252752 · Mitteilungsvorlage
Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn/Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW“ in der Bundesstadt Bonn – Bericht zur Umsetzung, Stand Januar 2025
Kerndaten
- Nummer
- 252752
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 18.03.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Stadthaus
- Kessenich
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Kinder-, Jugend und Familie Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Kenntnisnahme
- Sitzung des Schulausschusses Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252752 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 40 Schulamt Dezernat: Dez. V Regionales Übergangsmanagement in der Region Bonn/Rhein-Sieg – Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf NRW“ in der Bundesstadt Bonn – Bericht zur Umsetzung, Stand Januar 2025 Beratungsfolge Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 09.04.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Kinder, Jugend und Familie 10.04.2025 Kenntnisnahme Schulausschuss 07.05.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Die Stadt Bonn nimmt seit dem Jahr 2012 am Landesvorhaben „Kein Ab- schluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf NRW (KAoA)“ teil. Darin wird die seit dem Jahr 2008 erfolgreich etablierte Zusammenarbeit mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Themenfeld „Regionales Übergangsmanagement Bonn/Rhein-Sieg“ fortgesetzt und intensiviert. Das regionale Netzwerk pflegt eine zielorientierte und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Nach Jahren der erfolgreichen Implementierung und Umsetzung der Standard- elemente der Beruflichen Orientierung in den Schulen (Handlungsfeld 1) wur- den vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen Regionalkoordinatoren für die Organisation der schulfachlichen Aufgaben ein- geführt. Dadurch verlagert sich der Fokus der Arbeit der Kommunalen Koordi- nierungsstellen zunehmend auf die Gestaltung der Übergänge (Handlungsfeld 2) und auf die Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung (Handlungs- feld 3). Es werden zunehmend Projekte im Übergangssystem und in der Beruf- lichen Orientierung (auch außerschulisch) entwickelt und umgesetzt, z.B. im Bereich der Jugendförderung oder der Elternarbeit. Für die Landesinitiative KAoA liegt eine Finanzierungszusage des Landes im bisherigen Umfang bis 31.12.2025 vor. Anlage/n 1 252752 Jahresbericht der Landesinitiative KAoA 2024 (öffentlich)Seite 1 von 23 BERICHT ZUR UMSETZUNG DER LANDESINITIATIVE „KEIN ABSCHLUSS OHNE ANSCHLUSS - ÜBERGANG SCHULE - BERUF NRW“ IN DER BUNDESSTADT BONN IM JAHR 2024 STAND: JANUAR 2025 REGIONALES BILDUNGSBÜRO - KOMMUNALE KOORDINIERUNGSSTELLESeite 2 von 23 2 Inhalt 1. Grundstruktur der Landesinitiative .............................................................................. 4 Teilnehmende Schulen ................................................................................................. 4 Steuerungsstruktur ....................................................................................................... 5 2. Standardelemente der Beruflichen Orientierung .......................................................... 5 2.1. Potenzialanalyse ........................................................................................................... 5 2.2. Berufsfelderkundungen ................................................................................................ 6 2.3. Betriebspraktika ........................................................................................................... 6 2.4. Praxiskurse ................................................................................................................... 6 2.5. Langzeitpraktikum ....................................................................................................... 7 2.6. KAoA-STAR ............................................................................................................... 7 2.7. KAoA-kompakt ............................................................................................................ 7 2.8. Studienorientierung ...................................................................................................... 8 2.9. Beratung an Schulen, Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW“ ........................... 8 2.10. Koordinierte Übergangsgestaltung/Anschlussvereinbarung ........................................ 9 2.10.I. Verantwortungskette für die Sekundarstufe I ............................................................ 10 2.10.I.a. Chance 2024 ............................................................................................................... 11 2.10.I.b. Last-Minute-Ausbildung 2024 ................................................................................... 11 2.10.II. Verantwortungskette für die Sekundarstufe II ........................................................... 12 2.11. Elternarbeit ................................................................................................................. 13 2.11.I. Chancen für mein Kind 2024 ..................................................................................... 13 2.11.II. Arbeitstitel „ElternDays“ ........................................................................................... 14 2.12. Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Vernetzung ....................................... 14 3. Kooperationen Schule-Wirtschaft .............................................................................. 15 3.1. Arbeitskreis Schule-Wirtschaft .................................................................................. 15 3.2. Facharbeitsgruppe Attraktivität der dualen Ausbildung ............................................ 16 3.3. Arbeitstitel „Sport meets Young Professionals“ ........................................................ 16 4. Berufswahl-SIEGEL .................................................................................................. 17 5. Querschnittsaufgaben Inklusion, Gendersensibilität, Integration .............................. 17 5.1. Inklusion..................................................................................................................... 17 5.2. Gendersensibilität....................................................................................................... 18Seite 3 von 23 3 5.3. Integration .................................................................................................................. 19 6. Kommunale Koordinierung KAoA ............................................................................ 