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242284-01 · Mitteilungsvorlage

3. Tätigkeitsbericht des Nachtbürgermeisters für das Jahr 2025

Nummer
242284-01
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
05.03.2026
Letzte Änderung
25.10.2026
  • Peterstraße Straße· Nordstadt, Bonn Hauptort
  • Stadthaus Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Deutsche Welle Straße· Gronau, Bonn
  • Bornheimer Straße Straße· Weststadt, Bonn
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Quantiusstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Duisdorf Ortsteil· Hardtberg
  • Nordstadt Ortsteil· Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 21.04.2026 Kenntnisnahme
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  1. 242284 Tätigkeitsbericht Nachtbürgermeister

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
242284-01
Der OberbürgermeisterDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
3. Tätigkeitsbericht des Nachtbürgermeisters für
das Jahr 2025
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bonn 21.04.2026 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Am 1.8.2023 hatte Herr Achim Kettemer das Amt des Nachtbürgermeisters für
die Bonner Altstadt übernommen und sich am 5.9.2023 der Bezirksvertretung
Bonn persönlich vorgestellt (Drucksachen-Nr. 212195-05).
Nach einem ersten (Drucksachen-Nr. 212195-06) und zweiten (Drucksachen-
Nr. 242284) Tätigkeitsbericht hat Herr Kettemer nun seinen dritten Bericht über
seine Tätigkeit für das Jahr 2025 vorgelegt, der in der Anlage beigefügt ist.
Aus Sicht der Verwaltung gestaltet sich die Zusammenarbeit sehr gut,
insbesondere auch mit Blick auf das Konzept Sicherheit, Ordnung und
Sauberkeit. Daher hat die Verwaltung das Vertragsverhältnis, das bereits
zweimal verlängert wurde, um ein weiteres Jahr bis Ende 2026 verlängert.
Herr Kettemer ist
• Ansprechpartner für Unternehmen und Anwohnende,
• vermittelt zwischen den unterschiedlichen Positionen,
• hat einen Blick dafür, wie sich die Szene in Bezug auf Stadträume
und Akteure entwickelt,
• vernetzt die Akteure und
• ist Schnittstelle zu Stadtverwaltung und Polizei.
Er ist weiterhin unter der E-Mail-Adresse Nachtbuergermeister@Bonn.de zu
erreichen sowie über die Facebook-
Seite https://www.facebook.com/profile.php?id=100085364157518
Wie aus der Vorlage ersichtlich, entfaltet die Mitteilungsvorlage finanzielle
Auswirkungen und erfolgt mit dem Vorbehalt der weiteren Prüfung im Rahmen
des laufenden Projektes zur Aufgabenkritik und der Aufstellung des HH-
Planentwurfes 2027/2028 sowie der mittelfristigen Finanzplanung.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbezeichnung Produkt ProduktbezeichnungSeite 1 von 30
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
1.15.01 Wirtschaftsförderung 1.15.01.01 Wirtschaftsförderung
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
15.000,00 103001501/72.1000 2026 133000201/
74.1000
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
15.000,00
Anlage/n
1 2026.03.03 NACHTBÜRGERMEISTER ZWISCHENBERICHT 2025 final
(öffentlich)Seite 2 von 30
2025
Achim Kettemer
11/2024 bis 01/2026
ZWISCHENBERICHTSeite 3 von 30
ZWISCHEN- BERICHT
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Seite
1
Inhalt
...................................................................................................................................................................
1.Einleitung.............................................................................................................................................. 3
2.Akteure in der Altstadt ......................................................................................................................... 4
2.1.Anwohnerinnen und Anwohner .................................................................................................... 4
2.2.Wirtinnen und Wirte...................................................................................................................... 5
2.3.Personal in und um Gastronomie .................................................................................................. 5
2.3.1.Bonner Nachtkollektiv (BoNaKo) .......................................................................................... 5
2.4.Besucher/Feiernde/Touristen/Partyvolk ....................................................................................... 7
2.5.Kontakte rund um die Nachtökonomie ......................................................................................... 8
3.Verwaltung und Behörden .................................................................................................................. 10
3.1.Amt für Wirtschaftsförderung ..................................................................................................... 10
3.2.Amt für Bürgerdienste ................................................................................................................. 11
3.2.1.Ordnungsamt ........................................................................................................................ 11
3.2.2.Gewerbeangelegenheiten, Sondernutzungen...................................................................... 12
3.3.Kulturamt..................................................................................................................................... 12
3.4.Polizei und Bezirksbeamter für die Altstadt ................................................................................ 12
3.5.Andere Ämter .............................................................................................................................. 13
4.Politik .................................................................................................................................................. 14
4.1.Bezirksvertretung Bonn ............................................................................................................... 14
4.2.Einzelgespräche ........................................................................................................................... 14
5.Bürger:innendialoge ........................................................................................................................... 15
5.1.Drittes „Veedelsgespräch“ ........................................................................................................... 15
5.1.1. Inhalt.................................................................................................................................... 15
5.1.2.AUSWERTUNG ...................................................................................................................... 16
5.2.„Auf’n Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“.............................................................................. 17
6.Konkrete Fälle ..................................................................................................................................... 18
6.1.Nachbarschaft und gastronomische Betriebe ............................................................................. 18
6.2.Stadthaus und Kioske .................................................................................................................. 18
6..3.Karneval, Kneipenbachelor und Fußball ..................................................................................... 19
7. Vernetzung /Netzwerk....................................................................................................................... 21
8.Kommunikation, PR, Öffentlichkeitsarbeit ......................................................................................... 22Seite 4 von 30
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8.1.Presseamt .................................................................................................................................... 22
8.2.Lokalpresse: Generalanzeiger, WDR Lokalzeit, Mitten im Leben, Deutsche Welle ..................... 22
8.3.Social-Media ................................................................................................................................ 23
8.4.Sonstige Kommunikation ............................................................................................................. 24
9.Das Konzept Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit in der Altstadt...................................................... 24
9.1.Konzept ........................................................................................................................................ 24
9.2.Pilotprojekt Altstadtguides .......................................................................................................... 24
10.Ausblick ............................................................................................................................................ 26
11.Fazit .................................................................................................................................................. 26Seite 5 von 30
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1.Einleitung
Seit dem 1.8.23 habe ich das Amt des Nachtbürgermeisters im Auftrag für das Amt für
Wirtschaftsförderung und auf Grundlage des Ratsbeschlusses und des Beschlusses der
Bezirksvertretung begonnen.
Am 25.11.25 wurde der Honorarvertrag mit dem Amt für Wirtschaftsförderung für das Jahr 2026
verlängert.
Die Rahmenbedingungen für meine Tätigkeit blieben dabei unverändert:
Honorarkraft, Vertrag mit dem Amt für Wirtschaftsförderung von Frau Appelbe. Mein direkter
Ansprechpartner dort ist in Nachfolge von Herrn Marquardt-Kuron der neue Citymanager Herr
Weßling.
Der Zeitrahmen meiner Arbeit liegt weiterhin bei durchschnittlich 12 Stunden pro Woche. Die
Aufgabenstellung und der inhaltliche Rahmen, in dem ich mich bewege sind definiert durch den
Ratsbeschluss auf Vorschlag der Bezirksvertretung Bonn (Drucksachen-Nr. 212195), die
Ausschreibung und den Honorarvertrag.
"Die Aufgabe beinhaltet … hauptsächlich folgende Tätigkeiten:
• Ansprechpartner*in für Unternehmen und Anwohnende sein,
• zwischen den unterschiedlichen Positionen schlichtend vermitteln,
• einen Blick dafür haben, wie sich die Szene entwickelt in Bezug auf Stadträume und Akteure,
• die Akteure vernetzen,
• Schnittstelle zu Stadtverwaltung (insbesondere Wirtschaftsförderung und Ordnungsamt) und Polizei
sein. "
Mit diesem Bericht gebe ich einen Überblick über meine Tätigkeit im Amt des Nachtbürgermeisters
(NBM) seit dem letzten Zwischenbericht 2024 mit Stand 10.02.26.
Ein Schwerpunkt dieses Berichts ist mein drittes Veedelsgespräch im vollbesetzten Ratssaal mit dem
Leiter des Stadtordnungsdienstes, dem Abteilungsleiter Gewerbeangelegenheiten und über 55
interessierten Bonnerinnen und Bonnern.
Des Weiteren ist wichtig die bevorstehende Einführung der Altstadtguides und thematisch im
Zusammenhang die Aktivitäten des Bonner Nachtkollektivs (BoNaKo), einer neuen Initiative von
Servicepersonal aus der Bonner Altstadt zum Thema ihrer eigenen Sicherheit am Arbeitsplatz und der
von Frauen im Nachtleben im Gesamten. Um mangelnde Flächen und Möglichkeiten für Szene und
junge Leute geht es in einem Gastbetrag.
Von Nachbarinnen und Nachbarn in meinen Gesprächen angesprochene Themen bleiben weiterhin
die Situation am Altstadteingang (Stadthaus, Kioske), an der Marienschule und in bestimmten
anderen Straßen.Seite 6 von 30
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2.Akteure in der Altstadt
2.1.Anwohnerinnen und Anwohner
Mit den Nachbarinnen und Nachbarn bestand auch 2025 ein regelmäßiger, persönlicher und
vertrauensvoller Kontakt im Vieraugengespräch, telefonisch, über WhatsApp, Instagram und
Facebook.
Mit den Bewohnerinnen und Bewohnern in der Altstadt wurden persönliche Gespräche vor Ort
geführt, lange Telefonate geführt, Emails und Messages
bei Instagram und Facebook ausgetauscht und im Rahmen
vom dritten „Veedelsgespräch“ im Stadthaus und den
OpenAir-Sprechstunden auf dem Frankenbadplatz („Auf‘n
Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“) ausgiebig über ihre
drängenden Themen gesprochen.
So werde ich nicht nur vor Ort in der Altstadt, sondern auch bei Veranstaltungen in anderen
Stadtteilen abends und tagsüber oft angesprochen zu konkreten Problemen und auch allgemein zum
Amt des Nachtbürgermeisters. Die kontinuierliche PR-Arbeit und die dauerhafte Sichtbarkeit des
NBM und ihr Aufgreifen bei Lokalzeit und GA zeigen da Wirkung.
