252616 · Mitteilungsvorlage
Statusbericht Professionalisierung Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement
Kerndaten
- Nummer
- 252616
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 21.02.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bonn Hauptort
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Kenntnisnahme
- Sitzung des Unterausschusses für Digitalisierung und Organisation Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252616 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Statusbericht Professionalisierung Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement Beratungsfolge Hauptausschuss 13.03.2025 Kenntnisnahme Unterausschuss für Digitalisierung und Organisation 02.04.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit dieser Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung über die Zielsetzung und Fortschritte bei der Etablierung und Professionalisierung des verwaltungsweiten Projekt- und Portfoliomanagements. Die in Anlage 1 beigefügte Übersicht gliedert die Informationen in einen einleitenden thematischen Überblick sowie die Darstellung der Arbeitsschwerpunkte der Stabsstelle Projekt- und Portfoliomanagement des Jahres 2024, unterteilt in die Themen: Training, Software, Methoden und Strukturen, Hilfsmittel, Beratung, Vernetzung und Wissensmanagement sowie Change Management. Abgeschlossen wird die Anlage durch einen Ausblick auf die Zielsetzungen für das Jahr 2025. Ergänzend enthält die Anlage 2 einen Überblick zur Bedeutung von Projektportfoliomanagement in kommunalen Verwaltungen der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt). Anlage/n 1 Anlage 1 Statusbericht Stabsstelle Projekt-und Programmmgmt (öffentlich) 2 Anlage 2_KGSt_Portfoliomanagement in Kommunen (öffentlich)Seite 1 von 14 Statusbericht Professionalisierung Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement 1 Kommunales Projektmanagement Kommunale Verwaltungen haben eine große Bandbreite an unterschiedlichen Aufgaben und er- bringen unterschiedliche Dienstleistungen. Ein großer Teil dieser Tätigkeiten sind Linienaufgaben, das heißt wiederkehrende Aufgabenstellungen (beispielsweise Antragsbearbeitungen), die in gere- gelten Abläufen mit klaren Zuständigkeiten organisiert und bearbeitet werden. Neben diesen Dienstleistungen ist auch die Projektarbeit ein fester Bestandteil der kommunalen Aufgaben, zum Beispiel in Bau- oder IT-Projekten. Projekte sind, im Gegensatz zu den Linientätigkeiten, temporäre Aufgaben, die nicht wiederkehrend sind und durch ihre Einmaligkeit neue Zielsetzungen und Her- ausforderungen mitbringen, die berücksichtigt werden müssen. Projekte erfordern daher andere organisatorische Abläufe und Rahmenbedingungen als Linientätigkeiten. Hinzu kommt, dass äußere Einflüsse und eine wachsende Komplexität des Umfelds, bedingt durch größere Krisen, Klimawandel und immer schnellere technologische Veränderungen, eine zuneh- mende Flexibilität, Serviceorientierung und interdisziplinäres Arbeiten über Amts- und Dezernats- grenzen hinweg verlangt. Aus diesem Wandel resultieren viele Aufgaben für die Verwaltung, die oft in Form von Projekten bearbeitet werden. Dadurch steigt die Zahl der parallel zu bearbeiten- den Projekte und auch die Erwartungen an eine erfolgreiche und zügige Realisierung der Projekte sind hoch. Daher wird es zunehmend erforderlich, dass Kommunalverwaltungen ihre Arbeitswei- sen an diese neuen Herausforderungen anpassen. Dies umfasst auch Veränderungen in den Abläu- fen, Strukturen und der Organisationskultur. Die Einführung