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252731 · Beschlussvorlage

Grundsatzbeschluss Zukunftsagenda Bonner Bühnen (Struktur)

Nummer
252731
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
18.03.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Bad Godesberg Stadtbezirk· Alt-Godesberg Hauptort
  • F Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  • Beuel Stadtbezirk· Beuel-Mitte
  1. Sitzung des Kulturausschusses 01.04.2025 Empfehlung
  2. Sitzung des Rates 08.05.2025 Entscheidung federführend
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Untergeordnet

  1. 252731-01 AA Volt-Änderungsantrag zu Grundsatzbeschluss Zukunftsagenda Bonner Bühnen (Struktur) Antrag zur Vorlage 252731

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Beschlussvorlage
öffentlich
252731
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Dezernat IV
Dezernat:
Dez. IV
Grundsatzbeschluss Zukunftsagenda Bonner
Bühnen (Struktur)
Beratungsfolge
Kulturausschuss 01.04.2025 Empfehlung
Rat 08.05.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1) Der Rat der Bundesstadt Bonn stimmt der Zukunftsagenda und den
Prämissen für die Zukunft der Bonner Bühnen (Anlage 1) zu.
2) Der Rat beauftragt die Verwaltung einen Strukturprozess mit folgenden
Schwerpunkten durchzuführen:
a) Optimierung von Binnenstrukturen (Aufbau- und Ablauforganisation,
Controlling) und Leistungsbeziehungen (zwischen Theater, BOB und
IBFB gGmbH),
b) Untersuchung, welche Prozesse und Aufgaben (insbesondere aus dem
administrativen und kaufmännischen Bereich, aber auch z.B. Marketing,
Ticketing, Fundraising) organisatorisch gebündelt werden können, um
Synergie- und Skaleneffekte zu erzielen,
c) Möglichkeiten der Digitalisierung für bereichsübergreifende
Organisationsoptimierungen,
d) Untersuchung der vorhandenen Spielstätten hinsichtlich ihrer
wirtschaftlich tragfähigen Nutzungsmöglichkeiten und Prüfung möglicher
Kooperationsmodelle,
e) Erarbeitung von Vorschlägen für geeignete künftige
Organisationsformen und Leistungsbeziehungen unter Berücksichtigung
der o.g. Punkte.
Der Beschluss des Rates zur Weiterentwicklung der Kooperation
zwischen dem Theater Bonn und dem Jungen Theater Bonn (siehe DS-
Nr. 230769) wird in diesem Zusammenhang aufgegriffen.
3) Der Strukturprozess soll Möglichkeiten aufzuzeigen, wie die freie Szene bei
der Umsetzung innovativer Impulse nachhaltig unterstützt werden kann (z.B.
durch Räume, Servicedienstleistungen, Neuansiedlungen, gemeinsame
nachhaltige Nutzung von Ausstattung, künstlerische Kooperationen).
4) Der Rat beschließt zur Umsetzung des Prozesses die als Anlage 2
beigefügte Projektstruktur. Die Verwaltung wird im Quartal 1/2026 die
Ergebnisse des Strukturprozesses zur Entscheidung vorlegen (siehe
Zeitplan).Seite 1 von 10
Seite 2
Begründung
Ausgangslage und Anlass:
Die Kulturbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland befinden sich in einem
sich stark wandelnden gesellschaftlichen Umfeld. Traditionsreiche klassische
Inhalte und Strukturen der Kultur- und insbesondere der Theaterlandschaft
werden im Kontext von Digitalisierung, Globalisierung, Demographie,
Nachhaltigkeitsbemühungen und dem Wandel von politischem und
gesellschaftlichem Verständnis stark verändert.
Größter kultureller Akteur ist das Theater Bonn. Das Beethoven Orchester wirkt
als konstante Größe im städtischen Konzertleben – künftig wieder in der
Beethovenhalle – und auch als feste Säule im Musiktheater. Beide
Kulturinstitute weisen mit steigenden Besucherzahlen und einer
überdurchschnittlichen Auslastung eine hervorgehobene Erfolgsquote aus.
Theater und Orchester stehen für Tradition, Identität, Exzellenz und
Breitenkultur gleichermaßen. Das Beethovenfest hat in den letzten Jahren
seinen internationalen Stellenwert als Festival und Netzwerkpartner weiter
gesteigert. Die Freie Szene bildet ein breites künstlerisches Spektrum ab und
bietet einen guten Nährboden für zeitgenössische Kunstformen.
