241886 · Mitteilungsvorlage
Mitteilung über den Stand des Erarbeitungsprozesses der Bonner Biodiversitätsstrategie
Kerndaten
- Nummer
- 241886
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 09.01.2025
- Letzte Änderung
- 02.11.2026
Orte
- Bad Godesberg Hauptort
- Bonn
- Hardtberg
- Beuel
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Aktuelle Informationen der Verwaltung
- Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Aktuelle Informationen der Verwaltung
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Aktuelle Informationen der Verwaltung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
- Sitzung der Bezirksvertretung Hardtberg Aktuelle Informationen der Verwaltung
- Sitzung der Bezirksvertretung Bonn Aktuelle Informationen der Verwaltung
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Mitteilungsvorlage öffentlich 241886 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 67 Amt für Umwelt und Stadtgrün Dezernat: Dez. III Mitteilung über den Stand des Erarbeitungsprozesses der Bonner Biodiversitätsstrategie Beratungsfolge Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 20.11.2024 Aktuelle Informationen der Verwaltung Bezirksvertretung Bonn 26.11.2024 Aktuelle Informationen der Verwaltung Bezirksvertretung Hardtberg 26.11.2024 Aktuelle Informationen der Verwaltung Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 26.11.2024 Aktuelle Informationen der Verwaltung Bezirksvertretung Bad Godesberg 27.11.2024 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Beuel 27.11.2024 Aktuelle Informationen der Verwaltung Bezirksvertretung Beuel 29.01.2025 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Bonn 04.02.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 04.02.2025 Kenntnisnahme Bezirksvertretung Hardtberg 11.02.2025 Kenntnisnahme Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 22.01.2025 Kenntnisnahme Mitteilung: Aktuelle Information der Verwaltung, damit die Politik über den aktuellen Sachstand und Ergebnisse für die Anfang 2025 in die politische Beratung gehende Beschlussvorlage vorab informiert ist. In Bonn und den angrenzenden Regionen befinden sich auf kleinstem Raum viele verschiedene und abwechslungsreiche Lebensräume und damit eine im mitteleuropäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten. Diese Vielfalt ist jedoch bedroht. Der Verlust der biologischen Vielfalt zählt zusammen mit den Veränderungen des Klimas zu den größten Herausforderungen unserer Zeit, deren Folgen immer spürbarer und sichtbarerSeite 1 von 9 Seite 2 werden, auch hier in Bonn. Um dem Artensterben auch auf lokaler Ebene entgegenzuwirken, fasste der Rat der Stadt Bonn im September 2022 den Beschluss zur Ausarbeitung der Bonner Biodiversitätsstrategie (damaliger Arbeitstitel: Aktionsprogramm Biodiversität 2030, DS 220672). Auch auf EU-Ebene wurde mit Inkrafttreten der EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur (WVO) im Frühjahr 2024 auf den international dringenden Handlungsbedarf reagiert. Dieses Instrument verpflichtet die Mitgliedstaaten durch definierte Ziele und Fristen dazu, ihre geschädigten Ökosysteme in einen guten Erhaltungszustand zu versetzen und den Verlust der Artenvielfalt aufzuhalten. Die Bonner Biodiversitätsstrategie stellt somit nicht nur eine kommunale Selbstverpflichtung dar, sondern dient