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242112 · Mitteilungsvorlage

Dokumentation der 5. Bonner City-Konferenz am 13.11.2024

Nummer
242112
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
19.12.2024
Letzte Änderung
03.11.2026
  • Thomas-Mann-Straße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn Hauptort
  • Friedrichstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Budapester Straße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Am Hauptbahnhof Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Poststraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Kaiserplatz Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Sternstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Markt Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Remigiusplatz Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Maximilianstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Rathausgasse Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Stockenstraße Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Rheinufer Straße· Mehlem, Bad Godesberg
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bonn 04.02.2025 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 04.02.2025 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 2,3 MB Öffnen ↗

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
242112
Die OberbürgermeisterinDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
03 Amt für Wirtschaftsförderung
Dezernat:
Dez. OB
Dokumentation der 5. Bonner City-Konferenz am
13.11.2024
Beratungsfolge
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
04.02.2025 Kenntnisnahme
Bezirksvertretung Bonn 04.02.2025 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Am 13.11.2024 hat die 5. Bonner City-Konferenz im Gangolf-Saal des Bonner
Münsters stattgefunden. Sie stand unter dem Motto „Eigentum und Nutzung:
Gemeinsam für eine lebendige Innenstadt!“. Rund 130 Personen aus den Be-
reichen Einzelhandel, Gastronomie, Immobilienwirtschaft, Wissenschaft, Ver-
waltung und Politik sowie von Initiativen waren der Einladung gefolgt.
Nach einführenden Vorträgen folgte eine offene Diskussionsrunde. In dem bei-
liegenden PDF ist die Veranstaltung, die viel positive Resonanz erfahren hat,
dokumentiert.
Anlage/n
1 5. Bonner City-Konferenz 13-11-2024 Dokumentation (öffentlich)Seite 1 von 21
- 1 -
Eigentum und Nutzung:
Gemeinsam für eine lebendige Innenstadt!
Dokumentation der 5. Bonner City-Konferenz am 13.11.2024
Einführung
„Eigentum und Nutzung: Gemeinsam für eine lebendige Innenstadt!“
lautete die Überschrift der fünften Bonner City-Konferenz am
13.11.2024 im Gangolfsaal des Bonner Münsters.
Insgesamt 130 Gäste aus den Bereichen Immobilienwirtschaft, Ein-
zelhandel, Gastronomie, Kultur, Wissenschaft, Presse, Politik und
Verwaltung haben an der Konferenz teilgenommen. Durch das Pro-
gramm führte die Journalistin Jasmin Lenz.
Im ersten Teil führten drei Vorträge von Victoria Appelbe, Boris
Hedde und Christof Linnemann in die Thematik ein. Den zweiten Teil
der Konferenz bildete eine Fishbowl-Diskussion – moderiert von Kris-
tina Speichert vom Innenstadtmanagement Bonn.Seite 2 von 21
- 2 -
Begrüßung
Oberbürgermeisterin Katja Dörner betonte in ihrer Begrüßung, dass
das Ziel einer lebendigen Innenstadt alle Beteiligten eine und dass es
einen großen Bedarf an persönlichem Austausch gäbe. Nach drei on-
line durchgeführten City-Konferenzen 2020 bis 2022 fanden daher
die vierte 2023 und nun auch die 5. City-Konferenz in Präsenz statt.
Die Bonner Innenstadt sei ein attraktiver Standort mit großen Ent-
wicklungspotentialen. Dies gelte es nicht nur zu erhalten, sondern
zukunftsfest weiterzuentwickeln.
Zwar gebe es bei der Frage, wie dies am besten erreicht werde
könne, naturgemäß unterschiedliche Ansätze und je nach Perspek-
tive oder Interesse unterschiedliche Antworten. Zu den zentralen
und manchmal auch kontroversen Themen gehören Mobilität, Sicherheit und Ordnung, die
Frage der gewünschten Nutzungsmischung, die wirtschaftliche Lage für Eigentümer*innen
und für Einzelhandel und Gastronomie, die städtebauliche Qualität, das soziale Miteinander,
die Sauberkeit und vieles andere mehr.
