242248 · Beschlussvorlage
Beschlüsse zu den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Vorplanung des ZOB
Kerndaten
- Nummer
- 242248
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 17.01.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Maximilianstraße
- Kaiserplatz
- Hauptbahnhof
- Quantiusstraße
- Rabinstraße
- Thomas-Mann-Straße
- Am Hauptbahnhof
- Kaiserstraße
- Wesselstraße
- Gangolfstraße
- Poppelsdorfer Allee
- Thomastraße
- Bonn
- Beuel
- Hardtberg
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Empfehlung
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Empfehlung
- Sitzung des Hauptausschusses Empfehlung
Dateien
- Sammeldokument öffentlich Öffnen ↗
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Volltext
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Beschlussvorlage öffentlich 242248 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Beschlüsse zu den Ergebnissen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Vorplanung des ZOB Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 21.01.2025 Empfehlung Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 22.01.2025 Empfehlung Ausschuss für Soziales, Migration und Gesundheit 23.01.2025 Empfehlung Bezirksvertretung Bonn 04.02.2025 Empfehlung Hauptausschuss 06.02.2025 Empfehlung Rat 13.02.2025 Entscheidung Begründung der Eilbedürftigkeit: Ein politischer Beschluss ist erforderlich, der die Planungsgrundlage für die weiteren Planungsphasen darstellt. So lange dieser nicht vorliegt, kann keine inhaltliche Bearbeitung des Projektes erfolgen und es kommt zu Verzögerungen im Planungsablauf. Aus einer Verzögerung würden zudem auch Kostensteigerungen bspw. durch die allgemeine Preisentwicklung im Bausektor entstehen. Aufgrund eines Workshops zwischen Politik, beauftragtem Planungsbüro und Verwaltung am 14.01.2024 und ggf. daraus resultierenden Ergebnissen, die in der Beschlussvorlage Beachtung finden müssen, konnte die Vorlage nicht fristgerecht eingereicht werden. Beschlussvorschlag 1) Die Integration und Umsetzbarkeit der im Beteiligungsverfahren aufgekommenen Aspekte wird gemäß Anlage 5 im weiteren Planungsverlauf geprüft. 2) Die Verbindung der B-Ebene mit der Mittelinsel erfolgt - wie im Rahmen der Vorentwurfsplanung beschlossen - über zwei redundante Aufzüge, feste Treppe und Rolltreppen. 3) Eine gut einsehbare Fahrradtiefgarage mit höchstmöglicher Stellplatzzahl inklusive Fahrradrampe wird realisiert. 4) Die geplante Radverkehrsführung entlang der Maximilianstraße wird weiter geplant. 5) Für die örtliche Szene wird unter Wegnahme entsprechender Bus- Pausenplätze eine Aufenthaltsfläche zwischen Pausenplätzen, FahrradrampeSeite 1 von 116 Seite 2 und Südunterführung (sogenannte Dreiecksfläche) eingerichtet. Sollte die Fläche seitens der Szene nicht angenommen werden, ist die nachträgliche Einrichtung des Pausenplatzes für den Bus zu gewährleisten. Entsprechende Kapazitäten für Bus-Pausenplätze sind weiterhin am Kaiserplatz vorzuhalten und dort barrierefrei auszubauen. Begründung: 1. Einleitung Im Zeitraum vom 17.05.2024 bis 01.08.2024 fand die Beteiligungsphase der Bonner Bürger*innen sowie relevanter Stakeholder zur Neuplanung ZOB statt. Grundlage für die Beteiligung war der getroffene Beschluss zur Vorentwurfsplanung in der Ratssitzung am 14.03.2024. Die Verwaltung hat im Rahmen der Mitteilungsvorlage DS 232044-04 über die Bestandteile der Öffentlichkeitsbeteiligung informiert. Das gesamte Beteiligungsverfahren inklusive der relevanten Ergebnisse ist im Abschlussbericht sowie den dazugehörigen Anhängen im Einzelnen nachzulesen, die dieser Beschlussvorlage als Anlagen beigefügt sind. (Anlagen 1 bis 4). 2. Wesentliche Ergebnisse der Bürgerbeteiligung: Generell zielen zahlreiche Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger auf den Ist-Zustand und die damit einhergehenden bekannten Mängel und Defizite des derzeitigen ZOB ab. Darauf aufbauend wurden Wünsche und Anregungen formuliert. Weitaus weniger wurde die aktuelle Vorentwurfsplanung kommentiert. Darüber hinaus wurden häufig Aspekte genannt, die erst im weiteren Planungsverlauf geprüft und eingearbeitet werden können (vgl. hierzu auch Anlage 5). Im Vorfeld der Beteiligung wurden die folgenden fünf Fokusthemen identifiziert, auf deren Basis das Beteiligungskonzept sowie die dazugehörigen Fragen formuliert wurden. Im Rahmen der qualitativen Auswertung wurden alle Antworten, die in Textform eingegangen sind, analysiert und den jeweiligen Fokusthemen zugeordnet. Es sind folgende Ergebnisse zu nennen: Sicherheit; • Wunsch nach klaren Wegebeziehungen und einer ausreichenden Beleuchtung • Unübersichtlichkeit trägt im Bestand zu Unsicherheitsgefühl bei • ansässige „Szene“ trägt zu einem negativen Sicherheitsgefühl bei. Ein Ausweichplatz für die Szene im Umfeld wurde angeregt. • mehr Sicherheits- und Kontrollpersonal direkt vor Ort, Notfallsäulen sowie Überwachungskameras • generelles Drogen- und Alkoholverbot Aufenthalt:Seite 2 von 116 Seite 3 • mangelnde Sauberkeit • Wunsch nach mehr Mülleimern, ggf. mit größerem Fassungsvermögen, sowie eine häufigere Reinigung vor Ort • Wunsch nach einer öffentlichen WC-Anlage • mehr Witterungsschutz vor Sonne, Regen und Wind • mehr Grün/Begrünung • ausreichend Sitzgelegenheiten • Weitere Vorschläge: Bäckerei/Café, Imbissangebote, Trinkwasserspender, beheizter/klimatisierter Fahrgastaufenthaltsraum, moderne und zweckmäßige Gestaltung mit einer hellen, offenen Bauweise Mobilität für alle: • Beeinträchtigung der Barrierefreiheit (begrenzte Platzverfügbarkeit an Bussteigen, fehlendes Leitsystem inkl. akustischer Unterstützung) • Wunsch nach mehr Orientierung in Form von Beschilderungen und Anzeigetafeln, breiteren Bussteigen sowie ausreichender Beleuchtung • Wunsch nach klarer Trennung zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmenden • Anregungen: Ausweisung einer Fußgängerzone, Einführung von Schrittgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmenden • Reduzierung des Verkehrs im ZOB sowie vor dem Hauptbahnhof, da viele unterschiedliche Verkehrsträger aufeinandertreffen • Vereinzelt wird die Wiederöffnung des ehemaligen "City-Rings" gewünscht • Barrierefreie Wegeverbindung zwischen ZOB und Straßenbahnhaltestellen sowie zum Hauptbahnhof • Geplante Radverkehrsführung: Unfallrisiko zwischen querenden zu Fuß Gehenden und Radfahrenden, Wunsch nach (baulichen) Maßnahmen zur Risikominimierung bzw. alternativer Führung des Radverkehrs. Zugänglichkeit: • mangelnde Übersichtlichkeit • mehr und gut erkennbare Informationen • digitale Anzeigetafeln mit Echtzeitinformationen und Informationen zu Ausfällen an allen Bussteigen • einheitliches und verständliches System zur Bussteignummerierung • Wunsch nach einem Serviceangebot der SWB Bus und Bahn in Form von Ticketverkauf, -beratung und -information • unübersichtliche Wegeführung und unzureichende Fußgängerquerungen • Wunsch nach einer Priorisierung des Fußverkehrs mit einer klaren Abgrenzung zum Radverkehr. • Wunsch nach Zebrastreifen bzw. klar ersichtlichen und barrierefreien Querungsmöglichkeiten • Befreiung des ZOB-Bereichs von jeglichem Durchgangsverkehr, der nicht direkt für den Bereich relevant ist ( Fußgängerzone) Vernetzte Mobilität:Seite 3 von 116 Seite 4 • Trennung zwischen den einzelnen Verkehrsträgern bzw. - teilnehmenden • bessere Vernetzung mit Sharing-Angeboten, insbesondere Car- Sharing und Leihfahrräder • ausgewiesene Abstellorte für E-Scooter • Wunsch nach einer Verknüpfung zum Fernbusangebot • Wunsch nach sicheren, überdachten Fahrradabstellanlagen • offene und gut einsehbare Zuwegung zur Fahrradgarage • Integration der Fahrradgarage in den ÖPNV (vergünstigtes Ticket, digitale Anzeigetafel ÖPNV-Abfahrten) • Kritik: Aufwand und Kosten einer Fahrradtiefgarage vor dem Hintergrund der umliegenden Abstellmöglichkeiten in den Parkgaragen in der Rabin- und Quantiusstraße 3. Aufnahme der Ergebnisse in die Planung Viele der im derzeitigen Zustand des ZOB als Mängel und Defizite empfundenen Aspekte werden durch die aktuelle Planung verbessert bzw. sogar beseitigt. Durch die große Mittelinsel mit den sich darum angeordneten Bussteigen erhalten die Fahrgäste eine ausreichend große und übersichtliche Wartefläche. Die Bussteige werden mit klaren Bezeichnungen sowie digitalen Fahrgastinformationsanzeigen versehen. Hinzu kommen ausreichend viele Mülleimer und Sitzgelegenheiten, deren Standort im weiteren Planungsverlauf festgelegt werden. Auf der Mittelinsel werden in einem Gebäude das gewünschte SWB-Servicecenter mit Ticketberatung und -verkauf sowie die öffentliche Toilettenanlage und ein/e Bäckerei/Café untergebracht. Die Umsetzung weiterer Maßnahmen, die aus Sicht der Bürgerschaft die Aufenthaltsqualität steigern würden, wie bspw. Wasserspender, werden im weiteren Planungsverlauf geprüft. Die Mittelinsel wird aus jeder Himmelsrichtung mittels barrierefreier Zuwegungen, teilweise signalisiert, erreichbar sein. Ob, wie teilweise gewünscht, Zebrastreifen markiert werden, wird seitens der Fachplanung unter Berücksichtigung der Anforderungen an einen möglichst reibungslosen und effizienten Busablauf noch einmal geprüft und bewertet. Auch der Wunsch zur Einrichtung einer Langsamfahrzone oder zur Ausweisung einer Fußgängerzone wird in den nächsten Schritten untersucht. Des Weiteren werden ein Leitwegesystem sowie akustische Ansagen eingerichtet. Dieser Aspekt ist in der bisherigen Vorentwurfsplanung nicht abgebildet, wird jedoch Bestandteil der weiteren Planungsphasen sein. Ein Witterungsschutz vor Sonne, Regen und Wind ist mit dem Dach über der Mittelinsel sowie den Fahrgastunterständen für die Bussteige entlang der Maximilianstraße gegeben. Die Sorge, dass sich unter dem geplanten Glasdach an heißen Tagen die Hitze staut, kann insofern abgeschwächt werden, als die Elemente der Photovoltaikanlage Schatten spenden. Trotzdem wird dieser Aspekt in den weiteren Planungsschritten noch einmal aufgegriffen und geprüft. Die Unterbringung eines eigenen Aufenthaltsraumes für die Fahrgäste muss im weiteren Verlauf unter Berücksichtigung der Platzbedarfe geprüft werden. Von einer weiteren Vergrößerung des Gebäudes wird abgeraten, da dieses die Wartefläche zerschneidet und zu Engstellen an denSeite 4 von 116 Seite 5 Bussteigen führt. Der Aspekt Begrünung wurde teilweise bereits in der Planung durch die Begrünung der Fahrgastunterstände sowie der Überdachung der Rampe zur Fahrradtiefgarage aufgegriffen. Ein Erhalt der Bestandsbäume ist aufgrund der geringen Tiefe des Unterbodens (Tunnelröhren) sowie der geplanten Maßnahmen im Untergrund (Fahrradtiefgarage) nicht möglich. Wie derzeit zu sehen, hat der fehlende Platz für das Wurzelwerk der Bäume Auswirkungen auf die Pflasteroberfläche und trägt zu Unebenheiten bei, die im Rahmen der Beteiligungsbausteine kritisch angemerkt wurden. Dies sollte bei der zukünftigen Planung vermieden werden. Weitere Maßnahmen zur Begrünung wurden bereits seitens des beauftragten Büros geprüft (Anlage 6). Diese sind jedoch aufgrund der Zerschneidung der Platzfläche nicht zu empfehlen. Die aktuelle Planung sieht zudem eine offene und helle Bauweise vor. Hinzu kommt ein helles Beleuchtungskonzept. Verwinkelte und dunkle Ecken werden so vermieden. Die vorgeschlagenen Maßnahmen aus der Bürgerbeteiligung zur Verwendung von umweltfreundlichen Materialien und Elementen werden im weiteren Planungsverlauf geprüft und, wo möglich, umgesetzt. Die Integration einer Photovoltaikanlage ist auf dem Dach der Mittelinsel vorgesehen. Um den Rückmeldungen aus der Bürgerbeteiligung bzgl. einer Kiss & Ride- Fläche vor Gleis 1 gerecht zu werden sowie eine Wendemöglichkeit für Taxen weiterhin anzubieten, wird der Planungsraum für die kommenden Planungsphasen um die Fläche zwischen Hauptbahnhofsgebäude und Südunterführung erweitert. Im Rahmen der Vorentwurfsplanung wurden die Planungen für diesen Bereich nur nachrichtlich dargestellt. In diesem Zusammenhang wurden im Rahmen der Bürgerbeteiligung gegenteilige Meinungen kundgetan, die entweder eine Komplettsperrung für den MIV im Bereich Hauptbahnhof - Südunterführung fordern oder die Befahrbarkeit in beide Richtungen erneut herstellen möchten. Diese gegenteiligen Äußerungen betreffen auch die Öffnung der Maximilianstraße für den MIV. Negative Stimmen bemängeln, dass durch die jetzige Vorentwurfsplanung der MIV nicht mehr über die Maximilianstraße abgewickelt werden kann. In diesem Zusammenhang wird seitens der Verwaltung darauf hingewiesen, dass ein leistungsfähiger ZOB nur unter Hinzunahme des ehemaligen Fahrbahnbereichs der Maximilianstraße gewährleistet werden kann. Eine weitere Reduzierung der verfügbaren Fläche würde dazu führen, dass die (politischen) Anforderungen an einen neuen ZOB weitaus weniger erfüllt werden als es im Rahmen der beschlossenen Vorentwurfsplanung der Fall ist. So ist es bspw. mit der verfügbaren Fläche nicht möglich, das gewünschte Fernbusangebot im Bereich des ZOB zu integrieren ohne die Leistungsfähigkeit für die innerstädtischen und regionalen Linien zu schmälern. Hier wird seitens der Verwaltung empfohlen, den bestehenden Standort des Fernbusbahnhofs an der Museumsmeile beizubehalten. Abschließend wurde in den diversen Beteiligungsformaten immer wieder die Frage gestellt, wie der Busverkehr während der Bauzeit am ZOB geregelt werden würde. Die Verwaltung wird hierzu eine rechtzeitige und umfangreiche Information der Bürger*innen vornehmen, sobald das Baustellenkonzept und der damit verbundene Baustellenfahrplan des lokalen ÖPNV abgestimmt sind. Seitens der Anliegenden wurde ebenfalls angeregt, dass eine frühzeitigeSeite 5 von 116 Seite 6 Information über die Bauphasen erfolgt und die Auswirkungen auf die Ladenlokale so gering wie möglich gehalten wird. Die Entwicklung eines Konzepts ist Bestandteil der nächsten Planungsschritte und wird den Busverkehr betreffend mit den relevanten Akteuren abgestimmt. 