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241789 · Beschlussvorlage

Finanzierung der Stadtteilarbeit des Diakonischen Werkes Bonn und Region gGmbH im Jahr 2024

Nummer
241789
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
14.10.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Gesundheit 14.11.2024 Entscheidung federführend
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Beschlussvorlage
öffentlich
241789
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
50 Amt für Soziales und Wohnen
Dezernat:
Dez. V
Finanzierung der Stadtteilarbeit des Diakonischen
Werkes Bonn und Region gGmbH im Jahr 2024
Beratungsfolge
Ausschuss für Soziales, Migration und
Gesundheit
14.11.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Das Diakonische Werk Bonn und Region gGmbH erhält zur Sicherstellung sei-
ner „Stadtteilbüros“ (Gemeinwesenarbeit) in den Stadtteilen Medinghoven und
Tannenbusch eine Förderung zur Finanzierung der angemessenen, nachge-
wiesenen und ungedeckten Personal-, Sach- und Overheadkosten in Höhe von
maximal:
146.800,00 € für das Jahr 2024
Mit der Förderung werden die Personalkosten für 1,3 VZÄ Sozialarbeit und 0,13
VZÄ Verwaltung, sowie ein Sachkostenanteil in Höhe von 15% und Overhead-
kosten in Höhe von 10% der anerkennungsfähigen Personalkosten finanziert.
Begründung
Gemeinwesenarbeit „trägt zum positiven Umfeld besonders in prekären Stadtteilen bei.
Ohne diese Maßnahmen würde sehr viel Lebensqualität verloren gehen, Menschen
würden sich unwohler fühlen und Probleme würden sehr viel stärker zu Tage treten.“1
Das Angebot der sog. „Stadtteilbüros“ in den Quartieren Medinghoven und
Neu-Tannenbusch wird seit vielen Jahren durch das Diakonische Werk Bonn
und Region gGmbH vorgehalten und seitens des Amtes für Soziales und Woh-
nen finanziert. Es basiert auf den Grundsätzen der Gemeinwesenarbeit und
bezieht somit unmittelbar das soziale Umfeld (Lebenswelt) und die Lebensla-
gen der Bewohner*innen des jeweiligen Stadtteils mit ein.
Beide Stadtteile (Medinghoven und Tannenbusch) verfügen über vielfältige,
jedoch auch teils unterschiedliche soziale Themen und Problemlagen. Die Be-
völkerungsstruktur ist in beiden Gebieten deutlich geprägt durch kinderreiche
1 Diakonisches Werk Bonn und Region gGmbHSeite 1 von 5
Seite 2
Familien und Alleinerziehende, die nur über ein geringes Einkommen verfügen,
sowie Menschen mit Migrationshintergrund. Ein großer Teil der Bevölkerung
bezieht Transferleistungen.
Hier stellen die Stadtteilbüros bekannte und akzeptierte Anlauf- und Begeg-
nungsstellen für die Menschen im jeweiligen Stadtteil dar. Frühzeitige und
schnelle Hilfen vor Ort werden durch die „Stadtteilbüros“ gewährleistet. Die
Gemeinwesenarbeit und die damit verbundene Netzwerkarbeit bringt unter-
schiedliche Menschen zueinander, motiviert und begleitet sie. Die vorgehalte-
nen Gruppenangebote ermöglichen den Zugang zu einer ggf. erforderlichen
weitergehenden Beratung und Begleitung.
