252496 · Beschlussvorlage
Feststellung des Jahresabschlusses des Theater der Bundesstadt Bonn 2023/2024 (01.08.2023 - 31.07.2024), Behandlung des Jahresverlustes und Entlastung der Betriebsleitung
Kerndaten
- Nummer
- 252496
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 14.03.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Am Boeselagerhof
- Alt-Godesberg
- Lannesdorf
- Mehlem
- Castell
- Bonn
- Beuel
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe Empfehlung
- Sitzung des Kulturausschusses Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 252496 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 46 Theater der Bundesstadt Bonn Dezernat: Dez. IV Feststellung des Jahresabschlusses des Theater der Bundesstadt Bonn 2023/2024 (01.08.2023 - 31.07.2024), Behandlung des Jahresverlustes und Entlastung der Betriebsleitung Beratungsfolge Kulturausschuss 01.04.2025 Empfehlung Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Vergabe 13.05.2025 Empfehlung Rat 08.05.2025 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Im Wirtschaftsjahr 2023/2024 wird ein Betrag in Höhe von 2.094.623,56 € aus der satzungsmäßigen Rücklage des Theater Bonn entnommen. Der Jahresfehlbetrag, der sich zum Teil aus „nicht zu erstattenden Gebäudeabschreibungen“ erklärt, wird aus der hierfür vorgesehenen allgemeinen Rücklage gedeckt (Jahresfehlbetrag 2.875.050,54 € abzüglich Deckung aus der allgemeinen Rücklage in Höhe von 740.419,00 € und Auflösung der Investitionsrücklage in Höhe von 40.007,98 € ergibt eine Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.094.623,56 €). 2. Der Rat der Bundesstadt Bonn nimmt von dem Ergebnis der Prüfung des Jahresabschlusses der bestellten Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft HLB Schumacher GmbH, Münster, Kenntnis und stellt den Jahresabschluss 2023/2024 (01.08.2023 – 31.07.2024) - mit einer Bilanzsumme in Höhe von 45.152.475,58 € und einer Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.094.623,56 € - und den Lagebericht in der vorliegenden Fassung fest. 3. Den Betriebsleitern des Theater der Bundesstadt Bonn, dem Generalintendanten Dr. Bernhard Helmich und dem Kaufmännischen Direktor Rüdiger Frings, wird gem. § 5 Abs. 5 Satz 2 EigVO NRW Entlastung erteilt. Begründung Der Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2023/2024 (01.08.2023 – 31.07.2024) der eigenbetriebsähnlichen Einrichtung „Theater der BundesstadtSeite 1 von 67 Seite 2 Bonn“ ist vom Rat der Bundesstadt Bonn gemäß §§ 4c (Zuständigkeit des Rates) und 26 Abs. 2 (Rechenschaft) der EigVO NRW vom 16.11.2004 und §§ 5 (Zuständigkeit des Rates) und 15 Nr. 3 (Jahresabschluss) der Satzung für das Theater der Bundesstadt Bonn vom 11. Mai 1998 festzustellen. Der Wirtschaftsplan 2023/2024 wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn am 13. Juni 2023 (DS-Nr.: 230525) beschlossen. Gegenüber dem geplanten Verlust in Höhe von 3.067.637,00 € (nicht zu erstattende Gebäudeabschreibungen 740.419,00 € und einer Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage in Höhe von 2.327.218,00 €) beträgt der tatsächliche Verlust 2.875.050,54 €. Die Auflösung der Investitionsrücklage in Höhe von 40.007,98 € und die nicht zu erstattenden Gebäudeabschreibungen in Höhe von 740.419,00 € wird diesem Jahresverlust hinzugerechnet, sodass der satzungsmäßigen Rücklage ein Betrag in Höhe von 2.094.623,56 € entnommen wird. Ausweislich des beigefügten Jahresabschlusses zum 31.07.2024 beträgt die „Allgemeine Rücklage“ 11.499.654,92 €. Der Stand der satzungsmäßigen Rücklage zum 31.07.2024 beträgt 5.198.219,55 €. Insgesamt ist es gelungen, den Jahresverlust gegenüber der Planung zu reduzieren. Er erklärt sich u.a. durch folgende Faktoren: Das Theater konnte die gestiegenen Energiepreise durch die Energiesparbremse um ca. 350.000 € reduzieren. Gestiegene Landesmittel halfen ebenfalls, die erhöhten Kosten für Energie, Heizung sowie Honorare und Gagen auszugleichen. Die Personalrückstellungen haben zu einer Mehrbelastung von 626.200 € geführt, dies ist u.a. bedingt durch die Verschiebung der Schulferien /Theaterferien. Auch Vorstellungsausfälle aufgrund von Erkrankungen beeinflussen das Ergebnis weiterhin. Alle wesentlichen Informationen für einen Überblick zum abgelaufenen Geschäftsjahr enthält der Lagebericht und der Anhang. Ebenso eine Prognose für die künftige Geschäftsentwicklung. ****** Hinsichtlich der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung, der Buchführung und des Jahresabschlusses 2023/2024 sowie des Lageberichts haben sich keine Beanstandungen ergeben, so dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft HLB Schumacher GmbH, Münster, unter dem 31.01.2025 für den Jahresabschluss und den Lagebericht des Eigenbetriebes „Theater der Bundesstadt Bonn“ folgenden uneingeschränkten Bestätigungsvermerk erteilt hat: Bestätigungsvermerk des unabhängigen Abschlussprüfers: An das Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn PrüfungsurteileSeite 2 von 67 Seite 3 Wir haben den Jahresabschluss des Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn, - bestehend aus der Bilanz zum 31. Juli 2024 und der Gewinn- und Verlustrechnung für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2024 sowie dem Anhang, einschließlich der Darstellung der Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden - geprüft. Darüber hinaus haben wir den Lagebericht des Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn, für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2024 geprüft. Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse • entspricht der beigefügte Jahresabschluss in allen wesentlichen Belangen den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein- Westfalen i. V. m. den einschlägigen deutschen, für Kapitalgesellschaften geltenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Theaters zum 31. Juli 2024 sowie seiner Ertragslage für das Wirtschaftsjahr vom 1. August 2023 bis zum 31. Juli 2024 und • vermittelt der beigefügte Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters. In allen wesentlichen Belangen steht dieser Lagebericht in Einklang mit dem Jahresabschluss, entspricht den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar. Gemäß § 322 Abs. 3 S. 1 HGB erklären wir, dass unsere Prüfung zu keinen Einwendungen gegen die Ordnungsmäßigkeit des Jahresabschlusses und des Lageberichts geführt hat. Grundlage für die Prüfungsurteile Wir haben unsere Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW sowie unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Unsere Verantwortung nach diesen Vorschriften und Grundsätzen ist im Abschnitt "Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts" unseres Bestätigungsvermerks weitergehend beschrieben. Wir sind von dem Theater der Bundesstadt Bonn unabhängig in Übereinstimmung mit den deutschen handelsrechtlichen und berufsrechtlichen Vorschriften und haben unsere sonstigen deutschen Berufspflichten in Übereinstimmung mit diesen Anforderungen erfüllt. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht zu dienen. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss und den Lagebericht Die Theaterleitung ist verantwortlich für die Aufstellung des Jahresabschlusses, der den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des BundeslandesSeite 3 von 67 Seite 4 Nordrhein-Westfalen in allen wesentlichen Belangen entspricht, und dafür, dass der Jahresabschluss unter Beachtung der deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. Ferner ist die Theaterleitung verantwortlich für die internen Kontrollen, die sie in Übereinstimmung mit den deutschen Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung als notwendig bestimmt hat, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen (d.h. Manipulationen der Rechnungslegung und Vermögensschädigungen) oder Irrtümern ist. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses ist die Theaterleitung dafür verantwortlich, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu beurteilen. Des Weiteren hat sie die Verantwortung, Sachverhalte in Zusammenhang mit der Fortführung der Unternehmenstätigkeit, sofern einschlägig, anzugeben. Darüber hinaus ist sie dafür verantwortlich, auf der Grundlage des Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit zu bilanzieren, sofern dem nicht tatsächliche oder rechtliche Gegebenheiten entgegenstehen. Außerdem ist die Theaterleitung verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts, der insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage der Gesellschaft vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss in Einklang steht, den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt. Ferner ist die Theaterleitung verantwortlich für die Vorkehrungen und Maßnahmen (Systeme), die sie als notwendig erachtet hat, um die Aufstellung eines Lageberichts in Übereinstimmung mit den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen zu ermöglichen, und um ausreichende geeignete Nachweise für die Aussagen im Lagebericht erbringen zu können. Der Betriebsausschuss, dessen Aufgaben der Kulturausschuss wahrnimmt, ist verantwortlich für die Überwachung des Rechnungslegungsprozesses des Theaters zur Aufstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichts. Verantwortung des Abschlussprüfers für die Prüfung des Jahresabschlusses und des Lageberichts Unsere Zielsetzung ist, hinreichende Sicherheit darüber zu erlangen, ob der Jahresabschluss als Ganzes frei von wesentlichen falschen Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern ist, und ob der Lagebericht insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Theaters vermittelt sowie in allen wesentlichen Belangen mit dem Jahresabschluss sowie mit den bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnissen in Einklang steht, den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen entspricht und die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung zutreffend darstellt, sowie einen Bestätigungsvermerk zu erteilen, der unsere Prüfungsurteile zum Jahresabschluss und zum Lagebericht beinhaltet. Hinreichende Sicherheit ist ein hohes Maß an Sicherheit, aber keine Garantie dafür, dass eine in Übereinstimmung mit § 317 HGB und § 106 GO NRW unterSeite 4 von 67 Seite 5 Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführte Prüfung eine wesentliche falsche Darstellung stets aufdeckt. Falsche Darstellungen können aus dolosen Handlungen oder Irrtümern resultieren und werden als wesentlich angesehen, wenn vernünftigerweise erwartet werden könnte, dass sie einzeln oder insgesamt die auf der Grundlage dieses Jahresabschlusses und des Lageberichts getroffenen wirtschaftlichen Entscheidungen von Adressaten beeinflussen. Während der Prüfung üben wir pflichtgemäßes Ermessen aus und bewahren eine kritische Grundhaltung. Darüber hinaus identifizieren und beurteilen wir die Risiken wesentlicher falscher Darstellungen aufgrund von dolosen Handlungen oder Irrtümern im Jahresabschluss und im Lagebericht, planen und führen Prüfungshandlungen als Reaktion auf diese Risiken durch sowie erlangen Prüfungsnachweise, die ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unsere Prüfungsurteile zu dienen. Das Risiko, dass aus dolosen Handlungen resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, ist höher als das Risiko, dass aus Irrtü- mern resultierende wesentliche falsche Darstellungen nicht aufgedeckt werden, da dolose Handlungen kollusives Zusammenwirken, Fälschungen, beabsichtigte Unvollständigkeiten, irreführende Darstellungen bzw. das Außerkraftsetzen interner Kontrollen beinhalten können. gewinnen wir ein Verständnis von dem für die Prüfung des Jahresabschlusses relevanten internen Kontrollsystem und den für die Prüfung des Lageberichts relevanten Vorkehrungen und Maßnahmen, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit dieser Systeme der Gesellschaft abzugeben. beurteilen wir die Angemessenheit der von der Theaterleitung angewandten Rechnungslegungsmethoden sowie die Vertretbarkeit der der Theaterleitung dargestellten geschätzten Werte und damit zusammenhängenden Angaben. ziehen wir Schlussfolgerungen über die Angemessenheit des von der Theaterleitung angewandten Rechnungslegungsgrundsatzes der Fortführung der Unternehmenstätigkeit sowie, auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise, ob eine wesentliche Unsicherheit im Zusammenhang mit Ereignissen oder Gegebenheiten besteht, die bedeutsame Zweifel an der Fähigkeit der Gesellschaft zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. Falls wir zu dem Schluss kommen, dass eine wesentliche Unsicherheit besteht, sind wir verpflichtet, im Bestätigungsvermerk auf die dazugehörigen Angaben im Jahresabschluss und im Lagebericht aufmerksam zu machen oder, falls diese Angaben unangemessen sind, unsere Prüfungsurteile zu modifizieren. Wir ziehen unsere Schlussfolgerungen auf der Grundlage der bis zum Datum unseres Bestätigungsvermerks erlangten Prüfungsnachweise. Zukünftige Ereignisse oder Gegebenheiten können jedoch dazu führen, dass die Gesellschaft ihre Unternehmenstätigkeit nicht mehr fortführen kann.Seite 5 von 67 Seite 6 beurteilen wir Darstellung, Aufbau und Inhalt des Jahresabschlusses insgesamt einschließlich der Angaben sowie ob der Jahresabschluss die zugrunde liegenden Geschäftsvorfälle und Ereignisse so darstellt, dass der Jahresabschluss unter Beachtung den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Gesellschaft vermittelt. beurteilen wir den Einklang des Lageberichts mit dem Jahresabschluss, seine Gesetzesentsprechung und das von ihm vermittelte Bild von der Lage des Theaters. führen wir Prüfungshandlungen zu den von der Theaterleitung dargestellten zukunftsorientierten Angaben im Lagebericht durch. Auf Basis ausreichender geeigneter Prüfungsnachweise vollziehen wir dabei insbesondere die den zukunftsorientierten Angaben von der Theaterleitung zugrunde gelegten bedeutsamen Annahmen nach und beurteilen die sachgerechte Ableitung der zukunftsorientierten Angaben aus diesen Annahmen. Ein eigenständiges Prü- fungsurteil zu den zukunftsorientierten Angaben sowie zu den zugrunde liegenden Annahmen geben wir nicht ab. Es besteht ein erhebliches unvermeidbares Risiko, dass künftige Ereignisse wesentlich von den zukunftsorientierten Angaben abweichen. Wir erörtern mit den für die Überwachung Verantwortlichen unter anderem den geplanten Umfang und die Zeitplanung der Prüfung sowie bedeutsame Prüfungsfeststellungen, einschließlich etwaiger bedeutsamer Mängel im internen Kontrollsystem, die wir während unserer Prüfung feststellen. ****** Die Entlastung des Kulturausschusses als Betriebsausschuss wird in der Sitzung des Rates am 08.05.2025 unter der DS-Nr. 252580 behandelt. ****** Haushaltswirkung Das Theater der Bundesstadt Bonn ist gemäß § 56 Abs. 6 der KomHVO NRW mit der Eigenkapitalspiegelmethode zu bewerten. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass das Theater ein abweichendes Geschäftsjahr hat und insofern eine Fortschreibung bzw. Rückrechnung des Eigenkapitals zum 31.12. eines Jahres erfolgen muss. Zu diesem Zweck stellt das Theater jährlich einen Zwischenabschluss zum 31.12. eines Jahres auf. Der Zwischenabschluss zum 31.12.2023 weist ein Eigenkapital von 31.218.020,52 € aus. Gemäß § 9 KomHVO NRW ergibt sich in Höhe der Differenz zum Buchwert des Theaters in der städtischen Bilanz (32.381.883,60 €) ein Abschreibungsbedarf des städtischen Buchwertes (1.163.863,08 €).Seite 6 von 67 Seite 7 Anlage/n 1 Prüfungsbericht - Jahresabschluss Theater der Bundesstadt Bonn - Testat 2024 (öffentlich) 2 Zwischenbilanz zum 31.12.2023 (öffentlich) 3 Gesamtjahresstatistik 2023_24 (öffentlich) 4 Vergaben 2. Halbjahr 2023-24 (öffentlich) 5 Aktueller Stand zum Thema Nachhaltigkeit Spielzeit 2023-24 (öffentlich)Seite 7 von 67 T e s t a t s e x e m p l a r zur Prüfung des Jahresabschlusses zum 31. Juli 2024 und des Lageberichtes 2023/24 des Theater der Bundesstadt Bonn, BonnSeite 8 von 67 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Bilanz zum 31. Juli 2024 AKTIVA 31.07.2024 € 31.07.2023 € A. Anlagevermögen I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 33.726,00 6.284,00 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 24.554.402,17 25.323.722,17 2. Technische Anlagen und Maschinen 7.548.318,00 1.127.156,00 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 2.103.358,00 2.267.315,45 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 14.186,70 284.274,41 34.220.264,87 29.002.468,03 34.253.990,87 29.008.752,03 B. Umlaufvermögen I. Vorräte 1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 293.735,72 295.933,03 2. Theaterfundus 59.561,07 62.791,21 353.296,79 358.724,24 II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1. Forderungen gegen Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe 7.717.445,65 9.309.402,79 2. Sonstige Vermögensgegenstände 2.465.290,71 2.049.781,45 10.182.736,36 11.359.184,24 III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 172.228,89 73.757,04 10.708.262,04 11.791.665,52 C. Rechnungsabgrenzungsposten 190.222,67 164.072,28 45.152.475,58 40.964.489,83 PASSIVA 31.07.2024 € 31.07.2023 € A. Eigenkapital I. Stammkapital 12.800.000,00 12.800.000,00 II. Rücklagen 1. Allgemeine Rücklage 11.499.654,92 12.240.073,92 2. Satzungsmäßige Rücklage 5.198.219,55 7.292.843,11 3. Investitionsrücklage 0,00 40.007,98 16.697.874,47 19.572.925,01 29.497.874,47 32.372.925,01 B. Sonderposten für Investitionszuschüsse 10.230.125,73 4.259.629,18 C. Rückstellungen Sonstige Rückstellungen 3.087.350,00 2.226.150,00 D. Verbindlichkeiten 1. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 701.201,42 327.269,32 2. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 174.607,61 836.925,93 3. Verbindlichkeiten gegenüber der Bundesstadt Bonn 137.348,00 54.294,00 4. Sonstige Verbindlichkeiten 680.211,90 564.292,89 - davon aus Steuern: € 270.289,40 (i.Vj.: € 195.101,66) - davon im Rahmen der sozialen Sicherheit: € 145.231,90 (i.Vj.: € 133.685,35) 1.693.368,93 1.782.782,14 E. Rechnungsabgrenzungsposten 643.756,45 323.003,50 45.152.475,58 40.964.489,83Seite 9 von 67 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Gewinn- und Verlustrechnung 2023/24 2023/24 € 2022/23 € 1. Umsatzerlöse 5.678.037,93 4.764.688,44 2. Sonstige betriebliche Erträge 44.617.548,48 37.976.043,89 3. Materialaufwand (Produktionsaufwand) a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren -2.475.158,52 -1.964.628,72 b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -6.598.110,00 -6.575.309,01 c) Beschäftigungsentgelte -3.227.139,85 -2.988.454,45 -12.300.408,37 -11.528.392,18 4. Personalaufwand a) Löhne und Gehälter -22.061.113,16 -20.708.865,97 b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung -5.211.882,87 -4.944.748,55 - davon für Altersversorgung: € 1.003.461,33 (i.Vj.: € 1.015.120,04) -27.272.996,03 -25.653.614,52 5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens zur Finanzierung des Anlagevermögens 1.276.022,99 866.469,07 6. Aufwendungen aus der Zuführung zum Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens -7.246.519,54 -491.955,89 7. Abschreibungen -2.016.441,99 -1.606.888,07 8. Sonstige betriebliche Aufwendungen -5.570.654,25 -4.666.699,47 9. Sonstige Steuern -39.639,76 -46.821,47 10. Jahresfehlbetrag -2.875.050,54 -387.170,20 11. Entnahmen aus Rücklagen a) aus der Allgemeinen Rücklage 740.419,00 740.419,00 b) aus der satzungsmäßigen Rücklage 2.094.623,56 0,00 c) aus der Investitionsrücklage 40.007,98 0,00 2.875.050,54 740.419,00 12. Einstellungen in Rücklagen in die satzungsmäßige Rücklage 0,00 -353.248,80 13. Bilanzgewinn 0,00 0,00Seite 10 von 67 1 Anhang für das Wirtschaftsjahr 2023/24 (01.08.2023 – 31.07.2024) Theater der Bundesstadt Bonn Eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt BonnSeite 11 von 67 2 Anhang / Anlagenachweis I. Allgemeines 3 II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 4 1. Erläuterungen zur Bilanz 4 2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung 7 III. Sonstige Angaben 10 IV. Anlagennachweis Anlage 3aSeite 12 von 67 3 I. Allgemeines Das Theater ist eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt Bonn mit Sitz in Bonn und den Spielstätten in der Oper Bonn und dem Schauspielhaus Bad Godesberg sowie den Werkstätten in Beuel. Nach dem Beschluss des Rates der Bundesstadt Bonn vom 1. Juni 1995 wurden die zuvor getrennten Sparten „Musiktheater und Ballett“ einerseits sowie „Schauspiel“ andererseits zum 1. August 1997 unter einer Generalintendanz zusammengeführt. Danach war das Theater entsprechend den Vorschriften über die Eigenbetriebe im Sinne von § 107 Abs. 2 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein - Westfalen, der Eigenbetriebsverordnung und nach den Vorschriften der für das bisher selbstständige Schauspiel geltenden Satzung vom 19. September 1985 in der Fassung vom 30. September 1994, zu führen. Die derzeit gültige Fassung der Satzung für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN wurde vom Rat der Bundesstadt Bonn in seiner Sitzung am 7. Mai 1998 beschlossen. Sie trat am 11. Mai 1998 in Kraft. Ab 1. August 2023 gilt eine neue Entgeltordnung (DS-Nr. 230208). Gleichzeitig trat die vom Rat der Bundesstadt Bonn am 28. März 2019 beschlossene Entgeltordnung für das Theater der Bundesstadt Bonn außer Kraft. Für die Aufstellung des Anhanges für das Wirtschaftsjahr 2023/24 (01. August 2023 bis 31. Juli 2024) wurde die EigVO für das Land Nordrhein - Westfalen in der Fassung der Bekanntmachung vom 16. November 2004 - zuletzt geändert durch Verordnung vom 22. März 2021 (GV. NRW S. 348) - zugrunde gelegt. Bei der Aufstellung des Jahresabschlusses wurden die allgemeinen Vorschriften, die Ansatzvorschriften, die Vorschriften über die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die Bewertungsvorschriften und die Vorschriften über den Anhang für den Jahresabschluss der großen Kapitalgesellschaften im Dritten Buch des Handelsgesetzbuches in der Fassung des Bilanzrichtlinien- Umsetzungsgesetzes (BilRUG) gemäß § 21 EigVO NRW beachtet. Die Gliederungen der §§ 22 Abs. 1 (Bilanz) und 23 Abs. 1 (Gewinn- und Verlustrechnung) EigVO NRW wurden angewandt. Dabei wurde gemäß § 265 Abs. 5 HGB auf der Aktivseite der Bilanz unter Position B.I.2 der "Theaterfundus" und auf der Passivseite unter der Position B der „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ ausgewiesen. Innerhalb der Gewinn- und Verlustrechnung wurde die Position "Materialaufwand" in "Produktionsaufwand" umbenannt und um die Position 3c "Beschäftigungsentgelte" (Personalaufwand und soziale Abgaben für produktionsbezogen beschäftigtes künstlerisches Personal) erweitert. Die Positionen „5. Erträge aus der Auflösung des Sonderpostens für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ und „6. Aufwendungen aus der Zuführung zum Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurden im Zuge der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) für die Gemeinden im Land NRW ab dem Wirtschaftsjahr 2008/09 aufgenommen. Die Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater angewiesen, ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen Sonderposten auszuweisen. Die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden wurden unverändert zum Vorjahr übernommen.Seite 13 von 67 4 II. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung 1. Erläuterungen zur Bilanz Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Das von der Bundesstadt Bonn eingebrachte Kapital wurde dem Theater der Bundesstadt Bonn als Sondervermögen übertragen. Das Sachanlagevermögen sowie die immateriellen Vermögensgegenstände werden zu Anschaffungskosten, vermindert um planmäßige Abschreibungen gemäß § 253 Abs. 2 HGB, angesetzt. Soweit Gegenstände bereits vor der Einlage genutzt wurden (Betriebsvorrichtungen und Ausstattung Schauspielhalle Beuel) entspricht der Einlagewert dem Buchwert zum Zeitpunkt der Einlage (01.08.1996). Die planmäßigen Abschreibungen ergaben sich durch die Verteilung der Einlagewerte auf die unterschiedliche Restnutzungsdauer. Im Übrigen ist die Zusammensetzung des Anlagevermögens dem beigefügten Anlagespiegel zu entnehmen (Anlage 3a). Die Zugänge bei den "geringwertigen Wirtschaftsgütern" wurden in Anlehnung an die Vorschriften des § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG (Sammelposten) abgeschrieben. Die Vorräte sind am Bilanzstichtag durch Inventur körperlich aufgenommen und unter Beachtung des Niederstwertprinzips bewertet worden. Die Bilanzansätze im Bereich der Werkstätten Beuel bzw. in den verschiedenen Abteilungen des Schauspiels und der Oper wurden anhand der Zugänge der letzten drei Jahre als Durchschnittswerte ermittelt. Der Vorratswert der Theaterfundi wurde unter Berücksichtigung der Zugänge des Berichtsjahres und altersbedingter Gängigkeitsabschläge angesetzt. Dem strengen Niederstwertprinzip wurde Rechnung getragen. Die Forderungen werden zu Nennwerten bilanziert. Bei den Forderungen gegen die Bundesstadt Bonn und andere Eigenbetriebe handelt es sich im Wesentlichen um den Rest-Zuschuss der Bundesstadt Bonn zum 31. Juli 2024 in Höhe von 7.390.212,99 € (Vorjahr: 9.228.460,70 €). Sämtliche Forderungen haben eine Restlaufzeit unter 1 Jahr. Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält gemäß der Satzung von der Bundesstadt Bonn einen zur Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der Verpflichtung eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Im Wirtschaftsjahr 2023/24 hat das Theater aufgrund der Regelungen im Intendantenvertrag einen Anspruch auf einen Gesamt-Betriebskostenzuschuss in Höhe von 32.304.700,00 €, davon 31.854.700,00 € Betriebskostenzuschuss und 450.000,00 € Investitionskostenzuschuss. Die tatsächliche Tariferhöhung im Berichtsjahr beträgt 7.225.860,04 € und liegt um 1.451.860,04 € über dem im Wirtschaftsplan berücksichtigten Betrag von 5.774.000,00 €. 6.796.519,54 € wurden aus Anlagen im Bau aktiviert, so dass sich der Gesamtbetriebskostenzuschuss auf 40.553.079,58 € beläuft. Bei dem Aktiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Zahlungen, die den Aufwand des Wirtschaftsjahres 2024/25 betreffen.Seite 14 von 67 5 Das Eigenkapital des THEATERS DER BUNDESSTADT BONN beläuft sich nach Abschluss des Wirtschaftsjahres 2023/24 unter Berücksichtigung des Zuschusses der Bundesstadt Bonn auf 29.497.874,47 € (Vorjahr: 32.372.925,01 €). Die Zusammensetzung des Eigenkapitals: Stammkapital des Bereiches Schauspiel 6.650.000,00 € Stammkapital des Bereiches Oper 6.150.000,00 € Rücklagen 16.697.874,47 € Bilanzgewinn/-verlust 0,00 € Stand: 31.07.2024 29.497.874,47 € Der Bilanzgewinn/-verlust entwickelt sich wie folgt: Jahresfehlbetrag 2.875.050,54 € Entnahme aus der allgemeinen Rücklage 740.419,00 € Entnahme aus der satzungsmäßigen Rücklage 2.094.623,56 € Entnahme aus der Investitionsrücklage 40.007,98 € Stand: 31.07.2024 0,00 € Die Entwicklung der Rücklagen: 1. Allgemeine Rücklage Stand: 01.08.2023 12.240.073,92 € Entnahme -740.419,00 € Stand: 31.07.2024 11.499.654,92 € Zum 31. Juli 2009 hat das Theater eine zweckgebundene Investitionsrücklage für die im Wirtschaftsjahr 2008/09 nicht durchgeführten Investitionen ins Anlagevermögen durch Umgliederung aus der allgemeinen Rücklage gebildet. Diese Investitionen waren im Vermögensplan des Wirtschaftsjahres 2008/09 enthalten und wurden mit Zustimmung der Kämmerei der Bundesstadt Bonn vom 28. Januar 2010 als Planausgaben in die Vermögenspläne der nachfolgenden Wirtschaftsjahre übertragen. Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen Der „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ wurde erstmals im Berichtsjahr 2008/09 gebildet. In Anlehnung an die Anforderungen des NKF-Gesamtabschlusses der Bundesstadt Bonn hat das Theater ab dem Berichtsjahr 2008/09 einen „Sonderposten für Investitionszuschüsse zum Anlagevermögen“ gebildet. Die Bildung des Sonderpostens erfolgte im Zuge einer Umgliederung aus der „Allgemeinen Rücklage“. Zum 31.12.2010 musste die Stadt Bonn einen Gesamtabschluss vorlegen. Auf Wunsch der Kämmerei der Bundesstadt Bonn hat das Theater bereits ab dem Berichtsjahr 2008/09 den Sonderposten errechnet und ausgewiesen. Die Auflösung des Sonderpostens erfolgte entsprechend der Abschreibung der entsprechenden Anlagegüter.Seite 15 von 67 6 Es bestehen folgende Rückstellungen: Rückstellungen Stand 31.07.2023 Inanspruch- nahme Auflösung Zuführung Stand 31.07.2024 Nicht genommener Urlaub 671.100,00 € 671.100,00 € 1.272.200,00 € 1.272.200,00 € Jahressonderzahlung nach TVÖD 424.500,00 € 424.500,00 € 0,00 € 463.300,00 € 463.300,00 € Überstunden/ Mehrarbeit/ Zuschläge 180.600,00 € 180.600,00 € 0,00 € 157.600,00 € 157.600,00 € Jubiläumsgratifikationen 20.600,00 € 20.600,00 € 0,00 € 19.700,00 € 19.700,00 € Altersteilzeit 62.500,00 € 62.500,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € Sonstige Teilzeitmodelle (Sabbatjahr) 23.200,00 € 0,00 € 0,00 € 65.800,00 € 89.000,00 € Ausstehende Jahresprämie (LOB) 151.900,00 € 151.900,00 € 0,00 € 158.800,00 € 158.800,00 € Summe personalbezogene Rückstellungen 2.160.600,00€ Ausstehende Rechnungen 58.000,00 € 58.000,00 € 0,00 € 260.000,00 € 260.000,00 € Prozesskostenrückstellungen 200.000,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 200.000,00 € Aufstellung und Prüfung Jahresabschluss 54.750,00 € 54.750,00 € 0,00 € 54.750,00 € 54.750,00 € Nicht eingelöste Wahl-Abonnenten- Gutscheine 140.000,00 € 140.000,00 € 0,00 € 136.000,00 € 136.000,00 € Aktive Geschenk- und Wertgutscheine 239.000,00 € 239.000,00 € 0,00 € 276.000,00 € 276.000,00 € 2.226.150,00 € 2.002.950,00 € 0,00 € 2.864.150,00 € 3.087.350,00 € Die „Rückstellungen“ wurden nach vernünftiger, kaufmännischer Beurteilung in Höhe der voraussichtlichen Inanspruchnahme gebildet. Die Verbindlichkeiten sind mit den Rückzahlungsbeträgen erfasst. Es handelt sich hier um Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von unter 1 Jahr. Bei dem Passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um im Voraus gezahlte Abonnenten-Gelder und Einzelkartenkäufe für die Spielzeit 2024/25. Sonderposten zur Finanzierung des Anlagevermögens Stand: 01. August 2023 4.259.629,18 € Zuführung des verwendeten investiven Zuschusses 2023/24 458.581,95 € Entnahme des nicht verwendeten investiven Zuschusses 2022/23 -11.871,62 € Zugänge Anlagen im Bau zum 31.07.2024 6.799.809,21 € Auflösung 2023/24 -1.276.022,99 € Stand: 31. Juli 2024 10.230.125,73 €Seite 16 von 67 7 2. Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung a) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden Die Gewinn- und Verlustrechnung wurde in Staffelform nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt. b) Umsatzerlöse Die Tourismus- & Congress GmbH, Bonn, hat im Frühjahr 2010 das Kartenverkaufssystem „CTS- Eventim“ eingeführt. Die Sparte Ticketing (BonnTicket) wurde später verkauft. Das Theater hat nach erfolgter Ausschreibung der Bietergemeinschaft BONNTICKET/DERTICKETSERVICE ab der Spielzeit 2011/12 (ab 01.08.2011) einen Auftrag über die Bereitstellung des Ticket-Verkaufssystems „CTS“ erteilt. Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten Oper/Tanz Schauspiel Theater gesamt Opernhaus 3.105.907,07 € 0,00 € 3.105.907,07 € Kammerspiele 0,00 € 682.162,07 € 682.162,07 € Portal 49.195,12 € 0,00 € 49.195,12 € Werkstattbühne 0,00 € 85.366,44 € 85.366,44 € Einnahmen aus dem Verkauf von Eintrittskarten 3.155.102,19 € 767.528,51 € 3.922.630,70 € Sonstige Einnahmen Oper/Tanz Schauspiel Theater Gesamt Erlöse aus Vermietung 620.895,64 € 174.330,90 € 795.226,54 € Einnahmen aus Programmheftverkauf 15.282,40 € 6.634,00 € 21.916,40 € Umtauschgebühren 0,00 € 2.244,60 € 2.244,60 € Vorverkaufsgebühren 233.310,60 € 136.903,73 € 370.214,33 € Sonstige Erlöse 561.329,02 € 4.476,34 € 565.805,36 € Summe der sonstigen Einnahmen 1.430.817,66 € 324.589,57€ 1.755.407,23 Summe der Umsatzerlöse 4.585.919,85 € 1.092.118,08 € 5.678.037,93 € Die Darstellung entspricht internen Abrechnungsgrundlagen, nicht der handelsrechtlichen Gliederung.Seite 17 von 67 8 c) Sonstige betriebliche Erträge Theater Gesamt Zuschüsse der Bundesstadt Bonn 40.553.079,58 € Zuwendung des Landes NRW 2.706.600,00 € Sonstige Zuschüsse 1.217.655,84 € Übrige Erträge 140.213,06 € Summe der sonstigen betrieblichen Erträge 44.617.548,48 € Das Theater der Bundesstadt Bonn erhält satzungsgemäß von der Bundesstadt Bonn einen zur Wirtschaftsführung des Theaters erforderlichen Zuschuss. Dieser wird jeweils für die Zeit der Verpflichtung eines Generalintendanten festgelegt und in Teilbeträgen ausgezahlt. Für die Spielzeit 2023/24 teilt sich der Zuschuss der Bundesstadt Bonn wie folgt auf: Gesamt-Betriebskostenzuschuss lt. Wirtschaftsplan 32.304.700,00 € + zusätzliche Investitionen 6.796.519,54 € + Zuzahlung die Stadt Bonn aus endgültiger Berechnung der tatsächlichen Tarifsteigerung 2023/24 (über Ansatz) 1.451.860,04 € Korrigierter Gesamtzuschuss 40.553.079,58 € ********** Die zusätzlichen Investitionen setzen sich wie folgt zusammen: Ertüchtigung der Ober- und Untermaschinerie Oper 3.594.062,72 € Ertüchtigung der Ober- und Untermaschinerie Schauspiel 2.209.697,94 € Erneuerung Mess-, Steuer- und Regeltechnik Oper 795.582,12 € Erneuerung Mess-, Steuer- und Regeltechnik Schauspiel 197.176,76 € 6.796.519,54 € ********** Bei den Zuwendungen des Landes NRW handelt es sich um einen Zuschuss zu den Gesamt-Personalkosten (Festangestellte + Gäste) vom Theater der Bundesstadt Bonn, die für das Haushaltsjahr 2023 auf einem Zuwendungsbescheid des Regierungspräsidenten der Bezirksregierung, Köln, vom 13. Oktober 2023 gewährt werden. Für das Haushaltsjahr 2024 liegt ein Zuwendungsbescheid des Landes NRW vom 13. November 2024 vor. Die ausgewiesenen Zuwendungen des Landes NRW entsprechen den anteilig auf das Wirtschaftsjahr 2023/24 entfallenden Anteilen des Zuschusses für die Haushaltjahre 2023 und 2024. **********Seite 18 von 67 9 Bei den sonstigen Zuschüssen handelt es sich um Zuschüsse verschiedener Fördermittelgeber, die unmittelbar für einzelne Produktionen gewährt werden. ********** Bei den übrigen Erträgen handelt es sich um Skontoerträge, Erträge aus dem Deutschland-Ticket und dem Fahrradleasing sowie Erlöse aus Anlagenverkäufen. d) Personalaufwand Die „Stellenübersicht für das Theater der Bundesstadt Bonn Wirtschaftsjahr 2023/24“ (DS-Nr.: 230525) wurde am 13. Juni 2023 vom Rat der Bundesstadt Bonn beschlossen. Angaben zur Zahl der beschäftigten Arbeitnehmer Die zahlenmäßige Entwicklung der Belegschaft 31.07.2024 31.07.2023 Durchschnittliche Zahl der Arbeitnehmer (2023/24) Beschäftigte 425 417 439 Beamte 11 9 10 Summe 436 426 439 Auszubildende und Volontäre 4 7 11 Kassenaushilfen 9 11 9 Abendhilfen (festbeschäftigte) 62 52 57 Summe 75 70 77 Personal gesamt 511 496 516 In der Spielzeit 2023/24 waren insgesamt 243 weibliche Mitarbeiterinnen beschäftigt. Löhne, Gehälter und Vergütungen Löhne und Gehälter Theater Vergütung TVöD 21.371.992,88 € Beamtenbezüge 556.332,56 € Aushilfslöhne 132.787,72 € Summe Löhne und Gehälter 22.061.113,16 € Soziale Abgaben Gesetzlicher Sozialaufwand 4.052.738,45 € Berufsgenossenschaft 141.875,61 € 4.194.614,06 €Seite 19 von 67 10 Aufwendungen für Altersversorgung und Unterstützung Versorgungskassen AN 738.996,82 € Beamtenversorgung 264.464,51 € 1.003.461,33 € Sonstige Soziale Aufwendungen Beihilfen 13.807,48 € Summe 13.807,48 € Summe Personalaufwand 27.272.996,03 € Die im Gesamtpersonalaufwand beinhalteten personalbezogenen Rückstellungen belaufen sich auf insgesamt 2.160.600,00 € - siehe auch „Rückstellungen“. III. Sonstige Angaben a) Angaben zu den Gesamtbezügen von Theaterleitung und Betriebsausschuss Der Generalintendant erhält Bezüge nach dem mit der Bundesstadt Bonn bestehenden Intendantenvertrag. Der Kaufmännische Direktor wird als Beamter der Bundesstadt Bonn nach der Landesbesoldungsordnung Nordrhein – Westfalen besoldet. Nach dem geänderten § 24 Abs. 1 EigVO NRW müssen die gewährten Gesamtbezüge an die Mitglieder der Betriebsleitung und des Betriebsausschusses als Summe und zusätzlich unter Namensnennung die Bezüge und Leistungen für jedes einzelne Mitglied dieser Personengruppe angegeben werden. Die Gesamtpersonalkosten der Theaterleitung betragen im Berichtsjahr 2023/24 331.081,56 €, davon - Generalintendant Herr Dr. Helmich 229.530,17 € - Kaufmännischer Direktor Herr Frings 101.551,39 €. Die Mitglieder des Kulturausschusses (= Betriebsausschuss) erhalten vom Theater der Bundesstadt Bonn keine finanziellen Zuwendungen. b) Angaben zu Abschreibungen des Wirtschaftsjahres Die Bundesstadt Bonn hat entschieden, dass die Abschreibungsbeträge für Gebäude- und Gebäudebestandteile, soweit sie auf Einlagen der Bundesstadt Bonn entfallen, nicht erstattet werden. Da somit die Abschreibungen für Gebäude und Gebäudebestandteile nicht über den Zuschuss abgedeckt werden, müssen die erforderlichen Erneuerungen und Ersatzinvestitionen für Gebäude und Gebäudebestandteile für das THEATER DER BUNDESSTADT BONN aus dem Vermögenshaushalt der Bundesstadt Bonn finanziert werden.Seite 20 von 67 11 c.) Angabe des Prüferhonorars gem. § 285 Nr. 17 HGB Der Kulturausschuss (= Betriebsausschuss) hat in der Sitzung am 28.03.2023 (DS-Nr.: 230265) beschlossen, die Prüfung des Jahresabschlusses 2023/24 durch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft „HLB Schumacher GmbH, Münster“ prüfen zu lassen. Das Jahresergebnis enthält Honorare für Abschlussprüferleistungen in Höhe von 25.000,00 € (ohne Umsatzsteuer). Hiervon entfallen - auf Abschlussprüfungsleistungen für das Berichtsjahr 2023/24 25.000,00 € (netto). d.) Geschäfte mit nahe stehenden Personen (§ 285 Nr. 21 HGB) Das Theater der Bundesstadt Bonn hat im Wirtschaftsjahr 2023/24 folgende Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen und Personen getätigt: Bezug von Dienstleistungen Verkäufe in Tsd.