4. Konfliktpunkte im Beteiligungsprozess Aufgrund der zahlreichen Rückmeldungen auch von beteiligten Organisationen ergeben sich drei Konfliktpunkte, die im Weiteren erörtert werden. 4.1 Barrierefreie Anbindung der B-Ebene an die Mittelinsel des geplanten ZOB Die Fahrradgarage schafft einen sicheren und überdachten Ort zur Abstellung von Fahrrädern und sorgt an der Oberfläche durch die Reduzierung der dortigen Abstellanlagen für mehr Platz für andere Elemente. Gleichzeitig wirkt sich die Fahrradtiefgarage auf die Kosten für das Projekt (Erdarbeiten, Verlegung Kanal) aus und führt zu einem komplexeren Bauprozess. Unter Berücksichtigung der vorhandenen bzw. geplanten Abstellanlagen in der Rabinstraße (ca. 150 Stellplätze) sowie Quantiusstraße (Radstation 360 Stellplätze, geplantes Parkhaus ca. 800 Stellplätze), gilt es den Aspekt des Nutzens einer zusätzlichen Parkgarage gegen die hohen Kosten der Herstellung abzuwägen. Mit einer Fahrradtiefgarage am ZOB würde - ergänzend zu den beiden bestehenden Garagen - eine sichere Abstellmöglichkeit östlich der Bahn und südlich der B56 als räumlich trennende Elemente geschaffen, wodurch ein erweiterter Kreis an Menschen adressiert würde. Für das geplante Parkhaus an der Quantiusstraße liegen der Stadt bislang lediglich Unterlagen zur Beteiligung im Zulassungsverfahren des Eisenbahnbundesamtes (EBA) vor. Eine Genehmigung und Umsetzung des Vorhabens insgesamt sowie die final zu realisierende Anzahl an Radabstellanlagen oder deren Nutzungskonditionen sind ungewiss. Hinzu kommt die Forderung der Behinderten-Gemeinschaft (BG) Bonn, eine stufenlose und technikfreie Verbindung zwischen B-Ebene und Oberfläche zu schaffen. Aufgrund vergangener Erfahrungen wird eine barrierefreie Anbindung, wie in der Planung vorgesehen, über zwei Aufzüge von der BG Bonn als nicht ausreichend angesehen, da diese bei Vandalismusschäden und anschließender Behebung der Schäden oder Stromausfall (für längere Zeit) nicht nutzbar seien. Die zusätzlich bestehenden Möglichkeiten in der Umgebung (Aufzug Gleis 1 DB oder Aufzug Maximiliancenter) seien laut BG Bonn ebenfalls störanfällig und mit einem nicht hinnehmbaren Umweg verbunden. Vor diesem Hintergrund fordere man - statt der geplanten Rolltreppe - eine Rampe mit der im Bestand vorhandenen Steigung von bis zu ca. 10%. Ein gleichzeitiger Ausfall beider Aufzüge zwischen B-Ebene und Mittelinsel ist bei Berücksichtigung eines entsprechenden Wartungskonzeptes nach herrschender Fachplanungs- und Verwaltungsmeinung jedoch äußerst selten. Darüber hinaus ist es möglich, die Fahrradrampe in entsprechenden Situationen als Entfluchtungsmöglichkeit zu nutzen. Hierfür kann eine entsprechende Schleuse für Rollstuhlnutzende eingebaut werden. Die Realisierung einer sowohl barrierefreien Rampe (Steigung 6 %) als auchSeite 6 von 116 Seite 7 einer Rampe mit der Steigung der derzeitigen Bestandsrampe am ZOB (ca. 10 %) als Minimallösung zerschneidet an der Oberfläche die Mittelinsel und somit den Wartebereich für die Fahrgäste. Eine Rampe, die mit 6% Steigung den Anforderungen an die Barrierefreiheit genügen würde, würde die Mittelinsel vollständig "zerschneiden" und damit direkte Wegebeziehungen zwischen gegenüberliegenden Haltepositionen verhindern. Sollte eine Rampe mit einer zehn prozentigen Steigung realisiert werden, verbleibt eine Länge von ca. 37 m zwischen Gebäude und Rampe zum Queren der Mittelinsel. Die Folgen sind eine verringerte Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste und längere Umsteigewege zwischen den einzelnen Haltepositionen. Eine Rampe mit zehn Prozent Steigung entspricht zudem nicht den Vorschriften an einen ausreichenden Rettungsweg im Notfall, so dass weiterhin eine feste Treppe neben einer Rampe benötigt wird. Dies hat zur Folge, dass die verfügbare Fläche auf der Mittelinsel weiter begrenzt wird. Darüber hinaus greift die Rampe in die vorgesehenen Flächen für die Fahrradtiefgarage ein und zerschneidet diese ebenfalls, so dass verwinkelte Ecken entstehen und die Garage nicht von jeder Position aus vollends einsehbar ist (vgl. Anlage 7). Auf diese Weise würden potenziell Angsträume im Untergeschoss des ZOB entstehen, die im Rahmen der Neuplanung behoben werden sollten. Ein weiterer Aspekt ist der Entfall von Fahrradabstellplätzen. Unter Berücksichtigung einer Rampe mit einer Steigung von 10 % wie bei der Bestandsrampe am ZOB würden rund 230 Stellplätze (unter Annahme eines 50 cm Abstands bei Hoch-Tief-Aufstellung) entfallen. Ab einem gewissen Punkt rechnet sich jedoch die Umsetzung einer Fahrradtiefgarage bzgl. der anfallenden Kosten im Vergleich zum geschaffenen Angebot nicht mehr. Sollte eine Rampe mit einer Steigung von 10 % realisiert werden, steigen die durchschnittlichen Herstellungskosten pro Stellplatz von 4.479 € auf 5.655 € Bei einem kompletten Verzicht auf eine Fahrradtiefgarage würden sich die Kosten für den Tiefbau des ZOB von geschätzten 8,1 Mio. auf 4,5 Mio. reduzieren. In diesem Fall wäre keine Verlegung der Kanalleitung mehr notwendig. Die Verwaltung empfiehlt, die weiteren Planungsschritte auf Grundlage der beschlossenen Vorentwurfsplanung weiterzuführen und als Verbindung zwischen Oberfläche und B-Ebene neben zwei Aufzügen, eine feste Treppe sowie Rolltreppe vorzusehen. Auf diese Weise kann eine gut einsehbare Fahrradtiefgarage mit einer ausreichenden Zahl in Höhe von ca. 650 Stellplätzen realisiert werden. Auf Basis der geltenden Regelwerke und DIN-Normen ist eine Barrierefreiheit durch die zwei geplanten Aufzüge in redundanter Anzahl erreicht. Hinzu kommen die Ausweichmöglichkeiten im näheren Bahnhofsumfeld (Aufzug Maximiliancenter und Gleis 1) sowie zukünftig an der Thomas-Mann-Straße. Wie bereits erwähnt, besteht zusätzlich die Entfluchtungsmöglichkeit über die Fahrradrampe. 4.2 Radverkehrsführung im Bereich des ZOB Während die Radverkehrsführung aus Richtung der Straße Am Hauptbahnhof in Richtung Kaiserplatz/Kaiserstraße zu keinen Diskussionen führte, wurde die Radverkehrsführung in Richtung der Straße Am Hauptbahnhof kontrovers diskutiert.Seite 7 von 116 Seite 8 Die Rückmeldungen bzgl. der Radverkehrsführung entlang der Maximilianstraße sprechen ein erhöhtes Unfallrisiko zwischen zu Fuß Gehenden und Radfahrenden an. Deswegen sollten im weiteren Verlauf der Planung weitere Maßnahmen entwickelt werden, die das Unfallrisiko so weit wie möglich minimieren. Eine alternative Radverkehrsführung zwischen Bus- Pausenplätzen und Südunterführung würde in Konflikt zur geplanten Szenefläche stehen (vgl. Anlage 8; Anmerkung: Der Plan zeigt nicht den aktuellen Stand der Planung hinsichtlich des Servicegebäudes auf der Mittelinsel). Aufgrund der Rückmeldungen zur Radverkehrsführung hat die Verwaltung eine Zählung des Fuß- und Radverkehrs im Bereich des ZOB durchgeführt (vgl. Anlage 9). Sowohl auf der Maximilianstraße als auch auf der Straße Am Hauptbahnhof sind ungefähr die gleichen Mengen an Radverkehr unterwegs (zwischen 1.200 und 1.800 pro 24 h). Die Radverkehrsstärke in der Wesselstraße beträgt rund die Hälfte. Davon biegen die meisten Radfahrenden aus der Wesselstraße kommend nach rechts in Richtung Maximilianstraße ab (ca. 470). Am Knotenpunkt Maximilianstraße / Gangolfstraße stellt der Linksabbieger von der Maximilianstraße auf die Maximilianstraße in Richtung Ecke Primark- Gebäude / Am Hauptbahnhof die stärkste Relation dar (ca. 950). Radfahrende aus der Maximilianstraße von der Ecke Primark-Gebäude / Am Hauptbahnhof kommend, biegen am häufigsten rechts in die Maximilianstraße in Richtung Wesselstraße / Kaiserplatz ab (ca. 660). Anders als beim Radverkehr ist die Relation Maximilianstraße - Maximilianstraße in Richtung Ecke Primark-Gebäude / Am Hauptbahnhof deutlich weniger wichtig (ca. 550). Auch die gegenläufige Relation ist mit 680 zu Fuß Gehenden im Vergleich weniger frequentiert. Für den Fußverkehr ist die bedeutendste Verbindung von der Maximilianstraße aus Richtung Wesselstraße / Kaiserplatz kommend in Richtung Fußgängerzone Maximilianstraße (ca. 5.100) bzw. die Gegenrichtung (ca. 4.900). Anhand der durchgeführten Zählung ist anzumerken, dass im Vergleich deutlich mehr Fußverkehr als Radverkehr in diesem Bereich unterwegs ist (ca. das 4,5- Fache). Dies sollte bei der Ausgestaltung der weiteren Planung berücksichtigt werden. Die Verwaltung empfiehlt die Beibehaltung der geplanten Radverkehrsführung entlang der Maximilianstraße unter Berücksichtigung geeigneter (baulicher) Maßnahmen, die das Unfallrisiko zwischen zu Fuß Gehenden und Radfahrenden minimieren. 4.3 Aufenthaltsfläche für die Szene Für die lokale „Szene“ wurde ein potenzieller Aufenthaltsort identifiziert, der sich am Rande des ZOB befindet (sogenannte Dreiecksfläche zwischen Pausenplätzen und Südunterführung). Dort ist die Installation der gewünschten überdachten Sitzgelegenheiten, Mülleimern und Wasserspendern sowie einer selbstreinigenden Toilette möglich (vgl. Anlage 10). Da es sich beim Begriff „Szene“ um eine nicht homogene Gruppe handelt, bedarf es mehrerer Aufenthaltsmöglichkeiten für die einzelnen Gruppen im Umfeld des ZOB, um Konfliktsituationen zwischen den Gruppen zu vermeiden. Vorrangig halten sich die einzelnen Gruppen am jetzigen Rondell, am Kaiserbrunnen sowie auf der Grünfläche im Bereich westlich der Unterführung Poppelsdorfer Allee auf. In diesem Bereich wurden jüngst Sitzbänke installiert, die seitens der Szene gutSeite 8 von 116 Seite 9 angenommen werden und zu einer Verbesserung der Situation und Beschwerdelage rund um die Unterführung Poppelsdorfer Allee geführt haben. Die damalige Öffnung des Rondells hat ebenfalls zur Verbesserung der Situation rund um Kaiserplatz und Unterführung Poppelsdorfer Allee beigetragen. Aufgrund der Neuplanung ZOB entfällt das Rondell und die Fläche kommt zukünftig nicht mehr als Aufenthaltsfläche für die Szene in Frage. Als Ausgleich ist die angesprochene Dreiecksfläche mit der entsprechenden Ausstattung vorgesehen. Hierfür soll ein Teil der Fläche für den Bus- Pausenplatz D1 in Anspruch genommen werden, u.a. auch damit die Fläche gut einsehbar ist. Dies hat zur Folge, dass zukünftig lediglich zwei Gelenkbusse sowie ein Solobus im ZOB zur Pause abgestellt werden können. Entsprechende Pausenkapazitäten am Kaiserplatz sind aus betrieblichen Gründen zwingend aufrechtzuerhalten. Sollte der Standort der Dreiecksfläche seitens der „Szene“ langfristig nicht angenommen werden, ist sicherzustellen, dass die nachträgliche Herstellung eines weiteren Pausenplatzes möglich ist. Die Rückmeldungen aus der „Szene“ zu dem Standort Dreiecksfläche sind kontrovers. Einige Befragte bewerten den Standort negativ und wünschen sich eine Aufenthaltsfläche im Grünbereich entlang des Kaiserbrunnens bis zur Unterführung Poppelsdorfer Allee. Diese Flächen sind jedoch nicht im Besitz der Stadt Bonn, so dass man hier auf die Zustimmung der Universität angewiesen ist. Andere Befragte wiederum bewerten es positiv, dass überhaupt ein Standort für die „Szene“ eingeplant wird. Manche der Befragten würden jedoch am liebsten im Bereich des jetzigen Rondells