Die sich seit Jahren entwickelnde Problemlage um die bauliche Substanz der
Gebäude des Theaters Bonn (Opernhaus, Werkstätten Beuel und Schauspiel
Bad Godesberg), die absehbar deutlich steigenden Personalkosten
(Tarifsteigerungen) sowie die Haushaltslage der Stadt Bonn legen nahe, mit
Blick auf die Gesamtfinanzierung der Kulturlandschaft der Stadt mittel- und
langfristig nach Optimierungsmöglichkeiten zu suchen.
Mit dem Ende der aktuellen Vertragslaufzeit von Generalmusikdirektor Dirk
Kaftan (31.07.2027) und dem Ende der Intendanz von Dr. Bernhard Helmich
(31.07.2028), sowie der anstehenden Ertüchtigung der Theaterimmobilien,
öffnet sich ein einmaliges Zeitfenster für strukturelle Veränderungen,
Kooperationen und inhaltliche Neukonzeptionen.
Theater Bonn und Beethoven Orchester Bonn erkennen diese Notwendigkeit
und wollen diesen Prozess – auch vor dem Hintergrund der
Haushaltskonsolidierung – aktiv mitgestalten, um unkontrollierte und
strukturschädliche Einschnitte zu vermeiden.
In der Mittelfristplanung des Doppelhaushalts 2025/2026 ist für die Zeit ab 2028
eine Kostenreduktion von 5 Mio. € p.a. für die Bereiche Theater und Orchester
vorgesehen. In den anstehenden Untersuchungen ist zu klären, wie dieser
Zielkorridor erreicht werden kann.
Das beigefügte Eckpunktepapier und die vorgeschlagene Projektstruktur sollen
dem breit angelegten Strukturprozess Leitplanken für die Erarbeitung von
konkreten Konsolidierungsmöglichkeiten geben.
zu Beschlusspunkt 1
Die Verwaltung legt dem Rat für den anstehenden, erforderlichen
Strukturprozess Eckpunkte vor, um mit einem gemeinsamen Ziel zu starten:
Den Menschen in Bonn im Bereich der Darstellenden Kunst und der Musik ein
dem Anspruch Bonns als Geburtsstadt Beethovens, als Universitäts- und
Wissenschaftsstadt, als internationaler Stadt und UN-Standort angemessenes
kulturelles Angebot bereitzustellen und damit die Attraktivität Bonns nachhaltig
zu sichern.Seite 2 von 10
Seite 3
Nach Einschätzung der Verwaltung benötigt eine internationale Stadt ein
attraktives Angebot im Bereich Musik und Musiktheater, da dies auch von
Menschen rezipiert werden kann, die nicht Deutsch sprechen (s. z.B.
Kooperation von Theater Bonn und BOB mit UN am Standort Bonn seit 2020).
Ein internationales Kulturangebot entwickelt zudem eine Strahlwirkung auf
Wirtschaft und Tourismus.
Bonn als Geburtsstadt Beethovens benötigt ein Konzertorchester, das im Sinne
der nationalen Beethoven-Pflege das sinfonische Werk Beethovens und die
Bandbreite der sinfonischen Konzertliteratur in der denkmalgerecht sanierten
und modernisierten Beethovenhalle darbietet.
Auf das Internationale Beethovenfest treffen beide Gründe gleichermaßen und
auf besondere Weise zu. Dort ist im besonderen Maße auch eine
Fundraisingkompetenz gewachsen (belegt durch mehrere Millionen EUR
Drittmittelakquise in den letzten Jahren), die durch die flexible und
fremdförderfähige Struktur der gGmbH begünstigt wird.
Die Freie Szene trägt wesentlich zur Vielfalt und Attraktivität des kulturellen
Angebots in Bonn bei und ist vor ähnliche Herausforderungen gestellt wie die
städtischen Kultureinrichtungen. Deswegen soll im Rahmen des
Strukturprozesses auch untersucht werden, wie die Angebote der Freien Szene
nachhaltig gestärkt werden kann. Ziel ist hier die Schaffung eines
synergetischen Öko-Systems (s. zu Beschlussziffer 3).
