241644 · Mitteilungsvorlage
Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1: „Klimagerechte Innenentwicklung und Nachverdichtung“ hier: Auftakt und weiteres Vorgehen
Kerndaten
- Nummer
- 241644
- Art
- Mitteilungsvorlage
- Veröffentlicht
- 11.10.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen Kenntnisnahme
Dateien
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Mitteilungsvorlage öffentlich 241644 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1: „Klimagerechte Innenentwicklung und Nachverdichtung“ hier: Auftakt und weiteres Vorgehen Beratungsfolge Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 29.10.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.10.2024 Kenntnisnahme Rat 12.11.2024 Kenntnisnahme Mitteilung: Der Bonner Klimaplan sieht in dem Gebäudebestand und den Neubautätigkeiten eine zentrale Bedeutung für den Klimaschutz in Bonn. Eine integrierte, nachhaltige und klimafreundliche Stadtentwicklung setzt hierfür den konzeptionellen und planerischen Rahmen. Der Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1 mit seinem interdisziplinären Ansatz verfolgt die Zielsetzung, zu einer qualitätsvollen Innenentwicklung beizutragen und damit einen Mehrwert für die Bürger*innen zu erreichen. Im Kontext zum Handlungsfeld „Wohnen“, welches die Sicherung und Schaffung von Wohnraum und insbesondere die Förderung von öffentlich gefördertem Wohnungsbau verfolgt, stellt die Innenentwicklung einen zentralen Baustein dar und wird als Tätigkeitsschwerpunkt formuliert (vgl. DS Nr. 241643). Mit der inhaltlichen Konkretisierung des Steckbriefes durch den Änderungsantrag DS Nr. 222006-68 hinsichtlich der Ausrichtung auf die Findung, Planung und Umsetzung von konkreten Wohnbauprojekten zur Nachverdichtung wird der Schwerpunkt der Steckbriefbearbeitung auf einen Mobilisierungs- und Aktivierungsansatz gelegt. Diese Schwerpunktsetzung stellt nicht nur die inhaltliche Konkretisierung, sondern auch die Herausforderung in der Umsetzung dar, welchen sich mit beispielgebenden Testentwürfen, geeigneten Instrumenten und Kommunikationswegen genähert werden muss. Die Zielsetzung des Klimaplan-Steckbriefs 4.2.1.1 bezieht sich auf die strategische Entwicklung von Flächen und Nachverdichtungspotenzialen innerhalb bereits bestehender urbaner Strukturen und reduziert damit die Neuflächeninanspruchnahme wie auch Infrastrukturkosten. Mit einer qualitätsvollen Innenentwicklung werden nachhaltige, lebenswerte undSeite 1 von 6 Seite 2 anpassungsfähige Stadträume gefördert und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung erbracht. Dazu tragen die Wiederbelebung und Umnutzung von Stadträumen und bereits versiegelten Flächen, eine effiziente Flächennutzung durch kompakte Bauweisen und gemischte Nutzungen bei. Unter Berücksichtigung von Querschnittsaspekten wie Grün- und Freiflächen, sozialer Infrastruktur sowie Klimaschutz und - anpassung wird die Entwicklung damit sowohl den gegenwärtigen als auch den zukünftigen Bedürfnissen der Bürgerschaft gerecht. Durch die Schaffung dieser nachhaltigen und zukunftsfähigen Siedlungsstrukturen wird ein indirekter Beitrag zur Klimaneutralität 2035 geleistet. Vorgehen im Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1 Zur Bearbeitung des Klimaplan-Steckbriefs werden auf Grundlage der Zusammenstellung und des Abgleichs der bestehenden Analyse- und Planwerke (wie Baulandkataster gemäß §200 BauGB, Innenentwicklungsatlas, NEILA Siedlungsentwicklungskonzept, Bonner Freiraumplan, bestehende Konzepte zur möglichen Neuordnung der Flurstücksgrenzen) nach einer Kategorisierung exemplarisch Flächen betrachtet, qualifiziert und Innenentwicklungsinstrumente erprobt. Diese exemplarischen