19 7. Zusammenarbeit Schule - Jugendberufshilfe ............................................................. 20 8. Finanzielle Förderung ................................................................................................ 20 Anlage ........................................................................................................................ 22Seite 4 von 23 4 1. Grundstruktur der Landesinitiative Aufbauend auf dem im Jahr 2008 zwischen der Stadt Bonn, dem Rhein-Sieg-Kreis sowie bedeutenden Akteur*innen der Wirtschaft und der Arbeitsverwaltung1 geschlossenen Vertrag zum „Regionalen Übergangsmanagement Schule-Beruf“ hat sich die Stadt Bonn zusammen mit dem Rhein-Sieg-Kreis im Jahr 2012 dem Landesprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule-Beruf in NRW“ angeschlossen. Die Umsetzung des landesweiten, verbindlichen Übergangssystems erfolgt in vier Handlungsfeldern: Systematisierung der Beruflichen Orientierung an Schulen Systematisierung des Übergangs von der Schule in den Beruf und/oder das Studium Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung Kommunale Koordinierung des Übergangssystems Schule-Beruf Mithilfe einer systematischen inklusiven, kultur- und geschlechtersensiblen Beruflichen Orientierung werden Jugendliche darin unterstützt, reflektierte Berufs- und Studienwahlentscheidungen zu treffen und realistische Ausbildungsperspektiven zu entwickeln. Dies erfolgt in sogenannten Standardelementen der Beruflichen Orientierung, die beginnend mit dem Schuljahr 2013/2014 ab der Klasse 8 von den ersten städtischen weiterführenden Schulen umgesetzt wurden. Teilnehmende Schulen Seit dem Schuljahr 2016/2017 nehmen alle öffentlichen allgemeinbildenden Schulen verpflichtend an der Landesinitiative teil. Schulen in privater Trägerschaft können sich der Initiative auf Antrag anschließen. Zu den derzeit 40 teilnehmenden Schulen in Bonn zählen alle 28 städtischen weiterführenden Schulen inklusive drei Förderschulen, vier Berufskollegs sowie vier Schulen in privater Trägerschaft. Hinzu kommen zwei Förderschulen (eine städtische und eine Schule in der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland), die mit "KAoA-STAR" (s. Punkt 2) beteiligt sind. Darüber hinaus nehmen seit dem Schuljahr 2021/2022 auch die zwei Weiterbildungskollegs mit "KAoA- kompakt" (s. Punkt 2) teil. Da Schulen in privater Trägerschaft nicht zur Teilnahme verpflichtet sind, wird trotz einer flächendeckenden Umsetzung nach wie vor ein relativ großer Teil insbesondere der Bonner Gymnasialschüler*innen nicht erreicht. Die Freie Waldorfschule Bonn nimmt seit Februar 2023 an KAoA teil. Drei Bonner Gymnasien in privater Trägerschaft konnten ebenfalls für KAoA gewonnen werden. Die übrigen sechs Gymnasien in privater Trägerschaft wurden im Jahre 2024 kontaktiert. Gespräche sind für Februar 2025 geplant. 1 IHK Bonn/Rhein-Sieg, Handwerkskammer zu Köln, Agentur für Arbeit Bonn/Rhein-Sieg, Jobcenter Bonn, Jobcenter Rhein-Sieg, Deutscher GewerkschaftsbundSeite 5 von 23 5 Steuerungsstruktur Im Jahr 2024 hat sich das Steuerungsgremium nach einem längeren Prozess neu gegründet. Das Steuerungsgremium kommt auf Einladung des Vorsitzes oder der Stellvertretung regelmäßig, mindestens aber zwei Mal im Jahr, in Präsenz oder in digitaler Form, zusammen. Jedes Mitglied kann darüber hinaus eine außerordentliche Sitzung innerhalb der nächsten drei Wochen mit Nennung des anliegenden Themas beantragen. Feste Sitzungstermine werden zum Jahres und/oder Schuljahresbeginn im Konsens festgelegt. Das Steuerungsgremium trägt Sorge dafür, dass alle beteiligten Akteure eingebunden werden: Schulaufsichten, Schulleitungen und Koordinator*innen für berufliche Orientierung, Schulen und Schüler*innen, unterschiedliche Kammern, Arbeitsverwaltungen, Wirtschaftsförderungen aus der Region, Institutionen der Jugendhilfe, Wirtschaftsvertretungen, Unternehmen, Hochschulen, Gewerkschaft und andere Partner. Sie werden durch die Vertretungen der jeweiligen Institution angesprochen und aktiv im Beirat Schule und Beruf bzw. in Facharbeitsgruppen miteinbezogen. 2. Standardelemente der Beruflichen Orientierung 2.1. Potenzialanalyse Die Potenzialanalyse ist der erste Baustein im schulischen Prozess der Beruflichen Orientierung. Sie ist ein eintägiges stärken- und handlungsorientiertes Testverfahren in Klasse 8, das schulische Basiskompetenzen sowie methodische, personale und soziale Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schüler*innen im Hinblick auf die Lebens- und Arbeitswelt ermittelt. Seit Beginn des Schuljahres 2018/2019 haben Schüler*innen mit festgestelltem Förderbedarf die Möglichkeit, an einem zweitägigen Testverfahren teilzunehmen. Um die Qualität der Potenzialanalysen sicherzustellen, findet jeweils zum Ende jedes Schuljahres neben der flächendeckenden Evaluation von Seiten des Landes eine regionale Auswertung mit Beteiligung der Bildungsträger und Vertretern aller Schulformen statt. Die Potenzialanalyse wird zu 100 % aus Landesmitteln mit Unterstützung aus dem Europäischen Sozialfonds finanziert. Im Rahmen eines zentralen Vergabeverfahrens durch die Landes-Seite 6 von 23 6 Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) wurden regionale Bildungsträger mit der Durchführung der Potenzialanalyse an den Bonner Schulen beauftragt. Mit der Neuvergabe der Lose für das Schuljahr 2023/2024 bis 2025/2026 konnte mit der Deutsche Angestellten Akademie (DAA) ein Träger gefunden werden, der die reguläre Potenzialanalyse durchführt. Im März 2024 konnte dann auch die Potentialanalyse für Schüler*innen an Förderschulen für die Schuljahre 2023/2024 und 2024/2025 an den gleichen Träger vergeben werden. Im laufenden Schuljahr 2024/2025 nahmen im 1. Schulhalbjahr in Bonn 1863 Schüler*innen im regulären Schulsystem an der Potenzialanalyse teil. 2.2. Berufsfelderkundungen Der Potenzialanalyse schließen sich, in Klasse 8 oder Klasse 9, drei jeweils ganztägige Berufsfelderkundungen in Unternehmen oder bei öffentlichen Institutionen an. Aufbauend auf den Ergebnissen der Potenzialanalyse lernen die Schüler*innen dabei drei verschiedene Berufsfelder in der Praxis kennen. Es geht dabei um eine realistische Vorstellung der Anforderungen in der Ausbildung und im Beruf. Zur Vermittlung dieser Berufsfelderkundungsplätze nutzen viele Schulen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis ein regionales Buchungsportal (https://brs.bfe-nrw.de), das von den beiden Kommunalen Koordinierungsstellen betreut wird. Derzeit sind dort mehr als 800 Unternehmen und Institutionen zur Erstellung von Angeboten für die Schüler*innen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis registriert. Die betrieblichen Angebote werden durch trägergestützte Berufsfelderkundungen in Werkstätten überbetrieblicher Berufsbildungsstätten ergänzt. Diese können von Schüler*innen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf in Anspruch genommen werden. In diesem Jahr konnte mit der Landfabrik GmbH in Windeck ein weiterer Anbieter von trägergestützten Berufsfelderkundungen gewonnen werden. Zusammen mit der Weiterbildungsgesellschaft der IHK in Bonn wird es erstmalig im Jahr 2025 Angebote für Schulen in innovativen Berufsfeldern wie z.B. Robotik geben. 