verbleiben. Ein weiterer Austausch mit Ordnungsamt sowie dem VfG und der Caritas ist für die kommenden Planungsschritte vorgesehen. Zusätzlich wurde der Wunsch nach mehr Betreuungs-, sowie Kontroll- und Sicherheitspersonal geäußert. Notfallsäulen und eine generelle Videoüberwachung wurden als technische Unterstützungsmaßnahmen mehrfach gefordert. Zusätzlich wurde angeregt, dass für Konfliktsituationen eine Anlaufstelle vor Ort eingerichtet wird. Ob die Einrichtung der gewünschten Verbotszonen zumindest auf der Mittelinsel umsetzbar ist, bedarf einer rechtlichen Prüfung und hängt letztendlich auch davon ab, in wessen Besitz sich die ZOB-Fläche zukünftig befindet. Eine Unterbringung von Kontroll- und Sicherheitspersonal im geplanten Gebäude ist nur in Form der Wache GABI sinnvoll. Hierzu bedarf es einer weiteren Abklärung des Raumkonzeptes und der sicherheitsrelevanten (Bau-) Maßnahmen, die unter Umständen auch Einfluss auf die Gebäudegröße haben und somit in Abwägung zum städtebaulichen Umfeld stehen. Aus Sicht der Verwaltung sollte die beschriebene Aufenthaltsfläche mitsamt der genannten Ausstattungselementen für die Szene eingerichtet werden. Der damit einhergehende Wegfall von max. 1,5 Bus- Pausenplätzen wird am Kaiserplatz kompensiert. Anlage/nSeite 9 von 116 Seite 10 1 Anlage 1_ZOB Bonn Öffentlichkeitsbeteiligung Ergebnisbericht_final (öffentlich) 2 Anlage 2_ZOB_Bonn_Quantitative_Auswertung_der_Online_Beteiligung (öffentlich) 3 Anlage 3_ZOB_Bonn_Qualitative_Auswertung_der_Online_Beteiligung (öffentlich) 4 Anlage 4_ZOB_Bonn_Dokumentation_des_Kinderworkshops (öffentlich) 5 Anlage 5_Abwägungstabelle (öffentlich) 6 Anlage 6_zusätzliche Begrünung (öffentlich) 7 Anlage 7_Pläne Rampe 10 % (öffentlich) 8 Anlage 8_Alternative Radverkehrsführung (öffentlich) 9 Anlage 9_Fuß- und Radverkehrszählung ZOB (öffentlich) 10 Anlage 10_Potentialfläche Szene (öffentlich)Seite 10 von 116 ifok GmbH · a Cadmus Company · 0 Ergebnisbericht Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus- Bahnhofs Bonn (ZOB) Im Auftrag des Stadtplanungsamt der Bundesstadt Bonn, Abteilung Mobilität und Verkehr Düsseldorf, 18. September 2024Seite 11 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · Inhaltsverzeichnis 1. Beteiligung zum Zentralen Omnibus-Bahnhof........................................................................ 1 2. Infoabend im Digital HUB Bonn am 24.Mai 2024 ................................................................... 2 3. Online-Befragung der Stadtgesellschaft ................................................................................ 4 3.1 Quantitative Auswertung der Online-Beteiligung .......................................................................... 5 3.2 Qualitative Auswertung des Infoabends und der Online-Beteiligung ............................................ 9 4. Stakeholder-Interviews mit Ortsbegehung .......................................................................... 12 5. Kinder- und Jugendbeteiligung ........................................................................................... 17 6. Fazit................................................................................................................................... 21 7. Anhang .............................................................................................................................. 21Seite 12 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 1 1. Beteiligung zum Zentralen Omnibus-Bahnhof Der derzeitige Zustand des Zentralen Omnibus-Bahnhofs (ZOB) entspricht nicht mehr den aktuellen Anfor- derungen in Bezug auf Erscheinungsbild, Ausstattung und Kapazität. Aus diesem Grund plant die Bun- desstadt Bonn eine prioritäre Neugestaltung des ZOB und der angrenzenden Flächen. Durch die zentrale Lage des ZOB in der Innenstadt müssen viele verschiedene Anforderungen und Nutzungswünsche in Ein- klang gebracht werden. Der Schwerpunkt bei der Umgestaltung liegt auf einem leistungsfähigen, flexiblen und barrierefreien Nahverkehr. Der neue ZOB wird im Vergleich zur derzeitigen Situation deutlich verbes- sert und die Erreichbarkeit der Innenstadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver gestaltet. Zudem soll die Aufenthaltsqualität vor Ort deutlich gesteigert werden. Aufgrund der unterschiedlichen Nutzungsanforderungen der verschiedenen Nutzer*innengruppen ist ein Austausch über das Vorhaben mit der Stadtgesellschaft und verschiedenen Stakeholdergruppen essenziell. Im Rahmen diverser Beteiligungsbausteine wurde die Stadtgesellschaft informiert und bekam die Möglich- keit, in verschiedenen Formaten Anregungen zur Umgestaltung des ZOB zu geben. Diese fanden zwischen Mai und Juli 2024 statt. Je nach Zielgruppe wurden verschiedene Beteiligungsformate für Bürger*innen durchgeführt, um einen möglichst umfassenden Einblick in Bedürfnisse, Probleme und Herausforderungen unterschiedlichster Zielgruppen zu erlangen. Dies umfasste einen öffentlichen Informationsabend, eine Online-Befragung, Interviews mit relevanten Stakeholdern sowie einen Kinderworkshop. Im Fokus standen hierbei die Themen Sicherheit, Mobilität für alle, Aufenthalt, Zugänglichkeit und vernetzte Mobilität. Als zentrale Themen wurden unzureichende Sicherheit, mangelhafte Sauberkeit, fehlende Übersichtlichkeit und komplizierte Umstiege identifiziert. Die Anregungen werden im Planungsverlauf geprüft und soweit möglich in die weitere Planung aufgenommen, um schließlich der Politik zur Beschlussfassung vorgelegt zu werden. Im Folgenden werden die Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung vorgestellt.Seite 13 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 2 2. Infoabend im Digital HUB Bonn am 24. Mai 2024 Abbildung 1: Infoabend im Digital HUB Bonn (am Hauptbahnhof) am 24.05.2024 Am 24. Mai 2024 fand von 16:30 bis 19:30 Uhr ein öffentlicher Info- abend im Digital Hub Bonn statt. Dort hatten die Bürger*innen die Möglichkeit, sich an verschiedenen Themeninseln zum Vorhaben zu informieren und mit Fachleuten der Bundesstadt in den Austausch zu kommen. Die Veranstaltung wurde öffentlich in der Presse sowie über die Webseite der Stadt Bonn beworben. Weiterhin wurden ins- gesamt 1.500 zufällig ausgewählte Personen (1.000 Erwachsene so- wie 500 Kinder/Jugendliche) postalisch zur Veranstaltung eingela- den, sowie Briefe an die direkten Anwohnenden des ZOB verteilt. Ziel der Veranstaltung war die öffentliche Information einer mög- lichst breiten Öffentlichkeit. Gleichzeitig stellte die Veranstaltung den Auftakt der Öffentlichkeitsbeteiligung dar.Abbildung 2: Gespräche an den InformationsplakatenSeite 14 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 3 Etwa 100 Bonner Bürger*innen nahmen die Möglichkeit wahr und besuchten den Infoabend, um sich über den aktuellen Planungs- stand des ZOB-Neubaus zu informieren. Eröffnet wurde der Abend durch Oberbürgermeisterin Katja Dörner und der SWB Bus und Bahn-Geschäftsführerin Anja Wenmakers. Beide betonten die Wichtigkeit des Vorhabens in Bezug auf Nachhaltigkeit und Attraktivität der Bundesstadt Bonn. Da es sich um ein komplexes Vorhaben handele, sei es umso wichtiger, heute zusammenzukommen und sich über die unterschiedlichen Belange der Nutzer*innengruppen auszutauschen, um diese bestmöglich in der Planung berücksichtigen zu können. Die Veranstaltung wurde als Informationsmarkt durchgeführt. Bei diesem dezentralen Veranstaltungsformat können sich die Besucher*innen selbstständig an verschiedenen Themeninseln informieren und beteiligen. Weiterhin standen an den Informationsständen Fachexpert*innen bereit, um die Fragen der Bürger*innen zu beantworten. Die Teilnehmenden nutzen die Gelegenheit, hinterließen Anmerkungen und Ideen an den ausgestellten Plakaten und suchten den intensiven und konstruktiven Austausch mit den Expert*innen. Die Themeninseln bestanden aus den Fokusthemen Sicherheit, Mobi- lität für alle, Aufenthalt, Zugänglichkeit und vernetzte Mobilität. An den Plakaten zu den Fokusthemen konnten sich die Teilnehmenden informieren, sich aber auch aktiv beteiligen und ihre Anregungen als Antworten auf formulierte Leitfragen aufschreiben. Beim Thema Si- cherheit etwa konnten potenzielle Angstpunkte rund um den ZOB sowie Vorschläge für weitere Sicherheitsmaßnahmen vermerkt werden (siehe Abbildung 3). Weiterhin konnten Anregungen und Ideen zum jeweiligen Thema für den zukünftigen ZOB abgegeben werden. Neben den Beteiligungsmöglichkeiten und dem direkten Austausch mit den Fachleuten gab es fachlichen Input zum aktuellen Planungs- stand von anwesenden Mitgliedern des Planungsteams. Zusätzlich lag in der Mitte des Raumes auf einem Tisch eine Karte mit der aktuellen Planung des neuen ZOB aus. An diesem Kartentisch konnten sich die Teilnehmenden ansehen, wie die Umgestaltung des ZOB nach aktuellem Planungsstand aussieht und gleichzeitig ihre Anmerkungen und Vorschläge zu spezifischen Gegebenheiten des neuen ZOB abgeben (siehe Abbildung 4). Abbildung 3: Beteiligungsplakat zum Thema Sicherheit Abbildung 4: Beteiligung am KartentischSeite 15 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 4 Alle Rückmeldungen, Hinweise und Ideen wurden gemeinsam mit den textlichen Anmerkungen der Online- Beteiligung ausgewertet, die Ergebnisse werden in Kapitel 3.2 dargestellt. 3. Online-Befragung der Stadtgesellschaft Abbildung 5: Startseite der Online-Beteiligung Im Zeitraum vom 17.05.2024 bis zum 14.06.2024 hatten die Bonner Bürger*innen die Möglichkeit über die Beteiligungswebseite bonn-macht-mit.de an einer Online-Umfrage zur Umgestaltung des Zentralen Omni- bus-Bahnhofs teilzunehmen. Der aus insgesamt 20 inhaltlichen Fragen bestehende Fragebogen setzte sich aus einer Mischung offener und geschlossener Fragen zusammen. Die Teilnehmenden hatten so die Mög- lichkeit, ihre Hinweise, Anregungen und Ideen zu den Fokusthemen Sicherheit, Mobilität für alle, Aufent- halt, Zugänglichkeit und vernetzte Mobilität zu äußern. Um Auswertungen nach verschiedenen Personen- gruppen vornehmen zu können, wurden außerdem persönliche Angaben zu Alter, Geschlecht, Wohnort oder eingeschränkter Mobilität abgefragt. Die Online-Befragung wurde von den Bürger*innen gut angenommen. Insgesamt wurden 976 Fragebögen ausgefüllt. Die Auswertung erfolgte getrennt in einem quantitativen und einem qualitativen Teil. Der quantitative Teil beinhaltet alle Fragen, bei denen die Bürger*innen eine zählbare Bewertung oder Rück- meldung abgeben konnten. Die qualitativen Antworten wurden gemeinsam mit den Rückmeldungen des Infoabends und weitere Beteiligungsbausteine ausgewertet (siehe Kapitel 3.2).Seite 16 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 5 3.1 Quantitative Auswertung der Online-Beteiligung Von den 976 Teilnehmenden war etwa die Hälfte weib- lich (47,34 %) und männlich (51,47 %). Etwa 57 % der Befragten sind zwischen 19 und 40 Jahre alt. Dabei nimmt die Beteiligung an der Umfrage mit steigendem Alter ab. Dieser Umstand ist mit der höheren Online-Af- finität junger Generationen zu erklären. Die Gruppe der unter 18-jährigen ist unterrepräsentiert, mit nur etwa 2 % der Befragten (siehe Abbildung 6). Etwa zwei Drittel der Befragten halten sich mindestens ein bis drei Mal pro Woche am ZOB auf, etwa ein Viertel täglich. Seltener als monatlich halten sich nur etwa 8 % der Befragten am ZOB auf. Zu Beginn wurden die Teilnehmen- den gefragt, welche fünf Themen die höchste Relevanz am neuen ZOB haben. Dabei stachen fünf Themen heraus, die mehr als 50 % der Befragten auswählten: Sauber- keit, Wetterschutz, Übersichtlich- keit, Sicherheit sowie eine verbes- serte Aufenthaltsqualität (siehe Abbildung 7). Eine verbesserte Be- leuchtung oder Stellplätze für Fahrräder wurden nur von weniger als einem Viertel der Befragten ausgewählt. Abbildung 6: Altersstruktur der Befragten Abbildung 7: Umfrage zu den wichtigsten Themen am ZOBSeite 17 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 6 Im Thema Sicherheit sehen viele der Be- fragten noch deutliches Verbesserungs- potenzial. So gaben etwa 77 % der befrag- ten Frauen an, sich am ZOB aktuell unsi- cher oder sehr unsicher zu fühlen. Auch Männer fühlen sich überwiegend (eher) unsicher, insgesamt etwa 66 % der Be- fragten. Sicher fühlen sich am ZOB nur etwa 20 % der Frauen und etwa 30% der Männer. Lediglich ca. 2,5 % der Teilneh- menden gaben an, sich am ZOB sehr si- cher zu fühlen (siehe Abbildung 8). Ursächlich für die Unsicher- heit ist den Befragten zufolge die Unübersichtlichkeit des ZOB (50,94 %) sowie persön- liche Begegnungen (44,97 %). Auch Konflikte mit ande- ren Verkehrsteilnehmenden tragen zu Unsicherheit bei (32,49 %) (siehe Abbildung 9). Etwa die Hälfte der Teil- nehmenden gab an, dass Situationen der Unsicher- heit oft oder sehr oft vorkommen, während nur etwa 3,6 % der Befragten nie Unsicherheit erleben. Auch hier zeigt sich, dass Frauen etwas häufiger in unsichere Situationen geraten, die Regelmäßigkeit des Auftretens unsicherer Situationen ist aber geschlechterübergreifend. Abbildung 9: Umfrage zu Situationen der Unsicherheit Abbildung 8: Umfrage zur Sicherheit am ZOB nach GeschlechtSeite 18 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 7 Auch die Aufenthaltsqualität am ZOB wird von den Befrag- ten überwiegend als schlecht bis sehr schlecht einge- schätzt. Mehr als ein Drittel bewerten die Aufenthalts- qualität als sehr schlecht, weitere 46 % als schlecht. Weniger als ein Prozent ge- ben an, die Aufenthaltsquali- tät sei gut oder sehr gut (siehe Abbildung 10). Die Aufenthaltsqualität könnte den Teilnehmenden zufolge insbesondere durch erhöhte Sauberkeit und mehr Grün gesteigert werden. Etwa zwei Drittel geben an, sie würden den ZOB häufiger nut- zen, wenn der Platz sauberer wäre. Etwa die Hälfte würde ei- nen grüneren ZOB häufiger nut- zen. Im Gegensatz dazu würden mehr Dienstleistungen bei ei- nem Großteil der Befragten nicht zu einer erhöhten Nut- zung des ZOB beitragen. So ge- ben nur etwa 22 % an, den ZOB dann häufiger nutzen zu wollen (siehe Abbildung 11). Abbildung 11: Umfrage zur Nutzung des ZOB Abbildung 10: Umfrage zur AufenthaltsqualitätSeite 19 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 8 Weiterhin wurden die Gründe abgefragt, die die Menschen aktuell von der Nutzung des ZOB abhalten. Im Ein- klang mit den vorheri- gen Ergebnissen wird auch hier mehrheitlich (50,72 %) die mangel- hafte Übersichtlichkeit für Fahrgäste angege- ben. Weiterhin werden die engen Wege (49,59 %), sowie fehlende Sitzgelegen- heiten (45,59 %) genannt (siehe Abbildung 12). Befragte Personen mit eingeschränkter Mobilität geben mehrheitlich (62,82 %) an, dass die nicht barrierefreie Zuwegung die ausschlaggebende Hürde am aktuellen ZOB ist. Die vollständige Auswertung der Online-Beteiligung ist im Anhang zu finden. Abbildung 12: Umfrage zu Hindernissen am ZOBSeite 20 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 9 3.2 Qualitative Auswertung des Infoabends und der Online- Beteiligung Vorgehensweise Die qualitative Auswertung umfasst alle Antworten, die in Textform eingegangen sind. Da in verschiedenen Formaten ähnliche Fragen gestellt wurden und sich die Themen überschneiden, wurde eine gesammelte Auswertung vorgenommen. Dabei wurden die Rückmeldungen des Infoabends, der Online-Beteiligung so- wie Hinweise, die per E-Mail an das Planungsteam eingereicht wurden, berücksichtigt. Somit gingen insge- samt über 3.000 singuläre Rückmeldungen ein. Diese wurden verschiedenen Clustern zugeordnet. Der In- halt wurde dann entsprechend analysiert. Im Folgenden wird eine zusammenfassende Auswertung nach den fünf Fokusthemen vorgenommen. Eine detailliertere Auswertung nach spezifischen Leitfragen ist im Anhang zu finden. Ergebnisse zum Thema Sicherheit Das am häufigsten genannte Thema im Bereich Sicherheit betrifft den Umgang mit der lokalen „Szene“, Menschen ohne Obdach und Menschen mit Suchterkrankungen. Eine Vielzahl der Rückmeldungen nennt dies als Unsicherheitsfaktor vor Ort, da regelmäßig unangenehme Interaktionen vorkommen. Insbesondere Streitereien innerhalb der Szene, das Anpöbeln und Betteln trägt zum negativen Sicherheitsgefühl bei, weshalb ein Ausweichplatz für die dort ansässige Szene gefordert wird. Weiterhin sprechen sich viele Bürger*innen für ein generelles Alkoholverbot am ZOB aus. Weiterhin trägt auch die Unübersichtlichkeit zur Unsicherheit bei. Dunkle Ecken und unübersichtliche Orte werden als unsicher empfunden. Gewünscht wird ein sicherer Platz mit ausreichender Beleuchtung und klaren Wegebeziehungen, sodass sich dort die Stadtgesellschaft sicher aufhalten kann. Zusätzlich fordern viele der Befragten mehr Sicherheitspersonal direkt vor Ort, Notfallsäulen sowie Überwachungskameras. Ergebnisse zum Thema Aufenthalt Die größten Kritikpunkte mit den häufigsten Nennungen zum Thema Aufenthalt sind die mangelnde Sau- berkeit sowie fehlender Witterungsschutz. Die Wahrnehmung der Aufenthaltsqualität wird für den größten Teil der Befragten stark durch die man- gelnde Sauberkeit beeinflusst. Um die Sauberkeit zu erhöhen, wünschen sich die Bürger*innen insgesamt mehr Mülleimer mit größerem Fassungsvermögen, sowie eine häufigere Reinigung vor Ort. Auch eine sau- bere, öffentliche WC-Anlage wird gewünscht. Weiterhin leidet aktuell die Aufenthaltsqualität unter mangelndem Witterungsschutz und Sitzgelegenhei- ten. Hier wird eine ausreichende Überdachung gefordert, um sich vor Wind, Regen oder Sonne zu schützen.Seite 21 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 10 Dazu könnte auch ein im Winter beheizter und im Sommer klimatisierter Wartebereich zählen, da Kälte und Hitze gerade für Kinder und ältere Menschen eine Herausforderung darstellen. Auch wünschen sich die Befragten mehr Grün als Hitzeschutz im Sommer. Hierzu zählt beispielsweise das Begrünen von Haltestellendächern, sowie das Pflanzen von Bäumen und Beeten auf der Fläche des ZOB. Weitere Vorschläge zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität sind: • Gastronomie (Bäckereien, Cafés etc.) mit ausreichend Sitzgelegenheiten • Kiosk • Trinkwasserspender • Snackautomat • Schließfächer • Briefkästen & Packstation Ergebnisse zum Thema Mobilität für alle Die aktuelle verkehrliche Situation beeinträchtigt die Barrierefreiheit erheblich, insbesondere für Personen mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen, da die Bussteige sehr eng sind und nicht genügend Platz bie- ten. Fehlende Rampen und unzureichende Zugänge zu den Haltestellen verschärfen die Situation. Breite, rollstuhlgerechte Wege sowie eine Neugestaltung der Wartebereiche mit mehr Fläche würden die Barrie- refreiheit und das Sicherheitsgefühl verbessern. Mehr Aufzüge und Rolltreppen tragen ebenfalls zur Barrierefreiheit bei. Mehrheitlich als wichtiger erachtet werden dabei Rampen zwischen den Ebenen. Viele Personen weisen darauf hin, dass Rampen mit nicht zu starker Steigung zwingend als Alternative notwendig sind, um von der von der -1-Ebene auf die Null-Ebene zu kommen. Aufzüge und Rolltreppen seien Falle eines technischen Defekts nicht nutzbar. Weiterhin kann es an Aufzügen aufgrund der limitierten Kapazitäten zu langen Wartezeiten kommen. Ein Leitsystem für blinde Menschen sowie akustische Unterstützung und klare Beschilderung würden die Orientierung und Nutzung der Bussteige verbessern. Radwege, die direkt hinter den Haltestellen verlaufen, erhöhen das Unfallrisiko und erschweren die Fort- bewegung. Insgesamt müssen die Wege zwischen dem Hauptbahnhof und dem ZOB barrierefrei gestaltet und von Durchgangsverkehr befreit werden, um die Sicherheit und Zugänglichkeit für alle Nutzer*innen zu gewährleisten. Zusätzlich tragen auch gut sichtbare Beschilderungen und Anzeigetafeln, sowie ausreichende Beleuchtung zur Übersichtlichkeit und Barrierefreiheit bei.Seite 22 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 11 Ergebnisse zum Thema Zugänglichkeit Der am häufigsten genannte Kritikpunkt beim Thema Zugänglichkeit ist die mangelnde Übersichtlichkeit des ZOB. Viele Menschen nehmen den ZOB als sehr unübersichtlich wahr und nutzen ihn daher nur einge- schränkt oder seltener als gewünscht. Besser aufbereitete Informationen können die Übersichtlichkeit am ZOB verbessern, indem klare, gut lesbare, digitale Anzeigetafeln mit Echtzeitinformationen an mehreren Stellen aufgestellt werden und ein verbessertes Wegeleitsystem angeboten wird. Zusätzlich sollten Informationspunkte und ein Servicezentrum der SWB zur Verfügung stehen, bei Fragen zu Tickets oder Umsteigemöglichkeiten. Ein einheitliches System zur Bussteignummerierung wird ebenfalls gewünscht. Weiterhin wird die Zugänglichkeit am ZOB durch unzureichende Fußgängerüberwege und eine unübersicht- liche Wegeführung beeinträchtigt. Eine klare Wegeführung mit gut markierten Zebrastreifen (anstelle von Ampeln) und breiten, rollstuhlgerechten Wegen wird genannt, um sichere Übergänge zu ermöglichen. Ein vielfach geäußerter Wunsch ist, dass der ZOB von jeglichem Durchgangsverkehr, der nicht direkt für den ZOB relevant ist, befreit wird. In der Maximilianstraße erleben viele Personen einen Konflikt zwischen Fuß- und Radverkehr und fordern Maßnahmen, um diesen zu beheben. In diesem Kontext wurde auch mehrfach der Hinweis abgegeben, die Maximilianstraße böte sich als Fußgängerzone an. Ergebnisse zum Thema Vernetzte Mobilität Der häufigste genannte Wunsch, um die Umsteigebeziehungen zu verbessern, sind gut ausgeschilderte Fuß- und Radwege, die nicht mit dem PKW- und Bus-Verkehr korrelieren. Dies beinhaltet auch den Umstieg zur Straßenbahn und zum Fern- und Regionalverkehr im Hauptbahnhof. Dieser gestalte sich aktuell schwierig, daher wünschen sich viele Personen eine bessere Vernetzung. Dazu beitragen würden abgestimmte Ab- fahrtszeiten der verschiedenen Mobilitätsformen, insbesondere zwischen Bus und Straßenbahn. Auch eine bauliche Verknüpfung und bessere Wegeführung ohne Ampeln werden gewünscht. Genannt wird außerdem eine bessere Vernetzung mit Sharing-Angeboten im näheren Umfeld des ZOB, insbesondere mit Leihfahrrädern. Bei der Thematik E-Scooter wünschen sich viele Bürger*innen eindeutige Abstellflächen am ZOB, da herumstehende Scooter oft als Hindernis wahrgenommen werden. Zur geplanten Fahrradgarage gab es überwiegend positive Rückmeldungen. Dabei ist den Menschen wich- tig, dass diese sicher, gut beleuchtet und leicht zugänglich ist. Vorgeschlagen wird auch eine Integration der Fahrradgarage in den öffentlichen Nahverkehr. So könnten beispielsweise Abfahrtsanzeigen des ÖPNV auch direkt in der Garage angezeigt werden. Ebenso wird eine Einbindung von Leihfahrrädern vorgeschlagen.Seite 23 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 12 4. Stakeholder-Interviews mit Ortsbegehung Die Ortsbegehungen fanden im Zeitraum vom 21.06.2024 bis zum 05.07.2024 statt. Diese wurden mit Ver- tretungen der Stadtverwaltung, der ifok GmbH sowie unterschiedlichen Stakeholdern, zu den Fokusthemen Sicherheit, Mobilität für alle, Aufenthalt, Zugänglichkeit und vernetzte Mobilität, durchgeführt. Folgende Interessensgruppen haben an diesem Format teilgenommen: Behindertenverband, Seniorenvertretung, Ju- gendhaus, Gleichstellungsbeauftragte, Sozialverband, ADFC, Fuss e.V., Busfahrer*innen, IHK, Anliegende. Außerdem eingeladen waren das Ordnungsamt, der VCD und Taxifahrer*innen. Mit dem VCD wurde bila- teral ein Termin mit dem Stadtplanungsamt vereinbart. Der Input vom Ordnungsamt erfolgte virtuell mit Verweis auf das aktuell fertiggestellte Sicherheitskonzept. Interview mit Vertreter*in der IHK Das erste Interview fand am 21.06.2024 mit einer Vertretung der IHK statt. Im Fokus standen die Themen Vernetzte Mobilität, MIV-Anbindung und Lieferverkehre. Bei der Umgestaltung des ZOB solle aus Sicht der IHK die Leistungsfähigkeit des ÖPNVs im Mittelpunkt stehen. Dafür müsse eine reibungslose Abwicklung des Busbetriebs, sowie die Erreichbarkeit für Pendler*innen gewährleistet sein. Dies könne bspw. durch so viele Haltepunkte wie möglich erreicht werden. Eine Fahrradgarage sei dabei zweitrangig. Für Unterneh- men sei der Umstieg auf ÖPNV allgemein gut für Nachhaltigkeitsreporte und den Handel mit Klimaschutzzertifikaten. Zum Thema Erreichbarkeit für den MIV werden von der IHK keine Bedenken geäußert, es bestehe eher ein Grundproblem mit dem City-Ring, was aber von der Diskussion rund um den ZOB losgelöst sei. Weiter werden keine notwendigen Änderungen in Bezug auf die bestehende Verkehrsführung gesehen. Die Lieferverkehre für lokale Betriebe sei bei der aktuellen Planung gegeben und wird als gut befunden. Der ZOB solle sich in gestalterisch an die aktuelle Bebauung rund um das ehemalige „Bonner Loch“ anpassen. Es solle drauf geachtet werden, dass sich nicht zu viele Bauvorhaben in Bonn überschneiden. Aus Sicht der IHK steht die Szenefläche im Widerspruch zur Leistungsfähigkeit. Es sei fraglich, ob die Fläche von Menschen aus der Drogen- und Obdachlosenszene angenommen würde. Interview mit Busfahrer*in Am 28.06.2024 wurde ein