252583 · Beschlussvorlage
Klimaviertel Bezirk Bonn
Kerndaten
- Nummer
- 252583
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 19.03.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Neu-Tannenbusch Hauptort
- Alt-Godesberg
- Dransdorf
- Auerberg
- Bonn
- Beuel
- Bad Godesberg
- Hardtberg
- Medinghoven
Beratungsfolge
- Sitzung des Beirates Bürgerbeteiligung Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger Empfehlung
- Sitzung des Beirates Kinder- und Jugendbeteiligung Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage öffentlich 252583 Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung Dezernat: Dez. OB Klimaviertel Bezirk Bonn Beratungsfolge Bezirksvertretung Bonn 08.04.2025 Empfehlung Beirat Kinder- und Jugendbeteiligung 02.05.2025 Empfehlung Beirat Bürgerbeteiligung 09.05.2025 Empfehlung Ausschuss für Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger 15.05.2025 Empfehlung Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.06.2025 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Dem Konzept des dezentralen Klimaviertels Bonn wird zugestimmt. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Rahmenvertragsvereinbarung mit dem Träger Wissenschaftsladen Bonn e. V. zu schließen, der für die weitere Konzeption und Durchführung zuständig ist. 3. Der künftige Träger und die Verwaltung werden beauftragt, Kooperationspartner für die Umsetzung des Klimaviertels zu gewinnen und einzuladen. Insbesondere Hilfsorganisationen (beispielhaft genannt: THW, DRK, DLRG, Freiwillige Feuerwehr, ASB und/oder weitere), Wissenschaftliche und Bildungseinrichtungen (beispielhaft genannt: Universitäten und VHS), sowie Sozialeinrichtungen (Quartiersmanagements), Sportvereine sollen in die Umsetzung eng eingebunden werden. Begründung Der Rat der Bundesstadt Bonn hat die Vorlage „Mitwirkungsformate auf dem Weg zur Klimaneutralität: Klimaviertel und Zukunftsforen“ (DS 240301) beschlossen. Demnach soll in jedem der vier Stadtbezirke ein Klimaviertel entstehen. Die Verwaltung wurde mit der Entwicklung verschiedener Ansätze beauftragt. Nach den bereits beschlossenen Klimavierteln in: • Beuel (soziale und ökologische Impulse durch Kultur und Zivilgesellschaft, Träger: Kulturzentrum Brotfabrik e.V.), • Bad Godesberg (gemeinsame Gestaltung des Wandels im Viertel, Träger: Kultur verbindet e.V.),Seite 1 von 9 Seite 2 • Hardtberg (Ort für Engagement und Unterstützung – Kinder, Jugendliche und Familien gestalten die Zukunft, Träger: Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM) e.V.), legt die Verwaltung nun – nach intensiver Vorabstimmung – das Konzept für ein dezentrales Klimaviertel Bonn vor (siehe Anlage 1). Anlage/n 1 Konzept dezentrales Klimaviertel Bonn (öffentlich)Seite 2 von 9 Dezentrales Klimaviertel Bonn Unser Ansatz: Bürgerschaftliches Engagement für ein resilientes Klimaviertel l Konzeptioneller Ansatz Das hier vorliegende Umsetzungskonzept konkretisiert das Gesamtkonzept der Klimaviertel (DS 240301) für den Stadtbezirk Bonn. Das Bonner Klimaviertel komplettiert damit die bereits eingerichteten Klimaviertel und erweitert das Konzept in doppelter Hinsicht: Aufgrund der Größe und Heterogenität des Stadtbezirks Bonn wird ein dezentraler Ansatz gewählt. Gleichzeitig wird der bisherige inhaltliche Fokus der Klimaneutralität um Aspekte der Klimaresilienz und des Klimakatastrophenschutzes erweitert. Das Konzept sowie erste Akteure und Kooperationsansätze werden im Folgenden skizziert. Dezentrale Struktur Mit den Klimavierteln Godesberg Nord, Beuel Mitte und Medinghoven wurden im vergangenen Jahr bereits drei Klimaviertel beschlossen. Diese konnten inzwischen ihre Arbeit aufnehmen. Ihre Konzepte, wenn auch jeweils in unterschiedlicher Ausprägung, zeichnen sich durch die Einrichtung von lokalen Mitmachzentren aus. Diese