Ein entscheidender Erfolg meiner Kommunikationsarbeit seit Amtsantritt:
die Leute sehen mich als vertrauenswürdigen und kompetenten
Ansprechpartner für ihre Sorgen und Nöte, die sie oft von der Stadt nicht
ausreichend wahrgenommen und berücksichtigt sehen. Hier sehen sie die
Möglichkeit einer niedrigschwelligen direkten Kontaktaufnahme auf
Augenhöhe, die im Einzelfall auch die Anonymität der Nachbarn wahrt,
über mich einen direkten Kontakt zu den Wirtinnen und Wirten ermöglicht
(ohne selbst in Erscheinung treten zu müssen) und auch ihre Beschwerden
an die zuständigen Stellen in der Verwaltung weiterträgt. Diese
Erwartungshaltung wird auch vollumfänglich erfüllt.
So habe ich die Beschwerden zumeist über Lärmbelästigungen als Mittelsperson an Gastronomen
weitergegeben, diese nochmal sensibilisiert und Lösungsmöglichkeiten besprochen. In Gesprächen
mit Stadt und Polizei konnten auch konkrete Einsätze und die allgemeine Beschwerdelage
nachvollzogen werden.
Ich habe auch beraten, an wen sich betroffene Anwohner auch „offizieller“ wenden können, d.h. wer
zuständige Abteilungen und Ansprechpartner sind, wie man den Kontakt herstellt und welche
Informationen dort wichtig sind.
In einigen Fällen konnten auch wieder ganz konkret Bewohnerinnen und Bewohner und
Gastronomen zusammengebracht werden.
Und Viele interessieren sich auch allgemein, dafür, was die Stadt mit dem NBM bezweckt, was meine
Aufgaben sind sowie für Themen des Nachtlebens in der Altstadt. Das gilt sowohl für öffentliche
Veranstaltungen, meine regelmäßige Präsenz an den Wochenenden als auch auf privaten
Veranstaltungen mit Nachbarinnen und Nachbarn im Viertel.
Gespräche persönlich: 80+
Telefonate, Emails, PMs: 60+Seite 7 von 30
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2.2.Wirtinnen und Wirte
Der dauerhafte Kontakt mit den Wirtinnen und Wirten stellt weiterhin eine wesentliche Grundlage
meiner Arbeit dar.
Dieser findet sowohl regelmäßig persönlich bei meinen
vor Ort-Einsätzen am Wochenende in der Altstadt als
auch über Email, Instagram, Facebook und WhatsApp statt. In wichtigen Fällen selbstverständlich
auch telefonisch.
Der Austausch mit der Gastroszene ist die Grundlage für ein Stimmungsbild in der Altstadt, konkrete
Entwicklungen und aber auch Probleme im Einzelfall mit der Nachbarschaft. Außerdem liefert er die
Sichtweise der Betreiberinnen im Umgang mit der Verwaltung.
Auch die Schnittstelle zu den für die Gastronomen relevanten Ämtern ist von Bedeutung, sei es bei
eventuellen Ordnungsverfügungen, Genehmigungen und meine Einschätzung zu allgemeinen
Altstadtthemen. Der Begriff des Nachtbürgermeisters als Übersetzer bleibt hier ein gutes Bild.
Mein bestehendes Netzwerk wurde auch durch die persönliche Vorstellung bei den neu eröffneten
gastronomischen Betrieben in der Altstadt ausgebaut.
Die Altstadtinitiative (AIB) bleibt ein wichtiger Akteur im Viertel. Mit ihr stehe ich in regelmäßigem
inhaltlichem Austausch und bin Teil der Mitgliederversammlungen und Gast bei ihren
Veranstaltungen.
2.3.Personal in und um Gastronomie
Meine engen Kontakte zu Veranstaltern, DJs, Türstehern und
Servicepersonal in und im Umfeld der gastronomischen Betriebe ist
weiterhin wichtig. Stichwort „Die Szene im Blick behalten“ und
„Akteure vernetzen“.
2.3.1.Bonner Nachtkollektiv (BoNaKo)
In der Vorbereitung für mein drittes Veedelsgespräch hatte ich ein
ausführliches Gespräch mit einer Kellnerin aus der Altstadt.
Es ging zunächst um die Situation von ihrem Berufsstand mit
übergriffigen Gästen, von blöden Sprüchen, hartem Stalking, persönlichen Bedrohungen, nicht
befolgten Hausverboten u.a., also ihre allgemeine Sicherheit. Teil dieses Problems ist, dass niemand
in der Peergroup des Belästigers reagiert, die Kellnerin „anzumachen“ als normal gilt und andere
Gäste sehen, die das mitbekommen auch nicht eingreifen. Und auch fühlen sie sich oft von
Arbeitgebern, Türstehern und Kollegen allein gelassen, da alle nicht sensibilisiert sind für das Thema.
Und die Beschreibung geht noch weiter. Am Ende der Schicht stehen sie oftmals alleine im Laden und
sind möglichen Stalkern aufgrund der späteren Uhrzeit und steigendem Alkoholkonsum noch stärker
schutzlos ausgeliefert. Und es geht noch weiter: Sind die zumeist jungen Frauen dann privat selber
Gäste in anderen gastronomischen Betrieben, treffen Sie die Leute die bei ihnen Hausverbot haben
woanders wieder und es geht weiter. Auch hier wieder mangelnde Unterstützung durch andere Gäste
teilweise auch durch das andere Thekenpersonal, Türsteher und Wirte. Manchmal sogar das
Gegenteil: wenn sie sich wehren, werden sie als Störenfried gelabelt, sie würden sich übermäßig
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aufregen und hysterisch sein. Folge: sie sind die Schuldigen und werden aufgefordert die Lokalität zu
verlassen. Eine Situation, die vielen Frauen im Nachtleben durchaus bekannt sein dürfte. Mangelndes
Problembewusstsein, mangelnde Reaktionen etc.! Die Kellnerin erzählte mir, dass sie natürlich mit
ihren Kolleginnen und Kollegen im Freundeskreis und anderen Frauen über diese Thematiken redet
und alle erzählen das Gleiche.
Dabei sollte doch jeder Betrieb ein Interesse daran haben, dass sich alle Gäste bei ihnen wohlfühlen
und Sicherheit ernst genommen wird. Dies ist im Übrigen auch ein wirtschaftlicher Aspekt. Es ist
leider kein Einzelfall, dass mir Frauen erzählen, da und da gehen wir nicht mehr hin, da fühlen wir uns
unwohl und Schlimmeres.
Ihr Plan sei nun einen Zusammenschluss zu gründen und auf die Problematik aufmerksam zu machen
Sichtbarkeit zu schaffen und für alle ein besseres Umfeld im Nachtleben zu schaffen. Diesen stelle ich
hier vor:
„BONNER NACHT KOLLEKTIV
Kampagne zur Sichtbarkeit von und Solidarität für Frauen in der Bonner
Kneipenszene
Im Rahmen unseres Bonner Nacht Kollektivs möchten wir das Zusammenleben in
der Bonner Altstadt stärken und die Perspektiven sichtbar machen, die im
Nachtleben oft übersehen werden: die Erfahrungen von Frauen.
Das weibliche Erleben der Altstadt – als Gästinnen wie als Kellnerinnen – unterscheidet sich nicht nur
vom männlichen, sondern wird im Kern durch Verhalten geprägt, das für viele
zu Unsicherheit, Grenzverletzungen oder direkter (sexueller) Belästigung
führt. Diese Erfahrungen möchten wir nicht länger im Verborgenen lassen.
Wir wollen sie thematisieren, sammeln und in einen solidarischen Kontext
stellen, damit klar wird: Niemand steht damit allein.“
Erfahrungen von Belästigung und sexueller Gewalt gehören für viele Frauen in
der Bonner Altstadt zum Alltag – ganz gleich, ob sie als Gästinnen unterwegs
sind oder hinter dem Tresen arbeiten.
Mit einer gezielten Marketingkampagne möchten wir das Solidaritäts- und
Gemeinschaftsgefühl Altstadt appellieren und die Realität sichtbar machen,
die für viele bislang unsichtbar bleibt.Seite 9 von 30
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Unsere Aktion soll dazu beitragen, das Zusammenleben in der Bonner Altstadt für alle sicherer zu
machen. Unser Ziel ist es, Räume, die schnell zu reinen Männer-Orten werden können – wie viele
Kneipen es oft sind –, in Orte der Gemeinschaft, Achtsamkeit und des Zusammenhalts zu verwandeln.
Orte, denen sich auch Frauen selbstverständlich frei und wohl fühlen können.“
Im Rahmen meines Netzwerks und bestehender Kontakte konnte ich die
Gründung unterstützen und helfen, ein so wichtiges Thema für die Altstadt
im Rahmen des Veedelsgesprächs und der anschließenden Berichterstattung
im GA auf die Tagesordnung zu bringen.
Mittlerweile ist das BoNaKo mit Plakaten und Bierdeckeln in der Bonner
Altstadt unterwegs.
Ihr Instaprofil steht unter dem Motto:
„Weil Nachtleben Verantwortung braucht – Awareness, Diskurs und
Aufklärung“
2.4.Besucher/Feiernde/Touristen/Partyvolk
Ich bin weiterhin regelmäßig hauptsächlich an den Wochenenden und Vorfeiertagen vor Ort
unterwegs, wobei sich auch immer wieder interessante Gespräche mit Gästen,
Altstadtbesucherinnen, Touristen und Feiernden
(auch aus anderen Städten und Ländern) ergaben.
Diese sehen natürlich die Altstadt in der Hauptsache
positiv. Bei konkreter Ansprache auf die Nachbarschaft und deren Probleme mit Lärm und Müll stellt
sich oft heraus, dass viele gar nicht die Wahrnehmung haben, dass in „ihrem“ Ausgeh- und
Feierviertel auch Menschen wohnen, die schlafen wollen und ein Anrecht auf Ruhe haben -und dass
je weniger, je später der Abend wird und die Nacht voranschreitet– eine quasi-systemimmanente
Sichtweise!
Hier werden die Altstadtguides einen Beitrag zur Verbesserung und mehr Rücksichtnahme leisten!
Das Amt des Nachtbürgermeisters ist mittlerweile allgemein präsent, sei es durch Social-Media („Ich
folge Dir doch auf Insta!“, „Wir sind doch auf Facebook befreundet!“) oder auch im Fernsehen („Ich
hab dich in der Lokalzeit gesehen!“) und wird weiterhin positiv beurteilt („Toll dass die Stadt so etwas
macht!“ „Gut, dass es das gibt!“) und man freut sich, den Nachtbürgermeister auch persönlich und in
seinem Habitat kennenzulernen.