eines ganzheitlichen Projektmanagements in der kommunalen Verwaltung ist ein weit verbreiteter Lösungsansatz. Durch den Aufbau einer in die Verwaltungsorganisation integrier- ten Projektmanagementstruktur wird ein förderliches Umfeld für die Projekte geschaffen. Dieses bietet bessere Voraussetzungen für die erfolgreiche Realisierung von Projekten und für die Zusam- menarbeit zwischen verschiedenen Fachbereichen. Zudem erleichtert die Schaffung einer transparenten Übersicht über die gesamten Projekte die Pri- orisierung und Fokussierung, so dass die finanziellen und personellen Ressourcen zielgerichteter und wirtschaftlicher eingesetzt werden können. So kann Doppelarbeit vermieden, die Nutzung von Synergien gefördert und eine erfolgreiche, nachhaltige Umstrukturierung ermöglicht werden. Für den Aufbau dieser Projektmanagementstrukturen hat sich die Einrichtung von zentralen Orga- nisationseinheiten bewährt. Diese bieten Beratung und Hilfestellung für die in Projekten arbeiten- den Mitarbeitenden und Führungskräfte der gesamten Stadtverwaltung und schaffen ein passen- des Umfeld für Projekte. Dies verbessert die interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie das Zusam- menspiel zwischen den verschiedenen Projektbeteiligten und erhöht damit die Erfolgschancen bei der Realisierung der Projekte. Viele Kommunen (zum Beispiel Köln, Hamburg, Münster, Mönchengladbach) haben bereits ent- sprechende Einheiten eingerichtet, wobei die Bezeichnung und konkrete Schwerpunktsetzung va- riiert. Unterstützt wird dies von verschiedenen öffentlichen Einrichtungen wie der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt: Prozess- und Projektmanagement; KGSt:Seite 2 von 14 Kommunales Projektmanagement), dem Bundesverwaltungsamt BVA: Leitlinien PM-Flex) sowie der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (GPM), die diese Entwicklung durch die Bereitstellung von Leitlinien/Standards, Empfehlungen und Hilfsmitteln fördern. Darüber hinaus bieten sie Plattformen für einen Erfahrungsaustausch und eine Zusammenarbeit der Kommunen. Beispielsweise in der Fachgruppe Projektmanagement in Kommunen/Innozirkel Projektmanage- ment, eine Kooperation der GPM und KGSt. In ganzheitlichen Projektmanagementstrukturen sind sowohl Projektleitungen, die Projekte reali- sieren, als auch Führungskräfte, die Gesamtprojekte steuern sollen, integriert und miteinander verzahnt. Dies bildet sich auch in unterschiedlichen Begrifflichkeiten ab, wie in der folgenden Gra- fik dargestellt: Abb. 1: Verschiedene Ebenen eines ganzheitlichen Projektmanagements Projekt: Ein Projekt ist ein neuartiges, einmaliges und zeitlich befristetes Vorhaben, das interdisziplinär be- arbeitet wird. Die Anforderungen, Rahmenbedingungen und Zielvorgaben sind für jedes Projekt festzulegen. Anders als ein standardisierter Prozess ist ein Projekt nicht wiederholbar, sondern hat immer wieder neue Herausforderungen und Aufgabenstellungen, die berücksichtigt werden müs- sen. Programm: Mit einem Programm kann ein großes Vorhaben besser gesteuert werden. In einem Programm werden Projekte gebündelt, die ein gemeinsames, übergeordnetes (Programm-)Ziel verfolgen. Nicht jedes Projekt ist Teil eines Programms. Projektportfolio: In einem Portfolio werden alle geplanten, genehmigten und laufenden Projekte und Programme einer Organisation gebündelt mit dem Zweck einer übergeordneten Planung und Steuerung. Dies ermöglicht transparente Übersichten der Gesamtprojekte und die Auswahl sowie Fokussierung auf die Projekte und Programme, die den größten