2.3. Betriebspraktika Über ein in der Regel zwei- bis dreiwöchiges Betriebspraktikum in der Klasse 9 oder 10 lernen Schüler*innen die Berufswelt über einen längeren Zeitraum kennen. Neben den Lehrstellenbörsen der Kammern hält auch das regionale Berufsfelderkundungsportal (http://brs.praktikum-nrw.de) Praktikumsplätze für die Schüler*innen bereit. 2.4. Praxiskurse Schüler*innen, die sich in einem Berufsfeld zusätzlich praktisch erproben möchten, können in der Jahrgangsstufe 9 und 10 an Praxiskursen teilnehmen. Diese dreitägigen Praxiskurse vermitteln Einblicke in einzelne Berufsfelder bzw. berufliche Tätigkeiten. In Gruppen von 8 bis 15 Schüler*innen finden sieSeite 7 von 23 7 bei ausgewählten Bildungsträgern in der Region statt. Im Schuljahr 2023/24 haben 2 Schüler*innen dieses Angebot in Bonn genutzt. 2.5. Langzeitpraktikum Mit dem Langzeitpraktikum (LZP) sollen Schüler*innen mit einem erhöhten Bedarf an individueller Förderung in der Beruflichen Orientierung besser auf den Übergang in eine Ausbildung oder Beschäftigung vorbereitet werden. Dies erfolgt durch eine Kombination schulischen Lernens mit betrieblicher Erfahrung. Das Langzeitpraktikum wurde im Jahr 2024 an drei Förderschulen, vier Hauptschulen und einem Gymnasium umgesetzt. Insgesamt nahmen 92 Schülerinnen und Schüler das Langzeitpraktikum wahr. 2.6. KAoA-STAR Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf in den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung, Körperliche Entwicklung, Hören, Sehen und Sprache erhalten eine systematische Berufliche Orientierung durch das Programm KAoA-STAR („Schule trifft Arbeitswelt“) des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) und des Integrationsfachdienstes (IFD). Das Ziel ist, dass zukünftig mehr Schulabsolvent*innen mit Behinderungen oder Unterstützungsbedarf in Ausbildungs- bzw. Arbeitsverhältnisse des allgemeinen Arbeitsmarktes einmünden können. KAoA STAR ist Teil der Landesinitiative und orientiert sich in seinem Aufbau an den Inhalten der regulären Standardelemente. Neben Schüler*innen der Förderschulen profitieren auch Schüler*innen im Gemeinsamen Lernen von den STAR-Angeboten. Diese können wählen, ob sie an KAoA-STAR oder am regulären KAoA-Programm teilnehmen möchten. Unterstützung bei der Entscheidungsfindung finden die Schüler*innen wie auch deren Eltern, in einer jährlich stattfindenden Informationsveranstaltung. Die Potenzialanalyse für Förderschüler*innen mit den Schwerpunkten Geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung, Hören und Kommunikation (SBO 4.03) ist mit dem Schuljahr 2023/24 erstmalig auch durch die Landes-Gewerbeförderungsstelle des nordrhein-westfälischen Handwerks e.V. (LGH) ausgeschrieben worden und obliegt damit nicht mehr dem Landschaftsverband Rheinland (LVR). Im März 2024 konnten die beiden Förderschul-Lose (SBO 4.02 und 4.03) für die Schuljahre 2023/2024 und 2024/2025 an einen Träger vergeben werden. 2.7. KAoA-kompakt Schüler*innen, die eine Internationale Förderklasse (IFK) an einem Berufskolleg besuchen sowie Schüler*innen der Klasse 10, die bisher keine Berufliche Orientierung erhalten haben, können an „KAoA-kompakt“ mit zentralen Bausteinen der Landesinitiative teilnehmen. Die Standardelemente Potenzialanalyse (zweitägig), dreitägige trägergestützte Berufsfelderkundungen und Praxiskurse werden dabei innerhalb eines Schuljahres durchlaufen. Die Standardelemente BerufsfelderkundungenSeite 8 von 23 8 und Praxiskurse wurden kaum genutzt. Im Gegensatz zur Potenzialanalyse an der im Schuljahr 2023/24 174 Schüler*innen teilgenommen haben. 2.8. Studienorientierung Schüler*innen mit dem Ziel der Hochschulreife lernen durch die Berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II auch die Ausbildungswege an Hochschulen kennen. Im Online-Tool zur Beruflichen Orientierung für Lehrkräfte und weitere Interessierte (www.bo-tool.de) finden die Lehrerinnen und Lehrer umfangreiche Informationen zu den KAoA-Standardelementen und KAoA insgesamt. Ebenfalls finden sich dort unterstützende Materialien für die Berufliche Orientierung in der Sekundarstufe II (kurz: Sek II). Der Generator für die verpflichtenden Workshop-Elemente in der Sek II ist dort integriert. Zu den weiteren Angeboten zählen Hochschulmessen, Informationsveranstaltungen und außerschulische Lernangebote der Hochschulen (z.B. eine Studienorientierungswoche im Januar jeden Jahres), Kooperationen von Schulen und Hochschulen zu bestimmten Fachthemen, Beratungsangebote der Studienberatungsstellen der Hochschulen und der Arbeitsagenturen sowie die Bereitstellung von Online-Self-Assessment-Tools, wie etwa das Selbsterkundungstool Check-U der Agentur für Arbeit. Die beiden ortsansässigen, staatlichen Hochschulen der Region, die Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und die Hochschule Bonn/Rhein-Sieg sind mittelbar Teil des Steuerungsgremiums und leiten ihre Zahlen und aktuellen Themen dahin weiter. 2.9. Beratung an Schulen, Portfolioinstrument „Berufswahlpass NRW“ In Beratungsgesprächen der Agentur für Arbeit, in Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Fachkräften der Schulsozialarbeit, werden Schüler*innen ab Klasse 8 systematisch im Prozess ihrer Beruflichen Orientierung unterstützt. Für allgemeinbildende Schulen bietet die Agentur für Arbeit zusätzlich mindestens zwei berufsorientierende Veranstaltungen an. Ab Klasse 8 verwenden alle Schüler*innen das Portfolioinstrument Berufswahlpass NRW. In diesem Portfolioinstrument dokumentieren und reflektieren Schüler*innen ihren Weg der Beruflichen Orientierung und stellen eigenständig Informationen zusammen oder ergänzen diese. Zusätzlich erworbene Qualifikationen, Bescheinigungen und/oder Zertifikate werden dort hinterlegt. Für Schüler*innen mit besonderem Förderbedarf werden außerdem der Berufswahlpass NRW in Leichter Sprache sowie für neu zugewanderte Jugendliche der Berufswahlpass NRW in sprachentlasteter Form angeboten. Über die Teilnahme an der Potenzialanalyse wird auch die Herausgabe des Berufswahlpass NRW für alle Schüler*innen über Landesmittel finanziert und sichergestellt. Die Online-Versionen aller Berufswahlpass NRW-Varianten finden sich ebenfalls im passwortgeschützten Bereich des BO-Tools NRW: https://www.bo-tool.de/ - dem digitalen Online- Instrumentarium zur Beruflichen Orientierung.Seite 9 von 23 9 Das BO-Tool NRW ist ein umfangreiches und übersichtlich gestaltetes digitales Unterstützungsinstrument des Ministeriums für Bildung und Schule NRW, um die Berufliche Orientierung junger Menschen zukunftsorientiert weiterzuführen: In fünf Themenbereichen werden Materialien, Hilfen, Informationen und Angebote strukturiert dargestellt. Ebenfalls neu ist die berufswahlapp (https://berufswahlapp.de/). Diese soll den Schüler*innen eine selbstorganisierte Gestaltung ihres Berufsorientierungsweges ermöglichen. Zum Schuljahr 2022/2023 startete eine Testphase, in der zunächst einige Pilotschulen in ausgewählten Regionen die App nutzen können. Die Testphase ist um zwei Jahre bis Ende 2025 verlängert worden. 