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241625 · Beschlussvorlage

Errichtung eines Kombibades am Standort Ennertbad in Beuel

Nummer
241625
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
20.11.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Sportausschusses 05.12.2024 Empfehlung
  2. Sitzung der Bezirksvertretung Beuel 29.01.2025 Entscheidung federführend
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  1. 241625-01 Errichtung eines Kombibades am Standort Ennertbad in Beuel

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Beschlussvorlage
öffentlich
241625
Die OberbürgermeisterinDokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Federführung:
52 Sport- und Bäderamt
Dezernat:
Dez. IV
Errichtung eines Kombibades am Standort
Ennertbad in Beuel
Beratungsfolge
Sportausschuss 05.12.2024 Empfehlung
Bezirksvertretung Beuel 29.01.2025 Entscheidung
Beschlussvorschlag
1. Die Bezirksvertretung bestätigt den Auftrag an die Verwaltung ein Kom-
bibad am Standort Ennertbad zu errichten.
2. Auf Basis der nun ergänzten Machbarkeitsstudie wird die Verwaltung
beauftragt, im Rahmen der Grundlagenermittlung notwendige Untersuchungen
(vgl. nächste Schritte) zu beauftragen.
3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob anstelle der Vergabe von
Architekten- und Ingenieurleistungen über ein VgV-Verfahren eine Vergabe an
einen Totalunternehmer (TU) zulässig ist.
Begründung
Mit dem Ratsbeschluss „Rahmenplan zur Neuordnung der Bonner
Bäderlandschaft“ vom 18.06.2020 (DS 200671) wurde unter anderem für den
Standort des Ennertbades im Stadtbezirk Beuel folgendes beschlossen:
„Am Standort des Ennertbades soll ein Hallenbad mit einem Mehrzweckbecken
und einem Lehrschwimmbecken errichtet werden. Die Verwaltung wird
beauftragt, das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes Nr. 8123-1 „Am
Ennertbad“ unter Rücksichtnahme auf das westlich angrenzende reine
Wohngebiet (WR) einzuleiten sowie eine Verträglichkeitsprüfung im Hinblick auf
das FFH-Gebiet vorzunehmen“.
Die Verwaltung hatte entsprechend dieser Beschlusslage ein Planungsbüro mit
der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zum Hallenbadneubau am Standort
des Ennertbades beauftragt. Diese Machbarkeitsstudie sollte als Grundlage
dienen, das Verfahren zur Änderung des Bebauungsplanes zu initiieren. Die
Machbarkeitsstudie wurde in der Mitteilungsvorlage DS 212272 Anfang 2022 im
Sportausschuss und in der Bezirksvertretung Beuel vorgestellt.
Zwischenzeitlich hatte sich durch weitere interne Prüfungen herausgestellt,
dass eine langwierige Änderung des Bebauungsplanes nicht erforderlich ist,
wenn die bereits jetzt bebauten Flächen am Schwimmbad für den NeubauSeite 1 von 40
Seite 2Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
genutzt würden und der aktuell gültige Bebauungsplan - der wegen einer
Festsetzung zu den Geländehöhen mit Rechtsmängeln behaftet ist -
aufgehoben wird. Die Genehmigung des Kombibades soll nach § 34
Baugesetzbuch erfolgen. Die 1981 errichteten Freibadgebäude könnten durch
einen Hallenbadneubau ersetzt werden, der einen gemeinsamen
Eingangsbereich, die Mitarbeiterräume und auch die Umkleide- und
Sanitärbereiche sowohl für das Hallenbad- als auch für das Freibadgäste
beinhaltet. Auf diese Weise könnte am Ennertbad ein echtes Kombibad
entstehen, welches ganzjährig genutzt werden könnte. Über diese
Entwicklungen hatte die Verwaltung in der DS 231979 berichtet.
Das Planungsbüro, welches die Machbarkeitsstudie erstellt hatte, wurde
deshalb beauftragt, eine ergänzende Machbarkeitsstudie unter
Berücksichtigung dieser neuen Vorgaben zu erstellen. Diese ergänzende
Studie liegt nunmehr vor und ist im Anhang beigefügt.