räumlich fest verorteten Anlauf- und Begegnungsstätten im Quartier dienen als Kondensationspunkte für die Aktivitäten im Klimaviertel. Im Stadtbezirk Bonn soll ein neuer Ansatz verfolgt werden, um den spezifischen Bedürfnissen und vor allem der Größe des Bezirks gerecht zu werden und so das Erreichen einer breiteren Zielgruppe zu ermöglichen. Statt eines festen Mitmachzentrums soll ein „mobiles Mitmachzentrum“ eingerichtet werden. Mit diesem Konzept können Menschen in verschiedenen Stadtteilen des Bezirks angesprochen werden. Das mobile Mitmachzentrum ermöglicht zusätzlich einen Austausch zwischen den Vierteln, indem es beispielsweise verschiedene Formate des Storytellings (Pinnwand mit Geschichten, Videobotschaften, o.ä.) nutzt und somit zwischen Menschen unterschiedlicher Stadtviertel kommuniziert. Der Schwerpunkt liegt auf Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten, die an wechselnden Orten eines mobilen Mitmachzentrum stattfinden. Die Trägerschaft soll – wie in den anderen Klimavierteln – in zivilgesellschaftlicher Hand liegen. So werden bereits bestehende Strukturen eingebunden und mit erforderlichen Ressourcen ausgestattet. Neben einem Trägerverein werden viele Kooperationspartner gewonnen, die das dezentrale Klimaviertel Bonn mit Aktivitäten beleben. Bezirk Bonn 20 Ortsteile 45% des Stadtgebiets 50% aller Einwohner*innen (ca. 155.000) 64,2 km² FlächeSeite 3 von 9 Inhaltlicher Fokus: Klimaresilienz vor Ort Während die drei Klimaviertel in Beuel, Bad Godesberg und Hardtberg vor allem das Thema Klimaschutz in den Fokus nehmen, sollen im Klimaviertel Bonn zusätzlich die Themen Klimaresilienz und Katastrophenschutz adressiert werden. Klimaresilienz bezeichnet die Fähigkeiten eines Gebiets oder der dort lebenden Menschen, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen und langfristig mit extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Starkregen oder Überschwemmungen umzugehen. Dicht besiedelte Gebiete mit hoher Verkehrsbelastung und vergleichsweise wenig Grünflächen sind durch den Klimawandel von Hitzebelastung, anhaltender Trockenheit und schlechter Luftqualität betroffen. Zudem steigt das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen, insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit Vorerkrankungen. Neben der Hitzeproblematik können Starkregenereignisse und unzureichende Versickerungsflächen zu einer erhöhten Gefahr von Überschwemmungen und überlasteten Abwassersystemen führen – im Stadtbezirk Bonn außerdem die Hochwasserthematik durch den Rhein. Für das Klimaviertel Bonn sollen drei inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden: Klima und Resilienz: Im Rahmen der Klimaviertel sollen gezielt Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, die die Widerstandsfähigkeit der Wirkungsorte der künftige Kooperationspartner gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels erhöhen. Hierzu werden insbesondere die Vernetzung und Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen sowie mit Initiativen der Stadtgesellschaft gefördert, die im Bereich Klimaresilienz, Katastrophenschutz und Klimaschutz aktiv sind und ihre Expertise weitergeben können. Klima und Gesundheit: Ein wichtiger Aspekt der Klimaresilienz ist die Prävention gesundheitlicher Risiken, die durch extreme Wetterbedingungen wie Hitzewellen oder Überschwemmungen entstehen. Um dieser Herausforderung zu begegnen, ist eine enge Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Planungen oder Initiativen notwendig. Ein konkretes Beispiel ist die Vernetzung mit dem Hitzeaktionsplan der Stadt Bonn, der darauf abzielt, hitzebedingte Gesundheitsgefahren frühzeitig zu erkennen und zu minimieren. Klima und Bildung: Zusätzlich zu praktischen Maßnahmen soll auch der Wissenstransfer gefördert werden. Erkenntnisse aus