252477 · Mitteilungsvorlage
Wohnungsmarktbericht 2024 (Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2023 in Bonn)
Kerndaten
- Nummer
- 252477
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 17.03.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Markt
- Berliner Platz
- Alt-Godesberg
- Bonn
- Beuel
- Hardtberg
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage öffentlich 252477 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Wohnungsmarktbericht 2024 (Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2023 in Bonn) Beratungsfolge Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 02.04.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 09.04.2025 Kenntnisnahme Rat 08.05.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 20.05.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Mit Vorlage des Wohnungsmarktberichts 2024 (Berichtsjahr 2023) informiert die Verwaltung über die Entwicklung des Geschehens auf dem Wohnungsmarkt und seiner Teilmärkte in Bonn. Der Wohnungsmarktbericht 2024 für die Bundesstadt Bonn knüpft an die bisher im jährlichen Turnus veröffentlichten Wohnungsmarktberichte an. Aufgrund der Bereitstellung einiger für die Auswertung benötigter, externer Daten erst im IV. Quartal des Folgejahres erfolgt die Vorlage des Berichts für das Berichtsjahr 2023 mit einem deutlichen zeitlichen Versatz. Auf der Grundlage der Ergebnisse des Wohnungsmarktberichtes für das Berichtsjahr 2023 lässt sich, wie bereits in den vorangegangenen Berichtsjahren, feststellen, dass die Bundesstadt Bonn anhaltend durch einen angespannten Wohnungsmarkt gekennzeichnet ist. Signifikante Entwicklungen der Angebotsseite im Jahr 2023 waren • der weiterhin anhaltende und sich verstärkende Anstieg der Angebotsmieten für Mietwohnungen, • stagnierende statt steigende Kaufpreise insbesondere für unbebaute und bebaute Grundstücke, • der sich weiterhin rückläufig entwickelnde Wohnungsbestand im öffentlichen geförderten Mietwohnungsmarktsegment. Insgesamt ist im Berichtsjahr 2023 weniger Wohnraum als im Vorjahr neu entstanden – dabei haben allerdings Entwicklungen im Bestand (unter anderem über Wohnungsteilungen und entsprechende Umwidmungen) anteilsbezogen einen deutlichen Zugewinn verzeichnen können. Fertiggestellte Neubauwohnungen waren im Durchschnitt solche mit wenigen Räumen, die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohneinheit im Wohnungsneubau hat wiederum leicht zugenommen. Die Entwicklung der Nachfrageseite hat sich in der Bundesstadt im Jahr 2023Seite 1 von 70 Seite 2 nicht über das nahezu stagnierende Bevölkerungs-, sondern insbesondere über das Haushaltewachstum dynamisch und damit auf das Bonner Wohnungsmarktgefüge anspannungserhöhend gezeigt. Aufgrund der in den zurückliegenden Wohnungsmarktberichten bislang lediglich beschriebenen Entwicklungen erscheint es angezeigt, diese Beschreibung als Grundlage für aktiv zu entwickelnde Handlungsempfehlungen zu nutzen. Das im Jahr 2024 unter der Überschrift „Wohnen in Bonn“ (siehe DS Nr. 241643) verwaltungsintern aufgenommene konzertierte städtische Handeln zur Schaffung und Sicherung von Wohnraum und insbesondere zur Förderung von öffentlich gefördertem Wohnungsbau vereint hierfür die geeigneten, unterschiedlich ausgerichteten Tätigkeitsschwerpunkte, um den in der Einleitung des Wohnungsmarktberichts 2024 beschriebenen Mehrwert der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung entsprechend in verschiedenen Arbeitsprozessen nutzen zu können. Anlage/n 1 Wohnungsmarktbericht_2024_Stand_03_25 (öffentlich)Seite 2 von 70 Wohnungsmarktbericht 2024 Bericht über die Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung 2023 in BonnSeite 3 von 70 2 Inhaltsverzeichnis Zusammenfassung Wohnungsmarktbericht 2024 .................................................................................. 4 1. Anlass und Zielsetzung .................................................................................................................... 5 2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Nordrhein-Westfalen......... 6 2.1. Baukonjunktur ......................................................................................................................... 6 2.2. Verbraucherpreisindizes.......................................................................................................... 8 2.3. Kapitalmarktbedingungen ....................................................................................................... 9 3. Wohnungsnachfrage ..................................................................................................................... 10 3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn ........................................................................................ 10 3.2. Haushalteentwicklung in Bonn .............................................................................................. 13 3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme ....................................................... 15 4. Wohnungsangebot ........................................................................................................................ 18 4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand ........................................................................................ 18 4.2. Exkurs I: barrierefreier Wohnraum ...................................................................................... 21 4.3. Entwicklung der Anzahl von Wohnungsangeboten .............................................................. 22 4.4. Baurechtschaffung................................................................................................................. 23 4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Jahren ................................................................... 25 4.6. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße .................................................. 26 4.7. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken ....................................................... 28 4.8. Bauintensität in den Stadtbezirken ....................................................................................... 31 4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp ................................................................. 33 4.10. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten ...................................... 35 4.11. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse......................................... 36 4.12. Genehmigte/fertiggestellte Neubauwohnungen Wohngebäude nach Wohnfläche ....... 37 5. Geförderter Wohnungsbau ........................................................................................................... 39 5.1. Geförderter Wohnungsbestand ............................................................................................ 39 5.2. Wohnungssuchende Haushalte ............................................................................................. 42 5.3. Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel ...................................................... 43 5.4. Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen in NRW und Bonn ................................. 45 6. Grundstücks- und Immobilienmarkt ............................................................................................. 46 6.1. Anzahl der Verträge / Kauffälle ............................................................................................. 47 6.2. Flächenumsatz unbebauter Grundstücke ............................................................................. 48 6.3. Flächenumsatz bebauter Grundstücke ................................................................................. 49 6.4. Geldumsatz unbebauter Grundstücke .................................................................................. 50Seite 4 von 70 3 6.5. Geldumsatz bebauter Grundstücke ...................................................................................... 51 6.6. Indexreihe für Baulandpreise ................................................................................................ 52 6.7. Entwicklung der Angebotsmieten ......................................................................................... 53 6.8. Exkurs II: Regionale Einbettung des Bonner Grundstücksmarktes im Jahr 2024 .................. 56 7. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2024 .............................................................................................. 57 8. Fazit ............................................................................................................................................... 60 Glossar ................................................................................................................................................... 61 Abbildungsverzeichnis ........................................................................................................................... 64 Bibliographie.......................................................................................................................................... 67 Impressum ............................................................................................................................................. 68Seite 5 von 70 4 Zusammenfassung Wohnungsmarktbericht 2024 (Berichtsjahr 2023): Auch für das Berichtsjahr 2023 lässt sich feststellen, dass die Bundesstadt Bonn weiterhin durch einen angespannten Wohnungsmarkt gekennzeichnet ist. Signifikante Entwicklungen im Jahr 2023 waren: Insbesondere das im Jahr 2023 zu beobachtende Haushaltewachstum hat die Nachfrage nach Wohnraum weiterhin erhöht. Es entstanden weniger zusätzliche Wohneinheiten auf dem Bonner Wohnungsmarkt, als noch zuletzt im Vorjahr 2022. Neu errichtete Wohnungen waren 2023 im Durchschnitt solche mit wenigen Räumen. Die durchschnittliche Wohnfläche pro Wohneinheit im Wohnungsneubau hat segmentdiffe- renziert wieder zugenommen. Der Wohnungsbestand im öffentlichen geförderten Mietwohnungsmarktsegment entwickelte sich im Jahr 2023 weiterhin rückläufig. Die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Bonner Wohnungsmarkt nahm auch im Jahr 2023 weiter zu. Die Angebotsmieten für Mietwohnungen verteuerten sich auch im Beobachtungszeitraum 2023 weiterhin. Die Kaufpreise für unbebaute und bebaute Grundstücke stiegen weiterhin nicht an und stag- nierten im Jahr 2023 in etwa auf dem Vorjahresniveau.Seite 6 von 70 5 1. Anlass und Zielsetzung Auch für das Berichtsjahr 2023 möchte die Verwaltung mit einem fortgeschriebenen Wohnungsmarkt- bericht über ausgewählte Entwicklungen innerhalb des Bonner Wohnungsmarktgefüges informieren. Wie bereits in den zurückliegenden Berichtsjahren, stellt hierfür seit dem Jahr 2020 ein Indikatorensatz eine fundierte Grundlage dar, der neben dem Abruf der amtlichen Statistik auf ergänzende Datenquel- len (unter anderem externe Auswertungen und Datensätze von Bundes- und Landesbehörden wie bei- spielsweise dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) oder dem Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen , regionale Grundstücksmarktberichte, Mietpreisdaten, u.a.) zurückgreift und in diesem Zusammenhang an die jeweils vorgesehenen Berichtsinhalte ange- passt und entsprechend erweitert werden kann. Der vorliegende Wohnungsmarktbericht 2024 ist nunmehr als dritte Fortschreibung der in den Vorjah- ren vorgelegten Berichte zur Baurechtschaffung und Bautätigkeit in Bonn zu verstehen (DS 1912457, DS 200829, DS 230245 und DS 240227). In diesem Zusammenhang informiert er weiterhin über die Entwicklung vorgelagerter Märkte und Rahmenbedingungen, die sich auf das Bonner Wohnungsmarkt- gefüge auswirken und beschreibt unter anderem auf Grundlage der amtlichen Bevölkerungs-, Haus- halte- und Wohnflächenstatistik die Entwicklung auf der Nachfrageseite des Bonner Wohnungsmark- tes für das Berichtsjahr 2023. Die Angebotsseite des Bonner Wohnungsmarktes wird über die Beschrei- bung von Veränderungen des Gebäude- und Wohnungsbestands für das Berichtsjahr 2023 abgebildet. Bilanzierend werden weiterhin auch die Entwicklungen auf dem Grundstücks- und Immobilienmarkt wiedergegeben sowie die in den Vorjahren entwickelte Zeitreihenbetrachtung weiter fortgeschrieben. In allen Kapiteln findet dabei auch ein Vergleich mit den jeweiligen Vorjahresdaten statt, die sich über die entsprechenden Verweise im Text auf das Berichtsjahr 2022 dann jeweils auf den Wohnungsmarkt- bericht