Planungskonzept für ein Kombibad
Für ein neues Kombibad am Standort Ennertbad sollen die vier Freibadbecken
und die Freianlagen mit den Beckenumgängen, den Liegewiesen und den
Spielanlagen bestehen bleiben. Die drei zum Freibad gehörenden
Bestandsgebäude sollen zurückgebaut werden. Diese Gebäude beinhalten
aktuell den Eingangsbereich, die Personalräume, den Kiosk, die Umkleiden und
die Sanitärräume. Die Technikgebäude und der Technikkeller im
Untergeschoss, der die Badewassertechnik für das Freibad beherbergt, können
weiterhin genutzt werden und sollen deshalb erhalten bleiben.
Das neue Kombibad wird mehr Fläche auf dem Grundstück beanspruchen als
die für den Rückbau vorgesehenen Gebäude aktuell belegen. Die drei
Bestandsgebäude des Freibades belegten 1.450 m², für das neue Kombibad ist
in dem Planungskonzept eine Fläche von 2.250 m² vorgesehen. Diese
Überschreitung ist nach verwaltungsinterner Vorprüfung genehmigungsfähig.
Die nähere Aufteilung des Kombibades ist auf Seite 7 der Studie beschrieben.
Das Hallenbad wird über ein Sportbecken mit fünf 25-m-Bahnen und einem 1-
m- und 3-m-Sprungbrett verfügen. Außerdem ist ein Lehrschwimmbecken
vorgesehen sowie ein separates Kinderbecken mit Spiel- und Sitzangeboten
und eigenem Wickelraum.
Synergieffekte
Ein Kombibad am Ennertbad generiert viele Vorteile der Ganzjahresnutzung
und bindet die Potentiale und Strukturen des Standortes mit ein. Sowohl für die
Besucher*innen als auch die Mitarbeitenden ist der Parallelbetrieb eines
Hallen- und Freibades am Standort mit sehr vielen Vorteilen verbunden (vgl.
Seite 10 der Studie).
- Wirtschaftliche Vorteile im Bauprozess:
o Ein Kombibad benötigt weniger Baukörper, da viele Räume eine
Doppelnutzung erfahrenSeite 2 von 40
Seite 3Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
o Die bereits vorhandene Infrastruktur (zum Beispiel Parkplätze) kann
verwendet werden.
- Vorteile in den betrieblichen Abläufen:
o Das Personal kann gezielt und kurzfristig nach Bedarf für Hallenbad
oder Freibad zugeteilt werden.
o Das Personal wird ganzjährig am gleichen Standort eingesetzt.
o Die Anzahl der geöffneten Umkleiden/Duschen und WCs können je
nach Besucheraufkommen durch das Personal bedarfsorientiert
gesteuert werden.
o Ein Kombibad hat ein breiteres Angebot, deshalb sind auch höhere
Besucherzahlen zu erwarten.
- Ökologische Vorteile:
o Es werden keine weiteren Flächen versiegelt.
o Der bestehende Baumbestand kann fast komplett erhalten bleiben.
Energiekonzept
Eine Beheizung aus regenerativen Energien ist für das Kombibad technisch
möglich (vgl. Seite 16-18 der Studie)
In der ergänzten Machbarkeitsstudie werden Ansätze für ein klimaneutrales
Kombibad beschrieben. Empfohlen wird ein Einsatz von Luft-Wärmepumpen
oder Sole- bzw. Erdwärmepumpen und Fortluft-Wärmepumpen. Im weiteren
Verlauf der Planung müsste untersucht werden, welche Kombination aus den
vorgenannten Wärmepumpenarten einen möglichst hohen Wirkungsgrad
erzielen. Außerdem wäre vorzuzusehen, dass die Stromversorgung sowie die
Wasseraufbereitung durch PV- und PVT-Hybridanlagen auf den
Gründachflächen wesentlich unterstützt werden. Für die Beckenerwärmung der
Bestands-Außenbecken wären Solarabsorberflächen sinnvoll.
Kostenprognose
Nach der von dem Planungsbüro erstellten Grobkostenprognose ergeben sich
für das Kombibad Gesamtkosten in Höhe von rund 26,5 Mio. € (vgl. Seite 19
der Studie). In diesen Kosten ist der Rückbau der Freibadgebäude bereits
enthalten. Allerdings wurde die Grobkostenprognose ohne die Grundlage eines
Baugrundgutachtens und eines Schadstoffgutachtens der Bestandsgebäude
erstellt, Risikozuschläge, sowie Baupreissteigerungen sind hier ebenfalls noch
nicht betrachtet.Seite 3 von 40
Seite 4Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Daher ergeben sich unter Berücksichtigung
- von Risikozuschlägen (17,4%, berechnet über ein Risikoermittlungsverfahren
vom SGB)
- von Baupreissteigerungen (6%/Jahr) bis zur möglichen Fertigstellung in 2029
Gesamtkosten i.H.v. ca. 40,6 Mio. € bei einer losweisen Vergabe.