der Wissenschaft, aber auch Erfahrungen aus der Arbeit der Hilfsorganisationen, sollen aktiv in die Bevölkerung getragen werden und unterschiedliche Zielgruppen mit passenden Bildungsformaten erreichen. Die Bildungsangebote richten sich an unterschiedliche Zielgruppen, sowohl an Erwachsene als auch an Kinder und Jugendliche. Ziele des Klimaviertels Bonn Auf Grundlage des Beschlusses zu den Klimavierteln „Mitwirkungsformate auf dem Weg zur Klimaneutralität: Klimaviertel und Zukunftsforen“ (DS 240301) und des hier gesetzten Themenschwerpunktes wurden für das vorliegende Konzept Zielformulierungen und Zielgruppen ausdefiniert. 1. Stärkung der Klimaresilienz durch Austausch, Vernetzung und Umsetzung konkreter Maßnahmen Aufbau oder Weiterentwicklung von Netzwerken zwischen Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Hilfsorganisationen mit dem Fokus Resilienz, Klima- und KatastrophenschutzSeite 4 von 9 (beispielsweise: THW, Feuerwehr, DRK, ASB, Geographisches Institut der Universität Bonn, Wissenschaftsladen Bonn und weitere). Entwicklung und zivilgesellschaftliche Umsetzung gemeinsamer Maßnahmen zur Prävention und Bewältigung klimabedingter Notlagen (z. B. Hitzewellen, Starkregen, Hochwasser) Aktions- und Informationsangebote zur Sensibilisierung für die Relevanz von Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele. 2. Partizipative Einbindung unterrepräsentierter Gruppen Entwicklung barrierefreier und niedrigschwelliger Informationsangebote zu Klimarisiken und Katastrophenschutz durch Träger und Kooperationspartner. Einbindung von Kindern, Jugendlichen, Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Einwanderungserfahrung und sozioökonomisch benachteiligten Gruppen in die Planung und Umsetzung von Resilienzmaßnahmen. Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten für nachbarschaftliche Hilfe und nachbarschaftliche Initiativen. 3. Aufbau nachhaltiger Strukturen und Netzwerke zum Austausch und zur Zusammenarbeit Etablierung von Anlaufstellen in den Vierteln analog und digital (durch Kooperationspartner und Initiativen und Netzwerke). Bereitstellung von Information, Beratung und Unterstützung in Form von Beratung zu Fördermöglichkeiten, Unterstützung durch Nutzung des Mobilen Mitmachzentrums, Praktische Unterstützung bei der Umsetzung von Klimaschutz- und Katastrophenschutzmaßnahmen Mitwirkung von Hilfsorganisationen und Zielgruppen an Planungen mit Bezug zu Klimaresilienz und Klimaschutz (bspw. Hitzeaktionsplan, Fortschreibung des Klimaplans 2035) durch konkrete Beteiligungsformate (digital und analog) 4. Sensibilisierung und Ausbildung von Multiplikator*innen für Klimavorsorge Schulung von freiwilligen Helfer*innen und lokalen Initiativen zu Berater*innen „KlimarResilienz im Viertel“ Aufbau eines Mentor*innen-Systems in Verbänden, bei dem erfahrene Helfer*innen Wissen an neue Freiwillige weitergeben. Wissenstransfer in die anderen Klimaviertel durch ausgebildete Multiplikator*innen. Zielgruppen Das Klimaviertel richtet sich gezielt an Bevölkerungsgruppen, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Ziel ist es, diesen Gruppen niedrigschwellige, inklusive und quartiersnahe Angebote zur Anpassung an Klimaveränderungen bereitzustellen. Dazu gehören insbesondere: - Menschen aus sozioökonomisch benachteiligten Gruppen – Diese Gruppen haben oft weniger finanzielle Mittel für Maßnahmen zum Eigenschutz und für Klimaschutzmaßnahmen sowie weniger guten Zugang zu Informationen. Das Projekt setzt daher auf gemeinschaftliche Lösungen wie Nachbarschaftsnetzwerke und konkrete Umsetzung von Maßnahmen.Seite 5 von 9 - Menschen mit Migrationshintergrund – Sprachbarrieren und mangelnde Informationen erschweren oft den Zugang zu Angeboten. Mehrsprachige und kultursensible Formate sollen sicherstellen, dass alle Bewohner*innen