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242149-03 · Mitteilungsvorlage

Anzahl Schulabbrecher in den vergangenen 4 Schuljahren

Nummer
242149-03
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
12.03.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • LVR-Klinik Straße· Nordstadt, Bonn Hauptort
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Schulausschusses 07.05.2025 Kenntnisnahme
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Übergeordnet

  1. 242149 BBB-Anfrage: Anzahl Schulabbrecher in den vergangenen 4 Schuljahren

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
242149-03
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
40 Schulamt
Dezernat:
Dez. V
Anzahl Schulabbrecher in den vergangenen 4
Schuljahren
Beratungsfolge
Schulausschuss 07.05.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Die Verwaltung informiert den Schulausschuss über die nachfolgend zusam-
mengefassten Stellungnahmen (242149-01 und 242149-02) aus der Ratssit-
zung vom 12.02.2025:
Folgende Fragen wurden der Verwaltung im Rahmen der Großen Anfrage
(242149) gestellt:
1. Wie hoch war die Anzahl junger Menschen in Bonn, die die Schule
jeweils im Jahre 2021, 2022, 2023 und 2024 ohne Abschluss verlassen
haben, in absoluten Zahlen und prozentual im Vergleich zu allen Bon-
ner Schulabgängern in besagten Jahren?
2. Auf welche Höhe beläuft sich jeweils der prozentuale Anteil auf die
Geschlechter an den in Ziffer 1 nachgefragten absoluten Zahlen von
Schulabgängern ohne Schulabschluss jeweils für die Jahre 2021,
2022, 2023, 2024?
3. Wie hoch liegt die prozentuale Quote Schülerinnen und Schüler,
- mit deutscher Staatsangehörigkeit ohne Migrationshintergrund
- mit deutscher Staatsbürgerschaft mit Zuwanderungsgeschichte
- ausländischer Staatsbürgerschaft,
an der in Ziffer 1 nachgefragten Anzahl der Schulabbrecher in den
Jahren 2021, 2022, 2023 und 2024?
Die Verwaltung hatte die Große Anfrage der Bezirksregierung mit der Bitte um
Beantwortung zugeleitet. Die Bezirksregierung Köln hat die in der Großen An-
frage gestellten Fragen zwischenzeitlich wie folgt beantwortet:
„Bezüglich der Fragen 1-3 der Großen Anfrage können nur die beigefügten
Daten zur Verfügung gestellt werden. Konkretere bzw. differenziertere Angaben
lassen sich mit Hilfe der den Bezirksregierungen zur Verfügung stehenden Da-
teninstrumenten nicht generieren: “
Siehe Anlage 1 – Tabelle der Bezirksregierung
Die Verwaltung weist darauf hin, dass in der Tabelle der Bezirksregierung (An-
lage 1) sich die Angaben bei den Schulformen Gesamtschule und GymnasiumSeite 1 von 7
Seite 2
lt. Bezirksregierung nur auf Schulabschlüsse ohne Abitur beziehen. Der Grund
für die gewählte Darstellungsweise ist nicht bekannt. Im Schuljahr 2020/2021
haben 2030 Schüler*innen die beiden Schulformen mit dem Abitur abgeschlos-
sen, im Schuljahr 2021/2022 waren es 1975 Schüler*innen sowie 2081 Schü-
ler*innen im Schuljahr 2022/2023. Für 2023/2024 liegen diese Datensätze noch
nicht vor.
Die Verwaltung hat – aufbauend auf den o.g. Zahlen der Bezirksregierung Köln
– zumindest für 3 Schuljahre über die Landesdatenbank IT NRW weitere Aus-
sagen zur Verteilung nach Geschlecht und Nationalität ermittelt (sh. Anlagen 2
und 3). Für das Schuljahr 2023/2024 liegen diese differenzierten Datensätze
noch nicht vor.
Die gewünschte Darstellung mit/ohne „Migrationshintergrund“ ist nicht möglich,
da in der Schulstatistik zwar das Merkmal „Nationalität“, nicht aber das Merkmal
„Migrationshintergrund“ erfasst wird.
Bezogen auf die Anzahl aller Schulabschlüsse im jeweiligen Abschlussjahr liegt
der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss in Bonn in den
Jahren 2021 bis 2023 zwischen 1,38 % und 1,85 %. Der NRW-
Landesdurchschnitt lag im Jahr 2021 bei 2,3 % (Vgl. Pressemitteilung IT NRW
v. Montag, 25. April 2022 „NRW: 4 055 Schulabgänger/-innen verließen die
Schule Ende 2021 ohne Abschluss“).
4. Welche Maßnahmen können seitens der Fachverwaltung und Schulen
genutzt werden, um proaktiv Schulabgänge ohne Schulabschluss zu
verringern bzw. zu vermeiden und – sofern es Instrumente gibt – wel-
che wurden in den Jahren 2021, 2022, 2023 und 2024 in wie vielen
Bonner Fällen mit welchem Ergebnis ergriffen?
Antwort der Verwaltung:
Es gibt seitens der Verwaltung mehrere Maßnahmen, um präventiv Schulab-
gänge ohne Abschluss zu vermeiden:
- Das Landesförderprogramm „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) stellt
sicher, dass Jugendliche frühzeitig bei der beruflichen Orientierung, bei der
Berufswahl und beim Eintritt in Ausbildung oder Studium Unterstützung er-
halten. Damit wird allen Schülerinnen und Schülern nach der Schule mög-
lichst rasch eine Anschlussperspektive für Berufsausbildung oder Studium
eröffnet. Bis zum Ende der Schulzeit wird mit allen Schülerinnen und Schü-
lern eine individuelle Anschlussperspektive erarbeitet und in einer konkre-
ten Anschlussvereinbarung dokumentiert.
Im Rahmen von KAoA gibt es mit der „Verantwortungskette“ einen struktu-
rierten Prozess der Übergangsgestaltung ab dem 2. Schulhalbjahr unter
Beteiligung der Kommunalen Koordinierung, von Agentur für Arbeit, Job-
center, Jugendhilfe und weiteren Partnern mit einem besonderen Fokus auf
die Gruppe der Jugendlichen ohne Anschlussperspektiven.
Darüber hinaus führen das Regionale Bildungsbüro des Schulamtes und die
Beratungsstelle für Jugendberufshilfe des Amtes für Kinder, Jugend und Fami-
lie der Stadt Bonn das Programm "Förderung der Ausbildungsreife" durch.Seite 2 von 7
Seite 3
Durch intensivere Abstimmung der individuellen Förderung sollen die Schü-
ler*innen möglichst zum Ende der Sekundarstufe I die Ausbildungsreife erlangt
haben, damit der direkte Übergang in Ausbildung gelingen kann.
- Die städtische Sozialarbeit an Schulen stärkt Schülerinnen und Schüler auf
ihrem Lebensweg und fördert ihre individuelle, soziale, schulische und be-
rufliche Entwicklung. Dazu gehören auch vielfältige und ganzheitliche Prä-
ventionsangebote, die Schulabgänge ohne Abschluss verhindern und eine
berufliche Zukunftsperspektive aufzeigen sollen.
- Der Arbeitskreis Schulabsentismus hat sich bereits 2015 vor dem Hinter-
grund der deutlich steigenden Zahl von Schülerinnen und Schülern, die
wiederholt dem Schulbesuch fern blieben, gegründet. Aufgrund der gravie-
renden persönlichen und gesellschaftlichen Folgen ist es wichtig, Schulab-
sentismus vorzubeugen und bei ersten Anzeichen rechtzeitig entgegen zu
wirken, damit Schulabbrüche vermieden werden können.
Der Arbeitskreis besteht im Kern aus Vertreter*innen der Schulaufsichts-
behörde, des Schulamtes, des Jugendamtes, des Gesundheitsamtes, der
Schulpsychologie, der Schulsozialarbeit sowie der Familien- und Erzie-
hungsberatung der Stadt Bonn. Zum erweiterten Kreis gehören die Vertre-
ter*innen der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Bonn, Vertre-
ter*innen von freien Trägern sowie die Schulleitungsvertreter*innen der ein-
zelnen Schulformen.
Der Arbeitskreis Schulabsentismus Bonn wird im April 2025 einen Fachtag
zum Thema Schulabsentismus veranstalten.
Antwort der Bezirksregierung:
„Welche Maßnahmen können seitens der Fachverwaltung und Schulen genutzt
werden, um proaktiv Schulabgänge ohne Schulabschluss zu verringern bzw. zu
vermeiden und – sofern es Instrumente gibt – welche wurden in den Jahren
2021, 2022, 2023 und 2024 in wie vielen Bonner Fällen mit welchem Ergebnis
ergriffen?“ ergänze ich aus schulfachlicher Sicht wie folgt:
Individuelle Schülerlaufbahnen wurden in den Jahren 2020 ff. mitunter in be-
sonderer Weise durch die Auswirkungen der Coronapandemie beeinträchtigt.
Lehrkräfte aller Schulformen haben sich daher in den Zeiten der Pandemie und
im Anschluss der Herausforderung gestellt, Schülerinnen und Schüler in dieser
Krisenzeit zu begleiten und zu unterstützen.
Alle Schulen in NRW sind zur „Individuellen Förderung“ aller Schülerinnen und
Schüler“ verpflichtet. Ein gesundes und positives Schulumfeld fördert nicht nur
das akademische Lernen, sondern unterstützt auch die persönliche Entwick-
lung der Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen der individuellen Förderung
spielt u.a. das Schaffen einer positiven Lernumgebung eine entscheidende Rol-
le. Das Personal der Schulen ist mittlerweile multiprofessionell zusammenge-
setzt, so dass die individuelle Förderung hierdurch ergänzt und erweitert wird
(neben Lehrkräften zunehmend Fachkräfte für Schulsozialarbeit, sozialpädago-
