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252708 · Mitteilungsvorlage

Aktivitäten zum Thema Baum

Nummer
252708
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
12.05.2025
Letzte Änderung
01.11.2026
  • Poppelsdorf Ortsteil· Bonn Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  • Kottenforst siedlung· Röttgen, Bonn
  • Ennert siedlung· Ramersdorf, Beuel
  1. Sitzung des Rates 07.07.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
252708
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Aktivitäten zum Thema Baum
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
04.06.2025 Kenntnisnahme
Rat 03.07.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung
I. Ausgangslage
Die Bedeutung des Baumes in der Stadt als entscheidender Bestandteil
der urbanen, grünen Infrastruktur ist in Bonn seit vielen Jahren sehr
groß und damit für die Verwaltung ein bedeutender Schwerpunkt des
täglichen Handelns.
Insbesondere die ungewöhnlich heißen und trockenen Jahre des
vergangenen Jahrzehnts haben deutlich gemacht, dass die
Stadtverwaltung mit ihrer Einschätzung richtig liegt. Die Jahre haben
aber auch gezeigt, dass insbesondere die klimaregulierenden
Leistungen des Baumbestandes nicht ohne entsprechenden personellen
und finanziellen Einsatz abzurufen sind. Damit die Stadtbevölkerung
auch von der Wirkung der Stadtbäume profitieren kann, müssen diese
entsprechend behandelt und gepflegt werden.
Die Verwaltung möchte mit dieser Vorlage die vielfachen Aktivitäten
darstellen, die sie auf Grundlage der Beratungen in den Ratsgremien
zum Thema Baum erarbeitet und umgesetzt hat.
Mit über 30.000 Bäumen an Straßen und fast 70.000 weiteren Bäumen
in Parkanlagen, auf Friedhöfen und Spielplätzen unterhält das Amt für
Umwelt und Stadtgrün eine großen, kommunalen Baumbestand.
Weitere etwa 25.000 Bäume werden heute noch von anderen Ämtern
der Stadtverwaltung unterhalten. Für die Zukunft ist hier ein stadtweit
einheitliches Vorgehen vorgesehen.
Zudem ist das Amt für Umwelt und Stadtgrün zuständig für die
Entwicklung und Unterhaltung des Stadtwaldes. Bonn mit seiner Lage
am Rhein ist eingerahmt von den großen zusammenhängenden
Waldgebieten Kottenforst im Süden und Ennert (als Ausläufer des
Siebengebirges) im Osten. 610 ha des Waldes befinden sich im
Eigentum der Bundesstadt Bonn und werden nach den Kriterien der
Naturland-Zertifizierung naturnah und nachhaltig bewirtschaftet. Die
Extremwetterereignisse der letzten Jahre von Dürresommern überSeite 1 von 7
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Sturmereignisse bis Starkregen stellen Herausforderungen für den Wald
dar, die ein klimaangepasstes Waldmanagement erforderlich machen.
So wird etwa die Baumartenzusammensetzung langfristig angepasst,
Kalamitätsflächen (u.a. durch Käferbefall in den Trockenperioden 2018 /
2019) aufgeforstet und die Naturverjüngung durch regelmäßige
Durchforstungen gewährleistet.
II. Einzelmaßnahmen
• Baumkataster
Seit 2008 baut die Verwaltung ein zeitgemäßes, digitales Baumkataster
auf. Beginnend mit einer umfassenden Grunddatenerfassung, welche
abgeschlossen ist, werden seit Jahren alle Kontrollen und
Pflegemaßnahmen an Bäumen, die sich in der Verwaltung des Amtes
für Umwelt und Stadtgrün befinden, im Baumkataster dokumentiert.
Das Baumkataster ermöglicht ein digitales Management und eine
lückenlose Dokumentation, womit es maßgeblich zur Unfallverhütung
und Sicherstellung der Verkehrssicherungspflicht beiträgt.
Aktuell befindet sich das Kataster im Umbruch, da die bisherige
technische Lösung über die kommunale Geodateninfrastruktur
aktualisiert werden muss. Dabei ist es wichtig, dass die vorhandenen
Altdaten übernommen werden können.