Bei der Vergabe an einen TU ist mit einem Aufschlag (15%) in Höhe von ca.
6,05 Mio. € zu rechnen, so dass sich Gesamtkosten i.H.v. ca. 46,65 Mio. €
ergeben.
Die vorgenannten Risikozuschläge beinhalten nicht Risiken, die sich aus dem
Zustand bzw. einer möglichen Sanierung des Freibades ergeben.
Die Kosten für die juristische Beratung (s.u. Vergabestrategie) sind konsumtiv
zu buchen, sie werden mit ca. 25.000 EUR geschätzt. Die Mittel stehen im
laufenden Etat des Bäderbetriebes zur Verfügung.
Grundsätzlich ist der BgA Bäder zum Vorsteuerabzug berechtigt. Der
Kürzungssatz für die Vorsteuer steht derzeit noch nicht fest. Nach
Fertigstellung der Baumaßnahme wird anhand der tatsächlichen
Verwendungsabsichten die Vorsteuer nach §15a UStG festgelegt. Unter
Berücksichtigung dieses steuerlichen Effektes geht die Verwaltung davon aus,
dass die zu erwartenden Ausgaben deutlich unterhalb der Schätzkosten liegen.
Rahmenterminplan
In der Studie wird eine mögliche Zeitschiene beschrieben (Seite 22). Wenn die
nächsten Entscheidungen zügig getroffen werden und das Projekt unter der
Maßgabe einer positiv geprüften TU-Vergabe in der zweiten Jahreshälfte 2025
starten kann, wäre eine Eröffnung des Kombibad im Jahr 2029 möglich.
Untersuchungen im Rahmen der Grundlagenermittlung
Zur Eingrenzung der Kostenrisiken sollten nunmehr frühzeitig die Grundlage für
die weitere Planung herbeigeführt werden:
- Einholung eines umfangreichen Bodengutachtens und Begleitung durch
ein Tiefbau- und Ingenieurbüro
- Klärung der Möglichkeit einer Geothermie-Nutzung
- Erstellung aktueller Vermessungspläne des Grundstücks
- Untersuchung der Bestandsgebäude hinsichtlich möglicher Schadstoffe
in der Bausubstanz
- Prüfung der Möglichkeit der Wiederverwendung von Baumaterialien ausSeite 4 von 40
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den Bestandsgebäuden
- Zustandsbewertung der Bestandsaußenbecken
- Zustandsbewertung der Badewassertechnik der Außenbecken und
- Bewertung der zukünftigen Badewassererwärmung und -aufbereitung
Vergabestrategie
Die Verwaltung wird prüfen, ob die Vergabe von Architekten- und
Ingenieurleistungen über ein VgV-Verfahren erfolgen soll oder ob hier
ausnahmsweise Gründe vorliegen, die in Abweichung von der losweisen
Vergabe die Vergabe von Planungs- und Bauleistungen an einen
Totalunternehmer (TU) zulassen. Hierzu wird die Verwaltung gegebenfalls
externen juristischen Rat heranziehen.
Finanzierung
Für das Kombibad am Ennertbad ist in der Bäderpauschale bisher eine Summe
von 20 Mio. € vorgesehen. Aus heutiger Sicht ergibt sich eine
Grobkostenprognose von ca. 40,6 Mio. € (bei einer losweisen Vergabe)
bzw.ca. 46,65 Mio. € (bei einer TU-Vergabe) brutto. Steuerliche Effekte aus
dem Vorsteuerabzug sind in diesen Kosten noch nicht berücksichtigt.
Gegenüber den Annahmen zum bisherigen Finanzrahmen ergibt sich somit ein
voraussichtlicher Mehrbedarf in Höhe von ca. 20,6 Mio. € bzw. 26,65 Mio. €.
Die Verwaltung hat in der mittelfristigen Finanzplanung für die Jahre 2028 und
2029 eine Fortführung der Bäderpauschale um jeweils 15 Mio. € vorgesehen.
Zur Umsetzung der Neubaumaßnahme am Ennertbad wird die Verwaltung den
zu erwartenden Mehrbedarf für den Haushalt 2027/2028 anmelden.