darüber hinaus als Werkzeug zur Umsetzung der EU-Vorgaben auf lokaler Ebene. Beteiligungsprozess zur gemeinsamen Ausarbeitung der Bonner Biodiversitätsstrategie Die Untere Naturschutzbehörde im Amt für Umwelt und Stadtgrün erstellt die Biodiversitätsstrategie der Bundesstadt Bonn in einem fortlaufenden mehrstufigen Beteiligungsprozess und folgt damit der Empfehlung des Bündnisses Kommunen für biologische Vielfalt e.V., in dem Bonn Mitglied ist. 2023 und Anfang 2024 fanden mit fachlicher Unterstützung eines beauftragten Planungsbüros insgesamt vier verschiedene Veranstaltungen statt, in deren Rahmen die Bonner Biodiversitätsstrategie gemeinsam mit lokalen Stakeholdern, Kolleg*innen aus der Bonner Stadtverwaltung sowie der Lokalpolitik weiterentwickelt wurde (vgl. DS 232285). Mit den im Rahmen dieser Veranstaltungsserie gesammelten Daten, Ideen und Impulsen wurden die Zukunftssäulen und Aktionsfelder der Bonner Biodiversitätsstrategie weiter konkretisiert, aufeinander abgestimmt und strategische Ziele für jedes Aktionsfeld definiert. Hieraus ergibt sich die folgende inhaltliche und strategische Ausrichtung der Strategie (s. Anhang, Abb. 1) Die drei Zukunftssäulen der Bonner Biodiversitätsstrategie Zukunftssäule I - Natur-, Biotop- & Artenschutz Schutzgebiete und Biotope sind essenziell für den Erhalt von gefährdeten und geschützten Arten der Bonner Flora und Fauna. Den Schwerpunkt der ersten Säule bilden der Erhalt, die Stärkung und die Vernetzung dieser Naturräume und deren essenzieller Schutzgüter Gewässer und Böden. Langfristiges Ziel hierbei ist die Erreichung eines guten ökologischen Zustands der vielfältig vorhandenen Lebensräume in Bonn und ein guter Erhaltungszustand der darinSeite 2 von 9 Seite 3 vorkommenden typischen Arten. Zukunftssäule II - Stadtnatur & Kulturlandschaft Städte bieten auf kleinstem Raum einer außergewöhnlich hohen Anzahl von Pflanzen und Tieren ein Mosaik verschiedenster Lebensräume. Gleichzeitig besteht ein hoher Nutzungsdruck durch den Menschen. Im Mittelpunkt der zweiten Zukunftssäule stehen daher der Erhalt und die biodiverse Qualifizierung verbleibender Freiflächen sowie eine ökologische und nachhaltige Nutzung der urbanen Natur inklusive vorhandener Forst- und Agrarräume. Zukunftssäule III - Bildung, Kommunikation & Teilhabe Für den Erhalt der Biodiversität ist es entscheidend, dass Maßnahmen zu deren Schutz von der Stadtgesellschaft mitgetragen und gelebt werden. In den letzten Jahren konnten eine immer stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung für Themen der biologischen Vielfalt (Insektensterben etc.) und ein zunehmendes Bedürfnis nach aktiver Mitgestaltung beobachtet werden. Hier ergeben sich zahlreiche Anknüpfungspunkte, die im Rahmen der Aktionsfelder der dritten Zukunftssäule verstärkt verfolgt und aufgegriffen werden. Die Bildung von Kooperationen und regelmäßigen Austauschmöglichkeiten inner- und außerhalb der Verwaltung zur Förderung der biologischen Vielfalt werden noch stärker fokussiert. Die strategischen Ziele der Biodiversitätsstrategie Für eine zielgerichtete Lenkung der Aktivitäten zum Biodiversitätsschutz und einen effektiven Einsatz von Ressourcen formuliert die Bonner Biodiversitätsstrategie insgesamt 36 strategische Ziele, die sich auf alle Aktionsfelder verteilen (s. Anhang). Die Zielformulierungen