252771 · Mitteilungsvorlage
Jahresberichte des Naturparks Rheinland, des Naturparks Siebengebirge und des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge
Kerndaten
- Nummer
- 252771
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 25.04.2025
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Kottenforst Hauptort
- Bonn
- Ennert
Beratungsfolge
- Sitzung des Naturschutzbeirates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
Dateien
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Volltext
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252771 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Jahresberichte des Naturparks Rheinland, des Naturparks Siebengebirge und des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge Beratungsfolge Naturschutzbeirat 07.05.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Verwaltung berichtet regelmäßig über die Aktivitäten der zwei Naturparke Rheinland und Siebengebirge, sowie des Verschönerungsvereins für das Siebengebirge, zuletzt mit der DS 241056. Der Naturpark Rheinland, der neben Teilgebieten der Stadt Bonn auch Flächen der Stadt Köln, des Rhein-Erft-Kreises, des Kreises Euskirchen sowie die linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis-Kommunen umfasst, hat eine Gesamtgröße von 1045 Quadratkilometern. Verwaltet wird das Großschutzgebiet durch einen Zweckverband. Entsprechend der gesetzlichen und satzungsgemäßen Aufgaben hat der Naturpark sich auch in den Jahren 2024 verstärkt um die Themenfelder Naherholung/ Nachhaltiger Tourismus, Umweltbildung/Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Regionalentwicklung und Naturschutz gekümmert. Die Neubesetzung der Geschäftsführung und ihrer Stellvertretung hat zu Beginn des Jahres 2024 zunächst zu einer Neugliederung der Aufgabenbereiche in der Geschäftsstelle geführt. Darüber hinaus wurden Prozesse angestoßen, die die Zusammenarbeit effizienter gestalten und die Kommunikation nach innen und außen verbessern sollen. Hierzu gehört auch die Umstellung der Naturpark Corporate Identity (CI) auf das allgemeine CI des Nationalen Naturlandschaften e.V. (NNL). Darüber hinaus war das Jahr 2024 geprägt durch die Umsetzung der Projekte aus der allgemeinen Unterhaltungspauschale und dem Landesförderwettbewerb „Naturpark. 2024.Nordrhein-Westfalen“. Der Naturpark hatte sich hier mit dem Beitrag „Naturpark Trittsteine“ bereits in 2022 erfolgreich um Fördermittel beworben, die einen Beitrag zum Wiederaufbau nach dem Flutereignis 2021 leisten sollen. Eines dieser Projekte ist die neue Dauerausstellung zur Flutkatastrophe, die im November 2023 im Erftmuseum am Naturpark-Zentrum Gymnicher Mühle eröffnet und mit zahlreichen Führungen und Sonderveranstaltungen in 2024 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Auch die Teilprojekte „Erft-Radweg“ und „Blaue Klassenzimmer“ konnten umgesetzt werden. In Bezug auf den pauschalenSeite 1 von 4 Seite 2 Zuwendungsbetrag, den jeder Naturparkträger nach Größe für Unterhaltungs- und Pflegemaßnahmen erhält, ist der Naturpark Rheinland erstmals den Weg gegangen, einen Teil der Mittel – bei Übernahme der Eigenmittel und Fördermittelbindung – direkt an die Naturpark-Kommunen weiterzuleiten. Hier konnten Projekte in Pulheim, Swisttal und Wesseling umgesetzt werden. Mit den weiteren Mitteln wurde die Wanderinfrastruktur im gesamten Naturpark gepflegt und verbessert. Im Bereich der Ville konnten 25 neue Wandertafeln aufgestellt werden. Im Bonner Kottenforst wurde ein neues Wanderwegeleitsystem mit 6 Rundwanderwegen und neuer Wander-Karte eröffnet. Das Leitsystem wurde in enger Abstimmung mit dem Amt für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn, dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft und dem Eifelverein erarbeitet und im Mai 2024 eröffnet. Die rund 34.000 Euro, die die Umsetzung gekostet hat, wurden mit Eigenmitteln des Zweckverbands in Höhe von 20% und zu 80% aus Fördermitteln aus dem Umweltministerium finanziert. Als neue Projekte ist es dem Naturpark gelungen, Fördergelder für ein zweites Regionalzentrum Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Rhein-Sieg- Kreis zu akquirieren. Darüber hinaus wird zukünftig ein Naturpark „Naturschutzmobil“, dessen Personalkosten durch den Rhein-Erft-Kreis getragen werden, die BNE- und Umweltbildungsaktivitäten des Naturpark Rheinland ergänzen. Die Arbeit im Netzwerk der Naturparkzentren, zu dem auch das Bonner Haus der Natur gehört, konnte erfolgreich fortgeführt werden. Jährlich erreicht der Naturpark so rund 15.