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241949-02 ST · Stellungnahme der Verwaltung

Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Bonn

Nummer
241949-02 ST
Art
Stellungnahme der Verwaltung
Veröffentlicht
25.01.2025
Letzte Änderung
02.11.2026
  • Friesdorf Ortsteil· Bad Godesberg Hauptort
  • Stadthaus Straße· Bonn-Zentrum, Bonn
  • Bonn Stadtbezirk
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 05.03.2025 Kenntnisnahme
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Übergeordnet

  1. 241949 CDU-Anfrage: Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Bonn

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Stellungnahme der Verwaltung
öffentlich
241949-02 ST
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
67 Amt für Umwelt und Stadtgrün
Dezernat:
Dez. III
Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in Bonn
Beratungsfolge
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
04.02.2025 Kenntnisnahme
Inhalt der Stellungnahme:
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) ist eine aus Südostasien
stammende, kleinere Verwandte der Europäischen Hornisse und breitet sich
derzeit rasant in Nordrhein-Westfalen aus. Die Asiatische Hornisse gilt in
Deutschland und der Europäischen Union seit 2016 als invasive Art. Ihr
Vorkommen wurde bis Ende 2024 gemäß Artikel 16 der Verordnung (EU) Nr.
1143/2014 (EU-VO) als „unbeständig“ und in einer „frühen Invasionsphase“
eingestuft. Dieser Status erfordert Maßnahmen zur Sofortbekämpfung und
Überwachung wie die Meldung von Sichtungen und die Tilgungspflicht, welche
eine vollständige Beseitigung der Nester durch die zuständigen Behörden
vorschreibt.
Nach ersten Sichtungen der Art war es der Stadtverwaltung ein wichtiges
Anliegen, die Mitarbeitenden der Stadtförsterei, die Gartenmeister*innen sowie
Imkerinnen und Imker und die Öffentlichkeit über die Invasivität der Art sowie
Arterkennung zu informieren und das notwendige Vorgehen abzustimmen. Die
Zusammenarbeit mit den Akteur*innen ist wichtig, um gute Maßnahmen zu
etablieren, die wirksam dazu beitragen, die weitere Ausbreitung zu verhindern.
So wurde von der Stadtverwaltung ein Schulungs-Workshop durch einen Imker
und Wespen- und Hornissenberater im März 2024 im Stadthaus durchgeführt.
Um der Meldepflicht nachzukommen, wurde die Datenerfassung des
Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
(neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de) genutzt sowie eine interne
Erfassung erarbeitet. Um durch Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein der
Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen, wurden ein Faltblatt „Hornissen-Wissen“
und eine Pressemitteilung veröffentlicht. Zusätzlich wurden Informationen zur
Asiatischen Hornisse auf der Internetseite der Stadt Bonn veröffentlicht. Diese
Maßnahmen sind als Teil einer wirksamen Überwachungsstrategie zu sehen.
In der Bundesstadt Bonn wurde erstmals im Jahr 2023 die Sichtung der
Asiatischen Hornisse im Stadtteil Friesdorf bestätigt. Im Bonner Süden gab es
in dem Jahr insgesamt 6 Sichtungen von Individuen. Die Fundpunkte der
einzelnen Tiere lagen nah beieinander, vermutlich handelte es sich um Tiere
aus demselben Nest. Im Jahr 2024 gingen 21 Sichtungsmeldungen von
Individuen direkt an die Stadtverwaltung. Nur durch eine koordinierte
Zusammenarbeit innerhalb der Stadtverwaltung und den fachlichen AustauschSeite 1 von 6
Seite 2
konnten rechtzeitig geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um die weitere
Ausbreitung der Asiatischen Hornisse zu begrenzen. Im Jahr 2024 wurden
insgesamt 4 Primärnester und 8 Sekundärnester im Auftrag durch die
Stadtverwaltung entfernt. Einige Nester befanden sich direkt am Haus bzw.
unter einem Dachvorsprung.