• Ersatzpflanzungen
Nach einigen Jahren, in denen aus finanziellen, aber auch personellen
Gründen Ersatzpflanzungen von Bäumen nur eingeschränkt und daher
auch nicht zeitnah erfolgen konnten, ist das federführende Sachgebiet
nun personell so aufgestellt, dass die Arbeiten vor Ort geplant und
ausgeschrieben werden können.
Es konnten daher in den letzten Jahren mit bis zu 2,5 Mio. € bis zu 700
Ersatzbäume gepflanzt und der Fehlbestand in den Straßen auf etwa 3
% reduziert werden.
Zum Stand der Ersatzpflanzungen wurde in den letzten Jahren in den
Vorlagen DS 241172 und der Stellungnahme DS 230201-03 ST
ausführlich berichtet.
• Baumkonzept
Mit einem Bestand von gut 30.000 Straßenbäumen verfügt die Stadt
Bonn über einen Straßenbaumbestand, der im Vergleich mit anderen
Großstädten gut ist.
Wichtig im Kontext insbesondere der immer heißer werdenden
Innenstädte und der zu sichernden Lebensqualität in der Stadt ist es,
dass in Bonn derzeit noch 539 Straßen baumlos sind. Dies entspricht,
bei 2245 Straßen insgesamt, einem Anteil von 24,29%. Die Anteile der
Straßen ohne Baumbestand in den Stadtteilen sind jedoch sehr
unterschiedlich aufgeteilt.Seite 2 von 7
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Anhand definierter Parameter konnte eine Bedarfspriorität für die
Stadtbezirke ermittelt werden. Die Berechnung des Medians wurde als
Grundlage für die Einstufung `unterdurchschnittlich´ und
`überdurchschnittlich´ vorgenommen. Diese Herangehensweise
ermöglichte somit eine weitgehend objektive Einstufung des Bedarfs
bzw. der Defizite der einzelnen Bezirke.
Diese Ergebnisse wurden in einem Baumkonzept zusammengestellt,
welches am 13.06.2023 einstimmig im Rat beschlossen wurde. DS
230524.
Unter Beteiligung der Öffentlichkeit und der Politik werden die
vorgeschlagenen Maßnahmen nun sukzessive umgesetzt.
• Baumtest
Bevor eine Baumpflanzung erfolgt, gibt es einen intensiven,
amtsinternen Austausch über Standort, Vorarbeiten und Baumart. Dabei
haben schon seit langer Zeit die sich verändernden
Rahmenbedingungen Einfluss auf die Entscheidungen und es werden
verschiedene Baumarten bzgl. ihrer Eignung getestet.
Seit 2022 nimmt die Stadt Bonn nun auch an dem Straßenbaumtest des
Arbeitskreis Stadtbäume der deutschen Gartenamtsleiterkonferenz
(GALK) teil.
https://galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenba
umtest-2/
Die Ergebnisse des Test sind die Grundlage für die GALK-
Straßenbaumliste.
https://galk.de/arbeitskreise/stadtbaeume/themenuebersicht/strassenba
umliste/
Diese Liste ist eine Standardgrundlage für die Auswahl von
Straßenbäumen.
• Sensorik
Das Amt für Umwelt und Stadtgrün testet in einem Pilotprojekt den
Einsatz von Feuchtesensoren im Sinne der intelligenten
Bewässerungstechnik in der kommunalen Jungbaumpflege.
Im Frühjahr 2023 wurden an 9 Baumstandorten innerhalb einer frisch
gepflanzten Allee mit 39 Ulmen 9 Funksender á 4 Sensoren installiert.
Die 4 Sensoren werden im Ballen und 70cm vom Stamm entfernt in
30cm, 60cm und 90cm Tiefe des Beetes eingebracht.
Die übermittelten Daten sollen Erkenntnisse liefern, die vor dem
Hintergrund des Klimawandels einen effizienteren und
bedarfsgerechteren Einsatz der wertvollen Ressource WasserSeite 3 von 7
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ermöglichen. Mit Blick auf die optimale Entwicklung des Baumes soll
dieses Vorhaben in Zukunft mit gut organisiertem Personaleinsatz
kostensparend gestaltet werden. Die Datenübertragung ist dank der
sogenannten LoRaWan-Technologie besonders energiesparend.