Nutzen für die Ziele der Organisation bringen. Alle Projekte und Programme sind Teil des Gesamtportfolios. Portfolio Programm Programm Projekt Projekt Projekt Projekt Projekt ProjektSeite 3 von 14 Ein aktueller Bericht der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement be- schreibt, wie Projektportfoliomanagement in kommunalen Verwaltungen eingesetzt werden kann und welche Vorteile sich daraus ergeben: https://kgst.de/Bericht-Kommunen mit Projekten steuern Weitere Informationen finden sich auch in der beigefügten Grafik der KGSt „Warum brauchen Kommunen ein Portfoliomanagement?“ (Anlage 2) 1.1 Projektmanagement-Strukturen in der Stadtverwaltung Bonn Schon vor einigen Jahren wurde mit der ersten Einführung von Projekt- und Portfoliomanagement- strukturen in der Stadtverwaltung begonnen. Seit Juli 2022 wird diese Aufgabe von der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement wahrgenommen. Der Aufbau der Stabsstelle erfolgt schrittweise und wird an die Bedürfnisse und Gegebenheiten der Organisation angepasst. Wie bei einem Baukasten gibt es verschiedene Dienstleistungen, die die Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement anbietet und diese Stück für Stück durch wei- tere Angebote ergänzt. Zudem wird auch der Wandel zu einer projektorientierten Kultur durch Change Management begleitet. Aufgabenschwerpunkte und Dienstleistungen der Stabsstelle Projekt- und Programmmanage- ment: Abb. 2: Aufgabenschwerpunkte der Stabsstelle Projekt- und ProgrammmanagementSeite 4 von 14 Das aktuell 3-köpfige Team der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement unterstützt die Verwaltung bei der Professionalisierung und Integration des Projektmanagements in die Verwal- tungsstrukturen. Es hilft und berät Projektteams und Führungskräfte im operativen Projektge- schäft (Projekt- und Programmmanagement) sowie beim Aufbau einer Steuerung der gesamten Projektlandschaft (Projektportfoliomanagement). Die Stabsstelle arbeitet dabei eng mit den Fachämtern zusammen, um die jeweiligen Bedarfe einbeziehen zu können. Sie steht den Mitarbei- tenden und Führungskräften der Verwaltung mit Rat und Tat bei allen Fragen zu Projekt-, Pro- gramm- und Portfoliomanagement zur Seite. 1.2 Zusammenfassung der Arbeitsschwerpunkte in 2024 Die Hauptziele der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement waren in 2024 die Einführung der Projektportfoliomanagement-Software sowie die Finalisierung des gemeinsam mit Amt 10 er- arbeitete Projektmanagement-Schulungskonzeptes. Beides konnte erfolgreich abgeschlossen wer- den. Die Software ist betriebsbereit und im ersten Einsatz und bereits im Dezember 2024 hat das erste Seminar Basislevel für Projektleitungen stattgefunden. Alle Tätigkeiten und Ergebnisse der Stabsstelle im Jahr 2024 werden, bezogen auf die Handlungs- schwerpunkte, nachfolgend zusammengefasst: 1.2.1 Training In den letzten Jahrzehnten hat sich Projektmanagement in allen Branchen stark professionalisiert, es gibt Studiengänge und Zertifizierungsmöglichkeiten sowie wissenschaftliche Arbeiten und Stu- dien an den Hochschulen zu diesen Themen. Daher ist eine Ausbildung im Projektmanagement für die Mitarbeitenden und Führungskräfte der Stadtverwaltung ein wichtiges Fundament für die Ar- beit in Projekten. Ziel der Schulungsmaßnahmen ist eine verwaltungsweite und längerfristig ange- legte Weiterbildung, die den Mitarbeitenden und Führungskräften mehr Sicherheit im Umgang mit Projekten gibt und die Weiterentwicklung der bestehenden Projektmanagementexpertise aller Projektbeteiligten