aus dem Jahr 2023 beziehen. Die kontinuierliche Wohnungsmarktbeobachtung der Bundesstadt Bonn soll somit primär beschrei- bend Auskunft über Entwicklungstrends auf dem Wohnungsmarkt geben. Sie stellt damit die Grund- lage für eine mögliche, fundierte Ableitung von Handlungsempfehlungen unter anderem für die Ge- staltung von Stadtplanungs- und Entwicklungsprozessen, die im Ergebnis möglichst vielen Akteur*in- nen eine bedarfsgerechte und breite Teilhabe am Bonner Wohnungsmarkt ermöglichen sollen. Eine entsprechend fundierte, kommunale Informations- und Abwägungsgrundlage kann die Steuerungs- und Koordinierungsfunktion der Kommune stärken und Erkenntnisse unter anderem in aktuelle Pla- nungen, Konzepte und Förderanträge einfließen lassen. Insbesondere in sich anhaltend dynamisch und komplex entwickelnden Wohnungsmarktgefügen kann das Wissen um die Situation auf dem Woh- nungsmarkt dabei unterstützen, sich auf die jeweils wesentlichen Handlungsfelder zum Beispiel in derSeite 7 von 70 6 Stadtplanung und -entwicklung, aber auch in allen anderen Gestaltungskontexten des Bonner Woh- nungsmarktes auf dem übergeordneten und weiten Themenfeld „des Wohnens“ zu fokussieren. Auch weil der Wohnungsmarkt der Bundesstadt Bonn seit einigen Jahren als angespannt einzuordnen ist, ist die Bedeutung einer systematischen Analyse des Bonner Wohnungsmarktes für die zukünftige Ausrichtung der Bonner Stadtentwicklung im Handlungsfeld Wohnen unverändert hoch. Dass die Bun- desstadt auch in jüngerer Vergangenheit ein deutlich angespanntes Wohnungsmarktgefüge aufweist, zeigen entsprechende, und wiederkehrend vorgenommene Einordnungen unter anderem durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung (MKHBD) des Landes Nordrhein- Westfalen wie zum Beispiel im Zusammenhang der Wohngeldverordnung1 (WoGV), im Rahmen der Gebietskulissen-Bestimmung zur sogenannten „Baulandmobilisierungs-Verordnung“2 oder aber im Kontext des nordrhein-westfälischen Wohnraumstärkungsgesetz3. Neben der Bundesstadt weisen in Nordrhein-Westfalen entlang der Rheinschiene unter anderem die Städte Wesseling, Niederkassel, Köln, Bergisch Gladbach und Düsseldorf ebenfalls angespannte Wohnungsmärkte auf. Insbesondere aufgrund des Umstands, dass die angespannte Wohnungsmarktsituation in Bonn weiterhin durch die Verknappung vorhandener und mobilisierbarer Flächen für den Wohnungsbau bei anhaltend hohem Nachfragedruck aufrecht erhalten bleiben wird, wird der kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung auch auf absehbare Zeit eine wichtige Aufgabe zuteil. 2. Wohnungswirtschaftliche Rahmenbedingungen in Deutschland und Nord- rhein-Westfalen 2.1. Baukonjunktur Knapp 294.400 Wohneinheiten und somit rund 1.600 Wohneinheiten weniger als noch im Jahr zuvor wurden 2023 in Deutschland4 fertiggestellt5. Der absolute Rückgang entsprach verglichen mit dem Vor- jahreswert damit einem relativen Rückgang von einem halben Prozent. Während der Rückgang bezogen auf die Anzahl der Fertigstellungen im Wohnungsbau somit sehr ge- ring ausfiel, war er im Zusammenhang der Baugenehmigungen bundesweit umso deutlicher. Die An- zahl genehmigter Wohnungen belief sich im Jahr 2023 nunmehr auf nur noch 259.600, verglichen mit dem Vorjahreswert ist damit ein Minus von rund 86.000 Baugenehmigungen zu beziffern. Das Niveau 1 https://www.mhkbd.nrw/system/files/media/document/file/mietenstufen_2023.pdf 2 https://www.mhkbd.nrw/themenportal/baulandmobilisierungs-verordnung 3 https://www.mhkbd.nrw/themenportal/mieterschutz-und-wohnungsaufsicht 4 Quelle: Statistisches Bundesamt (2022) 5 Beinhaltet Neu- und UmbautenSeite 8 von 70 7 der Baugenehmigungen stellt in der Zeitreihenbetrachtung damit das niedrigste seit zehn Jahren dar und impliziert im Jahr 2023 einen entsprechenden Rückgang des vorhandenen Bauüberhangs. Abbildung 1: Entwicklung der Baufertigstellungen und Baugenehmigungen von Wohnungen in Deutschland und Nordrhein- Westfalen zwischen 2001 und 2023 (Basisjahr 2001 = 100 %; Quellen: Destatis & IT.NRW, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Verglichen mit der gesamtdeutschen Entwicklung, war in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2023 ein ähnli- cher Trend zu beobachten. Wie im Jahr zuvor lag damit jedoch sowohl das Niveau der Baugenehmi- gungen als auch das der Baufertigstellungen in NRW relativ betrachtet insgesamt unter dem gesamt- deutschen Niveau (siehe Abbildung 1). Die Zahl der Baufertigstellungen konnte in Nordrhein-Westfa- len, anders als im gesamtdeutschen Zusammenhang, im Jahr 2023 verglichen mit dem Vorjahreswert, wieder leicht zulegen. Mit etwas mehr als 48.000 Wohneinheiten wurden damit knapp 1,6 % mehr Wohneinheiten fertiggestellt als noch im vorangegangenen Jahr. Mit Blick auf die Entwicklung der Neubaukosten war im Jahr 2023 in Deutschland nur noch eine leichte Trendfortschreibung zu beobachten. Seit Ende des vierten Quartals 2022 (31.12.) waren die Neubau- kosten von Wohngebäuden in Deutschland bis zum Ende des vierten Quartals 2023 lediglich um 0,7 Prozentpunkte (Baukosten insgesamt) gestiegen6, stagnierten somit auf hohem Niveau. Während der Preisindex für Materialkosten neu errichteter Wohnkosten in diesem Zeitraum minimal nachgab, stieg der Preisindex für Arbeitskosten entgegengesetzt an und zeichnete sich dabei für den leichten Anstieg des Baupreisindex insgesamt verantwortlich7. 6 Quelle: Statistisches Bundesamt (2024) 7 vgl. ebd. 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 110% 120% 130% 140% Wohnungsbautätigkeit Deutschland & NRW Deutschland: genehmigte Wohnungen Deutschland: fertiggestellte Wohnungen NRW: genehmigte Wohnungen NRW: fertiggestellte WohnungenSeite 9 von 70 8 2.2. Verbraucherpreisindizes Nachdem die Inflationsrate im Januar 2023 mit 8,7 % auf einem sehr hohen Niveau verharrte, erreichte sie in Deutschland im weiteren Jahresverlauf bis Dezember 2023 mit 3,7 % einen deutlich niedrigeren Stand und ging damit im Jahresverlauf um 5 Prozentpunkte zurück8. Der gesamtdeutsche Verbraucher- preisindex nahm im Vergleich der Jahre 2022 und 2023 um 6,5 Indexpunkte zu und lag damit leicht unter der Vorjahresentwicklung. Auch der Verbraucherpreisindex für die Indexkategorie „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ gab bis zum Ende des Jahres 2023 eine Teuerung wieder und nahm um 5,4 Indexpunkte zu9. Der Anstieg lag damit jedoch ebenfalls wie für den bundesweiten Verbraucherpreisindex insgesamt unter dem Anstieg im vorangegangenen Berichtsjahr. Die Entwicklungen in Nordrhein-Westfalen fielen in diesem Zusammenhang im Zeitraum von Dezem- ber 2022 bis Dezember 2023 mit einem Plus von +3,5 Indexpunkten für den Verbraucherpreisindex insgesamt und mit +2,8 Indexpunkten für den Verbraucherpreisindex für „Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe“ ähnlich gestuft, niveaubezogen aber geringer aus10. Der Wert des Ver- braucherpreisindexes für die Nettokaltmiete, der die Entwicklung von Bestands- sowie von Neu- und Wiedervermietungsmieten in allen Regionen Deutschlands wiedergibt, rangierte im Dezember 2023 mit 2,3 Indexpunkten11 über dem Vorjahresmonatsniveau (Dezember 2022) und war somit geringfügig höher ausgeprägt als noch im zurückliegenden Wohnungsmarktbericht. Für Nordrhein-Westfalen war im gleichen Beobachtungszeitraum mit einem Anstieg von 1,5 Indexpunkte in ähnlicher Wert wie zwi- schen 2021 und 2022 festzustellen. Die Änderungsrate der Verbraucherpreise für Haushaltsenergie12 stiegen Endes des Jahres 2023 bundesweit verglichen mit dem Vorjahresmonat Dezember 2022 um +7,7 % an und fielen damit um ein Drittel geringer aus als noch zuvor im Zeitraum zwischen Dezember 2021 und Dezember 2022. In Nordrhein-Westfalen fiel der Zuwachs zwischen Dezember 2022 und 2023 mit + 3,2 % weniger als halb so hoch aus. Im Unterschied zur Feststellung aus dem zurückliegenden Berichtsjahr 2022 lässt sich aus den darge- stellten Entwicklungen ableiten, dass sich die damit einhergehende Kostenbelastung der Haushalte zum Teil weiter auf einem hohen Niveau befindet, allerdings ein nachlassender Druck über absinkende Teuerungsraten zu verzeichnen ist. Diese Entwicklung, insbesondere, wenn sie weiter anhält, sollte sich leicht positiv auf Teilhabe- und Konsummöglichkeiten der Daseinsgrundfunktion Wohnen auswir- ken. 8 Die Inflationsrate wird in diesem Zusammenhang als Veränderung des Verbraucherpreisindex (VPI) zum Vorjahresmonat gemessen, Quelle: Statistisches Bundesamt (2024) 9 Quelle: Statistisches Bundesamt (2024) 10 Quelle: IT.NRW (2024) 11 Quelle: Statistisches Bundesamt (2024) 12 In den Verbraucherpreisen für Haushaltsenergie werden die Energieträger zusammengefasst, die zum Kochen, Heizen, für die Beleuchtung oder den Betrieb von Haushaltsgeräten benötigt werden.Seite 10 von 70 9 2.3. Kapitalmarktbedingungen Nachdem im Jahr 2002 erstmals seit vielen Jahren der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder deutlich angehoben und damit eine über mehrere Jahre anhaltende Niedrigzinsphase beendet wurde, stiegen die Zinsen für Wohnungsbaukredite auch bis Ende des dritten Quartals 2023 weiter, bis sie gegen Jahresende wieder erkennbar nachgaben (siehe Abbildung 2). Der durchschnittliche Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit anfänglicher Sollzinsbindung von 10 Jahren lag im Jahr 2023 bei rund 3,85 % (3,78 % im Vergleich zum Jahr 2021). Der Zinssatz für Wohnungsbaukredite mit anfänglicher Soll- zinsbindung von 20 Jahren fiel mit durchschnittlich bei 4,03 % im Jahr 2023 wiederum etwas höher aus. Der Anstieg des Zinsniveaus für Wohnungsbaukredite implizierte somit 2023, wie bereits im Jahr 2022, eine zunehmende Belastung kreditbedingungensensibler Wohnungsunternehmen sowie priva- ter Kreditnehmende. Abbildung 2: Zinsentwicklung für Wohnungsbaukredite mit 10- und 20-jähriger Sollzinsbindung zwischen 2015 und 2024 (Quelle: Interhyp 2024, https://www.interhyp.de/zinsen/, zuletzt abgerufen am 02.01.2025)Seite 11 von 70 10 3. Wohnungsnachfrage 3.1. Bevölkerungsentwicklung in Bonn Im Jahr 2023 war mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung der Bundesstadt erstmals eine Trendum- kehr zu beobachten. Am 31.12.2023 zählte die amtlichen Statistik 338.224 Personen zur Bonner Haupt- wohnsitzbevölkerung. Der somit festzustellende, leichte Bevölkerungsrückgang im Vergleich zum Vor- jahreswert 2022 von -172 Personen entspricht einem marginalen relativen Rückgang von -0,05 %. Be- zogen auf das Ausgangsjahr der in Abbildung 3 fortgeschriebenen Bevölkerungsentwicklung hat sich die Bevölkerungszahl in Bonn seit 1991 nunmehr um 51.355 Personen, beziehungsweise relativ um rund +18 % erhöht. Auf der Ebene der Bonner Bezirke entfielen Ende 2023 mit 156.995 zum 31.12.2023 auf den Stadtbe- zirk Bonn die meisten Einwohner*innen, gefolgt von Bad Godesberg mit 77.438 sowie Beuel mit 68.341 und Hardtberg mit 35.450 (siehe Abbildung 4). Während im Stadtbezirk Beuel für das Jahr 2023 ein Bevölkerungsrückgang von -301 Personen zu verzeichnen war, stagnierte die Bevölkerungsentwicklung in den Bezirken Bonn und Bad Godesberg nahezu. Lediglich im Stadtbezirk Hardtberg war ein leichtes Bevölkerungswachstum von +80 Personen zu konstatieren. Abbildung 3: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in Bonn zwischen 1991 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) -1,50% -1,00% -0,50% 0,00% 0,50% 1,00% 1,50% 2,00% 2,50% 250.000 260.000 270.000 280.000 290.000 300.000 310.000 320.000 330.000 340.000 350.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Entwicklung zum Vorjahr (in %, rechte Achse) Bevölkerungsstand (EW, linke Achse)Seite 12 von 70 11 Abbildung 4: Entwicklung der Hauptwohnbevölkerung in den Bonner Stadtbezirken zwischen 1991 und 2023 (Quelle: Bun- desstadt Bonn) Kleinräumiger aufgelöste Daten zur Bevölkerungsentwicklung auf Ebene der statistischen Bezirke so- wie weitere Analysen und Grafiken können für das Berichtsjahr 2023 dem Internetauftritt der Bonner Statistikstelle entnommen werden13. Das gesamtstädtische Durchschnittsalter der Bonner Bevölkerung fiel zum 31.12.2023 im Vergleich zum Vorjahr mit 42,4 Jahren leicht erhöht (+0,2 Jahre) aus. Auf Bezirksebene lebte die durchschnittlich jüngste Bevölkerung, wie bereits im Jahr 2022, mit nunmehr 40,6 Jahren im Stadtbezirk Bonn. Im Bezirk Hardtberg belief sich der Altersdurchschnitt des Jahres 2023 auf 43 Jahre, im Stadtbezirk Bad Godes- berg auf 44,1 Jahre und im Stadtbezirk Beuel mit dem höchsten Durchschnittsalter auf 44,3 Jahre. Im Zusammenhang der altersgruppenbezogenen Betrachtung der Bonner Bevölkerung stellte im Jahr 2023, wie bereits zuvor in den zurückliegenden Jahren, die Bevölkerungsgruppe der 25- bis unter 45- Jährigen die größte Bonner Altersgruppe. Ihr Anteil war, wie zuvor in den Jahr 2021 und 2022, wiede- rum leicht gestiegen (+0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 29,5 %, 99.748 Personen), weiterhin gefolgt von den 45- bis unter 65-Jährigen mit anhaltend leichtem Anteilsrückgang (-0,1 Prozentpunkte auf nunmehr 25,9 %, 87.651 Personen) wie auch bei den unter 18-Jährigen ( -0,2 Prozentpunkte auf nun- mehr 16,5 %, 55.777 Personen). Während die Altersgruppe der 65- bis unter 75-Jährigen im Jahr 2023 leicht gewachsen war (+0,2 Prozentpunkte auf nunmehr 9,2 %, 31.233 Personen), hatte sich der Anteil der ältesten Bonner Bevölkerungsgruppe (über 75-Jährige) an der Gesamtbevölkerung nicht verändert (weiterhin 9,5 %, 32.314 Personen). 