sind auf dieser strategischen Ebene dabei bewusst langfristig gedacht und entsprechend umfassend angelegt. Dies spiegelt die große Bandbreite und Komplexität des Querschnittsthemas Biodiversität wider und etabliert die Strategie als unbefristeten Handlungsrahmen, der sich dynamisch an sich ändernde Umwelt- und Rahmenbedingungen anpasst und regelmäßig auf den Prüfstand gestellt werden soll. Ein guter ökologischer Zustand aller für die biologische Vielfalt wesentlichen Schutzgüter kann nur längerfristig und durch schrittweise Verbesserungen erreicht werden. Die definierten strategischen Ziele ermöglichen dabei eine kontinuierliche Bewertung und bei Bedarf Anpassung der Auswahl von biodiversitätsfördernden Maßnahmen hinsichtlich ihres jeweiligen Beitrags zur Zielerfüllung. Da die Biodiversitätsstrategie nur als städtische Querschnittsaufgabe erfolgreich implementiert und umgesetzt werden kann, wurden die Ziele im Austausch mit verschiedenen Ämtern und Dezernaten auf dasSeite 3 von 9 Seite 4 Verwaltungshandeln abgestimmt. Um neben dem langfristigen auch einen konkreten kurz- und mittelfristig erreichbaren Handlungs- und Evaluationsrahmen zu gewährleisten, werden im weiteren Prozessverlauf zusätzlich konkrete operative Ziele definiert und als Teil eines Aktionsprogramms mit entsprechend ausgewählten Maßnahmen unterfüttert. Schwerpunktsetzung der Biodiversitätsstrategie: Das Aktionsprogramm 2030 So wichtig und essenziell alle 36 strategischen Ziele ohne jeden Zweifel für den Schutz und die Förderung der Biodiversität in Bonn sind, so limitiert sind auch die Ressourcen zur Umsetzung nötiger Maßnahmen zur Zielerreichung. Aus diesem Grund wurden in einem weiteren Partizipationsprozess gemeinsam mit der Stadtverwaltung, der Lokalpolitik sowie Fachpersonen und Engagierten 10 dieser Ziele priorisiert. Zu deren Erfüllung werden in einem Aktionsprogramm konkrete operative Ziele und zugehörige Maßnahmen erarbeitet, die in den kommenden Jahren angestoßen und umgesetzt werden sollen. Bei der Priorisierung der Ziele wurde darauf geachtet, aus jeder Zukunftssäule mindestens drei Ziele auszuwählen. Da die Zukunftssäulen die Stützpfeiler der Strategie darstellen und unterschiedliche Handlungsebenen betrachten, ist somit sichergestellt, dass allen drei Grundbelangen – Bewahrung der Schutzgüter (Säule I), Biodiversität im Spannungsfeld menschlicher Nutzung (Säule II) und gesellschaftliche Teilhabe und Zusammenarbeit (Säule III) – Rechnung getragen wird. Im Jahr 2030 ist eine Evaluierung und darauf aufbauend die Entwicklung und Verabschiedung eines neuen Aktionsprogramms vorgesehen, in welchem je nach Handlungsbedarf neue Schwerpunkte gesetzt und weitere oder andere Ziele aufgenommen werden können. Aus den 36 strategischen Zielen wurden 10 Ziele der Bonner Biodiversitätsstrategie bis 2030 priorisiert: Ziel 4: Stärkung des Biotopverbunds, gute Vernetzung von Lebensräumen im Stadtgebiet sowie Erhalt der unzerschnittenen Landschaft. Ziel 7: Erhalt, Wiederherstellung und Schaffung günstiger Lebensbedingungen für wildlebende Arten in Bonn, insbesondere diejenigen mit Schutzstatus. Ziel 9: Verbesserung, Wiederherstellung und langfristige Sicherung des guten ökologischen und chemischen Zustands der Bonner Gewässer sowie ihrer Auen und Uferbereiche als wertvolle Ökosysteme. Ziel 12: Reduzierung