fördert. Die im Konzept geplanten Schulungen basieren auf den Standards der Deutschen Gesellschaft für Projektmanagement e.V. (gpm-ipma.de), die deutschland- und weltweit anerkannt sind. Das Kon- zept wurde 2024, wie schon oben beschrieben, gemeinsam mit Amt 10 entwickelt, geplant und in die Umsetzung gebracht (siehe Übersicht auf der folgenden Seite)Seite 5 von 14 Folgende Schulungen waren und sind für die jeweiligen Zielgruppen in 2024/2025 vorgesehen: In zwei Veranstaltungen, zu denen die Verwaltungsmitarbeitenden und Führungskräfte eingeladen waren, hat die Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement gemeinsam mit den Ansprechpart- ner*innen aus Amt 10-13 über das Schulungskonzept informiert. Die Trainings werden zu einem weit überwiegenden Teil von einem externen Dienstleister durch- geführt. Die oben genannten Kurzschulungen sowie die fachliche Nachbetreuung und Beratung aller Schulungsteilnehmenden übernimmt die Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement. Übersicht der bisherigen und für 2025 eingeplanten Seminare: Formate Anzahl Jahr Seminar Basislevel 1 2024 6 2025 Führungskräfte Seminar 6 2025 Kurzschulungen Auszubil- dende (1-tägig) 3 2024 3 2025 Weitere Kurzschulungen (2 Std) 3 2024 Darüber hinaus hat die Stabstelle Projekt- und Programmmanagement in 2024 zwei Schulungen zum Thema Projektportfoliomanagement durchgeführt. Weitere Schulungsmaßnahmen haben im Zusammenhang mit der Software-Einführung stattgefunden, die in Kapitel 1.2.2 beschrieben sind. Seminar Basislevel 3-tägiges Präsenzseminar Zielgruppen: Projektleitungen und -teams Intensives Training der Projektmanagement- Grundlagen Führungskräfte Seminar 0,5-tägiges Onlineseminar Zielgruppen: Alle Führungsebenen Schwerpunkt auf die wichtigsten Projektmanagement-Themen für Führungskräfte Kurzschulung 2-stündiges bis 1-tägiges Präsenzseminar auf Basis der GPM-Standards Zielgruppen: Auszubildende der Stadt Bonn Erste Einführung für Mitarbeitende Grundlagen/Begriffe des ProjektmanagementsSeite 6 von 14 Durch den Ratsbeschluss zur Firmenmitgliedschaft bei der Deutschen Gesellschaft für Projektma- nagement e. V. (GPM) wurde eine weitere Möglichkeit geschaffen, die Weiterentwicklung der Mit- arbeitenden der Verwaltung im Projektmanagement über das Schulungsangebot hinaus zu för- dern. Die GPM wird von vielen ehrenamtlich Aktiven unterstützt und bietet ihren Mitgliedern da- her oft kostenlose oder kostengünstige Weiterbildungsangebote zu vielen aktuellen Themen des Projektmanagements. Das Angebot wird ab 2025 allen Mitarbeitenden und Führungskräften der Verwaltung zur Verfügung stehen. Die Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungsformaten im Rahmen der Dienstzeit ist verwaltungsintern durch einen von der Stabsstelle mit Amt 10 abge- stimmten Anmeldeprozess organisiert und dann durch die zuständigen Vorgesetzten zu bestäti- gen. 1.2.2 Software Im Juni 2024 hat die Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement die Projektportfoliomanage- ment-Software Sciforma erfolgreich eingeführt (Klimaplan-Steckbrief 1.1.2.1, Instrumente des Multiprojektmanagements entwickeln und etablieren). Im Zuge der technischen Implementierung sind von der Stabsstelle allgemeine Daten (zum Beispiel Benutzer*innen, Ressourcen, Organisati- onsdaten und Portfoliostrukturen) sowie ca. 400 Projekte aus verschiedenen Bereichen (Mobili- täts-, Bau-, Digitalprojekte) eingegeben worden (Aktuelle Portfoliostruktur siehe Kapitel 1.2.3). Die Stabsstelle hat gemeinsam mit den Benutzer*innen Abläufe und