Interview mit einem Busfahrer stellvertretend für die SWB Bus und Bahn geführt. Die Fokusthemen lagen auf Aufenthalt, Sicherheit, Sauberkeit und der verkehrlichen Situation. Als Hauptgefahrenpunkt wurde hier das willkürliche Überqueren der Straßen von Passant*innen benannt. Der Mitarbeiter empfiehlt beim Ein- und Ausfahren in und aus dem ZOB Schrittgeschwindigkeit für die Busse vorzugeben. Dies betreffe insbesondere das Queren vom Kaiserbrunnen zur Mittelinsel und den Eingang an der Südunterführung. Ein weiterer Vorschlag ist eine Pflanzbarriere im Kurvenbereich am Kaiserbrunnen. Somit könnten Fußgänger*innen animiert werden, den markierten Weg zu nutzen und nicht kreuz und quer abzukürzen. Auch wurde angemerkt, dass Barrierefreiheit am ZOB derzeit nicht gegeben sei, was für dieSeite 24 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 13 zukünftige Planung stärker beachtet werden müsse. Ferner sei die Einführung von digitalen Anzeigetafeln für eine bessere Orientierung der Fahrgäste zu empfehlen. Der Befragte wünscht sich für die Pausenzeiten geeignete Pausenräume mit viel Platz, auch um sich ggf. zurückziehen zu können. Die aktuellen Räumlichkeiten sind sehr beengt und gerade zu Stoßzeiten überfüllt. Für die Pausenräume seien Sitzgelegenheiten, Ruhebereiche, Kaffee- und Wasserautomat, Klimaanlage, WCs und helle Beleuchtung essenziell. Zudem braucht es 5 bis 6 Abstellplätze für Busse für den Fall, dass die Ablöse nicht funktioniere. In Bezug auf die Szene wurde geäußert, dass teilweise auf das Abstellen der Busse gewartet werde, um in den Bus einzubrechen und den Wechsler rauszuholen. Zudem habe sich die Zahl der Vorfälle mit der Szene und betrunkenen Jugendlichen in den letzten Jahren verstärkt. In vielen Fällen gelänge es den Busfahrer*innen zu schlichten, aber teilweise müsse auch die Polizei mit dazu gezogen werden – bis zum Eintreffen dauere es meist 3-4 Minuten. In Bezug auf die Bauzeit wurde eine temporäre Öffnung der Maximilianstraße für Pausenplätze empfohlen, da der Busverkehr so nicht allzu stark eingeschränkt werden würde. Interview mit Jugendlichen Am 28.06. fand ein Interview mit sieben Jugendlichen aus dem Haus der Jugend statt. Dabei legten die jungen Teilnehmenden den Fokus auf die Themen Sicherheit und die verkehrliche Situation. Es wurde zurückgemeldet, dass es am ZOB insgesamt sehr dreckig sei. Ein Beispiel sind Glasscherben im Schienenbereich. Es wurde der Wunsch geäußert, dass häufiger Müll eingesammelt wird und unterirdische Mülleimer und Glascontainer angebracht werden. Auch könne eine stärke Kontrolle oder das Anbringen von Schildern, die zu mehr Sauberkeit mahnen, helfen, dass es am ZOB insgesamt sauberer würde. Die Jugendlichen äußerten, dass sie sich am ZOB unsicher fühlen. Es wurde der Bedarf an Kameras und Ansprechpersonen vor Ort hervorgehoben. Zudem seien auch betrunkene Jugendliche ein Problem am ZOB. In Bezug auf die Aufenthaltsqualität wünschten sich die Jugendlichen mehr Dienstleistungen wie öffentliche Steckdosen, eine Eisdiele auf Rädern, aber auch mehr Cafés und Bäckereien mit Sitzgelegenheiten. Thematisiert wurde außerdem, dass es am ZOB zu wenig Grün gäbe. Das führe dazu, dass der Platz sich im Sommer sehr stark aufheize. Daher wurde der Wunsch nach mehr Bäumen und Sträuchern geäußert. Auch eine Wassersprühanlage zum Abkühlen an warmen Tagen wurde thematisiert. Kritisiert wurden zudem die Übersichtlichkeit und Wegeführung. Bessere Markierungen und Ampeln könnten die Situation laut der Jugendlichen am ZOB verbessern. Interview mit Anliegenden Am 03.07.2024 fand ein Interview mit zwei Vertretern des SuperBioMarkts statt. Im Fokus des Interviews standen die Themen Anlieferung, Zuwegung und Belastung durch die Baustelle. Grundsätzlich wird die Umgestaltung des ZOB für die Belebung und Aufwertung der Bundesstadt Bonn positiv gesehen. DieSeite 25 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 14 Anliegenden profitieren massiv von der Laufkundschaft am ZOB. Wenn die Wege beispielsweise durch die Baustelle nicht mehr passierbar wären, würde das zu deutlichen Umsatzeinbußen führen. Deshalb sei eine gute Wegeführung während der Bauzeit unabdingbar. Es kam der Wunsch auf, dass der Bauablauf langfristig angekündigt wird. Ebenso wurde Interesse geäußert Bauzäune o. ä. als Werbefläche nutzen zu wollen. Im Endzustand sollen die Laufwege von Passant*innen für Gewerbe berücksichtigen werden – beispielweise aus Richtung der DB-Regionalgleise in Richtung Maximilianstraße. Der Laufweg aus der Unterführung sei bisher nur bis hin zur Mittelinsel vorgesehen; der aktuelle Zugang von der DB- Unterführung zur Maximilianstraße über die „steile“ Treppe würde nicht genutzt bzw. sei nicht sichtbar. Hier fehle eine deutliche und markante Beschilderung. Während der Bauzeit wird auch die Zulieferung als sehr schwierig angesehen, daher sei eine frühzeitige Kommunikation wichtig. In Bezug auf das Thema Sicherheit wird sich mehr Präsenz durch Sicherheitsbehörden gewünscht. Anliegende Geschäfte haben teil- weise mit Kriminalität (insbesondere Ladendiebstahl) zu kämpfen. Es kam der Wunsch nach guter Beleuchtung und Kameraüberwachung, um das Sicherheitsgefühl vor Ort zu steigern. Interview mit BAGSO und Behindertenverband Am 03.07.2024 fand ein Interview mit Vertreter*innen der BAGSO und dem Behindertenverband statt. Im Fokus standen die Themen Barrierefreiheit, verkehrliche Situation, Wegeführung und Information, Über- sichtlichkeit und Sicherheit. Die Barrierefreiheit sei am ZOB aktuell nicht gegeben. Der neue ZOB müsse dahingehend stark verbessert werden. Viele Wege seien zu eng, um diese mit Rollstühlen oder Rollatoren zu passieren. Es gäbe zahlreiche Einschränkungen in Bezug auf Sehen, Hören und Bewegungsfreiheit. Es wäre wichtig, dass man den Fokus nicht nur auf größere Schriften legt, sondern auch auf eine Audioaus- gabe, damit sich insbesondere Menschen mit einer Sehbeeinträchtigung gut am ZOB zurechtfinden können. Um das Sicherheitsgefühl zu steigern, solle es ausreichend Sicherheitspersonal am ZOB geben, das man durchgehend ansprechen kann, wenn Unterstützung benötigt wird. Es brauche weniger „dunkle Ecken“, mehr Notruf Telefone, Kameraüberwachung und eine Anlaufstelle der Wache GABI vor Ort. Weitere Konfliktpunkte bestünden bspw. bei der Fußgängerunterführung am Kaiserbrunnen – hier kollidieren Fuß- und Radverkehr. Zudem seien die Bordsteine zu hoch, insbesondere an den Bussteigen. Leitstreifen für Menschen mit Sehbeeinträchtigung könnten Konflikten mit anderen Fußgänger*innen entgegenwirken, wenn diese separat zum Fußweg verlaufen. Um Barrierefreiheit zwischen der unter- und der oberirdischen Ebene zu gewährleisten brauche es auch nicht-technischer Lösungen bspw. Rampen. Damit wäre sichergestellt, dass sich alle Menschen von A nach B bewegen können, auch wenn der Aufzug oder die Rolltreppe defekt sind. Cafés mit Sitzgelegenheiten für Menschen mit Behinderung würden die Aufenthaltsqualität aufwerten. Diskutiert wurden Möglichkeiten für einen barrierefreien Sanitärbereich auf der Mittelinsel und das Konzept einer „Toilette für alle“.Seite 26 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 15 Interview mit Gleichstellungsbeauftragter, VFG und Caritas Ein weiteres Interview fand am 05.07.2024 mit der Gleichstellungsbeauftragten, des Vereins für Gefährdetenhilfe (VFG) und der Caritas statt. Fokusthemen hier waren Sicherheit, Kontrolle, Verkehrsführung, Beleuchtung und Aufenthalt. In diesem Interview wurden viele Konfliktpunkte thematisiert. Der ZOB sei ein Kristallisationspunkt, an dem unterschiedliche Milieus aufeinandertreffen. Das müsse so organisiert werden, dass es am Ende ein subjektives Sicherheitsgefühl gibt. Darin bestehe die Chance der Planung. Ebenso zentral seien Konfliktpunkte unter den verschiedenen Verkehrsteil- nehmenden. Als zentrale Engstellen wurden die Überquerung von den Regionalgleisen der DB in Richtung Innenstadt und die geplante Verschränkung von Fahrrad- und Fußverkehr auf der Maximilianstraße benannt. Auch die Unübersichtlichkeit am ZOB wurde als Sicherheitsfaktor gesehen – so seien aktuell die vielen dunklen Ecken ein enormes Problem in Bezug auf das Sicherheitsgefühl vor Ort. Insgesamt wurde der aktuelle Entwurf als sehr positiv bewertet. Dies betreffe zukünftig insbesondere die unterirdische Fahrradgarage, welche so offen und einsehbar wie möglich gestaltet werden sollte. Dies betrifft insbesondere die Rampensituation der Ein- und Ausfahrt. Diskutiert wurden konkrete Vorschläge für Aufenthaltsflächen und deren Funktion für die Drogen- und Obdachlosenszene. Interview mit Fuss e.V. und ADFC Das Interview mit Vertreter*innen von Fuss e.V. und ADFC fand am 10.07.2024 statt. Im Fokus standen die Verkehrsführung und die Sicherheit am ZOB. Als zentraler Konflikt wurde die Ampelkreuzung zur Straßenbahnhaltestelle benannt – generell gäbe es zu viel Fußverkehr in unterschiedliche Richtung bei gleichzeitig hohem Radaufkommen. Unterschiedliche Querungen gestalten die Verkehrssituation sowohl für den Fuß- als auch den Radverkehr unsicher. Die Teilnehmenden unterbreiteten konkrete Vorschläge, wie mit der Situation umgegangen werden könnte. Beispielsweise könne die Überquerung von der Straßenbahnhaltestelle zur Mittelinsel des ZOBs näher an die Kreuzung gelegt werden oder eine „Fußgänger-Ampelphase“ geschaltet werden. Zudem wurde der Vorschlag gemacht, den gesamten ZOB als Fußgängerzone umzuwidmen, um Missverständnisse zwischen Busfahrer*innen und Fußgänger*innen zu reduzieren. Uneinigkeit besteht bei der Frage, wie die Radwegeführung umgesetzt werden solle. Für die Radfahrenden ist die aktuelle Lösung über die Maximilianstraße als eine annehmbare Kompromisslösung zu verstehen. Für die Fußgänger*innen wäre eine südliche Führung der Radwege mit weniger Konfliktpotenzial verbunden. Interview mit VCD Am 01.08.2024 fand das Interview mit einem Vertreter des VCD statt. Der vorliegende Entwurf wurde als gut gelungen bezeichnet, er stelle eine Verbesserung zum Bestand dar. Positiv hervorgehoben wurde die große Mittelinsel sowie die ansprechende Gestaltung. Kritisch betrachtet wird die zu hohe Fahrgeschwindigkeit mancher Busfahrenden, weshalb im Zuge der Planung überlegt werden sollte, den gesamten Bereich am ZOB künftig als „Langsamfahrzone“ auszuweisen, da dies die Sicherheit allerSeite 27 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 16 Verkehrsteilnehmenden verbessern würde. Allgemein wurde angemerkt, dass immer weniger Verkehrsteilnehmende aufeinander Rücksicht nehmen. Insbesondere für Gehweg, Radweg und die Wartebereiche entlang der jetzigen Maximilianstraße sei eine gegenseitige Rücksichtnahme essenziell. Zusätzlich sei es sinnvoll Schilder im Bereich der Querungen vom Wartebereich über den Radweg zum Gehweg anzubringen, um für die Querungen zu sensibilisieren. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Radfahrende solle ebenfalls in Betracht gezogen werden. In Bezug auf Barrierefreiheit sollten barrierefreie Querungen eingerichtet werden. Die geplanten Aufzüge werden als gut und wichtig bewertet. Dagegen spricht sich der Teilnehmende gegen eine Rampe aus, da diese die Mittelinsel zerschneiden würde. Sollten die Aufzüge ausfallen gäbe es vorhandenen Alternativen im Umfeld, um auf die Null-Ebene zu gelangen. Die einzelnen Bus-Haltepositionen sollten zukünftig für eine gute Übersichtlichkeit im Sinne der Fahrgäste beschildert und mit DFI-Anzeigern versehen werden. Auch sollte angezeigt werden, an welchem Bussteig welcher Bus abfährt. Eine Zone für Kiss & Ride sei wichtig, damit beispielsweise ältere Menschen oder Personen mit viel Gepäck zum Hauptbahnhof, aber auch zum ZOB gebracht werden können. Zur Frage einer Ausweichfläche für Menschen aus der Drogen- und Obdachlosenszene wurden alternative Standorte vorgeschlagen. Beispielsweise wurde die Fläche vor Gleis 1 genannt (im Besitz der DB) oder im Bereich zur Poppelsdorfer Allee (zwischen Südunterführung und Fußgängerunter-führung Poppelsdorfer Allee). Außerdem sollten die folgenden Aspekte in die weitere Planung integriert werden: Hitzeschutz, bspw. ein Kühlraum für den Fahrgastaufenthalt, Maßnahmen zur Verschattung und ein Wasserspender. Für die Sicherheit: Notrufsäulen, Überwachung insbesondere nachts in Form von Personal bzw. Kontrollinstanzen durch die Wache GABI, ein kontrollierter Warteraum für die Nacht sowie die Verlegung der Wache GABI zum ZOB. Zur Gestaltung wurde geäußert, dass ein Material für die Fahrbahn verwendet werden sollte, das nicht zu Schlaglöchern und Unebenheiten neigt. Hinsichtlich einer besseren Anbindung im Bereich des Hauptbahnhofs wurde der Wunsch geäußert, dass der südliche Tunnel ebenfalls Aufzüge bekommt.Seite 28 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 17 5. Kinder- und Jugendbeteiligung Jugendbeteiligung Jugendliche wurden im Rahmen des Beteiligungsformats “Stakeholder-Interviews mit Ortsbegehung” in die Neugestaltung des ZOB einbezogen (vgl. S. 153). Kinder-Workshop Am 22. Juli 2024 fand im Rahmen der Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung des zentralen Omnibus-Bahnhofs ein Workshop mit 15 Kindern der Marienschule der Jahrgangstufe 4 statt. Ziel des Workshops war es, die Bedürfnisse, Ängste und Ideen der Kinder zum aktuellen Stand sowie zur Neuplanung zu verstehen und für die weitere Planung aufzunehmen. Der Workshop war in drei Teile strukturiert: (1) eine Ortsbegehung (2) eine gemeinsame Reflektion über den Ist-Zustand inklusive Problemen und Herausforderungen des ZOBs und seiner Nutzer:innen (3) eine Ideenentwicklung und Verortung auf der Karte des zukünftigen ZOBs, um die aktuellen Probleme und Herausforderungen zu verbessern. Die von dem Stadtplanungsamt gesetzten Fokusthemen des Workshops waren Sicherheit, Aufenthalt und Wegeführung.Seite 29 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 18 Ortsbegehung Die Ortsbegehung wurde auf spielerischer Weise anhand einer Schnitzeljagd für die Kinder umgesetzt. Verschiedene Fragen und Aufgabenstellungen mussten vor Ort von den Kindern gefunden und gelöst werden. Dies ermöglichte den Kindern, den Ort unter verschiedenen Gesichtspunkten kennenzulernen und zu sehen. Die Kinder beschrieben den ZOB als einen Ort mit geringer Aufent- haltsqualität aufgrund von Müll, Dreck und wenig bunten und/oder grünen Flächen. Außerdem wurde die hohe Lärmbelas- tung bemängelt. Hingegen empfanden die Kinder den Bereich rund um den Kaiserbrunnen als schön, unter anderem durch die Sitzgelegenheiten. Der ZOB wurde außerdem als unsicherer Ort beschrieben, was vor allem durch die schlechte Übersichtlichkeit sowie betrunkene Menschen vor Ort begründet wurde. Auch die Wegeführung wurde bemängelt, vor allem aufgrund der fehlenden Ampeln und Zebrastreifen, sowie die zu schnell fahrenden Busse, welche teilweise auch auf den vorhandenen Zebrastreifen halten würden. Reflektion des Ist-Zustands Zurück im Klassenzimmer wurde zuerst in Kleingruppen das Erlebte und Gesehene reflektiert. Die Kinder bekamen die Möglichkeit, die für sie wichtigsten Punkte zu erläutern und zusammenzufassen. Im Anschluss teilten die Gruppen im Plenum unter den drei Themen Sicherheit, Aufenthalt und Wegeführung ihre Beobachtungen und die von ihnen identifizierten Probleme. Gemeinsam wurde abgestimmt und eine Priorisierung vorgenommen. Die drei am höchsten eingestuften Punkte unter dem Thema Sicherheit waren der Wunsch nach mehr Zebrastreifen am ZOB, zu schmale Gehsteige an den Haltestellen, sowie Unebenheiten im Bodenbelag. Letzteres sei laut den Kindern vor allem für Menschen mit Beeinträchtigung eine Herausforderung. Unter dem Thema Aufenthalt wurden die fehlende Sauberkeit am gesamten ZOB, zu wenig Bänke und Sitzgelegenheiten sowie fehlende Grünflächen in Verbindung mit zu vielen versiegelten Flächen bemängelt. Beim Thema Wegeführung waren die drei am häufigsten genannten Punkte die Unübersichtlichkeit der Haltepunkte, die zu hohen Bordsteinkanten, welche vor allem für Kinderwägen und Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit wie Rollstuhlfahrende problematisch seien, sowie fehlende Orientierungs- hilfen für blinde Menschen und Menschen ohne Deutschkenntnisse. Während des gesamten Kinder- workshops ist aufgefallen, dass eines der wichtigsten Themen für die Kinder war, dass sich alle Menschen am Ort wohlfühlen. Abbildung 13: Teilnehmende Kinder auf Erkundungstour am ZOBSeite 30 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 19 Ideenentwicklung Basierend auf den vorher identifizierten Problemen und unerfüllten Bedürfnissen entwickelten die Kinder in Kleingruppen Ideen für die Neugestaltung des ZOB. Diese Ideen wurden schriftlich oder mit Zeichnungen auf einer Karte der Neuplanung verortet. Es kristallisierten sich die folgenden Kernthemen heraus: Grün, Barrierefreiheit, Aufenthaltsqualität und Sicherheit. Zu diesen vier Themen haben die Kinder zahlreiche Ideen und Verbesserungsvorschläge zur Berücksichtigung in der Neuplanung entwickelt. Grün Zum Thema Grün wurden Empfehlungen für mehr Blumenbeete, Bäume, bunte Zebrastreifen und bunte Haltehäuschen formuliert. Weiterhin wurde eine Begrünung der Dächer und Fassaden vorge- schlagen, sowie generelle Grünflächen zum Aufenthalt. Barrierefreiheit Genannte Empfehlungen für den neuen ZOB waren unter anderem niedrigere Bordsteine, Rampen mit Geländer und glatter Boden für Rollstuhlfahrer*innen. Auch ein Blindenleitsystem und Mehrsprachigkeit an Infotafeln wurde genannt. Aufenthaltsqualität Die Empfehlungen der Kinder zum Thema Aufenthaltsqualität beinhalten unter anderem bessere Verpflegung, beispielsweise Trinkwasserspender, Snackautomaten oder Geschäfte. Weiterhin wurden Spiel- und Sportplätze in naher Umgebung empfohlen, etwa ein Wasserspielplatz am Kaiserbrunnen. Auch fehlen den Kindern Sitzgelegenheiten mit ausreichendem Wetterschutz. Es wurden mehr und breitflächig aufgestellte Mülleimer empfohlen. Abbildung 14: Kinderworkshop zu Zukunft des neuen ZOB Abbildung 15: Gestaltung des neuen ZOB der KinderSeite 31 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 20 Sicherheit Bei den Kindern herrschte ein Bewusstsein dafür, dass die Szene am ZOB dazugehört und sich auch dort aufhalten darf. Jedoch wünschten sich die Kinder eine Einschränkung, etwa durch klare Trink- und Raucher- zonen. Auch Überwachung durch Kameras und bessere Beleuchtung würden zum erhöhten Sicherheitsge- fühl der Kinder beitragen. Zur Verkehrssicherheit empfehlen die Kinder mehr Ampeln und Zebrastreifen, um die Sicherheit beim Über- queren von Straßen zu erhöhen. Auch breite, klar gekennzeichnete Wege wurden thematisiert. Nachdem alle Empfehlungen für den neuen ZOB auf der Karte vermerkt wurden, gab es eine Abschluss- runde, in der noch einmal die als besonders wichtig empfundenen Empfehlungen hervorgehoben werden konnten (siehe Abbildung 16). Abbildung 16: Veränderungswünsche der Kinder Während des Workshops haben die Kinder viele kreative Ideen gesammelt und in Empfehlungen formuliert. Auffällig dabei war, dass die Themen, die die Kinder beschäftigen, sich nicht wesentlich von denen Punkten unterscheiden, die bei der Beteiligung mit Erwachsenen aufkamen.Seite 32 von 116 Ergebnisbericht | Öffentlichkeitsbeteiligung zur Umgestaltung des Zentralen Omnibus-Bahnhofs Bonn (ZOB) ifok GmbH · a Cadmus Company · 21 6. Fazit Die Öffentlichkeitsbeteiligung zum ZOB umfasst über 3.000 textliche Rückmeldungen, fast 1000 Fragebö- gen, sowie wertvolle Anregungen aus Stakeholder-Interviews und dem Kinderworkshop. Die zentralen Rückmeldungen der fünf Fokusthemen sind dabei: Sicherheit: Hauptsorge sind unangenehme Interaktionen mit der lokalen „Szene", Obdachlosen und Men- schen mit Suchterkrankungen. Ein sicherer Ort mit ausreichender Beleuchtung, klaren Wegebeziehungen, mehr Sicherheitspersonal und Überwachungskameras wird gewünscht. Auch ein Alkoholverbot am ZOB und ein Ausweichplatz für die „Szene" wurden vorgeschlagen. Aufenthaltsqualität: Die mangelnde Sauberkeit beeinträchtigt die Aufenthaltsqualität. Mehr Mülleimer, häufigere Reinigungen und saubere öffentliche Toiletten werden gefordert. Zudem werden Schutz vor Wit- terungseinflüssen, mehr Grünflächen, Überdachungen, klimatisierte Wartebereiche sowie Bäckereien, Ca- fés und Trinkwasserspender gewünscht. Mobilität für alle: Die Barrierefreiheit ist unzureichend, besonders für Menschen mit eingeschränkter Mo- bilität. Mehr Rampen und Aufzüge, breitere Wege, bessere Zugänge, ein Leitsystem für Blinde sowie akustische Unterstützung werden gefordert. Uneinigkeit besteht bei der Frage einer großen Rampe zwischen den Ebenen der Mittelinsel. Zugänglichkeit: Die Übersichtlichkeit des ZOB wird bemängelt. Verbesserungen durch klare Beschilderun- gen, digitale Anzeigetafeln, ein einheitliches Nummerierungssystem, Informationspunkte und ein klares Leitsystem sind notwendig. Der ZOB soll von nicht relevantem Durchgangsverkehr befreit werden. Der Ver- kehr in der Maximilianstraße soll neu geordnet werden, um das Unfallrisiko zu verringern. Vernetzte Mobilität: Verbesserte und vereinfachte Umsteigemöglichkeiten durch gut ausgeschilderte Wege zu Hauptbahnhof und Straßenbahn sind das zentrale Thema. Weiterhin werden bessere Vernetzung mit Sharing-Angeboten im ZOB-Bereich gewünscht. Die geplante Fahrradgarage erhielt positive Resonanz und soll sicher, beleuchtet und leicht zugänglich sein. Klare Abstellflächen für E-Scooter und eine Integration der Fahrradgarage in den öffentlichen Nahverkehr werden vorgeschlagen. 7. Anhang • Quantitative Auswertung der Online-Beteiligung • Qualitative Auswertung der Öffentlichkeitsbeteiligung • Dokumentation des Kinderworkshops • Rohdaten der qualitativen RückmeldungenSeite 33 von 116 ZOB Bonn Online-Beteiligung Auswertung der quantitativen Befragung Anzahl abgegebener Fragebögen: 976Seite 34 von 116 Informationen zur Umfrage • Insgesamt liegen 976 Fragebögen vor • Die Grafiken geben die relativen Antworten in Prozent an • Die absolute Anzahl der abgegebenen Antworten ist neben der jeweiligen Grafik vermerkt (N=X) • Die unterschiedliche Anzahl an Antworten ergibt sich durch • Die Möglichkeit einzelne Fragen zu überspringen • Den Abbruch der Umfrage einiger Teilnehmender vor der letzten Frage 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 2Seite 35 von 116 17,32% 23,67% 30,02% 32,58% 32,89% 42,52% 56,05% 57,99% 58,40% 58,40% 59,43% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Verbesserte Beleuchtung Stellplätze für Räder Bessere Vernetzung der Verkehrsträger Bessere Nutzungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen und Radfahrende Barrierefreiheit Informationen zu Abfahrten und Mobilitätsangeboten Bessere Aufenthaltsqualität Sicherheit Bessere Übersichtlichkeit und einfacherer Umstieg Wetterschutz Sauberkeit Was wünsche ich mir für den neuen ZOB am meisten? Das sind für mich die 5 wichtigsten Themen: 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 3 N=976Seite 36 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 4 21,14% 24,50% 25,17% 28,19% 35,23% 46,64% 57,38% 58,05% 58,05% 58,39% 62,75% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Verbesserte Beleuchtung Bessere Vernetzung der Verkehrsträger Stellplätze für Räder Barrierefreiheit Bessere Nutzungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen und Radfahrende Informationen zu Abfahrten und Mobilitätsangeboten Sicherheit Bessere Übersichtlichkeit und einfacherer Umstieg Wetterschutz Bessere Aufenthaltsqualität Sauberkeit Was wünsche ich mir für den neuen ZOB am meisten? Das sind für mich die 5 wichtigsten Themen: [Altersklasse: bis 30 Jahre] N=298Seite 37 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 5 15,41% 24,22% 33,03% 33,21% 33,94% 41,65% 55,60% 56,70% 57,80% 57,98% 60,37% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Verbesserte Beleuchtung Stellplätze für Räder Bessere Vernetzung der Verkehrsträger Bessere Nutzungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen und Radfahrende Barrierefreiheit Informationen zu Abfahrten und Mobilitätsangeboten Bessere Aufenthaltsqualität Sicherheit Sauberkeit Wetterschutz Bessere Übersichtlichkeit und einfacherer Umstieg Was wünsche ich mir für den neuen ZOB am meisten? Das sind für mich die 5 wichtigsten Themen: [Altersklasse: 31 - 60 Jahre] N=545Seite 38 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 6 15,73% 16,85% 24,72% 32,58% 38,20% 42,70% 49,44% 53,93% 56,18% 62,92% 62,92% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Verbesserte Beleuchtung Stellplätze für Räder Bessere Nutzungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen und Radfahrende Bessere Vernetzung der Verkehrsträger Barrierefreiheit Informationen zu Abfahrten und Mobilitätsangeboten Bessere Übersichtlichkeit und einfacherer Umstieg Sauberkeit Bessere Aufenthaltsqualität Sicherheit Wetterschutz Was wünsche ich mir für den neuen ZOB am meisten? Das sind für mich die 5 wichtigsten Themen: [Alterskasse: 60+ Jahre] N=98Seite 39 von 116 19,83% 51,82% 25,86% 2,49% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Unsicher eher unsicher sicher sehr sicher Wie sicher fühle ich mich aktuell am ZOB? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 7 N=963Seite 40 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 8 19,63% 57,71% 20,56% 2,10% 19,62% 46,48% 30,70% 3,20% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Unsicher eher unsicher sicher sehr sicher Wie sicher fühle ich mich aktuell am ZOB? [nach Geschlecht] weiblich männlich N(m)=469 N(w)=428Seite 41 von 116 6,92% 20,55% 32,49% 39,94% 44,97% 50,94% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Ich fühle mich in keiner Situation unsicher Weitere In Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmenden Aufgrund der baulichen Verhältnisse In persönlichen Begegnungen Aufgrund von Unübersichtlichkeit In welchen Situationen fühle ich mich unsicher? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 9 N=954Seite 42 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 10 4,13% 20,18% 31,19% 43,12% 45,18% 56,88% 9,38% 19,83% 31,13% 34,12% 43,28% 42,86% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Ich fühle mich in keiner Situation unsicher Weitere In Konflikten mit anderen Verkehrsteilnehmenden Aufgrund der baulichen Verhältnisse In persönlichen Begegnungen Aufgrund von Unübersichtlichkeit In welchen Situationen fühle ich mich unsicher? [nach Geschlecht] männlich weiblich N(m)=469 N(w)=436Seite 43 von 116 3,63% 11,97% 35,36% 33,65% 15,38% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Nie Selten Manchmal Oft Sehr oft Wie häufig erlebe ich diese Situationen? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 11 N=936Seite 44 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 12 2,60% 8,51% 37,83% 36,41% 14,66% 4,44% 15,56% 33,56% 31,11% 15,33% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Nie Selten Manchmal Oft Sehr oft Wie häufig erlebe ich diese Situationen? [nach Geschlecht] weiblich männlich N(m)=450 N(w)=423Seite 45 von 116 22,69% 44,15% 25,18% 7,67% 0,31% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Täglich 1-3 mal pro Woche 1-3 mal pro Monat Seltener als monatlich Nie Wie oft halte ich mich am ZOB auf? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 13 N=965Seite 46 von 116 34,33% 46,19% 18,56% 0,82% 0,10% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 50% Sehr schlecht Schlecht Akzeptabel Gut Sehr gut Wie bewerte ich die Aufenthaltsqualität am ZOB 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 14 N=970Seite 47 von 116 22,33% 35,41% 43,71% 50,39% 66,74% 36,89% 40,02% 35,96% 31,02% 24,84% 19,20% 12,00% 10,22% 7,37% 3,41% 21,58% 12,57% 10,11% 11,22% 5,01% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% es mehr Dienstleistungen geben würde. der Platz interessanter gestaltet wäre. es mehr Sitzgelegenheiten/Mobiliar geben würde. es mehr Grün geben würde. der Platz sauberer wäre. Ich würde öfter den ZOB nutzen wenn...: Ja Eher Ja Eher Nein Nein 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 15Seite 48 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 16 26,64% 37,17% 45,79% 53,87% 66,89% 36,48% 40,15% 33,70% 28,87% 25,60% 15,98% 8,55% 8,79% 5,99% 3,41% 20,90% 14,13% 11,72% 11,27% 4,10% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% es mehr Dienstleistungen geben würde. der Platz interessanter gestaltet wäre. es mehr Sitzgelegenheiten/Mobiliar geben würde. es mehr Grün geben würde. der Platz sauberer wäre. Ich würde öfter den ZOB nutzen wenn...: [Altersklasse bis 30] Ja Eher Ja Eher Nein NeinSeite 49 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 17 20,00% 33,75% 41,57% 48,91% 65,26% 35,33% 40,17% 36,14% 31,88% 25,91% 22,00% 14,29% 12,65% 7,92% 3,45% 22,67% 11,80% 9,64% 11,29% 5,37% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% es mehr Dienstleistungen geben würde. der Platz interessanter gestaltet wäre. es mehr Sitzgelegenheiten/Mobiliar geben würde. es mehr Grün geben würde. der Platz sauberer wäre. Ich würde öfter den ZOB nutzen wenn...: [Altersklasse 31-60] Ja Eher Ja Eher Nein NeinSeite 50 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 18 23,61% 42,11% 50,00% 47,44% 74,07% 45,83% 39,47% 37,80% 35,90% 13,58%13,89% 6,58% 4,88% 7,69% 4,94% 16,67% 11,84% 7,32% 8,97% 7,41% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% es mehr Dienstleistungen geben würde. der Platz interessanter gestaltet wäre. es mehr Sitzgelegenheiten/Mobiliar geben würde. es mehr Grün geben würde. der Platz sauberer wäre. Ich würde öfter den ZOB nutzen wenn...: [Altersklasse 60+] Ja Eher Ja Eher Nein NeinSeite 51 von 116 So häufig nutze ich am ZOB die folgenden Fortbewegungsmittel/Mobilitätsformen: 1,47% 12,15% 28,59% 38,12% 19,69% 0% 10% 20% 30% 40% 50% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Bus 3,14% 19,81% 36,04% 29,11% 11,90% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Bahn 4,43% 17,39% 32,94% 31,21% 14,04% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Straßenbahn 37,81% 15,69% 19,64% 18,28% 8,58% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Fahrrad 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 19 N=939 N=962 N=905 N=931Seite 52 von 116 So häufig nutze ich am ZOB die folgenden Fortbewegungsmittel/Mobilitätsformen: 66,09% 30,92% 2,53% 0,23% 0,23% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Taxi 2,50% 9,58% 26,66% 35,69% 25,57% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich zu Fuß 82,15% 12,13% 3,55% 1,37% 0,80% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich E-Scooter 86,26% 9,66% 2,68% 0,70% 0,70% 0% 20% 40% 60% 80% 100% Nie seltener als monatlich 1-3 mal pro Monat 1-2 mal pro Woche täglich Sharing-Angebote 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 20 N=885 N=932 N=887 N=890Seite 53 von 116 Wie bewerte ich die am neuen ZOB geplanten Maßnahmen? (5 Sterne = volle Zustimmung, 1 Stern = Ablehnung) Fahrradgarage: 3,77 Neue Radführung: 3,85 Anbindung Fußverkehr: 4,24 Wartebereich für Fahrgäste: 4,23 Öffentliche Toilettenanlage: 4,22 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 21 N=871 N=845 N=874 N=883 N=881Seite 54 von 116 6,86% 11,07% 12,91% 16,29% 19,98% 30,12% 32,17% 32,99% 38,01% 38,11% 45,59% 49,59% 50,72% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% Fehlende/nicht genügend Aufzüge Weitere Zuwegung ist nicht barrierefrei Ich fühle mich unsicher aufgrund des unebenen Bodens Nichts, ich nutze den ZOB ohne Einschränkungen Die Wege sind nicht gut ausgeschildert Es gibt viele Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden Es gibt keine öffentlichen Toiletten Straßenquerungen sind unzureichend (bspw. Ampelschaltung) Nicht genügend Informationen an den Anzeigetafeln Ich kann mich nicht hinsetzen, wenn ich warten muss Es gibt zu wenig Platz auf den Wegen Unübersichtlichkeit für die Fahrgäste Was hindert mich persönlich am meisten daran, aktuell am ZOB ein- und auszusteigen? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 22 N=954Seite 55 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 23 5,13% 7,69% 32,05% 37,18% 37,18% 39,74% 42,31% 50,00% 52,56% 58,97% 58,97% 60,26% 62,82% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% Weitere Nichts, ich nutze den ZOB ohne Einschränkungen Fehlende/nicht genügend Aufzüge Es gibt viele Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden Die Wege sind nicht gut ausgeschildert Straßenquerungen sind unzureichend (bspw. Ampelschaltung) Nicht genügend Informationen an den Anzeigetafeln Ich fühle mich unsicher aufgrund des unebenen Bodens Es gibt zu wenig Platz auf den Wegen Ich kann mich nicht hinsetzen, wenn ich warten muss Es gibt keine öffentlichen Toiletten Unübersichtlichkeit für die Fahrgäste Zuwegung ist nicht barrierefrei Was hindert mich persönlich am meisten daran, aktuell am ZOB ein- und auszusteigen? [Eingeschränkte Mobilität: Ja] N=78Seite 56 von 116 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 24 8,26% 12,61% 14,22% 14,45% 16,51% 30,96% 30,96% 34,63% 35,09% 40,60% 51,83% 53,90% 54,59% 4,85% 8,86% 9,70% 15,40% 24,68% 30,59% 27,43% 30,80% 38,82% 34,18% 38,40% 44,30% 45,36% 0,00% 10,00% 20,00% 30,00% 40,00% 50,00% 60,00% Fehlende/nicht genügend Aufzüge Weitere Zuwegung ist nicht barrierefrei Ich fühle mich unsicher aufgrund des unebenen Bodens Nichts, ich nutze den ZOB ohne Einschränkungen Es gibt viele Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden Die Wege sind nicht gut ausgeschildert Es gibt keine öffentlichen Toiletten Nicht genügend Informationen an den Anzeigetafeln Straßenquerungen sind unzureichend (bspw. Ampelschaltung) Ich kann mich nicht hinsetzen, wenn ich warten muss Es gibt zu wenig Platz auf den Wegen Unübersichtlichkeit für die Fahrgäste Was hindert mich persönlich am meisten daran, aktuell am ZOB ein- und auszusteigen? [nach Geschlecht] männlich weiblich N(m)=474 N(w)=436Seite 57 von 116 Stadtbezirk Bonn; 53,55% Bad Godesberg; 11,35% Beuel; 13,15% Hardtberg; 11,35% Sonstiger Wohnort; 10,60% Mein Wohnort Stadtbezirk Bonn; 80,87% Bad Godesberg; 5,33% Beuel; 6,96% Hardtberg; 4,24% außerhalb von Bonn; 2,61% Wo bewege ich mich am meisten in Bonn und Umgebung? 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 25 N=943 N=920Seite 58 von 116 2,15% 29,83% 27,04% 16,74% 14,70% 7,19% 2,15% 0,21% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% Unter 18 19-30 Jahre 31-40 Jahre 41-50 Jahre 51-60 Jahre 61-70 Jahre 71-80 Jahre Über 80 Jahre Mein Alter Weiblich; 47,34% Männlich; 51,47% Divers; 1,19% Mein Geschlecht 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 26 N=932 N=921Seite 59 von 116 Ja; 8,51% Nein; 91,49% Ich bin in meiner Mobilität eingeschränkt (z.B. durch eine Behinderung): 24,34% 38,70% 17,10% 14,36% 4,24% 1,25% 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% 35% 40% 45% 1 2 3 4 5 6 Wie viele Menschen leben in meinem Haushalt? (Mich eingerechnet) 16.07.2024 ZOB Bonn - Online-Beteiligung 27 N=917 N=801Seite 60 von 116 Öffentlichkeitsbeteiligung ZOB Bonn: Qualitative AuswertungSeite 61 von 116 Vorgehensweise Im Folgenden werden häufig genannte Anregungen und Ideen, die über die verschiedenen Formate der Öffentlichkeitsbeteiligung gesammelt wurden aufgeführt. Die Einträge stammen aus der öffentlichen Informationsveranstaltung, der Online-Befragung, sowie Rückmeldungen von Bürger*innen per E- Mail. Dabei werden die Rückmeldungen als eigens formulierte Kernaussagen als Antworten auf Leitfragen dargestellt. Insgesamt gingen mehr als 3000 textliche Rückmeldungen ein. Diese wurden anhand von Schlagworten Clustern zugeordnet. Zur Beantwortung der Leitfragen wird nach den jeweiligen Clustern gefiltert, woraus schließlich die hier aufgeführten Antworten entstanden. 