und Minimierung von Bodenverdichtung, Abtragung vonSeite 4 von 9 Seite 5 Mutterboden, Flächenverbrauch und -versiegelung sowie bodenschädigenden Auswirkungen bei nichtvermeidbaren Eingriffen. Ziel 16: Erhalt, Neuschaffung und nutzungsorientierte Extensivierung ökologisch gestalteter Bereiche und Strukturen zur biodiversen Aufwertung von öffentlichen und privaten Grün- und Freiflächen. Ziel 18: Enge Verzahnung von baulicher Innenentwicklung und ökologischer Stadtentwicklung durch konsequente Anwendung erprobter Planungsprinzipien sowie Entwicklung und Erprobung neuer Biodiversitätsstandards. Ziel 19: Förderung einer biodiversitätsfreundlichen Begrünung von Gewerbe- und baulich geprägten Siedlungsflächen und sowohl im Bestand als auch bei Neuausweisung. Ziel 27: Aktivierung der Stadtgesellschaft hin zu einem klaren Bewusstsein von Selbstwirksamkeit und einer gemeinsamen Handlungsfähigkeit zum Schutz und zur Förderung der Bonner Biodiversität. Ziel 31: Schaffung von bedarfsgerechten Mitmach-Angeboten, die allen Menschen in Bonn eine aktive Teilhabe und ein leicht zugängliches, nachhaltiges Naturerleben ermöglichen. Ziel 32: Gewährleistung eines regelmäßigen Biodiversitätsmonitorings zur langfristigen Erfolgskontrolle der Biodiversitätsentwicklung in Bonn sowie zur Identifizierung von Handlungsbedarfen. Aktueller Arbeitsstand und weiteres Vorgehen Nach der im Sommer 2024 abgeschlossenen gemeinsamen Zielerarbeitung und -priorisierung wurde im September eine Maßnahmenabfrage bei den lokalen Akteursgruppen sowie innerhalb der Stadtverwaltung gestartet. Zusätzlich wurden auch alle Bonner Bürger*innen im Rahmen einer Online- Umfrage auf www.bonn-macht-mit.de eingeladen, ihre Ideen und Vorschläge für eine biodiverse Stadtgestaltung einzubringen. Ziel war es, ein umfassendes stadtgesellschaftliches Bild zu biodiversitätsfördernden Aktivitäten zu erhalten, Räume mit Handlungsbedarf zu ermitteln und Ideen für weitere Aktivitäten zum Biodiversitätsschutz zu sammeln. Aktuell werden die Ergebnisse der Maßnahmen- und Ideensammlung ausgewertet, thematisch gebündelt und mit anderen wichtigen Querschnittsthemen wie der Klimaanpassung und Freiraumplanung abgestimmt. Auf Grundlage der bekannten bereits laufenden Aktivitäten und der identifizierten Handlungsbedarfe und -potenziale in Bonn werden in Zusammenarbeit und Abstimmung mit verschiedenen Ämtern und Abteilungen der Stadtverwaltung sowie externen Stakeholdern wie z.B. der Biologischen Station Bonn/Rhein-Erft e.V., Schlüsselmaßnahmen und Handlungsempfehlungen für die Erreichung der 10 priorisiertenSeite 5 von 9 Seite 6 Schwerpunktziele entwickelt. Das Ergebnis wird ein Strategiepapier mit zugehörigem Aktionsprogramm für die kommenden Jahre bis 2030 sein. Die Zeitplanung sieht vor, das Strategiepapier vor der Sommerpause 2025 zur politischen Beratung vorzulegen. Nach dem Beschluss durch den Stadtrat ist vorgesehen, die Umsetzung der im Aktionsprogramm definierten Schlüsselmaßnahmen anzustoßen und aus der Biodiversitätsstrategie heraus Fördermittel zu akquirieren. Darüber hinaus wird der konstruktive und positive Austausch mit lokalen Akteursgruppen, Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung sowie Vertreter*innen der Lokalpolitik ab 2025 in einem ein- bis zweimal jährlich stattfindenden Dialogforum Biodiversität