Finanzielle Auswirkungen:
Produktgruppe
1.08.03
Produktgruppenbezeichnung
Bereitstellung und Betrieb
von Bädern
Produkt
1.52.00.08.03.02
Produktbezeichnung
Hallenbäder/Kombibad (BgA)
Investive Kosten der Maßnahme
Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt
in
Noch bereit-
zustellen
Deckung
Auszahlungen 40.600.000 € 5520008038000/78.5300 2025-2029 20.600.000 € Anmeldung 27/28Seite 5 von 40
Seite 6Dokumentenklasse B (nur für den Dienstgebrauch)
Einzahlungen
Investiver
Finanzsaldo
40.600.000 €
Konsumtive Kosten der Maßnahme jährlich einschließlich Folgekosten
Brutto Finanzstelle / FiPos Veranschlagt in
Auszahlungen /
Aufwendungen
25.000 EUR 152000803/72.1000 2025
Einzahlungen /
Erträge
Haushaltsbelastung
jährlich
25.000 EUR
Anlage/n
1 Studie Kombibad Ennertbad-Bonn (öffentlich)Seite 6 von 40
BV 2024 2 135 Ergänzung Machbarkeitsstudie Kombibad am Standort Ennertbad, Bonn
Seite 1 von 34
Quelle: pbr AG
Ergänzung Machbarkeitsstudie Kombibad
am Standort Ennertbad, Bonn
pbr Planungsbüro Rohling AG, Albert – Einstein – Straße 2, 49076 Osnabrück
04.09.2024Seite 7 von 40
BV 2024 2 135 Ergänzung Machbarkeitsstudie Kombibad am Standort Ennertbad, Bonn
Seite 2 von 34
Inhalt
1. Einleitung ................................................................................................................................................................................................................. 3
1.1. Einleitung / Ausgangslage .......................................................................................................................................................................... 3
1.2. Aufgabenbeschreibung der Machbarkeitsstudie ....................................................................................................................................... 3
1.3. Anforderungen an die Planung neues Kombibad ...................................................................................................................................... 3
1.4. Grundlage der Ergänzung der Machbarkeitsstudie ................................................................................................................................... 4
1.5. Weitere angefragte Bestandunterlagen .................................................................................................................................................... 4
1.6. weitere Planungsbeteiligte und nächste Schritte ...................................................................................................................................... 4
2. Kapazitäten Kombibad - Raumbedarf ................................................................................................................................................................... 5
2.1. Parallelbetrieb / hohe Flexibilität ................................................................................................................................................................ 5
2.2. Kapazitätsbetrachtung Bestandsfreibad Ennertbad ................................................................................................................................. 5
3. Planungskonzept .................................................................................................................................................................................................... 6
3.1. Lageplan ..................................................................................................................................................................................................... 6
3.2. Aufteilung als Kombibad ............................................................................................................................................................................ 7
3.3. Synergieeffekte ......................................................................................................................................................................................... 10
3.4. Raumbedarf .............................................................................................................................................................................................. 10
3.5. Zeichnungen zum Planungskonzept ........................................................................................................................................................ 11
4. Strategie für ein CO² freies Hallenbad ................................................................................................................................................................. 16
4.1. Erstellung eines Energiekonzeptes ........................................................................................................................................................... 16
4.2. Fernwärme oder Nahwärme .................................................................................................................................................................... 16
4.3. Einsatz von Wärmepumpen im Hallenbad .............................................................................................................................................. 16
4.4. Zusammenfassung ................................................................................................................................................................................... 18
5. Kostenprognose .................................................................................................................................................................................................... 19
5.1 Zusammenstellung der Grobkosten ......................................................................................................................................................... 19
5.2 Kostenrahmen ........................................................................................................................................................................................... 20
5.3 Projektspezifische Kostenunsicherheiten ................................................................................................................................................. 20
5.4 Vorschläge zur Reduzierung von Kostenrisiken ....................................................................................................................................... 20
6. Zusammenfassung ............................................................................................................................................................................................... 21
6.1. Empfehlung ............................................................................................................................................................................................... 21
6.2. Mögliche Zeitschiene................................................................................................................................................................................. 22
7 Anlagen ...................................................................................................................................................................................................................... 23
8 Redaktionelle Angaben ............................................................................................................................................................................................. 33Seite 8 von 40
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1. Einleitung
1.1. Einleitung / Ausgangslage
Grundlage der Ergänzung und Überarbeitung ist die Machbarkeitsstudie zum Neubau eins Hallenbades am Standort Ennertbad aus dem Jahr 2021.