Kulturorte sind heute mehr denn je wertvolle Resonanz- und Reflexionsorte: Sie
sind das Rückgrat unserer Demokratie und prägen maßgeblich den
gesellschaftlichen Diskurs. Insbesondere Theaterhäuser wirken als
demokratische Kraftwerke, bringen Menschen zusammen, intervenieren
unseren Alltag, provozieren und inspirieren, aktivieren unseren
Möglichkeitssinn. In der Demokratiestadt Bonn haben die Kulturbetriebe eine
besondere Verantwortung, Kulturpolitik als Demokratiepolitik zu praktizieren
und für eine offene Gesellschaft einzutreten. „Kunst und Kultur waren und sind
immer politisch. Sie sind geradezu gefordert, für Freiheit und Demokratie
einzutreten. Die Kultureinrichtungen der Stadt sind Orte der demokratischen
Auseinandersetzung und des gesellschaftlichen Diskurses“ (Positionspapier
des Deutschen Städtetages). Kulturelle Aktivitäten schaffen Vertrauen,
Toleranz, Solidarität und Zusammenhalt. Jede Stärkung der kulturellen
Infrastruktur ist auch eine Stärkung unserer freiheitlichen Demokratie.
Ziel der Zukunftsagenda Bonner Bühnen ist es daher auch, nachdrücklich
erlebbar und erfahrbar zu machen, wie Kulturorte im städtischen Kontext als
Orte der Demokratie wirken.
In Bonn geht es jetzt darum, langfristig stabile Bedingungen zu schaffen für das
kulturelle Erbe in Bonn, für Tradition und Innovation, für das städtische Theater,
das städtische Orchester, das Beethovenfest und die Freie Szene.
Nicht zuletzt sind die Bonner Bühnen auch zentraler Akteure der kulturellen
Bildung und fördern die Teilhabe. Zahlreiche Partnerschaften mit Schulen,
niedrigschwellige Formate und Angebote für verschiedene Zielgruppen
ermöglichen jedem Menschen in Bonn die Teilhabe an Theateraufführungen
und Konzerten und fördern damit die Bildungschancen und
Bildungsgerechtigkeit.
Daher schlägt die Verwaltung vor, das beigefügte Eckpunktepapier zur
Grundlage für den anstehenden gemeinsamen, ergebnisoffenenSeite 3 von 10
Seite 4
Strukturprozess zu machen, in welchem die Verwaltung
Optimierungsmöglichkeiten und konkrete Vorschläge zur Reduzierung der
Zuschussbedarfe erarbeitet und dem Rat anschließend zur Beschlussfassung
vorlegen wird.
zu Beschlusspunkt 2
Die Untersuchung im Rahmen des Strukturprozesses hat folgende Schritte:
1. Untersuchung von Optimierungsmöglichkeiten in Binnenstrukturen und
Leistungsbeziehungen, z. B.
· Betriebs- und Managementstrukturen im Theater- und Orchesterbetrieb
sowie Aufbau- und Ablauforganisation nach umfassender
Organisationsuntersuchung
· Optimierung der Leistungsbeziehungen zwischen Theater, BOB und
IBFB gGmbH.
· Ausbau des Controllings zur Bewertung von Besucherresonanz und
Kosteneffizienz
2. Identifizierung und Bündelung von institutionenübergreifenden
Querschnittsaufgaben und Prozessen zum Abbau von Doppelstrukturen und
zur Erzielung von Skalen- und Synergieeffekten – z.B. in den Bereichen
Marketing, Ticketing/Vertrieb, Fundraising und Vermittlung – in einer
gemeinsamen Plattform, um den Ressourceneinsatz insgesamt nachhaltiger
zu gestalten.
3. Untersuchung von Möglichkeiten der Digitalisierung für
bereichsübergreifende Organisationsoptimierungen (z.B. Einsatz von KI als
Werkzeug u.a. in der Verwaltung) zur Erhöhung des Digitalisierungsgrades,
Erfassung des Status‘ der Digitalisierung und Erarbei-tung eines
durchgehenden Konzeptes.