€ Tsd.€ Bundesstadt Bonn 5.508,1 -700,1 (u.a. Erstattungen an das Beethoven-Orchester-Bonn, den diversen Ämtern der Bundesstadt Bonn, etc.) Tochterunternehmungen/ Eigenbetriebe/ eigen- 1.769,1 -351,5 betriebsähnliche Einrichtungen der Bundesstadt Bonn (u.A. Gas-, Wasser-, Stromlieferungen der Stadtwerke Bonn; Nutzung des Rechenzentrums der Stadtwerke Bonn, etc.)Seite 21 von 67 12 e) Angabe der Mitglieder von Betriebsausschuss und Betriebsleitung im Sinne des § 5 EigVO ab 04. September 2014 (11. Wahlperiode), Stand: 31.07.2024 Kulturausschuss (Ausschuss im Sinne des § 5 EigVO) Vorsitzende Dr. Roswitha Sachsse-Schadt Bündnis 90 / DIE GRÜNEN 1. Stellvertreter Jürgen Repschläger DIE LINKE 2. Stellvertreter Fenja Wittneven-Welter SPD Ordentliche Mitglieder Max Biniek Bernd Fesel Corinna Heumann Christoph Jansen Herbert Kaupert Werner Koch Jan Claudius Lechner Nihat Mert Dr. Helmut Redeker Niklas Schnell Johannes Schott Silke Uckermann SPD FDP Volt CDU CDU CDU CDU Bündnis 90 / DIE GRÜNEN SPD Bündnis 90 / DIE GRÜNEN Bürger Bund Bonn Bündnis 90 / DIE GRÜNENSeite 22 von 67 Seite 23 von 67 Theater der Bundesstadt Bonn, Bonn Entwicklung des Anlagevermögens ANSCHAFFUNGS- UND HERSTELLUNGSKOSTEN AUFGELAUFENE ABSCHREIBUNGEN NETTOBUCHWERTE 01.08.2023 Zugänge Umbuchungen Abgänge 31.07.2024 01.08.2023 Zugänge Abgänge 31.07.2024 31.07.2024 31.07.2023 € € € € € € € € € € € I. Immaterielle Vermögensgegenstände Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an solchen Rechten und Werten 301.353,73 43.985,08 0,00 -7.116,20 338.222,61 295.069,73 16.543,08 -7.116,20 304.496,61 33.726,00 6.284,00 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken 55.426.269,60 0,00 0,00 0,00 55.426.269,60 30.102.547,43 769.320,00 0,00 30.871.867,43 24.554.402,17 25.323.722,17 2. Technische Anlagen und Maschinen 6.984.215,52 0,00 7.034.375,86 -38.293,00 13.980.298,38 5.857.059,52 613.213,86 -38.293,00 6.431.980,38 7.548.318,00 1.127.156,00 3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 14.659.606,82 417.886,54 35.521,06 -635.268,08 14.477.746,34 12.392.291,37 617.365,05 -635.268,08 12.374.388,34 2.103.358,00 2.267.315,45 4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 284.274,41 6.799.809,21 -7.069.896,92 0,00 14.186,70 0,00 0,00 0,00 0,00 14.186,70 284.274,41 77.354.366,35 7.217.695,75 0,00 -673.561,08 83.898.501,02 48.351.898,32 1.999.898,91 -673.561,08 49.678.236,15 34.220.264,87 29.002.468,03 77.655.720,08 7.261.680,83 0,00 -680.677,28 84.236.723,63 48.646.968,05 2.016.441,99 -680.677,28 49.982.732,76 34.253.990,87 29.008.752,03Seite 24 von 67 LAGEBERICHT für das Wirtschaftsjahr 2023/24 (01.08.2023 – 31.07.2024) Eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Bundesstadt BonnSeite 25 von 67 Seite | 2 Inhaltsverzeichnis 1. GRUNDLAGEN UND RAHMENBEDINGUNGEN ....................................................................................... 3 1.1 Das Theater Bonn .......................................................................................................................... 3 1.2 Grundlagen und Organisation........................................................................................................ 3 1.3 Grundlagen der Finanzierung ........................................................................................................ 4 2. DAS THEATER BONN | STRUKTUR- UND RAHMENDATEN .................................................................... 6 2.1 Das Theater Bonn im Überblick .................................................................................................... 6 2.2 Sparten, Beteiligungen und Kooperationen ................................................................................... 6 2.3 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Wirtschaftsjahres................................... 7 3. WIRTSCHAFTSBERICHT | GESCHÄFTSVERLAUF DES WIRTSCHAFTSJAHRES ........................................ 8 3.1 Wirtschaftsplan und Jahresabschluss ............................................................................................ 8 3.2 Geschäftsverlauf, Entwicklung der Zuschauerzahlen und Auslastung.......................................... 9 3.3 Ertragslage und Jahresergebnis ................................................................................................. 144 3.4 Finanzlage ................................................................................................................................... 19 3.5 Bilanz, Vermögenslage und Eigenkapital ................................................................................... 19 4. PROGNOSEBERICHT | CHANCEN & RISIKEN ..................................................................................... 222 4.1 Ausblick auf die künftigen Entwicklungen der Rahmenbedingungen ...................................... 222 4.2 Chancen und Risiken ................................................................................................................. 222 4.3 Prognosebericht ......................................................................................................................... 255 5. ANLAGE ABONNEMENTS .................................................................................................................... 27Seite 26 von 67 Seite | 3 1. Grundlagen und Rahmenbedingungen 1.1 Das Theater Bonn Die Geschichte des Theater Bonn reicht zurück bis ins 19. Jahrhundert, als die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bonn ein erstes Theater bauten, das unabhängig zur musischen und künstlerischen Bildung beitragen sollte. Ganz ähnlich waren die Beweggründe für den damals noch eigenständigen Kurort Bad Godesberg, der zunächst für Gastspiele, später auch für ein eigenes Ensemble eine Spielstätte schuf. Heute leistet das städtische Mehrspartenhaus mit rund 500 Veranstaltungen pro Jahr einen wesentlichen Beitrag zum kulturellen Leben der Stadt sowie der gesamten Region. Neben zahlreichen Eigenproduk- tionen der Opern- und Schauspielsparte zählen auch die Gastspielreihen HIGHLIGHTS DES INTERNATIO- NALEN TANZES und QUATSCH KEINE OPER! fest zum Programm. Insgesamt beschäftigt das Theater Bonn rund 500 Mitarbeitende in den unterschiedlichen Abteilungen und Gewerken, deren Engagement und Leidenschaft ein so vielfältiges Programm erst ermöglichen. 1.2 Grundlagen und Organisation Das Theater Bonn wird als eigenbetriebsähnliche Einrichtung gem. § 107 Abs. 2 Gemeindeordnung NRW (GO NRW) nach den Vorschriften der Eigenbetriebsverordnung NRW (EigVO NRW) als selbst- ständige Einrichtung ohne eigene Rechtspersönlichkeit geführt. Das Theater der Bundesstadt Bonn ist als kommunaler Kulturbetrieb nicht auf die Erzielung von Gewinnen, sondern auf die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit dem Kulturgut Theater ausgerichtet. Mit Bescheid vom 08.09.2023 des Finanzamtes Bonn-Innenstadt wurde dem Theater Bonn die Gemein- nützigkeit gem. §§ 51 ff. Abgabenordnung bescheinigt. Neben den gesetzlichen Vorschriften sind folgende rechtliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen: Satzung für das Theater Bonn vom 11.05.1988, zuletzt geändert am 14.12.2001 Dienstanweisung der Oberbürgermeisterin für den Generalintendanten und den Kaufmänni- schen Direktor Geschäftsanweisung für das Theater Bonn Entgeltordnung des Theaters Bonn, zuletzt geändert am 23.03.2023 Vertrag zwischen dem Generalintendanten und der Stadt Bonn Weitere Dienstanweisungen und Regelungen (z.B. für Theaterkasse, Inventarisierung etc.) Die Leitung des Theaters oblag in der Spielzeit 2023/24 beim Generalintendanten, Herrn Dr. Bernhard Helmich und dem Kaufmännischen Direktor, Herrn Rüdiger Frings. In die künstlerische Leitung des Hauses sind darüber hinaus eingebunden der Schauspieldirektor Jens Groß und Generalmusikdirektor Dirk Kaftan. Zum Theater Bonn gehören drei Liegenschaften, das Opernhaus mit großem Saal und Werkstattbühne (Bonn), das Schauspielhaus (Bad Godesberg) sowie die Werkstätten (Gelände Beuel).Seite 27 von 67 Seite | 4 1.3 Grundlagen der Finanzierung Mit Wirkung zum 01.08.1997 wurde das gesamte Anlagevermögen des Teilbereichs Oper in den Eigen- betrieb eingebracht. Die Einbringungswerte des Grundvermögens sind im Ratsbeschluss vom 26.06.1997 (DS-Nr. 9700740) festgeschrieben. Gemäß §§ 1 Abs. 3 und 13 Abs. 2 der Satzung des Theater der Bundesstadt Bonn in der Fassung vom 14.12.2001 ist zur Sicherung des Zwecks der Einrichtung eine satzungsmäßige Rücklage zu bilden, der nicht verbrauchte Zuschüsse und Mehreinnahmen zugeführt werden müssen und die zur Deckung von Fehlbeträgen eingesetzt wird. Der Wirtschaftsplan für die Spielzeit 2023/24 wurde in der Sitzung des Rates der Bundesstadt Bonn am 13.06.2023 (DS-Nr. 230525) beschlossen. Diesem liegt die Entscheidung des Rates der Bundesstadt Bonn vom 30.06.2016 (DS-Nr.: 1611910) zugrunde, dem Theater Bonn einen Gesamtbetriebskostenzuschuss in Höhe von 26.980.700 € zur Ver- fügung zu stellen, abzüglich einer Kürzung von 300.000 € sowie der Anrechnung von Mieteinnahmen für die Halle Beuel an das Pantheon in Höhe von 150.000 € jährlich. Zusätzlich werden die tatsächlichen Tariferhöhungen für die Entgelte der Beschäftigten des Theaters von der Stadt Bonn übernommen. Der Gesamtbetriebskostenzuschuss stellt sich wie folgt dar: Betriebskostenzuschuss 26.530.700 € zzgl. Tariferhöhungen 5.774.000 € Gesamtbetriebskostenzuschuss 32.304.700 € _ davon Betriebskostenzuschuss (BKZ) 31.854.700 € _ davon Investitionskostenzuschuss (IKZ) 450.000 € Gemäß der Entscheidung des Oberstadtdirektors der Stadt Bonn vom Januar 1988 sind seit dem Wirt- schaftsjahr 1989/90 erforderliche Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen an den eingebrachten Gebäu- den („Dach und Fach“) - soweit diese nicht theaterspezifisch sind - aus dem Vermögenshaushalt der Bundesstadt Bonn zu finanzieren. Auf Basis des Ratsbeschlusses vom 06.07.2017 (DS-Nr. 1711909) ist das Städtische Gebäudemanagement (SGB) zuständig, die laufenden Arbeiten für die Bauunterhaltung im Theater Bonn zu gewährleisten. Aufgrund der Entscheidung des Oberstadtdirektors der Bundesstadt Bonn (Mitteilung des Dezernates IV vom 12.01.1988 und Vermerk des Amtes 20 vom 05.01.1988) sind hinsichtlich des Umfangs der Verlustübernahme durch die Bundesstadt Bonn folgende Regelungen getroffen worden: Abschreibungen auf Gebäude und Gebäudebestandteile des Theaters werden nicht in den Zu- schuss, der aus dem städtischen Haushalt finanziert wird, einbezogen. Erforderliche Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen sind ab dem Wirtschaftsjahr 1989/90 im städtischen Vermögens- haushalt zu veranschlagen. Eine Belastung des Theaters mit Zinsen und Tilgung entsteht nicht. Die Abschreibungen für Betriebseinrichtungen, die nicht Gebäudebestandteil sind, sowie für die Betriebs- und Geschäftsausstattung werden dagegen in den Zuschuss einbezogen und ohne Be- schränkung dem Theater der Bundesstadt Bonn erstattet. Nicht verausgabte Mittel des Vermögensplanes [mittlerweile Finanzplan] werden seit dem 01.08.2008 in der Bilanz in einem „Sonderposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zu- schüsse der Bundesstadt Bonn“ zugeführt.Seite 28 von 67 Seite | 5 Der Gesamtbetriebskostenzuschuss wird ab dem Berichtsjahr 2009/10 in einen Zuschuss für laufende Ausgaben (Betriebskostenzuschuss, BKZ) und einen Zuschuss für Investitionen (In- vestitionskostenzuschuss, IKZ) aufgeteilt. Gemäß dem Wirtschaftsplan des Theaters darf die Theaterleitung über den verbleibenden „Son- derposten für nicht bis zum 31.07. verwendete Zuschüsse der Bundesstadt Bonn (IKZ)“ wie auch über die „Investitionsrücklage“ für nicht geplante, zusätzliche Investitionen frei verfügen. Zudem hat das Land NRW mit Bescheid vom 13.11.2024 eine Zuwendung in Höhe von 2.830.508 € für das Kalenderjahr 2024 bewilligt. Von dem genannten Zuwendungsbetrag entfällt ein Anteil in Höhe von 1.651.130 € auf das Wirtschaftsjahr 2023/24. Zusätzlich wurden 167.000 € für das Projekt „NEUE WEGE - FOKUS 33“ bewilligt. Für die Erhebung der Ticketpreise für die Veranstaltungen des Theaters Bonn ist die Entgeltordnung maßgeblich. Zur Gesamtfinanzierung des Betriebes ist der Verkauf von Eintrittskarten notwendig. Die Festlegung der Tageskarten- und Abo-Preise orientiert sich dabei auch an der wirtschaftlichen Leis- tungsfähigkeit des Publikums, ohne dabei den künstlerischen Wert der Darbietungen zu vernachlässi- gen.Seite 29 von 67 Seite | 6 2. DAS THEATER BONN | STRUKTUR- UND RAHMENDATEN 2.1 Das Theater Bonn im Überblick Spielzeit 2023/24 Spielzeit 2022/23 Veranstaltungen insgesamt 475 415 Besucherinnen und Besucher insgesamt 169.736 149.609 Auslastung insgesamt 74,54 % 75,06 % Mitarbeitende 511 511 Ensemblestärke _ Musiktheater / Oper 19 18 _ Schauspiel 20 21 Personalaufwand insgesamt 27.272.996 € 25.653.615 € Bilanzsumme 45.152.476 € 40.964.490 € Eigenkapitalausstattung 29.497.875 € 32.372.925 € Jahresergebnis - 2.875.051 € - 387.170 € Diese Zahlen beinhalten auch die Veranstaltungen mit freiem Eintritt. In der Spielzeit 2023/24 haben wir 60 Vorstellungen mehr im Vergleich zur Spielzeit 2022/23 angeboten. Eine Vielzahl dieser Vorstel- lungen hat auf kleineren Bühnen (Schauspiel, Werkstattbühne) stattgefunden, was die im Verhältnis gesehen geringe durchschnittliche Zahl an Besuchenden erklärt. Das Theater Bonn ist in der Stadt Bonn, neben den weiteren städtischen Kulturinstitutionen, eingebettet in eine breit aufgestellte Szene freier Theater. Die verschiedenen Theater bedienen jeweils unterschied- liches Kern-Repertoire, so dass eine direkte Konkurrenz nicht zustande kommt. In der Region Köln-Bonn / Rhein-Sieg und Ahrweiler gibt es darüber hinaus mit den Bühnen der Stadt Köln und dem Schauspielhaus Düsseldorf und der Deutschen Oper am Rhein weitere große Häuser mit einer ähnlichen Ausrichtung. Insofern ist das Theater Bonn mit seinen drei Spielstätten strategisch gut gelegen und kann einen großen Einzugsbereich von potenziellen Besuchenden bedienen. 