Sehr viele Akteure beschäftigten sich in und mit der Innenstadt, mit ihren Unternehmen, mit
den Menschen, die sich darin bewegen, so Dörner:
 “Der city-marketing bonn e.V. führt schon seit 25 Jahren sein beliebtes „BonnFest“ durch.
300.000 Menschen sind in diesen drei Tagen in der City auf den Beinen und genießen die
zahlreichen Angebote. Erst vor zehn Tagen zog „Bonn leuchtet“ wieder viele Menschen an.
 Die ISG Friedrichstraße lädt nicht nur zu ihrem Straßenfest ein, sondern seit drei Jahren
gemeinsam mit der Stadt Bonn auch zu den Bonner Sustainable Development-Tagen.
 Im vergangenen Jahr hat im Rahmen des Masterplans Innere Stadt das landesgeförderte
Innenstadt-Management Bonn seine Arbeit aufgenommen. Seit Februar 2023 sind die bei-
den Innenstadtmanager*innen im Pavillon Budapester Straße 7 die zentrale Anlaufstelle
für Unternehmen, Eigentümer*innen und Bürger*innen in der Innenstadt.
 Es sind nachbarschaftliche Initiativen, um gemeinsam Probleme zu lösen, wie der von der
Wirtschaftsförderung initiierte Kreis von Eigentümern am Hauptbahnhof.
 Die Universität Bonn ist ein sehr aktiver Akteur, der die Kultur- und Bildungsangebote, insb.
aber die Nutzungsmischung der Innenstadt entscheidend mitprägt, so zum Beispiel mit
dem neu eröffneten Haus des Wissens und der Forschung (P26) in der Poststraße
 Aber auch die Kirchen sind aktiv, wie der runde Tisch Kaiserplatz belegt, in dem über meh-
rere Monate hinweg viele gute Ideen entwickelt wurden.
 Das Beethoven-Fest stimmt immer am ersten Samstag einer Festival-Saison mit „Bühne
frei für Beethoven“ auf die kommenden Wochen ein. In diesem Jahr haben wieder 1.600
Kinder und Jugendliche auf mehreren Bühnen in der Innenstadt musiziert.
 Und in wenigen Tagen werden wir wieder über den Bonner Weihnachtsmarkt, organisiert
vom Marktamt der Stadt Bonn, wandeln dürfen.
All diesen und überhaupt allen aktiven Menschen, Institutionen und Formaten gilt mein herzli-
cher Dank für ihr großes Engagement für Bonn und die Bonner Innenstadt!“Seite 3 von 21
- 3 -
Rahmenbedingungen und aktuelle Lage für die Bonner Innenstadt
Wirtschaftsförderin Victoria Appelbe präsentierte die aktuelle Lage
der Innenstadt aus Sicht des Amtes für Wirtschaftsförderung. Sie
ging dabei insbesondere auf die Entwicklung der Passantenzahlen
ein, auf die aktuelle konjunkturelle Lage in der Region Bonn/Rhein-
Sieg sowie den Arbeitsmarkt.
Anschließend berichtete Appelbe über die Maßnahmen, die Seitens
der Stadtverwaltung (Wirtschaftsförderung, Stadtplanung, Stadtord-
nungsdienst etc.) sowie des Innenstadtmanagements lang- und kurz-
fristig durchgeführt werden.
Die Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg befrage regelmäßig ihre Mitgliedsunter-
nehmen – getrennt nach Branchen – zu deren aktueller wirtschaftlicher Lage und ihren Erwar-
tungen für die Zukunft. Dieser Geschäftsklimaindex aus der Konjunkturumfrage für das dritte
Quartal 2024 zeige speziell für den Einzelhandel seit drei Jahren tendenziell leider nach unten.
Quelle: Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg, Konjunkturumfrage III/2024Seite 4 von 21
- 4 -
Die Beschäftigung im Gastgewerbe – ein wichtiger Indikator für die Entwicklung der Innen-
stadt, wie in den nachfolgenden Beiträgen und Diskussionen noch beschrieben wird – weise
hingegen mit einem Plus von 10,3 Prozent deutlich das stärkste Wachstum aller Branchen in
Bonn auf. Mit diesen 640 Beschäftigungsverhältnissen mehr gegenüber dem Vorjahr liege die
Beschäftigung im Gastgewerbe nahezu wieder auf Vor-Corona-Niveau (2019).