4. Mit dem Ziel der Reduzierung von Schnittstellen insbesondere innerhalb der
Verwaltung und einer sinnlogischen Zuordnung der Hoheit über die
Spielstätten soll in diesem Schritt neben den drei Theaterliegenschaften
(Oper, Werkstätten/Theaterareal Beuel, Theater Bad Godesberg) auch die
Beethovenhalle einbezogen werden. Ein gesamtstädtisch gut
funktionierendes Betriebs- Nutzungskonzept für die Beethovenhalle ist nach
Einschätzung der Verwaltung eine Grundvoraussetzung für den
Strukturprozess. Im Rahmen des Strukturprozesses soll daher untersucht
werden, ob eine andere Zuordnung der Betriebsführung und -aufsicht für die
Beethovenhalle im Gesamtkontext der Bonner Bühnen sinnvoller wäre.
Für eine Bewertung des Bedarfes an Spielstätten aus Sicht der einzelnen
Anbieter ist eine Bedarfsanalyse erforderlich. Das heißt u.a.:
a. Anforderungen und Bedarfe der einzelnen Institutionen detailliert zu
erfassen und zu bewerten
b. vorhandene binnenplurale Strukturen und Prozesse der Bühnenbetriebe
hinsichtlich ihrer Funktionalität und Effizienz zu überprüfen
c. vorhandene Spielstätten zu öffnen, um sie effizient sowie angebots- und
zielgruppen-orientiert zu nutzen
d. die vorhandene Preispolitik zu überprüfen und die Angebotsnachfrage
qualifiziert auszuwertenSeite 4 von 10
Seite 5
e. Ressourcen nachhaltig einzusetzen und die Disposition neben dem
Bedarf auch daran auszurichten
f. Erarbeitung von Vorschlägen für geeignete Strukturmodelle und
Organisationsformen auf der Grundlage der in den vorherigen Schritten
gewonnenen Erkenntnissen. Die organisatorische Verfasstheit soll auf
maximale Kosteneffizienz und Transparenz ausgerichtet sein.
g. Darstellung verschiedener Szenarien und der damit verbundenen Effekte
auf den städtischen Haushalt als Grundlage für die spätere
Beschlussfassung durch den Rat der Bundesstadt Bonn.
Das Theater und das Beethovenorchester tragen die Begründung zum
genannten Konsolidierungsvolumen i.H.v. 5,0 Mio. € mit dem Hinweis auf die
Erläuterungen in der Anlage zur DS-Nr. 240986-39 mit (nachrichtlicher Ausweis
in der Produktgruppe "Theater Bonn"). Zudem wurde der
Konsolidierungsbetrag seitens des Dezernats für das Gesamtdezernat benannt.
Die beiden Institutionen betonen, dass sie den Strukturprozess konstruktiv
begleiten werden, gleichzeitig jedoch zum jetzigen Zeitpunkt nicht wissen, wie
die Konsolidierungserwartungen erfüllt werden können.
zu Beschlusspunkt 3
Eine Möglichkeit, die freie Szene bei der Umsetzung innovativer Impulse
nachhaltig zu unterstützen, liegt darin, Kultur zu vernetzen und vorhandene
Ressourcen nachhaltiger zu nutzen. So könnte die o.g. Plattform zu einem
kulturellen Zentrum für institutionsübergreifende Synergien (z.B. Räume,
Servicedienstleistung, Material-Hub) werden, das idealerweise zugleich
dezentral und subsidiär dem gesamten künstlerisch-kulturellen Ökosystem der
Stadt dienen soll, wobei die Autonomie (Marke, Rechtsform) der
Netzwerkpartner und freien Ensembles gewahrt bleibt.
Dadurch könnte den Akteur*innen der Freien Szene einerseits ein
Dienstleistungsangebot gemacht werden, damit sie sich vor allem auf
künstlerische Arbeit fokussieren können sowie Verwaltungsredundanzen und
Doppelstrukturen abgebaut werden. Querschnittsaufgaben der
lokalen/regionalen Szene könnten operativ in dieser Plattform – die aber
ausdrücklich „serviceorientiert“ institutionsübergreifend und jenseits
institutioneller Egoismen agieren muss – gebündelt werden, damit vor allem
kleine Organisation nicht eigene, tlw. unzulänglich ausgestattete
Parallelstrukturen aufbauen müssen und mehr Ressourcen in die Kunst fließen
können.
Eine solche Plattform sollte eine flexible und fremdförderfähige
institutionsübergreifende Gesamtstruktur haben und könnte auch gemeinsame
(Pilot-)Projekte gesamtstädtisch weiterentwickeln.
So könnte mittelfristig ein „kulturelles Ökosystem“ aufgebaut werden, mit neuen
Synergien zwischen städtischen Kulturbetrieben und Freier Szene und zum
Nutzen aller.
