252734 · Mitteilungsvorlage
Friedhofsentwicklungsplanung - Bad Godesberg
Kerndaten
- Nummer
- 252734
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 19.03.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Nordfriedhof
- Am Friedhof
- Poppelsdorf
- Heiderhof
- Mehlem
- Lannesdorf
- Bonn
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252734 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Friedhofsentwicklungsplanung - Bad Godesberg Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 09.04.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit dem Ratsbeschluss des Friedhofskonzeptes am 05.05.2022 (DS.-Nr. 210797-03) folgt nun die Umsetzung in mehreren Schritten im Rahmen der Friedhofsentwicklungsplanung. Der derzeitige Planungsstand innerhalb des Prozesses sowie die daraus resultierenden Maßnahmen für die Bonner Friedhöfe werden aufgezeigt. 1. Funktionen der Friedhöfe Die 40 städtischen Friedhöfe bleiben zuallererst Orte des Erinnerns, doch sie übernehmen weitere vielfältige Funktionen. So sind sie grüne Oasen im Bereich der Flora und Fauna, sind Orte der Ruhe und Treffpunkt zugleich. Friedhöfe sind ein wichtiges kulturhistorisches Zeugnis, wie auch ein sich stets wandelndes Spiegelbild der Bonner Gesellschaft. Nicht zuletzt haben sie für Bonner Friedhofsgärtner, regionale Bestatter und Steinmetze eine wichtige wirtschaftliche Funktion. 2. Ausgangslage und Ziele Seit 25 Jahren ist ein Wandel der Bestattungskultur festzustellen. Ein Ziel der strategischen Arbeit ist es, die Bonner Friedhöfe in ihrer Funktion und Gestaltung mit den dynamischen Rahmenbedingungen und Wünschen der Bestattungsarten stetig weiterzuentwickeln. Nach wie vor lassen sich rund 88 % der Bonner*innen auf Friedhöfen bestatten. 75 % davon sind Urnenbestattungen, was ein neues Flächenmanagement erforderlich macht. Zeitgleich steigt die Nachfrage nach pflegefreien Grabarten sowie neuen Bestattungsformen. Da knapp die Hälfte der Friedhöfe teilweise oder vollständig unter Denkmalschutz stehen, gilt es die Belange der Denkmalpflege in Einklang mit den neueren Entwicklungen zu bringen. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, wurden kurz-, mittel, und langfristige Ziele festgesetzt: 2.1. Kurzfristige Ziele • Akuten Bedarf decken: - Urnenwahlgrab (UWG) - Urnengemeinschaftsgräber (UGG) - KolumbarienSeite 1 von 5 Seite 2 • Breiteres Angebot in allen Stadtbezirken • Erweiterung ökologischer Flächen 2.2. Mittelfristige Ziele • Neue Bestattungsformen: Bestattungsbäume, Partnergräber, Tierfriedhof • Mehr Begegnungsräume schaffen • Weniger Rasen – mehr Pflanzungen auf pflegefreien Gräbern • Digitalisierung & Außendarstellung 2.3. Langfristige Ziele • Entwicklung zu Friedhöfen mit Parkcharakter • Themenführungen: Stadtgeschichte, Persönlichkeiten, Kulturen • Klimaneutraler Friedhof • Kapellen sanieren oder ertüchtigen 3. Grabarten und ihre Verteilung Neben den klassischen Wahlgräbern für Särge oder Urnen gibt es eine Reihe von alternativen Formen, die zunehmend nachgefragt werden. Alleinstellungsmerkmal der Wahlgräber ist, dass sie über die Ruhefrist hinaus verlängert werden können. Die Ruhefrist hängt von der Bodenbeschaffenheit der unterschiedlichen Friedhöfe ab und liegt zwischen 15 und 40 Jahren, in der Regel 20 Jahre bei Särgen und immer 15 Jahre bei Urnen. Der Trend geht zu pflegefreien Urnengräbern, worauf die Stadt Bonn reagiert und ein breites Angebot aufweisen kann (siehe Friedhofskonzept S. 116-124), das im kommenden Jahr noch erweitert wird. 3.1. Vorhandene Grabarten: • Wahlgrab Sarg in Einzelstelle (2 Särge & 4 Urnen möglich) oder Mehrfachstelle • Wahlgrab Urne 4 Plätze • Wahlgrab Urne im Hain (bisher nur in Poppelsdorf) • Pflegefreies Reihengrab (Sarg, Rasen mit zentraler Namensnennung z.B. Gedenkstele) • Pflegefreies Urnenreihengrab (Rasen mit zentraler Namensnennung s.o.) • Urnen-Gemeinschaftsgrab mit 4 oder 24 Plätzen (Wechselpflanzung durch Friedhofsgärtnergenossenschaft, zentraler Namensnennung z.B. Gedenkstele) • Kolumbarium (nur Zentral-Friedhof) • Aschestreufeld (Zentralfriedhof und Nordfriedhof / Rasen mit zentraler Namensnennung s.o.) • Memoriam- Garten (nur Zentralfriedhof, von der Friedhofsgärtnergenossenschaft angelegt, bepflanzt und gepflegt) • Spezifische Religionsfelder Unsere multikulturelle Gesellschaft erfordert auch entsprechende