2.2 Sparten, Beteiligungen und Kooperationen Theater Bonn | Oper – Schauspiel – Tanz Neben den eigenen Produktionen in den Bereichen Oper / Musiktheater und Schauspiel zählen die Gast- spielreihen HIGHLIGHTS DES INTERNATIONALEN TANZES und QUATSCH KEINE OPER! fest zum Pro- gramm des Theater Bonn. Darüber hinaus hat das Theater Bonn in Zusammenarbeit mit dem Beethoven Orchester Bonn die Ver- mittlungsplattform PORTAL initiiert, die allen Kindern und Jugendlichen, unabhängig von ihrer sozialen Situation, Zugang zu kultureller Bildung bietet. Neben den künstlerischen Produktionen stehen zahlrei- che (pädagogische) Vermittlungsformate, wie bspw. Probenbesuche, Führungen und Workshops im Zentrum der Arbeit. Ein breit aufgestelltes Team von Musiktheater-, Konzert- und Theaterpädagog*in- nen zeigen den Kindern und Jugendlichen Bonn als Ort der kulturellen Vielfalt und ermöglicht somit allen Teilhabe, die über das Zuschauen und Zuhören hinausgeht. Die Zusammenarbeit mit dem Beethoven Orchester Bonn erstreckt sich insbesondere auf die Auffüh- rungen der eigenen Opern-Produktionen. Das Beethoven Orchester übernimmt sämtliche Dienste fürSeite 30 von 67 Seite | 7 die geplanten Vorstellungen. Hierfür erhielt das Beethoven Orchester in der Spielzeit 2023/24 eine Ver- rechnungszahlung in Höhe von 3.579.000 €. Durch Beschluss des Rates der Stadt Bonn vom 13.06.2023 (DS-Nr. 230769) wurde mit Vertrag vom 01.08.2023 die engere Zusammenarbeit zwischen dem Theater Bonn und dem Jungen Theater Bonn (JTB) begründet. Der Vertrag gilt auf unbestimmte Zeit und kann frühestens durch ordentliche Kündi- gung zum 31.07.2028 beendet werden. Das Theater Bonn leistet einen maximalen jährlichen Zuschuss in Höhe von 450.000 € und zusätzlich Sachleistungen in Höhe von 38.800 € jährlich (insbesondere für Lagerflächen von Kulissen). Wesentliche Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die künstlerische, kommunikative, administrative und technische Unterstützung des JTB sowie die Mitsprache des Gene- ralintendanten bei der Konzeption des Spielplans des JTB. Darüber hinaus werden die theaterpädagogi- schen Aktivitäten beider Häuser enger miteinander verknüpft. Für das Frühjahr 2025 ist die erste große Koproduktion zwischen dem Theater Bonn und dem JTB mit dem Musical SPRING AWAKENING ge- plant. In der Spielzeit 2023/24 wurden insgesamt Zuschussmittel i.H.v. 424.252,38 € seitens des JTB abgeru- fen. Den Mittelabrufen liegen jeweils aktuelle Gewinn- und Verlustrechnungen des JTB und Bestätigungen zugrunde, dass die Mittel wirtschaftlich und sparsam verwendet werden. Es wird dadurch auch sicher- gestellt, dass die vorrangig einzusetzenden Fördermittel Dritter abgerufen wurden. 2.3 Vorgänge von besonderer Bedeutung nach Schluss des Wirtschafts- jahres Nach Abschluss des Wirtschaftsjahres 2023/24 haben sich keine Vorgänge von besonderer Bedeutung ergeben. Der vorliegende Lagebericht vermittelt insofern ein den tatsächlichen Verhältnissen entspre- chendes Bild der Vermögens- und Finanzlage des Theaters Bonn gem. den Vorschriften der EigVO NRW i.V.m. den einschlägigen Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB).Seite 31 von 67 Seite | 8 3. WIRTSCHAFTSBERICHT | GESCHÄFTSVERLAUF DES WIRTSCHAFTSJAHRES 3.1 Wirtschaftsplan und Jahresabschluss Die Grundlage für den Geschäftsbetrieb der Spielzeit 2023/24 bildete der Wirtschaftsplan, der vom Rat der Stadt Bonn in seiner Sitzung am 13.06.2023 (DS-Nr. 230525) beschlossen wurde. Ein Überblick zum Vergleich des Jahresabschlusses mit dem Wirtschaftsplan gibt der nachstehende Plan-Ist-Ver- gleich. Wirtschaftsplan Jahresabschluss Abweichung * Umsatzerlöse 5.200.000 € 5.678.037,93 € 478.037,93 € Sonstige betriebliche Erträge 35.346.423 € 44.617.548,48 € 9.271.125,48 € Produktionsaufwand 11.755.000 € 12.300.408,37 € -545.408,37 € Personalaufwand 26.125.060 € 27.272.996,03 € -1.147.936,03 € Erträge aus Sonderposten 1.000.000 € 1.276.022,99 € 276.022,99 € Aufwendungen Sonderposten 450.000 € 7.246.519,54 € -6.796.519,54 € Abschreibungen 1.800.000 € 2.016.441,99 € -216.441,99 € Sonstige betr. Aufwendungen 4.467.000 € 5.570.654,25 € -1.103.654,25 € Zinsen und ähnliche Erträge 1.000 € 0 € -1.000 € Zinsen u. ähnl. Aufwendungen 0 € 0 € 0 € Ergebnis nach Steuern -3.049.637 € -2.835.410,78 € 214.226,22 Sonstige Steuern 18.000 € 39.639,76 € -21.639,76 € Jahresergebnis -3.067.637 € -2.875.050,54 € 192.586,46 € Entnahmen aus Rücklagen -3.067.637 € -2.875.050,54 € 192.586,46 € _ davon. Allgemeine Rücklage -740.419 € -740.419,00 € 0 € _ davon satzungsmäßige Rücklage -2.327.218 € -2.094.623,56 € 232.594,44 € Einstellung in die Rücklagen 0 € 0 € 0 € Bilanzgewinn 0 € 0 € 0 € *[Vorzeichen (+) stellt eine Verbesserung dar; Vorzeichen (-) eine Verschlechterung] Die wesentlichste Abweichung gegenüber dem Wirtschaftsplan erklärt sich aus der Aktivierung von diversen Anlagen im Bau für das Sachanlagevermögen. Die Finanzierung erfolgte aus dem städtischen Haushalt bzw. dem Wirtschaftsplan des SGB. Insofern werden in Höhe des aktivierungsfähigen Auf- wandes (6.796.519,54 €) ein Sonderposten gebildet (Aufwand für die Zuführung zum Sonderposten). Da der Vorgang für die Gewinn- und Verlustrechnung des Theaters, durch die Finanzierung aus dem städtischen Haushalt, jedoch ergebnisneutral ist, wurde der Betrag in selber Höhe in den Sonstigen be- trieblichen Erträgen gegengebucht. Bei den Umsatzerlösen konnten rd. 478 T€ mehr als prognostiziert vereinnahmt werden, was einen entsprechenden Anteil an der Verbesserung des Jahresergebnisses ausmacht. In den Sonstigen betrieblichen Erträgen sind auch die Zuweisungen enthalten. Die Landeszuweisung für 2024 ist gegenüber der Planung um ca. 260 T€ erhöht worden. Darüber hinaus hat das Theater rd. 700 T€ aus der Energiepreisbremse, den Mitteln aus dem Kulturfonds und weiteren Projektförderungen erhalten. Bei der Spitzabrechnung der Tarifsteigerungen kam es zu einer Nachforderung gegenüber der Stadt Bonn in Höhe von rd. 1.450 T€. Die tatsächlichen Tarifsteigerungen betrugen für die Spielzeit 2023/24 insgesamt 7.226 T€. Im Wirtschaftsplan eingepreist waren Mittel in Höhe von 5.774 T€. Beim Personalaufwand sind sowohl die Tarifsteigerungen höher als angenommen ausgefallen, aber auch die Rückstellungen schlagen mit rd. 2.161 T€ zu buche, was eine Mehrbelastung für 2023/24 von 626 T€ bedeutet.Seite 32 von 67 Seite | 9 Bei den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen haben verschiedene Umstände zu den Mehraufwen- dungen geführt. Für Aus- und Fortbildungen mussten rd. 18 T€ mehr aufgewendet werden. Zudem sind die Heizkosten um rd. 300 T€ gegenüber der Planung angestiegen. Die Reinigungs- und Versicherungs- kosten lagen um ca. 75 T€ über dem Ansatz. Bei den KFZ-Kosten wurden rd. 43 T€ eingespart. Zudem ist bei den Fahrgeldern (incl. Job-Tickets) das Budget um gut 110 T€ unterschritten worden. Die Position „Prüfungskosten“ wurde um ca. 140 T€ überschritten, was zum einen durch zusätzlichen rechtlichen Beratungsaufwand und zum anderen durch die Einführung der Software „SAM“ zur Gefährdungsbeur- teilung und –unterweisung zu begründen ist. Die Kosten für die EDV-Infrastruktur und den Support durch die Stadt Bonn fielen um rd. 145 T€ höher aus, was auf gestiegene Kosten bei der Stadt zurück- zuführen ist. 3.2 Geschäftsverlauf, Entwicklung der Zuschauerzahlen und Auslastung Die Spielzeit 2023/24 im Überblick Oper Wir können heute auf eine insgesamt erfolgreiche Spielzeit 2023/24 zurückblicken. Der Regieansatz der Produktion DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL hat zwar das Publikum und die Kritisierenden gespalten, sorgte jedoch neben der herausragenden musikalischen Qualität für großes Interesse an der Produktion und eine außergewöhnlich gute Auslastung. Die RIGOLETTO-Inszenierung stieß durch die hochkarätige Besetzung – mit Gästen wie Anastasiya Taratorkina als Gilda, Ioan Hotea als Herzog sowie Ensemble- mitglied Giorgos Kanaris als Rigoletto – auf große Begeisterung beim Publikum. Die kurzfristig ange- setzte Wiederaufnahme von MADAMA BUTTERFLY wurde zu einem wahren Publikumsmagneten und beeindruckte mit den grandiosen Solistinnen Anna Princeva und Yannick-Muriel Noah. Die letzten Vor- stellungen der Serie waren ausverkauft. Auch die Wiederaufnahme der semi-konzertanten Oper MARÍA DE BUENOS AIRES von Astor Piazzolla begeisterte das Publikum. Mit dem Orchester auf der Bühne und besonderen Instrumenten wie Bandoneon und Kastagnetten zog sie auch Opernneulinge an. Das preisgekrönte Forschungsprojekt FOKUS’33 war in dieser Spielzeit stark vertreten. Die Wiederauf- nahme von Clemens Franckensteins LI-TAI-PE war zwar nur zur Hälfte ausgelastet, bot aber einen wich- tigen Ausgleich für die während der Pandemie ausgefallenen Vorstellungen. Lorenzo Fioronis Neuin- szenierung von Arnold Schönbergs MOSES UND ARON wurde deutschlandweit und international zu ei- nem bedeutenden Ereignis (die Inszenierung diente als Auftakt für das Schönberg-Jahr 2024). Dies führte dazu, dass neben der Premiere auch die letzten beiden Vorstellungen ausverkauft waren. Die Inszenierung wurde im Opernwelt-Magazin als „Inszenierung des Jahres 2024“ gefeiert und erhielt meh- rere Nominierungen. Jakob Peters-Messers COLUMBUS-Inszenierung setzte sich mit aktuellen politi- schen Themen auseinander und verfolgte eine deutliche kolonialismuskritische Haltung, unterstützt durch ein umfassendes wissenschaftliches Begleitprogramm mit prominenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Dadurch gewann die Inszenierung deutschlandweit große Aufmerksamkeit. Die Pub- likumsgespräche bei MOSES UND ARON und COLUMBUS waren sehr gut besucht und trugen zur Ent- wicklung einer Austauschkultur zwischen dem Haus und seinem Publikum bei. Die zeitgenössische komische Oper FLIGHT von Jonathan Dove kam beim Publikum sehr gut an, konnte jedoch leider kein volles Haus erzielen. Ebenso zog das Mel-Brooks-Musical FRANKENSTEIN JR. trotz der gelungenen Inszenierung und einiger Star-Darsteller – darunter Mathias Schlung in der Hauptrolle und Daniela Ziegler – nicht durchgehend ein großes Publikum an; nur die letzten Vorstellungen waren gut besucht. Künstlerisch war es jedoch ein hervorragender Abend. Die Inszenierungen der international gefeierten Regisseure Leo Muscato (DIE LIEBE ZU DEN DREI ORANGEN) und Vassily Barkhatov (EUGENSeite 33 von 67 Seite | 10 ONEGIN) beeindruckten mit fantasievollen Bühnenbildern und einfallsreicher Regie und erhielten her- vorragende Kritiken in der Presse. Die neue Reihe der Liedersoireen mit unseren Ensemblemitgliedern auf der Foyerbühne wurde sofort zum Publikumsliebling. Schauspiel Das Schauspiel des Theater Bonn kann auf eine äußerst erfolgreiche Spielzeit zurückblicken. In der