2.10. Koordinierte Übergangsgestaltung/Anschlussvereinbarung Die koordinierte Übergangsgestaltung ist ein Prozess, bei dem die Jugendlichen ihre bis dahin vorliegenden Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Beruflichen Orientierung bilanzieren. Unterstützt von Lehrkräften, Berufsberater*innen und ggf. weiteren Partner*innen, wie die Bildungsträger, die die Landesinitiative ‚Ausbildungswege NRW‘ umsetzen, dokumentieren Jugendliche in einer sogenannten Anschlussvereinbarung ihre individuellen Entscheidungen und weiteren Schritte auf dem Weg zur angestrebten beruflichen Perspektive. Die Anschlussvereinbarung soll erstmals in der Vorabgangsklasse ausgefüllt (i. d. R. in Jahrgangsstufe 9.2) und bis zum Übergang in eine Ausbildung oder in ein Studium fortgeschrieben werden. Das 2021 eingeführte Erhebungsformat Kumulierte Ausbildungsstellenwünsche Regional (kurz: KARL) ist seit dem Schuljahr 2019/2020 verpflichtend für folgende Schulformen umzusetzen: Berufskollegs mit vollzeitschulischen Bildungsgängen, die nicht zu einem Berufsabschluss führen und für Gesamtschulen und Gymnasien in der Einführungsphase (EF). Die Schüler*innen sollen bei dieser Abfrage Ausbildungswünsche angeben, um gezielt bei der Realisierung ihrer favorisierten Anschlussoptionen unterstützt zu werden. Jugendlichen mit einem besonderen Unterstützungs- und Begleitungsbedarf im Übergang stehen in Bonn unterschiedliche Angebote zur Verfügung: ▪ Programm „Förderung der Ausbildungsreife“ der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe des Amtes für Kinder, Jugend und Familie in Kooperation mit dem Schulamt an 12 Schulen (mehr dazu auf: https://www.bonn.de/themen-entdecken/bildung-lernen/jugendberufshilfe.php) ▪ Berufseinstiegsbegleitung in Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit und den ausführenden Bildungsträgern lernen fördern und Grone ▪ Angebote der Landesinitiative ‚Ausbildungswege NRW‘ ▪ Angebote der SchulsozialarbeitSeite 10 von 23 10 ▪ Angebote von Intra (https://www.bonn.de/themen-entdecken/bildung-lernen/beraten- begleitenvonschueler-innenmitfoerderbedarfimberufswahlorientierungsprozess.php) ▪ Angebote des Integrationsfachdienstes Bonn/Rhein-Sieg (https://www.ifd-bonn.de/) ▪ Ehrenamtliche Patenmodelle (wie z.B. SES) 2.10.I. Verantwortungskette für die Sekundarstufe I Die Übergangsgestaltung nimmt einen zunehmend wichtigen Anteil in KAoA ein. Die Einführung der Verantwortungskette am 01.02.2023 definiert Zuständigkeiten, Mindeststandards, Abläufe und Verantwortlichkeiten aller Akteur*innen in dieser wichtigen Bildungsphase. Die finale Unterzeichnung der Verantwortungskette durch alle Akteur*innen in Bonn und Rhein-Sieg ist im Februar 2023 erfolgt. Zielgruppe der Verantwortungskette in der Sekundarstufe I sind alle Schüler*innen, die zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres der Abschlussklasse keine sichere Anschlussperspektive gefunden haben. Seit dem Schuljahr 2023/24 wurden die betreffenden Schüler*innen von den Lehrkräften der Schule identifiziert und deren Daten über ein Portal der Bezirksregierung Köln an die Agentur für Arbeit übermittelt. Die Umsetzung des Schülerinnen- und Schülerdatenübermittlungsgesetz NRW (SDÜG) sorgte im Frühjahr 2024 erstmalig für die direkte Übermittlung personenbezogener Daten von Schülerinnen und Schülern, die voraussichtlich bei Beendigung der Schulzeit in der Sekundarstufe I über keine konkrete berufliche Anschlussperspektive im Sinne des § 31a Absatz 1 SGB III verfügten. Die Agentur für Arbeit agiert nun als Lotse in der Akteursgemeinschaft Übergang Schule-Beruf und übernimmt die Aufgabe, durch einen intensiven Beratungs- und Vermittlungsprozess mit den Schüler*innen eine passende Anschlussperspektive zu finden. Der Prozess der Verantwortungskette sieht sechs Schritte vor und beginnt in Jahrgangsstufe 10.2. In der Bildungsregion Bonn/Rhein-Sieg hat die Verantwortungsgemeinschaft, sozusagen als ‚Präventivmaßnahme‘, einen weiteren Schritt „0“vorgeschaltet: 0. Präventivmaßnahme: Die Schulen haben alle Jugendlichen bis zur Jahrgangsstufe 9.2 der Agentur für Arbeit zugeführt 1. Identifizierung von Schüler*innen ohne Anschlussperspektive 2. „Warme Übergabe“ an die Beratungsfachkräfte der Agentur für Arbeit 3. Strukturierter Prozess zur Vermittlung der identifizierten Schüler*innen 4. Beratungsangebote in den Sommerferien 5. Strukturierter Beratungs- und Vermittlungsprozess zum Beginn des Schuljahres (nach den Sommerferien) 6. Befragung KARL - Kumulierte Ausbildungsstellenwünsche RegionaL an den Berufs-kollegs sowie Gymnasien und GesamtschulenSeite 11 von 23 11 Unterstützung bei der Umsetzung erhalten die Schulen durch die Regionalkoordinator*innen und durch Materialien im Downloadbereich für Lehrkräfte auf www.bo-brs.de, die ihnen z.B. bei der Identifizierung der Schüler*innen helfen sollen. Die Schulen meldeten der Agentur für Arbeit für Bonn 1020 unversorgte Schüler*innen, von denen allerdings nur 373 Schüler*innen als wirklich unversorgt galten, weil es entweder Fehler bei der Datenübermittlung gab oder die Agentur für Arbeit bereits Kontakt zu den Schüler*innen hatte. Bis zum Ende der Sommerferien haben davon 79 Schüler*innen mitgeteilt, dass sie zwischenzeitlich eine Anschlussperspektive gefunden hatten. Im Rahmen der Verantwortungskette wurden darüber hinaus 7 Schüler*innen an Berufskollegs, 8 in eine Ausbildung und 8 in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme vermittelt. Innerhalb der Verantwortungskette wird auch eine Anmeldung an einem Berufskolleg für eine Vollzeitbildung als Anschlussperspektive definiert. Das Veranstaltungsformat ‚Chance‘ gehört zum Schritt 3 der Verantwortungskette (strukturierter Beratungs- und Vermittlungsprozess vor den Sommerferien). Das Format ‚Last Minute Ausbildung‘ gehört zum Schritt 5 der Verantwortungskette direkt nach den Sommerferien. Sie werden gemeinsam mit den Akteuren der Bildungsregion Bonn/Rhein-Sieg, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer zu Köln, Freiwilligendiensten und federführend von der Agentur für Arbeit Bonn durchgeführt. Die Angebote der Verantwortungskette werden auf der Internetseite www.bo-brs.de auf einer Zielseite beworben. Flyer mit einem QR-Codes, der direkt auf die Zielseite verweist, wurden der Zielgruppe ausgeteilt. Plakate mit demselben QR-Code wurden zudem in Jugendzentren und Schulen aufgehängt. 