Flächenentwicklungen sind als Erprobungsräume bzw. als Modellvorhaben der Innenentwicklung zu verstehen, sodass die jeweiligen Ergebnisse auf andere Räume im Stadtgebiet übertragen werden können (siehe Anlage 1| Schematische Projektskizze). Der weitere Bearbeitungsprozess gliedert sich in drei Bausteine, für die das folgende Vorgehen geplant ist: Baustein | Testentwürfe als Umsetzungsvorbereitung Aufbauend auf den bestehenden Ergebnissen der bereits erhobenen Innenentwicklungspotenziale und dem Abgleich der bestehenden Analyse- und Planwerke miteinander werden exemplarisch Flächen zur Aktivierung für eine Wohnnutzung identifiziert. Bislang sind keine Flächen ausgewählt. Dies erfolgt anhand zuvor festgelegter Kriterien wie beispielsweise der Entwicklungsperspektive (kurz- bis mittelfristig) und der Raum- und Gebäudetypologie (Art, Lage, Raumbezug, Nutzung), um in den Testentwürfen möglichst eine Flächenvarianz und damit auch eine Varianz in den erforderlichen Handlungsansätzen abzubilden. Für diese Flächen werden in Testentwürfen die städtebauliche und architektonische Aktivierungsmöglichkeit sowie die freiraumplanerische Qualifizierung des Umfeldes aufgezeigt und in einem Energiekonzept die klimaoptimierte Gebäudeversorgung beleuchtet. Hierbei bilden die Checkliste „Nachhaltiges Planen“, die Zielaussagen von Klimaplan und Klimaanpassungskonzept, die Erkenntnisse der kommunalen Wärmeplanung sowie weitere programmatische Planwerke (bspw. Freiraumplan) wichtige qualitative Grundlage. Auf Basis dieser Entwürfe erfolgt die Umsetzungsvorbereitung und Umsetzung der Planung mittels geeigneter Instrumente der Innenentwicklung. Die Planungs- und Umsetzungserfahrungen werden in Handlungshilfen für die Aktivierung von Innenentwicklungspotenzialen ähnlicher Typologie aufbereitet und der Fachverwaltung sowie der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, um eine Übertragbarkeit auf andere Stadträume zu ermöglichen.Seite 2 von 6 Seite 3 Baustein | Innenentwicklungsinstrumente Das Instrumentenportfolio zur Förderung und Realisierung von Innenentwicklungen ist vielseitig. Daher erfolgt zunächst eine Zusammenstellung in Bonn bestehender und in Anwendung befindlicher sowie möglicher weiterer Innenentwicklungsinstrumente. Neben den formellen Instrumenten des Baugesetzbuches sind auch informelle Instrumente mit dialogorientiertem Ansatz zu berücksichtigen. Aufgrund der Vielseitigkeit der Innenentwicklungsinstrumente gilt es zunächst zielorientiert und flächenspezifisch einen geeigneten Instrumentenmix auszuwählen und diesen zu erproben. Hierzu wurden im ersten Schritt in einer verwaltungsinternen Vorabstimmung Erfahrungen zum Thema Innenentwicklungsinstrumente ausgetauscht, wobei der Fokus auf der Sicherung/dem Auffinden von möglichen Entwicklungsflächen und der konkreten Schaffung und Sicherung von Wohnraum lag. Die Ergebnisse werden aufbereitet, sodass im weiteren Prozess im Ergebnis ein Instrumentenkasten entsteht, der für die Innenentwicklungspotenziale des Steckbriefes als Grundlage und generell der Verwaltung als Arbeitshilfe dient. Baustein | Kommunikation Aktivierung der Eigentümer*innen und Bürger*innen Eine qualitätsvolle Innenentwicklung funktioniert nur gemeinsam mit den Eigentümer*innen der konkreten Flächen und den Bürger*innen. Daher ist ein kollaborativer Prozess zur Beteiligung der Eigentümer*innen und der Bürger*innen wesentliches Element innerhalb des Aktivierungs- und Mobilisierungsansatzes des Steckbriefes. Im weiteren Prozess sollen die willigen Eigentümer*innen von Flächenpotenzialen über geeignete Instrumente identifiziert und aktiv in den Prozess eingebunden werden. Arbeitsgruppe Wohnen und Innenentwicklung (verwaltungsintern) Die erfolgreiche Umsetzung von Innenentwicklungsvorhaben ist eine inhaltlich komplexe Aufgabe, die nur integriert gelingen kann und die Zusammenarbeit und Abstimmung zwischen der Vielzahl beteiligter Fachämter erforderlich macht. Die inhaltliche Bearbeitung des Klimaplan-Steckbriefs wird fachlich durch die als Arbeits- und Abstimmungsgremium für ein konzertiertes städtisches Agieren im Handlungsfeld „Wohnen“ neu eingerichtete, querschnittsorientierte Arbeitsgruppe Wohnen und Innenentwicklung begleitet (vgl. DS Nr. 241643). Die erste Sitzung hat im September stattgefunden. Im weiteren Prozess werden die drei genannten Bausteine parallel bearbeitet. Im Rahmen dessen ist zu prüfen und aufzuzeigen, wie der mittelbare Beitrag der Innenentwicklung und Nachverdichtung für die Klimaneutralität 2035 Bonns aufgezeigt werden kann. Die Ratsgremien werden fortlaufend informiert und zu gegebener Zeit beteiligt. Umgang mit den Maßgaben aus den politischen Beratungen Der Umgang mit dem Änderungsantrag DS Nr. 222006-68 wird nachfolgend dargestellt: Im Arbeitsprogramm (Band 2) wird das Projekt 4.2.1.1. UmsetzungsstrategieSeite 3 von 6 Seite 4 systematische Erschließung der Flächenoptimierungspotenziale wie folgt geändert: I. Das Projekt erhält den Namen „Arbeitsgruppe Innenentwicklung“. • Der Titel des Klimaplan-Steckbriefs 4.2.1.1 wird in „Klimagerechte Innenentwicklung und Nachverdichtung“ geändert. II. Die Verwaltung wird beauftragt, das Konzept des Projektes so zu ändern, dass anstelle der Entwicklung einer Umsetzungsstrategie, von weiteren Konzepten und Detailanalysen oder theoretischer Umsetzungsinstrumente, die Findung, Planung und Umsetzung von konkreten Wohnbauprojekten zur Nachverdichtung in den Fokus genommen wird. • Mit dieser inhaltlichen Konkretisierung des Klimaplan-Steckbriefs 4.2.1.1 wird der Schwerpunkt - wie oben beschrieben - auf einen Mobilisierungs- und Aktivierungsansatz gelegt. Dazu soll in der Stadtverwaltung eine Arbeitsgruppe Innenentwicklung eingerichtet werden. Die Arbeitsgruppe ist ein multiprofessionelles Team aus Stadtplanung, Immobilien-/Wohnungswirtschaft, Architektur, Projektentwicklung und umfasst 4,25 VZÄ-Stellen (inkl. eigener Teamleitung). Die Arbeitsgruppe soll systematisch Potenzialflächen für den Wohnbau identifizieren und erste konkrete Umsetzungsideen entwickeln, Eigentümer aktiv ansprechen, ggf. Investoren suchen, bei Fördermitteln beraten und bis zur Planungsvereinbarung im Prozess der Baurechtschaffung unterstützen. Bei den ersten Projekten kann sie auch im weiteren Verfahren begleiten. • Im Arbeitspaket Klimaplan sind für diesen Klimaplan-Steckbrief 4.2.1.1 bis 2030 4,25 Vollzeitäquivalente (VZÄ) berechnet worden. Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung wurde die Anzahl auf 3,25 VZÄ reduziert, welche sich wie folgt auf die Fachämter verteilen: - 2 VZÄ zu 61 (1 Sachgebietsleitung, 1 Sachbearbeitung) - 1 VZÄ zu 67 (Sachbearbeitung) - 0,25 VZÄ zu 62 (Sachbearbeitung). Die Stellen wurden besetzt und sind mit der Bearbeitung des Klimaplan- Steckbriefes, welcher wie beschrieben die Identifizierung von Potenzialflächen, die Erarbeitung von Testentwürfen und Handlungshilfen, den Dialog mit Eigentümer*innen und Vorhabenträger*innen sowie die Umsetzungsvorbereitung umfasst, betraut. In der Bearbeitung wird zudem die verwaltungsinterne, ämterübergreifende Arbeitsgruppe Wohnen und Innenentwicklung die Bearbeitung des Steckbriefes begleiten. Ergänzend wird auf die Vorlage mit der DS Nr. 241643 verwiesen. Umgang mit den Empfehlungen von Bonn4Future Im 1. Jahresbericht des Klimaplans (vgl. Mitteilungsvorlage DS Nr. 240487) sind die Empfehlungen von Bonn4Future