Untersucht werden sollen aber auch Möglichkeiten, z.B. durch
Neuansiedlungen und/oder künstlerische Kooperationen mit den städtischen
Kulturbetrieben innovative Impulse zu setzen und Angebote für zusätzliche
Alters- und Zielgruppen zu schaffen.Seite 5 von 10
Seite 6
zu Beschlusspunkt 4
Projektstruktur:
Die Projektverantwortung liegt im Sport- und Kulturdezernat. Die bisherige
Stabsstelle „Zukunft der Theaterliegenschaften“ wird in „Zukunft Bonner
Bühnen“ umgewandelt, weil sie neben dem baulichen auch den strukturellen
Prozess zusammen steuern soll. Die Stabsstellenleitung wird kurzfristig
besetzt.
Die Einrichtung der Stabsstelle geht zurück auf DS Nr. 221062, die Stelle der
Stabsstellenleitung konnte seinerzeit nicht besetzt werden, das
Besetzungsverfahren war zwischenzeitlich ruhend gestellt worden. Für die
Umsetzung dieses Beschlusses und dem zu den Theaterliegenschaften wird
die Stabsstelle jetzt zwingend benötig.
Für die vorstehend beschriebenen Untersuchungen wird die Verwaltung eine
externe Begleitung, verschiedene Experten und (punktuell) Beratungsfirmen
hinzuziehen. Die Mittel hierfür stehen im Haushalt als Planungsmittel für den
Prozess zur Verfügung. Die genaue Höhe des Bedarfs steht aber zur Zeit noch
nicht fest, sondern wird erst nach Ausschreibung und Auftragsvergabe
ausgelöst.
Bereits seit März 2022 begleitet eine Lenkungsgruppe aus Politik, Verwaltung
und künstlicherer Leitung den Analyseprozess der Theaterliegenschaften. Die
bisherige „Lenkungsgruppe Theaterliegenschaften“ wird in die
„Lenkungsgruppe Zukunft Bonner Bühnen“ umgewandelt und anlassbezogen,
mindestens aber quartalsweise einberufen und über Zwischenergebnisse
informiert.
Zeitplan:
Mai 2025 Der Strukturprozess beginnt mit externer Begleitung
unmittelbar nach dem Ratsbeschluss am 8. Mai 2025.
1. Quartal 2026 Vorliegen der Untersuchungsergebnisse, Entwicklung von
Strukturmodellen und Szenarien für die Zeit ab Mitte 2028;
Beratung und Beschlussfassung über Strukturmodelle und
idealerweise über die Besetzung künftiger Leitungspositionen,
damit diese die Implementierung der neuen Strukturen mit
vorbereiten und begleiten können.
Mit Beschluss über die künftigen Strukturen wird auch eine
erste Einschätzung zur Höhe der erzielbaren Konsolidierung
ab Mitte 2028 vorgelegt, die dann bei der Aufstellung des HPL
2027/2028 berücksichtigt werden kann.
2. Quartal 2026 Vorbereitung der Strukturveränderungen auf der Grundlage
der o.g. Beschlüsse bis Mitte 2028
1. August 2028 Mit Beginn der Spielzeit 2028/2029 sollen die Bonner Bühnen
in neuer Struktur an den Start gehen.