Die Asiatische Hornisse gilt seit Januar 2025 als in Deutschland etabliert und
kann voraussichtlich nicht mehr erfolgreich dauerhaft beseitigt werden, weshalb
sie ab 2025 dem Management nach Artikel 19 der Verordnung (EU) Nr.
1143/2014 (EU-VO) untergeordnet wird. Eine Ausbreitung der Asiatischen
Hornisse in Deutschland kann nicht mehr effektiv verhindert werden. So kommt
es statt zu Sofortmaßnahmen und Tilgungsverpflichtungen zu einem Übergang
in Managementmaßnahmen, die auf Abwägungen beruhen und sich auf eine
Kosten-Nutzen-Analyse stützen. Ziel ist somit nicht mehr die vollständige
Beseitigung, sondern vielmehr die Kontrolle und Minimierung negativer Effekte.
Die Notwendigkeit zur Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit ist weiter
erforderlich. Die Mehrheit der Nester und Sichtungen wird durch die
Bürger*innen gemeldet. Daher ist die Bevölkerung ein wichtiger Multiplikator im
Kampf gegen die Verbreitung der Asiatischen Hornisse.
Bei der Früherkennung sind die zuständigen Behörden auf die Zusammenarbeit
mit der Bevölkerung und den Imker*innen angewiesen.
Um wirksame und effiziente Maßnahmen zur Bekämpfung durchzuführen, ist es
wichtig, jede Sichtung zu melden. Wer Asiatische Hornissen oder deren Nester
beobachtet, sollte das nach Möglichkeit mit einem aussagekräftigen Fotobeleg
und Standortdaten des Fundortes im Neobiota-Portal des Landesamtes für
Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) melden.
Anlage/n
1 Flyer Hornissen Wissen (öffentlich)Seite 2 von 6
Hornissen-Wissen
Unterscheidung: Heimische und invasive Arten
Bestimmungshilfe
Vespa velutina nigrithorax
Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Amt für
Umwelt und Stadtgrün – Untere Naturschutzbehörde (UNB)/Amt für Presse,
Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit, Titelbild: © Azaliya (Elya Vatel) – stock.
adobe.com, August 2024, Auflage 500, gedruckt auf 100% Recyclingpapier,
zertifiziert mit dem Blauen Engel
Ihre Beobachtung ist wichtig!
Bei der Früherkennung sind die zuständigen Behör-
den auf die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung und
den Imker*innen angewiesen.
Um wirksame und effiziente Maßnahmen zur Be-
kämpfung durchzuführen, ist es wichtig, jede Sich-
tung zu melden. Wer Asiatische Hornissen oder deren
Nester beobachtet, sollte das bitte nach Möglichkeit,
mit einem aussagekräftigen Fotobeleg und Standort-
daten des Fundortes im Neobiota-Portal des Landes-
amtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW
(LANUV) melden.
neobiota.naturschutzinformationen.nrw.de
Eine Meldung ist auch bei der zuständigen Unteren
Naturschutzbehörde möglich. Wichtig ist in jedem
Fall die genaue Angabe des Standortes und der Flug-
richtung der Tiere.
Detaillierte Informationen mit Fotos der Asiatischen
Hornisse sind im Neobiota-Portal des LANUV doku-
mentiert.
Untere Naturschutzbehörde (UNB)
Telefon: 0228 – 77 45 45
oder 0228 – 77 44 99
E-Mail: naturschutz@bonn.de
Europäische
Hornisse
Asiatische
Hornisse
Nest
Populationsgröße 400–700 Tiere 1.000–2.500 Tiere
Durchmesser x
Höhe 50 x 80 cm 60 x 100 cm
Bevorzugte
Neststandorte
Witterungs-
geschützte
Hohlräume
(z.B. Rolladen-
kasten)
Primärnest:
Bodennah an
geschützten
Standort
Sekundärnest:
bis 30 m hoch
in Baumkronen
Einflugloch Offener
Nestboden
Primärnest:
offener
Nestboden
Sekundärnest:
seitlich im
oberen Drittel
Verhalten
Flugverhalten am
Bienenstock
Wellenförmig
hin und her
Auf der Stelle in
Lauerstellung
schwebend, auch
Rückwärtsflug
Aktivitätsphase Tag- und
nachtaktiv Tagaktiv
Heimische Hornisse (Vespa crabro)
Europäische Hornisse
Vespa crabro
• rötliche Brust
• braun-rote Beine
• gelber Hinterleib mit
schwarzen Punkten
und Banden
• schwarze Brust
• schwarz-gelbe Beine