Gespräche persönlich: 88+Seite 10 von 30
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2.5.Kontakte rund um die Nachtökonomie
Neben Nachbarinnen und Nachbarn und den Wirtinnen und Wirte ergaben sich im Rahmen meiner
Arbeit auch immer wieder Hintergrundgespräche mit
verschiedenen Konzertveranstaltern,
Partyveranstaltern, DJs, Kellnerinnen und Kellnern,
Thekenpersonal und Türstehern. Viele Kontakte mit
ähnlichen Sichtweisen auf Altstadt, Nachtleben und Stadt und positiver Bewertung der Existenz eines
Nachtbürgermeisters.
Sie alle sind wichtige Akteure in der Bonner Altstadt und seiner Nachtökonomie und geben auch
Hintergrundinfos zur sogenannten „Szene“. Der Arbeitsauftrag „Szene im Blick behalten“ bezieht sich
nicht nur auf die Altstadt, sondern auch geographisch und inhaltlich darüber hinaus auf die ganze
Stadtgesellschaft. Engagierte Einzelpersonen, Gruppen und engagierte Bürger sehen sich im
gesamten Stadtgebiet den Herausforderungen gegenüber, die da lauten: mangelnde Möglichkeiten
(insbesondere für young peoples), mangelnde Räumlichkeiten, öffentlich Flächen, mangelnde
Wertschätzung etc.!
In diesem Zusammenhang hat mich der folgende Gastbeitrag erreicht, den ich gerne hier
präsentieren möchte:
„Die Kultur der Freu(n)de
Die Bürger:innen dieser Stadt haben eine Vision. Die drängende Frage für 2026 lautet: Ist die
Gemeinde bereit, sie mit kreativen Köpfen gemeinsam zu realisieren?
Freies, nicht-kommerzielles Feiern ist kein Gegenentwurf zu geordneten Strukturen, sondern eine
sinnvolle Ergänzung. Gerade hier kann eine Stadt zeigen, wie ernst sie es mit Beteiligung, Demokratie
und kultureller Vielfalt meint.
Der Wunsch nach einer Stadt mit frei zugänglichen Orten für Gratis-Tanzevents spricht vielen
Bonner:innen aus der Seele. Die Idee, dass Menschen unterschiedlicher Couleur aus verschiedenen
Altersklassen zusammenkommen und ihre gemeinsame Leidenschaft zur Musik zelebrieren, ist nicht
neu. In den letzten Jahren haben sich in der ehemaligen „Bundeshauptstadt ohne nennenswertes
Nachtleben“ mehrere interessante Gruppierungen gebildet um Kunst-, Musik- und Tanzevents im
öffentlichen Raum zu organisieren.
In solchen Raves steckt enormes Potential, von dem die Bürger:innen profitieren. Die Organisierenden
beleben mit ihrem Einsatz die Plätze auf ganz neue und innovative Weise. Zusätzlich erhalten
individuelle Talente dadurch die Möglichkeit, im Rahmen ihres Hobbys gemeinschaftliche Projekte ins
Leben zu rufen – ohne wirtschaftlichen Druck.
Das geht weit über das reine „DJing“ hinaus: Logistik, Tontechnik, Licht- und Materialdekor genauso
wie eine gelungene Öffentlichkeitsarbeit sind der Schlüssel für gelungene Events dieser Art. Dazu
braucht es ein funktionierendes Netzwerk aus engagierten Leuten, die bewusst Verantwortung
übernehmen. Aus allgemeiner Erfahrung ist bekannt, dass Menschen umso mehr dazu bereit sind,
sofern sie etwas aktiv mitgestalten können.
Gespräche persönlich: 63+Seite 11 von 30
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Der rege Andrang bei solchen Veranstaltungen zeigt sehr klar, die Bewohner:innen der Stadt nehmen
sie dankend an. Barrierefrei zugängliche Events bar jeden Konsumzwangs ermöglichen Menschen frei
zu partizipieren, unabhängig von beruflicher Verpflichtung oder ähnlichen Kontexten. Dass dadurch
ungezwungen neue Bekanntschaften entstehen, ist nur einer der vielen positiven Nebeneffekte: Das
Erweitern des eigenen Netzwerks beugt auch der zunehmenden Vereinsamung im urbanen Raum vor
– ein sehr ernst zu nehmendes gesamtgesellschaftliches Problem, welches die Corona-Pandemie
zusätzlich angeheizt hat.
Zudem kann es Interessierte intrinsisch motivieren, sich ehrenamtlich in einem Verein oder ähnlichen
gemeinnützigen Strukturen zu engagieren und der Gemeinde dadurch etwas zurückzugeben – eine
klassische Win-Win-Situation. Anstatt das Aufgebot des Ordnungsamtes im öffentlichen Raum
aufzustocken, wäre es im Interesse aller, innerhalb der Stadtverwaltung einen direkten
Ansprechpartner zur Verfügung zu stellen, wie beispielsweise den Rock/Pop Beauftragten Hajo Over.
Dadurch ist vorab ein direkter Kommunikationskanal sichergestellt. Mit anderen Worten: raus der
Anonymität und dem Fremdeln, rein in einen konstruktiven Diskurs – basierend auf gegenseitiger
Achtung und auf Augenhöhe – im gemeinschaftlichen Mit- statt Gegeneinander.
Veranstaltende haben dadurch die Gewissheit, dass sie sich bei eventuellen Fragen und Problemen
konkret an eine verantwortliche Person wenden können. Und umgekehrt ist die Stadt darüber im
Bilde, ob und wann etwas an einem bestimmten Ort passiert. Die Kommune selbst würde davon
profitieren, geeignete Räume und Flächen – indoor wie outdoor – Organisierenden bereit zu stellen,
die zu jeder Tages- wie Nachtzeit frequentiert werden dürfen und wo es möglich ist, kompromisslos
laut (!) zu sein, statt (signifikant) leiser ab 22 Uhr. Schwierigkeiten mit Lärmbelästigung an potentiell
ungeeigneten Orten, wie sie regelmäßig in der Altstadt bemängelt werden, würden dadurch gar nicht
erst entstehen. Um den Verwaltungsapparat zu entlasten, wäre ein entsprechender Vorschlag für
geeignete Räume im Rahmen einer Dokumentation durch interessierte Bürger:innen denkbar.
Solche Orte brauchen natürlich klare Regeln, um den Respekt gegenüber Natur, Nachbarschaft und
Umwelt zu wahren. Das heißt konkret:
Die Orte müssen sicher und mit dem Fahrrad erreichbar sein. Nur das ist einer Green City wirklich
würdig. Es sollte die Möglichkeit genutzt werden, grüne, Akku betriebene Technik einzusetzen. Vor Ort
vorgefundene Dinge, wie Weggeworfenes und rumliegende Gegenstände können als
Dekorationselemente dienen, wodurch der Platz zusätzlich gesäubert wird. Der Sound kann so
ausgerichtet werden, dass er nicht in Richtung der Anwohnenden schallt. Im Anschluss an das Event
ist der Platz ordentlicher und aufgeräumter als zuvor.
Wenn Menschen unter dem Motto „Kultur der Freu(n)de“ zusammenkommen, ist es
selbstverständlich, gegenseitig aufeinander Acht zu geben. Bei diesen Projekten geht es um mehr als
um oberflächlichen Hedonismus oder ‚coole, wilde Partys‘. Erst solche Räume ermöglichen es, dass
sich künstlerischer Ausdruck neu erfinden kann.
Neben öffentlich organisierten Veranstaltungen wie dem Bonner Kirschblütenfest, privat kuratierten
Kunstausstellungen in der Altstadt oder Institutionen wie der Alten VHS, leisten nämlich auch
unkommerzielle Tanz- und Musikevents einen erheblichen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität
einer Stadt. Regelmäßig stattfindende Veranstaltungen wie das mittlerweile im Sommer etablierte
Soundbike zeigen, wie gut lockeres Zusammenkommen unterschiedlicher Menschen funktionierenSeite 12 von 30
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kann. Das deckt jedoch nicht den gesamten Bedarf. Die Abschaffung der Rheinkultur im Jahr 2011 hat
eine große Lücke im Herzen der Bürger:innen hinterlassen. Darum wäre es begrüßenswert, wenn Bonn
zukünftig wieder mit neuartigen florierenden Events, die kostenlos für jede:n zugänglich sind, glänzen
würde.
Die Stadt hätte einen Vorteil davon, entsprechende Genehmigungs- und Akkreditierungsprozesse
deutlich zu vereinfachen. Damit würden sie ihren Bürger:innen gegenüber auch eine klare Haltung
zeigen und verdeutlichen, Eigeninitiative ist durchaus erwünscht und wird aktiv gefördert.“
3.Verwaltung und Behörden
Mit einigen Ämtern bin ich zu den relevanten Altstadtbelangen im teils engen, regelmäßigen und
vertrauensvollem Austausch.
Das Erlernen von den entsprechenden Zuständigkeiten der einzelnen Verwaltungsbereiche, die
Zuständigkeiten in speziellen Einzelfällen, verwaltungsrechtliche Grundlagen und Gesetze, sowie die
Abläufe innerhalb einer Verwaltung schreiten voran.
Mein persönliches Weiterbildungsprogramm „Der NBM lernt Verwaltung“ schreitet dabei voran. Die
Komplexität von Zuständigkeiten einzelner Ämter,
verwaltungstechnischer Abläufe und gesetzlicher
Bestimmungen machen es weiterhin spannend. Und unter
Beteiligung von OA und dem Amt für
Gewerbeangelegenheiten konnte auch den Bürgerinnen
im Veedelsgespräch ein Eindruck davon vermittelt werden, wie die Arbeitsweisen sind und dass
Verbesserungen für sie oft eben schwieriger und langwieriger sind als oft vertretene einfache
Lösungen. Ein Umstand, den ich auch im Interview mit dem städtischen Magazin „Mitten im Leben“
beschrieben habe. Und dann kommt zusätzlich die Kommunalpolitik ins Spiel, da die Verwaltung ja
eigentlich ausführendes Organ der politischen Beschlüsse ist/sein sollte.
Meine Funktion als „Übersetzer“ ist da weiterhin wichtig.