den einzelnen Steckbriefen zugeordnet worden. Im Folgenden sind die Empfehlungen zum Steckbrief 4.2.1.1 sowie der Umgang damit dargestellt: 1. „Ergänzung des ‚Scanning‘ um die Suche nach Leerstand und umnutzbaren Büroflächen“ • Mit der inhaltlichen Konkretisierung durch den Änderungsantrag DS Nr. 222006-68 wird der Schwerpunkt auf einen Mobilisierungs- und Aktivierungsansatz gelegt. Entsprechend erfolgt keine flächendeckendeSeite 4 von 6 Seite 5 Aktualisierung der bereits erhobenen Flächenpotenziale, sodass eine Ergänzung um leerstehende Gebäude und umnutzbare Büroflächen nicht erfolgen kann. Im Rahmen der exemplarischen Flächenbetrachtungen können auch (Teil-) Flächen mit leerstehenden Gebäuden oder umnutzbaren Büroflächen ausgewählt werden. Eine Prüfung erfolgt im Zuge der Flächenidentifizierung. 2. „Einstellung von Haushaltsmitteln zum Ankauf von Gebäuden, Entwicklungen von Konzepten/ Vorgaben und Beratungen für ökologische Sanierung und Vermietung durch die Stadt Bonn“ • Im Rahmen der verwaltungsinternen Vorabstimmung und im weiteren Projektverlauf des Klimaplan-Steckbriefs 4.2.1.1 sowie in der begleitenden Arbeitsgruppe Wohnen und Innenentwicklung (vgl. DS Nr. 241643) werden auch Instrumente zur aktivierenden Bodenpolitik diskutiert. Zu gegebenem Zeitpunkt erfolgt gemäß üblicher Praxis die Einstellung von Haushaltsmitteln. • Im Rahmen des Klimaplan-Steckbriefs 4.2.2.1 wird unter anderem das Thema der energetischen Sanierung im Kontext der klimafreundlichen Quartiersentwicklung bearbeitet (vgl. DS Nr.241651). Ebenso werden in der Bearbeitung der Klimaplan-Steckbriefe 4.3.2.1 und 4.5.2.1 die gewerbliche Wohnungswirtschaft und die Träger*innen sonstiger öffentlicher Gebäude auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand unterstützt. Mit dem Klimaplan-Steckbrief 4.3.1.3 werden künftig durch ein kommunales Förderprogramm Anreize für Eigentümer*innen in Bonn geschaffen, Altbauten sozialgerecht energetisch zu sanieren. Im weiteren Prozess wird geprüft, inwieweit das Thema der ökologischen Sanierung in anderen Klimaplan- Steckbriefen Berücksichtigung findet. Es erfolgt eine Abstimmung mit den entsprechenden Fachämtern. Anlage/n 1 Anlage 1_Schematische Projektskizze (öffentlich)Seite 5 von 6 Zielsetzung zu einer qualitätsvollen Innenentwicklung beizutragen und damit einen Mehrwert für die Bürger*innen zu erreichen Schwerpunkt: Mobilisierungs- und Aktivierungsansatz für die Wohnnutzung ARBEITSPROZESSE Testentwürfe als Umsetzungsvorbereitung Innenentwicklungs- instrumente Kommunikation ZIELE & INHALT Aktivierung der Eigentümer*innen und Bürger*innen kollaborativer Beteiligungsprozess Identifizierung der willigen Eigentümer*innen AG Wohnen & Innenentwicklung (intern) • Zusammenarbeit und Abstimmung der Fachämter Zusammenstellung der IE- Instrumente formelle Instrumente des BauGB sowie informelle Instrumente mit dialogorientiertem Ansatz Auswahl und Erprobung eines geeigneten Instrumentenmix verwaltungsinterne Vorabstimmung PRODUKTE Instrumentenkasten als Grundlage für die IE-potenziale und als Arbeitshilfe für die Verwaltung Identifizierung und Auswahl von exemplarischen Flächen Kriterien wie Entwicklungsperspektive sowie Raum- und Gebäudetypologie Testentwürfe städtebauliche / architek- tonische Aktivierungs- möglichkeit sowie freiraumplanerische Qualifizierung des Umfeldes Beispielgebende Testentwürfe Handlungshilfen für die Aktivierung von IE-potenzialen Arbeitsgremium für die verwaltungsinterne Querschnittsaufgabe Modellvorhaben der Innenentwicklung ANLAGE 1 |SCHEMATISCHE PROJEKTSKIZZESeite 6 von 6
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 20:36 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de