Konfigurationen festgelegt und diese mit dem Dienstleister implementiert. Dazu haben Workshops zur Erarbeitung und Ein- richtung der verwaltungsspezifischen Konfiguration für die Nutzung der Software stattgefunden. Zudem hat die Stabsstelle die Anwender*innen beraten und die Software in verschiedenen Berei- chen vorgestellt. Sie hat zudem den Auftraggeber und die Entscheidungsgremien regelmäßig über den aktuellen Stand des Projektes informiert. Während der Implementierung wurden die Schulungen der Anwender*innen durch den Dienstleis- ter durchgeführt. Danach wurde dies von der Stabsstelle übernommen, die Administratorin der Software ist und alle Anwender*innen bei Fragestellungen betreut sowie Hilfsmittel bereitstellt. Sie kümmert sich um Updates und Fehlerbehebungen und berät die verschiedenen Bereiche bei der Weiterentwicklung der Anwendungen. Übersicht Beratung/Workshops/Schulungen 2024: Beratungen zur Software 38 Termine Schulungen der Software 9 Termine Workshops zur Einführung 30 Termine Die Software bietet viele Funktionen zur Steuerung einer Projektlandschaft und der Umfang der Nutzung wird schrittweise weiter ausgebaut. Aktuell können die Anwender*innen in den Projekt- übersichten auf einen Blick die wichtigsten Informationen zu den Projekten einsehen und diese für eine Berichterstattung oder Auswertungen heranziehen, wie die Beispiele auf der nächsten Seite zeigen:Seite 7 von 14 Abb. 3: Beispiel einer Projektübersicht Abb. 4: Beispiel einer PortfolioauswertungSeite 8 von 14 1.2.3 Methoden und Strukturen Die Weiterentwicklung erster Portfoliomanagementprozesse und -strukturen ist im Rahmen der Software-Implementierung erfolgt (siehe auch Kapitel 1.2.2). Dazu gehörte beispielsweise der Auf- bau der Grundstrukturen der Portfolios, die Eingabe und Zuordnung der Projekte sowie die Ent- wicklung und Einführung von Portfoliomanagementprozessen. Folgende Portfolios sind im letzten Jahr in der Software aufgebaut worden: Die oben benannten Portfolios enthalten die wichtigsten Projektinformationen und es stehen ver- schiedene Übersichten zur Verfügung, die einen Überblick über die Projekte der jeweiligen Portfo- lios bieten. Zudem ist eine Einsteuerung neuer Projekte und die Nachverfolgung des Projektstatus möglich. Es können standardisierte Statusberichtsvorlagen für die Kommunikation zwischen den Projektleitungen und den Entscheidungsträger*innen genutzt werden. Die Software kann so indivi- duelle Projektübersichten (zum Beispiel Excel-Tabellen) ersetzen. Eine einheitliche Informationsba- sis erleichtert ämter- und dezernatsübergreifende Absprachen und reduziert den Aufwand für die Datenpflege. Es ist ein wichtiger Ausgangspunkt für den weiteren Aufbau der Portfoliostrukturen. Parallel zum Aufbau der Portfoliomanagementstrukturen hat die Stabsstelle im letzten Jahr ein Projektmanagement-Handbuch erarbeitet. Dies ist ein weiterer Baustein bei der schrittweisen Ein- führung eines verwaltungsweiten Projektmanagements. Das Handbuch dient als Leitfaden und Nachschlagewerk für die Projektleitungen und Führungskräfte und beinhaltet wichtige Begrifflich- keiten, Methoden und Werkzeuge, Informationen zu den Rollen der wichtigsten Projektbeteiligten sowie grundlegende Abläufe im Projektmanagement. Das Handbuch wird Anfang 2025 veröffent- licht. Zum Projektmanagement-Handbuch gehört auch die im folgenden Absatz „Hilfsmittel“ beschrie- bene Dokumentenvorlage eines Projekt-Handbuches, welches für die konkrete Planung undSeite 9 von 14 Durchführung der Projekte verwendet werden kann. Dieses Dokument wurde