Die Positionierung des Hallenbades am Standort Ennertbad in der Studie von 2021 machte nach Rückmeldung der Genehmigungsbehörden eine Änderung des
Bebauungsplanes notwendig.
Nach verwaltungsinternen Prüfungen ist keine Änderung des Bebauungsplanes erforderlich, wenn die bereits jetzt bebauten Flächen am Standort Ennertbad
für den Neubau des Hallenbades genutzt werden könnten. Die 1981 errichteten Freibadgebäude könnten dann durch einen Hallenbadneubau ersetzt werden.
Ziel sollte es sein, dass am Standort Ennertbad ein echtes Kombibad entsteht, das ganzjährig genutzt werden kann.
1.2. Aufgabenbeschreibung der Machbarkeitsstudie
Die Bundesstadt Bonn beabsichtigt, am Standort des bestehenden Ennert-Freibades, Holtorfer Straße 40, 53229 Bonn ein neues Hallenbad als Ersatzneubau
für das alte, abgängige Hallenbad Bonn-Beuel (Beueler Bütt) zu errichten.
Es soll die Möglichkeit für einen Hallenbadneubau auf den Flächen der aktuellen Freibadgebäude untersucht werden.
Die Planung soll den Raumbedarf der Studie von 2021, hinsichtlich der notwendigen Funktionen eines Kombibades, ergänzen. Ein gemeinsames Foyer, die
Mitarbeiterräume, die entsprechenden Umkleiden und Sanitäranlagen, ggf. Kiosk oder weitere notwendig erscheinende und abzustimmende Räumlichkeiten, für
eine gleichzeitige Nutzung des Hallen- und des Freibades sind zu bestimmen und zeichnerisch darzustellen. Synergieeffekte des damit entstehenden
Kombibades sind herauszuarbeiten. In den Sommermonaten ist ein Parallelbetrieb des Hallen- und Freibades geplant.
Das Planungskonzept und die Kostenprognose berücksichtigt die Vorgaben bezüglich Klimaneutralität und Nachhaltigkeit, die die Stadt Bonn an zu städtischen
Neubauten stellt. Hierzu zählen die Festlegungen des Betriebsausschusses des Städtischen Gebäudemanagements, die unter anderen Punkten auch
Dachbegrünung und eine Solarpflicht im Neubau beinhalten. Zertifizierungsziele zum nachhaltigen Bauen nach BNB sind bei einem Hallenbadneubau
einzuhalten. Zielsetzung ist es, dass das Hallenbad zukünftig ohne fossile Energieträger betrieben werden kann.
1.3. Anforderungen an die Planung neues Kombibad
- Ausführung entsprechend den KOK -Richtlinien
- behindertengerecht / barrierefrei
- Schwimmerbecken, 25,00 * 12,50 m
- Lehrschwimmbecken, 12,50 * 10,00 m mit Hubboden
- Kinderbecken, ca. 25m² Wasserfläche
- Dachbegrünung
- Photovoltaikanlage
- Nutzung regenerativer Energien, CO² neutraler BetriebSeite 9 von 40
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1.4. Grundlage der Ergänzung der Machbarkeitsstudie
- Machbarkeitsstudie aus 07.2021, die Ortsbegehung aus 2021
- Lageplan / Flurkarte 1:1000 aus 2021
- Skizze der Überlagerung Hallenbad auf der Position der Bestandsgebäude des Freibades des Auftraggebers
- Abstimmung zu Position des Gebäudes / Ausrichtung der Gebäudeteile
- übermittelte Grundrisse des Technikkellers des Freibades (ohne Maßstab)
- Schnittzeichnungen der Freibadgebäude (ohne Maßstab)
1.5. Weitere angefragte Bestandunterlagen*
- Maßstäbliche Grundrisse der Freibadgebäude Erdgeschoss und Untergeschoss (Technikkeller) als PDF oder DWG -Datei
- Leitungspläne von dem Grundstück
- Informationen zum Baugrund (Bodengrundgutachten)
- Zustand Bestandsfreibad, Bestandserfassung (Berichte / Gutachten zur Freibadtechnik)
- Schützenswerter Baumbestand (Baumkataster)
* konnten bisher nicht zur Verfügung gestellt werden
1.6. weitere Planungsbeteiligte und nächste Schritte
Grundlagenermittlung / Planungsgrundlagen schaffen:
1. Baugrundgutachten (Potentiale für Geothermie ermitteln, Nutzung einer Erd-Wärmepumpe)
2. aktuelle Vermessungspläne des Grundstücks (inklusive Infrastruktur / Leitungsführung, Baumbestand, Geländehöhen)
3. Schadstoffgutachten (Bestandsgebäude inklusive Schadstoffkataster, Kostenangaben Entsorgung möglicher Schafstoffe)
4. Dokumentation zum Zustand des Bestandsfreibades (Becken, Beckenumgänge), Zustandsfeststellung der Freibadtechnik
Vergabe /Beauftragung von Fachplanern:
- Objektplaner
- Tragwerksplaner
- Planer zur technischen Gebäudeausrüstung
- Freiraumplaner (Vorplatz, Verbindung Frei- und Hallenbad)
- Bauphysiker incl. Akustik, Schallschutz
- Brandschutzgutachter
- SiGeKo zur BauausführungSeite 10 von 40
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2. Kapazitäten Kombibad - Raumbedarf
2.1. Parallelbetrieb / hohe Flexibilität
Das zukünftige Ennertbad soll als Kombibad genutzt werden, so dass in der Freibadsaison (Mai – September) sowohl Hallen- als auch Freibad geöffnet sind.