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit seinen Bildungsangeboten. Durch die Teilnahme an zahlreichen Gremiensitzungen und Arbeitskreisen ist weiterhin dafür gesorgt, dass die satzungsgemäßen Belange des Zweckverbandes auf unterschiedlichen Ebenen Gehör finden. Der Naturpark Siebengebirge, dessen Träger der Rhein-Sieg-Kreis ist, hat eine Gesamtgröße von 112 Quadratkilometern. Damit ist das Großschutzgebiet nicht nur der kleinste Naturpark in Nordrhein-Westfalen (NRW), sondern wurde 1958 auch als erster Naturpark in NRW gegründet. Neben dem Teilgebiet der Stadt Bonn, dem Naturschutzgebiet Ennert, umfasst die Gebietskulisse mit Königswinter, Bad Honnef und Sankt Augustin auch drei Kommunen im Rhein-Sieg-Kreis. Als zweites und überregional bekanntes und bedeutendes Naturschutzgebiet (NSG), befindet sich auch das NSG Siebengebirge vollumfänglich in der Gebietskulisse des Naturparks. Die beiden NSG haben einen Flächenanteil von fast 50 Prozent an der Gesamtfläche des Naturparks. Daraus ergibt sich, dass Themen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in vielen Bereichen der Naturparkarbeit impliziert sind und grundsätzlich berücksichtigt werden. Darüber hinaus lagen im Jahr 2024 die Aufgabenschwerpunkte der Naturparkarbeit verstärkt auf den Themenbereichen Besucherlenkung im Rahmen der Naherholung / des nachhaltigen Tourismus, Bildung für nachhaltige Entwicklung und nachhaltige Regionalentwicklung. Das Jahr 2024 war geprägt durch die Umsetzung von Projekten im Rahmen der allgemeinen Unterhaltungspauschale, die dem Naturpark jährlich zur Verfügung steht. Eines dieser Projekte war eine Naturschutzmaßnahme im Teilbereich Ennert. In Kooperation mit der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V. wurden zwei Teilprojekte umgesetzt. Zum einen wurden für das letzte Gelbbauchunken-Vorkommen im Naturpark an rund 30 Standorten veraltete Reproduktionsgewässer für die streng geschützte Art umgebaut und erneuert. Die seinerzeit angelegten Gewässer, in Lehm gegraben oder foliert, waren alsSeite 2 von 4 Seite 3 Reproduktionshabitate zunehmend ungeeignet. In Folge der Dürren der letzten Jahre wurde das Wasser im Lehmboden nur für kurze Zeit gehalten oder die folierten Gewässer verloren durch eine zunehmende Verkrautung ihre Qualität. Um dem entgegenzuwirken, wurden die Gewässermulden mit Zement ausgegossen und zu Betongewässern umgebaut. Diese halten das Wasser länger und verkrauten nicht. Zum anderen wurde ein Lückenschluss bei einer nur teilumzäunten Wiese vorgenommen. Auf dieser wächst der Große Wiesenkopf, die Hauptnahrung der Raupen des Dunklen Moorbläulings. Aufgrund der massiven Zunahme illegaler Betretungen dieses wertvollen Habitats wurde nun dieser Lückenschluss der Umzäunung vorgenommen. Darüber hinaus wurden zwei Infotafeln montiert, die auf die besondere Bedeutung der Fläche hinweisen. Die rund 28.000 Euro, die die Umsetzung gekostet hat, wurden mit Eigenmitteln des Naturparks in Höhe von 20 Prozent und zu 80 Prozent aus Fördermitteln aus dem Umweltministerium finanziert. Weitere Projektumsetzungen im Rahmen der allgemeinen Unterhaltungspauschale waren zum einen die Ergänzung von Infostehlen zur Kulturlandschaftsvermittlung in Königswinter und entlang der im vergangenen Jahr neu eröffneten „KulturlandSchleifen“ in Bad Honnef. Zum anderen wurden in Ergänzung zu der bisherigen Möblierung mit Ruhebänken und Mülleimern entlang des unteren Eselsweg am Drachenfels gemeinsam mit der Stadt Königswinter weitere Standorte identifiziert und umgesetzt. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem Naturpark Bergisches Land und der Biologischen Station Rhein/Sieg e.V. das Projekt „Natur - Bildung - Partner - schaffen“ umgesetzt. Mit den beiden weiteren Kooperationspartnern, dem Heinrich-Imbusch-Haus und dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW, wurde ein Erlebnisweg zum Thema Insektenschutz gestaltet und angelegt. Zudem fand am 13. Oktober 2024 auf dem Ziepchensplatz in Bad Honnef-Rhöndorf der dritte „Tag der regionalen Produkte“ statt, organisiert durch den Naturpark Siebengebirge. Insgesamt präsentierten 15 Aussteller ihre regionalen Produkte und Erzeugnisse. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und die Presse hat umfassend berichtet. Der Verschönerungsverein Siebengebirge (VVS) wurde 1869/70 mit dem Ziel gegründet, das Siebengebirge für den wachsenden Erholungsverkehr zu erschließen. Seit 1899 gehört auch der Schutz des Siebengebirges zu seinen Aufgaben. Von 1986 bis 2018 war der VVS Träger des Naturparks Siebengebirge. Inzwischen ist die Trägerschaft auf den Rhein-Sieg-Kreis übergegangen, der Naturpark Rheinland ist mit der Geschäftsführung befasst. Der VVS ist außerdem Mitglied der Naturparkversammlung. Diese setzt sich zusammen aus Vertretern des Rhein-Sieg-Kreises, der Stadt Bonn sowie allen an der Gebietskulisse des Naturparks partizipierenden Kommunen. Die Kernaufgaben des VVS bestehen darin, das Siebengebirge und seine Wälder dauerhaft vor Zerstörung und Schädigung zu schützen, sonstige Maßnahmen zum Schutz von Natur und Landschaft im Naturschutzgebiet Siebengebirge zu fördern und dabei die heimische Tier- und Pflanzenwelt zu schützen, Wege und Anlagen zur Annehmlichkeit der Besucher herzustellen und zu unterhalten und Kenntnisse über Geologie, Geschichte, Tier- und Pflanzenwelt des Siebengebirges sowie Natur- und Umweltschutz zu verbreiten und für einen schonenden Umgang mit den Schätzen der Natur zu werben. Die Verwaltung wird weiterhin zu den Angeboten und Entwicklungen der beiden Naturparke berichten. Federführend für die Betreuung der Naturparke und desSeite 3 von 4 Seite 4 VVS in der Stadtverwaltung Bonn ist das Amt für Umwelt und Stadtgrün. Anlage/n KeineSeite 4 von 4
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 17:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de