vergangenen Spielzeit konnten 243 reguläre Vorstellungen in den drei Spielstätten Bühne Schauspiel- haus, Bühne Foyer und Werkstatt verwirklicht werden. Dabei konnten insgesamt 53.360 Karten verkauft werden. Das ist ein deutlicher Anstieg von 12.400 Zuschauenden im Vergleich zum Vorjahr (Anstieg von 23%). Die Gesamtauslastung lag bei 72,12%. Auch die Einnahmen konnten erheblich um ca. 191.000 € gesteigert werden. Alle 14 Neuproduktionen wurden überdurchschnittlich gut angenommen. Herausragend waren in die- sem Jahr DIE LEGENDE VON PAUL & PAULA (91,5%), WAS FEHLT UNS ZUM GLÜCK? (90%), WOYZECK (85%), DIE KINDER (72%), FRAUEN VOR FLUSSLANDSCHAFT (75%), VON MÄUSEN UND MENSCHEN (74%) und FABIAN ODER DER GANG VOR DIE HUNDE (75%). Besonders hervorzuheben ist noch die Produktion ISTANBUL, die bereits das dritte Jahr im Spielplan stand und noch immer eine Auslastung von 98% erreichte. Lediglich die beiden Produktionen ARCHETOPIA (42%) und TREIBGUT DER ERINNERUNG (36%) blieben hinter den Erwartungen zurück. Trotz des großen Erfolges unseres Angebots gibt es auch einen Wehrmutstropfen: Auch in der vergan- genen Spielzeit war der Krankenstand extrem hoch (zumeist noch immer Corona). Insgesamt mussten 42 Vorstellungen kurzfristig abgesagt werden. Ein Wert mit dem wir überhaupt nicht zufrieden sein können. Die hohe Anzahl der Ausfälle relativiert sich allerdings, wenn man weiß, dass insgesamt ca. 100 Vorstellungen akut durch Krankheit oder Verletzungen gefährdet waren. Das heißt, es konnten durch erheblichen personellen und finanziellen Aufwand (Umbesetzungen, teilweise auch mit Gästen) etwa 60 Vorstellungen gerettet werden. An dieser Stelle ist es auch wichtig, darauf hinzuweisen, dass unsere Spielstätten und unser Personal nicht ausschließlich für die in dieser Statistik berücksichtigten Vorstellungen zur Verfügung stehen, sondern für eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen, die entweder als Vermietungen (z.B. regelmä- ßige Lesungen mit der Parkbuchhandlung Bad Godesberg) verbucht werden oder als unentgeltlicher Beitrag für die Bonner Bürgerschaft zu gelten hat, z.B. Gedenkveranstaltungen (z.B. Gedenken zum Befreiungstag von Ausschwitz der Stadt Bonn im Januar) oder die „Thespis“-Preisverleihung der Freunde des Schauspiels gemeinsam mit der Theatergemeinde und sog. Klassenzimmerstücke (z.B. GE- NAUSO NUR ANDERS, das zwar nicht in unseren Räumen stattfindet, aber von unserem Personal betreut wird). Insofern hat das Schauspiel nicht nur 243 reguläre Vorstellungen ermöglicht, sondern war insge- samt für 340 Vorstellungen im ganzen Jahr (mit) verantwortlich. Portal | Theater für und mit allen Grundschule / JugendzentrumSeite 34 von 67 Seite | 11 In der Spielzeit 2023/24 startete das durch NEUE WEGE geförderte Projekt INSIDE OUT – PORTAL AUF ACHSE, welches jedem (!) Kind in Bonn über langfristige Schulkooperationen die kulturelle Teilhabe ermöglichen will. Bereits 15 Grundschulen sind eine Bildungspartnerschaft eingegangen. Schülerinnen und Schüler können somit über drei Jahre hinweg jede Sparte (Oper, Schauspiel, Orchester) einmal kennenlernen. Neben drei mobilen Produktionen – die auch von 16 weiteren Grundschulen gebucht worden sind – konnten die dritten und vierten Klassen die Familienoper IWEIN LÖWENRITTER und das Orchesterkonzert AUS DER NEUEN WELT des Beethoven Orchester Bonn besuchen. Die Kinder wurden klassenweise in knapp 200 vor- oder nachbereitenden Workshops auf die jeweilige Vorstellung einge- stimmt. Insgesamt haben fast 5.000 Schülerinnen und Schüler aus Grundschulen Vorstellungen gesehen. Neben den Grundschulen investiert das Vermittlungsteam von INSIDE OUT viele Ressourcen in Stadt- teilarbeit. So finden halbjährlich in Zusammenarbeit mit verschiedenen Jugendzentren Stadtteilfeste statt. In der Spielzeit 2023/24 haben wir die Feste mit unserer Lastenradbühne in Lannesdorf-Mehlem und Castell durchgeführt, bei denen jeweils um die 30 - 40 Kinder und Jugendliche vorab in verschie- denen Workshops teilgenommen haben. Weiterführende Schulen und Besucher unter 27 Die weiterführenden Schulen haben über 2.000 Schulklassenabonnements gebucht. Mit diesen können Schülerinnen und Schüler für 15 Euro drei Vorstellungen besuchen. Darüber hinaus sind aktuell 44 Schulklassen der verschiedensten Schulformen Bildungspartner. In den drei Jahren der Kooperation ler- nen sie Schauspiel, Oper und Orchester kennen. Über 16.000 Schülerinnen und Schüler haben Vorstel- lungen des Theater Bonn besucht. Zusätzlich haben 50 Schulklassen Führungen und knapp 200 Klassen weiterführender Schulen Workshops bekommen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Angebote für die Zielgruppe unter 27. Unter anderem den Jugend- club, der am Ende der Spielzeit mit S.U.C.H.E.N. auf der Foyerbühne seine Abschlussproduktion zeigte. In der Spielzeit 2023/24 haben insgesamt 32.203 Besucher unter 27 Jahren Vorstellungen besucht. Der Anteil unter den Besuchenden beträgt somit ca. 20%. Partizipation und Inklusion Das Theater Bonn ist in der Spielzeit 2023/24 Mitglied in dem Netzwerk „Bei uns ist Inklusion leben- dig“ geworden und setzt seine Bemühungen für ein Theater für und mit allen weiter fort. So gab es mit DIE ZEITMASCHINE erneut eine partizipative und inklusive Produktion. Regisseur Dominic Friedel brachte sie mit seinem Team, professionellen Schauspielern aus dem Ensemble und 22 jungen Menschen mit und ohne Behinderung aus Bonn und Umgebung auf die große Bühne im Schauspielhaus. Zu dieser Produktion wie auch zu DER STURM und BILDER DEINER GROßEN LIEBE bot unser digitales Bonusma- terial „Scrollytelling“ einen ausführlichen Blick ins Stück und hinter die Kulissen. Durch die teilweise Verwendung einfacher Sprache, Untertitelung und die Einbindung von Deutscher Gebärdensprache wird der Stückbesuch vereinfacht. Neben Angeboten, die vormittags stattfinden und sich speziell an Seniorinnen und Senioren richten, vernetzt sich das Theater Bonn vermehrt mit der Gemeindepsychiatrie Bonn Rhein-Sieg, der Caritas und der Lebenshilfe. Unter anderem sind die Generalproben in der Oper für verschiedene Personengrup- pen geöffnet, die aus unterschiedlichen Gründen unsere regulären Vorstellungen nicht besuchen können. Dazu gehören unter anderem Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung.Seite 35 von 67 Seite | 12 Tanz Die Spielzeit 2023/24, die erste Spielzeit durch Kurator Patrick Marín Elbers zusammengestellte, war geprägt von Deutschlandpremieren und Compagnien, die zum ersten Mal in Bonn zu sehen waren. Alle 12 Tanzgastspiele hatten überregionale Anziehungskraft, mit sehr hohem choreografischen und tänzerischen Niveau, welches sichtlich durch das Publikum und Kritik genossen wurden. Mit insgesamt mehr als 10 Deutschlandpremieren von international bekannten Truppen (unter anderem Sydney Dance Company / Shahar Binyamini / B. Dance / Acosta Danza / Malandain Ballet Biarritz) und Choreografen (unter anderem Thierry Malandain / Rafael Bonachela / Anthony Hamilton / Alexan- der Ekman) war diese Spielzeit besonders spannend und von internationalem Charakter. Aus insgesamt 12 Ländern kamen die Truppen als Teil einer Tournee, teilweise exklusiv, nach Bonn, was jeweils planungsmäßig bedingt war. Die folgenden Tanzgastspiele waren Teil des Programms: Aus Spanien und Kanada (Fordlandia), den Niederlanden (Introdans/Aqua), Israel (Shahar Binyamini/More Than), Bulgarien (Nussknacker), Frankreich (Malandain Ballet Biarritz/Les Saisons), Kuba (Acosta Danza/Cuban Eclectico), Italien (Aterballetto/Dreamers), Schweiz (Bejart Ballet), Australien (Sydney Dance Company/Impermanence), Taiwan (B.Dance/Floating Flowers). Mit einer Auslastung von über 94 % war diese Spielzeit dann auch sichtlich gut besucht und unterstreicht die Wertschätzung des Tanz-Publikums in Bonn und Umgebung zum Angebot des Bonner Opernhauses. Quatsch keine Oper! Die Reihe QUATSCH KEINE OPER! erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und hoher Akzeptanz. Die nahezu vollständige Auslastung verdeutlicht, dass das vielfältige Angebot, gestaltet von Künstlern aus unterschiedlichen Sparten, für das Publikum besonders ansprechend ist. Künstlerinnen und Künstler wie Olaf Schubert, Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys, Serdar Somuncu sowie Mary Roos & Wolfgang Trepper, um nur einige zu nennen, verdeutlichen die beeindruckende Vielfalt der Reihe. Nahezu jede Aufführung wird durch Vorankündigungen in diversen Medien, sowohl print als auch online, begleitet. Darüber hinaus erfolgt mindestens eine ausführliche Kritik im Feuilleton einer Zeitung. Diese hohe mediale Präsenz trägt zur positiven Wahrnehmung des Opernhauses bei. Regelmäßige Befragungen der Besucherinnen und Besucher zeigen, dass ein signifikanter Teil des Pub- likums durch QUATSCH KEINE OPER! zum ersten Mal das Opernhaus besucht hat. Dies deutet darauf hin, dass die Reihe dazu beiträgt, Hemmschwellen gegenüber dem Opernbesuch abzubauen und Inte- resse an weiteren Veranstaltungen des Hauses zu wecken. Auslastung der Vorstellungen Die Veranstaltungen der verschiedenen Sparten haben zu folgender Auslastung geführt. Auslastung ohne Personal-/Vorzugskarten in % Auslastung gesamt in % Oper – Großes Haus 56,75 68,05 Oper – Sonstige Veranstaltungen 86,43 89,51Seite 36 von 67 Seite | 13 Oper – Foyer 95,41 96,75 Oper – Gesamt 62,12 71,94 Tanztheater 90,48 94,37 Schauspielhaus 65,22 72,08 Schauspielhaus – Sonst. Veranstaltungen 74,98 76,35 Schauspielhaus – Foyer 67,14 92,86 Werkstattbühne 64,88 71,69 Werkstattbühne – Sonst. Veranstaltungen 31,30 45,93 Schauspiel – Gesamt 65,45 72,12 Theater – Gesamt 66,06 74,24 Theater – Gesamt (inkl. Veranstaltungen mit freiem Eintritt) 66,06 74,54 Im Spielzeitvergleich der vergangenen Jahre stellt sich die Auslastung der Spielzeit 2023/24 wie folgt dar: Bei der Entwicklung der Auslastungszahlen sind keine Veranstaltungen mit freiem Eintritt enthalten. Die Auslastung konnte insgesamt betrachtet im Vergleich zur Vorjahres-Spielzeit auf einem stabilen Niveau gehalten werden. Die gesamte Besucherstatistik für die Spielzeit 2023/24 ist diesem Bericht als Anlage beigefügt. 55,00% 60,00% 65,00% 70,00% 75,00% 80,00% 85,00% 90,00% 95,00% 100,00% 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24 Entwicklung der Auslastungszahlen Oper Tanz Schauspiel Theater gesamtSeite 37 von 67 Seite | 14 Quelle: Statistik des Deutschen Bühnenvereins Der Vergleich von ausgewählten Theatern aus NRW zeigt, dass sich das Theater Bonn im Verhältnis von 2017/18 zu 2021/22 (Daten für 2022/23 lagen zum Zeitpunkt der Berichtserstellung leider noch nicht vor) gut erholt hat, was das Besucherverhalten betrifft. Ausgefallene Vorstellungen inkl. Erlösausfall In der Spielzeit 2023/24 sind in der Oper 3 Vorstellungen ausgefallen, was einen Erlösausfall in Höhe von rd. 54 T€ bedeutet. Im Schauspielhaus waren es 22 Vorstellungen, die eine Mindereinnahme in Höhe von rd. 110 T€ verursacht haben, auf der Werkstattbühne sind 20 Vorstellungen entfallen, dies bedeutet eine Mindereinnahme in Höhe von rd. 16 T€. Somit wurden in der Spielzeit 2023/24 insgesamt rd. 180 T€ weniger an Einnahmen durch ausgefallene Vorstellungen realisiert. 