2.10.I.a. Chance 2024 Das spezielle Beratungs- und Vermittlungsformat ‚Chance‘ wurde im Schuljahr 2023/24 am 05.06.2024 im Haus der Bildung in Bonn durchgeführt. Die Agentur für Arbeit organisierte das Format federführend. Die Kommunalen Koordinierungsstellen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises sind dabei unterstützend tätig. 112 Schüler*innen ohne Anschlussperspektive informierten sich von 10 bis 16 Uhr über freie Ausbildungsstellen oder alternative Anschlussoptionen, wie z.B. Freiwilligendienste. Die Beratungsangebote der Berufsberatung und des Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Bonn, der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, der Handwerkskammer zu Köln sowie der Freiwilligendienste wurden intensiv und gewinnbringend genutzt. Die Qualität der Gespräche wurde von den beteiligten Institutionen durchweg als hoch und sehr gut bewertet. Das Beratungs- und Vermittlungsformat ‚Chance‘ hat sich demnach auch in diesem Jahr wieder als erfolgreiches Beratungsangebot gezeigt. 2.10.I.b. Last-Minute-Ausbildung 2024 Die Last-Minute-Ausbildung ist ein Beratungs- und Vermittlungsformat, das ebenfalls federführend von der Agentur für Arbeit Bonn durchgeführt wird. Die Kommunale Koordinierungsstelle weist auf dasSeite 12 von 23 12 Format durch Einladungsschreiben hin. Diese Einladungsschreiben werden der Zielgruppe durch die Schulen mit Vergabe der Abgangszeugnisse verteilt. Sie enthielten zudem den QR-Code auf die Zielseite der Verantwortungskette auf www.bo-brs.de, um auch auf die anderen Angebote im Rahmen der Verantwortungskette hinzuweisen. Die Last-Minute-Ausbildung 2024 fand am 28.08.2024 in der Agentur für Arbeit Bonn statt. Neben der Berufsberatung und dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit, haben die IHK Bonn/Rhein-Sieg, die Handwerkskammer zu Köln, diverse Träger von Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und Berufsausbildungen in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE) und Vertreter*innen von Freiwilligendiensten die Besucher beraten. 173 unversorgte Bewerber*innen im Rahmen der Verantwortungskette besuchten die Last-Minute- Ausbildung 2024. 2.10.II. Verantwortungskette für die Sekundarstufe II Im Jahr 2024 wurden in zwei Workshops mit allen relevanten Beteiligten und Betroffenen – also in Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein- Westfalen (MAGS), dem Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen (MSB), der Gesellschaft für Innovative Beschäftigung (G.I.B. - Bezeichnung bis 31.12.2024), der Arbeitsagentur Bonn/ Rhein-Sieg sowie den Schulaufsichten, Kommunalen Koordinierungsstellen und Studienberatungen ausgewählter Gebietskörperschaften - die Planung der Erweiterung der Verantwortungskette für die Sekundarstufe II eingeleitet. Die Umsetzung des Schülerinnen- und Schülerdatenübermittlungsgesetz NRW (SDÜG) sorgte im Herbst 2024 erstmalig für die direkte Übermittlung personenbezogener Daten von Schülerinnen und Schülern, die voraussichtlich bei Beendigung der Schulzeit über keine konkrete berufliche Anschlussperspektive im Sinne des § 31a Absatz 1 SGB III verfügen. Dies erfolgte über die jeweils zuständigen Bezirksregierungen an die Bundesagentur für Arbeit. Durch die Gesetzesänderung kann die Bundesagentur für Arbeit erstmalig diese Schülerinnen und Schüler gemäß § 1 Absatz 1 Satz 2 Schülerinnen- und Schülerdatenübermittlungsgesetz NRW kontaktieren. Das vereinfachte den Beratungsprozess und erhöht die Chancen der betroffenen Schülerinnen und Schüler, eine gute Anschlussoption zu finden. Die Auswertung dieses ersten Durchlaufes im Herbst 2024 hatte bedingt Änderungen für die gesamte Verantwortungskette zu Folge und verzögerte den Start der Verantwortungskette für die Sek II. Die Pilotphase ist für das erste Schulhalbjahr 2025/26 geplant. Informationen zu den individuellen Bedarfen wurden zusätzlich durch die in 2024 gestartete Landesinitiative ‚Übergangslotsen‘ gesammelt. Die Ergebnisse der Auswertung der ersten Förderphase dieses individuellen Beratungsangebotes für ausbildungsinteressierte Schülerinnen und Schüler anSeite 13 von 23 13 Berufskollegs sind inzwischen in das Format ‚Ausbildungswege NRW‘ integriert worden. Die Finanzierung für das Format ‚Ausbildungswege NRW’ ist bis Ende 2025 gesichert. 2.11. Elternarbeit Um Eltern für ihre unterstützende Rolle bei einer stärkenorientierten Beruflichen Orientierung zu sensibilisieren und für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen, werden sie frühzeitig und systematisch in den Berufsorientierungsprozess einbezogen. Beginnend mit einem Elterninformationsabend im Rahmen der Potenzialanalysen sollen Eltern ab der Jahrgangsstufe 8 regelmäßig über die Angebote im Bereich der Beruflichen Orientierung informiert werden und die Gelegenheit erhalten, an individuellen Beratungsangeboten teilzunehmen (z.B. Auswertungsgespräche Potenzialanalyse, bei den Anschluss- vereinbarungen oder der Berufsberatung der Agentur für Arbeit an der Schule). Auch in den KAoA Arbeitskreisen und Fachgruppen wurde das Thema Elternarbeit in 2024 behandelt. Es gab einen Austausch zur besseren Erreichbarkeit von Eltern. In der Arbeitsgruppe Schüler*innen und Elternbeteiligung wurden verschiedene Formate im Bereich der Elternarbeit besprochen. Interessierte Eltern können auf der regionalen Homepage www.bo-brs.de Informationen zum Thema Berufsorientierung in einem eigens für Eltern eingerichteten Bereich bekommen. 2.11.I. Chancen für mein Kind 2024 Aus der Arbeitsgruppe Schüler*innen und Elternbeteiligung hat sich eine Unterarbeitsgruppe für eine Elternveranstaltung in 2024 mit Vertretungen der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer zu Köln und den Kommunalen Koordinierungsstellen für Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis gebildet. Entwickelt wurde das Online-Format „Chancen für mein Kind“. Dieses wurde von der Kommunalen Koordinierungsstelle zusammen mit den beteiligten Akteuren am 30.10.2024 mit 150 Anmeldungen und 90 Teilnehmenden in einem digitalen Format durchgeführt. In sieben Breakout-Rooms konnten sich Eltern über folgende Themen informieren: 1) Orientierung und Ausbildung: Mein Kind sucht eine Ausbildung – Was passt? 2) Weiterführende Schulen: An welchen Schulen kann mein Kind einen höheren Schulabschluss erreichen? 