Quelle:
Wirtschaftsförderung der
Stadt Bonn, Jahreswirt-
schaftsbericht 2024
Appelbe berichtete, dass die Passantenfrequenzen in der Bonner Innenstadt sich nach der Co-
vid-Pandemie mit ihren Lockdowns im jeweiligen Monatsvergleich seit nunmehr drei Jahren
wieder auf einem stabilen und immer noch leicht wachsenden Niveau befänden. Seit Beginn
der Messungen von Hystreet.com im August 2018 wurden an den drei Messstellen in der
Post-, Remigius- und Sternstraße mehr als 164 Mio. Menschen registriert, im Monatsmittel
rund 2,2 Mio. Im Oktober 2024 besuchten knapp 2,5 Millionen Menschen die Haupteinkaufs-
straßen, ein Wert, der sich dem Wert von rund 2,7 Millionen aus dem Oktober 2019 annähert
(Quelle: Hystreet.com):Seite 5 von 21
- 5 -
Dabei spielten großen und kleine Veranstaltungen eine wichtige Rolle, denn sie zögen viele
Menschen in die Innenstadt (Beispiele):
 BonnFest (jährlich, city-marketing bonn e.V. (mit SDG-Tagen der Stadt Bonn))
 Bonn leuchtet (jährlich, city-marketing bonn e.V.)
 Ludwig lächelt (einmalig 2019, city-marketing bonn e.V. und Bürger für Beethoven e.V.)
 Weihnachtsmarkt (jährlich, Marktamt der Stadt Bonn)
 Friedrichstraßenfest (jährlich, ISG Friedrichstraße)
 Eröffnung Beethoven-Fest und Bühne frei für Beethoven (jährlich, Internationale
Beethovenfeste gGmbH)
 Bonner Wissenschaftsnacht (zweijährlich, Amt für Wirtschaftsförderung)
 SSF-Festival (jährlich, Schwimm- und Sportfreunde Bonn e.V.)
 Sankt Martin-Umzug (jährlich, Münster-Kirche)
Der stationäre Einzelhandel in Deutschland – nicht nur in Bonn - stehe aus vielerlei externen
Gründen unter Druck (Unsicherheit, Inflation, Online-Handel etc.). Neben den zu bedauern-
den Schließungen vor allem überregional tätiger Handelsketten (vgl. Vortrag von Boris Hedde)
gäbe es aber auch zahlreiche Beispiele für neue Nutzungen in der Bonner Innenstadt, die zur
Stabilisierung und Aufwertung beitragen (Beispiele):
• Ex-Karstadt-Gebäude mit Nutzungsmischung aus Einzelhandel für die tägliche Versorgung
und Bekleidung, universitäre und kulturelle Nutzung,
• Umzug von Appelrath & Cüpper aus der Poststraße in das „Blömer-Haus“ am Markt,
• Umzug der Firma Lindt in die ehemalige Parfümerie Christ am Remigiusplatz,
• Sanierung des Volksbank-Gebäudes an der Maximilianstraße,
• der „neue“ Puppenkönig mit gemischter Nutzung aus Einzelhandel, Gastronomie, Event-
Location und Büroflächen,
• das neue Haus des Wissens und der Forschung „P26“ der Universität Bonn in der Post-
straße,
• die Sanierung im Viktoriakarree, speziell in der Rathausgasse und Stockenstraße.Seite 6 von 21
- 6 -
Die Stadt Bonn verfolge langfristig das Ziel, die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt zu ver-
bessern, insbesondere durch
• städtebauliche Akzente, wie die Sanierung der Rheinufer-Promenade
• mehr öffentliche Sitzmöglichkeiten
• Erhöhung von Sauberkeit und Sicherheit/Ordnung
• mehr Grünflächen und Fassaden-/Dachbegrünungen
Im Bereich der Mobilität
• soll die Attraktivität und Erreichbarkeit für alle Verkehrsmittel
aktiv kommuniziert werden,
• sollen bessere Radwege zur Erhöhung der Erreichbarkeit innerhalb der Stadt und mit ih-
rem nahen Umland beitragen,
• soll der ÖPNV in Kooperation mit Rhein-Sieg-Kreis weiter gestärkt werden, dabei ist ein
wichtiges Projekt der Neubau des zentralen Omnibusbahnhofes.