erreicht werden. - Senior*innen – Ältere Menschen sind stärker von Hitzewellen betroffen und benötigen gezielte Maßnahmen zur Abkühlung und Gesundheitsvorsorge. Gleichzeitig sind sie eine wichtige Ressource für nachbarschaftlichen Zusammenhalt und generationsübergreifendes Wissen. - Menschen mit Behinderung sind durch Klimafolgen überdurchschnittlich betroffen (Hitze, Luftqualität, Mobilitätseinschränkungen, Zugang zu Informationen, etc.). Ihre Perspektive muss im öffentlichen Diskurs und in der Gestaltung eines klimagerechten Wohnumfeldes stattfinden. - Ehrenamtliche und Verbände nehmen gewissermaßen eine Doppelrolle an. Sie sind sowohl Gestaltende (Kooperationspartner) als auch Zielgruppe. Ehrenamtliche aus Nachbarschaftsinitiativen, Umweltgruppen sowie Hilfsorganisationen wie THW, Feuerwehr oder DRK spielen eine zentrale Rolle bei der Stärkung der Klimaresilienz. Ihre Erfahrung und Netzwerke können genutzt werden, um Wissen über Klimafolgen und Klimaschutz zu verbreiten, gemeinschaftliche Maßnahmen umzusetzen und vulnerable Gruppen gezielt zu unterstützen. Die bestehenden Angebote für weitere spezifische Zielgruppen werden weiterhin im Blick behalten, um Synergien zu nutzen. So soll ein Austausch beispielsweise mit der Wirtschaftsförderung und der BEA gepflegt werden. In Stadtvierteln mit Schwerpunkt Zielgruppe „Hauseigentümer“ oder „Handel und Wirtschaft“ werden die Aktivitäten der ohnehin bestehenden Angebote unterstützt, z. B. Aktivitäten der Wirtschaftsförderung, BEA oder von Projekten, die sich bereits in anderen Klimavierteln bewähren, wie PV4All. Träger und Kooperationspartner im dezentralen Klimaviertel Wie in den anderen Klimavierteln soll auch in diesem Klimaviertel ein Träger die Koordinierung, Durchführung und Qualitätssicherung der Maßnahmen übernehmen. Dieser Träger muss über langjährige Expertise in der Konzeptionierung und Umsetzung von Projekten verfügen sowie bestehende Strukturen in einer Geschäftsstelle vorweisen können. Besondere Anforderungen an den Träger sind fundierte Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Klimaschutz sowie Kompetenzen im Aufbau und in der Betreuung von Initiativen und Netzwerken. Zudem sollte er über umfangreiche Erfahrung in der Wissensvermittlung und Bildung – sowohl digital als auch analog – verfügen und verschiedene Zielgruppen gezielt ansprechen können. Ein weiterer Aspekt ist die Verbindung von Wissenschaft und Best-Practice-Beispielen aus Bonn und internationalen Kontexten mit der lokalen Ebene. Dazu gehört die zielgruppenspezifische Aufbereitung von Informationsmaterial sowie die Konzeption, Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Workshops. Der Träger sollte in der Lage sein, in Zusammenarbeit mit den Kooperationspartner praxisnahe Lösungen zu entwickeln und barrierefreie Informationsangebote bereitzustellen. Er stellt sicher, dass diese Lösungen sowohl auf die Ebene der strategischen Forderungen als auch auf die Ebene der praktischen Umsetzung durch die Menschen in den Vierteln übersetzt werden. Aus Sicht der Verwaltung wird der Wissenschaftsladen Bonn e. V. diesen Anforderungen in besonderem Maße gerecht. Daher wird vorgeschlagen, das Detailkonzept, die Implementierung und die Koordination des dezentralen Klimaviertels Bonn unter der Leitung des Wissenschaftsladen Bonn e.V. (WILA) zu realisieren.Seite 6 von 9 Der Träger – Wissenschaftsladen Bonn e. V. Der WILA ist eine unabhängige, interessenneutrale Einrichtung, die sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis versteht. Sein Ziel ist es, Menschen von der Bildung zum Wissen und vom Wissen zum Handeln zu begleiten. Seit über 41 Jahren ist der WILA in Bonn aktiv und beschäftigt derzeit rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als zertifizierte Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) sowie