3) Studium/duales Studium: Viele Möglichkeiten – Überblick behalten 4) Überbrückung/Förderung: Noch nicht am Start – Wie sinnvoll überbrücken? 5) Wir machen Karriere mit Lehre! Ausbildungsbotschafter berichten über ihre Erfahrungen in der Dualen Ausbildung und über ihre berufliche Zukunft 6) Auf die Ausbildungsplätze fertig, los! Jetzt #KÖNNENLERNEN Mit der Passgenauen Besetzung der IHK zum passenden IHK-Ausbildungsberuf 7) Willkommen im Handwerk Die Resonanz von Eltern und Anbietern war durchweg positiv. Das Format soll im kommenden Jahr wiederholt und angepasst werden.Seite 14 von 23 14 2.11.II. Arbeitstitel „ElternDays“ Die Kommunale Koordinierungsstelle plant die Umsetzung des Formats „Eltern Days“. Hierbei handelt es sich um eine Betriebsbesichtigung für Eltern mit dem Fokus auf den betrieblichen Ausbildungsberufen. Eltern erfahren in diesem Format von den Ausbilder*innen und den Auszubildenden vor Ort, welche Ausbildungsmöglichkeiten die Betriebe anbieten und wie die Ausbildung gestaltet ist. In 2024 hat die Kommunale Koordinierung den Kontakt zur Ausbildungsleitung der Stadt Bonn aufgenommen und das Format „Eltern Days“ vorgestellt. Die Stadt Bonn hat daran anknüpfend den „Tag der Offenen Türen“ zu einer „Tour der offenen Türen“ gemeinsam mit der Kommunalen Koordinierungsstelle weiterentwickelt. Schüler*innen der Elisabeth-Selbert- Gesamtschule Bonn besuchten am 21.11.2024 in vier Gruppen zu je 15 Schüler*innen vier verschiedene Ausbildungsstätten der Stadt Bonn. Von den dort arbeitenden Auszubildenden der Stadt Bonn wurden folgende Ausbildungsberufe vorgestellt: Fachangestellte*r für Bäderbetriebe im Schwimmbad ‚Beueler Bütt‘, Umwelttechnolog*in in der Abwasserbewirtschaftung in der Kläranlage Bad Godesberg, Vermessungstechniker*in, Geomatiker*in und Verwaltungsfachangestellte*r im Bonner Stadthaus. Diese Tour wurde von allen Seiten als informativ und gewinnbringend wahrgenommen und soll mit weiteren Schulen im kommenden Jahr fortgeführt werden. Als Ergänzung der Tour der offenen Türen fand am Abend des gleichen Tages ein Eltern- und Schülerabend im Bonner Stadthaus statt. Daran nahmen 40 Eltern in Begleitung ihrer Kinder teil und informierten sich über das Ausbildungs- und Studienangebot der Stadt Bonn. Nach einem Eingangsvortrag entwickelten sich ausbildungsbezogene Gespräche zwischen Eltern und Ausbilder*innen der Stadt. 2.12. Qualitätsentwicklung, Erfahrungstransfer und Vernetzung Die Koordinator*innen für Berufliche Orientierung der Schulen (kurz: StuBos) treffen sich regelmäßig zwei bis dreimal pro Jahr in schulformbezogenen Arbeitskreisen. Diese liegen seit 2024 in der alleinigen Verantwortung der Regionalkoordinator*innen in Absprache mit der Schulaufsicht. Die Mitarbeitenden der Kommunalen Koordinierungsstelle sind Teilnehmende dieser Arbeitskreise und berichten über Neuigkeiten im Übergang Schule-Beruf sowie über Neuigkeiten in der Umsetzung von KAoA. Die Kommunale Koordinierungsstelle Bonn hat ein Übersichtsdokument für die StuBos entworfen (Informationen zu Schuljahresbeginn). Diese Übersicht über alle Akteure und Aktivitäten im Jahresverlauf soll die Koordinator*innen für berufliche Orientierung an Schulen in ihrer praktischen Arbeit unterstützen. Das Dokument wird den Schulen zu Beginn des neuen Schuljahres aktualisiert zur Verfügung gestellt. Die Perspektive der Schüler*innen und Eltern wird inzwischen über die Facharbeitsgruppe „Schüler*innen- und Elternbeteiligung im Regionalen Übergangsmanagement" miteinbezogen. Sie besteht aus den Kommunalen Koordinierungsstellen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreis, derSeite 15 von 23 15 Handwerkskammer zu Köln (HWK), der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bonn/Rhein-Sieg, der Agentur für Arbeit Bonn, dem Jobcenter Rhein-Sieg, dem DGB Nordrhein-Westfalen – Region Köln/Bonn und der Bezirksschüler*innen Vertretung Bonn/Rhein-Sieg. Seit Oktober 2023 nehmen auch Elternvertreter*innen der Stadtschulpflegschaft Bonn und einige Vertretungen der Stadt- bzw. Gemeindeschulpflegschaften des Rhein-Sieg-Kreises teil. Die Kommunalen Koordinierungsstellen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreis, der Bezirkskoordinator der Bezirksregierung Köln mit dem Schwerpunkt KAoA an Förderschulen und eine Förderschulkonrektorin organisieren gemeinsam die Facharbeitsgruppe Berufsorientierung im Gemeinsamen Lernen. An dieser Facharbeitsgruppe nehmen interessierte StuBos der Schulen mit Gemeinsamen Lernen, Förderschullehrkräfte und Mitarbeitende der Beratungsstelle der Jugendberufshilfe sowie weitere Akteur*innen im Übergangssystem teil. Es geht in dieser Facharbeitsgruppe um einen Erfahrungsaustausch, Best-Practice-Bespiele und die Vernetzung der Akteur*innen der Berufsorientierung für Schüler*innen mit Beeinträchtigungen. Eine von den Kommunalen Koordinierungsstellen Bonn und Rhein-Sieg-Kreis gemeinsam entwickelte und gepflegte Homepage bietet allen Beteiligten eine Übersicht sowie aktuelle Informationen zu den Angeboten der Beruflichen Orientierung in der Region: www.bo-brs.de. Die Homepage hält für die Zielgruppen Schüler*innen, Eltern, Lehrkräfte und Unternehmen allgemeine Informationen zur Beruflichen Orientierung ebenso bereit wie konkrete Unterstützungsangebote und Anlaufstellen der in der Region aktiven Akteur*innen. 3. Kooperationen Schule-Wirtschaft Im Sinne einer praxisorientierten Beruflichen Orientierung und einer Steigerung der Attraktivität der dualen Ausbildung werden die Zusammenarbeit und der Austausch zwischen Schulen und Wirtschaft durch verschiedene Angebote und Veranstaltungsformate gefördert. 3.1. Arbeitskreis Schule-Wirtschaft In gemeinsamer Organisation der Kommunalen Koordinierungsstellen mit den für die Bildungsregion zuständigen Kammern (IHK Bonn/Rhein-Sieg und HWK zu Köln) findet in einem regelmäßigen Turnus der Arbeitskreis SchuleWirtschaft statt. Hierbei führen regionale Unternehmen Lehrkräfte und weitere in der Beruflichen Orientierung involvierte Beratungsfachkräfte durch ihren Betrieb und geben Einblicke in die Ausbildungsberufe und Berufsbilder ihres Unternehmens. Weiterhin erfolgen Informationen zu Praktika und Kooperationsmöglichkeiten mit Schulen sowie Angebote der Kammern und Veranstaltungen in der Bildungsregion. Pro Quartal findet ein Arbeitskreis statt, abwechselnd organisiert von der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der HWK zu Köln. 2024 haben die Lehr- und Beratungskräfte die folgenden Betriebe kennengelernt: 1. Quartal: Staatl. Lehranstalt für Orthoptistinnen und Orthoptisten der Universitäts-Augenklinik Bonn;Seite 16 von 23 16 3. Quartal: Lidl Bonn-Kessenich Die Arbeitskreise der Handwerkskammer zu Köln sind 2024 entfallen. Eine Erweiterung des Arbeitskreises durch andere Kammern (Landwirtschaft, Architekten, Steuerberater) ist gewünscht und wird geprüft. Eine weitere Überlegung ist, Schwerpunktarbeitskreise zu bilden, z.B. für ‚grüne‘ Berufe. 