Eine öffentlichkeitswirksame Kampagne über die Attraktivität der Innenstadt befinde sich in
Kooperation zwischen Wirtschaftsförderung und Presseamt in der Vorbereitung.
Das innerstädtische Wohnen soll ausgebaut werden.
Als weitere konkrete Maßnahmen unter Federführung und/oder Beteiligung der Wirtschafts-
förderung nannte Appelbe
 den runden Tisch der Eigentümer in der „Minus-1-Ebene am Hauptbahnhof“,
 den Immobilienservice der Wirtschaftsförderung sowohl für Unternehmen als auch für
Eigentümerinnen und Eigentümer, erreichbar unter immobilienservice@bonn.de bzw.
über die Homepage
https://bonn.de/vv/produkte/Immobilienservice_fuer_Unternehmen.php
 die Microsite www.bonn.de/citymanagement
 die Beratung von Gästen der Innenstadt, Gästeführungen, Events durch Bonn-Information,
 die Bonner Vereinbarung über verkaufsoffene Sonntage gemeinsam mit dem city-marke-
ting bonn e.V.,
 die Aktualisierung und Überarbeitung des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes durch das
Stadtplanungsamt,
 die Beratung und Genehmigung durch die Veranstaltungskoordination bei den Bürger-
diensten,
 das ressortübergreifende Konzept Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit,
 das Innenstadtmanagement Bonn, das einen Runden Tisch inhabergeführter Einzelhan-
delsgeschäfte und die Veranstaltungen für Immobilieneigentümer ins Leben gerufen hat.Seite 7 von 21
- 7 -
Mentalität in Zeiten der Veränderung – für und in der Innenstadt
Über „Mentalität in Zeiten der Veränderung – für und in der Innen-
stadt“ sprach Boris Hedde, Geschäftsführer des Instituts für Handels-
forschung Köln.
An dieser Stelle wird auf Grund sei-
nes sehr umfangreichen Vortrages le-
diglich eine Kurzfassung des Vortrags
wiedergegeben.
Die Langfassung kann über den ne-
benstehenden QR-Code oder über
den folgenden Link bezogen werden:
https://zcform.eu/zAdDS
Laut Duden leitet sich der Begriff „Mentalität“ aus dem Lateinischen ab von „mens“, also der
Art des Denkens, Gesinnung, Geisteshaltung, Vorstellungskraft der Menschen. Mentalität ist
demnach die Art, wie wir denken, fühlen und dementsprechend an eine Sache, Situation oder
an eine Herausforderung herangehen.
Derzeit bestehe eine starke Verunsicherung in der Gesellschaft, die sich natürlich auf das Kon-
sumverhalten und damit auf die Innenstädte auswirke. „Einkaufen“ sei aber nach wie vor „das
Besuchsmotiv Nummer 1“, wobei es deutliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen
Altersklassen gebe. Vor allem die jüngere Generation gilt es zu erreichen.
Die Corona-Pandemie hat offenbar das Konsumverhalten nachhaltig verändert. Während die
Umsätze im Online-Handel seit 2019 wieder deutlich gestiegen sind, haben sie im rein statio-
nären Einzelhandel nachgegeben:Seite 8 von 21
- 8 -
Daher sei es nur folgerichtig, dass auch die Anzahl von Handelsunternehmen in den Innen-
städten seit 2010 um rund 38.000 Unternehmen nachgegeben hat:
Die Innenstädte verändern sich und werden
dies auch weiterhin tun. Vor allem sei die
Verbesserung der Aufenthaltsqualität in
ihnen wichtig. Mehr grüne und blaue Infra-
struktur in den Innenstädten sei vor dem Hin-
tergrund des Klimawandels richtig, jedoch
dürfe man dabei nicht die Wirtschaft vergessen, wie er an einem Beispiel aus einer anderen
Stadt erläuterte.Seite 9 von 21
- 9 -
Hedde warb dafür, dass die Akteure in der Innenstadt ein gemeinsames und präzises Zielbild
entwickeln sollten, das als Richtungsweiser dienen könne, jedoch nicht in Planwirtschaft aus-
arten dürfe. Ein mögliches Hilfsmittel zur Unterstützung in der Innenstadttransformation sei
das Projekt LeAn:
https://www.die-stadtretter.de/mit-lean-leerstand-anpacken-und-ansiedlung-steuern/Seite 10 von 21
- 10 -
Einzelhandelsimmobilien: Ergebnisse und Erkenntnisse des Gut-
achterausschusses für Grundstückswerte
Zahlen und Fakten zu den Gewerbeimmobilien der Innenstadt prä-
sentierte Christof Linnemann, Geschäftsführer des Gutachteraus-
schusses der Stadt Bonn.
