252671 · Anregungen und Beschwerden
Bürgerantrag: Klimaanpassungsmaßnahmen für den Baumbestand der Poppelsdorfer Allee
Kerndaten
- Nummer
- 252671
- Art
- Anregungen und Beschwerden
- Veröffentlicht
- 27.02.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Godesberg-Zentrum Hauptort
- Poppelsdorfer Allee
- F
- Poppelsdorf
- Venusberg
- Bonn
- Bad Godesberg
Stand im Verfahren i
- Einreichung
- Terminierung
- Sitzung
Soweit erfasst. Das Ergebnis der Beratung ist in den Daten nicht enthalten. Das vollständige Verfahren →
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Entscheidung federführend
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Anregungen und Beschwerden öffentlich 252671 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB 26.02.2025 Bürgerantrag: Klimaanpassungsmaßnahmen für den Baumbestand der Poppelsdorfer Allee Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 08.04.2025 Entscheidung Inhalt der Anregungen und Beschwerden Der Antrag ist auf Klimaanpassungsmaßnahmen für den Fortbestand des alten Baumbestands der Poppelsdorfer Allee und dessen Aufwertung im Zuge des Klimawandels gerichtet. Einzelheiten zur Begründung ergeben sich aus dem beigefügten Bürgerantrag. Anlage/n 1 Bürgerantrag (öffentlich) 2 Bürgerantrag - komplett (nichtöffentlich) 3 Foto (öffentlich)Seite 1 von 5 Betreff Antrag zu Klimaanpassungsmaßnahmen für den Baumbestand der Poppelsdorfer Allee Erstellt mit MACH formsolutions Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 2 von 5 Ihr Antrag Anliegen: Dieser Antrag hat verschiedene Klimaanpassungsmaßnahmen für den Forbestand des alten Baumbestandsder Poppelsdorfer Allee und dessen Aufwertung im Zuge des Klimawandes zum Gegenstand. Eine der Leitideen im vom Umweltbundesamt herausgegebenen Themenblatt „Anpassungen an den Klimawandel- Städtische Grünflächen und –räume“ ist, den „städtischen Baumbestand nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln“ (S. 5). Dazu gehört auch, die Umgebungs- und Wuchsbedingungen für die Bäume zu verbessern. In einem Beitrag im Fachmagazin Trends in Ecology and Evolution (2016) geht es neben Neupflanzungen vor allem darum, vorhandenen alten Baumbestand zu stärken, damit alte Bäume dem Klimawandel gut gegenüberstehen können. Dafür brauche es Weitblick und Schutzkonzepte, um den Bäumen weiterhin verträgliche Umweltbedingungen bieten zu können, um alt werden zu können. Da die Allee mit ihrem Wiesenstreifen in der Mitte schon vorhanden ist, würden zusätzliche Pflanzungen von Gebüschstreifen und Staudenstreifen mit klimaangepassten Arten mit keinen anderen Nutzungen (z.B. Platz für Parken, Feuerwehrzufahrten etc.) konkurrieren. Daher bietet die Fläche ein hohes Potenzial, den vorhandenen aber hitzegefährdeten städtischen Baumbestand schnell und nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln. Historische Bilder der Poppelsdorfer Allee zeigen, dass viele Flächen früher dichter bepflanzt waren als heute. Vor dem Hintergrund der vorliegenden Argumentation schlage ich unterschiedliche, erweiterte Bepflanzungen der Poppelsdorfer Allee im Zuge der Klimaanpassungsstrategie der Stadt Bonn vor. Die Beispiele sind jedoch nicht erschöpfend und die Liste kann durch weitere Ideen ergänzt oder modifiziert werden. Auf Wunsch kann ein kleiner Lageplan zum möglichen Aussehen der Fläche