So konnte ich mein Netzwerk mit für die Altstadt relevanten Entscheidern für alle Themen der
Altstadt ausbauen. Die Existenz eines NBM wird im Stadthaus weiterhin allgemein positiv
aufgenommen.
Auch von meiner Seite ist die Zusammenarbeit -da wo meine Einschätzungen gefragt sind- mit den
Ämtern sehr positiv. Termine konnten relativ kurzfristig vereinbart werden, die Gespräche waren
ausführlich und beinhalteten sowohl allgemeine Problemlagen, Einschätzungen, das Durchsprechen
konkreter Fälle, sowie zunächst allgemeinen Austausch über bereits geplante und zukünftige
Lösungsmöglichkeiten.
3.1.Amt für Wirtschaftsförderung
Der Honorarvertrag besteht für 2026 weiterhin in einem Umfang von durchschnittlich 12h/Woche mit
der Stadt Bonn vertreten durch das Amt für Wirtschaftsförderung.
Gespräche persönlich: 28+
Telefonate, Emails, PMs: 71+Seite 13 von 30
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Neuer Citymanager und Nachfolger von Herrn Marquard-Kuron ist Alexander Weßling und damit
mein direkter Ansprechpartner.
Inhaltliche und Organisatorische Termine und Telefonate hatte ich auch mit dem stellvertretenden
Amtsleiter Herrn Sauerborn. Mit ihm spreche ich auch weiterhin über aktuelle Entwicklungen in der
Altstadt und meine Veranstaltungen/Planungen und auch mit der Amtsleiterin Frau Appelbe tausche
ich mit weiterhin aus so z.B. über eine Teilnahme von ihr bei einer Citykonferenz wo
Nachtbürgermeistereien und Nachtökonomie Thema war und sie mit einem Kollegen von mir im
Gespräch war.
Auch 2025 habe ich wieder an den Bonner Wirtschaftsgesprächen des
Amtes für Wirtschaftsförderung teilgenommen und mit anderen
Teilnehmern aus Verwaltung, Politik und Bonner Stadtgesellschaft über
meine Arbeit als Nachbürgermeister gesprochen.
3.2.Amt für Bürgerdienste
Mit dem Amtsleiter der Bürgerdienste Herrn Bockshecker hatte ich ein ausführliches Telefonat zur
Planung, Ausrichtung und Einführung der Altstadtguides in einer frühen Phase.
3.2.1.Ordnungsamt
Die Zusammenarbeit und der Austausch mit dem Leiter des Stadtordnungsdienstes, Sascha
Hessenbruch, ist weiterhin regelmäßig, zielorientiert und sehr gut.
Unsere Zusammenarbeit bezog sich dabei -neben anderem- auf zwei Hauptthemen: die Einführung
der Altstadt Guides und die Vorbereitung des dritten Veedelsgesprächs.
Auch zum zweiten Kölsch Bachelor 2025, einem kommerziellen Event mit Teilnahme von über 15
gastronomischen Betrieben in der Altstadt haben wir in Vorbereitung und am Abend zusammen
agiert.
Während die verwaltungstechnischen Vorbereitungen der Altstadtguides (oder wie auch immer sie
dann heißen werden) selbstverständlich im Stadthaus angesiedelt waren (Stichworte: Ausschreibung,
Vergabeverfahren), haben wir uns immer wieder ausgetauscht über einzelne Inhalte und
Möglichkeiten der Umsetzung. Von meiner Seite her konnte ich aus meinem Netzwerk Informationen
von Kolleginnen einholen und hatte ja auch schon 2024 Erfahrungswerte der Nach(t)schlichter in
Dresden dort vor Ort persönlich gesammelt. Da die Altstadt Guides sich orientieren sollen an der
Umsetzung in Dortmund mit dem Dortmundguides habe ich viel mit meinem Kollegen, dem dortigen
Nachtbeauftragten gesprochen, wir hatten zusammen mit weiteren Bonner Mitarbeiterinnen und
ihm einen Termin beim dortigen Ordnungsamt. Auch konnten Herr Hessenbruch und ich bei einem
Treffen mit einem ehemaligen Dortmundguide, jetzt Bonn, quasi Infos mit hoher streetcredibilty
einholen, seine Erfahrungen im Einsatz besprechen und damit auch schon einmal mit potenziellem
Personal sprechen
In der Altstadt selbst, hatte ich Gespräche mit einigen Akteuren mit dem Ziel für das Projekt zu
werben und eine leider vollkommen falsche Berichterstattung zum Thema zu korrigieren.Seite 14 von 30
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In der Vorbereitung des dritten Veedelsgespräch haben wir die Inhalte und Themen abgestimmt,
vorabgestellte Fragen der Bürgerinnen und Bürger wurden zeitnah beantwortet, und Herr
Hessenbruch hat dankenswerterweise organisatorisch dafür gesorgt, dass die Veranstaltung im
Ratssaal stattfinden konnte und Technik sowie Versorgung der Teilnehmer vorhanden war.
Im Vorfeld haben wir zusammen die Werbetrommel gerührt. Unser Werbevideo (Dank ans
Presseamt!) bei Instagram hatte über 20.000 Aufrufe.
Für den zweiten Kölsch Bachelor haben wir uns abgestimmt, wie durch gemeinsame und getrennte
Präsenz die Sache begleitet vor Ort werden konnte und somit mit geringerer Lärmbelästigung
anwohnerfreundlicher stattfinden konnte. Auch für das Image des Ordnungsamtes eine erfolgreiche
Umsetzung.
3.2.2.Gewerbeangelegenheiten, Sondernutzungen
Mit dem Sachgebietsleiter für Gewerbeangelegenheiten und Sondernutzungen und Genehmigungen
Herrn Erken gab es wieder mehrere Telefonate und persönliche Treffen zu aktuellen konkreten
Problemlagen, Außengastronomie und Genehmigungen, allgemeinen Lärmbelästigungen und
Messverfahren. sowie zur allgemeinen Situation in der Altstadt. Einbezogen war auch der zuständige
Sachbearbeiter.
Die Vorbereitung des großen Bürgerdialos im Ratssaal fand in enger Abstimmung mit Herrn Erken
statt, was Themen und Ablauf angeht. Zudem wurden schon einmal Fragen der Nachbarinnen und
Nachbarn, die an mich gerichtet waren, schon im Vorfeld sehr zeitnah und ausführlich von ihm
beantwortet.
In der Veranstaltung selbst hat er dann die Arbeitsweise seiner Abteilung, Genehmigungsverfahren
und Androhung und Umsetzung von Strafen allgemein anonymisiert umrissen und die Vernetzung mit
dem Ordnungsamt und weitere allgemeinere Punkte seines Arbeitsbereichs für die Altstadt
anschaulich dargestellt.
3.3.Kulturamt
Mit dem Rock- und Popbeauftragten der Stadt Bonn Hajo Over war der Kontakt auch 2025 eng.
Auf Veranstaltungen des Kulturamts (u.a. jährlicherer Kulturstammtisch, 2025 in Duisdorf), seinen
Stadtgartenkonzerten, Events der „Szene“, telefonisch und bei zwei ausführlichen Terminen hatten
wir immer regen Austausch. Themen waren Status Quo und Entwicklung der Szene, aktuelle
Veranstaltungen sowie das Konfliktfeld Lärm (Grenzwerte, Messungen etc.).
Durch die Zusammenarbeit konnte mit Hilfe seiner umfangreichen Kontakte auch mein Netzwerk
2025 weiter ausgebaut werden. Zudem wurde über die Notwendigkeit einer dauerhaften
Verstetigung des Amtes Nachtbürgermeister gesprochen.
3.4.Polizei und Bezirksbeamter für die Altstadt
Mit dem zuständigen Wachleiter der Polizeiwache Bornheimer Straße standen zwei Telefonate zu den
Problemlagen in der Altstadt auf dem Programm. So machte er mich auch aufmerksam, auf konkrete
Beschwerden bei seiner Behörde, so z.B. zur Drogenszene am Frankenbadplatz.Seite 15 von 30
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Mit dem neuen Bezirksbeamten für die Altstadt habe ich am Telefon grundlegende
Herausforderungen der Altstadt aus kriminalistischer Sicht durchgesprochen. Dabei konnten einzelne
Ruhestörungen mit Polizeieinsatz nachvollzogen werden. Ein besonderes Thema war die Situation
rund ums Stadthaus und der tragische Todesfall im Juli dort.
Er nahm auch am dritten Veedelsgespäch teil.
3.5.Andere Ämter
Das SGB informierte mich auf meine Anfrage hin über den aktuellen Zustand an der Marienschule
und die geplanten baulichen Maßnahmen zur Eindämmung von nächtlichen Feiern auf dem Schulhof
mit verbundener Vermüllung und Ruhestörungen.
Die stellvertretende Leiterin der Gleichstellungsstelle der Stadt Bonn kam auf mich zu, mit der Bitte
für eine erneute Kampagne 2026 „Ist Luisa hier?“ zusammen mit der Beratungsstelle gegen
sexualisierte Gewalt bei Gastronominnen und Gastronomen zu unterstützen. Bei „Luisa“ handelt es
sich um ein in manchen Städten eingesetztes Konzept, um Frauen in Bedrängnis mit diesem Code an
der Theke, Hilfe anbieten zu können und diese ohne lange Erklärungen aus der Situation
herausnehmen zu können. Das Konzept wird von der Gleichstellungsstelle auch z.B. auf Pützchens
Markt umgesetzt. In meinem Netzwerk der Kolleginnen konnte ich vor dem Termin Einschätzungen,
Kritik und andere Herangehensweisen deutschlandweit einholen und diese auch besprechen. In der
Altstadt wurde „Ist Luisa hier?“ bisher nur in einer Kneipe umgesetzt.
In einem gemeinsamen Termin Ende November haben wir Grundsätzliches zur Kampagne,
Sichtweisen meiner Kolleginnen und möglichen Support besprochen.Seite 16 von 30
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4.Politik
4.1.Bezirksvertretung Bonn
Anfang Dezember lud mich die neue Bezirksbürgermeisterin für den Stadtbezirk Bonn und damit
Vorsitzende der Bezirksvertretung, Frau Bonnie, zu einem Meinungsaustausch ein.
An dem Termin, an dem auch der Leiter der Bezirksverwaltungsstelle teilnahm,
konnte ich sehr ausführlich meine bisherige Arbeit darstellen und wir haben über
den Bürgerdialog 2025 gesprochen und gedanklich einen Rundgang durch die
Altstadt vollzogen und über alle Straßen, Ecken, Plätze und gastronomischen
Betriebe ausführlich gesprochen.