Die Gutachterausschüsse für Grundstückswerte wurden als Landes-
behörden in Nordrhein-Westfalen gebildet für die Landkreise, die
kreisfreien Städte und die großen kreisangehörigen Städte. Es han-
delt sich dabei um „Kollegialgremien“, in denen Fachleute aus unter-
schiedlichen Bereichen tätig sind z.B. aus Kommunalverwaltungen,
Maklerunternehmen, Architektur und Stadtplanung. Nach § 192
BauGB sind sie selbständig und unabhängig. Zu ihren Aufgaben ge-
hören vor allem hoheitliche Tätigkeiten, wie die Wertermittlung
nach ImmoWertV oder die Bereitstellung von Bodenrichtwerten. Sie schaffen aber auch
Markttransparenz (Mietbeobachtung, Grundstücksmarktbericht, Verkehrswertgutachten).
Einstufung der Geschäftslagen gem. Gutachterausschuss
Die Geschäftslagen in der Bonner Innenstadt werden wie folgt definiert:
1-A Lage:
• höchste Passantenfrequenz
• flächendeckender Bestand an gewerb-
lich genutzten Immobilien
• Sortimentenmix (inkl. Gastronomie)
• höchste Mietpreise
1-B-Lage:
• geringere Passantenfrequenz (ca. 40
bis 75 % der Passantenfrequenz von an-
grenzenden 1 A-Lagen)
• 40 – 80 % der SpitzenmieteSeite 11 von 21
- 11 -
Entwicklung der gewerblichen Mieten in der Bonner Innenstadt
Die gewerblichen Mieten erhob
der Gutachterausschuss früher
durch Abfragen bei den Mietern,
aktuell jedoch bei den Eigentü-
mern. Die Abfragen beziehen sich
auf alle Branchen, Ladengrößen
und Geschäftslagen. Sie umfassen
sowohl einen Anteil an Bestands-
mieten (angepasst) und Neuab-
schlüsse. Dabei werden die Mieten auf einen 100 m² großen Laden (5 m Breite und 20 m Tiefe)
normiert.
Die Ladenmieten in den 1a-Lagen zeigen nach Jahren der Steigerung eine fallende Tendenz
seit 2020, auch beschleunigt durch die Corona-Pandemie. In den 1b- und 1c-Lagen haben sich
diese zuletzt jedoch wieder stabilisiert:Seite 12 von 21
- 12 -
Durchschnittliche Mieten von Ladenlokalen in den 1A-Lagen von drei Städten
Im Vergleich mit anderen Städten wie Bielefeld oder Münster liegen die Bonner Mieten eher
im unteren Bereich, was u.a. auf die Lage der Stadt als Monozentrum mit großem Umland
zurückzuführen sei bzw. auf die Lage Bonns im hochverdichteten Agglomerationsraum mit der
Metropole Köln als direkter Nachbarin.
Quellen:
Bonn und Bielefeld: Gut-
achterausschüsse
Münster:
Handelsimmobilienreport
2023/2024Seite 13 von 21
- 13 -
Verkäufe und Geldumsatz von Geschäftshäusern in der Innenstadt (1A, 1B und 1C)
Die Zahl der Immobilienverkäufe und die damit verbundenen Umsätze schwanken sehr stark.
In den beiden vergangenen Jahren hat sich eine Tendenz zu weniger Immobilienverkäufen in
der Innenstadt gezeigt:
Entwicklung der Rohertragsfaktoren für Geschäftsgrundstücke in der Innenstadt (1A, 1B ,1C)
Bei steigenden Rohertragsfaktoren sind im selben Zeitraum die Liegenschaftszinssätze ten-
denziell von ca. 6,5 % auf 3,4 % gefallen.