Bestattungsangebote auf den Friedhöfen. Die Bedürfnisse und Bestattungsriten der verschiedenen Religionsgemeinschaften und Kulturen werden ebenfallsSeite 2 von 5 Seite 3 berücksichtigt. (siehe Friedhofskonzept S.28/29, 36) 3.2. Neue Grabarten – neue Formensprache • Bestattungsbaum • Partnergräber • Urnen-Gemeinschaftsgräber in einer geschwungenen Struktur Um der Abwanderung in Bestattungswälder entgegenzuwirken bzw. dem Wunsch, unter einem Baum beerdigt zu werden, nachzukommen, sollen Bestattungsbäume installiert werden. Hier sind zwei pflegefreie Formen vorgesehen: Entweder in einer Rasenfläche gelegen oder in einer von der Friedhofsgärtnergenossenschaft gepflegten Bepflanzung. Weiterhin sollen neue Urnen- Gemeinschaftsgräber nicht nur einer streng orthogonalen Anlage erfolgen, sondern auch in geschwungenen Grabfeldern. 3.3. Neuer Tierfriedhof Dem Anliegen, auch das Haustier würdevoll zu bestatten und einen Ort des Gedenkens zu schaffen (siehe FH-Konzept S. 138/9), wird gemäß der 1. Lesung (DS1713349AA7) ebenfalls entsprochen. Es werden kleine, am Rande liegende Bereiche, die mit Sträuchern oder Hecke gefasst sind, für einen reinen Tierfriedhof installiert. Für die neuen Grabarten und den Tierfriedhof müssen die Friedhofssatzung sowie die Gebührenordnung angepasst werden, so dass diese in 2025 vorbereitet, jedoch erst ab 2026 in Betrieb genommen werden können. 3.4. Grundsätzliche Grabartenverteilung Entgegen der bisherigen Praxis, besondere Bestattungsformen nur auf wenigen Friedhöfen anzubieten, wurde die Grabartenverteilung je Stadtbezirk erhoben, der Bedarf ermittelt und neu verteilt. Damit soll ein gleichmäßiges, breites Angebot im gesamten Stadtgebiet geschaffen werden. Die Bestattungsflächen werden innerhalb eines Friedhof konzentriert, und unbelegte, sogenannte „Überhangflächen“ erhalten einen parkähnlichen Charakter, indem Wege zurückgebaut, weitere Wiesenflächen installiert und Schatten spendende Bäume gepflanzt werden. 3.5. Geplante Grabartenverteilung im Bezirk Bad Godesberg PRG = Pflegefreies Reihengrab Zentralfriedhof PUR = Pfegefreies Urnen-Reihengrab Heiderhof Zentralfriedhof BB = Bestattungsbaum: Mehlem Zentralfriedhof UWG- Hain = Urnenwahlgrab-Hain HeiderhofSeite 3 von 5 Seite 4 UGG = Urnengemeinschaftsgrab: Burgfriedhof (in vorh. Doppelstellen) Lannesdorf Mehlem Zentralfriedhof Aschestreufeld: Zentralfriedhof Kolumbarium: Zentralfriedhof. Erweiterung vorh. Anlage Kulturen & Religionen: Heiderhof (Muslime) Tierfriedhof: Zentralfriedhof 3.6. Stakeholder- Abstimmungen • im Amt mit Friedhofsverwaltern • Bestatterverband & Friedhofsgärtnergenossenschaft 24.10.2024 • Großer Runder Tisch 19.11.2024 • Untere Denkmalbehörde am 26.11.2024 • Muslimische Gemeinden am 27.11.2024 • Kleiner Runder Tisch: Gewerke 22.01.2025 • Treffen mit muslimischen Gemeinden am Friedhof Heiderhof 27.01.2025 • Treffen mit Vertretern der muslimischen Gemeinde am FH Om Berg (24.03.2025) 3.7. Aktuelle Neuerungen im Bezirk Bad Godesberg – Geplante Anlagen 2025 UWG = Urnenwahlgrab: Neuanlage Mehlem UWG = Urnenwahlgrab: Neuanlage Lannesdorf UWG-Hain: Neuanlage Heiderhof UGG= Urnengemeinschaftsgrab: Neuanlage Lannesdorf UGG= Urnengemeinschaftsgrab: Burgfriedhof (in vorh. Denkmal.- Doppelstellen) Bestattungsbaum: Mehlem (belegbar ab 2026) Bestattungsbaum: Zentralfriedhof (belegbar ab 2026) Kulturen & Religionen: Muslimisches Feld: Heiderhof 4. Fazit Auf den Bonner Friedhöfen werden zukünftig die Bestattungsflächen konzentriert und die freigezogenen Flächen erhalten einen parkartigen Charakter. Ob die Umsetzung sogenannter Ausgleichsflächen gemäß Naturschutz -/ oder baugenehmigungsrechtlicher Bestimmungen auf den Friedhofsflächen ergänzend möglich ist, wird aktuell noch geprüft. Das Angebot an pflegefreien Grabarten wurde bereits ausgebaut und wird noch erweitert. Neue Bestattungsformen werden entsprechend den Bedürfnissen der Bonner Stadtgesellschaft eingeführt. In der weiteren FriedhofentwicklungsplanungSeite 4 von 5 Seite 5 erfolgt die Konkretisierung und flächenscharfe Ausarbeitung. Ziel ist der Erhalt und Ausbau grüner, naturnaher Oasen mit hoher Aufenthaltsqualität unter Berücksichtigung der Eigenheit des jeweiligen Friedhofs. Anlage/n KeineSeite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:14 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de