als anerkannter Träger der Erwachsenenbildung mit dem Gütesiegel „Weiterbildung NRW“ setzt der WILA auf nachhaltige und innovative Bildungsangebote. Die Organisation verfügt über umfassende Expertise im Management komplexer Projekte sowie in der Entwicklung nachhaltiger und methodischer Konzepte. Dazu gehören unter anderem Veranstaltungsformate wie das Wissenschaftscafé oder Science Espresso – ein impulsgebendes Stand-up-Format mit renommierten Referentinnen und Referenten an wechselnden Orten. Der WILA ist in Bonn gut vernetzt und engagiert sich unter anderem im Bonner Klimaschutzbeirat sowie in der Initiative Bonn4Future. Der WILA hat intensive Erfahrungen in der praxisnahen Arbeit mit unterschiedlichen Zielgruppen. Dies zeigt sich unter anderem in folgenden Projekten. Er trägt ehrenamtlich Projekte wie die Grüne Spielstadt und den Internationalen Garten in Dransdorf. Gemeinsam mit der Universität Bonn und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg führt der WILA verschiedene Projekte durch, darunter „Campus to World“ (Aufbau eines Citizen Labs), „StadtKlimaWandeln“ (Service Learning & Klimaanpassung) sowie „Stadt und Land im Fluss“, ein partizipatives Projekt zur Klimaanpassung in Zusammenarbeit mit der Stadt Bonn. Mit dem Projekt „PikoParks“ fördert der WILA die naturnahe Gestaltung von Grünflächen in Wohnanlagen und Hochhäusern unter Mitwirkung der Bewohnerinnen und Bewohner. Seit etwa zwölf Jahren entwickelt und moderiert der WILA zudem Planspiele zu verschiedenen Themen wie nachhaltiges Flächenmanagement, internationale Klimapolitik und Biodiversität. Durch diese interaktiven Bildungsformate trägt der WILA dazu bei, komplexe gesellschaftliche Herausforderungen verständlich zu machen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Der WILA soll insbesondere als Koordination zwischen dem unten aufgeführten Unterstützernetzwerk (Hilfsorganisationen, Wissenschafts- und Bildungsinstitutionen, Quartiersmanagements und Initiativen) vermitteln und neben der Entwicklung von eigenen Bildungsformaten, Projekte der Akteure ermöglichen. Kooperationspartner und Unterstützernetzwerke Hilfsorganisationen und -verbände wie Freiwillige Feuerwehr, DRK, ASB, THW, DLRG und viele weitere sind Treffpunkte und Schlüsselfiguren für den sozialen und generationsübergreifenden Zusammenhalt in Kommunen. Hilfsorganisationen wurden in den anderen Klimavierteln bisher nicht gezielt als Kooperationspartner angesprochen. Diese Organisationen sind gleich auf mehreren Ebenen unmittelbar von der Klimakrise betroffen. Zum einen sind sie aktiv in der Bewältigung der Folgen von Extremwetterereignissen wie Stürmen, Fluten und Überschwemmungen sowie in der Gesundheitsversorgung bei Klimafolgen wie Hitzewellen oder Umweltkatastrophen. Andererseits engagieren sie sich auch präventiv im Klimaschutz und für den Ausbau resilienter Systeme, um zukünftige Krisen abzuwenden oder abzufedern. Im Vorfeld der Konzeption Klimaviertel Bonn wurden erste Gespräche mit Verbänden geführt, um zu prüfen, ob und unter welchen Umständen Interesse an der Unterstützung der Klimaviertel besteht. Sowohl der Vorstand und die Geschäftsführung des DRK – Bonn, der Ortsverband des THW Bonn und der DLRG Bezirk Bonn haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit und Unterstützung des Klimaviertels geäußert. Eine Integration von Leuchtturm-Projekten zum Bevölkerungsschutz im Klimaviertel oder mögliche Kooperationsmöglichkeiten sollte im nächsten Schritt geprüft werden.Seite 7 von 9 Wissenschaft und Bildung sollen in die Umsetzung eng eingebunden werden. Hier tragen die Universität Bonn, die Universität der Vereinten Nationen und die Volkshochschule Bonn wesentliche Themen zusammen und fördern einen Austausch zwischen Bevölkerung, Hilfsorganisationen und