Fazit
• Mieten stark abhängig von der Lage
• Mieten in Bonn nach Jahren der Steigerung wieder fallend
• Vergleich mit anderen Städten Mieten eher am unteren Bereich
• Tendenz zu weniger Verkäufen in der InnenstadtSeite 14 von 21
- 14 -
Beteiligung des Plenums
Zu Beginn der Veranstaltung waren die Teilnehmenden gebeten wor-
den, sich mit ihrem Smartphone an einer Mentimeter-Umfrage zu
beteiligen. Die Ergebnisse in Form von Wortwolken und Stichwortta-
bellen wurden den Teilnehmenden vor der Fishbowl-Diskussions-
runde, die von Kristina Speichert moderiert worden war, vorgestellt.
Diese Diskussionsmethode (auch „Innen-/Außenkreis-Methode“ ge-
nannt) hat ihren Namen nach der Sitzordnung, die einem Goldfisch-
glas gleicht, um welches die Teilnehmenden im Kreis herumsitzen.
Im engeren Kreis befinden sich fünf bis sechs Diskutanten, ein freier
„Gast“-Stuhl kann von Teilnehmenden aus dem Außenkreis einge-
nommen werden.
Welches Thema ist für eine lebendige Innen-
stadt in Bonn Ihrer Meinung nach das wich-
tigere oder drängendere?
Was verbinden Sie mit Nutzungs- und Angebotsvielfalt?Seite 15 von 21
- 15 -
Was verbinden Sie mit Zwischennutzungen in Ladenleerständen?
Was verbinden Sie mit innerstädtischer Wohlfühlatmosphäre?
Über die Beantwortung über die Wortwolken hinaus hatten die Teilnehmenden die Möglich-
keit, die Frage „Eigentum und Nutzung – gemeinsam für eine lebendige Innenstadt? Was
braucht es dafür?“ in kurzen Stichworten/Statements zu beantworten. Die daraus resultie-
rende sehr umfangreiche Tabelle befindet sich im Anhang I.Seite 16 von 21
- 16 -
Die Fishbowl-Diskussion
Akteurinnen und Akteuren aus der Bonner Innenstadt diskutierten im Format einer Fishbowl-
Diskussion unter anderem über Nutzungsformen und Nutzungsvielfalt sowie Mietentwick-
lung. Mit dabei waren
• Ulf Beyen (Ludus Spielwaren),
• Philipp Blömer (city-marketing bonn),
• Andrea Forst-Raasch (Hofgarten-Apotheke und stellv. Vorsitzende Einzelhandelsverband),
• Stefan Heckl (Initiative Leerstand als Begegnungsraum),
• Ulrich Nordhorn (Eigentümer und Projektentwickler) sowie
• Regina Zerwas (Galeria) sowie
• wechselnde Teilnehmende aus dem Plenum.
Die Moderation hatte Kristina Speichert vom Innenstadtmanagement übernommen. In der
Frage der Mobilität und der Erreichbarkeit der Innenstadt gab es unterschiedliche Haltungen.
Die Notwendigkeit, seitens der Stadt das Angebot an öffentlichen Toiletten zu verbessern,
wurde von allen geteilt. Gleiches galt für eine hohe Aufenthaltsqualität, die allen Nutzerinnen
und Nutzern der Innenstadt inkl. Einzelhandel und Gastronomie zu Gute komme.
Einig waren sich die Diskutanten, dass es wichtig sei, sowohl die Wirtschaft als auch konsum-
freie Nutzungen in den Fokus zu nehmen. Eigentümer seien gut beraten, bei der Wahl des
Mieters das Niveau im Markenmix zu halten.
Die Aussagen der Teilnehmenden während der Diskussion wurden auf einer Pinwand stich-
wortartig dokumentiert. Die Abschrift befindet sich im Anhang II.Seite 17 von 21
- 17 -
Anhang I: Ergebnisse aus der Mentimeter-Umfrage
Eigentum und Nutzung – gemeinsam für eine lebendige Innenstadt? Was braucht es dafür?