fortgesetzt. Als erster Schwerpunkt wird dabei das Thema Kommunikation und effektive Zusammenarbeit in den Blick genommen. Anlage/n 1 241114_MVL_Anhang_Ziele_Biodiversitätsstrategie (öffentlich)Seite 6 von 9 Mitteilungsvorlage 14.11.2024 Anhang Aufbau der Bonner Biodiversitätsstrategie Abb.1 Aufbau der Bonner Biodiversitätsstrategie Ziele der Bonner Biodiversitätsstrategie Die priorisierten Ziele sind kursiv geschrieben. Zukunftssäule I - Natur-, Biotop- & Artenschutz Aktionsfeld I.1 - Biotope & Schutzgebiete Ziel 1: Erhalt, Entwicklung und Wiederherstellung eines guten ökologischen Zustands der Bonner Schutzgebiete. Ziel 2: Konsequente Sicherung von nicht oder nur langfristig ersetzbaren Lebensräumen und deren charakteristischen Artvorkommen. Ziel 3: Schaffung und Erhalt von ungestörten Bereichen in Schutzgebieten, die ihrer natürlichen Entwicklung und Dynamik überlassen werden. Ziel 4: Stärkung des Biotopverbunds, gute Vernetzung von Lebensräumen im Stadtgebiet sowie Erhalt der unzerschnittenen Landschaft. Aktionsfeld I.2 - ArtenschutzSeite 7 von 9 Mitteilungsvorlage 14.11.2024 Anhang Ziel 5: Gezielter Schutz und Förderung der Bonner Artenvielfalt. Ziel 6: Sicherstellung des natürlichen genetischen Austauschs wildlebender Arten. Ziel 7: Erhalt, Wiederherstellung und Schaffung günstiger Lebensbedingungen für wildlebende Arten in Bonn, insbesondere diejenigen mit Schutzstatus. Ziel 8: Management und Monitoring der invasiven Arten in Bonn. Aktionsfeld I.3 - Gewässerschutz Ziel 9: Verbesserung, Wiederherstellung und langfristige Sicherung des guten ökologischen und chemischen Zustands der Bonner Gewässer sowie ihrer Auen und Uferbereiche als wertvolle Ökosysteme. Ziel 10: Sicherung und Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Bonner Fließgewässer. Aktionsfeld - I.4 Bodenschutz Ziel 11: Vorsorgender Bodenschutz, Verhinderung von Schadstoffeintrag sowie Regulierung und Sanierung von eingetretenen stofflichen Schäden und Belastungen. Ziel 12: Reduzierung und Minimierung von Bodenverdichtung, Abtragung von Mutterboden, Flächenverbrauch und -versiegelung sowie bodenschädigenden Auswirkungen bei nichtvermeidbaren Eingriffen. Ziel 13: Flächenentsiegelung und Wiederherstellung der natürlichen Funktionen von Böden und Bodenlebensgemeinschaften. Zukunftssäule II - Stadtnatur & Kulturlandschaft Aktionsfeld II.1 - Grün- & Freizeitflächen Ziel 14: Erhalt, Qualifizierung und Vernetzung eines vielfältigen Grünflächenmosaiks im städtischen Innenbereich und Schaffung neuer kleiner Grünoasen. Ziel 15: Erhalt und Neupflanzung von Bäumen auf öffentlichen und privaten Flächen, wobei insbesondere wertvolle Alt- und Habitatbäume sowie Alleen und seltene Baum- und Straucharten zu schützen und zu fördern sind. Ziel 16: Erhalt, Neuschaffung und nutzungsorientierte Extensivierung ökologisch gestalteter Bereiche und Strukturen zur biodiversen Aufwertung von öffentlichen und privaten Grün- und Freiflächen. Ziel 17: Einsatz zukunftsfähiger, mehrjähriger, insektenfreundlicher und standortgerechter Pflanzen. Aktionsfeld II.2 - Biodiversität im bebauten Bereich Ziel 18: Enge Verzahnung von baulicher Innenentwicklung und ökologischer Stadtentwicklung durch konsequente Anwendung erprobter Planungsprinzipien sowie Entwicklung und Erprobung neuer Biodiversitätsstandards. Ziel 19: Förderung einer