Wissenschaft. Die genannten Einrichtungen haben starkes Interesse an einer Zusammenarbeit im Klimaviertel Bonn geäußert. Quartiersmanagements: Im Klimaviertel Bad-Godesberg arbeiten die Stabsstelle Bürgerbeteiligung und die Quartiersentwicklung des Amtes für Wohnen und Soziales bereits eng zusammen. Die Quartiersmanagements Mackeviertel, Neu-Tannenbusch und Auerberg sind bereits intensiv in den Themenfeldern Klimaschutz und Resilienz aktiv. Auch für den Bezirk Bonn sind enge verwaltungsinterne Abstimmungen verabredet, um Synergien effektiv zu nutzen und keine parallelen Strukturen zu erstellen. Veranstaltungen können gegenseitig unterstützt werden und die Räumlichkeiten der Quartiermanagements könnten für Klimaviertel-Aktivitäten genutzt werden. Zivilgesellschaftliche Initiativen: Initiativen wie „Leerstand als Begegnungsraum“, „Stadtfrüchtchen“ oder dem Verein „Viva Viktoria!“ im Bezirk Bonn haben ein Interesse an der Mitwirkung im Klimaviertel Bonn signalisiert. Über die bestehenden Kontakte der Stadtverwaltung sowie über die Quartiersmanagements werden weitere Initiativen wie beispielsweise die „Altstadtinitiative“ kontaktiert. Dezentrales Klimaviertel durch Mobiles Mitmachzentrum Um im größten Bonner Stadtbezirk möglichst viele Bürgerinnen und Bürger mit den Angeboten eines Klimaviertels zu erreichen, ist die Nutzung eines „Mobilen Mitmachzentrum“ vorgesehen. Ein solches mobiles Mitmachzentrum muss vielseitig einsetzbar sein, um durch den Träger und die unterschiedlichen Kooperationspartner flexibel eingesetzt zu werden. Um als mobile Plattform für Bildung, Austausch und Beratung zu dienen, muss ein mobiles Mitmachzentrum mehrere Anforderungen erfüllen. Aufgabe des Trägers wird es sein, im Rahmen der Feinkonzeption zum Klimaviertel auch eine Detailkonzept zur Umsetzung eines oder mehrerer mobiler Mitmachzentren zu entwickeln. Das mobile Mitmachzentrum muss Material wie Pavillon, Werkzeuge und weitere Arbeitsutensilien transportieren können. Verschiedene Fahrzeugoptionen sind denkbar, jedoch das Gesamtgewicht und die Abmessungen müssen auch ohne besondere Fahrerlaubnisse und für die Nutzung im Stadtgebiet Bonn geeignet sein. Zudem wird ein nachhaltiger Antrieb angestrebt. Es soll Workshops, Experimentierstationen und DIY-Aktionen ermöglichen sowie digitale und interaktive Bildungsangebote bereitstellen. Zudem soll es für Planspiele, Stadtrallyes, Open- Air-Kino und musische Veranstaltungen genutzt werden können. Ein weiteres Element könnten interaktiven Befragungen sein, die den Austausch zwischen den Stadtvierteln zu stärken und Best-Practice-Klimamaßnahmen durch geeignetes Storytelling anschaulich zu präsentieren. Das mobile Mitmachzentrum soll an verschiedenen Plätzen und Parks zum Einsatz kommen. Ebenso sind Standorte an den Quartiersmanagements, bei Unterstützerverbänden, Schulen, Unternehmen, Sportvereinen und Glaubensgemeinschaften vorgesehen. Darüber hinaus kann das Mitmachzentrum auf Festen und Märkten der Stadt sowie bei Veranstaltungen der Unterstützerorganisationen präsent sein. Ziel ist es, Begegnungen zu fördern und nachhaltige Themen durch kreative und interaktive Ansätze erfahrbar zu machen. Finanzierung Für die vier Klimaviertel wurden auf Basis des Ratsbeschlusses „Mitwirkungsformate auf dem Weg zur Klimaneutralität (DS 240301)“ und unter Berücksichtigung der Haushaltskonsolidierung insgesamt 1.116.000€ für die Jahre 2025 und 2026 für den Doppelhaushalt angemeldet. Für das KlimaviertelSeite 8 von 9 Bonn stehen pro Jahr jeweils 145.000€ zur Verfügung. Die Finanzmittel dienen im Wesentlichen zur Deckung der Personalkosten des Trägers, zur Finanzierung der Initialausstattung und der laufenden Kosten des Mitmachzentrums sowie den Partner- und Kleinstprojekten.Seite 9 von 9
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