Der Termin fand in ausgesprochen netter Atmosphäre statt und war geprägt von
großem Interesse und Kenntnis der Bonner Altstadt seitens der Bezirksbürgermeisterin.
Zukunftsweisend haben wir über meine anstehenden Pläne für 2026 und ausführlich über die
Einführung der Altstadtguides als gutes kommunikatives Puzzlestück zur Verbesserung der Situation
für Anwohnerinnen und Anwohner und auch als kompetenter Ansprechpartner beim Thema
awareness gesprochen.
Die Idee der Bezirksbürgermeisterin, meinen Bericht nicht nur als Mitteilungsvorlage hinten auf der
Tagesordnung zu finden, sondern die Möglichkeit zu haben, ihn persönlich vorzustellen -insbesondere
auch für die neuen Mitglieder der Bezirksvertretung Bonn- habe ich gerne zugestimmt.
Zusätzlich haben wir auch über eine Verstetigung der Nachtbürgermeisterei gesprochen und einen
regelmäßigen direkten Austausch zu Altstadt-Themen für 2026 fest vereinbart.
Aktuell besteht die Aufforderung der Bezirksvertretung Bonn an die Verwaltung mit mir zu sprechen
über die Gestaltung des Frankenbadvorplatzes und die entsprechende Bürgerbeteiligung, die vom
Sport- und Bäderamt und der Veranstaltungskoordination für Mai/Juni 2026 geplant ist. Bei diesem
Thema -der zentrale Platz in der Altstadt- bin ich auch selbstverständlich seit langem proaktiv mit der
Kommunalpolitik und anderen Akteuren im Austausch.
4.2.Einzelgespräche
Mit Vertreterinnen und Vertretern (fast aller) Parteien im Rat und in den
Ausschüssen vertreten Parteien wurden Gespräche über die Arbeit des
NBM, Problemlagen und Möglichkeiten einer Verbesserung der Situation geführt.
Im Kommunalwahlkampf 2025 habe ich mich mit verschiedenen Kandidaten einzelner Parteien für
ausführliche Gespräche in der Altstadt getroffen und das Ganze mit einem Rundgang durch die
Altstadt ergänzt. Dies geschah zum Teil auf meine Initiative und zum Teil wurde ich dazu angefragt.
Vielen Dank an alle, die Interesse an ihrem Viertel und meiner Arbeit gezeigt haben. Der Austausch
war inhaltlich tiefgehend lösungsorientiert und in sehr guter Atmosphäre.
Zusätzlich bin ich selbstverständlich durchgehend in regelmäßigen Kontakt mit einzelnen
Kommunalpolitikern. Wichtige Themen sind dabei einige Konfliktbereiche, die Lage rund um das
Stadthaus und die bevorstehende Einführung der Altstadtguides.
Gespräche: 40+Seite 17 von 30
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5.Bürger:innendialoge
5.1.Drittes „Veedelsgespräch“
5.1.1. Inhalt
Am 27.11.25 fand mein drittes Veedelsgespräch im Ratssaal der Stadt Bonn statt.
Der Ratssaal war prall gefüllt (Generalanzeiger Zitat: „so voll sah
man den Ratssaal selten“). So waren über 55 Akteure aus der
Altstadt aus den verschiedensten Bereichen anwesend:
Nachbarinnen und Nachbarn, Wirte, Servicepersonal aus den
Kneipen, interessierte Besucherinnen Gäste der Altstadt sowie
Vertreter aus dem Stadtrat.
Auf dem Podium standen neben mir Rede und Antwort: der Leiter des Stadtordnungsdienstes Sascha
Hessenbruch, der für Gewerbeangelegenheiten und Genehmigungen zuständige Sachgebietsleiter
Ulrich Erken. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Bonner Kulturschaffenden Eugenia Fabrizi.
Ausgiebig besprochen wurden folgende Themen:
• Die Lage am Altstadt Eingang mit Kiosk und Stadthaus
• Die Lage an der Marienschule
• Die Sicherheit von insbesondere weiblichem Servicepersonal in den Kneipen und allgemein
die Situation von Frauen im Altstadtnachtleben und allgemein in der Altstadt des nachts
• Die Situation für Anwohner in der Peterstraße
Von der Seite der Verwaltung wurde die Arbeitsweise des
Ordnungsamtes und der Abteilung für
Gewerbeangelegenheiten erklärt, zu einzelnen Bereichen
Stellung bezogen und auch Lösungen dargestellt, wie z.B.
Maßnahmen im Konzept „Sauberkeit, Ordnung und
Sicherheit“ des Amtes für Bürgerdienste und hier
besonders die Einführung der Altstadtguides ab Sommer
2026. Dann wurden einzelne Fragen aus dem Publikum beantwortet.
Von meiner Seite wurden die Themenschwerpunkte
meiner Arbeit als NBM erläutert und die Ausführungen aus
der Verwaltung ergänzt.
Nach dem Bürgerdialog wurde mit den Kollegen von der
Stadt die Veranstaltung nachbesprochen und
Verbesserungen für nächstes Jahr geplant.
Die Auswertung der Evaluierungsbögen und viele weitere persönliche Gespräche von mir mit
Teilnehmenden ergab ein sehr positives Gesamtbild der Veranstaltung, die als informativ und
größtenteils wertschätzend im Dialog der unterschiedlichen Interessen benannt wurde.
Im General Anzeiger erschien ein halbseitiger ausführlicher Artikel, der auch ein positives
Gesamturteil fällte.Seite 18 von 30
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5.1.2.AUSWERTUNG
55 Teilnehmer im Publikum
35 haben sich in die Gästeliste eingetragen und ihre E-Mail da gelassen
27 haben eine Bewertung dagelassen bzw. den Bogen ausgefüllt
KOMMENTARE
• „Wütende Anwohner* innen sind eindeutig in der Überzahl, ohne Verständnis für jegliche
jüngere Perspektiven. Sehr viel Beschwerden hätte man gerne mal ab und an unterbinden
können
• Hartes Terminende ist ungünstig, aber wohl nicht vermeidbar
• Die Anwohner müssen viel Verständnis für alle Gruppen zeigen, finden aber wenig Gehör und
sind ganz sicher nicht die Stasi, wenn Sie sich über die Zustände beschweren
• Vielleicht ein zu großer Rahmen, dann nicht wirklich konkret besprochen / geklärt werden
konnte, Namen der Kneipenstraße oder ähnliches
• Eine Folgeveranstaltung würde ich begrüßen
• Mir wurde zu wenig über die Umsetzung gesprochen
• Der Raum ist kalt wenn möglich die Klimaanlage etwas weniger hochdrehen
• Mehr Räume für junge Menschen
• Leider wenig konstruktiv, teilweise zu viele Beschwerden engstirniger Bewohner
• Es fehlt mir doch eine Diskussion zur Umsetzungsmöglichkeit von angesprochenen Themen
• Es wurde kein Thema wirklich zu Ende besprochen zu viele Sprünge zwischen den Themen
• Jan-lob-platz 360° Kamera (wie in der Quantiusstraße) / Alkoholkonsum nur in der
Gastronomie nach 24 Uhr, (kein To go für Kiosk und Bars) / mehr Mülleimer
• Sehr gut, dass das Thema von Neele (Kellnerin) so prominent war. Es geht nicht nur um Lärm
sondern die Perspektive von Frauen! Sehr gute Moderation, sehr gut dass viele Sichtweisen
und sehr wertschätzend zu hören waren
• Zu wenig Verbesserungsschläge/konkrete Vorschläge
• Veranstaltung war zu lang und wurde nicht genügend „straff“ geleitet. Gut war, dass Stadt
und Polizei vertreten waren
• Viele Probleme diskutiert. Frage: next steps? Verpufft das oder folgen danach Aktivitäten, um
diese Probleme anzugehen? Gibt es ein Protokoll, um auf das Gesagte zurückgreifen zu
können?
• Welche Ausweichmöglichkeiten gibt es für „Partypeople“?
• Wie soll langfristig das Parkverbot in der Peterstraße umgesetzt werden bzw. dafür gesorgt
werden, dass dieses überhaupt eingehalten wird? Was ist der Plan für die Straße? Idee: mehr
Begrünung auf den noch verhandelnden Parkflächen und gerne mal an einem Spieltag des
BSC vorbeikommen. Kein Alkoholverbot in der Altstadt! Eventuell zentrale Sammelstellen für
PfandflaschenSeite 19 von 30
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STATISTIK; BEWERTUNGSBÖGEN
5.2.„Auf’n Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“
Mein Format „Auf‘n Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“, eine Einladung an Nachbarinnen und
Passanten mit dem NBM im Herzen der Altstadt auf dem
Frankenbadplatz ungezwungen ins Gespräch zu kommen
fand im Sommer mehrfach statt und hatte wieder rege
Beteiligung von Altstädterinnen und Nachbarn.
Das Format wurde wieder positiv beurteilt. Es liefert eine ganz
direkte Kommunikation 1:1 mit vielen Akteuren in der
Altstadt, auch ganz persönliche Probleme mit Betrieben in der
Nachbarschaft konnten geschützt besprochen werden und
durch Ankündigungen auf Bonn.de, im GA und einer
Nachberichterstattung zeigt sich, dass der NBM und
(wahrgenommen) die Stadt sich kümmert.
Eine Fortsetzung mit weiteren Terminen steht im Frühling und Sommer 2026 an.
Gespräche persönlich: 22+Teilnehmer Publikum 55
Abgegebene Bewertungen 27
Die Veranstaltung hat mir…
o gut gefallen 16 59%
o nicht gefallen 0 0%
o geht so! 11 41%
27
Mein Thema…
o wurde besprochen 15 60%
o wurde nicht besprochen 0 0%
o teilweise 10 40%
25
Die Aussagen auf dem Podium waren…
o informativ 21 66%
o zu ausweichend 9 28%
o unbefriediegend 2 6%
32
Die Kommunikation/Stimmung insgesamt..
o war konstruktiv & wertschätzend 22 73%
o nicht konstruktiv 7 23%
konstruktiv, aber nicht wertschätzend 1 3%
30Seite 20 von 30
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6.Konkrete Fälle
Auf konkrete Fälle kann ich natürlich auch in diesem Bericht aus Datenschutzgründen hier nur
exemplarisch eingehen.