13 https://www2.bonn.de/statistik/Strukturdatenatlas 0 50.000 100.000 150.000 200.000 250.000 300.000 350.000 400.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk HardtbergSeite 13 von 70 12 Auch im Jahr 2023 entfiel auf der Ebene der Stadtbezirke wie im Vorjahr der höchste relative Anteil sowohl der unter 18-Jährigen (18,3 %, 14.204 Personen) als auch der der über 75-Jährigen (11,6 %, 8.979 Personen) auf Bad Godesberg (siehe Abbildung 5). Bad Godesberg wich in diesen Altersklassen damit wie bereits im Jahr 2022 von allen vier Bonner Stadtbezirken am stärksten von den gesamtstäd- tischen Durchschnittswerten in Bezug auf die Verteilung nach Altersklassen ab. Der Stadtbezirk Bonn zeichnete sich wiederum durch überdurchschnittlich hohe Anteile in den Altersklassen der 18- bis un- ter 25-Jährigen (11,3 %, 17.725 Personen) sowie der 25- bis unter 45-Jährigen (33,4 %, 52.494) aus. Abbildung 5: Bevölkerungsverteilung nach Bonner Stadtbezirken und Altersgruppen im Jahr 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 24.336 14.204 11.010 6.227 55.777 17.725 5.592 5.158 3.026 31.501 52.494 19.317 18.196 9.741 99.748 36.732 21.766 19.949 9.204 87.651 12.973 7.580 7.100 3.580 31.233 12.735 8.979 6.928 3.672 32.314 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Bonn Bad Godesberg Beuel Hardtberg Bundesstadt Bonn Altersgruppen Stadtbezirke 2023 unter 18 Jahre 18 bis unter 25 Jahre 25 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 65 Jahre 65 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älterSeite 14 von 70 13 3.2. Haushalteentwicklung in Bonn Die Haushalteentwicklung entkoppelte sich im Jahr 2023 erstmals seit einigen Jahren von der Bevölke- rungsentwicklung. Mit 183.962 Haushalten hatte sich zum 31.12.2022 ihre Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um rund + 4,2 %, in absoluten Zahlen um 7.423 Haushalte erhöht14. Das kontinuierliche Haus- haltewachstum in der Bundesstadt sorgt dabei seit dem Jahr 2015 für die stetige Erhöhung des Nach- fragedrucks auf dem Bonner Wohnungsmarkt. Der prozentuale Haushaltezuwachs war in diesem Zu- sammenhang auch im Jahr 2023 wiederum stärker als der Einwohner*innenzuwachs ausgeprägt. Im aktuellen Berichtsjahr ist diese Entwicklung für alle Stadtbezirke sowie auf gesamtstädtischer Ebene zu konstatieren und lässt sich daher entsprechend auch über den im Zeitreihenverlauf von 2015 bis 2023 weiterhin gegenzeichnen. Abbildung 6: Prozentuale Entwicklung der Anzahl der Haushalte und der Anzahl der Einwohner*innen in Bonn zwischen 2015 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Mit Blick auf die Haushaltestruktur in der Bundesstadt war für 2023 festzustellen, dass der Anteil der Ein-Personen-Haushalte im Jahr 2023 in der Bundesstadt weiter zugenommen hatte. Zum 31.12.2023 lebte in 53,5 % aller Bonner Haushalte nur eine Person, was einer Zunahme an Ein-Personen-Haushal- ten in Höhe von 1,7 Prozentpunkten im Vergleich zum Jahr 2022 entspricht. Geringfügig verändert entfielen mit 25,4 % etwas weniger Bonner Haushalte auf Zwei-Personen-Haushalte als im zurücklie- genden Berichtsjahr, in 9,7 % aller Bonner Haushalte der Bundesstadt lebten, ebenfalls anteilsbezogen nur geringfügig verändert, drei Personen. Um -0,7 Prozentpunkte ging der Anteil der Haushalte mit vier und mehr Personen zurück und belief sich im Jahr 2023 auf 11,4 %. Für das Berichtsjahr 2023 ist 14 Der enorme Sprung in der Haushalteentwicklung ist dabei auch in Anpassungen an die Erhebungen zum Zensus 2022 im Jahr 2024 begründet 11,1 11,6 8,7 12,7 10,9 5,6 6,7 3,0 6,9 5,4 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Haushalte Einwohner*innenSeite 15 von 70 14 damit zu konstatieren, dass insbesondere Ein-Personen-Haushalte als ohnehin dominante Wohnraum- raumnachfragegruppe stärker auf dem Bonner Wohnungsmarkt in Erscheinung traten als alle anderen Haushaltetypen. Mit Blick auf die Verteilung der Bonner Haushalte über die statistischen Bezirke war auch im Jahr 2023 festzustellen, dass sich die Mehrheit der Bonner Haushalte auf den Stadtbezirk Bonn (siehe Abbildung 7) verteilten. Verglichen mit dem Vorjahreswert hatte sich ihre Anzahl im Jahresverlauf 2023 um nun- mehr 3.873 Haushalte auf 89.490 Haushalte erhöht, was für diesen Bonner Stadtbezirk einem deutli- cheren Zuwachs als noch im zurückliegenden Berichtsjahr 2022 entspricht. Weiterhin ansteigend fiel die Tendenz des Anteils der Ein-Personen-Haushalte an allen Haushalten im Stadtbezirk Bonn aus. Mit 57,6 % stellten sie weiterhin hier die größte Gruppe dar (siehe Abbildung 8). Sowohl die jeweils abso- lute Anzahl im Zeitverlauf (2015-2023) als auch die entsprechende strukturelle Zusammensetzung aller Haushalte in den jeweils vier Bonner Stadtbezirken für das Jahr 2023 sind in den nachfolgenden Abbil- dungen wiedergegeben (siehe Abbildung 7 und Abbildung 8). Abbildung 7: Entwicklung der Anzahl von Haushalten in Bonn nach Stadtbezirken zwischen 2015 und 2023 (Quelle: Bun- desstadt Bonn) 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Stadtbezirk Hardtberg 16.189 16.487 16.729 16.793 16.950 17.145 17.349 17.412 18.243 Stadtbezirk Beuel 33.515 33.758 33.943 34.039 34.404 34.485 34.988 35.239 36.443 Stadtbezirk Bad Godesberg 35.655 35.860 36.393 36.814 37.067 37.360 37.781 38.181 39.786 Stadtbezirk Bonn 80.555 81.938 83.007 83.605 84.488 84.490 85.222 85.707 89.490 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000 200.000Seite 16 von 70 15 Abbildung 8: Haushalte nach Größe (Anteilswerte in %) und Stadtbezirk im Jahr 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 3.3. Wohnungsgrößen und Wohnflächeninanspruchnahme Die Ausprägung der Wohnflächeninanspruchnahme je Einwohner*in ist eine entscheidende Einfluss- und Bewertungsgröße der Wohnraumnachfrage und -bedarfsentwicklung. In Deutschland war die Wohnfläche pro Einwohner*in zwischen 2013 und 2023 bundesweit von 46,3 m² um 1,2 m2 auf rund 47,5 m2 angestiegen, was einer relativen Zunahme in diesem Zeitraum von rund 2,6 % entspricht15. Damit war die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf im Vergleich zum Jahr 2022 um 0,1 m2 angestiegen. Die durchschnittliche Wohnfläche je Wohnung verharrte bis Ende 2022 mit 92,2 m² verglichen zum Vorjahreswert auf gleichbleibendem Niveau16. Zum Jahresende 2023 betrug die durchschnittliche Wohnfläche (im Wohnungsbestand) pro Kopf in der Bundesstadt Bonn 43,5 m² und war damit im Vergleich zum Vorjahreswert um 0,2 m2 gestiegen. Sie lag damit aber weiterhin unter dem gesamtdeutschen Durchschnittswert (47,4 m2 für 2022), für das Jahr 2023 fiel sie entsprechend um 3,9 m2 geringer aus. Die höchste Wohnflächeninanspruchnahme pro Einwohner*in war zum 31.12.2023 mit 46,2 m² (+0,2 m2 im Vergleich zum Vorjahreswert) in Bad Godesberg zu bilanzieren, gefolgt von Beuel mit 45,6 m² (+0,3 m2 im Vergleich zum Vorjahreswert). 15 Quelle: Statistisches Bundesamt (2024) 16 vgl. ebd. 57,6 49,3 50,6 48,1 23,8 26,1 27,0 28,3 8,5 11,0 10,6 10,8 10,0 13,5 11,9 12,7 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 70.000 80.000 90.000 100.000 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Ein-Personen-Haushalte 2-Personen-Haushalte 3-Personen-Haushalte 4 und mehr PersonenSeite 17 von 70 16 Der Stadtbezirk Bonn (+0,2 m2 im Vergleich zum Vorjahreswert) mit 41,7 m2 und der Stadtbezirk Hardt- berg mit 41,3 m2 (+0,2 m2 im Vergleich zum Vorjahreswert) lagen wie bereits im Vorjahr 2021 dicht beieinander (siehe Abbildung 9). Abbildung 9: Durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf (in m2) differenziert nach Bonner Stadtbezirken im Jahr 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 10: Entwicklung der Wohnfläche pro Kopf (in m²) differenziert nach Bonner Stadtbezirken zwischen 2011 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Im Zeitraum zwischen 2011 und 2023 hat sich in den Stadtbezirken Bad Godesberg und Hardtberg die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf über den Beobachtungszeitraum von 2011 bis 2022 am deut- lichsten verringert, im Stadtbezirk Beuel hingegen ist der deutlichste Anstieg zu beobachten (siehe Ab- bildung 10). 41,7 46,2 45,6 41,3 43,5 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn 41,0 42,0 43,0 44,0 45,0 46,0 47,0 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt BonnSeite 18 von 70 17 Abbildung 11: Durchschnittliche Wohnungsgröße (in m²) differenziert nach Bonner Stadtbezirken im Jahr 2023 (Quelle: Bun- desstadt Bonn) Die grundsätzliche Wohnflächenstruktur hat sich in der Bundesstadt bis Ende 2023 im Vergleich zum Vorjahr nur geringfügig verändert. So blieb die durchschnittliche Wohnfläche von Bonner Wohnungen bis Ende des Jahres 2023 mit 82,7 m² auf gesamtstädtischer Ebene unverändert. Im Segment der Ein- familienhäuser erhöhte sich die durchschnittliche Wohnungsgröße im Jahr 2023 hingegen um 0,3 m2, während der Durchschnittswert im Segment der Mehrfamilienhäuser stagnierte. Diese Entwicklung war auch auf der Ebene der Bonner Bezirke zu beobachten, auffällig war lediglich ein Rückgang der durchschnittlichen Wohnfläche in Beueler Mehrfamilienhäusern um -0,3 m2 im Vergleich zum Vorjah- reswert 2022. Bundesstadt Bonn Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Durchschnittliche Wohnfläche (m²) in Wohnungen 82,7 75,9 91,8 88,3 84,2 in Einfamilienhäusern 137,8 137,6 144,2 134,9 130,9 in Mehrfamilienhäusern 72,8 69,9 78,4 73,3 73,8 0 20 40 60 80 100 120 140 160Seite 19 von 70 18 4. Wohnungsangebot 4.1. Gebäude- und Wohnungsbestand 58.296 Wohngebäude (+96 Wohngebäude im Vergleich zu 2022) wurden bis zum 31.12.2023 in der Bundesstadt Bonn erfasst, auf die sich wiederum 177.943 Wohnungen verteilten. Das waren im Ver- gleich zu 2022 853 zusätzliche Wohnungen, der Zugewinn fiel somit um rund 200 Wohnungen höher aus, als noch im Berichtsjahr 2022. Mit 39.329 Gebäuden, +80 verglichen mit dem Vorjahreswert 2022, entfiel weiterhin die Mehrheit der Bonner Wohngebäude auf Wohngebäude mit ein bis zwei Wohnungen. In 16.169 Bonner Wohngebäu- den (+29 im Vergleich zu 2022) gab es 3 bis 9 Wohnungen. In 2.187 Wohngebäuden (+18 im Vergleich zu 2022) über 10-19 Wohnungen und in 611 Wohngebäuden über 20 und mehr Wohnungen (+8 im Vergleich zu 2022). Die Kategorie der Wohngebäude mit der höchsten Wohnungsanzahl (20 Wohnun- gen und mehr) wies, wie bereits im Jahr 2022, auch für 2023 mit rund 1,3 % Prozent den größten prozentualen Zuwachs innerhalb aller Kategorien auf. Abbildung 12: Wohngebäudebestand in Bonn differenziert nach Anzahl der Wohnungen im Jahr 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn 20 und mehr Wohnungen 320 122 107 62 611 10-19 Wohnungen 1.124 381 404 278 2.187 3-9 Wohnungen 8.106 3.808 2.957 1.298 16.169 1-2 Wohnungen 14.628 9.865 10.651 4.185 39.329 0 10.000 20.000 30.000 40.000 50.000 60.000 1-2 Wohnungen 3-9 Wohnungen 10-19 Wohnungen 20 und mehr WohnungenSeite 20 von 70 19 Die übergeordnete, strukturelle Zusammensetzung des Bonner Wohnraums, differenziert über die An- zahl der Räume17, war im Jahr 2023, verglichen mit den Anteilswerten aus dem zurückliegenden Be- richtsjahr, wie im zurückliegenden Wohnungsmarktbericht unverändert geblieben. Der Großteil der Bonner Wohnungen besaß mehr als drei (43.944 Wohnungen) oder vier (39.177 Wohnungen) Räume. Den stärksten prozentualen Zuwachs aller nach Räumen differenzierten Wohnungskategorien ver- zeichneten 2023 in Bonn wie bereits im vergangenen Jahr Wohnungen mit einem Raum (+ 1,5 %). Unterschiede in der Zusammensetzung des Wohnungsbestandes haben sich im Vergleich zum Vorjahr auch auf der Betrachtungsebene der Bonner Stadtbezirke nicht ergeben. Der Stadtbezirk Bonn wies im Vergleich zu den anderen Bonner Bezirken weiterhin einen deutlich hö- heren Anteil an Wohnungen mit nur einem Raum oder zwei Räumen auf. Wohnungen mit einer hohen Raumanzahl (sieben Räume und mehr) waren 2023 anteilsbezogen insbesondere in den Stadtbezirken Beuel und Bad Godesberg vorzufinden. Weitere Details zur strukturellen Aufgliederung der Wohnun- gen nach der jeweiligen Anzahl der Räume können den nachfolgenden Abbildungen entnommen wer- den (siehe Abbildung 13 bis Abbildung 16). Im Zeitreihenvergleich der Haushaltegrößenstruktur mit der Wohnraumstruktur lässt sich zusammen- fassend feststellen, dass insbesondere in den Bonner Stadtbezirken mit höheren Anteilen an Wohnun- gen mit einer größeren Raumanzahl wie Beuel und Bad Godesberg die Anzahl der größeren Haushalte auf hohem Niveau verharrt beziehungsweise leichte Zuwachstendenzen zu erkennen sind. Grundsätz- lich ist somit ein direkter und trivial erscheinender Zusammenhang der Wohnungsgrößenstruktur mit der Entwicklung der Haushaltsgrößen herzustellen. So war in Stadtbezirken, für die im Jahr 2023 eine Zunahme kleiner Wohnungen zu beobachten war (Hardtberg +2 %, Bonn +1,8 %), im gleichen Zeitraum eine Zunahme des Anteils der Ein-Personen-Haushalte zu erkennen (Hardtberg +2,4 Prozentpunkte, 1,3 Prozentpunkte). 