biodiversitätsfreundlichen Begrünung von Gewerbe- und baulich geprägten Siedlungsflächen und sowohl im Bestand als auch bei Neuausweisung. Ziel 20: Berücksichtigung vorhandener Lebensraumstrukturen bei allen Sanierungs- und Baumaßnahmen sowie Kompensation bei nicht vermeidbaren Eingriffen und Förderung von Ersatzlebensräumen. Ziel 21: Qualifizierung des Straßenraums hinsichtlich biodiverser und zukunftsfähiger Grünstrukturen mit einer hohen Anzahl zukunftsfähiger Straßenbäume. Aktionsfeld II.3 - Stadtwald & ForstwirtschaftSeite 8 von 9 Mitteilungsvorlage 14.11.2024 Anhang Ziel 22: Erhalt und, wo möglich, Erhöhung des heutigen Waldanteils im Bonner Stadtgebiet. Ziel 23: Entwicklung zukunftsfähiger und artenreicher Waldgesellschaften mit ihren natürlichen Sukzessionsprozessen sowie wertvollen Alt- und Totholzstrukturen. Ziel 24: Gewährleistung der Multifunktionalität des Waldes durch eine nachhaltige und naturnahe Bewirtschaftung. Aktionsfeld II.4 - Landwirtschaft Ziel 25: Erhalt, Pflege und Wiederherstellung von artenreichen landwirtschaftlichen Nutzflächen unter Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Zukunftssäule III – Bildung, Kommunikation & Teilhabe Aktionsfeld III.1 - Bewusstseinsförderung & Verantwortung Ziel 26: Gezielte und transparente Information der Stadtöffentlichkeit zu Biodiversitätsentwicklungen und -aktivitäten sowie zu verwandten Themen mit Relevanz für die Biodiversität in Bonn. Ziel 27: Aktivierung der Stadtgesellschaft hin zu einem klaren Bewusstsein von Selbstwirksamkeit und einer gemeinsamen Handlungsfähigkeit zum Schutz und zur Förderung der Bonner Biodiversität. Ziel 28: Schaffung von Beratungsangeboten zur Förderung von biodiversitätssensiblem Handeln und Wirtschaften für alle Bonner*innen sowie lokale Einrichtungen und Unternehmen. Ziel 29: Regelmäßiger Austausch mit und Einbindung von Bonner Lokalpolitiker*innen zum Thema Biodiversitätsförderung und -schutz. Aktionsfeld III.2 - Biodiversitätsbildung & Teilhabe Ziel 30: Förderung einer zielgruppenspezifischen, inklusiven Biodiversitätsbildung. Ziel 31: Schaffung von bedarfsgerechten Mitmach-Angeboten, die allen Menschen in Bonn eine aktive Teilhabe und ein leicht zugängliches, nachhaltiges Naturerleben ermöglichen. Aktionsfeld III.3 - Forschung Ziel 32: Gewährleistung eines regelmäßigen Biodiversitätsmonitorings zur langfristigen Erfolgskontrolle der Biodiversitätsentwicklung in Bonn sowie zur Identifizierung von Handlungsbedarfen. Ziel 33: Auf- und Ausbau sowie Pflege einer verfügbaren und transparenten Datengrundlage zu Biodiversitätsentwicklungen in Bonn. Aktionsfeld III.4 - Kooperationen & Netzwerke Ziel 34: Regelmäßiger Austausch zwischen den in Bonn tätigen Akteur*innen zu lokalen Biodiversitätsaktivitäten und -entwicklungen zwecks Wissenstransfer und effektiver Zusammenarbeit. Ziel 35: Verstärkte Planung, Koordination und Umsetzung von biodiversitätsfördernden Gemeinschaftsprojekten verschiedener Akteur*innen auf lokaler und regionaler Ebene. Ziel 36: Fortlaufendes Engagement der Stadt Bonn in Netzwerken, Kooperationen, Erklärungen und Gemeinschaftsprojekten zum Biodiversitätsschutz und zu verwandten Themen auch auf überregionaler bis globaler Ebene.Seite 9 von 9
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:29 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de