.000 junge Menschen. Nicht alle benötigen Hilfe
oder Unterstützung bei ihrem Coming Out, aber diese Zahlen geben dennoch Aufschluss
darüber, wie viele von den vorher beschriebenen Problematiken betroffen sein können.
Die steigende Zahl der Besucher:innen im GAP, abgesehen von pandemiebedingten
Ausnahmen, zeigt den anhaltenden und wachsenden Bedarf. Die Berichte der
Besucher:innen über queerfeindliche Vorfälle unterstreichen zusätzlich, wie wichtig der
Schutz- und Unterstützungsraum des GAP ist.
Das GAP ist ein Angebot der Offenen Jugendarbeit. Die Teilnahme ist freiwillig und bedarf
keiner Anmeldung. Hier wird ein Rahmen geboten ohne Zwang und Druck die
Räumlichkeiten zu nutzen und in Kontakt mit anderen Jugendlichen zu kommen. Der offene
Rahmen soll eine Atmosphäre als Rückzugs- und Vernetzungsort aber vor allem auch
Schutzraum für die LGBTIQ*+Jugendlichen schaffen. Hier können Ideen gesponnen werden,
die Jugendlichen können sich in ihrer Peergroup über ihre Probleme und Sorgen, Freuden
und Erfahrungen austauschen.Seite 7 von 8
4
Natürlich stehen die Mitarbeiter:innen als Ansprechpartner:innen zur Verfügung, so dass hier
die Übergänge zwischen offenem Angebot hin zur Beratung fließend sind. Für diese Arbeit
steht im GAP ein offener Gruppenraum mit Küche, eine Kreativecke und sanitäre
Einrichtungen zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das GAP- Büro die Möglichkeit eines
separaten Beratungssettings.
Da der erste Besuch einer solchen Einrichtung für viele Jugendliche oft ein sehr schwerer
und mit Ängsten besetzter Schritt ist, verfolgt das GAP verschiedene Strategien, um
Barrieren abzubauen bzw. das Ankommen im GAP zu erleichtern. Die Mitarbeiter:innen
setzten sich wertschätzend und intensiv mit „Neuankömmlingen“ auseinander und sorgen für
eine offene Willkommenskultur. Jugendliche, die schon länger ins GAP kommen, werden
durch die eigene Erfahrung und durch die Vorbildfunktion der Mitarbeiter:innen sensibilisiert
auch Verantwortung für diese Jugendlichen zu übernehmen. Um es für die Jugendlichen
einfacher zu machen, hat das GAP einen Abholservice eingerichtet: Jugendliche, die das
erste Mal die Einrichtung besuchen möchten, können sich per E-Mail, Messenger oder
Telefon bei den Mitarbeiter:innen melden, welche dann wiederum die „Neuankömmlinge“
selbst an der Bahn abholen oder eine geschulte ehrenamtliche Person organisieren, um die
neue Person ins GAP zu begleiten und ihr so den ersten Besuch zu erleichtern.
Das GAP hat an einem Tag für Menschen mit Zuwanderungs- und Migrations- und
Fluchterfahrungen geöffnet. An zwei Tagen sind die „GAP für alle“ Abende, hier sind alle
Jugendlichen zwischen 14 und 27 willkommen und an einem weiteren Tag ist das GAP für
trans*, nichtbinäre und alle Menschen, die sich mit ihrem eigenen Gender befassen
(möchten) geöffnet. Die Spezialisierungen der einzelnen Abende hat sich aus den Wünschen
der Jugendlichen 2024 ergeben. Ob und wie sich die Aufteilung der Abende 2025 verändern,
werden wir den Bedarfen und Wünschen der Jugendlichen und Ehrenamtlichen und
professionellen Meinungen der Hauptamtlichen abhängig machen.
Die Konzeptionelle Weiterentwicklung erfolgt im Rahmen des Wirksamkeitsdialogs mit dem
Amt für Kinder, Jugend und Familie der Stadt Bonn.Seite 8 von 8

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Datenstand: 02.11.2026, 21:08 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de