 Gewerblich und privat gemischt
 Weniger Bürokratie
 Kreative Ideen von Händlern und Stadt
 Engagement
 Positive Herangehensweise
 Konstruktive Impulse
 Kooperation und vor allem Kompro-
misse mit allen Akteuren: Politik, Ge-
schäfte, Verkehr, Bürger (Besucher),
Einwohner, Eigentümer
 Vernetzung von Akteuren
 Einheitliche Öffnungszeiten
 Mix aus Gastronomie und Handel
 Verbindung mit Kultur und Musik
 Nicht zu hohe Mieten
 Kompromisse und Kooperation
 Eigentümer, die nicht nur die Mietein-
nahmen, sondern auch Mut im Blick
haben zu gestalten und auszuprobie-
ren!
 Kompromissbereitschaft, sinnvolle
Konzepte und attraktive Angebote
ohne zu hohe Auflagen
 Miteinander, Gespräch, Kreativität
 Die Innenstadtbesucher nach ihren Be-
dürfnissen fragen
 Eine nicht nur renditeorientierte Im-
mobilienwirtschaft
 Jugend und Studenten einbeziehen
 Regelmäßig Gespräch und Herzlichkeit
 Gegenseitiges Verständnis
 Besser Qualität von Mietern als Ge-
winnmaximierung
 Eigentum verpflichtet: Überzogene
Mietpreise sorgen nicht für langfristige
und vielfältige Nutzung
 Weihnachtsmarkt ist immer dasselbe:
Konzept ändern
 Gute Zusammenarbeit
 An- und Abreise gesichert
 Individuelle, privat geführte Kon-
zepte/Geschäfte
 Sauberkeit und Sicherheit
 Branchenmix, Wohnen
 Dialog
 Offenheit auch für unkonventionelle
Ideen
 Engagement durch die Zivilgesellschaft
 Kreativität
 Weniger Verwaltung und Planwirt-
schaft, mehr Markt
 Attraktivität nicht nur für Bürger, son-
dern auch für Anbieter
 Eigentümer, die Verantwortung für die
allgemeinen Interessen übernehmen:
Wenn Vielfalt möglich ist, kann diese
auch von Vielen genutzt werden.
 Gemischte Nutzungen: Einzelhandel,
Fachärzte, Büronutzung/Arbeitsplätze,
Kleinwohnungen
 Kreativität
 Eine enge Verzahnung zwischen Ver-
waltung, Immobilienbesitzern und Un-
ternehmen nach dem Vorbild Utrecht
 Netzwerk
 Offenheit für Neues
 Mobilität mit allen Verkehren, insbe-
sondere auch MIV
 Gemeinsames Machen
 Verpflichtung zur Nutzung
 Gemeinwohlorientierung
 Ideen!
 Flexibel bleiben und experimentier-
freudig sein.
 Erhalt der Immobilien
 Erscheinungsbild
 Attraktive Geschäfte und Gastrono-
mien als Mieter gewinnen
 Verpflichtung zur Nutzung
 Gemeinwohlorientierung
 Ausreichend erschwingliche Parkmög-
lichkeiten
 Günstiger ÖPNV
 Leerstand vermeiden
 Leben und arbeiten im Zentrum: Gute
Begegnung!Seite 18 von 21
- 18 -
 Ausreichende Parkmöglichkeiten
 Günstiger ÖPNV
 Mehr als Konsum
 Günstige Mieten für vielfältige Nutzun-
gen
 Gesprächsbereitschaft
 Auf maximale Rendite verzichten
 Mehr innerstädtischer Wohnraum
 Kommunikation
 Mehr Grün für angenehmes Mikro-
klima
 Unternehmerisches Handeln: Chancen
erkennen und in diese investieren
 Wohnnutzung in der Sternstraße
 Weniger franchise-, mehr eigentümer-
geführte Geschäfte
 Mietensenkung, damit neue Ideen
Möglichkeiten haben
 k.A.
 Hohe Frequenz von Menschen mit
konkreten Einkaufsabsichten
 Mietreduktion
 Gute Kommunikation zwischen Eigen-
tümern, Mietern, Stadt Bonn
 Weg von der reinen Konsumzone hin
zu mehr gemischter Nutzung mit mehr
Wohnraum, Kitas etc.