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 2Seite 62 von 116 Sicherheit: Wie fühlen sich die Menschen im Umgang mit der örtlichen „Szene“? Ergebnisse: Insbesondere Streitereien innerhalb der Szene, das Anpöbeln und Betteln trägt zum negativen Sicherheitsgefühl bei. Daher macht der Aufenthalt der Szene den ZOB zu einem unsicheren Ort. Negative Interaktionen mit alkoholisierten Menschen, sowie Personen mit Suchterkrankungen werden häufig als Faktor für Unsicherheit am ZOB genannt. Aus diesem Grund wird sich mehr Sicherheitspersonal direkt vor Ort gewünscht, mehr Notfallsäulen und Kameras. Zusätzlich eine Verlagerung der Szene abseits des ZOB, sowie ein allgemeines Alkohol- und Drogenverbot, was stark kontrolliert wird. Als Konsequenz sollte der ZOB mehr auf die Bedürfnisse der Reisenden zugeschnitten sein, daher sei eine Verlagerung der Szene weg vom ZOB notwendig. Auch schade die starke Präsenz der Szene dem Tourismus in Bonn. Angewendete Filter: • Szene • Negative Interaktionen 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 3Seite 63 von 116 Sicherheit: Was soll für die örtliche „Szene“ getan werden? Ergebnisse: Eine Umsiedlung der Szene abweichend vom ZOB, um das Sicherheitsgefühl und die Aufenthaltsqualität vor Ort zu steigern. Als Ausweichfläche sollte ein sicherer Ort für die Szene in der Nähe des ZOB als Alternative geschaffen werden, mit WC-Anlagen und geschütztem Aufenthaltsbereich mit Sitzgelegenheiten. Fachliche Betreuung für Obdachlose und Menschen mit Suchterkrankungen könnten bei der Bewältigung der Probleme vor Ort helfen. Angewendete Filter: • Szene • Kontrolle 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 4Seite 64 von 116 Sicherheit: Wo soll die Szene verortet werden? Ergebnisse: Die Szene sollte weg vom ZOB, aber sich nicht in Richtung Kaiserplatz und Südunterführung (zur Poppelsdorfer Allee) verlagern, sondern an einen weniger prominenten Platz. Weitere Vorschläge beinhalten die Räumlichkeiten des VFG in der Quantiusstraße sowie das Prälat-Schleich-Haus in der Thomastraße. Andere Ideen sind eine Sozialfläche für Obdachlose bei Primark oder in der Nähe des Prälat-Schleich-Hauses. Angewendete Filter: • Szene • Orte 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 5Seite 65 von 116 Sicherheit/Aufenthalt: Welche Aussagen gibt es über die Szene hinaus zum Thema Alkoholkonsum am ZOB? Ergebnisse: Unabhängig von der lokalen Szene stören sich viele Menschen am Alkoholkonsum am ZOB und wünschen sich daher die Einführung eines generellen Alkoholverbots am ZOB. Dies umfasst neben dem Konsum auch den Verkauf von Alkohol, zumindest in den Abendstunden. Weiterhin trägt der hohe Alkoholkonsum zu mangelnder Sauberkeit bei, durch herumliegende Flaschen und Scherben. Hier werden sich zusätzliche Mülleimer mit Pfandringen gewünscht, um dem Wegwerfen der vielen Flaschen entgegenzuwirken Angewendete Filter: • Alkohol • NICHT Szene 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 6Seite 66 von 116 Sicherheit: Welche negativen Interaktionen außerhalb der Konflikte mit der Szene werden gemeldet? Ergebnisse: Allgemein herrscht am ZOB ein negatives Sicherheitsgefühl, was insbesondere durch dunkle Ecken, schlechte Beleuchtung und viele Personen ohne Reisegrund am ZOB bestärkt wird. Berichtet werden auch zunehmende Konflikte durch alkoholisierte Jugendliche. Angewendete Filter: • Negative Interaktion • NICHT Szene 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 7Seite 67 von 116 Sicherheit: Welche Maßnahmen können zusätzlich zur Sicherheit beitragen? Ergebnisse: Die Teilung des ZOBs wird als sehr unübersichtlich empfunden ebenso wie die Dunkelheit. Daher wird sich mehr Licht am ZOB sowie eine bessere Wegeführung gewünscht, um so das Sicherheitsempfinden zu steigern. Dazu zählt auch die bessere Wegeführung der Busse. Besonders hervorgehoben werden zudem die vielen dunklen Ecken, weshalb sich eine offene und helle Bauweise gewünscht wird. Am ZOB wird sich eine höhere Polizeipräsenz gewünscht, bspw. durch eine Polizeiwache direkt vor Ort oder auch Hilfeteams, die rund um die Uhr bei Unsicherheiten angesprochen werden können. Für ein stärkeres Sicherheitsgefühl wünschen sich einige Menschen ein Kamerasystem am ZOB, allerdings wird das Thema Kameraüberwachung kontrovers gesehen und einige wünschen sich mehr Patrouillen am ZOB und Hilfeknöpfe mit direkter Verbindung zum Ordnungsamt oder zur Polizei. Angewendete Filter: • Kontrolle • NICHT Szene • Übersichtlichkeit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 8Seite 68 von 116 Aufenthalt: Wie wird die Sauberkeit am ZOB empfunden und welche Vorschläge gibt es, um diese zu verbessern? Ergebnisse: Die mangelnde Sauberkeit am ZOB ist ein zentrales Thema, welches über alle Nutzer*innengruppen übergreifend angesprochen wird und trägt dazu bei, dass sich die Menschen am ZOB unwohl fühlen. Ein sehr häufig geäußerter Wunsch der Befragten ist eine häufigere Reinigung und stärkere Kontrollen am ZOB. Gefordert werden mehr Mülleimer (auch unterirdisch) mit Pfandringen, sowie größere Mülleimer mit mehr Fassungsvermögen. Angewendete Filter: • Sauberkeit • NICHT Szene 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 9Seite 69 von 116 Barrierefreiheit: Welche Maßnahmen wurden im Hinblick auf die Barrierefreiheit genannt? Ergebnisse: Die aktuelle verkehrliche Situation beeinträchtigt die Barrierefreiheit erheblich, insbesondere für Personen mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen, da die Bussteige sehr eng sind und nicht genügend Platz bieten. Die aktuelle Situation in der Maximilianstraße, wo Radwege direkt hinter den Haltestellen verlaufen, erhöht das Unfallrisiko und erschweren das Ausweichen. Fehlende Rampen und unzureichende Zugänge zu den Haltestellen verschärfen die Situation, indem sie die Erreichbarkeit einschränken. Die aktuellen Wartebereiche weisen viele Hindernisse auf, daher würde eine Neugestaltung mit mehr Fläche die Barrierefreiheit und das Sicherheitsgefühl verbessern. Angewendete Filter: • Barrierefreiheit • Verkehrliche Situation 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 10Seite 70 von 116 Barrierefreiheit: Welche Kommentare zu Barrierefreiheit beziehen sich konkret auf die Wegeführung? Ergebnisse: Die Barrierefreiheit am ZOB wird durch unzureichende Fußgängerüberwege und fehlende Bordsteinabsenkungen stark beeinträchtigt, was den Zugang zu den Bussteigen erschwert. Eine klare Wegeführung mit gut markierten Zebrastreifen und breiten, rollstuhlgerechten Wegen wird gewünscht, um sichere Übergänge zu ermöglichen. Mehr Aufzüge und Rolltreppen tragen ebenfalls zur Barrierefreiheit bei. Mehrheitlich als wichtiger erachtet werden dabei Rampen. Viele Personen weisen darauf hin, dass Rampen mit nicht zu starker Steigung zwingend als Alternative notwendig sind, da Aufzüge und Rolltreppen im Falle eines technischen Defekts nicht nutzbar sind. Weiterhin kann es an Aufzügen aufgrund der limitierten Kapazitäten zu langen Wartezeiten kommen. Ein sinnvolles Leitsystem für blinde Menschen sowie akustische Unterstützung und klare Beschilderung würden die Orientierung und Nutzung der Bussteige verbessern. Insgesamt müssen die Wege zwischen dem Hauptbahnhof und dem ZOB barrierefrei gestaltet und von Durchgangsverkehr, der nicht für den ZOB relevant ist, befreit werden, um die Sicherheit und Zugänglichkeit für alle Nutzer zu gewährleisten. Angewendete Filter: • Barrierefreiheit • Wegeführung • NICHT Verkehrliche Situation 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 11Seite 71 von 116 Welche Maßnahmen werden im Hinblick auf Barrierefreiheit & Übersichtlichkeit genannt? Ergebnisse: Der ZOB in Bonn kann barrierefrei und übersichtlich gestaltet werden durch die Einführung von Rampen, Aufzügen und Rollbändern/Rolltreppen, klar gekennzeichneten und breiten Fußgängerwegen sowie einer gut sichtbaren Beschilderung und Anzeigetafeln. Ausreichende Beleuchtung erhöht die Übersichtlichkeit ebenfalls. Ein weiterer Punkt ist bessere Wegeführungen, die auch alle oberirdisch zu erreichen sind sowie eine klare Beschilderung zum Busverkehr. Insgesamt stellen die vielen Kreuzungen mit anderen Verkehrsteilnehmern (PKW-, Bus- und Fahrradverkehr) ein Hindernis dar. Angewendete Filter: • Barrierefreiheit • Übersichtlichkeit • NICHT Verkehrliche Situation 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 12Seite 72 von 116 Verkehrliche Situation: Was gibt es für Hinweise zur Interaktion Fuß- und Busverkehr? Ergebnisse: Fußgänger empfinden die Übergänge als unübersichtlich, da viele Busse gleichzeitig abfahren und Haltepunkte nicht klar gekennzeichnet sind. Dies führt zu gefährlichen Situationen, wenn Fußgänger Straßen zwischen fahrenden Bussen überqueren müssen. Daher besteht der Wunsch nach direkten, sicheren Wegen und klaren Fußgängerführungen, um Konflikte zu minimieren. Weiterhin wird eine direkte Wegeführung zwischen Bussteigen und Straßenbahnhaltestellen gewünscht. Angewendete Filter: • Fußverkehr • Bus • NICHT Barrierefreiheit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 13Seite 73 von 116 Verkehrliche Situation: Was gibt es für Hinweise zur Interaktion Fuß- und Radverkehr? Ergebnisse: Gewünscht wird eine klare, übersichtliche Trennung von Fuß- und Radverkehr, um Konflikte zu minimieren. Dabei werden Maßnahmen wie Zebrastreifen und bauliche Trennungen gewünscht. Die gemeinsame Nutzung von Flächen führt zu Unsicherheit bei allen Verkehrsteilnehmenden. Derzeit kommt es häufig zu Konflikten durch unübersichtliche Wegeführung, weshalb auch der Wunsch geäußert wird, den ZOB komplett als Fußgängerzone zu gestalten. Angewendete Filter: • Verkehrliche Situation • Fußverkehr • Fahrrad 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 14Seite 74 von 116 Verkehrliche Situation: Was gibt es für Hinweise zur Interaktion Rad- und Busverkehr? Ergebnisse: Konflikte zwischen Radverkehr und Busverkehr entstehen aktuell insbesondere durch fehlende Radwege und gemeinsame Verkehrswege. Daher werden getrennte Verkehrsführungen und weniger Kreuzungspunkte zwischen Rad- und Busverkehr als Lösungsmöglichkeiten genannt. Angewendete Filter: • Verkehrliche Situation • Fahrrad • Bus • NICHT Barrierefreiheit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 15Seite 75 von 116 Wegeführung: Welche Anmerkungen gibt es zur Radwegeführung? Ergebnisse: Sinnvolle Radwegführung, die es ermöglicht, den ZOB konfliktfrei zu queren. Auch Umgehungsmöglichkeiten für Pendler schaffen. Angewendete Filter: • Wegeführung • Fahrrad • NICHT Barrierefreiheit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 16Seite 76 von 116 Was wird zum Thema Fahrradgarage und deren Zuwegung benannt? Ergebnisse: Die geplante Fahrradgarage erhält überwiegend positive Rückmeldungen. Dabei ist den Menschen wichtig, dass diese sicher, gut beleuchtet und leicht zugänglich ist. Vorgeschlagen wird etwa eine Integration in den öffentlichen Nahverkehr, sodass Abfahrtsanzeigen des ÖPNV auch direkt in der Garage angezeigt werden. Auch eine Einbindung von Leihfahrrädern wird vorgeschlagen, ebenso wie eine in die Garage integrierte Abstellfläche für E-Scooter. Weiterhin wäre auch eine Kombination von ÖPNV-Tickets mit Tickets für die Fahrradgarage möglich. Bei der Zuwegung werden offene, breite, gut einsehbare Wege gefordert, um Angsträume zu vermeiden. Angewendete Filter: • Fahrradgarage 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 17Seite 77 von 116 Wegeführung: Welche Anmerkungen gibt es zur Fußwegführung innerhalb des ZOB? Ergebnisse: Fußverkehr den Vorrang gegenüber anderen Mobilitätsformen gewähren. Ein wichtiger Aspekt sind sichere Querungsmöglichkeiten. Diese sollten weniger mit Ampeln, aber mit mehr Zebrastreifen erbracht werden. Auch eine vollständige Umwidmung des ZOB in eine Fußgängerzone ohne Rad- und Autoverkehr wird gewünscht. Angewendete Filter: • Wegeführung • Fußverkehr 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 18Seite 78 von 116 Wegeführung: Welche Anmerkungen gibt es zur Fußwegführung (Anbindung) zum ZOB (Straßenbahn, Bahnhof)? Ergebnisse: Eine Priorisierung des Fußverkehrs wird gewünscht. Sichere Übergangsmöglichkeiten zu Straßenbahn und Hauptbahnhof. Lange Wartezeiten an Fußgängerampeln sollten reduziert werden und eine sinnvolle Straßenquerung an der Südunterführung geschaffen werden, um vom Hauptbahnhof zum ZOB zu gelangen. Angewendete Filter: • Wegeführung • Fußverkehr 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 19Seite 79 von 116 Informationen: Welche Angebote können geschaffen werden, um die Information und Übersichtlichkeit für die Fahrgäste zu verbessern? Ergebnisse: Mehr Informationen können die Übersichtlichkeit am ZOB verbessern, indem klare, gut lesbare Anzeigetafeln und eindeutige Wegweiser an mehreren Stellen aufgestellt werden. Zusätzlich sollten Informationspunkte und Servicezentren zur Verfügung stehen. Ein einheitliches System zur Bussteignummerierung trägt ebenfalls zur Verbesserung bei. Mehr digitale Echtzeitanzeigetafeln an den Haltestellen und Umgebung, die von mehreren Seiten sichtbar sind und richtige Informationen geben, wo welcher Bus abfährt inkl. Umsteigemöglichkeiten. Wichtig ist hierbei, dass die Tafeln auch bei den verschiedenen Lichtverhältnissen gut lesbar sind. Eine Infostelle von der SWB für Touristen und bei Fragen zu Tickets oder Umsteigemöglichkeiten. Angewendete Filter: • Information • Übersichtlichkeit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 20Seite 80 von 116 Aufenthalt: Welche Angebote können geschaffen werden, um die Aufenthaltsqualität für die Fahrgäste zu verbessern? Ergebnisse: Viele der Befragten wünschen sich ein mehr gastronomisches Angebot, etwa Bäckereien und Cafés mit ausreichend Sitzgelegenheiten, einen Kiosk mit nicht-alkoholischen Getränken oder einen Trinkwasserspender am ZOB. Auch nicht-kommerzielle Sitzgelegenheiten erhöhen die Aufenthaltsqualität. Angewendete Filter: • NICHT Alkohol • NICHT Szene • Übersichtlichkeit • Aufenthalt • NICHT Negative Interaktion • NICHT Sauberkeit 30.08.2024 BETEILIGUNG ZOB BONN: QUALITATIVE AUSWERTUNG 21Seite 81 von 116 Welche Vorschläge werden zur Gestaltung (z.B. Boden
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 18:06 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de