17 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfrem- dete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toi- letten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. Der baustatistische Begriff weicht vom auf dem Wohnungsmarkt gebräuchlichen Begriff „Zimmer“ ab, welcher z. B. die Küche nicht mitzählt.Seite 21 von 70 20 Abbildung 13: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Bonn 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 14: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Beuel 2023(Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 15: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Bad Godesberg 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 16: Wohnungen nach Anzahl der Räume im Stadtbezirk Hardtberg 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 15% 15% 25% 21% 11% 6% 7% STADTBEZIRK BONN 1 2 3 4 5 6 7+ 8% 14% 24% 21% 13% 10% 10% STADTBEZIRK BEUEL 1 2 3 4 5 6 7+ 6% 14% 24% 24% 14% 8% 10% STADTBEZIRK BAD GODESBERG 1 2 3 4 5 6 7+ 7% 13% 26% 25% 14% 8% 7% STADTBEZIRK HARDTBERG 1 2 3 4 5 6 7+Seite 22 von 70 21 4.2. Exkurs I: barrierefreier Wohnraum Abbildung 17: Anzahl barrierefreier Mietwohnungsinserate und Anzahl der Wohnungsinserate insgesamt in Bonn zwischen 2019 und 2023 (Quelle: Value AG, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Wie bereits in den zurückliegenden Wohnungsmarktberichten wird nachfolgend die Entwicklung des Umfangs barrierefreien Wohnraums18 auf dem Bonner Wohnungsmarkt im Jahr 2023 beschrieben. Hierfür wurde, wie im Jahr 2021 erstmalig erfolgt, auf eine zur Verfügung stehende Datenbasis, die Marktpreisdatenbank19 der Value AG zurückgegriffen20. Für die Auswertung im Berichtsjahr 2023 stan- den nunmehr die Daten der Jahre 2019 bis 2023 zur Verfügung, welche die aus den jeweils innerhalb eines Jahres zur Verfügung stehenden, inserierten Wohnungen auf dem Bonner Mietwohnungsmarkt wiedergeben. Der im Jahr 2023 zu verzeichnende, anhaltende Anstieg des Anteils barrierefreier Wohnungen an allen Bonner Mietwohnungsangeboten fiel mit +0,3 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr auf nunmehr 8,4 % deutlich geringer aus, als im vergangenen Berichtsjahr. Während die absolute Anzahl der inse- rierten und als barrierefrei einzustufenden Mietwohnungen im Jahr auf 366 Wohnungen zurückging (Vorjahreswert 380), nahm die Anzahl der auf dem Bonner Wohnungsmarkt inserierten Mietwoh- nungsangebote insgesamt stärker ab. Der prozentuale Anstieg bei insgesamt rückläufigen absoluten Inseratezahlen kann dabei einen Hinweis auf eine strukturelle Veränderung im Mietwohnungsmarkt- 18 Als barrierefrei gelten in diesem Zusammenhang Wohnungsinserate, wenn sie über die Erfassungsmatrizen der Marktpreis- datenbank entsprechend eingestuft worden sind, also Wohnungen zum Beispiel im Erdgeschoss liegen oder bei nichtebener- digen Verortungen im Wohngebäude zusätzlich über das Ausstattungsmerkmal Lift oder andere barriereaufhebende Merk- male verfügen. 19 Die zugrundeliegenden Angaben und Einstufen sind im derzeitigen Datenbezugsformat weiterhin nicht ohne Weiteres fal- sifizierbar. 20 Die Marktdatenbank liefert aktuelle und umfassende Informationen zu Preisen, Mieten und Renditen des deutschen Im- mobilienmarktes. Sie basiert auf einer umfangreichen Sammlung sorgfältig aufbereiteter Immobilienmarktdaten aus mehr als 100 Quellen. 410 264 363 380 366 5915 4669 5341 4715 43506,9% 5,7% 6,8% 8,1% 8,4% 0,0% 1,0% 2,0% 3,0% 4,0% 5,0% 6,0% 7,0% 8,0% 9,0% 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 2019 2020 2021 2022 2023 Barrierefreie WE WE-Inserate gesamt Anteil barrierefreie WESeite 23 von 70 22 segment darstellen, die ihre Ursache im Mietwohnungsneubau zu haben scheint. Über Wohnungsneu- bau neu entstehender Wohnraum (im Jahr 2023 gab es insgesamt 462 Mietwohnungsneubauinserate in allen Mietwohnungsmarktsegmenten) ist grundsätzlich barrierefrei zu realisieren. Mit einem erneu- ten Anstieg der inserierten Neubauwohnungen im Jahr 2023 (verglichen mit dem Vorjahr) scheinen sich die angestoßenen strukturellen Veränderungen absehbar zu verstetigen. Die weitere Entwicklung in diesem Bonner Wohnungsmarktsegment soll über die Fortschreibung der in Abbildung 17 darge- stellten Zeitreihe auch im kommenden Berichtsjahr weiter beobachtet werden. 4.3. Entwicklung der Anzahl von Wohnungsangeboten21 Bis Ende des Jahres 2023 war hinsichtlich der Anzahl der im freifinanzierten Mietwohnungsmarkt der Bundesstadt inserierten Wohnungsangebote (siehe Abbildung 18) eine Trendfortschreibung des Vor- jahres zu beobachten. Die Gesamtanzahl der Inserate sank um 642 auf nunmehr 4001 Inserate, was einem relativen Rückgang von fast -14% entsprach, damit etwas moderater als im Jahr 2022 ausfiel, aber dennoch einen neuen Tiefststand im Zeitreihenvergleich markierte. Die Anzahl die Neubauinse- rate stieg über den Jahresverlauf 2023 wieder an und lag mit 342 Inseraten fast 12% über dem Wert aus dem Jahr 2022. Abbildung 18: Entwicklung der Anzahl von Mietangeboten in Bonn zwischen 2015 und 2023 (Quelle: Value AG, Darstellung: Bundesstadt Bonn) 21 Für den Wohnungsmarktbericht 2024 wurde eine erneute, rückwirkende Synchronisierung mit den durch die Statistikstelle der Bundesstadt Bonn ausgewerteten Mietpreisdaten vorgenommen. Da mit dem Datenabrufzeitpunkt die jeweiligen Wer- teniveaus erfassungsmethodisch variieren können, ergeben sich hierdurch leichte Wertanpassung im Vergleich zu zurücklie- genden Wohnungsmarktberichten, die jedoch zu keinen Anpassungserfordernissen der zurückliegenden Entwicklungstrend- beschreibungen führen. 6791 6404 6365 5916 5580 5003 5562 4643 4001 442 496 460 460 471 265 359 306 342 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Anzahl von Angeboten im freien Mietmarkt davon im NeubauSeite 24 von 70 23 4.4. Baurechtschaffung Ebenso wie in den vorangegangenen Berichtsjahren haben sich auch im Jahr 2023 Entwicklungen auf der Angebotsseite des Bonner Wohnungsmarktes ergeben, die eine Aktualisierung der Antwort auf die Frage, wie viele Wohneinheiten über die Schaffung von Baurecht im Zeitraum von 2016 bis nunmehr 2023 in Bonn entstehen können, bedingt. Veränderungen, die sich über zwischenzeitliche Anpassun- gen in der Bauleitplanung ergeben haben, sind entsprechend in die Zeitreihendarstellung (siehe Abbil- dung 19) eingeflossen. Im Zeitraum von 2013 bis 2016 konnte Baurecht für durchschnittlich etwa 250 Wohneinheiten pro Jahr durch Bauleitplanverfahren geschaffen werden. Nachdem die Anzahl der durch Bebauungsplanverfah- ren neu begründeten Wohneinheiten im Jahr 2017 bei 1.856 Wohneinheiten lag, war für die Folgejahre ein Rückgang auf 688 (2018), beziehungsweise 180 (2019) Wohneinheiten zu verzeichnen. In 2020 wurde die Anzahl auf 450 Wohneinheiten gesteigert, im Jahr 2021 sank die Zahl der Wohneinheiten auf 0 Wohneinheiten um im Jahr 2022 dann wieder auf 385 Wohneinheiten anzusteigen. Im Jahr 2023 ging der Umfang der auf der Grundlage von neu geschaffenem Baurecht geplanten Wohneinheiten auf 194 zurück, für das Jahr 2024 war ein reduziertes Volumen von 144 Wohneinheiten zu konstatieren. Die sich über den Zeitverlauf verändernden Entwicklungen sind darauf zurückzuführen, dass der Pla- nungsumfang und die darauf aufbauend anzunehmende Wohnungsangebotserweiterung von vielen Faktoren abhängt und zu starken Schwankungen der jahresbezogenen Wohneinheitensummen führt. Das gilt absehbar auch für die für die Folgejahre prognostizierte Zunahme der durch Baurechtschaffung absehbar entstehenden Wohneinheit. Die prognostizierten Kennwerte der kommenden Jahre basie- ren dabei auf der aktuellen Datengrundlage (Stand: Januar 2025) aus dem Arbeitsprogramm Bauleit- planung des Stadtplanungsamtes der Bundesstadt Bonn. Sie belaufen sich schätzungsweise jeweils im Jahr 2025 auf 940 Wohneinheiten, im Jahr 2026 auf 2.100 Wohneinheiten und im Jahr 2027 auf 240 Wohneinheiten (siehe Abbildung 19). Für das Jahr 2028 sind darüber hinaus 920 Wohneinheiten und für das Jahr 2029 wiederum 200 Wohneinheiten zu erwarten. Insbesondere die projektierten Angaben für die kommenden Jahre sind dabei über den jeweiligen Wer- degang des Planungsverlaufs Verschiebungen unterworfen und können sich aus unterschiedlichsten Gründen verzögern oder entsprechend auf spätere Planungsjahre übertragen. Gründe für diese Ver- zögerungen können sich unter anderem durch den grundsätzlichen Fachkräftemangel oder aber die Abgabe unvollständiger Planunterlagen durch die jeweiligen Vorhabenträger*innen und die dadurch bedingten notwendigen und mehrmaligen Prüf- und Abstimmungsprozesse und die damit verbunde- nen, längeren Bearbeitungszeiten bei beauftragten Gutachter*innen und Planungsbüros ergeben. Auch die Berücksichtigung und Implementierung von Grundsatzbeschlüssen zur Bauleitplanung in be- reits laufenden Verfahren kann mitunter zu Realisierungsverzögerungen führen. Auch die aktuellenSeite 25 von 70 24 Rahmenbedingungen (unter anderem die gegenwärtig für viele Vorhabenträger*Innen herausfordern- den konjunkturellen Rahmenbedigungen), die den faktischen Wohnungsbau insbesondere über vor- habenbezogene Bebauungspläne beeinflussen, führten in den vergangenen Jahren zu Projektverschie- bungen oder -umplanungen. Abbildung 19: In Bonn erreichte (2016-2024), bzw. zu erwartende Baurechtschaffung für Wohneinheiten (2025-2029, gestri- chelte Säulen; Quelle: Bundesstadt Bonn, Stand: Januar 2025) Wie viele Wohneinheiten tatsächlich über abgeschlossene Bebauungsplanverfahren das Angebot auf dem Bonner Wohnungsmarkt jährlich erweitern, lässt sich gesichert erst bei Bauantragsstellung erfas- sen. Eine systematische Erfassung und statistische Auswertung, auf welcher Genehmigungsgrundlage basierend Wohneinheiten errichtet wurden (z.B. nach § 34 BauGB, Grundlage Bebauungspläne, die bereits über einen längeren Zeitraum in Kraft sind, etc.), besteht bislang nicht. 321 1.856 688 180 450 0 385 194 144 940 2.100 240 920 200 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 2026 2027 2028 2029Seite 26 von 70 25 4.5. Fertiggestellte Neubauwohnungen22 nach Jahren Über den Jahresverlauf 2023 waren bis zum 31.12.2023 592 Neubauwohnungen in Bonner Wohn- und Nichtwohngebäuden fertiggestellt worden. Der Umfang des Wohnungsneubaus lag damit unter dem des Vorjahres und erreichte damit das niedrigste Niveau in der Zeitreihenbetrachtung seit 2010 (siehe Abbildung 20). Abbildung 20: Entwicklung fertiggestellter Wohnungen (Neubau) in Bonn zwischen 2010 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Der Zuwachs des Wohnungsbestandes durch Umbautätigkeiten23 in Bestandsgebäuden konnte im Jahr 2023 hingegen wieder eine andere Trendrichtung einschlagen. Mit 261 Wohnungen ließ sich bis zum 31.12.2022 nahezu eine Verdreifachung des Vorjahreswertes feststellen24. In Summe ließ sich der Wohnungszugang25 für das Jahr 2023 somit auf insgesamt 853 Wohnungen beziffern (siehe Abbildung 21). Der Anteil der durch Umbau neu geschaffenen Wohnungen an allen Wohnungszugängen hatte für das Berichtsjahr 2022 somit im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich zugenommen und belief sich nun auf rund 30,6 %. 