aufgrund großen Nachfrage der Projektleitungen bereits 2023 eingeführt. Hilfsmittel Die Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement stellt viele Hilfsmittel über ihre Intranetseite bereit, so dass alle Mitarbeitenden und Führungskräfte der Verwaltung auf Informationen zu allen Themen des Projektmanagements, einheitliche Vorlagen und Leitlinien zurückgreifen können: Projektmanagement-Hilfsmittel: - Aktuelle Vorlage des Projekt-Handbuchs (Juli 2024). In einem Dokument werden alle nützlichen Werkzeuge des Projektmanagements als Vorlage zur Planung und Durchfüh- rung von Projekten bereitgestellt. Darin sind standardisierte Tabellen und Übersichten der wichtigsten Projektmanagementmethoden enthalten, die direkt verwendet werden können und nicht für jedes Projekt neu erstellt werden müssen. Im Handbuch gibt es zudem als Hilfestellung für Projektleitungen kurze Erläuterungen zu den einzelnen Me- thoden. Die Vorlagen werden regelmäßig auf Basis der Anforderungen der Nutzer*in- nen weiterentwickelt und die Ämter bei der Anpassung unterstützt (zum Beispiel für spezielle Projektarten, wie Bauprojekte). - Darüber hinaus gibt es allgemeine Arbeitshilfen, zum Beispiel weiterführende Be- schreibungen zu Projektrollen. Dies wird in Kürze durch das Projektmanagement-Hand- buch abgelöst, welches alle Informationen zusammenfasst. - Verlinkungen zu anderen für die Projektarbeit wichtigen Bereichen und Informationen (zum Beispiel zu Lenkungsausschüssen). - Übersicht zu hilfreicher Literatur und Internetseiten zu allen Themen des Projektmana- gements. Projektmanagement-Magazin: Erläuterungen der Fachbegriffe des Projektmanagements anhand von alltäglichen, einfa- chen Beispielen. Das Magazin ermöglicht einen unkomplizierten Einstieg in die Themen und das Vokabular des Projektmanagements. Eine gemeinsame Fachsprache ist essentiell wichtig für das gemeinsame Verständnis in der Projektarbeit. Wie in allen Berufen gibt es auch im Projekt-, Programm- und Portfoliomanagement definierte und etablierte Fachbe- griffe, die hier erläutert werden. Aufgrund der Nachfrage der Kolleginnen und Kollegen wird das Magazin, insbesondere den interessierten Bereichen ohne Intranetzugang, einmal jährlich als PDF-Dokument zur Verfügung gestellt. Portfoliomanagement: Dieser Bereich im Intranet wurde in 2024 aufgebaut und veröffentlicht. Zum umfangrei- chen Thema Projektportfoliomanagement werden Informationen und Erläuterungen vor- gestellt, so dass insbesondere alle Führungskräfte und Mitarbeitende, die am Projektport- foliomanagement beteiligt sind, darauf zugreifen können. Auch hier gibt es Verlinkungen beispielsweise zu den Lenkungsgremien, so dass alle Informationen zum Portfoliomanage- ment und zur Software an einer Stelle verfügbar sind.Seite 10 von 14 1.2.4 Beratung Neben der Bereitstellung von Hilfsmitteln und Schulungsangeboten bietet die Stabsstelle auch Be- ratung und Coaching in der täglichen Projektarbeit, beim Aufbau von Projektportfoliomanagement und allen Fragestellungen, die sich in dem Zusammenhang ergeben. Die Stabsstelle ist für alle Mit- arbeitenden und Führungskräfte über die Kontaktdaten im Intranet, eine allgemeine E-Mail-Ad- resse oder über ihre persönlichen Kontakte erreichbar. Bei Anfragen werden Termine zur Erstbera- tung vereinbart, die oft schon ausreichen, um den Kolleginnen und Kollegen zu helfen. Weitere Be- ratungen werden dann individuell abgesprochen und fortgeführt. Die im letzten Jahr durchgeführten methodischen Beratungen waren sehr vielschichtig. Beginnend mit der Frage, warum