• Baumsubtrat
Lange Trockenperioden und Hitzestress setzen in den letzten Jahren
unseren Bäumen immer mehr zu. Umso wichtiger wird, neben
ausreichender Pflege, die Vorbereitung des Standortes. Dazu gehört zu
Anfang die Bodenansprache. Ist der Boden für die Einwurzelung
geeignet? Parameter wie Luft- und Wasserführung,
Wasserhaltefähigkeit, pH-Wert und Schadstoffbelastung sind dabei
wichtige Kriterien. Ist der Boden nur bedingt geeignet, dann können
Bodenhilfsstoffe eingebracht werden.
Die Verwaltung testet daher verschiedene Baumsubstrate unter
anderem auf ihre Wasserhaltefähigkeit, um auch auf dieser Ebene
zukünftig die bestmöglichen Voraussetzungen für eine gute Vitalität der
Bäume zu erzielen.
• Baumschutzsatzung
Zum Thema Baumschutzsatzung verweist die Verwaltung auf die DS
231582.
• Stadtwald
Zum Thema Stadtwald wird die Verwaltung eine separate
Mitteilungsvorlage in der zweiten Jahreshälfte 2025 einbringen.
III. Vernetzung, Förderung, Öffentlichkeitsarbeit
• Arbeitsgruppe zu Straßenbaumpflanzungen innerhalb der
Verwaltung
In einer Arbeitsgruppe beschäftigen sich die verschiedenen Bereiche
der Fachverwaltung mit den Herausforderungen von Baumpflanzungen
in den Straßenbereichen, z.B. der Pflanzung im Umfeld von Kanälen.
Ziel ist es hier, ein fachlich inhaltlich abgestimmtes Vorgehen in Bonn
für die Zukunft unter Berücksichtigung bestehende Regelwerke zu
erarbeiten. Über die Ergebnisse wird die Verwaltung berichten.
• Förderprogramm Natürlicher KlimaschutzSeite 4 von 7
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Die Verwaltung hat sich für das Förderprogramm „Natürlicher
Klimaschutz in Kommunalen Gebieten im ländlichen Raum“ im Rahmen
des „Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz (ANK)“ des
Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und
Verbraucherschutz (BMUV) mit einem Programm zum nachhaltigen
Klimaschutz, Stärkung biologischer Vielfalt und Attraktivitätssteigerung
durch Baumpflanzungen und artenreiche heimische Ansaaten im
Verkehrsraum beworben.
Im Januar 2025 hat die Stadtverwaltung den Zuwendungsbescheid über
Fördermittel i.H.v. 6,8 Millionen Euro erhalten. Insgesamt wird die
Bundesstadt Bonn in dem Fünf-Jahres-Zeitraum 8,5 Millionen Euro in
entsprechende Maßnahmen investieren; die 6,8 Millionen Euro
entsprechen einer Förderung zu 80 Prozent.
Die Stadt Bonn wird konkret durch stadtweite Entsiegelung von
Verkehrsraum und dem Anpflanzen 1001 klimagerechter Bäume den
nachhaltigen Klimaschutz stärken. Grundlage hierfür bildet das Bonner
Stadtbaumkonzept. Durch Berücksichtigung des
Schwammstadtkonzeptes soll die Ressource Wasser einerseits gespart
werden. Andererseits soll durch Wasserrückhalt die
Verdunstungskühlung der Bäume zusätzlich gesteigert werden, in dem
mit mehr Schatten durch mehr Bäume sowie durch Entsiegelung die
Aufheizung verringert wird.
• Label „StadtGrün naturnah“
Die Bundesstadt Bonn wurde 2023 mit dem Label „StadtGrün naturnah“
in Gold ausgezeichnet. Damit honoriert das Bündnis „Kommunen für
biologische Vielfalt e.V.“ vorbildliches Engagement auf städtischen
Grünflächen zur Förderung der biologischen Vielfalt.
In der Begründung wurde die Baumpflege in der Stadt Bonn als
herausragend klassifiziert. Die Begründung lautet:
Die Stadt Bonn setzt weiterhin auf einen hohen fachlichen Standard in
der Baumpflanzung und Baumpflege. Insbesondere kommt dem
Stadtwald eine besonders nachhaltige Bewirtschaftung zu Gute
(Naturland-Richtlinien). Die Liste "Bonner Baumarten" ist weiterhin in
Bearbeitung. Zukünftig soll der Totholzanteil im Stadtwald mindestens
10 % betragen. Geplant ist in diesem Zusammenhang zukünftig u.a.
nach bisher vorherrschender Fachmeinung aufgrund des Wurzeldrucks
alter Bäume nicht mehr begrünbare Baumscheiben zu begrünen, die
alte lokale Kirschsorte "Poppelsdorfer Schwarze" zu erhalten, im
Stadtwald Zukunftsbäume zu etablieren, alte Bäume stehen zu lassen
und diese mit einem Zeichen (blauer Specht) als Habitatbäume zu
kennzeichnen sowie Säume im städtischen Gebiet zu belassen.