6.1.Nachbarschaft und gastronomische Betriebe
Wie gehe ich bei Einzelkonflikten vor?
Auch letztes Jahr wurden Beschwerden aus der Nachbarschaft im persönlichen Gespräch, per Email
oder telefonisch an den Nachtbürgermeister herangetragen. Daraufhin folgten durch mich Treffen,
Telefonate oder weiterer Mailaustausch mit den Personen mit dem Zweck, zunächst einmal die
Beschwerde genauer zu konkretisieren und mir einen Eindruck zu verschaffen.
Alleine schon das war in der Wahrnehmung schon ein Punkt: den NBM kann man leicht und auf
Augenhöhe ansprechen bei konkreten Problemen, da ist jemand von der Stadt bzw. mit guten
Kontakten zur Verwaltung und der Gastronomie, der mein Problem ernst nimmt und hilft. Hier konnte
ich schon Tipps geben, an wen man sich sonst noch wenden kann und in welcher Form.
Wichtig war dabei auch, dass immer wieder Bedenken bestanden, sich unter seinem Namen zu
beschweren, besonders wenn man naturgemäß im gleichen Haus bzw. der direkten Nachbarschaft
wohnt. Diese Hürde konnte durch den NBM genommen werden, da immer garantiert war, dass die
Ansprachen an mich auch immer anonym möglich sind und auch im weiteren Verlauf dies -wenn
gewünscht- so bleibt.
Im nächsten Schritt erkundige ich mich bei den zuständigen Stellen, ob und was dort schon vorliegt
und suche dann den Kontakt zum gastronomischen Betrieb, was durch mein Netzwerk mit den
Wirtinnen und Wirten schnell und einfach möglich ist. Diese werden informiert über die
Beschwerden, es wird über Verbesserungen gesprochen und wenn gewünscht- ein direkter Kontakt
hergestellt.
Es melden sich auch einzelne Gastronomen proaktiv bei mir, wenn sie in der Nachbarschaft
aufkommenden Unmut feststellen. Dann konnten schon Anpassungen erreicht werden. Oder aber sie
melden sich, wenn von Seiten der Stadt schon Briefe angekommen sind. Auch hier kann mein Kontakt
zur Stadt helfen, die unterschiedlichen Interessen näher zueinander zu bringen.
In Gesprächen mit Wirtinnen und Wirten ging es um Einsätze des Stadtordnungsdienstes,
Ordnungsgelder generell oder auch wegen Musikbeschallung bei Livemusik, Genehmigungen für die
Außengastronomie (und eine vielleicht drohende Einschränkung), Nutzungsbeschränkungen für
Veranstaltungen, Personalmangel und wirtschaftliche Probleme und eventuell anstehende weitere
Lärmmessungen im Viertel.
6.2.Stadthaus und Kioske
Auch im dritten großen Bürgergespräch war die Lage am Altstadteingang für die Nachbarn dort ein
wichtiges Thema. Insbesondere auch in persönlichen Gesprächen mit mir auch die Situation auf der
Empore und den Parkdecks des Stadthauses.
Nach dem tragischen Todesfall, bei dem eine Person vom Stadthausplateau auf das Parkdeck gefallen
ist, hatte ich danach mehrere Telefonate mit geschockten Anwohnerinnen, die Sonntagmorgen ausSeite 21 von 30
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ihrem Fenster heraus den Polizei- und Bergungseinsatz beobachten konnten. Darüber hinaus wurde
die Situation auf den Parkdecks und der Empore detailliert beschrieben
Die Schilderungen zu trinkenden und drogenkonsumierenden Menschen dort, lauter Beschallung aus
Boomboxen und Autos, sichtbarer Drogenhandel und Lachgaskonsum waren für mich allerdings keine
neuen Informationen, sondern durch meine Präsenz in der Gegend sehr wohl bekannt. Über dieses
Thema spreche ich seit meinem „Amtsantritt“ mit Anwohnern und auch mit dem dort ansässigen
Wirt, der die Lage am nächsten Morgen mit dem Wort „Bürgerkriegsgebiet“ betitelt -ein Begriff, der
auch im Veedelsgespräch fiel. Bei Nachbarinnen und Nachbarn ist die Beobachtung, dass die Lage die
letzten Jahre auch immer schlechter geworden wäre
Im Rahmen meiner Gespräche mit der Stadtverwaltung habe ich angeregt, alle Akteure, die das
Stadthaus betreffen (also Stadtverwaltung, Parkraum GmbH etc. mal in einem Gespräch
zusammenzubringen.
Wie sich die bevorstehenden baulichen Maßnahmen am Stadthaus auswirken werden ist unklar.
Für Anwohnerinnen ist die Eröffnung weiterer Kioske im letzten Jahr, die entweder
Biertischgarnituren vor der Türe stehen haben oder aber Gruppen auf der anderen Straßenseite
versorgen, Musik-, Lärm- und Müll betreffend 2025 eher schwieriger geworden.
Ordnungsrechtliche und gewerberechtliche Reaktionen von Seiten der Stadtverwaltung finden
allerdings im Hintergrund statt. Ein entsprechendes Schreiben ist sogar von einem Betreiber ins
Fenster gehängt worden und ist damit öffentlich.
6..3.Karneval, Kneipenbachelor und Fußball
Die Karnevalstage 2025 inklusive Rosenmontagszug blieben im zu
erwartenden Rahmen. Die Belastungen sind im Rheinland und in einem
Ausgehviertel zu dieser 5.ten Jahreszeit als Brauchtum kaum zu
vermeiden. Bei allzu weiter Auslegung der Feiernden und Kneipen waren
Ordnungsamt und Polizei zur Stelle.
Der Kneipenbachelor ist eine Veranstaltung einer Kölner Firma bei der
zahlreiche Kneipen in der Altstadt teilnehmen. Zum jeweiligen
Semesterbeginn haben Studentinnen und Studenten schon einmal die
Gelegenheit einen Fake Uniabschluss zu erwerben und zwar durch
Besuch der gastronomischen Betriebe und Konsum gerstenhaltiger
Getränke. Auf einem Laufzettel können diese dann abgestempelt und dokumentiert werden. Am
Ende des Abends gibt es bei eine Mindestanzahl an Stempeln dann die Verleihung des
pseudoakademischen Grades Bachelor oder auch höher je nach Trinkvermögen mit Urkunde und
Foto.
Der Kneipenbachelor ist für die teilnehmenden Kneipen natürlich umsatzmäßig an einem Montag
sinnvoll, für die Altstadt bedeutet es jede Menge lauter Gruppen auf der Straße, und zwar umso mehr
je später der Abend.Seite 22 von 30
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Da die Veranstaltung im Frühjahr zu einigen Anwohnerbeschwerden führte, und die Lage auf den
Straßen wirklich schwierig war, hat sich der Nachtbürgermeister zusammen mit dem Ordnungsamt
abgesprochen, wie die Lage für die Anwohner im Oktober verbessert werden kann. Im Ergebnis war
eine Gruppe vom Ordnungsamt und ich als Nachtbürgermeister auf den Straßen und vor den Kneipen
präsent. Durch die direkte Ansprache von Teilnehmern und teils so einfachen Sachen, dass die Türen
beim raus und reingehen nicht dauerhaft offen sind, konnte die Situation ein wenig entschärft
werden.
Und auch für das Ordnungsamt, das mit seinem Leiter sowohl Präsenz zeigte als auch ansprechbar
und kommunikativ agierte und damit die Stadt Bonn war der Einsatz erfolgreich. Der einsetzende
Regen an dem Abend war allerdings auch am Erfolg beteiligt.
Ich konnte den Abend für viele Gespräche nutzen mit Bacheloretten, den Veranstaltern und Wirten.
Und endlich Professor ist der Nachtbürgermeister jetzt auch und das aufgrund meines Kontaktes mit
den Veranstaltern und ohne den normalerweise notwendigen Alkoholkonsum.
Auch die Übertragungen von Fußball Ereignissen ist natürlich in der Altstadt immer ein Thema.
Zusätzlich zur Bundesliga und Championsleague gab es 2025 die Frauen-Europameisterschaft mit
teilweise großen Menschentrauben vor den Kneipen und Kiosken.
Im Rahmen einer Ausnahmegenehmigung des Landes und der Umsetzung in Bonn für
Fernsehübertragungen mit Ton bis 24:00 Uhr, wurde dies meiner Beobachtung vor Ort nach im
Grundsatz auch eingehalten.
Klar ist allerdings immer: solche Großereignisse des Jahres bringen für die Anwohnerinnen und
Anwohner der Altstadt Lärmbelastungen und steigende Müllproblematik mit sich.Seite 23 von 30
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7. Vernetzung /Netzwerk
Meine Kontakte und Gespräche im Netzwerk gehen weit über die Altstadt und den gastronomischen
Bereich hinaus: wichtig sind auch kulturelle und kommunalpolitische Kontakte und natürlich ganz
besonders mit den Kolleginnen und Kollegen in NRW und deutschlandweit. Ein Netzwerk, deren
Aufbau ich seit Juli 2022 kontinuierlich durchgeführt habe und das mir zu
allen aufkommenden Themen persönliche und direkte Einschätzungen,
Informationen und weiteren Connect liefert.
Der inhaltliche Austausch findet statt bei Kultur und der Stadtgesellschaft zum Beispiel beim
Sommerfest des Kunstrasens oder bei meinen persönlichen Kontakten zur Oper Bonn, und dem
engen Kontakt zu Veranstaltern, bei der Wirtschaft (also der großen) bei den
Wirtschaftsgesprächen des Amts für Wirtschaftsförderung, im Journalismus zu
einzelnen Redakteuren von Lokalzeitung, WDR und zum Journalistenfestival
b.future. Oder er ergab sich im letzten Jahr beim jährlichem Kulturstammtisch
des Kulturamtes und beim Innenstadtmanagement, was Fördermöglichkeiten,
Veranstaltungen oder u.a. auch die Anregungen zur Planung des Bürgerfestes
zur Eröffnung der Bornheimer Straße betrifft.
Mit Universitäten hatte ich interessante Gespräche und Interviews von Kandidatinnen für
wissenschaftliche Studien über Einführung von Nachtbürgermeistereien für z.B. die Stadt Bremen,
Bachelor- und Masterarbeiten zum Konzept SOS und meine Arbeit (mehrfach aus der Uni Bonn).