Projektmanagement oder Projektportfoliomanagement überhaupt einge- setzt wird und welche Hilfsmittel verwendet werden sollten bis zu konkreten Fragestellungen, zum Beispiel, wie die Erstellung eines Phasenplans funktioniert oder wie eine Stakeholderanalyse nutz- bringend im Projektverlauf eingesetzt wird. Übersicht der Beratungsgespräche in 2024: Beratungen Portfoliomanage- ment 18 Termine Beratungen Projektmanage- ment 21 Termine Die Anfragen kamen aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung und es gab viel positives Feedback zu den Hilfestellungen. Beratungen zur Projektportfoliomanagement-Software sind in der Beschreibung im Kapitel 1.2.2 aufgeführt. 1.2.5 Vernetzung/Wissensmanagement Um einen Wissensaustausch der Projektleitungen dezernatsübergreifend untereinander und mit der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement zu ermöglichen, hat diese in 2022 ein internes Projektmanagement-Netzwerk gegründet. Das Angebot steht allen Projektleitungen der Verwal- tung offen und von den verschiedensten Ämtern wurden Teilnehmende angemeldet. Die Teilneh- menden spiegeln die Vielfalt der städtischen Projektlandschaft wider. Von anderen Projektleitungen und Projekten zu lernen, ist hilfreich, um den eigenen Erfahrungs- schatz zu erweitern und diesen mit anderen zu teilen. Mit dem Projektmanagement-Netzwerk wird eine Plattform angeboten, die diesen Austausch ermöglicht und von dem sowohl die Teilneh- menden als auch die Kolleg*innen in den Ämtern durch weiteres Teilen des Wissens profitieren. Die regelmäßige Teilnahme der Mitglieder, das aktive Mitwirken der Teilnehmenden und das jähr- liche Feedback zeigt, dass das Netzwerk sehr gut angenommen wird und für die Teilnehmenden eine weitere Hilfestellung ist. In den Präsenzveranstaltungen gibt es Vorträge, Gruppenarbeiten und weitere Formate, um nicht nur einen Austausch zu bieten, sondern auch eine weitere Wissensvermittlung. In den Onlineter- minen werden Fragestellungen oder aktuell wichtige Themen besprochen.Seite 11 von 14 Übersicht der Netzwerkveranstaltungen und Themen in 2024: Veranstaltungen Anzahl Themen Präsenzveranstaltungen 3 Termine Rollen im Projektmanagement Vorstellung von Projekten aus der Verwal- tung (Schwerpunkt der Veranstaltungen in 2024) Agiles Projektmanagement Vorstellung der Software Sciforma (Projekt-)Controlling Verschiedene Feedback-Methoden Austausch der Teilnehmenden untereinan- der Onlineveranstaltungen 2 Termine Besprechung Feedback und Wünsche für 2024 der Netzwerk-Teilnehmenden; Ideen für 2024 Vorstellung des Schulungskonzeptes und der Inhalte; Zielgruppe 1 für das Basisse- minar sind die Mitglieder des Netzwerkes. Vorstellung der Software Sciforma 1.2.6 Change Management Change Management ist ein wichtiger Baustein für die Begleitung des Kulturwandels, der nicht nur durch die Einführung von Projektmanagementstrukturen entsteht, sondern durch die gesamten Einflüsse und Änderungen, die auf die Verwaltung einwirken. Die Veränderungsprozesse mit Bezug zum Projektmanagement werden dabei angemessen durch die Stabsstelle Projekt- und Programm- management begleitet. Dies umfasst Maßnahmen wie Kommunikation, persönliche Gespräche, Bereitstellung von Informationen, Aufbau von Multiplikator*innen. Diese Maßnahmen sind in die Tätigkeiten der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement insgesamt integriert und daher nicht gesondert in diesem Aufgabenfeld dargestellt.Seite 12 von 14 2 Ausblick 2025 In 2025 werden die beschriebenen Tätigkeiten, wie Beratungen, Weiterentwicklung der