22 Rechtlich erfolgt die Fertigstellung einer Baumaßnahme mit der Abnahme durch die Bauaufsichtsbehörde. Als Fertigstel- lungs- bzw. Genehmigungsdatum für die Statistik wird zur Vermeidung von Nachkorrekturen i.d.R. das Datum der Verarbei- tung in der Statistikstelle verwendet. Da Baustatistikbögen bei der Statistikstelle gelegentlich mit einiger Verzögerung einge- hen, kann dies zu Verschiebungen führen. 23 Dies umfasst bspw. die Neuschaffung von Wohnungen durch Teilung oder die Umnutzung von vorher für Nichtwohnzwecke genutzten Räumlichkeiten. 24 Quelle: Bundesstadt Bonn 25 Neubauten zzgl. Saldo der Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang 601 621 908 593 675 1 302 1 229 1 223 656 1 424 992 998 659 592 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023Seite 27 von 70 26 Abbildung 21: Fertiggestellte Wohnungen inklusive Zugang aus Umbautätigkeiten in Bonn zwischen 2017 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 4.6. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße Mit Blick auf die strukturelle Zusammensetzung der Wohnungsgrößen nach Räumen im Vergleich zum vorherigen Berichtsjahr bei fertiggestellten Neubauwohnungen sind erneut in nahezu allen erfassten Kategorien Rückgänge zu verzeichnen (siehe Abbildung 22). Diese Entwicklung steht dabei in Verbin- dung mit dem anhaltenden und grundsätzlichen Rückgang der Neubautätigkeit. Neu gebaute Wohnungen mit ein oder zwei Räumen26 stellten 2023 über den Jahresverlauf die zah- lenmäßige Mehrheit dar. Sie ließen den Bonner Wohnungsbestand um 205 Wohnungen wachsen und machten rund 34,6 % aller Neubauwohnungen aus. 26,5 % der bis zum 31.12.2023 neu errichteten Wohnungen verfügten über drei, 19,7 % über vier, 10,1 % über fünf und 9,5 % über sechs oder mehr Räume. 26 Umfasst alle Räume in Wohnungen, die als Küchen, Wohn-, Ess- und Schlafräume konzipiert sind. Auch zweckentfremdete Räume wie Heimbüros sowie Dielen etc. mit 6 oder mehr Quadratmetern Fläche werden als Räume gezählt. Bad, Toiletten, Flur und Wirtschaftsräume unter 6 m² werden dagegen nicht berücksichtigt. 1270 834 1537 1291 1333 754 853 1223 656 1424 992 998 659 592 0 200 400 600 800 1000 1200 1400 1600 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Zunahme des Wohnungsbestandes in Wohn- und Nichtwohngebäuden (Neubauten zzgl. Saldo der Umbautätigkeiten, ohne Totalabgang) Neubau von Wohnungen in Wohn- und NichtwohngebäudenSeite 28 von 70 27 Abbildung 22: Fertiggestellte Bonner Neubauwohnungen nach Wohnungsgröße (Räume, 2011-2023) Fertiggestellte Neubauwohnungen hatten im Jahr 2023 in Bonn eine durchschnittliche Wohnfläche von 106,1 m2. Damit lag der Durchschnittswert rund 13,1 m2 unter dem des Vorjahres und gibt eine weni- ger flächenextensive Bautätigkeit für das Jahr 2023 in diesem Wohnungsmarktsegment wieder, der sich auch auf eine erneut reduziertere Neubautätigkeit als noch im vorangegangenen Jahr bezieht. Abbildung 23: Wohnungsbestand der Stadt Bonn nach Anzahl der Räume zum 31.12.2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 24: Fertiggestellte Neubauwohnungen der Stadt Bonn nach Anzahl der Räume zum 31.12.2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 6+ Räume 194 156 151 113 179 121 152 194 183 98 53 66 53 5 Räume 70 95 100 107 148 102 170 62 84 72 61 50 60 4 Räume 111 165 125 126 286 214 167 69 186 179 187 155 117 3 Räume 146 220 156 116 342 359 263 133 337 277 276 157 157 1-2 Räume 100 272 61 213 347 433 471 198 634 366 421 231 205 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 1 600 28% 27% 24% 13% 8% 1-2 3 4 5 6 u.m. 35% 26% 20% 10% 9% 1-2 3 4 5 6 u.m.Seite 29 von 70 28 Der beschriebene Flächenrückgang im Wohnungsneubau insgesamt speiste sich im Jahr 2023 über rückläufige Durchschnittswertentwicklung sowohl im Segment neugebauter Einfamilien- (EFH), als auch Mehrfamilienhaus- (MFH) Wohnungen (siehe Abbildung 25). Abbildung 25: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) fertiggestellter Bonner Wohnungen insgesamt und differenziert nach Wohngebäudetyp zwischen 2018 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 4.7. Fertiggestellte Neubauwohnungen nach Stadtbezirken Unter dem Einfluss der rückläufigen Neubautätigkeit im Jahr 2023 hatten sich auf der Ebene der Bon- ner Stadtbezirke entsprechende Veränderungen mit Blick auf die Verteilung fertig gestellter Neubau- wohnungen ergeben. Im Stadtbezirk Bad Godesberg, für den verglichen mit dem Vorjahreswert ein Zuwachs fertiggestellter Wohnungen von rund +62 % festzustellen war, sowie im Stadtbezirk Hardt- berg, für den eine Verdreifachung des Vorjahreswerts zu konstatieren war, waren deutliche Neubau- zugewinne zu verzeichnen. In den beiden übrigen Bonner Stadtbezirken Beuel und Bonn waren hinge- gen rückläufige Entwicklungen, bezogen auf neu errichteten Wohnraum, zu verzeichnen. Mit etwas weniger als der Hälfte des Vorjahresniveaus war der Rückgang im Stadtbezirk Beuel dabei am stärksten ausgeprägt. Im Stadtbezirk Bonn waren 2023 nur noch knapp 85 % des Vorjahresneubauniveaus zu verzeichnen. Die entsprechenden absoluten Werteverteilungen können der nachfolgenden Abbildung entnommen werden (siehe Abbildung 26). 90,9 75,0 91,4 82,9 106,1 93 136,7 153,1 169,4 195,6 176,8 175,6 72,3 81,3 83,3 76,1 93,7 82,2 0,0 20,0 40,0 60,0 80,0 100,0 120,0 140,0 160,0 180,0 200,0 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFHSeite 30 von 70 29 Abbildung 26: Fertiggestellte Bonner Neubauwohnungen differenziert nach Stadtbezirken zwischen 2011 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 27: Durchschnittliche Wohnungsgröße von in Bonn fertiggestellten Wohnungen differenziert nach Gebäudetyp und Stadtbezirk Im Jahr 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Stadtbezirk Hardtberg 133 120 29 148 120 106 55 78 20 189 153 15 50 Stadtbezirk Beuel 213 174 118 100 148 232 188 213 442 248 110 150 65 Stadtbezirk Bad Godesberg 74 130 312 178 146 200 208 116 191 272 170 71 115 Stadtbezirk Bonn 201 484 134 249 888 691 772 249 771 283 565 423 362 0 200 400 600 800 1 000 1 200 1 400 Bundesstadt Bonn Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Durchschnittliche Wohnfläche (m²) in Wohnungen 93 86,8 90,3 124,8 102,7 in Einfamilienhäusern 175,6 175,7 222,6 177 155,5 in Mehrfamilienhäusern 82,2 78 84,3 104,8 84,1 0 50 100 150 200 250Seite 31 von 70 30 Im Jahr 2023 war die niedrigste durchschnittliche Wohnfläche fertiggestellter Wohnungen auf Stadt- bezirksebene mit 86,8 m² im Stadtbezirk Bonn zu verzeichnen (siehe Abbildung 27). Die durchschnitt- lich größte Wohnfläche entfiel in 2023 wiederum auf den Stadtbezirk Beuel, der Wohnflächendurch- schnitt betrug hier 124,8 m2. Für das Segment der Einfamilienhäuser waren die durchschnittlich nied- rigste Wohnfläche mit durchschnittlich 155,5 m² im Stadtbezirk Hardtberg, die größte mit 222,6 m² im Stadtbezirk Bad Godesberg zu konstatieren. Mit 78 m² war der geringste wohnflächenbezogene Durch- schnittswert des Jahres 2023 im Stadtbezirk Bonn, der höchste wiederum im Stadtbezirk Beuel vertre- ten (104,8 m²). Aufgrund der im Zeitreihenvergleich weiterhin starken Verteilungsverschiebung der Wohnflächengrö- ßen, fertiggestellte Wohnungen betreffend, wird im nachfolgenden Kapitel zur ergänzenden Einord- nung der Neubauaktivität auf dem Bonner Wohnungsmarkt die jeweilige Ausprägung der Bauintensität in den vier Bonner Stadtbezirken beschrieben.Seite 32 von 70 31 4.8. Bauintensität in den Stadtbezirken Die Bauintensität27 der Bundesstadt war im Jahr 2023 mit 0,3% einmal mehr geringer als im Vorjahr ausgeprägt und erreichte im Zeitreihenvergleich damit den niedrigsten Wert seit 2012 (siehe Abbil- dung 28). Die Trendlinie („linear“) flachte sich aufgrund der anhaltend rückläufigen Entwicklung ent- sprechend weiter ab. Abbildung 28: Durchschnittliche Neubauintensität in Bonn nach Stadtbezirk in Prozent pro Jahr zwischen 2012 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Auf der Ebene der Bonner Stadtbezirke ist bis zum 31.12.2023 im Vergleich zu den Vorjahreswerten eine heterogene Entwicklung der Bauintensitäten festzustellen. Mit 0,4 % war dabei der Stadtbezirk Bonn derjenige mit der höchsten Bauintensität, bezogen auf fertiggestellte Wohnungen. Absolut be- trachtet wurden im Stadtbezirk Bonn bei einem Ausgangswohnungsbestand von 85.627 Wohnungen (zum 31.12.2022) im Jahr 2023 362 weitere Wohnungen fertiggestellt. Während die Bauintensität im Stadtbezirk Beuel im Jahr 2023 mit 0,2 % im Vergleich zum Vorjahr nachgab, stiegen die Bauintensitä- ten in den Stadtbezirken Bad Godesberg und Hardtberg von einem jeweils niedrigeren Ausgangsniveau im Vorjahr in 2023 jeweils auf einen Wert von 0,3 % an (siehe Abbildung 28). 27 Die Durchschnittswerte der Wohnungsbauintensität lassen Rückschlüsse auf das Bauaufkommen in einem Stadtbezirk oder auf gesamtstädtischer Ebene zu. Zur Ermittlung werden dabei die Baufertigstellungen eines Zeitraums in Bezug zum jeweili- gen Wohnungsbestand zu Beginn des entsprechenden Zeitraums gesetzt, die Umbaumaßnahmen im Bestand jedoch nicht miteinbeziehen. 0,0% 0,2% 0,4% 0,6% 0,8% 1,0% 1,2% 1,4% 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Bauintensität in Relation zum Wohnungsbestand Stadtbezirk Bonn Stadtbezirk Bad Godesberg Stadtbezirk Beuel Stadtbezirk Hardtberg Bundesstadt Bonn Linear (Bundesstadt Bonn)Seite 33 von 70 32 Abbildung 29: Baufertigstellungen von Wohnungen nach Gebäudeart und Kreistypen in Deutschland von 2005 bis 2023 (Quelle: BBSR 2024, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/wohnen-immobilien/bautaetigkeit/woh- nungsbaufertigstellungen/wohnungsbaufertigstellungen.html, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) Im Jahr 2023 hatte sich die Entwicklung der Baufertigstellungen in Bonn im Zeitraum zwischen 2022 und 2023 wieder dem bundesweit zu beobachtenden Trend angenähert. Aus einer für das Berichtsjahr 2023 vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) fortgeschriebenen Auswertung der Baufertigstellungen von Wohnungen, differenziert nach siedlungsstrukturellen Kreistypen und Wohngebäudetypen (siehe Abbildung 29), gehen zumindest keine umfangreichen Abweichungen ver- glichen mit dem Bonner Entwicklungstrend hervor. Auffällig ist aber, dass sich das bundesweite Wert- niveau (für den strukturellen Kreistyp „kleine und mittlere kreisfreie Großstädte“, dem auch die Bun- desstadt zuzurechnen ist) bezogen auf die in der Abbildung 29 dargestellten Wohngebäudetypen von dem in der Bundesstadt unterscheidet. Während in der Bundesstadt bei einer stagnierenden Bevölke- rungsentwicklung die Fertigstellungen im Jahr 2023 sowohl im Ein- und Zweifamilienhaussegment als auch im Mehrfamilienhaussegment sich in etwa auf dem gleichen Niveau bewegen (siehe Kapitel 4.9), liegt die durchschnittliche Wertausprägung des Ein- und Zweifamilienhaussegments für den Kreistyp „kleine und mittlere kreisfreie Großstädte“ bundesweit rund ein Viertel unter dem Mehrfamilien- haussegment.Seite 34 von 70 33 4.9. Fertiggestellte Wohngebäude nach Gebäudetyp Bis zum 31.12.2023 waren 66 Einfamilienhäuser und 69 Mehrfamilienhäuser und damit insgesamt 135 Wohngebäude im Verlauf des Jahres 2023 im dem Bonner Stadtgebiet errichtet worden. Damit wurde der Wert aus dem Vorjahr (138 Wohngebäude) um drei Wohngebäude leicht unterschritten. Das Ni- veau der Fertigstellungen auf Wohngebäudeebene stellt damit im Jahr 2023 erneut einen Tiefpunkt in der Zeitreihenbetrachtung seit 2016 dar (siehe Abbildung 30). Abbildung 30: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) in Bonn nach Gebäudetyp zwischen 2016 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Anders als noch im Vorjahr hatte sich die Verteilung der fertiggestellten Wohngebäude in den Bonner Wohnungsmarktsegmenten Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser wieder angeglichen, mit rund 51% lag die Anteilsmehrheit im Jahr 2023 leicht im Segment der Mehrfamilienhäuser. Die weiterhin mäßige Entwicklung im Bonner Mehrfamilienhausbau ließ sich 2023, anders als noch im Vorjahr 2022, im regionalen Vergleich nicht mehr direkt für mehrere Großstädte entlang der Rhein- schiene beobachten. Wie in Abbildung 31, einer Untersuchung des BBSR aus dem Jahr 2024 entnom- men, zu erkennen ist, liegt die Bautätigkeit in Bonn im Mehrfamilienhaussegment noch in einer leicht unterdurchschnittlichen Entwicklungskategorie (12 bis unter 18 fertiggestellte Wohnungen in neuen Mehrfamilienhäusern je 10.000 Einwohner*innen). Köln oder aber Düsseldorf waren im Vergleich für das Jahr höheren Entwicklungskategorien zuzuordnen. 