nachgereicht werden. Vorschläge: a) Die zusätzliche Pflanzung von Gebüschstreifen und Staudenstreifen mit klimaangepassten Arten. Mögliche Orte: o Teilverdichtete Flächen (wassergebundene Deckschicht) zwischen den Bäumen der inneren Baumreihen: So sind Fuß- und Radweg etwas mehr getrennt. oJeweils ein Gebüsch- und ein Staudenstreifen auf der Grasfläche, entlang der Außenkanten der Mittelfläche: Durch die Bepflanzung sind größere Bodenflächen abgeschattet, dadurch entsteht mehr Verdunstungskälte, weniger Hitze auf der Oberfläche und die Bodenwasserspeicherkapazität wird erhöht. Ebenso kann bei Starkregenfällen viel mehr Wasser über die Blattmasse der Gebüsche zurückgehalten werden, der Druck auf die Kanalisation wird verringert. Auch werden die kleinklimatischen Verhältnisse besser. In der Mitte bleibt ein schmalerer Rasenstreifen, der durchschlendert werden kann. b) Die Bepflanzung der Mitte der Allee mit einer klimaangepassten Baumart (z. B. Edelkastanie) oder einer säulenförmig wachsenden Baumart (s. Stadtbaumkonzept Bonn). Die Bäume könnten so gepflanzt werden, dass sie die denkmalgeschützte Sichtachse nicht beeinflussen. Selbst wenn in der Mitte eine durchgehende Reihe gepflanzt wird, könnte man nach wie vor rechts und links an den Bäumen vorbeischauen, um weiterhin von der Sichtachse zu profitieren. In gewissem Maße könnte man das Denkmal auf diese Art und Weise erweitern, weil sich so rechts und links der mittigen Bäume zwei Sichtachsen aufmachen. c) Eine Kombination aus einer mittigen Baumreihe und den Gebüschen – die Bepflanzung der Mitte der Allee könnte durch Bodendecker, Stauden, Büsche und Bäume ein sehr reichhaltiges und klimatisch wertvolles Refugium sein: Für Vögel, Fledermäuse, Insekten, zur Wasserrückhaltung (Schwammstadtkonzept) und Temperaturregulation. Die zusätzlichen Büsche könnten die Bäume vor weiterer Trockenheit schützen. Gebüsche und Stauden bilden die Ränder der Mittelfläche, in der Mitte könnte man - weiterhin im Schatten – durch die Poppelsdorfer Allee schlendern. Den Anspruch der Stadt Bonn, die Bürger*innen insbesondere im Kontext der Klimaentwicklung verstärkt in Beteiligungsprozesse einzubinden, begrüßen ich hier ausdrücklich. Eine Bürgerbeteiligung für ein solches Konzept fände rege Beteiligung und könnte auf diese Art und Weise ein rundes und für alle Ansprüche durchdachtes Konzept ergeben. Quellen: DANIELZIK· LEUCHTER +PARTNER Landschaftsarchitekten mbH (2023): Stadtbaumkonzept – Straßenbäume. Zwischenbericht. General-Anzeiger vom 22.07.2022: Bäume in der Poppelsdorfer Allee leiden unter der Dürre. URL: https://ga.de/bonn/stadt-bonn/bonn-baeume-in-der-poppelsdorfer-allee-leiden-unter-duerre_aid-76076871 (Letzter Abruf: 26.02.2025) General-Anzeiger vom 19.08.2024: Baumpflanzoffensive der Stadt Bonn gerät ins Stocken. URL: https://ga.de/bonn/stadt-bonn/bonn-so-viele-baeume-wurden-gepflanzt-und-gefaellt_aid-117849197 (Letzer Abruf: 26.02.2025) Lindenmayer, D.B. & W.F. Laurance (2016): The unique challenges of conserving large old trees. In: Trends in Ecology an evolution. Vol 31, Issue 6, S. 416-418. Umweltbundesamt/KomPass – Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (Hrsg.)