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252665 · Große Anfrage

BBB-Anfrage: Ferngesteuerte Abschaltung von Solaranlagen

Nummer
252665
Art
Große Anfrage
Veröffentlicht
27.02.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Bonn Stadtbezirk Hauptort
  1. Sitzung des Hauptausschusses 26.06.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 01.04.2025 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Beirates zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und Katastrophenschutz 25.03.2025 Kenntnisnahme
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Untergeordnet

  1. 252665-02 ST BBB-Anfrage: Ferngesteuerte Abschaltung von Solaranlagen
  2. 252665-001 ST BBB-Anfrage: Ferngesteuerte Abschaltung von Solaranlagen

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Große Anfrage
öffentlich
252665
Fragesteller/in:
BBB-Fraktion im Rat der Stadt Bonn
Marcel Schmitt
Elisabeth Struwe
Dr. Albert Weidmann
26.02.2025
BBB-Anfrage: Ferngesteuerte Abschaltung von
Solaranlagen
Beratungsfolge
Beirat zum ehrenamtlichen Bevölkerungs- und
Katastrophenschutz
25.03.2025 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
01.04.2025 Kenntnisnahme
Hauptausschuss 29.04.2025 Kenntnisnahme
Fragestellung
1. Wie hoch ist das Risiko, dass durch die ferngesteuerte Abschaltung von
Wechselrichtern das Bonner Stromnetz destabilisiert werden kann?
2. Haben die Oberbürgermeisterin oder die Stadtwerke Informationen über die
Anzahl der Anlagen auf dem Bonner Stadtgebiet, die von der unter Ziffer 1
benannten Problematik betroffen sind und welche Maßnahmen wurden von den
für das Bonner Netz Verantwortlichen getroffen, um einer unbefugten
Abschaltung von Anlagen zur Stromerzeugung entgegenzuwirken?
3. Wurde geprüft, ob die Gefahr, einer Manipulation größerer PV-Anlagen oder
Windkrafträder, die von den Betrieben der Stadt Bonn selbst genutzt werden,
via Netzzugriff etc. durch Unbefugte besteht und wenn ja, mit welchem
Ergebnis?
4. Wie wird durch die Stadt Bonn sichergestellt, dass
- bei den von ihr geförderten bzw. von ihr verbauten PV-Anlagen oder
Windkraftanlagen,
- bei den Anlagen zur Gewinnung von Solarstrom oder Windkraft, an denen sie
sich unmittelbar bzw. mittelbar als Anteilseigner beteiligt ist,
nur technisch und gegen unbefugte Eingriffe sichere Anlagen zum Einsatz
kommen?
Begründung
Faktenlage / InformationsstandSeite 1 von 3
Seite 2
- Durch die Novellierungen des EEG ist in Deutschland ein Massenmarkt für
Photovoltaik-Anlagen entstanden. Insbesondere kleine PV-Anlagen mit einer
Wechselrichterleistung von maximal 800 Watt (sog. Balkonkraftwerke oder
Steckersolar-Geräte) boomen. Durch den Preisvorteil wird dieser Bereich stark
von chinesischen Herstellern dominiert.
- In den letzten zwei Jahren hat es Berichte gegeben, dass chinesische
Hersteller über die Internetverbindung zu ihrer Cloud „ihre“ PV-Anlagen
manipulieren und sogar abschalten können. Dies kann über die mit dem
Internet verbundenen Wechselrichter erfolgen, die den von PV-Anlagen
erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln und an die Erfordernisse
des öffentlichen Stromnetzes anpassen.
Über die Internetverbindung gewährt der Hersteller dem Kunden Fernwartung
und Updates des Wechselrichters. Laut Expertenmeinung könnte der Hersteller
aber auch seine PV-Anlagen vom Netz trennen. Dies ist besonders dann
kritisch, wenn der z.B. chinesische Staat über „seine“ Hersteller die Möglichkeit
hätte, PV-Anlagen in anderen Ländern in Krisenzeiten abzuschalten.
Wenn eine Vielzahl solcher Anlagen gleichzeitig abgeschaltet würden, dann
könnte das Blackouts, also den Zusammenbruch des Stromnetzes zur Folge
haben.
https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/photovoltaik-windkraft-china-
internet-zugriff-blackout-100.html
Laut Schätzungen von Cyberexperten in Australien würde es schon reichen,
nur rund 20 Prozent der chinesischen Wechselrichter auszuschalten, um das
Stromnetz in die Knie zu zwingen. Und dann könne es unter Umständen bis zu
einer Woche dauern, um alles wieder hochzufahren.
https://brf.be/national/1779543/
https://www.borncity.com/blog/2023/10/10/deye-wechselrichter-
schwachstellen-und-zugriff-des-anbieters-auf-das-netzwerk/
https://www.heise.de/news/Hoymiles-Bedrohliche-Luecken-in-der-S-
Miles-Cloud-9319500.html 28.09.2023
https://balkon.solar/news/2023/10/05/cyber-security-probleme-bei-deye-
wechselrichtern/
https://solar.wtf.coop/
Die chinesischen Firmen, die die Wechselrichter herstellen, beteuern derweil,
dass der chinesische Staat ihnen keine Befehle erteilen könne. Experten
verweisen aber sicher nicht ganz ohne Grund auf den weitreichenden Arm des
Regimes in Peking. Und zumindest als Gedankenspiel soll Chinas Militär
durchaus schon die Option von Angriffen auf die Energienetze anderer Länder
aufgegriffen haben.
- Darüber hinaus wurde über Fälle mit fehlender CE-Kennzeichnung und
unzureichender technischer Sicherheit dieser Anlagen berichtet. In einem FallSeite 2 von 3
Seite 3
soll sogar der Abschaltmechanismus (Netz- und Anlagenschutz) nicht
funktioniert haben, der den Strom abschaltet, sobald der Stecker aus der
Hausverkabelung gezogen wird. Zieht man den Stecker aus der Wand, muss
der Wechselrichter dies erkennen und sofort den Strom abstellen - andernfalls
lägen auf dem blanken Stecker schließlich 230 V an.
https://winfuture.de/news,1372961.html
https://winfuture.de/news,147815.html
- In einem anderen Fall führte ein Firmware-Update zum Ausfall der Anlagen.
https://www.heise.de/news/Balkonkraftwerke-Automatisches-Deye-
Firmwareupdate-kann-Produktion-lahmlegen-10220366.html
Nach Angaben der Hersteller sollen diese technischen Unzulänglichkeiten
inzwischen aber behoben worden sein.
- Bei großen PV-Anlagen ist über derartige Fälle bisher nichts berichtet worden.
Der Zugriff chinesischer Hersteller auf „ihre“ Wechselrichter kann aber nach
derzeitigem Stand wohl auch hier nicht ausgeschlossen werden.
- Auch Windkraftanlagen haben Wechselrichter die den von der
Windkraftanlage erzeugten „schwankenden“ Wechselstrom in Gleichstrom und
diesen dann in wieder in netzkonformen Wechselstrom umwandelt.
Zu diesen Anlagen gibt es bisher keine Berichte über entsprechende Probleme.
Die Möglichkeit der Manipulation durch Hersteller aus China kann aber auch
hier nicht ausgeschlossen werden.
Anlage/n
KeineSeite 3 von 3

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Datenstand: 02.11.2026, 19:48 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de