111 95 163 169 109 57 83 66 103 102 66 101 102 80 55 69 0 20 40 60 80 100 120 140 160 180 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Einfamilienhäuser MehrfamilienhäuserSeite 35 von 70 34 Abbildung 31: Bundesweite Bautätigkeit nach Gebäudeart 2023 (Quelle: BBSR 2024, https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/wohnen-immobilien/bautaetigkeit/wohnungsbaufertigstel- lungen/wohnungsbaufertigstellungen.html, zuletzt abgerufen am 03.01.2025)Seite 36 von 70 35 4.10. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten Die Differenzierung der fertiggestellten Wohngebäude nach Anzahl der Wohneinheiten wies im Jahr 2023 verglichen mit der Differenzierung des Vorjahres in der Bundesstadt keine grundsätzlichen Ver- änderungen auf (siehe Abbildung 32). Mit nunmehr 93 Wohngebäuden entfiel der Hauptanteil (rund 69 %) fertiggestellter Wohngebäude im Bonner Stadtgebiet auf Wohngebäude mit ein bis zwei Woh- nungen. Abbildung 32: Fertiggestellte Wohngebäude (WG, absolute Werte) in Bonn nach Anzahl der Wohnungen zwischen 2011 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 33: Fertiggestellte Wohngebäude (WG) nach Anzahl der Wohnungen in Bonn 2011 - 2023 (prozentual, Quelle: Bun- desstadt Bonn) 234 167 164 102 170 126 111 178 181 119 65 92 93 22 24 32 22 32 42 38 34 46 56 33 25 23 11 10 7 11 26 36 36 15 34 32 26 14 13 4 10 5 7 13 10 12 2 9 4 13 7 6 0 50 100 150 200 250 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr Wohnungen 0,0% 10,0% 20,0% 30,0% 40,0% 50,0% 60,0% 70,0% 80,0% 90,0% 100,0% 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 WG mit 1-2 Wohnungen WG mit 3-9 Wohnungen WG mit 10-19 Wohnungen WG mit 20 oder mehr WohnungenSeite 37 von 70 36 Der zu beobachtende Rückgang der Wohngebäude mit drei oder mehr Wohnungen war in allen drei verbleibenden Kategorien sowohl absolut als auch relativ im Jahr 2023, wenn auch gegenüber dem Jahr 2022 nur noch sehr gering ausgeprägt, weiter zu beobachten (siehe Abbildung 33). 4.11. Fertiggestellte Wohngebäude nach Anzahl der Vollgeschosse Im Berichtsjahr 2023 wurden im Bonner Stadtgebiet insgesamt 94 Wohngebäude mit ein oder zwei Vollgeschossen (VG) errichtet (siehe Abbildung 34). Mit rund 70 % lag der gemeinsame Anteil dieser beiden Gebäudekategorien wieder etwas unterhalb des Anteilswerts aus dem Vorjahr. Die Anteile der Wohnungen mit drei und mehr Vollgeschossen konnten im Jahr 2023 wiederum Zugewinne verzeich- nen (siehe Abbildung 35), während sich die Anteile der Wohngebäude mit 5 oder mehr Vollgeschossen rückläufig entwickelten. Abbildung 34: Baufertigstellungen von Bonner Wohngebäuden (WG, absolute Werte) 2018 bis 2023 nach Vollgeschossen (VG) (Quelle: Bundesstadt Bonn) 17 172 28 9 3 0 229 19 176 34 18 18 5 270 17 124 35 5 30 0 211 13 71 20 13 11 9 137 14 92 11 12 5 2 138 21 73 19 14 4 2 135 0 50 100 150 200 250 300 WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG WG insgesamt 2018 2019 2020 2021 2022 2023Seite 38 von 70 37 Abbildung 35: Baufertigstellungen von Bonner Wohngebäuden (WG, prozentuale Anteile) 2018 bis 2023 nach Vollgeschossen (VG) (Quelle: Bundesstadt Bonn) 4.12. Genehmigte/fertiggestellte Neubauwohnungen Wohngebäude28 nach Wohnfläche Bis zum 31.12.2023 hatten sich in der Bundesstadt mit Blick auf die durchschnittliche Wohnfläche29 fertiggestellter Wohnungen im Vergleich zum Vorjahr Veränderungen ergeben, die hauptsächlich in wohnflächenbezogenen Rückgängen mündeten. Mit im Durchschnitt 93 m2 lag der Wohnflächenwert rund 13,1 m2 unter dem Vorjahreswert und war damit um rund -12% niedriger ausgeprägt. Entspre- chende Rückgänge waren auch hinsichtlich der durchschnittlichen Wohnflächenwerte fertiggestellter Wohnungen sowohl im Einfamilien- als auch im Mehrfamilienhaussegment zu konstatieren (siehe Ab- bildung 36), die analog zur Entwicklung im Zusammenhang der durchschnittlichen Zimmeranzahl je Wohneinheit einzuordnen waren. 28 Als Wohngebäude (WG) gilt in diesem Zusammenhang jedes Gebäude, das primär zu Wohnzwecken dient. 29 Die Wohnfläche umfasst im Sinne der Bundeswohnflächenverordnung die Grundfläche der Räume, die ausschließlich zu einer Wohnung gehören. 7% 75% 12% 4% 1% 0% 7% 65% 13% 7% 7% 2% 9% 63% 18% 3% 15% 0% 9% 52% 15% 9% 8% 7% 10% 67% 8% 9% 4% 1% 16% 54% 14% 10% 3% 1% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% WG mit 1 VG WG mit 2 VG WG mit 3 VG WG mit 4 VG WG mit 5 VG WG mit 6 oder mehr VG 2018 2019 2020 2021 2022 2023Seite 39 von 70 38 Abbildung 36: Durchschnittliche Wohnfläche (in m²): Vergleich von Bestand, Neubau und Baugenehmigungen zwischen den Berichtsjahreswerten 2022 und 2023 (Quelle: Bundesstadt Bonn) Die im Berichtsjahr 2023 in der Bundesstadt genehmigten Wohnungen fielen hingegen im Gesamt- durchschnitt kleiner als die im gleichen Bezugszeitraum fertiggestellten Wohnungen aus. Im Einfami- lien- und Mehrfamilienhaussegment waren wiederum Zugewinne zu verzeichnen, insbesondere für genehmigte Einfamilienhäuser in auffällig großem Umfang (siehe Abbildung 36). 106,1 93 72,9 66,8 82,7 176,8 175,6 169,4 199,4 137,8 93,7 82,2 70,8 71,8 72,8 0 50 100 150 200 250 Baufertigstellungen Neubau 2022 Baufertigstellungen Neubau 2023 Baugenehmigungen 2022 Baugenehmigungen 2023 Gebäudebestand Bonn (31.12.2023) Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung insgesamt Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in EFH Durchschnittliche Wohnfläche (in m²) je Wohnung in MFHSeite 40 von 70 39 5. Geförderter Wohnungsbau Der preisgebundene Wohnungsbestand wird in der Bundesstadt Bonn weiterhin primär durch Woh- nungen abgebildet, die über den Abruf von Landesfördermitteln der NRW.BANK errichtet wurden und die für eine bestimmte Zeitdauer entsprechenden Mietpreis- und Belegungsbindungen30 unterliegen. Für die Nutzung öffentlich geförderter Wohnungen ist ein Wohnberechtigungsschein der jeweiligen Einkommensgruppe erforderlich. In Bonn betrug die Bewilligungsmiete für Neubauwohnungen der Einkommensgruppe A (Haushalte, die die entsprechend definierte Einkommensgrenze für den Bezug eines Wohnberechtigungsscheins einhalten) im Förderjahr 2023 7,10 €/m², die der Einkommens- gruppe B (Haushalte, die die Einkommensgrenze um bis zu 40 % überschreiten können) 8,00 €/m² auf die entsprechende Wohnfläche der öffentlich geförderten Wohneinheiten bezogen. Das Bonner Miet- niveau entsprach im öffentlich geförderten Mietwohnungsmarktsegment damit weiterhin dem der Städte Köln, Düsseldorf und Münster. Für den Großteil der übrigen Kommunen in NRW galten im För- derjahr 2023 geringere Bewilligungsmiethöhen. 5.1. Geförderter Wohnungsbestand Wie in den zurückliegenden Wohnungsmarktberichten werden für die Beschreibung der Entwicklung des öffentlich geförderten Segments des Bonner Wohnungsmarktes im Jahr 2023 die von der NRW.BANK für die Bundesstadt veröffentlichten Datengrundlagen31 verwendet. Am 31.12.2023 waren in Bonn insgesamt 10.575 Wohnungen dem öffentlich geförderten Wohnungs- marktsegment zuzuordnen. Diese Summe setzt sich dabei aus mit öffentlichen Fördermitteln des Lan- des Nordrhein-Westfalen errichteten Mietwohnungen, zugangsdifferenziert nach für die jeweiligen Einkommensgruppen A und B zur Verfügung stehenden Wohnungen, und selbst genutztem Wohnei- gentum zusammen, das ebenfalls über entsprechende Fördermittel errichtet oder saniert wurde. Auch im Berichtsjahr 2023 war im Vergleich zum Vorjahreswert wiederum ein Rückgang von Wohneinheiten im Bestand des öffentlich geförderten Wohnungsmarktsegments der Bundesstadt zu verzeichnen. Die- ser war mit -90 Wohneinheiten jedoch geringer ausgeprägt als der noch im Vorjahr zu beobachtende Rückgang (-207 Wohneinheiten). Die Abnahme im Jahr 2023, hauptsächlich getragen von aus der Bin- dungen fallenden, öffentlich geförderten Wohnungen, entspricht dabei einem relativen Rückgang von rund -0,8 %, der damit ebenfalls leicht geringer als noch im Berichtsjahr 2022 (-2,0 %) ausfiel. Die Ge- samtzahl von 10.575 Wohnungen im öffentlich geförderten Segment markierte im Jahr 2023, bezogen 30 Bei Förderungen vor dem 31.12.2002 bis zur planmäßigen Ablösung der Darlehen, bzw. 10 Jahre nach vorzeitiger, außer- planmäßiger Rückzahlung; bei Förderungen ab dem 01.01.2003 laut Wohnraumförderbestimmungen NRW 20, 25 oder 30 Jahre. 31 Die von der NRW.BANK erfassten Daten können dabei von den kommunalen Daten abweichen, stellen aber eine bezugsfä- hige öffentliche Datenquelle dar.Seite 41 von 70 40 auf den Zeitreihenvergleich seit 2018, nunmehr einen neuen Tiefstwert. Gleiches galt 2023 dabei für den Anteil öffentlich geförderten Wohnraums am Bonner Wohnungsgesamtbestand, der mit nunmehr 5,94 % im Berichtsjahr 2023 einmal mehr den niedrigsten Wert im Zeitreihenvergleich einnahm (siehe Abbildung 37). Abbildung 37: Gesamtbestand geförderter Wohnungen und Anteil am Gesamtwohnungsbestand in Bonn (2018-2023, Quelle: NRW.BANK, Darstellung: Bundesstadt Bonn) 11.359 11.228 10.804 10.872 10.665 10.575 6,58% 6,45% 6,17% 6,16% 6,02% 5,94% 5,60% 5,80% 6,00% 6,20% 6,40% 6,60% 6,80% 10.000 10.200 10.400 10.600 10.800 11.000 11.200 11.400 11.600 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Geförderte Wohneinheiten insgesamt Anteil geförderte Wohnungen am WohnungsbestandSeite 42 von 70 41 Abbildung 38: Entwicklung geförderter Wohnungsbestand differenziert nach Wohnungstypen (2018-2023,Quelle: NRW.BANK, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Nahezu unverändert fiel im Jahr 2023 auch der Entwicklungstrend die Struktur des öffentlich geförder- ten Wohnraums betreffend aus. Für das aktuelle Berichtsjahr machte der Anteil geförderten Miet- wohnraum für die Einkommensgruppe A mit rund 94 % wieder den Hauptanteil aus, 1 % entfiel auf Wohnraum für die Einkommensgruppe B. Auf mit öffentlichen Fördermitteln errichtetes, selbst ge- nutztes Wohneigentum entfiel auf die restlichen 5 % (siehe Abbildung 38). Wenngleich damit die pro- zentualen Anteile (gerundet) nahezu die Vorjahreswerte aus dem Berichtsjahr 2022 einnehmen, ist mit Blick auf die absoluten Werteverschiebungen auffällig, dass die Anzahl der Wohneinheiten für die Ein- kommensgruppe B erstmalig seit 2019 wieder zugenommen hat. Der Rückgang der absoluten Anzahl an Wohneinheiten in selbst genutztem, öffentlich gefördertem Wohneigentum sowie der Rückgang der Wohneinheitenanzahl für die Einkommensgruppe A im Jahr 2023 folgte hingegen dem seit Beginn der Zeitreihenbetrachtung mit leichten Schwankungen bestehenden Entwicklungstrend. 10.318 10.391 10.065 10.192 10.031 9.940 220 106 106 92 80 118821 731 633 588 554 517 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Mietwohnungen (Einkommensgruppe A) Mietwohnungen (Einkommensgruppe B) Selbstgenutztes WohneigentumSeite 43 von 70 42 5.2. Wohnungssuchende Haushalte Abbildung 39: Summe aller wohnungssuchender Haushalte und Wohnungssuchende je 100 preisgebundener Mietwohnungen in Bonn (2018-2023, Quelle: NRW.BANK) Auch im Jahr 2023 war die Anzahl der wohnungssuchenden Haushalte mit Wohnberechtigungsschein in Bonn weiter angestiegen. Absolut betrachtet hatte ihre Anzahl damit seit 2018 um rund 31 % und im Vergleich zum Vorjahreswert wiederum um 12 Prozent zugenommen. Mit 3.666 Haushalten im Jahr 2023 war sie seit 2018 um +885 Haushalte gewachsen, im Vergleich zum Wert aus dem Jahr 2022 um +352 wohnungssuchende Haushalte entspricht (siehe Abbildung 39). Die Anzahl der wohnungssuchen- den Haushalte je 100 preisgebundener Wohnungen erreichte entsprechend mit 36 Haushalten auch im Förderjahr 2023 einen neuen Höchstwert. 2.781 2.939 2.797 3.172 3.314 3.666 26 28 27 31 33 36 24 26 28 30 32 34 36 38 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 3.500 4.000 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Summe aller wohnungssuchenden Haushalte Wohnungssuchende Haushalte je 100 preisgebundene MietwohnungenSeite 44 von 70 43 5.3. Bewilligte geförderte Wohneinheiten und Fördermittel Im Förderjahr 2023 wurden für Bonn, bezogen auf den Vorjahreswert, für die Errichtung von öffentlich geförderten Wohneinheiten in deutlich umfangreichem Maß Mittel der Wohnraumförderung Nord- rhein-Westfalens bewilligt. Mit nunmehr 351 Wohneinheiten fiel ihre Anzahl 2023 um mehr als 50 % höher aus, als noch im Jahr 2022. Die abgerufenen Fördermittel für die 351 Wohneinheiten verteilten sich dabei auf 295 bewilligte Neubauwohnungen und 27 modernisierte Wohneinheiten (siehe Abbil- dung 40). Im Eigentumssegment waren im Jahr 2023 in Bonn 29 Wohneinheiten Gegenstand der Wohnraumförderung. Der Anteil der über Fördermittel realisierte Neubauwohnungen sowie der be- willigten Eigentumsmaßnahmen nahm damit im Vergleich zum vorangegangenen Jahr augenscheinlich zugunsten des Anteils bewilligter Modernisierungen von Wohneinheiten wieder zu. Abbildung 40: Anzahl der Wohnungen für die Maßnahmen aus Mitteln der Wohnraumförderung NRW bewilligt wurden (2018- 2023, Quelle: NRW.BANK, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Mit dem deutlichen Anstieg des Umfangs geförderter Wohneinheiten stieg auch das Gesamtvolumen der bewilligten Wohnraumfördermittel im Jahr 2023 für die Bundesstadt an. Mit 70.759.000 € fiel die- ser Umfang in Bonn im Jahr 2023 fast doppelt so hoch wie im Vorjahr aus und erreichte im Zeitreihen- vergleich seit 2018 einen neuen Höchstwert (siehe Abbildung 41). Im Förderjahr 2023 entfielen auf geförderte Eigentumsmaßnahmen dabei insgesamt 5.340.000 €, 2.404.000 € auf die Modernisierung von Mietwohnungen und der Großteil der Fördermittel mit 63.015.000 € auf den Neubau von geför- derten Mietwohnungen. 