3.3 Ertragslage und Jahresergebnis Die gesamtökonomischen Rahmenbedingungen haben für die wirtschaftlichen Verhältnisse des Thea- ters eine zentrale Bedeutung und beeinflussten auch die Spielzeit 2023/24 maßgeblich mit. Die Entwick- lungen in den Jahren 2023/24 waren – wie die Vorjahre auch – geprägt durch die gesamtwirtschaftlichen Veränderungen und die damit zusammenhängenden Auswirkungen auf die Inflation, Zinsentwicklung, den weltweiten Güterhandel und die Entwicklung von Löhnen und Gehältern. Die durchschnittliche Teuerungsrate (Inflationsrate) sank im Vergleich zu 2023 (5,9 % im Durchschnitt) bis zum Juli 2024 auf 2,3 %. Ebenso ist die Teuerungsrate für Energie im Vergleich 2023/24 leicht zurückgegangen. Der Leitzins wurde durch die EZB über den Zeitraum von 2023 (4,5 % als höchster Stand) auf aktuell 3,65 % gesenkt. Grundsätzlich erwirken diese Veränderungen einen positiven Einfluss auf die wirtschaftliche 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 Bonn Aachen Bielefeld Münster Wuppertal Besuchervergleich einiger Vergleichstheater 2021/22 2020/21 2019/20 2018/19 2017/18Seite 38 von 67 Seite | 15 Gesamtentwicklung des Theaters Bonn, jedoch auf weiter hohem Niveau im Vergleich zu den Vorjah- ren. Insbesondere die hohen Tarifabschlüsse im Bereich des TVöD (Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst) im Frühjahr 2024 haben diese positiven Effekte hingegen jedoch in großen Teilen wieder ne- giert. Darüber hinaus sind die Verbraucherpreise für den privaten Sektor nicht in allen Bereichen rück- läufig, so dass der private Konsum grundsätzlich weiterhin sehr zurückhaltend ist, was im Verhalten der Besucherinnen und Besucher hinsichtlich des Kaufs von Eintrittskarten spürbar ist. Der Ertragslage des Theater Bonn stellt sich im Vergleich zur vorangegangenen Spielzeit wie folgt dar: 2023 / 2024 2022 / 2023 Abweichung Umsatzerlöse 5.678.037,93 € 4.764.688,44 € +913.349,49 € Sonstige betriebliche Erträge 44.617.548,48 € 37.976.043,89 € +6.641.504,59 € Produktionsaufwand -12.300.408,37 € -11.528.392,18 € -772.016,19 € Personalaufwand -27.272.996,03 € - 25.653.614,52 € -1.619.381,51 € Abschreibungen und Veränderun- gen aus Sonderposten -7.986.938,54 € -1.232.374,89 € -6.754.563,65 € Sonstige betr. Aufwendungen -5.570.654,25 € -4.666.699,47 € -903.954,78 € Betriebsergebnis -2.835.410,78 € -340.348,73 € -2.495.062,05 € Sonstige Steuern -39.639,76 € -46.821,47 € +7.181,71 € Jahresergebnis -2.875.050,54 € -387.170,20 € -2.487.880,34 € *[Vorzeichen (+) stellt eine Verbesserung dar; Vorzeichen (-) eine Verschlechterung] Die Steigerung der Umsatzerlöse, insbesondere durch die erhöhte Anzahl an Ticketverkäufen, konnten die Kostensteigerungen in vielen Bereichen (insbesondere Produktionsaufwand, Personalkosten und Sonstige betriebliche Aufwendungen) nicht ausgleichen. Die Struktur der Erträge stellt sich für die Spielzeit 2023/24 wie folgt dar:Seite 39 von 67 Seite | 16 Den wesentlichen Anteil zur Finanzierung des Betriebs und der Produktionen der vergangenen Spiel- zeit erhält das Theater aus dem städtischen Betriebskostenzuschuss (66 % der Gesamterträge; Betriebs- kostenzuschuss und Investitionskostenzuschuss). Der Investitionskostenzuschuss (Sopo) berücksichtigt die Aktivierung verschiedener Anlagen im Bau, die in der Bilanz des Theaters bei den Vermögensgegenständen aktiviert wurden. Neben dem Landeszuschuss NRW konnte das Theater Bonn in der Spielzeit 2023/24 verschiedene För- dermittel für Produktionen und Projekte akquirieren. Für die Produktionen der Reihe NEUE WEGE – FOKUS‘33 erhielt das Theater eine Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW in Zusammenarbeit mit dem Kultursekretariat Düsseldorf in Höhe von 376.368 €. Für das Projekt INSIDE OUT wurden dem Theater Bonn Fördermittel in Höhe von 121.986 € bewilligt. Darüber hinaus wurde eine Förderung für die Kooperation JUNGE OPER RHEIN-RUHR in Höhe von 119.040 € gewährt. Für die Produktion DAS KLEINE ECHO erhielten wir von der Sparkasse KölnBonn aus dem Projekt „Hier mit Herz“ eine Fördersumme in Höhe von 15.000 €. Die Quote der Eigenfinanzierung aus den Umsatzerlösen, insbesondere durch den Verkauf von Eintritts- karten, liegt bei 8,0 %. Die übrigen Erträge sind aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung zu vernachlässigen. 8% 2% 65% 1% 13% 8% 1% 2% Struktur der Erträge Eintrittsgelder, VVK-Gebühren, Programmhefte Vermietung u. Verpachtung Betriebskostenzuschuss Investitionskostenzuschuss (BKZ) Investitionskostenzuschuss (Sopo) Zuwendungen und Zuschüsse Sonstige Erträge Auflösung von SonderpostenSeite 40 von 67 Seite | 17 Zur Analyse der Ertragslage ergibt sich bei einer anderen Darstellung der Gewinn- und Verlustrechnung, in der die Zuweisungen und Zuschüsse „neutralisiert“ werden, folgendes Bild: 2023/24 2022/23 Abweichung Umsatzerlöse 5.678.037,93 € 4.764.688,44 € +913.349,49 € Sonstige betriebliche Erträge 140.213,06 € 130.220,17 € +9.992,89 € Produktionsaufwand -12.300.408,37 € -11.528.392,18 € -772.016,19 € Rohergebnis -6.482.157,38 € -6.633.483,57 € +151.326,19 € Personalaufwand -27.272.996,03 € -25.653.614,52 € -1.619.381,51 € Abschreibungen und Verände- rungen aus Sonderposten -7.986.938,54 € -1.232.374,89 € -6.754.563,65 € Sonstige betr. Aufwendungen -5.570.654,25 € -4.666.699,47 € -903.954,78 € Betriebsergebnis -47.312.746,20 € -38.186.172,45 € -9.126.573,75 € Zuwendungen u. Zuschüsse 44.477.335,42 € 37.845.823,72 € +6.631.511,70 € Zinsen u. ähnl. Erträge 0,00 € 0,00 € 0,00 € Zinsen u. ähnl. Aufwendungen 0,00 € 0,00 € 0,00 € Sonstige Steuern -39.639,76 € -46.821,47 € +7.181,71 € Jahresergebnis -2.875.050,54 € -387.170,20 € -2.487.880,34 € *[Vorzeichen (+) stellt eine Verbesserung dar; Vorzeichen (-) eine Verschlechterung] In der Übersicht fällt insbesondere das Betriebsergebnis mit einer Veränderung in Höhe von ca. 9,1 Mio. € ins Auge. Die Umstände hierzu ergeben sich aus den bereits genannten Erläuterungen im Zusammen- hang mit dem aktivierungsfähigen Investitionsaufwand und der Bildung eines Sonderpostens. Die Struktur der Aufwendungen stellt sich für die Spielzeit 2023/24 wie folgt dar: 23% 50% 4% 13% 10% 0% Struktur der Aufwendungen Produktionsaufwand Personalaufwand Abschreibungen Zuführung Sonderposten Sonst. betriebl. Aufwendungen Sonst. SteuernSeite 41 von 67 Seite | 18 Der „Sondereffekt“ durch die Aktivierung des Investitionsaufwandes und die damit korrespondierenden Aufwendungen für die Zuführung zum Sonderposten führen dazu, dass sich die prozentualen Anteile für die verschiedenen Aufwandsarten verschieben. Rechnet man diesen Sondereffekt heraus und be- rücksichtigt die planmäßige Zuführung zu den Sonderposten betragen bspw. die Personalaufwendungen rd. 57 % an den Gesamtaufwendungen. Entwicklung der Personalsituation Der Personalaufwand ist mit rd. 27.273 T€ (50 % im Verhältnis zu den gesamten Aufwendungen) die wesentlichste Kostenposition. Hierin spiegelt sich wider, dass der Theaterbetrieb vor allem durch die Menschen gestaltet wird, die insofern auch das wesentliche „Kapital“ des Theaters darstellen. Im Berichtsjahr beschäftigte das Theater 511 Mitarbeitende in allen Bereichen (inkl. Aushilfen). Der Stellenplan wies insgesamt 385,25 Stellen aus (TVöD, NV-Bühne und Beamte). Die Kassen- sowie Abendaushilfen werden nicht als Stellen im Stellenplan geführt. Hiervon waren – aufgrund verschiede- ner Umstände, wie bspw. Langzeiterkrankung, Beurlaubung etc. – nicht durchgehend alle Stellen be- setzt. 31.07.2024 31.07.2023 Veränderung Durchschnittl. Zahl der Be- schäftigten (2023/24) Beschäftigte insgesamt 500 502 -2 Beamte 11 9 +2 Mitarbeitende insgesamt 511 511 0 516 _ davon Auszubildende 3 7 -4 _ davon Abendhilfen 62 54 +8 _ davon Kassenaushilfen 9 9 0 _ davon weitere Aushilfen, FSJ etc. 8 7 +1 Der Anteil der weiblichen Mitarbeitenden liegt bei rd. 46 %. Die Beschäftigten des Theaters kommen aus 26 unterschiedlichen Nationen. Die Betrachtung zum Abschlussstichtag gibt lediglich eine Momentaufnahme wieder. Insofern wird er- gänzend die durchschnittliche Anzahl aller Mitarbeitenden dargestellt, um die Fluktuation während der Spielzeit zu berücksichtigen. Entwicklung des Jahresergebnisses Das Berichtsjahr schließt mit einem Jahresfehlbetrag in Höhe von 2.875.051 €. Gegenüber dem Wirt- schaftsplan ergibt sich eine positive Abweichung von 192.586,46 €. Aus der Allgemeinen Rücklage wird der Betrag für die „nicht zu erstattende Gebäudeabschreibung“ in Höhe von 740.419 € entnommen. Zudem wurde die Investitionsrücklage in Höhe von 40.007,98 € auf- gelöst. Unter Berücksichtigung des Jahresfehlbetrages ergibt sich ein Betrag von 2.094.623,56 €, wel- cher der satzungsmäßigen Rücklage entnommen wird.Seite 42 von 67 Seite | 19 3.4 Finanzlage Grundsätzlich sind die finanziellen Verhältnisse des Theaters Bonn geordnet. Die Zahlungsfähigkeit war im Berichtsjahr in vollem Umfang gewährleistet. Zahlungen erfolgten innerhalb der Zahlungsziele. Getätigte Investitionen In der Spielzeit 2023/24 wurden Investitionen i.H.v. insgesamt 465.161,92 € getätigt. Hierbei handelte es sich im Wesentlichen um Investitionen in die Betriebs- und Geschäftsausstattung und den Fuhrpark. Übersicht der in der Spielzeit 2023/24 getätigten Investitionen: Investition Betrag Softwarelizenzen 43.985,08 € Maschinen und maschinelle Anlagen 0,00 € Betriebs- und Geschäftsausstattung 325.582,37 € _ davon Bühnentechnik und techn. Direktion 32.454,63 € _ Theaterwerkstätten 10.519,13 € _ Beleuchtung 113.681,50 € _ Ton und Elektroakustik 68.077,23 € _ Kostümabteilung, Maske, Requisite 17.591,59 € _ Allgemeine Verwaltung 13.917,71 € _ Oper und Schauspiel 69.340,58 € Fahrzeuge 0,00 € Anlagen im Bau 3.289,67 € Geringwertige Wirtschaftsgüter 92.304,17 € Gesamtvolumen Investitionen 465.161,29 € Darüber hinaus wurden bauliche Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 6.796.519,54 € durch das Städtische Gebäudemanagement umgesetzt und aktiviert. Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgte aus dem städtischen Haushalt. Die Gesamt-Investitionen belaufen sich demnach auf 7.261.680,83 €. Kredite – sowohl zur kurzfristigen, als auch zur langfristigen Finanzierung – wurden nicht aufgenom- men. Sämtliche, über den Vermögensplan des Theaters getätigten Investitionen wurden aus den verfüg- baren Eigenmitteln finanziert. 3.5 Bilanz, Vermögenslage und Eigenkapital Die Vermögenslage ergibt zum Berichtszeitpunkt folgendes Bild im Vergleich zum Vorjahresstichtag: A K T I V A 31.07.2024 31.07.2023 Veränderung T€ % T€ % T€ % Anlagevermögen 34.254 75,86 29.008 70,81 +5.246 +5,05 Immaterielles Vermögen 34 0,07 6 0,01 +28 +0,06 Sachanlagen 34.220 75,79 29.002 70,80 +5.218 +4,99Seite 43 von 67 Seite | 20 Umlaufvermögen 10.708 23,72 11.792 28,79 -1.084 -5,07 Vorräte 353 0,78 359 0,88 -6 -0,10 Forderungen 10.183 22,56 11.359 27,73 -1.176 -5,17 Liquide Mittel 172 0,38 74 0,18 +98 +0,20 Rechnungsabgren- zungsposten 190 0,42 164 0,40 +26 +0,02 SUMME AKTIVA 45.152 100,00 40.964 100,00 +4.188 0,00 P A S S I V A 31.07.2024 31.07.2023 Veränderung T€ % T€ % T€ % Eigenkapital 29.498 65,33 32.373 79,03 -2.875 -13,70 Sonderposten 10.230 22,65 4.259 10,40 +5.971 +12,25 Rückstellungen 3.087 6,84 2.226 5,43 +861 +1,41 Verbindlichkeiten 1.693 3,75 1.783 4,35 -90 -0,60 Rechnungsabgren- zungsposten 644 1,43 323 0,79 +321 +0,64 SUMME PASSIVA 45.152 100,00 40.964 100,00 +4.188 0,00 Die bedeutendste Veränderung ergibt sich aus der bilanziellen Aktivierung der getätigten Investitionen in die Gebäude und Technischen Anlagen. Durch eine entsprechende Bildung eines Sonderpostens re- sultiert hieraus eine Bilanzverlängerung. Bilanzstruktur Das Bilanzvolumen ist gegenüber der Vorjahres-Spielzeit um 4.188 T€ auf rd. 45.152 T€ gestiegen. Der wesentliche Anteil des Vermögens ist gebunden in den Sachanlagen in Form von Grundstücken und Gebäuden. Das Anlagevermögen ist im Vergleich zum Vorjahres-Stichtag um 5.245 T€ gestiegen und hat einen Anteil von 75,9 % am Gesamtvermögen. 75,9% 23,8% 0,4% Vermögensstruktur Liquide Mittel Kurzfristig gebundenes Vermögen Langfristig gebundenens Vermögen 12,0% 88,0% Kapitalstruktur Bilanzanalytisches Eigenkapital Kurzfristiges FremdkapitalSeite 44 von 67 Seite | 21 Die Eigenkapitalquote beträgt im Verhältnis zur Bilanzsumme 65,3 % und ist im Vorjahresvergleich gesunken, aufgrund der Verringerung der Rücklagen. Der Anteil des Sonderpostens für Investitionskostenzuschüsse beträgt zum Bilanzstichtag insgesamt 22,7 %. Das Theater Bonn hat ausschließlich kurzfristige Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr (3,8 % im Verhältnis zur Bilanzsumme). Insofern bestehen hierdurch keine langfristigen Rückzahlungs- verpflichtungen, die ggf. langfristig das Ergebnis negativ beeinflussen. Unter Berücksichtigung der Jahresergebnisse hat sich die satzungsmäßige Rücklage in den vergangenen Jahren wie folgt entwickelt: Zum Ende des Wirtschaftsjahres weist sie einen Bestand von 5.198.219,55 € aus. 0 € 800.000 € 1.600.000 € 2.400.000 € 3.200.000 € 4.000.000 € 4.800.000 € 5.600.000 € 6.400.000 € 7.200.000 € 8.000.000 € 2011/12 2012/13 2013/14 2014/15 2015/16 2016/17 2017/18 2018/19 2019/20 2020/21 2021/22 2022/23 2023/24 Entwicklung der satzungsmäßigen RücklageSeite 45 von 67 Seite | 22 4. PROGNOSEBERICHT | CHANCEN & RISIKEN 4.1 Ausblick auf die künftigen Entwicklungen der Rahmenbedingungen Verschiedene externe Einflüsse und Rahmenbedingungen sind bedeutend für die künftige Entwicklung der Geschäftstätigkeit des Theater Bonn. Die Kenntnis hierüber und die Entwicklung von Steuerungs- mechanismen sind für die Aufrechterhaltung des reibungslosen und risikoarmen Betriebsablaufes erfor- derlich. 