gische Fachkräfte, pädagogisches Personal, Handwerksmeister).
Gesundheit und Wohlbefinden der Schülerinnen Schüler ermöglicht es ihnen,Seite 3 von 7
Seite 4
sich besser auf den Lernprozess zu konzentrieren und ihre Leistung zu verbes-
sern. Daher haben alle Schulen Maßnahmen und Programme zur Gesundheits-
förderung etabliert (z.B. Landesprogramm „Bildung und Gesundheit“)
Lernmotivation und Engagement: Schülerinnen und Schüler, die sich in ihrem
Lernumfeld wohlfühlen, sind motivierter und engagierter. Sie zeigen mehr Inter-
esse am Lernen und sind bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Da-
her haben alle Schulen Maßnahmen zur aktiven Gestaltung eines positiven
Schulklimas im Schulprogramm verankert.
Positive soziale Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie
zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften tragen zu einem harmo-
nischen Schulklima bei. Dies unterstützt das Lernen im sozialen Kontext (So-
ziale Interaktion und Beziehungen).
Durch die Stärkung von Selbstvertrauen und die Selbstwirksamkeit der Schüle-
rinnen und Schüler entwickeln diese ein größeres Vertrauen in ihre eigenen
Fähigkeiten und sind bereit, sich neuen Herausforderungen zu stellen.
Ein ganzheitlicher Ansatz zur Förderung der Schülerinnen und Schüler kann
auch dazu beitragen, Probleme wie Stress, Angstzustände oder Verhaltens-
auffälligkeiten zu verhindern oder zu reduzieren. Durch frühzeitiges Eingreifen
können negative Auswirkungen auf das Lernen und die Entwicklung der Schü-
lerinnen und Schüler minimiert werden (Prävention von Problemen).
Alle Schulen (auch die Bonner Schulen) berücksichtigen je nach Standortbe-
dingungen und Bedarf die o.g. Aspekte in Ihren Schulprogrammen sowie den
Vereinbarungen zur Schulentwicklung.
Darüber hinaus stellt das landesweite Übergangssystem „Kein Abschluss ohne
Anschluss“ (KAoA) sicher, dass Jugendliche frühzeitig bei der beruflichen Ori-
entierung, bei der Berufswahl und beim Eintritt in Ausbildung oder Studium Un-
terstützung erhalten. Ziel ist es hierbei, allen jungen Menschen nach der Schule
möglichst rasch eine Anschlussperspektive für Berufsausbildung oder Studium
zu eröffnen und durch eine effektive Koordinierung unnötige Warteschleifen zu
vermeiden. Jugendliche und ihre Eltern werden dabei auf dem Weg in die Be-
rufswelt nachhaltig unterstützt.
Seit diesem Schuljahr wird zusätzlich die vom Schulträger bestätigte Teilnahme
der vom MSB (Ministerium für Schule und Bildung NRW) benannten Schulen
am Startchancen-Programm, perspektivisch den Schulen weitere Möglichkeiten
eröffnen, die Zahl der Abgehenden ohne Abschluss zu verringern.“
Anlage/n
1 242149-03 Anlage 1 (öffentlich)
2 242149-03 Anlage 2 (öffentlich)
3 242149-03 Anlage 3 (öffentlich)Seite 4 von 7
242149-03 MV Anlage 1
Bonn SuS ohne Abschluss – Tabelle der BezirksregierungSeite 5 von 7
242149-03 MV Anlage 2
Tabelle 2: Schulabgänger im Stadtgebiet Bonn ohne Abschluss der Schulformen
Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule und Förderschulen, nach
Schuljahr, Nationalität und Geschlecht (Quelle: Bezirksregierung NRW i.V.m.
Schulstatistik der Landesdatenbank IT.NRW).
Schuljahr alle Schulabgänge ohne Abschluss (GY, RS, HA, GE,
FÖS, ohne BK, WBK)
Gesamt weibl. männl. insges. % (ges) weibl. männl. ausl.
2020/2021 3665 1789 1876 67 1,83% 29 38 37
2021/2022 3678 1821 1857 68 1,85% 34 34 22
2022/2023 3904 1852 2052 54 1,38% 19 35 26Seite 6 von 7
242149-03 MV Anlage 3
Tabelle 3: Schulabgänger im Stadtgebiet Bonn ohne Abschluss nach Schulform.
Datenmerkmale analog Tabelle 2 (Quelle: Schulstatistik der Landesdatenbank IT.NRW).
Schuljahr o. Abschl. Hauptschule o. Abschl. Realschule o. Abschl. Gymnasium
insges. weibl. männl. ausländ. insges. weibl. männl. ausländ. insges. weibl. männl. ausländ.
2020/2021 33 17 16 16 3 2 1 0 23 10 13 21
2021/2022 32 18 14 13 7 5 2 3 9 1 8 3
2022/2023 7 3 4 5 13 4 9 8 11 6 5 6
Schuljahr o. Abschl. Gesamtschule o. Abschl. Förderschulen
insges. weibl. männl. ausländ. insges. weibl. männl. ausländ.
2020/2021 1 0 1 0 7 0 7 0
2021/2022 8 6 2 1 12 4 8 1
2022/2023 11 7 4 6 12 0 12 1Seite 7 von 7

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Datenstand: 03.11.2026, 09:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de