Diese konnte ich teilweise auch an zuständige Personen in der Stadtverwaltung weiterleiten.
Relevant ist der Austausch mit meinen Kolleginnen und Kollegen, also anderen Nachtbürger-
meisterinnen, Nachtbeauftragten und anderen mit Nachtkultur befassten Personen und Institutionen,
die meisten von ihnen angestellt mit festen Stellen innerhalb der jeweiligen Stadtverwaltung. Wir
sind in der Interessengemeinschaft IG Nach(t)barschaft NRW-weit und auch deutschlandweit
verbunden.
Der Austausch und die Expertise helfen sehr weiter, da in unserem Beruf alle Themen grundsätzlich
die gleichen sind -egal welche Stadt. Mit ihnen habe ich gesprochen über Altstadtguides, awareness-
Konzepte, Finanzierungen, „Ist Luisa hier“, Lärmwerte u.v.m.!
Mit der Kollegin aus Münster und dem Nachtbeauftragten von Dortmund werde ich Anfang März im
Rahmen einer Dialogreihe an einem Panel des Umweltministeriums der NRW-Landesregierung zum
Thema „Zielkonflikte in innerstädtischen Quartieren aus Sicht des Immisionsschutzes“ mit dem neuen
Themenschwerpunkt „nächtlicher Freizeitlärm“ teilnehmen. Für 2026 ist auch eine NRW-Nachtkultur-
Konferenz in Planung.
In mehreren Online Konferenzen zum Beispiel von AKIM (Allparteiliches Konfliktmanagement in
München, Landeshauptstadt München) oder dem DVAG (Deutscher Verband für Angewandte
Geographie e.V.) habe ich teilgenommen, u.a.:
-Netzwerkcafé Kommunales Konfliktmanagement; Thema: Kioske als Ausgangspunkt für neue
Konfliktsituationen im Nachtleben, Thema: (Innen-)Stadt für alle? Herausforderungen und
Handlungsansätze aus der Perspektive Stadtmarketing
-Online-Veranstaltung „Stuttgart bei Nacht“.
Kontakte: 80+Seite 24 von 30
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8.Kommunikation, PR, Öffentlichkeitsarbeit
„Tue Gutes und rede darüber!“ Was wie eine Boomer-Weisheit klingt, bleibt weiterhin wahr!
Eine wichtige Aufgabe als Nachtbürgermeister war von Anfang an eine offensive Kommunikation.
Regelmäßige Präsenz im Viertel, Veedelsgespräche, „Auf‘n Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“,
persönliche Gespräche, Einführung der Altstadtguides, Besuche von Veranstaltungen und die
Darstellung der Möglichkeiten, die die Altstadt für alle Altersgruppen und Interessen bietet, sind nur
die halbe Miete, wenn keiner drüber redet!
So habe ich meine Kanäle auf Social-Media regelmäßig bespielt und weiter professionell ausgebaut.
Und auch 2025 wurde meine Arbeit in Print, Funk und Fernsehen aufgegriffen und gespiegelt
8.1.Presseamt
Mit dem Presseamt der Stadt Bonn habe ich wieder sehr gut zusammenarbeiten können. Sie
unterstützen mit Pressemitteilungen zu meinen Veranstaltungen und sind regelmäßiger
Ansprechpartner für mich und den an meiner Arbeit interessierten Medien.
In Zusammenarbeit mit dem Presseamt wurden eng koordiniert auch 2025 mehrere
Pressemitteilungen für die verschiedenen Bürgerdialoge herausgegeben, die jeweils auch Eingang in
die Berichterstattung des GA hatten und bei bonn.de auf der Seite der Stadt Bonn und ihrer
Facebook-Präsenz veröffentlich wurden.
8.2.Lokalpresse: Generalanzeiger, WDR Lokalzeit, Mitten im Leben, Deutsche Welle
Die Arbeit des Nachbürgermeisters und auch einzelne Themengebiete sind
auch 2025 immer wieder von Journalistinnen aufgegriffen worden.
Im Bonner Generalanzeiger gab es mehrere Artikel, besonders das dritte
Veedelsgespräch wurde ausführlich
wiedergegeben. Auch in der Glosse So gesehen
und einigen Kommentaren wurde ich in
verschiedenen Zusammenhängen erwähnt.
Für den WDR wurde eine Schalte für die Lokalzeit Köln zum Thema
Brüsseler Platz gesendet und auf einem WDR 5 Bürgergespräch in Köln zum
gleichen Thema war ich Gast und konnte von den Erfahrungen in Bonn
berichten und für Übertragbarkeit auf die Stadt Köln werben. Ein Kölner
Nachtbürgermeister, der dort 2019 schon im Gespräch war und leider
politisch dann doch nicht umgesetzt wurde, wäre selbstverständlich keine
Universallösung dort. Aber ein sinnvolles Puzzlestück, Kommunikator und
Koordinator hätte er sein können und definitiv besser als nicht gerichtsfeste
Scheinlösungen wie das verhängte Verweilverbot (!!) dort.Seite 25 von 30
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Und im städtischen Magazin „Mitten im Leben“ mit hoher Auflage und
Verbreitung wurde ein ausführliches Interview mit mir zu meiner Arbeit und
den Problemstellungen in der Altstadt publiziert. Hier konnte ich auch die
Komplexität der Arbeit in der Stadtverwaltung bei vermeintlichen einfachen
Lösungen z.B. am Altstadteingang verwaltungstechnisch und rechtlich
darstellen. Ebenfalls kam auch die Situation der Gastronomie mit gestiegenen
Kosten, Personalmangel und geändertem Ausgehverhalten zur Sprache.
Spannend war 2025 auch ein ausführliches Video Feature über meine Arbeit,
das ein Journalist der Deutschen Welle mit mir in der Altstadt gedreht hat.
8.3.Social-Media
Meine Social-Media-Präsenzen wurden auch 2025 weiter ausgebaut.
Viele direkte Kontaktaufnahmen mit Nachbarinnen und Nachbarn sowie Gastronominnen und
Veranstaltern fanden über WhatsApp, Facebook und Instagram statt. Und hier erhalte ich auch Infos
über aktuelle Entwicklungen & Veranstaltungen in der Altstadt und Termine & Mitteilungen der Stadt
Bonn. Dabei werden unterschiedliche Social-Media-Kanäle auch unterschiedlich thematisch benutzt.
Mein Instagram Account @altstadt_nachtbuergermeister hat mittlerweile über 1100 relevante
Follower. Hier teile ich in der Hauptsache spannende Veranstaltungen in der Altstadt, sowohl als
Ankündigung als auch Videos vom Tag selber und noch wichtiger Terminankündigung des
Nachtbürgermeisters, der Stadt Bonn und seiner Unterorganisationen, wenn sie die Altstadt betreffen
und manchmal auch darüber hinaus, wenn sie für die angesprochene Zielgruppe relevant ist. So
promote ich manchmal auch ausgewählte Locations außerhalb der Altstadt wie z.B. das soundbike
(obwohl es ja am Altstadtufer stattfindet) oder die Victoriawelle (die kulturelle Zwischennutzung des
alten Viktoriabads), die wichtig sind für das kulturelle und nächtliche Leben in Bonn. Mittlerweile
erreiche ich hier eine sehr große Zielgruppe. Manche Reels haben mehrere Tausend Aufrufe.
Auf Facebook bin ich „Altstadt Nachtbürgermeister“ mit fast 1.350 relevanten Followern . Mit diesem
Kanal halte ich Kontakt insbesondere zur Nachbarschaft in der Altstadt, der Kommunalpolitik und zu
gastronomischen Betrieben. Hier informiere ich in der Hauptsache
über meine eigenen Veranstaltungen, wie die Veedelsgespräche und
die Sprechstunden in der Altstadt, und bin immer auf dem
laufenden, was im Viertel und in ganz Bonn aktuell ist und teile diese
Infos auch weiter im Zuge der Wirtschaftsförderung i.e.S.!. Instagram
aufgrund seiner Zielgruppe promotet durch den NBM
Veranstaltungen innerhalb der Altstadt und teilweise meine Teilnahme daran. Ein Werbemittel für die
Altstadt, einzelne Gewerbetreibende und auch ein Statement, dass man eben nicht „immer nach Köln
fahren muss“ um auszugehen und etwas zu erleben.
Durch einen Kanal bei LinkedIn wurde mein Netzwerk auch businessmäßig substanziell erweitert.
Der ganz offizielle Email-Account nachtbürgermeister@bonn.de dient hauptsächlich der
verwaltungsinternen Kommunikation (Abstimmungen, Anfragen an Ämter etc.) und der direkten
Kontaktaufnahme von Anwohnerinnen und Anwohnern bei Beschwerden und der Schilderung von
Problemlagen.Seite 26 von 30
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8.4.Sonstige Kommunikation
Weiterhin bin ich Vor-Ort oft Gesprächspartner in der Altstadt und stehe selbstverständlich für viele
Kontakte und bei laufenden Verfahren telefonisch und per privatem WhatsApp zur Verfügung, was für
kurzfristige Absprachen schneller und einfacher ist (und technisch immer funktioniert!).
Mein Netzwerk konnte ich auch 2025 weiter ausbauen, und die Kontaktdatenbank der relevanten
Akteure in Altstadt, im Umfeld und bei der Stadt Bonn wächst.
9.Das Konzept Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit in der Altstadt
Das von der Verwaltung vorgelegte Konzept „Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit“ ist mittlerweile in
den verschiedenen Ausschüssen und in den politischen Parteien beraten worden und abschließend
final mit kleinen Änderungen vom Bonner Stadtrat beschlossen worden.
9.1.Konzept
Es enthält ein Kapitel zur Bonner Altstadt mit einer Bestandsbeschreibung und notwendig
vorgesehenen Maßnahmen, die ebenfalls vom Rat beschlossen wurden.
Beschrieben wird die Altstadt/innere Nordstadt als ein „vor allem bei Studierenden und
Schüler*innen - beliebtes Kneipenviertel“ mit Problemen im Bereich Lärm und Müll.
Zudem:
„Für die Altstadt wurde in 2023 ein Nachtbürgermeister engagiert. Dieser ist als Honorarkraft für 12
Stunden in der Woche beim Amt für Wirtschaftsförderung angestellt. Er soll Menschen, die im Viertel
arbeiten und leben, vernetzen und bei Konflikten vermitteln. Die Ordnungsbehörde steht mit ihm in
engem Austausch.“
Unter den weiteren notwendigen Maßnahmen wird genannt:
„Das erfolgreiche gestartete Projekt des Nachtbürgermeisters wird (…) fortgesetzt.“
9.2.Pilotprojekt Altstadtguides
Die Einführung von sogenannten Altstadtguides (Arbeitstitel) ab Sommer 2026 steht nun tatsächlich
kurz bevor!