4.2 Chancen und Risiken Die Entwicklung verschiedener externer wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen beein- flussen nachhaltig die wirtschaftliche Entwicklung des Theater Bonn. Die weltweite gesamtökonomi- sche Entwicklung war geprägt von den Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und die weiteren – gesellschaftspolitischen und ökonomischen – Krisen, insbesondere im Nahen Osten. Die da- mit einhergehenden Preis- und Lohnsteigerungen in allen Bereichen haben die Herausforderungen im privaten, wie auch unternehmerischen Sektor deutlich schwieriger werden lassen. Der GfK-Konsum- klimaindex (Gesellschaft für Konsumforschung) prognostiziert bis zum Jahresende 2024 eine Ver- schlechterung der Konsumstimmung in Deutschland. Diese Indexwerte sind auch Indikatoren für die Prognose der Erlöserwartungen aus dem Verkauf von Eintrittskarten. Sofern sich die eingetrübte Kons- umstimmung auch weiterhin auf niedrigem Niveau bewegt, hat dies möglicherweise Auswirkungen auf einen verringerten Absatz, dem das Theater mit entsprechenden attraktiven Angeboten entgegenwirken kann. Darüber hinaus sind die öffentlichen Haushalte zunehmend unter enormen Druck geraten, mit der Folge, dass in den kommenden Jahren schmerzhafte Einsparungen in vielen Bereichen zu verkraften sein wer- den. Diese Entwicklungen sind auch im Kernhaushalt der Stadt Bonn deutlich spürbar. Die notwendigen Investitionen in die soziale und sonstige städtische Infrastruktur sowie im Rahmen des Klimaplanes werden die verfügbaren Finanzmittel bei Weitem übersteigen, was letztlich dazu führen wird, dass durch Prioritätensetzung und Einsparungen nicht alle erforderlichen Investitionen umgesetzt werden. Darüber hinaus werden auch perspektivisch Kürzungen im Ergebnishaushalt unvermeidbar sein. Dies könnte insbesondere die Zuschüsse und Transferaufwendungen treffen. Das Theater Bonn als eigenbetriebsähnliche Einrichtung der Stadt Bonn wird insofern – gemeinsam mit den anderen Kulturinstitutionen der Stadt – seinen Beitrag zur Konsolidierung des städtischen Haushal- tes leisten müssen. Dies wird im Spannungsfeld geschehen, in dem sich das Theater zur Erhaltung des künstlerischen Qualitätsanspruchs sieht. Um diesen zu erhalten, ist darüber hinaus eine zügige Entschei- dung für die Zukunft der Theaterliegenschaften erforderlich. Die laufende bauliche Unterhaltung zur Sicherung des Spielbetriebes wird zunehmend umfangreicher und die Realisierung durch das hierfür vorhandene Personal – sowohl beim Theater Bonn, als auch beim städtischen Gebäudemanagement – immer schwieriger. Neben der grundsätzlichen Entscheidung zur Zukunft der Theaterliegenschaften bestehen akute bauliche Probleme bei den Werkstätten, Lagern und Probebühnen, die zur Sicherung des Proben- und Spielbe- triebes schnellstmöglich behoben werden müssen.Seite 46 von 67 Seite | 23 Mit dem vom Rat gefassten Grundsatzbeschluss (DS-Nr. 211955) vom 09.12.2021 zur weiteren Vorge- hensweise für die Sanierung der Liegenschaften wurden die nächsten Schritte festgelegt. Im Februar 2023 beauftragte das Theater in Absprache mit der Stadt Bonn die Unternehmensberatung M.O.O.CON zur Ermittlung der Raumbedarfsplanung, der Prozesssteuerung und Organisation der Voruntersuchun- gen. Diese sind die Grundlage, um eine Aussage zur Sanierungsfähigkeit treffen zu können. Die mitt- lerweile vorliegenden Untersuchungsergebnisse zeigen neben den bekannten offensichtlichen baulichen Mängeln, sowohl beim Opern-, wie auch beim Schauspielhaus und den Werkstätten einen kritischen Zustand der technischen Anlagen, erhebliche Mängel im Brandschutz, keine Barrierefreiheit und teil- weise ist die Standsicherheit nicht vollumfänglich gewährleistet bzw. aufgrund fehlender Unterlagen belegbar. Darüber hinaus sind alle Liegenschaften in einem schlechten energetischen Zustand. Durch die Theaterleitung wurde aufgrund dieser vorliegenden dokumentierten Ergebnisse eine umgehende fachlich fundierte Einschätzung zur Nutzbarkeit der Spielstätten durch die Stadtverwaltung eingefordert. Der dringende Sanierungsbedarf wurde durch die Untersuchungsergebnisse einmal mehr untermauert. Die notwendigen Entscheidungen für die kurzfristigen Maßnahmen, wie auch den mittelfristigen Weg zur Umsetzung der Instandsetzungserfordernisse werden durch die Verantwortlichen innerhalb der Stadtverwaltung vorbereitet und zur Beratung in den politischen Gremien gegeben. Die Theaterleitung hat ein hohes Interesse daran, dass der Prozess zur Entscheidung, als auch die Um- setzung für die Sanierung bzw. Instandsetzung zügig und zukunftsorientiert – mit Blick auf eine nach- haltige Positionierung des Theaters mit seinen Sparten in der Stadtgesellschaft – durchgeführt wird. Ziel ist es, auch weiterhin ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Programm für alle Bürger*innen an- zubieten. Zuschauerverhalten und Abonnements Nach wie vor hat das Publikum eine abwartende Haltung und der Kauf von Eintrittskarten erfolgt in den meisten Fällen nicht mehr weit im Voraus zu den Veranstaltungen, sondern eher kurzfristig und spontan. Das macht eine Prognose der Erlöserwartungen zunehmend schwieriger. Außerdem bedarf es daher auch kurzfristig greifender absatzfördernder Maßnahmen. Die aktuelle Spielzeit liegt derzeit innerhalb der erwarteten Auslastungen und kalkulierten Erlöse. Faktisch hat das Theater Bonn in der Spielzeit 2023/24 mehr Abonnements verkauft als in der Spielzeit zuvor, wenn man die Young & More-Card, die in 2023/24 nicht mehr angeboten wurde, nicht mitbe- rücksichtigt. Einzelheiten hierzu können der Anlage Abonnements entnehmen. Lässt man die Young & More-Card der Vorspielzeit außen vor, konnten 941 Abonnements mehr verkauft werden, was auch zu einer erhöhten Einnahme aus Abonnements führt. Arbeits- und Fachkräftemangel und Entwicklungen in den Tarifverträgen Der Arbeits- und Fachkräftemangel hat sich in der Spielzeit 2023/24 in allen Bereichen und Gewerken des Theaters fortgesetzt. Es wird zunehmend schwerer, offene Stellen zeitnah neu zu besetzen und fach- lich versierte externe Bewerber*innen zu akquirieren. Dabei spielt auch das im Vergleich vielen Berei- chen der freien Wirtschaft niedrige Gehaltsniveau auf Basis des Tarifvertrags eine entscheidende Rolle.Seite 47 von 67 Seite | 24 Aus Sicht des Personalmanagements ist es unbedingt notwendig, ein motiviertes und leistungsfähiges Team zu erhalten, das es möglich macht, die Aufgaben und Anforderungen quantitativ als auch qualita- tiv zu erfüllen. Der demographische Wandel ist in diesem Zusammenhang ein wesentlicher Faktor. In den kommenden Jahren werden die geburtenstarken Jahrgänge in die Rente gehen oder sind teilweise nicht mehr in der Lage, die körperlich anstrengenden Tätigkeiten auszuüben. Dies erhöht den Druck, qualifizierte Mitarbeitende für die Aufrechterhaltung des Betriebes zu finden. Die zuvor beschriebene Situation führt bei den vorhandenen Mitarbeitenden dazu, dass personelle Lü- cken aufgefangen werden müssen und die Überforderung zunimmt. Hinzu kommt ein Bewusstseins- wandel der Beschäftigten, der auf die Auswirkungen des geänderten Arbeitsverhaltens sowie der Rah- menbedingungen während der Pandemie zurück zu führen ist. Die Mitarbeitenden haben heute zuneh- mend ein viel stärkeres Bedürfnis nach einer ausgewogenen Work-Life-Balance. Auch das Risiko, Mitarbeitende, die sich aufgrund der anhaltenden hohen Belastung überfordert fühlen, zu verlieren, ist groß. In der Folge steht auch die Gefährdung der Aufrechterhaltung des Spielbetriebs immer wieder im Raum. Zudem stehen für die beiden wesentlichen Tarifverträge (TVöD und NV-Bühne) für 2025 neue Ver- handlungen an. Neben einer (weiteren) deutlich Erhöhung der Entgelte im TVöD soll der NV-Bühne in einigen Punkten grundlegend reformiert werden (bspw. Arbeitszeitmodelle für Sonderregelung Solo und Chor). Welche wirtschaftlichen wie auch organisatorischen Folgen das hat, kann zum derzeitigen Zeit- punkt noch nicht konkret gesagt werden. Personennotfallsystem Das Personennotfallsystem ist in erster Linie für Kolleg*innen gedacht, die an Alleinarbeitsplätzen tätig sind. Alleinarbeitsplätze sind Arbeitsplätze, die von einer Person allein außerhalb Ruf- und Sichtweite zu anderen Personen ausgeführt werden. Das kann auch für kurzzeitige Alleinarbeit gelten. Die DGUV Regel 112-139 beschreibt die Verpflichtung zur Überwachung von Alleinarbeitsplätzen und war Grundlage für die Entscheidung, dieses System einzusetzen. Grundlegend für den Einsatz einer PNA sind die Gefährdungsermittlung und die Beurteilung der Arbeitsbedingungen am jeweiligen Ar- beitsplatz. Die Risikobeurteilung umfasst dabei: das Maß der Gefährdung bei der zu verrichtenden Arbeit, die Wahrscheinlichkeit eines Notfalles (bezogen auf die auszuübende Tätigkeit) und den Zeitraum bis zum Beginn der Erstversorgung (Eintreffen der Ersthelfenden oder professio- neller Rettungskräfte). Da einige der Mitarbeitenden an Alleinarbeitsplätzen tätig werden oder dauerhaft an solchen Arbeits- plätzen beschäftigt sind, wurde das Personennotfallsystem der Fa. Swissphone angeschafft. Das System reagiert z.B. auf Sturz, Regungslosigkeit ohne Zutun der Person und würde in einem solchen Fall einen Alarm an definierte Rufnummern absetzen, die dann die Hilfemaßnahmen einleiten würden. Über das Gerät kann aber auch ein selbstbestimmter Notruf abgesetzt werden. Chancen und RisikomanagementSeite 48 von 67 Seite | 25 Das Risikomanagement bezieht den Nutzen, Chancen zu erkennen, zu bewerten und in Entscheidungs- prozesse mit einfließen zu lassen, ein. Durch regelmäßiges und frühzeitiges Aufzeigen von politischen, wirtschaftlichen und strukturellen Ausgangslagen (Indikatoren) sollen Informationen für fundierte ziel- orientierte Entscheidungen geliefert werden. Die Bewertung der Indikatoren des Risikogrades (wie bei- spielsweise steigende Rohstoffkosten und anstehende Tarifabschlüsse), also der Stärke deren Einflüsse auf die wesentlichen Zielsetzungen und die künstlerische Planung, erfolgt aus der fachlichen Einschät- zung der Theaterleitung. Sie kann die erwarteten Entwicklungen nicht im Vorhinein umfänglich berech- nen, jedoch eine fachlich und inhaltlich fundierte Abschätzung im Sinne einer Risikoerwartung abgeben. Die Betrachtung und Bewertung der Risikofelder unterliegt dabei einer laufenden Fortschreibung und einem entsprechenden Controlling. Konkret bedeutet dies, dass die relevanten Risikofelder laufend be- trachtet und abgeglichen und bei Entscheidungen der Theaterleitung entsprechend berücksichtigt wer- den. 4.3 Prognosebericht Die erwartete Geschäftsentwicklung geht aus dem Wirtschaftsplan für die derzeit laufende Spielzeit hervor. Der Wirtschaftsplan für die laufende Spielzeit 2024/25 wurde durch den Rat der Stadt Bonn am 20.06.2024 (DS-Nr. 240186) beschlossen. Er bildet die Grundlage für die Gestaltung der Spielzeit. Das Theater Bonn sieht sich, bezogen auf die Finanzierung, für die kommenden Jahre bis 2028 grundsätzlich gut aufgestellt. Der Betriebskostenzuschuss der Stadt Bonn und zusätzlich die tariflichen Steigerungen sind über den Vertrag des Generalintendanten mit der Stadt Bonn gesichert. Dies gibt eine gewisse Pla- nungssicherheit für den Betrieb der kommenden Jahre. Die mittelfristige Finanzplanung geht derzeit davon aus, dass bis zum Ende der Spielzeit 2027/28 jährliche Entnahmen aus der Allgemeinen Rücklage i.H. der nicht zu erstattenden Gebäudeabschreibungen getätigt werden. Die Entwicklung der Allgemei- nen Rücklage stellt sich demnach perspektivisch wie folgt dar: Stichtag Jahresergebnis (Plan) Bestand Allg. Rücklage 31.07.2023 -3.379.257,00 € 12.240.073,92 € 31.07.2024 -3.067.637,00 € 11.499.654,92 € 31.07.2025 -1.972.437,00 € 10.759.235,92 € Darüber hinaus müssen die Jahresfehlbeträge durch die satzungsmäßige Rücklage ausgeglichen werden. Für die Spielzeit 2024/25 geht die Wirtschaftsplanung von einem Defizit in Höhe von 1.972.437 € aus (davon Finanzierung aus der satzungsmäßigen Rücklage 1.232.018 €). Unter Berücksichtigung dessen beträgt der Bestand der satzungsmäßigen Rücklage zum 31.07.2025 voraussichtlich rd. 3.966.201 €. Eine wesentliche Grundlage für die Annahmen in der Wirtschaftsplanung sind die konstante Entwick- lung der Umsatzerlöse durch Ticketverkäufe, die mit einer konstanten Nachfrage der Zuschauer*innen einhergehen. Die Theaterleitung geht davon aus, dass das Interesse des Publikums an den Produktionen und Veranstaltungen des Theater Bonn weiterhin ungebrochen sein wird. Gleichzeitig werden die „In- vestitionen“ in gezielte Marketing-Maßnahmen bedeutender werden, um auch neue Besucherschichten für die Produktionen zu begeistern. Dennoch bleibt für viele Bürgerinne
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