3.2. Facharbeitsgruppe Attraktivität der dualen Ausbildung Nach der Umstrukturierung des Steuerungsgremiums im Sommer 2024 wurde die ‚Arbeitsgruppe Attraktivität der dualen Ausbildung‘ umbenannt in ‚Facharbeitsgruppe Attraktivität der dualen Ausbildung‘. Organisation und Moderation der Veranstaltungen übernimmt seitdem die IHK Bonn/Rhein-Sieg. In diesem Jahr wurde die Übersicht für die Wirtschaft über alle Praktika während der Schullaufbahn, a) in den allgemeinbildenden Schulen und b) den Berufskollegs finalisiert und graphisch umgesetzt. Die Kommunalen Koordinierungsstellen haben diese beiden Listen zusammen mit Mitarbeiter*innen aus dem Programm ‚Förderung der Ausbildungsreife‘ der Jugendberufshilfe Bonn und der Vertreterin der Berufskollegs im Berufsbildungsausschuss der IHK Bonn/Rhein-Sieg zusammengestellt. Sie sind jetzt für alle Unternehmen und weitere Interessierte auf der Homepage der Kommunalen Koordinierungsstellen Bonn/Rhein-Sieg (‚www.bo-brs.de‘) ersichtlich. Dort können sich die Unternehmen auch Musterverträge und weitere Informationen zum Versicherungsschutz herunterladen. Die Kommunalen Koordinierungsstellen Bonn und Rhein-Sieg stellen KAoA auf allen Veranstaltungen, die sie besuchen, vor. Sie werben für BFE- und Praktikumsplätze in z.B. Ausbilderkreisen, Ausbildungsmessen, Hochschulmessen, Berufsinfotagen und auf der Woche der Ausbildung der Industrie- und Handelskammer. Sie betreuen Lehrkräfte, Betriebe und Schüler*innen bei Fragen rund um BFE-Tage und Praktika. 3.3. Arbeitstitel „Sport meet Young Professionals“ In 2024 hat die Kommunale Koordinierungsstelle Bonn ein neues Projekt im Bereich Schule-Wirtschaft initiiert. Die Idee ist, dass Sportvereine mittels Bannerwerbung Brücken bauen zwischen Schülerinnen/Schülern und Unternehmen. Über die Bannerwerbung können Betriebe für eine Ausbildung in ihrem Betrieb werben. Die Jugendlichen, die die Sportplätze besuchen, erfahren auf diesem Weg, wo es offene Ausbildungsstellen gibt und die Vereine haben durch die Bannerwerbung einen finanziellen Gewinn. Ein ähnliches Projekt hat sich in Rheine bereits erfolgreich etabliert.Seite 17 von 23 17 Im Jahr 2024 wurden erste Kontakte zu relevanten Partnern, wie dem Stadtsportbund Bonn und dem Sport- und Bäderamt Bonn, aufgebaut und etabliert. So konnten Informationen zu Kosten der Bannerwerbung und Zuständigkeiten gewonnen werden. Es wurde entschieden, sich zunächst auf Fußballvereine zu konzentrieren, weil sie eine hohe Mitgliederzahl von Jugendlichen aufweisen und daher hier das größte Potential für künftige Auszubildende gesehen wird. Für 2025 sind die ersten Projektschritte geplant. Weitere Projekte, an denen die Kommunalen Koordinierungsstellen über ihre Verbreitungs- und Vernetzungsarbeit beteiligt sind: ‘Ausbildungsbotschaftende NRW‘: Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg und die Handwerkskammer zu Köln bilden Auszubildende im zweiten oder dritten Lehrjahr zu sogenannten Ausbildungsbotschafter*innen für Einsätze an Schulen aus. Schulen können dieses Angebot für ihre neunten Klassen buchen, um ihren Schüler*innen mit diesem Peer-to- Peer-Ansatz einen Einblick in die Ausbildung zu vermitteln. KURS (Kooperationsnetz Unternehmen der Region und Schulen): Eine Initiative der Bezirksregierung Köln und der IHK, die Lernpartnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen vermittelt und begleitet. 4. Berufswahl-SIEGEL Seit dem Jahr 2011 würdigen die Stadt Bonn, der Rhein-Sieg-Kreis und die IHK Bonn/Rhein-Sieg, sowie die SIEGEL-Akademie mit der Verleihung des Berufswahl-SIEGEL jährlich besondere Anstrengungen der Schulen, ihre Schüler*innen intensiv auf ihren individuellen Start in die Ausbildung oder auf das Studium vorzubereiten. Die Bewertungen und die Zuerkennung des Berufswahlsiegels obliegen einer Jury, die mit Vertreter*innen aus Verwaltung, Wirtschaft und Schulen besetzt ist. In der feierlichen SIEGEL-Verleihung wurden am 30.08.2024 im Alten Bonner Rathaus eine Gesamtschule aus Bonn erstzertifiziert und eine weitere Bonner Gesamtschule rezertifiziert. Organisiert wurde der SIEGEL-Prozess und die Verleihung vom Regionalen Bildungsbüro Bonn. Der Schulrat mit der Generale Übergang Schule-Beruf moderierte die Verleihung, die Begrüßungsrede hielt die Bonner Oberbürgermeisterin. 5. Querschnittsaufgaben Inklusion, Gendersensibilität, Integration 5.1. Inklusion Die Angebote im Rahmen der Landesinitiative KAoA inkludieren alle Schüler*innen. Bei der Umsetzung der Standardelemente (z.B. der Potenzialanalyse) werden die besonderen Bedürfnisse derSeite 18 von 23 18 verschiedenen Schüler*innengruppen stets berücksichtigt. Mit trägergestützten Berufsfelderkundungen und Praxiskursen sowie Angeboten der Übergangsbegleitung erhalten Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf eine zusätzliche Begleitung im Prozess ihrer Beruflichen Orientierung. Um betriebliche Berufsfelderkundungen und Praktika zu ermöglichen, stehen Förderschulen im engen Kontakt zu Unternehmen, die bereit sind, für Schüler*innen mit Unterstützungsbedarf Praxisphasen anzubieten. Da KAoA ein inklusives Gesamtsystem der Beruflichen Orientierung darstellt, stehen Schüler*innen mit (Schwer-)Behinderung und/oder sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf in den Bereichen Geistige Entwicklung, Hören und Kommunikation, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Sprache zusätzliche Standardelemente durch KAoA-STAR (s. Punkt 2) zur Verfügung, unabhängig vom Ort ihrer Beschulung. Die Kommunalen Koordinierungsstellen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreis, der Bezirkskoordinator der Bezirksregierung Köln mit dem Schwerpunkt KAoA an Förderschulen und eine Förderschulkonrektorin organisieren gemeinsam die Facharbeitsgruppe Berufsorientierung im Gemeinsamen Lernen. An dieser Facharbeitsgruppe nehmen interessierte StuBos der Schulen mit Gemeinsamem Lernen, Förderschullehrkräfte, Mitarbeitende der Beratungsstelle Jugendberufshilfe und weitere Akteure im Übergangssystem teil. Die Facharbeitsgruppe Berufsorientierung im Gemeinsamen Lernen hat die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch im Bereich Inklusion und Berufsorientierung zum Ziel. 5.2. Gendersensibilität Im Prozess der Beruflichen Orientierung soll das Interesse von Mädchen und Jungen an bisher „untypischen“ (geschlechtlich konnotierten) Berufen geweckt werden. So sollen junge Frauen Zugang zu MINT- und entsprechenden Handwerksberufen erhalten und junge Männer zu erzieherischen, sozialen und pflegerischen Berufen. Dies soll immer auch von den involvierten Lehr- und Fachkräften berücksichtigt werden. Der Girls and Boys-Day, den die Stadt Bonn jedes Jahr bewirbt, wird an vielen Schulen als Berufsfelderkundungstag genutzt, um dieses Ziel zu erreichen. Die Gleichstellungsstelle der Stadt Bonn beteiligt sich darüber hinaus an der Initiative Klischeefrei, die unter anderem auch Unterrichtsmaterialien zur klischeefreien Geschlechterrolle in der Berufsorientierung bereithält.Seite 19 von 23 19 5.3. Integration Im Bereich Integration wurde weiterhin konzeptionell gearbeitet und vernetzt. Die regelmäßige Teilnahme an den Sitzungen des ‚Arbeitskreises Internationales und Integration‘ und der rechtsübergreifenden Sitzung des Integration Points sorgt für einen aktuellen Überblick über die Themen im Bereich Übergang Schule-Beruf für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte. Diese werden dann in der Arbeit mit den KAoA-Standardelementen berücksichtigt und ausgearbeitet. 