Den unterschiedlichen Bedarfen der beiden Stadtteile und den daraus resultie-
renden jeweiligen Arbeitsansätzen des Trägers soll künftig im Rahmen der För-
derung vermehrt Rechnung getragen werden. Aus diesem Grund soll nachfol-
gend auf die jeweilige Arbeit der „Stadtteilbüros“ eingegangen werden:
Stadteilbüro „Medinghoven“
Das „Stadtteilbüro Medinghoven“ stellt (in der Briandstraße 5) eine zentrale
Anlaufstelle für alle Stadtteilbewohner*innen und ihre sozialen Themen und
Problemlagen dar. Die Arbeit des Trägers ist bekannt und hat sich seit 2004
fest im Stadtteil etabliert. Die Mitarbeitenden geben der Stadtteilarbeit „ein Ge-
sicht“ und sind im Quartier gut vernetzt. Angeboten werden in der Einrichtung
Gruppen- und Bildungsangebote (u.a. Näh- und Upcyling-Kurse für Frauen,
Nachhilfe für Kinder und Jugendliche durch ehrenamtliche Mitarbeitende,
Deutschkurs für Frauen).
Das Konzept des „Stadtteilbüros Medinghoven“ sieht seine Aufgabe in der Or-
ganisation der gemeinwesenorientierten Angebote sowie die Suche und Ge-
winnung von Kursleitungen bzw. Begleitung von ehrenamtlich Engagierten. Die
Einrichtung kann dabei auf gewachsene Kooperationen (z.B. Ökumenische
Flüchtlingshilfe Hardtberg) sowie ein großes Netzwerk zu lokalen und stadtwei-
ten Fachdiensten, Akteuren und Institutionen zurückgreifen, von dem die Be-
wohner*innen profitieren. Fachspezifische Außensprechstunden (z.B. der Ver-
braucherzentrale, Zentrale Schuldnerberatung) in den Räumen des Trägers
sollen zudem einen niederschwelligen Zugang vor Ort zu sonst zentral verorte-
ten Institutionen gewährleisten.
Die Gemeinwesensarbeit in Medinghoven befindet sich derzeit im Umbruch.
Durch das zweijährige (2019 - 2020) Projekt „Zusammen im Quartier – ZiQ“
(DS 211234) sowie der Neukonzeptionierung der Gemeinwesenarbeit vor Ort
wurden verschiedenste Bedarfe sichtbar gemacht und Empfehlungen ausge-
sprochen. Derzeit wird geprüft, ob und welche daraus resultierenden Aufträge
im Rahmen der Gemeinwesenarbeit gedeckt und umgesetzt werden können.Seite 2 von 5
Seite 3
Stadteilbüro „Tannenbusch“
Das „Stadtteilbüro Tannenbusch“ wird bereits seit den 70er Jahren durch das
Diakonische Werk vorgehalten. Es verfügt über zwei Standorte im Quartier
(Oppelner Straße 130 und Schlesienstraße 1) sowie ein großes Außengelände.
Hier werden Begegnungs- und Bildungsangebote umgesetzt (u.a. Hausaufga-
benhilfe, Lernspielgruppe, Gymnastikgruppe, Café International). Dabei bietet
der Stadtteil aufgrund seiner Größe und den Bemühungen im Rahmen des
Städtebauförderungsprogramms „Soziale Stadt“ eine Vielfalt an sozialen Institu-
tionen und Kooperationspartnern. Aufgrund der beengten Räumlichkeiten findet
ein Teil der Angebote des „Stadteilbüros Tannenbusch“ in den Räumen von
kooperierenden Einrichtungen statt (u.a. Haus Vielinbusch, Dr. Moroni Stiftung).
Fest etabliert im Stadtteil ist auch bspw. das eigene Programm „Familiennetz-
werk Tannenzwerge“, das verschiedenste Gruppenangebote beinhaltet und die
niederschwellige Unterstützung von Familien in Tannenbusch zum Ziel hat.
Das Konzept des „Stadtteilbüros Tannenbusch“ versteht seine Aufgabe im
Rahmen der Gemeinwesenarbeit in der Organisation, Koordination und Durch-
führung der Angebote. Das „Stadtteilbüro Tannbusch“ ist zudem Netzwerkpart-
nerin im Arbeitskreis „Vielfalt“, der verschiedenste Institutionen und Akteure in
Tannenbusch zusammenbringt.