Struktu- ren, Support der Software-Anwender*innen etc. fortgesetzt. Auch sind wieder Veranstaltungen des Projektmanagement-Netzwerks vorgesehen. Geplant ist zudem ein Aufbau weiterer Portfolios in der Software und die Nutzung weiterer Funkti- onen. So ist es vorgesehen, ein Ressourcenmanagement in ersten Organisationseinheiten aufzu- bauen. Damit soll für die Führungskräfte ein besserer Überblick geschaffen werden, welche Mitar- beitenden mit welchem geplanten Aufwand in Projekten arbeiten. Das soll ihnen die Zuteilung ih- rer Mitarbeitenden zu den Projekten und die Priorisierung der Arbeit erleichtern. Darüber hinaus hilft das Ressourcenmanagement eine Überlastung der Mitarbeitenden zu verhindern. Zudem wird die Arbeit der Anwender*innen der Software weiter beratend begleitet und Wünsche der Konfigu- ration (zum Beispiel weitere Berichtsvorlagen und erste Schnittstellen) umgesetzt. Wie schon im Kapitel 1.2.1 Training beschrieben, sind in 2025 weitere Schulungen geplant. Dar- über hinaus wird die Vergabe der Schulungen ab 2026 organisiert. Die Teilnehmenden der Schu- lungen werden bei Fragestellungen von der Stabsstelle Projekt- und Programmmanagement be- treut und das Angebot wird um die Veranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Projektma- nagement e. V. erweitert. Zusätzlich wird das Projekt zur Einführung einer Projektmanagement-Software gestartet. Sobald das Projekt von den internen Lenkungsgremien freigegeben wurde, beginnt die Planungsphase. Ein erster Rollout und die Verteilung erster Lizenzen an Projektleitungen ist für das 4. Quartal 2025 vorgesehen. Das Projekt wird in 2026/2027 fortgesetzt. Ziel des Projektes ist die Bereitstellung ei- ner Software, die eine vollständig digitale Planung und Steuerung von Projekten ermöglicht und durch eine Anbindung an die Portfoliomanagement-Software den Aufbau eines ganzheitlichen Projektmanagements fördert.Seite 13 von 14 Überblick über knappe Ressourcen schaffen, um diese in den priorisierten Projekten wirkungsvoll einsetzen zu können. Strategische Ziele Warum benötigen Kommunen ein Portfoliomanagement? Transparenz herstellen Die verwaltungsweite offene Kommunikation fördert den Austausch sowie den Wissenstransfer über alle Organisationseinheiten hinweg. Berichtsfähigkeit gegenüber wichtigen Stakeholdern (z. B. Politik); auch als Grundlage für folgende Evaluationen. Gewichtung von Projekten anhand definierter Kriterien (z. B. Chancen, Risiken, strategische Ziele, Ressourcenverfügbarkeit). Sichtbarmachen, darstellen und nutzen von Abhängigkeiten und Zusammenhängen. Permanente Planung, Priorisierung, übergreifende Steuerung und Überwachung aller Projekte oder eines abgeschlossenen Teilbereichs der Verwaltung. Stetiger Überblick über die aktuellen Status sowie Darstellung komplexer Zusammenhänge der einzelnen Projekte. Dynamische Reaktion auf Probleme und Veränderungen; Projekte und Ressourcen werden vor dem Hintergrund der Krise neu bewertet (stoppen, verschieben oder neu anstoßen). Die Verwaltung führt mit Blick auf ihre Strategie zielorientiert die für sie optimale Zusammensetzung von Projekten und Programmen durch. Projektlandschaft steuern Reagieren auf Krisen Monitoring Priorisieren und bewerten Synergien schaffen Kommunikation gestalten Silos abbauen Eine transparente Projektkultur verringert Unsicherheiten und fördert das gegenseitige Verständnis und konstruktive Miteinander. Innovationszirkel Projektmanagement © Martina Beil Ressourcen managen MS KGSt ProjektSeite 14 von 14
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