107 13 135 66 165 295 17 32 41 49 34 27 6 3 1 1 4 29 0 50 100 150 200 250 300 350 400 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Bewilligte Neubauwohnungen Bewilligte Modernisierungen Bewilligte EigentumsmaßnahmenSeite 45 von 70 44 Abbildung 41: Bewilligte Wohnraumfördermittel NRW differenziert nach Verwendungszweck (2018-2023, Quelle: NRW.BANK, Darstellung: Bundesstadt Bonn) 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Eigentumsmaßnahmen 970.000 465.000 140.000 146.000 662.000 5.340.000 Modernisierung Mietwohnungen 789.000 1.656.000 2.234.000 3.811.000 3.781.000 2.404.000 Neubau Mietwohnungen 13.575.000 1.738.000 18.752.000 9.432.000 33.716.000 63.015.000 0 10.000.000 20.000.000 30.000.000 40.000.000 50.000.000 60.000.000 70.000.000 Neubau Mietwohnungen Modernisierung Mietwohnungen EigentumsmaßnahmenSeite 46 von 70 45 5.4. Auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen in NRW und Bonn Abbildung 42: Anteil preisgebundener Mietwohnungen in der Nachwirkungsfrist an allen preisgebundenen Mietwohnungen in NRW (2023, Quelle: NRW.BANK 2024: Wohnungsmarkt Nordrhein-Westfalen – Analysen Preisgebundener Wohnungsbe- stand 2023, S.4, https://www.nrwbank.de/export/.galleries/downloads/Research/NRW.BANK_Preisgebundener_Wohnungs- bestand-2023.pdf, zuletzt abgerufen am 22.11.2024) Im Förderjahr 2023 waren in Nordrhein-Westfalen weniger außerplanmäßige Tilgungen von Darlehen für die jeweiligen, unter Fördermittelabruf im öffentlich geförderten Segment errichteten Wohnun- gen32 zu verzeichnen, als noch im vorangegangenen Jahr. Dieser Umstand hat die Zunahme der aus der öffentlich geförderten Bindung fallenden Wohneinheiten in den vergangenen Jahren leicht dämpfen können. Dennoch war auch auf nordrhein-westfälischer Ebene ein anhaltender Rückgang des öffent- lich geförderten Wohnungsbestands zu verzeichnen. Dieser Rückgang ist dabei hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass der regional sehr unterschiedlich ausgeprägte Neubau geförderter Wohnungen den Bestandsrückgang aufgrund aus der Bindung fallender, öffentlich geförderter Wohneinheiten nicht kompensieren konnte. Die Daten der NRW.BANK-Wohnraumförderung ließen für den Bonner Anteil der in der Nachwirkungs- frist33 befindlichen, preisgebundenen Mietwohnungen, bezogen auf den preisgebundenen Gesamtbe- stand, im vergleichenden Blick mit anderen NRW-Kommunen für das Jahr 2023 keine deutlichen An- teilsverschiebungen erkennen. Die Bundesstadt Bonn war, wie bereits im Vorjahr, auch im Förderjahr 32 Mietwohnungen, die mit Mitteln der Wohnraumförderung Nordrhein-Westfalen errichtet werden, unterliegen grundsätz- lich sowohl einer zeitlich befristeten Mietpreis- als auch einer Belegungsbindung. 33 Die Nachwirkungsfrist ist dabei eine Belegungs- und Mietbindung bei öffentlich geförderten Mietwohnbauten und stellt sicher, dass die Zweckbindung öffentlich geförderter Wohnungen auch dann noch nachwirkt, wenn die als Darlehen bewillig- ten Fördermittel freiwillig vorzeitig zurückgezahlt wurdenSeite 47 von 70 46 2023 der leicht gehobenen Durchschnittskategorie von mehr als 40 % bis 50 % zuzuordnen (siehe Ab- bildung 42). Die nordrhein-westfälischen Nachbarkommunen Siegburg (Anteilskategorie mehr als 50 % und bis 60 %) und Troisdorf (Anteilskategorie mehr als 60 %) übertrafen in diesem Zusammenhang den Wert der Bundesstadt Bonn im Förderjahr 2023 wie bereits im Vorjahr. Ebenfalls wiesen weiterhin Großstädte wie Aachen, Mönchengladbach oder Hamm und viele Kommunen in Ostwestfalen-Lippe oder aber im Hochsauerlandkreis Anteile von mehr als 50 % auf und lagen damit ebenfalls über dem Bonner Anteilswert. 6. Grundstücks- und Immobilienmarkt Auch für das Berichtsjahr 2023 wurde für die Beschreibung der Entwicklungen auf dem Bonner Grund- stücks- und Immobilienmarkt der Grundstücksmarktbericht der Bundesstadt Bonn als Grundlage ver- wendet, der jährlich durch den Gutachterausschuss für Grundstückswerte herausgegeben wird34. Aus- führlichere Erläuterungen zum Grundstücksmarktbericht können dem Bericht selbst oder dem Woh- nungsmarktbericht aus dem Jahr 2021 (Berichtsjahr 2020) entnommen werden. Die Auswertungen, die die Darstellung der Entwicklung der Angebotsmieten auf dem Bonner Wohnungsmarkt zum Inhalt haben, basieren weiterhin auf der Value AG-Preisdatenbank, die auf die Verarbeitung, Analyse und Bereitstellung von Immobilienmarktdaten und -informationssystemen spezialisiert ist35. Die Auswer- tung der Datenbank erfolgt primär durch die Statistikstelle der Bundesstadt Bonn und wird für unter- schiedliche Verwendungszwecke aufbereitet. 34 https://www.bonn.de/microsite/gutachterausschuss/produkte/Grundstuecksmarktbericht.php 35 Erläuterungen zur Preisdatenbank siehe Kapitel 4.2.Seite 48 von 70 47 Abbildung 43: Entwicklung der Preisindizes für Eigentumswohnungen differenziert nach Kreistypen (2016-2023, Quelle: Sta- tistisches Bundesamt 2024, https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirtschaft/Preise/_Grafik/_Interaktiv/wohnimmobilien-ei- gentumswohnungen.html, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) Die nahezu seit 2015 anhaltende Aufwärtsbewegung für Eigentumswohnungen-Preisindizes für die in Abbildung 43 dargestellten Kreistypen fand für die meisten Kreise ihren vorläufigen Höhepunkt zwi- schen dem zweiten und dritten Quartal 2022, um über den Verlauf des Jahres 2023 mit unterschiedlich stark ausgeprägten Schwankungen wieder abzuflachen. Zwischen dem jeweils vierten Quartal des Jah- res 2022 sowie des Jahres 2023 war das Absinken des Preisindizesniveaus in den sieben größten deut- schen Metropolen (-11,7 Indexpunkte) am stärksten geprägt, aber auch in ländlichen Kreisen mit Ver- dichtungsansätzen (-10,8 Indexpunkte) sowie in städtischen Kreisen (-10,5 Indexpunkte) stark ausge- prägt. In kreisfreien Großstädten36, denen auch Bonn zuzuordnen ist, sank der Preisindex im gleichen Zeitraum um -6,9 Indexpunkte ab, während dünn besiedelte ländliche Kreise mit -3,8 Indexpunkten das niedrigste Rückgangsniveau aufwiesen. 6.1. Anzahl der Verträge / Kauffälle Auf dem Bonner Grundstücksmarkt waren im Verlauf des Jahres 2023 2.135 Kauffälle, die sich über 1.953 Beurkundungen ergaben, zu verzeichnen. Wie bereits im Vorjahr wies die Auswertung aller Un- terlagen zu Kauffällen, die dem Gutachterausschuss von Notaren, Amtsgerichten, der Enteignungsbe- hörde und der Umlegungsstelle für das Jahr 2023 zur Verfügung gestellt wurden, rückläufige Tenden- zen für alle in Abbildung 44 dargestellten Grundstücksmarktsegmente aus. Entsprechend schrumpfte die Gesamtanzahl aller im Jahr 2023 registrierten Kauffälle, verglichen mit dem Vorjahreswert um - 36 Zu kreisfreien Großstädten zählen in dieser Auswertung Städte mit mehr als 100.000 Einwohner*innenSeite 49 von 70 48 12,2 %. Bei der genaueren Betrachtung der Grundstücksmarktsegmente fiel der Rückgang von Kauffäl- len unbebauter Grundstücke mit -19 % besonders deutlich auf. Abbildung 44: Langfristige Entwicklung verschiedener Kauffallzahlen in Bonn zwischen 2010 und 2023 (Quelle: Grundstücks- marktbericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktberichte/Grundstuecksmarktbe- richt-2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.2. Flächenumsatz unbebauter Grundstücke37 Bis zum Ende des Jahres 2023 betrug der Umsatz von baureifem Land in Bonn 8,3 ha und war damit im Vergleich zum Vorjahr um -7,3 ha gefallen, was einem Rückgang um fast die Hälfte entsprach und im Zeitreihenvergleich den niedrigsten Flächenumsatzwert seit 2014 bedeutete. Mit rund 30 % fiel der Anteil von baureifem Land am gesamten Bonner Flächenumsatze um 26 Prozentpunkte niedriger als noch im Jahr 2022 aus. Der Umfang des umgesetzten Rohbaulands hatte sich hingegen im Jahr 2023 37 Die Situation auf dem Teilmarkt der unbebauten Grundstücke wird neben der Zahl der Kauffälle auch durch den während eines Jahres erzielten Flächen- und Geldumsatz wiedergegeben. Die folgenden Diagramme zeigen die Veränderungen dieser Umsätze seit 2014 für baureifes Land, Rohbauland und Bauerwartungsland. Nicht dargestellt ist der Umsatz für Flächen, de- nen im Zuge der Kaufvertragsauswertung kein Entwicklungszustand (z.B. Verkehrsflächen) zugeordnet wurde (in 2023 0,5 ha)Seite 50 von 70 49 mit einem Wert von 2,6 ha, verglichen mit 2021, um 44 % gesteigert. Der Umsatz von Bauerwartungs- land war mit insgesamt 0,2 ha umfangsbezogen nahezu unverändert geblieben. Abbildung 45: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes unbebauter Grundstücke in Bonn zwischen 2014 und 2023 (Quelle: Grundstücksmarktbericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktbe- richte/Grundstuecksmarktbericht-2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.3. Flächenumsatz bebauter Grundstücke Der Flächenumsatz bebauter Grundstücke, differenziert nach Grundstücken mit Ein- und Zweifamili- enhäusern sowie Grundstücken mit Mehrfamilienhaus- und Mischobjektbebauung, konnte im Jahr 2023 wieder Zugewinne verzeichnen und steigerte sich um rund 23 % auf 46,7 ha. Während der Flä- chenumsatz der Grundstücke mit Ein- und Zweifamilienhausbebauung in 2023 mit 21 ha den Wert aus dem Vorjahr hielt, wurde der Zugewinn des Flächenumsatzes bebauter Grundstücke insgesamt durch den Sprung des Grundstückumsatzes von Mehrfamilienhaus- und Mischobjekten verursacht. Mit 13 ha hatte er seinen Vorjahreswert um 30 % übertroffen.Seite 51 von 70 50 Abbildung 46: Langfristige Entwicklung des Flächenumsatzes bebauter Grundstücke zwischen 2017 und 2023 (Quelle: Grund- stücksmarktbericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktberichte/Grundstuecks- marktbericht-2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.4. Geldumsatz unbebauter Grundstücke Auch im Jahr 2023 hatte sich der Gesamtumsatz unbebauter Grundstücke wie bereits im vorherigen Berichtsjahr rückläufig entwickelt, blieb mit 81,8 Mio. € und einem Minus von rund -7% aber hinter dem Rückgang aus dem vorherigen Jahr zurück. Im Zusammenhang der differenzierten Auswertung der Bonner Grundstücksmarktsegmente entfiel der überwiegende Teil des Geldumsatzes unbebauter Grundstücke mit 72,4 Mio. €zum Großteil auf das Marktsegment „Baureifes Land“. Der Anteil des Geld- umsatzes für Rohbauland erhöhte sich mit 7,3 Mio. € um rund +46 %. Der Geldumsatz für Bauerwar- tungsland hielt hingegen mit 0,5 Mio. € nahezu seinen Umfang aus dem Jahr 2022 (0,4 Mio. €).Seite 52 von 70 51 Abbildung 47: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes unbebauter Grundstücke zwischen 2014 und 2023 (Quelle: Grund- stücksmarktbericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktberichte/Grundstuecks- marktbericht-2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.5. Geldumsatz bebauter Grundstücke Auch im Marktsegment der bebauten Grundstücke (ohne Wohnungs- und Teileigentum) ging der Ge- samtumsatz im Jahr 2023 zurück. Mit einem Umfang von 708 Mio. € war ein Rückgang von rund -6 % zu verzeichnen. Differenziert nach Grundstücken mit Ein- und Zweifamilienhausbebauung war 2023 ein Geldumsatzvolumen bei entsprechenden Kauffällen von 266 Mio. € zu verzeichnen (rund -13 % im Vergleich zum Vorjahrswert). Für Grundstücke mit Mehrfamilienhäusern und Mischobjekten (rund - 24,1 % im Vergleich zum Vorjahrswert) war im Vergleich zum Vorjahr nur noch ein sehr geringer Rück- gang von -1,5 % festzustellen, entsprechend erreichte der Geldumsatz in diesem Segment mit 254 Mio. € fast den Wert aus dem Vorjahr (siehe Abbildung 48). Im Vergleich zum vorherigen Berichtsjahr war, bezogen auf den Geldumsatz bebauter Grundstücke, hinsichtlich der Marktaktivität somit ein Um- schwenken auf das Teilsegment mit Mehrfamilienhäusern bebauter Grundstücke zu beobachten.Seite 53 von 70 52 Abbildung 48: Langfristige Entwicklung des Geldumsatzes bebauter Grundstücke in Bonn zwischen 2017 und 2023 (Quelle: Grundstücksmarktbericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktberichte/Grundstu- ecksmarktbericht-2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.6. Indexreihe für Baulandpreise Nachdem bereits für das Berichtsjahr 2022 erstmals seit vielen Jahren eine Trendumkehr für die Baulandpreis-Indexreihe der Bundesstadt zu konstatieren war, lässt sich aus Abbildung 49 auf für das Jahr 2023 eine erneute Trendentwicklung ablesen. Während der Preisindex für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke weiterhin stagnierte, fiel der Preisindex für Bonner Mehrfamilienhausgrundstücke durch ein deutliches Sinken auf ein Niveau ab, das er zuletzt Mitte 2020 eingenommen hatte.Seite 54 von 70 53 Abbildung 49: Entwicklung der Indexreihen von Baulandpreisen in Bonn zwischen 2006 und 2023 (Quelle: Grundstücksmarkt- bericht Bonn 2024, https://www.bonn.de/medien-global/amt-62/grundstuecksmarktberichte/Grundstuecksmarktbericht- 2024.pdf, zuletzt abgerufen am 03.01.2025) 6.7. Entwicklung der Angebotsmieten38 Für das Jahr 2023 war die durchschnittliche Kaltmiete inserierter Bestands- und Neubauwohnungen in Bonn mit 12,58 €/m² zu beziffern 39. Das entsprach einem Zuwachs von 0,54 €/m², der mit einem pro- zentualen Zugewinn von +4,5 % damit wieder etwas geringer als noch im vorherigen Berichtsjahr 2022 ausfiel (+5 %). Verglichen mit Entwicklung der Verbraucherpreisindizes im Jahr 2023 lag die Angebots- mietspreisentwicklung damit dennoch direkt über der Entwicklung der Verbraucherpreisindizes (siehe 38 Angebotsmieten basieren auf veröffentlichten Inseraten aus Immobilienplattformen und Internet-Angeboten von Tages- zeitungen für Erst- und Wiedervermietungen von Wohnungen. Sie stellen nur einen kleinen Teil des gesamten Mietmarktes dar und liegen in der Regel über den Miethöhen langfristig bestehender Mietverhältnisse (Bestandsmieten); Quelle: Value AG Marktpreisdatenbank 39 Nicht berücksichtigt werden: - Wohnungen in Wohnheimen und sonstigen Einrichtungen, die nicht dem freien Wohnmarkt zur Verfügung stehen, sofern diese identifiziert werden können. - Wohnungen mit weniger als 25 m² oder mehr als 175 m² anrechenbarer Mietfläche. Beide Fälle sind im Mietwohnmarkt selten, und es handelt sich i. d. R. um Ausreißer mit eher außergewöhnlichen Konditionen, wenn nicht gar um fehlerhafte Datensätze. Da der Quadratmeterpreis von Wohnungen mit zunehmender Größe sinkt, können solche Sonderfälle das Er- gebnis verzerren. - Angebote, die einen Wohnungsberechtigungsschein voraussetzen (Geförderter Wohnraum). Diese sind definitionsgemäß auf eine Untergruppe der Wohnungssuchenden begrenzt und stehen nicht dem freien Markt zur Verfügung. Bei der Analyse ist gleichwohl zu berücksichtigen, dass für auf günstigere Mieten angewiesene Wohnungssuchende zusätzliche Angebote zur Verfügung stehen.Seite 55 von 70 54 2.2) 40. Wie bereits zuvor im zurückliegenden Berichtsjahr 2022 ließ sich die steigende Angebotsmiet- preisentwicklung für das Jahr 2023 sowohl in allen Wohngrößenklassen als auch über alle Bonner Stadtbezirke verteilt beobachten. Abbildung 50: Entwicklung der Bonner Angebotsmieten zwischen 2015 und 2023 (Quelle: Value AG, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Bei der Betrachtung des Kaltmietenunterschieds zwischen Bestands- und Neubauwohnungen war im Jahr 2023 eine leichte Trendumkehr festzustellen. Inserierte Bestandswohnungen verteuerten sich im Beobachtungszeitraum bis zum 31.12.2023 mit 3,8 % weniger stark als Neubauwohnungen mit 6,9 %41, entsprechend erhöhte sich die Differenz zwischen diesen beiden Wohnungsmarktsegmenten wieder. Nachdem im Jahr 2021 im Mietwohnungsneubau bereits durchschnittliche Angebotsmietpreise über 13 €/m²- zu verzeichnen waren und im Folgejahr 2022 erstmals das Überschreiten von 14 €/m² zu beobachten war, wurde im Jahr 2023 in diesem Wohnungsmarktsegment auch die 15 €/m2-Grenze erstmals überschritten. Die durchschnittliche Miete für inserierte, neu gebaute Mietwohnungen belief sich im Jahr 2023 schlussendlich auf 15,04 €/m² (siehe Abbildung 50). 40 Quelle: Verbraucherpreisindex NRW (IT.NRW) 41 Die Aussagekraft der Daten zur Neubaumietenentwicklung war aufgrund der geringen Fallzahl in diesem Segment aber wie bereits im Vorjahr als eingeschränkt zu bewerten. 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Durchschnittliche Kaltmiete in € pro m² 9,15 € 9,44 € 9,77 € 10,15 € 10,51 € 10,96 € 11,45 € 12,04 € 12,58 € im Bestand 9,01 € 9,32 € 9,63 € 10,01 € 10,33 € 10,85 € 11,28 € 11,90 € 12,35 € im Neubau 11,09 € 10,87 € 11,36 € 11,87 € 12,46 € 12,91 € 13,79 € 14,07 € 15,04 € 8,50 € 9,50 € 10,50 € 11,50 € 12,50 € 13,50 € 14,50 € 15,50 € Durchschnittliche Kaltmiete in € pro m² im Bestand im NeubauSeite 56 von 70 55 Abbildung 51: Entwicklung der Bonner Mietwohnungsangebote nach Preiskategorien [€/m2] (2015-2023, Anteile in %, Quelle: Value AG 2024, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Eine eindeutige Trendfortentwicklung war 2023 wiederum bei der Betrachtung der Bonner Mietpreis- stufenentwicklung festzustellen. So entfielen im Berichtsjahr 2023 nur noch 6,8 % aller inserierten Wohnungsangebote auf die Preiskategorien „unter 7,5 €/m²“ und „7,5 €/m² bis < 9 €/m²“ (siehe Abbil- dung 51). Gleichzeitig war ein weiter anhaltender Anstieg der obersten Preiskategorie („11,00 € und mehr“) zu beobachten, die im Jahr 2023 mit 66,5 % die deutliche Mehrheit aller Bonner Mietwoh- nungsinserate umfasste. 14,9% 11,3% 7,8% 4,9% 3,9% 3,2% 2,1% 1,4% 1,3% 36,0% 32,4% 29,8% 24,6% 20,2% 15,5% 10,2% 7,3% 5,5% 35,2% 38,9% 39,1% 41,9% 40,5% 39,0% 36,8% 29,1% 26,7% 13,9% 17,5% 23,3% 28,7% 35,5% 42,3% 50,9% 62,2% 66,5% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 unter 7,50 7,50 bis < 9,00 9,00 bis < 11,00 11,00 und mehrSeite 57 von 70 56 6.8. Exkurs II: Regionale Einbettung des Bonner Grundstücksmarktes im Jahr 2024 Abbildung 52: Bodenrichtwerte in Bonn und NRW-Anrainerkommunen 2024 (Quelle: BoRIS.NRW, Darstellung: Bundesstadt Bonn) Gleichwohl zum 01.01.2024 verglichen mit den Vorjahreswerten (zum 01.01.2023) sowohl in der Bun- desstadt als auch in den umliegenden nordrhein-westfälischen Nachbarkommunen so gut wie keine Bodenrichtveränderungen stattgefunden hatten, stellt die regionale Betrachtung des Grundstücks- marktes, insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Grundstücksmarkt dem Wohnungsmarkt vorge- lagerten ist, auch in diesem Wohnungsmarktbericht ein Exkurs-Kapitel dar. Anders als in den Vorjahren ist in Abbildung 52 für den diesjährigen Wohnungsmarktbericht der Bundesstadt Bonn keine farbliche Zuordnung von bodenrichtwertbezogenen Preisentwicklungskategorien abgebildet, weil sich zwischen dem 01.01.2023 und dem 01.01.2024 nahezu42 keine Bodenrichtwertveränderungen ergeben haben. 42 Lediglich in Bonn mit nunmehr 910 €/m2 (-10 €/m2) im Vergleich zum Bodenrichtwert des Vorjahres, in Königswinter mit 620 (+ 30€/qm) und Eitorf mit 380 (+20€/m2) waren minimale Bodenrichtwertveränderungen zu beobachten.Seite 58 von 70 57 Auch für das Jahr 2023 war, wie bereits in den Vorjahren, festzustellen, dass in keiner der in Abbildung 52 dargestellten, nordrhein-westfälischen Nachbarkommunen ein ähnlich hohes Bodenrichtwertni- veau für unbebaute, baureife und erschließungsbeitragsfreie Grundstücke für den individuellen Woh- nungsbau in guter Lage vorlag, wie in der Bundesstadt Bonn. 7. Ausblick auf Bautätigkeiten in 2024 Auf der Grundlage der für das Jahr 2023 erstellten Bonner Baustatistik43 lassen sich über die in diesem Zusammenhang ausgewerteten Daten zu Bauüberhängen44, in Verbindung mit den Angaben zu Bau- genehmigungen, schätzungsweise Annahmen bezüglich etwaiger zukünftiger Bautätigkeiten treffen. Die Daten zum Bauüberhang in der Bundesstadt umfassen dabei grundsätzlich alle bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen. Die Betrachtung des reinen Bonner Bauüberhangs45 lässt dabei aber keinen eindeutig belastbaren Rückschluss auf den genauen Umfang von in Kürze zu erwartenden Baufertigstellungen zu. So können gültige Baugenehmigungen beispielsweise verworfen werden oder hinfällig geworden sein oder sich im Fall einer Genehmigung mehrerer Planungen für ein Gebiet mitunter gegenseitig ausschließen. Abbildung 53: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2022 (175 Neubau-Wohngebäude insgesamt, Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 54: Baugenehmigungen von Wohngebäuden in 2023 (165 Neubau-Wohngebäude insgesamt, Quelle: Bundesstadt Bonn) 43 Die Baugenehmigungsstatistik der Statistikstelle der Bundesstadt Bonn umfasst die Gesamtheit aller bewilligten Baumaß- nahmen des Vorjahres. 44 Der Bauüberhang umfasst die Gesamtheit aller bewilligten, aber noch nicht abgeschlossenen, Baumaßnahmen. Baugeneh- migungen verfallen in NRW im Regelfall nach 3 Jahren ohne Baubeginn (bzw. nach einjährigem Baustopp), können aber ver- längert werden. 45 Anzahl der ausstehenden Neubau-Wohngebäude ohne Wohnheime 86; 49% 41; 23% 35; 20% 13; 8% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 78; 47% 46; 28% 32; 19% 9; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr WohnungenSeite 59 von 70 58 Analog zur bereits dargestellten Entwicklung in Kapitel 4 war im Verlauf des Berichtsjahres 2023 in der Bundesstadt mit 165 genehmigten Wohngebäuden ein erneuter Rückgang (Vorjahreswert 175 genehmigte Wohngebäude) des gebäudebezogenen Baugenehmigungsvolumens festzustellen. Mit Blick auf die größenbezogene Zusammensetzung der Wohngebäudegenehmigungen 2023 war zu beobachten, dass der Anteil der Wohngebäude mit ein oder zwei Wohnungen geringer als im Vorjahr ausfiel. Dieser stellte mit nunmehr 47 % damit immer noch die überwiegende Mehrheit aller genehmigter Wohngebäude. Während 2023 in der Kategorie der Wohngebäude „mit 3 bis 9 Wohnungen“ im Vergleich zum Vorjahresanteil wiederum ein Plus von 5 Prozentpunkten zu verzeichnen war, gingen die Anteile der Wohngebäudekategorien „mit 10 bis 19 Wohnungen“ sowie „mit 20 oder mehr Wohnungen“ leicht zurück (siehe Abbildung 53 und Abbildung 54). Der Bauüberhang belief sich 2023 in Bonn auf 496 Wohngebäude, was verglichen mit dem Vorjahres- wert einem Zuwachs von rund 4 % entspricht. Im Zusammenhang der größendifferenzierten Betrach- tung des Bonner Bauüberhangs ergab sich im Berichtsjahr 2023 in der Kategorie von Wohngebäuden „mit 1 oder 2 Wohnungen“ anteilsbezogen ein Rückgang von 6 Prozentpunkten, der einem Abbau des Bauüberhangvolumens von 20 ausstehenden Neubau-Wohngebäuden entspricht. Alle weiteren Wohngebäudekategorien konnten hingegen leichte Zugewinne verzeichnen (siehe Abbildung 55 und Abbildung 56). Abbildung 55: Bauüberhang 2022 (476 ausstehende Neubau-Wohngebäude insgesamt, Quelle: Bundesstadt Bonn) Abbildung 56: Bauüberhang 2023 (496 ausstehende Neubau-Wohngebäude insgesamt, Quelle: Bundesstadt Bonn) 246; 52%127; 27% 73; 15% 30; 6% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr Wohnungen 226; 46% 145; 29% 89; 18% 32; 7% mit 1 oder 2 Wohnungen mit 3 bis 9 Wohnungen mit 10 bis 19 Wohnungen mit 20 oder mehr WohnungenSeite 60 von 70 59 Mit Blick auf die zu erwartenden Bautätigkeiten im öffentlich geförderten Wohnungsmarktsegment ist anzuführen, dass den aktuellen Vorgaben des Bonner Baulandmodells entsprechend bei allen Woh- nungsbauvorhaben ab einem Schwellenwert von 20 Wohneinheiten, beziehungsweise ab einer Brut- togrundfläche (BGF) von 2.100 m2, für welche neues Planungsrecht geschaffen wird, 50 % der BGF Wohnen im geförderten Wohnungsbau errichtet werden (siehe DS-Nr. 220278). Bei Vorhaben mit 8 bis 20 Wohneinheiten oder einer Mindest-BGF von 850 m2 müssen 40% der BGF Wohnen als geförder- ter Wohnungsbau errichtet werden, jeweils mindestens 75 % des geförderten Wohnungsbaus müssen dabei für die Einkommensgruppe A entstehen. Öffentlich geförderter Wohnungsbau wird dabei in der Regel überwiegend im Geschosswohnungsbau realisiert (siehe Kapitel 5.1). Das Bonner Baulandmodell greift somit immer dann, wenn vorhabenbezogene Bebauungspläne entwickelt werden. Bestandsver- änderungen, die auf dem Bonner Wohnungsmarkt außerhalb dieser Verfahren realisiert werden, sind von den Vorgaben des Bonner Baulandmodell entsprechend nicht umfasst. Die Wirkkraft des Bonner Baulandmodells ist zudem abhängig von der Entwicklung der Förderbedingungen und der zur Verfü- gung gestellter Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen ist. Auch bis zum Ende des Jahres 2023 galt aufgrund der Verfahrens
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:24 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de