Durch Veränderungen in der Angebotsstruktur des Stadtteils bedarf es ggf.
einer Anpassung des Konzepts des „Stadtteilbüros“. Im Dialog mit dem Träger
sollen diese Bedarfe für die Zukunft der Gemeinwesenarbeit in Neu-
Tannenbusch betrachtet werden.
Die Zuschussgewährung für die Gemeinwesenarbeit in Medinghoven und Tan-
nenbusch hat sich wie folgt entwickelt:
2021: 141.100 EUR
2022: 144.000 EUR
2023: 146.000 EUR
2024: 146.800 EUR
Empfehlung der Verwaltung
Zur Verstetigung und Nachhaltigkeit der bisher finanzierten Arbeit der „Stadt-
teilbüros“ ist die weitere Finanzierung der Gemeinwesenarbeit im Jahr 2024
aus Sicht des Amtes für Soziales und Wohnen zu befürworten und fortzu-
schreiben.
Bedingt durch das trägereigene Hygienekonzept, welches über die gesetzlich
vorgeschriebenen SARS-CoV-2 – Maßnahmen auch zeitlich hinausging, wur-
den viele Gruppen- und Bildungsangebote nicht durchgeführt. Der Träger
bemüht sich weiterhin darum, seine Angebote vollständig wieder aufzunehmenSeite 3 von 5
Seite 4
bzw sein bisheriges Konzept zu erweitern.
Aufgrund der oben benannten Entwicklungen in den beiden Stadtteilen und
einer veränderten Bedarfslage wird die weitere Konzeption und Förderung der-
zeit gemeinsam mit dem Träger erarbeitet. Zielsetzung ist die Erstellung einer
verbindlichen Leistungsbeschreibung. Dieser Prozess ist noch nicht abge-
schlossen.
Das Angebot der „Allgemeinen Sozialberatung“, welches ebenfalls vom Diako-
nischen Werk in beiden Stadtteilen vorgehalten wird, ist hiervon nicht berührt,
da es weiterhin im Rahmen von Einzelfallhilfen aus Mitteln zur Erfüllung gesetz-
licher Pflichtaufgaben nach SGB II und SGB XII vergütet wird.
Hinweis:
Die vorliegende Beschlussvorlage konnte erst jetzt erstellt werden. Die Verzö-
gerung ist – neben Personalengpässen in der Verwaltung - u. a. in den Beson-
derheiten im Förderjahr 2023 begründet. Aufgrund der Energiekrise und außer-
gewöhnlichen Tarifsteigerungen konnten erst verspätet valide Kosten/ Förder-
höhen ermittelt und verhandelt werden. Daneben waren im Vorfeld vorrangige
Fördermöglichkeiten nach dem Stärkungspakt NRW zu klären.
Um den Arbeitsaufwand für Politik und Verwaltung nicht ineffizient zu erhöhen,
wird angestrebt, Förderbeschlüsse immer für den gesamten Zeitraum eines
Doppelhaushalts zu fassen. Die Verwaltung ist selbstverständlich weiterhin
bemüht - trotz eines deutlichen Anstiegs der Zahl der Fördermaßnahmen (mit
gleichzeitiger Fälligkeit) – die notwendigen Förderbeschlüsse so zeitnah wie
möglich einzuholen.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe Produktgruppenbe-
zeichnung
Produkt Produktbezeichnung
1.05.06 Förderung Wohlfahrt 1.50.00.05.06.01 Förderung Wohlfahrt
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen
Einzahlungen
Investiver
FinanzsaldoSeite 4 von 5
Seite 5
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle /
FiPos
Veranschlagt
in
Noch bereitzu-
stellen
Deckung
Auszahlungen /
Aufwendungen
146.800,00 EUR 150000506 /
73.1000
2024 0,00 EUR
Einzahlungen /
Erträge
0,00 EUR
Haushaltsbelastung
jährlich
146.800,00 EUR
Anlage/n
KeineSeite 5 von 5

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Datenstand: 03.11.2026, 00:40 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de