 Leerstand nutzen für attraktive Aktio-
nen für Kinder und Familien, für Be-
gegnungen
 Flexibilität, open mind, Kreativität, Ab-
wechslung, Austausch
 Kultur und Gastronomie
 Gute Erreichbarkeit
 Interesse am Ort als Ganzes, nicht nur
für das eigene Grundstück
 Wille
 Faire Mieten
 Gute Erreichbarkeit auch für PKW
 Faire Miete für beide Seiten
 Bereitschaft, auf Rendite zu verzichten
 Aktionen verschiedenster Art: Konsum,
Kultur, Sport, Ehrenamt
 Unterstützung der Stadt für Eigentü-
mer bei neuen Konzepten/Planungen
der Stadt und proaktive Kommunika-
tion mit Eigentümern darüber
 Neue Nutzungsmöglichkeiten aufzei-
gen und Hilfe anbietenSeite 19 von 21
- 19 -
Anhang II: Abschrift der Pinwand aus der Fishbowl-Diskussion
Perspektiven des Handels
 Erlebniseinkauf „Party+Shopping“ -
neue Ideen und Aktionen
 Leerstand senkt Attraktivität
 fehlender Branchenmix nicht attraktiv
 lieber Wettbewerb als Leerstand
 Händler sind bereit, sich gegen Leerstand zu
engagieren
 Leerstand führt zur Abwärtsspirale, manche
Eigentümer haben anscheinend wenig Inte-
resse
 Innenstadt ist ein Handelsplatz -
zur Erholung fährt man woanders hin
 Eine Stadt ohne Zielbild hat keine Perspektive
 Aufenthaltsqualität wichtig für Handel
 Öffentlichkeitsarbeit aller Organisation muss positiv sein
 Stadt hat sonst nicht auf Kritik reagiert
 Neues auf den eigenen Flächen ausprobieren: Beispiel Festausschuss Bonner Karneval in
der Galeria
Perspektiven der Immobilieneigentümer*innen
 Die Menschen suchen die Experience, shoppen geht online
 Bonn hat gute Chancen: Internationalität und große Unternehmen
 Fehlendes Bewusstsein bei den Menschen für Sauberkeit der eigenen Stadt
 Internationalität zum Vorschein bringen: Musik, Kunst etc.
 Mehr Angebote schaffen, konsumfrei und abwechslungsreich: z.B. Sportgeräte
 Eigentümer würden Mieten senken für inhabergeführte Geschäfte
 Umgebung anschauen und passende Mieter suchen
 Die Stadt sollte Werbung schalten in Medien des Einzelhandels, z.B. int. Branchenzeit-
schriften
 Eigentümer und Verwaltung müssen gemeinsam anpacken
 Eigentümer überlegen, welche Miete zu verkraften ist
 Anbieterseite wird von Stadt vernachlässigt
Perspektiven anderer Akteure
 Händler vergessen Erlebnisfaktor
 Gemeinsames Leitbild für Innenstadt notwendig
 zu viel Autohandel bei Großveranstaltungen
 Öffentliche Toiletten sind ein großes Problem
 Konsum muss nicht der zentrale Anziehungspunkt sein
 Zwischennutzungen fördern NeuvermietungenSeite 20 von 21
- 20 -
Weitere Quellen
 Stadt Bonn, Amt für Wirtschaftsförderung: Jahreswirtschaftsbericht der Stadt Bonn 2024
https://bonn.de/themen-entdecken/wirtschaft-wissenschaft/Jahreswirtschaftsbericht-
2024.php
 Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg: Konjunkturumfrage 2024/III
https://www.ihk-bonn.de/pressemeldungen/pressemeldung-einzelansicht/konjunktur-
umfrage-stimmung-in-regionaler-wirtschaft-deutlich-schlechter
 Stadt Bonn: SDG-Tage 2024
https://www.bonn.de/themen-entdecken/uno-internationales/sdgs-bonn.php
 Passantenfrequenzen: www.hystreet.com
 Fotos: © Arnulf Marquardt-Kuron, Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Bonn
Veranstalter
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Thomas-Mann-Straße 2-4
53103 Bonn
wirtschaftsfoerderung@bonn.de
0228 / 77 20 77Seite 21 von 21

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Datenstand: 03.11.2026, 03:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de