• Obstbaumaktion im Herbst 2023
Ende August 2023 konnten sich Eigentümer*innen und Pächter*innen
von Bonner Gartengrundstücken für eine kostenlose Abgabe von
Obstbäumen am 1. Oktober 2023 bewerben. Innerhalb kürzester Zeit
konnten durch die Obstbaum-Aktion 1.000 neue Baumstandorte fürSeite 5 von 7
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Bonn gefunden werden. Mit der Aktion wurden viele Bonnerinnen und
Bonner zur Eigeninitiative auf Privatflächen motiviert. Hieraus resultiert
ein bedeutender ökologischer Mehrwert in Form der Steigerung von
Biodiversität, der Zunahme von Kühleffekten und der
Kohlenstoffspeicherung.
• Homepage
Neben der direkten Unterhaltung und Weiterentwicklung des Bonner
Baumbestandes ist die Information der Bevölkerung eine weitere Säule
der Bonner Baumstrategie.
Dazu wurde eine Homepage für das Baumthema erarbeitet und
fortlaufend mit aktuellen Themen weiterentwickelt.
https://www.bonn.de/themen-entdecken/umwelt-
natur/stadtbaeume/stadtbaeume.php
Die Resonanz und Rückmeldung auch aus anderen Städten zeigt, dass
Bonn hier beispielhaft vorgegangen ist und eine Informationsseite
anbietet, welche umfassend über das Baumthema informiert.
• European Arboricultural Council (EAC) Konferenz
Der Europäische Baumpflegerat (EAC) ist ein Forum, in dem Delegierte
verschiedener Baumpflegeorganisationen aus ganz Europa
zusammentreffen, um den Status des Berufsstandes zu verbessern und
ihn voranzubringen.
Der EAC fördert den Berufsstand, indem er sich über Themen wie
Forschung und Ausbildung, erfolgreiche Baumpflanzungen und
Verbesserung der Arbeitsmethoden austauscht.
Dieser Austausch soll zu gesünderen und resilienteren Bäumen in
Städten, Parks, und Gärten führen. Der Europäische Baumpflegerat
(EAC) hat sich zusammengefunden, um die notwendige fachliche
Expertise den entsprechenden Institutionen und Personen zur
Verfügung zu stellen.
Die Deutschen Baumpflegeverbände werden im EAC über die
Interessengemeinschaft Deutsche Baumpflege (IDB) vertreten und sind
Gastgeber der nächsten Jahreshauptversammlung des EAC, die vom
03. bis 6. Juli 2025 in Bonn stattfinden wird.
2007, auf der Europäischen Baumkonferenz in Valencia, Spanien,
beschloss der EAC, das herausragende Engagement einer Stadt in der
innerstädtischen Baumpflege hervorzuheben, die „European City of the
Trees“ und der Stadt den ECOT-Award zu verleihen.
Städte können sich für den ECOT-Award mit der Darstellung ihrer
Baumpflegeorganisation und möglicher besonderer, herausragender
Projekte in diesem Bereich bewerben.
Die Stadt Bonn, als Ausrichter der jährlichen Tagung des EAC 2025, hatSeite 6 von 7
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sich ebenfalls für den ECOT-Award beworben.
• Haus der Natur / European Forest City
2024 wurde Bonn vom European Forest Institute als European Forest
City ausgezeichnet. (https://bonn.de/pressemitteilungen/februar-
2024/bonn-ist-europaeische-waldhauptstadt-2024.php).
Im Bonner Haus der Natur wird unter anderem das Thema
Waldpädagogik und damit der Umgang mit Bäumen ausführlich
behandelt (siehe DS 252544).
Anlage/n
KeineSeite 7 von 7

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Datenstand: 03.11.2026, 05:38 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de