• dunkler Hinterleib
mit orange/gelben
Banden
Asiatische Hornisse
Vespa velutina nigrithorax
cm 0
1
2
3
Illustration: © Dr. Otto BoeckingIllustration: © Dr. Otto BoeckingSeite 3 von 6
Vespa crabro
Heimische Hornissenart
Weltweit gibt es 22 bekannte Hornissenarten. In
Deutschland weit verbreitet ist die Europäische Hor-
nisse Vespa crabro.
Hornissen zählen zur Familie der Faltenwespen und
bilden einjährige Staaten. Sie gelten als weniger ag-
gressiv als die Gemeine Wespe und die Deutsche
Wespe.
Die Königin gründet im Frühjahr ein Nest und startet
mit der Eierablage. Im Herbst erreicht das Volk seine
größte Ausdehnung. Nur die begatteten jungen Köni-
ginnen überwintern, der Rest des Volkes stirbt spä-
testens beim ersten Nachtfrost.
Schutzstatus in Deutschland
Die einheimische Hornisse zählt wegen ihrer akuten
Bestandsgefährdung zu den besonders geschützten
Arten. Sie darf nicht getötet und ihr Nest darf nicht
zerstört werden. Die Beseitigung eines an kritischer
Stelle befindlichen Nestes ist nur mit Genehmigung
der Unteren Naturschutzbehörden möglich.
Vespa velutina nigrithorax
Asiatische Hornissenart
Die Vespa velutina nigrithorax ist in Südostasien be-
heimatet und ist eine kleinere Verwandte der Euro-
päischen Hornisse (Vespa crabro). Sie breiten sich
derzeit in NRW rasant aus.
Die Entwicklung des Hornissenvolkes beginnt mit der
Nestgründung ab Februar/März, mit einem Primär-
nest an einem geschützten Ort in Bodennähe. Sobald
das Nest eine Größe von max. 30 Zentimeter erreicht
hat, wird in ein Sekundärnest umgezogen. Diese wer-
den meist in der Krone von Laubbäumen in großer
Höhe angelegt und sind schwer zu entdecken.
Am Ende des Sommers erreicht das Nest eine Größe
von 80 bis 100 cm und verfügt über bis zu 10.000
Brutzellen. Die neue Generation Jungköniginnen ver-
lässt das Nest zwischen September und Dezember
um sich zu begatten, zu überwintern und sich weiter
auszubreiten.
Nur im unmittelbaren Nestbereich verteidigt sie sich
und die Brut mit Stichen, insbesondere bei Erschütte-
rungen des Nestes. Die Stiche sind für Nicht-Allergi-
ker*innen ungefährlich und vergleichbar mit Wespen-
oder Bienenstichen.
Invasivität
Gefahr für die biologische Vielfalt
Die Asiatische Hornisse wird als potenzielle Be-
drohung für heimische Insekten und Bienenvölker
gesehen. Sie steht auf der EU-Liste der prioritären
gebietsfremden invasiven Arten.
Die Ausbreitung folgt bevorzugt Wasserläufen, um
sich von dort aus in der Umgebung, z.B. in Wald-
oder Stadtrandlagen, anzusiedeln. In der Zeit der
Brutaufzucht ernährt sich die soziale, staatenbil-
dende Asiatische Hornisse räuberisch von Insek-
ten. Aufgrund der in den westlichen Nachbarlän-
dern erreichten hohen Populationsdichten besteht
die Vermutung, dass der invasive Jäger heimische
Wildbienen oder andere Beuteinsekten im Bestand
gefährden könnte und damit auch negativen Ein-
fluss auf die Bestäuberaktivität sowie die Imkerei
haben könnte.
Nest der Europäischen
Hornisse (zylindrisch,
Öffnung unterhalb)
Nest der Asiatischen
Hornisse (ellipsenförmig,
Öffnung seitlich)
© Jonas Frey© Jonas Frey
© TThomasLENNE-stock.adobe.com© TThomasLENNE-stock.adobe.com
© M. Overmann© M. Overmann
© M. Overmann© M. OvermannSeite 4 von 6
Abbildung 1: Primärnest der Asiatischen Hornisse (Foto: Schmalenberg, 2024)
Abbildung 2: Bekämpfung Sekundärnest der Asiatischen Hornisse in Bonn (Foto: Maresch,
2024).Seite 5 von 6
Abbildung 3: Geöffnetes Nest der Asiatischen Hornisse nach Entfernung in Bonn (Foto:
Maresch, 2024)
Abbildung 4: Sekundärnest der Asiatischen Hornisse an einem Dachvorsprung (Foto:
Maresch, 2024).Seite 6 von 6

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Datenstand: 03.11.2026, 21:32 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de