3. Quartal 2029 Nach einer eng begleiteten Startphase (Saison 2028/2029)
und anschließender Evaluation wird erforderlichenfalls
nachgesteuert. Bis Ende 2029 sollte der
Transformationsprozess idealerweise weitgehend
abgeschlossen sein, soweit sie nicht von der Instandsetzung
der Theaterliegenschaften abhängig sind.Seite 6 von 10
Seite 7
Anlage/n
1 Anlage 1 zu 252731 Stand 13.3.25 (öffentlich)
2 Anlage 2 zu 252731 (öffentlich)Seite 7 von 10
Anlage 1
Zielbild und Prämissen für die Zukunft der Bonner Bühnen, des Beethoven Orchester Bonn
und der Internationaler Beethovenfeste Bonn
Zielbild:
Zur Spielzeit 2028/2029 verfügt Bonn als Geburtsstadt Beethovens, als internationale Stadt und
als UN-Standort über ein städtisches Theater mit den zwei Sparten Oper und Schauspiel und
bewusst über ein eigenständig agierendes und wahrzunehmendes Konzertorchester mit
Spielverpflichtung in der Oper - mit dauerhaft tragfähigen Strukturen, verlässlichen
Leistungsbeziehungen und finanziellen Rahmenbedingungen, die beide auch in Zeiten
schwieriger Kommunalhaushalte langfristig sichern. Die Beethovenhalle ist die zentrale Musik-
Spielstätte in Bonn, mit einem überregional strahlkräftigen Programm, synergetisch vom
Beethoven Orchester und Beethovenfest sowie weiteren Akteuren gestaltet. Das Theater ist
wichtiger Teil und Nukleus des resilienten Kultur-Ökosystems Bonner Bühnen, in dem
künstlerische und organisatorische Synergien mit dem Beethovenfest Bonn und den
Partner*innen aus der Freien Szene zu einem nachhaltigen Ressourceneinsatz, zu einer
verstärkten Öffnung vorhandener Spielstätten und zur Erschließung neuer Zielgruppen geführt
hat. So ist es auch gelungen, den Zuschussbedarf im städtischen Haushalt zu senken.
Daraus leiten sich insbesondere folgende Prämissen ab:
1. Die Vielfalt der Bonner Bühnenlandschaft wird gesichert und weiterentwickelt, die
künstlerische Eigenständigkeit der jeweiligen Einrichtungen gestärkt
2. Das Theater Bonn (TB) wird als Zweispartenhaus (mit Tanzgastspielen) erhalten und
gesichert, wie auch die Theaterliegenschaften und deren Bespielbarkeit.
TB und Junges Theater Bonn (JTB) sind strukturell und inhaltlich in ihrer Zusammenarbeit
miteinander verknüpft.Das Beethovenfest (IBFB) wird als gesamtstädtisch vernetztes
Festival erhalten und weiterentwickelt.
3. Das Beethoven Orchester Bonn (BOB) wird als eigenständig agierendes Konzertorchester
mit Spielverpflichtung in der Oper erhalten und gesichert (insbesondere durch
Budgethoheit, Hoheit über die Orchesterdienste unter Berücksichtigung einer "Regelung
über die Leistungsbeziehung von BOB und TB im Musiktheater" und Markenhoheit).
4. Das Beethovenfest wird als gesamtstädtisch vernetztes Festival erhalten und
weiterentwickelt.
5. Die Angebote werden stärker aufeinander abgestimmt und für unterschiedliche Alters-
und Zielgruppen geöffnet (Zukunftssicherung durch Publikumssicherung)
6. Die Angebote der Freien Szene werden gestärkt, Kooperationen der Freien Szene mit
den städtischen Institutionen werden intensiviert (gegenseitige Befruchtung)Seite 8 von 10
7. Als Bonner Bühne wird auch die Beethovenhalle in die Überlegungen einbezogen. Sie ist
entscheidender Faktor bei der Identifizierung von möglichen Synergieeffekten zwischen
dem Betrieb von Beethovenhalle, BOB, IBFB und TB
8. In der mittelfristigen Finanzplanung führt das zu einem geringeren Zuschussbedarf, der
im Prozess den einzelnen Institutionen zugeordnet wird.Seite 9 von 10
Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Anlage 2
Projektstruktur „Zukunft Bonner Bühnen“
Dez. IV, 41, Theater, PROSO, OB-2, SGB
BOB, IBFB, Theater Marabu, Externe Steuerung Bau: z.Z.
Junges Theater Bonn Drees&Sommer, das bauprojekt
Bei Bedarf: Bei Bedarf:
Experten, Beratungsfirmen, Weitere 13, 20, 37, 61, 62, 63
Verwaltungsvorstand
Dezernat IV
(Projektverantwortung)
Stabstelle „Zukunft Bonner Bühnen“
Leitung NN
Lenkungsgruppe
Projektgruppe
Bau
SGB
Projektleitung
Struktur
Dez. IV
Stabsstelle
 Nutzung Liegenschaften
 Ausrichtung
 Betriebliche Optimierung
 Kooperationen/Synergien
 Organisations- und
Leitungsstrukturen
 Kultur-Ökosystem
 Bedarfe
 Finanzierung
 Sanierungsbedarfe
 Terminschiene
 Kosten
 WirtschaftlichkeitSeite 10 von 10

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Datenstand: 02.11.2026, 19:01 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de