Die Altstadtguides sind im vom Stadtrat verabschiedeten Konzept „Sauberkeit Ordnung und
Sicherheit“ im Altstadt Kapitel verankert. Es soll sich inhaltlich und in der Umsetzung orientieren an
einem bereits seit mehreren Jahren erfolgreich laufendem Projekt
der Stadt Dortmund von meinem Kollegen Chris Stemann, dem
Nachtbeauftragten.
Vergleichbare kommunikativen Konzepte für Kneipenviertel und das Nachtleben sind deutschlandweit
ähnlich in mehreren Städten bereits am Start, so z.B die „Nacht(sch)lichter“ in der Dresdner Neustadt,
von deren Arbeitsweise und den organisatorischen sowie finanziellen Hintergründen ich mich schon
vorletztes Jahr persönlich dort vor Ort überzeugen konnte. Spätestens, seitdem wurde so etwas mir in
vielen Gesprächen seit Jahren favorisiert.
Infos hier:
https://do-guides.de/Seite 27 von 30
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Aus meiner Sicht ist dieser Ansatz für viele Probleme, die alleine schon kapazitätsmäßig nicht durch
das Ordnungsamt selber geregelt werden können, ein wesentliches Puzzlestück, um die Situation für
Bewohner der Altstadt zu verbessern. Dabei sind Altstadtguides genauso wie es der
Nachtbürgermeister ebenfalls ist, ein Kommunikator, Schlichter und Vermittler und keinesfalls die
Vorstufe für einen folgenden Ordnungsamts- oder Polizeieinsatz (es sei denn es handelt sich um
konkrete Straftaten) sondern rein kommunikativ, deeskalativ und mit einer ganz anderen
Aufgabenstellung.
Neben der Verminderung von Lärm und Müll durch die längerfristig aufgebaute Vertrauensbasis bei
den Feiernden, Cornernden und auch manchmal über die Stränge schlagenden Besuchern des
Viertels, ist auf der anderen Seite auch die Awareness-Komponente ein wichtiger Teil dieses
Konzeptes.
Das bedeutet, dass im Nachtleben auf der Straße das ganze Wochenende erkennbare
Ansprechpersonen in kleinen Teams von 3-5 Personen anwesend sind auch für Menschen, die sich in
Situationen unwohl fühlen, Belästigungen ausgesetzt sind, oder andere Probleme haben.
Ein win-win-win für Stadt (,die Präsenz, Engagement und sich Kümmern zeigt), Nachbarn und
Partypeople!
So sind konkrete Ergebnisse z.B. in Dortmund bestätigte geringere
Einsätze des Ordnungsamtes dort, und das Konzept funktioniert so
gut, dass ist auch bei vielen städtischen großen Veranstaltungen
wie der städtischen Silvesterfeier und auch bei der EM eingesetzt
wurde und die FIFA sogar dafür bezahlt haben. Der Erfolg war, dass
es gar keine größeren Einsätze und Probleme mehr gegeben hat.
Ein kommunikativer Ansatz, der in vielen Städten erprobt ist und
sich für alle Beteiligten lohnt.
Die Einführung in Bonn (bislang noch) unter dem Arbeitstitel Altstadtguides sollte eigentlich schon
2025 starten und wird jetzt zum Frühjahr Sommer 2026 eingeführt werden.
Der aktuelle Stand der Dinge ist dabei folgender: das Vergabeverfahren für einen
Generalunternehmer, der dann im Auftrag der Stadt die Umsetzung macht ist in den letzten Zügen,
mit dem Herrn Hessenbruch und der Altstadt selber bin ich mit vielen Akteuren diesbezüglich im
Gespräch. Mit Mitarbeitern der Stadt Bonn waren wir in Dortmund beim dortigen Ordnungsamt zu
einem Termin auch mit dem Nachtbeauftragten Chris Stemann, wir tauschen uns regelmäßig aus über
den Fortgang und wichtiger Aspekte der Einführung (Organisation, Ausbildung, Personalakquise etc.)
und hatten auch ein Treffen mit einem ehemaligen Dortmundguide, der jetzt in Bonn wohnt, und uns
zusammen von seinen Erfahrungen berichtet hat.
Wie die Rolle des Nachtbürgermeisters in der konkreten Umsetzung in der Altstadt dann stattfinden
wird, wie im Konzept SOS angekündigt, ist in der Ausgestaltung noch nicht ganz klar, aber natürlich
wird sie inhaltlich und organisatorisch wichtig sein.Seite 28 von 30
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10.Ausblick
Für das Jahr 2026 sind -neben dem Tages- oder besser gesagt in meinem Fall Nachtgeschäft- u.a.
folgende Punkte vorgesehen:
• Begleitung und organisatorische Einbindung beim Pilotprojekt unter dem Arbeitstitel
„Altstadtguides“ aus dem Konzept Sauberkeit, Ordnung und Sicherheit
• Infoveranstaltung zu den Altstadtguides
• Fortsetzung des Bürgerdialogs mit dem vierten Veedelsgespräch im gleichen Rahmen, wie
2025 mit der Verwaltung durchgeführt
• Workshops zu Einzelthemen z.B. über Wünsche und Bedürfnisse der „young peoples
@Altstadt“
• Fortsetzung des Formats „Auf´n Kaffee mit dem Nachtbürgermeister“ ab Frühling wieder
regelmäßig auf dem Frankenbadplatz
Der Umfang dieser Vorhaben wird 2026 stark abhängig sein von der (bisherigen) Limitierung der
Arbeit des Nachtbürgermeisters im engen Zeitrahmen von 12h/Woche, denn es bleibt natürlich
bei den regelmäßigen „Amtspflichten“: Offenes Ohr für alle Anliegen und Interessen in der
Altstadt (Nachbarschaft, Gastronomie, Gäste & Feiernde), die Schnittstelle zu Verwaltung und
Politik und die regelmäßige Präsenz vor Ort in der Altstadt nach Einbruch der Dunkelheit, um nur
einige zu nennen.
11.Fazit
Der Nachtbürgermeister war auch 2025 ein erfolgreiches Projekt, weit über ein „nice to have“ hinaus.
Der Nachtbürgermeister bleibt eine wichtige kommunikative Schnittstelle zwischen der Altstadt mit
Bewohnerinnen und Bewohnern, Wirtinnen und Wirten, anderen Gewerbetreibenden und Akteuren
im Umfeld auf der einen Seite und Verwaltung und Politik auf der anderen.
Ein Übersetzer, der alle Interessen spiegelt und zum Ausgleich bringen soll.
Er bleibt auch 2026 ein offener Ansprechpartner auf Augenhöhe
für konkrete Probleme und andere Wünsche und Anregungen der
Bürgerinnen und Bürger und wird als engagierter Vertreter der
Interessen der Altstadt wahrgenommen. Wichtig ist dabei, dass
bei durchaus bestehenden Interessens- und Nutzungskonflikten
alle beteiligten Parteien wahrgenommen werden, sich äußern
können und es (im besten Fall) zu Kompromissen und
Lösungsansätzen kommt.
Durch meine Formate zum Bürgerdialog, meinem regelmäßigen Austausch mit der Gastronomie, dem
Zusammenbringen aller Beteiligten inklusive der Stadt in konkreten Fällen und Gesprächen und
Terminen innerhalb von Verwaltung und Politik konnte ich im dritten Jahr meiner Amtszeit dazu
beitragen.Seite 29 von 30
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Dabei finde ich weiterhin den Begriff Übersetzer für meine Arbeit treffend.
Ein Übersetzer zwischen Bewohnenden und Gastronomie sowie zwischen Altstadt und Stadthaus:
• Für Nachbarinnen und Nachbarn eine Person, an die man sich jederzeit wenden kann. Ein
Ansprechpartner, der ein offenes Ohr hat bei Problemen und dem man auch zutraut,
aufgrund seiner Kontakte einzelne Streitigkeiten zu lösen oder wenigstens zu mindern und
der dies auch bereits gezeigt hat
• Für Wirtinnen und Wirte ein akzeptierter Ansprechpartner, der als ehemaliger Gastronom
auch die gleiche Sprache spricht und auch ihre Interessen vertritt
• Für die Mitarbeiter in der Verwaltung, jemand der aufkommende Konflikte rechtzeitig im
Blick hat und Beteiligte rechtzeitig zusammenbringen kann, bevor es zu weiteren
Verhärtungen zwischen Nachbarschaft und Gastronomie kommt, verwaltungsseitig
eingegriffen werden muss und um in letzter Konsequenz auch aufwendige und teure
Gerichtsverfahren im Vorfeld vermieden werden können. Es geht hier auch um Präsenz
außerhalb normaler Öffnungszeiten, Hintergrundinformationen, andere Sichtweisen und
Kontakte im Netzwerk.
• Für die Politik ein kompetenter Gesprächspartner für Themen der Altstadt, der bei Bedarf
auch z.B. in der Bezirksvertretung Bonn um Stellungnahme zur Verfügung steht.
Ein Nachtbürgermeister, der
• in der Szene vernetzt ist
• den Dialog mit Bewohnenden der Altstadt kostengünstig und konstruktiv umsetzt
• das Kümmern der Stadt auch in der Presse transportiert
• die jungen Leute und ihre Wünsche an die Altstadt vertritt
• die Nachtökonomie auch als Wirtschaftsfaktor im Blick hat
• thematisch gut vernetzt ist
• auf Augenhöhe ansprechbar ist und vor Ort sichtbar ist
• als Bönnscher Jung ein guter Typ ist.
Dass meine Arbeit eine wichtige Funktion hat und Einsatz, Vorgehensweise sowie Ergebnisse auch
gesehen werden, wurde mir auch von allen Gesprächspartnerinnen so widergespiegelt.
Die Beurteilung des Amtes und meiner Arbeit war auch 2025 wieder wertschätzend und positiv!
MEIN MOTTO bleibt also auch 2026 ff.:
Liebe deine Stadt, insbesondere die Altstadt.Seite 30 von 30

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Datenstand: 02.11.2026, 21:12 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de