242330 · Große Anfrage
SPD Bezirksfraktion Bad Godesberg: Hochwasserentlastung am Godesberger Bach (zu DS 220077)
Kerndaten
- Nummer
- 242330
- Art
- Große Anfrage
- Veröffentlicht
- 08.01.2025
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
Dateien
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Große Anfrage öffentlich 242330 Fragesteller/in: SPD Bezirksfraktion Bad Godesberg Dr. Uli Barth 8.1.2025, gez. Wenzel SPD Bezirksfraktion Bad Godesberg: Hochwasserentlastung am Godesberger Bach (zu DS 220077) Beratungsfolge Bezirksvertretung Bad Godesberg 29.01.2025 Kenntnisnahme Fragestellung Die Verwaltung wird um die Beantwortung der nachfolgenden Fragen gebeten: 1. Welche Maßnahmen hat die Stadtverwaltung zur Untersuchung der von den politischen Gremien in DS 220077 beauftragten Variante A ergriffen? 2. Welche Erkenntnisse konnten dabei gewonnen werden? Insbesondere: a. Was ist erforderlich, um die Abflussleistung des Godesberger Bachs im Villenviertel auf das nötige Maß zu steigern? b. Welche Engpässe bestehen und wie können diese beseitigt werden (Aufweitung der problematischen Durchlässe, weitere Verrohrungen etc.)? Welche Schritte wären zur Umsetzung erforderlich, wie hoch die damit verbundenen Kosten? 3. Welche Erkenntnisse hat die Stadtverwaltung bei der Untersuchung der von den politischen Gremien beauftragten ergänzenden Retentionsmaßnahmen im Marienforster Tal gewonnen? Insbesondere: a. Was hat die Prüfung zu Buchstabe d) der DS 220077 (Bau von Rückhalteanlagen bei dem Gut Marienforst und bei der Straßenquerung Fuderbachsweg an der Wattendorfer Mühle) ergeben? Welche Speichervolumen sind möglich und wären diese geeignet, um die Spitzen von Niederschlagsereignissen zurückzuhalten, die ansonsten zu Überflutungen (auch jenseits von HQ100) führen würden? b. Ist es möglich, Rückhaltebauwerke sicher zu gestalten, beispielsweise durch Einhaltung der anerkannten Regeln der Technik sowie der einschlägigen Normen?Seite 1 von 3 Seite 2 Begründung Das Tiefbauamt berichtet in der Mitteilungsvorlage „Hochwasserschutz Godesberger Bach – Arbeitsstand“ (DS 242181), dass sich die Überlegungen derzeit auf einen Entlastungskanal konzentrieren, der mit einem Abschlagsbauwerk unter dem Moltkeplatz beginnen, die Tunnel von B9 und Stadtbahn sowie die srheinische Bahntrasse anschließend queren und dann entlang der Rheinallee zum Rhein geführt werden soll. Dieser Ansatz knüpft an die Feststellung des Gutachters in DS 221713 an, dass der Bachkanal unter der Bad Godesberger Innenstadt für ein 100-jähriges Hochwasser (HQ100) ausreichend dimensioniert ist. Allerdings gibt es im Bereich des Villenviertels mehrere Engstellen, an denen es bereits heute zu Überflutungen kommt. Eine verbesserte Einleitung von Hochwasser in den Bachkanal, durch die sich die Fußgängerzone effektiv schützen ließe, hätte daher stärkere Überflutungen im Bereich des Villenviertels zur Folge und wäre nicht genehmigungsfähig. Der Ansatz des Tiefbauamts ist schlüssig, die vorhandene Kapazität des Bachkanals voll auszuschöpfen und sich auf eine verbesserte Abflussleistung nach dem Bachkanal (im Bereich des Villenviertels) zu konzentrieren. Die Fokussierung auf einen unterirdischen Entlastungskanal ist aber zu früh. Die Verwaltung beschreibt selbst die technischen Herausforderungen. Ein Entlastungskanal wäre in jedem Fall mit hohen Kosten verbunden, bislang ist sogar unklar, ob ein solches Bauwerk technisch überhaupt realisiert werden kann. Die naheliegende Alternative dazu wäre eine schlichte Aufweitung des Godesberger Bachs in seinem Verlauf durch das Villenviertel. Die Politik hat den Auftrag zur Prüfung dieser Variante in DS 220077 erteilt. Zwar wäre auch dies mit hohem Aufwand und erheblichen Kosten verbunden, da vermutlich auch einzelne Gebäude einer Aufweitung entgegenstehen. Die Gebäude an den Engstellen sorgen aber bereits heute dafür, dass es zu Überschwemmungen der umliegenden Gebäude kommen kann. Der Aufwand für gute Lösungen an diesen Stellen und die nötige Zeit für das erforderliche Planfeststellungsverfahren können allerdings kein Grund sein, diese technisch einfacher und möglicherweise deutlich kostengünstiger zu realisierende Variante nicht parallel zu prüfen. Denn auch die Prüfung der technischen Variante Entlastungskanal braucht viel Zeit, die Realisierbarkeit ist weiter ungewiss. Durch die vorliegende Große Anfrage soll geklärt werden, ob die Verwaltung dem politischen Auftrag entsprochen und die Variante einer Aufweitung des Godesberger Bachs in seinem Verlauf durch das Villenviertel geprüft hat. Sofern dies der Fall ist, sollen die Erkenntnisse der Verwaltung aus dieser Prüfung mitgeteilt werden.Seite 2 von 3 Seite 3 Darüber hinaus wird erfragt, wie die Stadtverwaltung bei der Prüfung von Retentionsmaßnahmen im Bereich des Marienforster Tals vorangekommen ist. Die politischen Gremien haben der Verwaltung in DS 220077 den Auftrag erteilt, Rückhaltemaßnahmen – und seien sie nur dazu da, um Hochwasserspitzen zurückzuhalten, die die maximale (erweiterte) Abflussleistung des Bachkanals überschreiten– prioritär zu prüfen, einschließlich eines Grob-Rechens zur Rückhaltung von Treibgut. Äußerungen des Leiters des Tiefbauamts in der Presse geben allerdings Anlass zu der Sorge, dass das Tiefbauamt ergänzende Retentionsmaßnahmen nicht weiterverfolgt, da die irrige Vorstellung vorherrscht, dass Dämme nicht sicher konstruiert werden könnten. Daher soll mit dieser Großen Anfrage auch geklärt werden, ob das Tiefbauamt tatsächlich annimmt, dass die Gefahren eines Dammbruchs nicht durch eine entsprechende Bauweise kontrolliert werden könnten, oder ob es sich insoweit um ein Missverständnis bei den Antragstellenden handelt. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de