(2013): THEMENBLATT: Anpassung an den Klimawandel. Natur in der Stadt – Städtische Grünflächen und Räume. Erstellt mit MACH formsolutions Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 3 von 5 Begründung des Antrags Anlass: Die Stadt Bonn will wesentliche Maßnahmen für mehr Hitze- und Klimaschutz umsetzen. Auf der Seite der Stadt Bonn heißt es: „Vor allem die rund 30.000 Straßenbäume prägen das Stadtbild. Sie leiden aber auch besonders unter den Folgen des Klimawandels. Die Stadt investiert stark in die Baumpflege und Ersatzpflanzungen.“ Die Stadt gibt Subventionen für Entsiegelung und propagiert das Pflanzen neuer Bäume. Jedoch gestaltet sich das Pflanzen neuer Stadtbäume aus verschiedenen Gründen als schwierig (s. GA Artikel vom 19.08.2024) Poppelsdorf ist im Bericht des Stadtbaumkonzepts unter insgesamt 75 Stadteilen als einer von zehn Defiziträumen mit Handlungsbedarf definiert worden. Daher wurden dort neue potenzielle Baumstandorte gesucht. Im Bericht heißt es: Besonders hohes Potential findet sich immer dort, wo ganze Straßenzüge mit Bäumen begrünt werden könnten“ (S. 42). Dieses Argument ist grundsätzlich richtig. Weiterhin heißt es: „In den historisch gewachsenen Stadtteilzentren mit repräsentativen Quartieren in Poppelsdorf und Bad Godesberg- Zentrum sind die großen Straßenräume der Haupt- und Durchgangsstraßen […] „ausgereift“ und vielfach bereits durch stattliche Straßenbaumreihen/-alleen geprägt“ (S. 40). Dieser Argumentation möchte ich folgendes ergänzen: Die Poppelsdorfer Allee, auf die sich die Autoren hier u.a. beziehen, galt in der Vergangenheit evtl. als ausgereiftes Stadtbegrünungskonzept, jedoch leiden die Bäume mit ihren derzeitigen „Baumscheiben“ bzw. den verdichteten Flächen im direkten Umfeld („wassergebundene Deckschicht“ als Fahr- und Spazierwege) und durch die offene, kurz gehaltene Parkfläche in der Mitte in der letzten Dekade sehr unter den trockenen Hitzesommern. Die Vitalität der Bäume ist schon jetzt geschwächt und bietet der Maniermotte offene Angriffsfläche. Auch der Biologischen Station Bonn/Rhein Erft ist das Hitzeproblem auf der Poppelsdorfer Allee bekannt: Die Bäume in der Poppelsdorfer Allee seien sowieso schon geschädigt durch Rad- und Autoverkehr. „2018, 2019, 2020 und jetzt 2022 waren sehr trocken. Dadurch ist das Grundwasser niedrig, und die Bäume werfen ihre Blätter ab“, erklärt er (GA-Artikel vom 05.09.2022). Folgt man den Trends für die nächsten Jahre, wird es eher wärmer statt kälter. Wir Poppelsdorfer sehen die Allee als eine wichtige Frischluftschneise und Biotopvernetzung zwischen Venusberg und Rhein. Ebenso fungieren viele der alten Bäume als Biotopbäume, weil sie mit ihren großen Kronen und vielen Baumhöhlen wertvolle Lebens- und Reproduktionsstätten für Fledermäuse und Brutvögel bieten. Darüber hinaus ist die Poppelsdorfer Allee (erbaut 1745 bis 1755) ein Wahrzeichen der Stadt Bonn und gehört für viele Bonner*innen mindestens genauso zur Stadt wie Beethoven (*1770). Dieser Antrag hat verschiedene Klimaanpassungsmaßnahmen für den Forbestand des alten Baumbestandsder Poppelsdorfer Allee und dessen Aufwertung im Zuge des Klimawandes zum Gegenstand. Hiermit bestätige ich, dass ich seit mindestens drei Monaten in Bonn wohne. Weitere Datei hinzufügen Erstellt mit MACH formsolutions Artikel-Nr.: KFAS_01_002Seite 4 von 5 Seite 5 von 5
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 21:25 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de