6. Kommunale Koordinierung KAoA Die Kommunale Koordinierungsstelle steht mit allen für das Übergangssystem relevanten Akteur*innen in engem Austausch und wird ihnen gegenüber initiativ, damit Zielsetzungen und Absprachen bezüglich der Transparenz und Zusammenarbeit zwischen den Partner*innen getroffen, Schnittstellen verbessert und Entwicklungsprozesse angestoßen werden. Erfolgversprechende neue Projekte in der Berufsorientierung werden initiiert - mit kurzem Ausblick in das Jahr 2025 z.B. ein Projekt im Standardelement ‚Studienorientierung‘ mit dem Arbeitstitel „Next Step Studium – welche Skills brauche ich?“, dessen Potential ab Januar 2025 zusammen mit der Studienberatungsstelle der Uni Bonn ausgelotet wird. Die Kommunale Koordinierungsstelle Bonn verabredet, zusammen mit den regionalen Kooperationspartnern*innen, wie und durch wen die Umsetzung der Qualitätsentwicklung und - sicherung der vereinbarten Prozesse nachgehalten wird. Die Zuständigkeiten der Partner*innen bleiben dabei bestehen. Nach Jahren der erfolgreichen Implementierung und Umsetzung vor allem der Standardelemente in Handlungsfeld 1, hat das MSB mit den Regionalkoordinatoren eine neue Organisationseinheit eingeführt. Das Aufgabenfeld der Kommunalen Koordinierungsstellen hat sich dadurch verändert. Die beiden Handlungsfelder 2 (Übergangsgestaltung) und 3 (Attraktivität der dualen Ausbildung) sind stärker in den Fokus der Vernetzungs- und Vermittlungsarbeit gerückt. Das ist in den vorangegangenen Kapiteln des Jahresberichtes auch deutlich zu erkennen. Weiterhin hat das MAGS gemeinsam mit den Leitungen der Kommunalen Koordinierungsstellen den Entwicklungs- und Strategieprozess fortgeführt: Dieses Vorhaben dient einer besseren Sichtbarkeit der Kommunalen Koordinierungsstellen vor Ort und auf Landesebene einer gemeinsamen Profilbildung zur langfristigen Unterstützung des KAoA-Systems. Auf kommunaler Ebene setzt sich die Koordinierungsstelle dafür ein, die Koordinator*innen der Beruflichen Orientierung an Schulen in ihrer Arbeit zu unterstützen, indem sie regelmäßig und umfassend zu KAoA informiert.Seite 20 von 23 20 7. Zusammenarbeit Schule - Jugendberufshilfe Bereits seit Beginn der regionalen Kooperation zum Übergang Schule-Beruf besteht eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Schulamt der Stadt Bonn /Regionales Bildungsbüro und dem Amt für Kinder, Jugend und Familie/Beratungsstelle für Jugendberufshilfe der Stadt Bonn. Ausgangspunkt dafür war insbesondere die Teilnahme Bonns an dem damaligen Landesprogramm „Ein- Topf“, das seit Beginn im Jahr 2011 mit dem regionalen Zusatz „Förderung der Ausbildungsreife“ umgesetzt wurde. Das Konzept zur Durchführung von der „Förderung der Ausbildungsreife“ entstand in enger Kooperation zwischen dem Regionalen Bildungsbüro und der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe. Das Programm richtet sich an Schüler*innen von Haupt-, Real- und Gesamtschulen, die auf eine verstärkte persönliche Beratung und Begleitung im Übergangsprozess Schule-Beruf angewiesen sind. Neben der Koordination führen die Mitarbeiter*innen der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe eine Einzelfallbegleitung durch. Diese beinhaltet eine intensive, individuelle, wöchentliche Beratung der Schüler*innen. Das Programm wird derzeit an vier Hauptschulen, fünf Gesamtschulen, drei Realschulen sowie an den vier Berufskollegs von der Beratungsstelle für Jugendberufshilfe koordiniert und durchgeführt. Im Schuljahr 2023/2024 wurden insgesamt 260 Schüler*innen in den Klassen neun und zehn und weitere 112 Schüler*innen nach Schulentlassung betreut. 38 von insgesamt 93 begleiteten Schüler*innen, die im Sommer 2024 aus der Schule entlassen wurden, erhielten einen Ausbildungsplatz, weitere 46 Schüler*innen besuchen eine Fachklasse am Berufskolleg. 8. Finanzielle Förderung Seit dem 01.01.2022 finanziert die Stadt Bonn 60% der inzwischen vier Stellen inkl. Sachkosten der Mitarbeiter*innen, die in „KAoA“ tätig sind. 40% finanziert das Land NRW anteilig als zweckgebundene Zuweisung durch Mittel der Europäischen Union, dem Europäischer Sozialfonds (ESF). Bis einschließlich 30.09.2024 konnten die vorgenannten vier Einheiten in Gänze ausgeschöpft werden. Die seither bestehenden Vakanzen werden ab dem 01.02.2025 erneut gedeckt. Mit den personellen Änderungen einher gingen regelmäßig angepasste Maßnahmebeschreibungen und ein enger Austausch mit der Bezirksregierung Köln. Eine Förderzusage des Landes liegt bis zum 31.12.2025 vor (sog. Durchführungszeitraum). Wegen der engen Vernetzung von Koordination zur Umsetzung der KAoA-Standardelemente nach den Vorgaben des Landes NRW durch das Regionale Bildungsbüro und gleichzeitiger Durchführung des Programms „Förderung der Ausbildungsreife“ durch die Beratungsstelle der Jugendberufshilfe, stellt das Amt für Kinder, Jugend und Familie nach wie vor anteilig Fachkräftestellen im Programm „Förderung der Ausbildungsreife“ zur Verfügung.Seite 21 von 23 21Seite 22 von 23 22 Anlage Mitglieder des Regionalen Steuerungsgremiums KAoA (Stand 01/2025) Mitglieder Steuerungsgremium KAoA Eine kommunale Vertretung der Schulämter Bonn und Rhein-Sieg-Kreis Zuständige Schulaufsicht mit der Generale Übergang Schule-Beruf Eine Vertretung der Arbeitsverwaltungen der Bildungsregion Bonn/Rhein-Sieg Eine Vertretung der regional zuständigen Kammern Leitung der Regionalagentur Bonn/Rhein-Sieg Leitung der Kommunalen Koordinierungsstelle Bonn Leitung der Kommunalen Koordinierungsstelle Rhein-Sieg-Kreis Ständiges Partizipationsrecht haben folgende Organisationen: Eine Vertretung der regionalen Hochschulen (Zentrale Studienberatung) DGB Region Köln/BonnSeite 23 von 23
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