Der Zugang zu beiden Bädern erfolgt über einen gemeinsamen Haupteingang. Von dort aus können über einen gemeinsamen Kassenbereich alle Nutzungen,
Freibad und Hallenbad erschlossen werden.
Die Umkleiden im Hallenbad sollen auch für den Freibadbetrieb genutzt werden. Für Starklasttage im Freibad sind zusätzliche separate Umkleiden, Duschen/
WCs für den Sommerbetrieb vorgesehen. Für Badegäste, die keine Garderobe nutzen wollen, ist ein direkter und kurzer Zugang zum Freibadgelände
unmittelbar hinter der Zugangsschleuse im Kassenbereich vorzusehen. Darüber hinaus ist es den Badegästen auch möglich, das Freibad über direkte Ausgänge
aus der Schwimmhalle zu betreten.
2.2. Kapazitätsbetrachtung Bestandsfreibad Ennertbad
Freibäder müssen in der Regel an wenigen Sonnentagen einer starken Nutzungsanforderung gerecht werden. Insofern ist die maximale Besucherzahl pro Tag
ein Indikator für die notwendige Kapazität.
„Der Bedarf für öffentliche Nutzung (nicht organisierte bzw. nicht programmierte Nutzung) ist hingegen nicht eindeutig bestimmbar“. Auszug aus der KOK, Seite
34 Planungsgrundlagen.
Der Raumbedarf nach Auslegung der KOK-Richtlinien wird für die Freibadgebäude über die Wasserflächen errechnet.
In diesem Fall hat das bestehende Freibad sehr „große“ Wasserflächen, dies führt zu großem Bedarf an Räumen nach der Bestimmung über die KOK-Tabellen.
Somit macht es hier Sinn das Raumangebot der Funktionsräume im Freibad über die tatsächlichen vorliegenden Besucherzahlen abzugleichen.
Wir haben mit den angefragten aktuellen Besucherzahlen aus den Jahren 2022 und 2023 eine Plausibilitätsprüfung der Kapazitäten durchgeführt.
Ziel ist es festzustellen, ob die aktuelle Wasserfläche der bestehenden Außenbecken noch den aktuellen Besucherzahlen gerecht wird und zutreffend ist.
Als Maximalbelastung wurde der Spitzentag 25.06.2023 mit ca. 4.350 Besuchern als Grundlage angenommen. Die orientierende Berechnung anhand von
Erfahrungswerten (Mittelwerte im Freibad) erfolgte mit folgenden Annahmen. 40 % der Besucher sind an Starklasttagen gleichzeitig im Wasser. Diese teilen
sich auf die verschiedenen Becken auf. Über den Indikator wird jeder Person eine „Fläche“ zugeordnet. Hieraus ergeben sich Werte für benötigte
Wasserflächen. Ergebnis der Aufstellung ist, dass die bestehende Wasserfläche des Freibades Ennertbad mit 2.755 m² Wasserfläche sehr nah an dem
errechneten Bedarf von ca. 2.700 m² liegt.
Folglich sind die Wasserflächen der Außenbecken aktuell zu den letzten Besucherzahlen des Spitzentages von 2023 weiterhin zutreffend.Seite 11 von 40
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3. Planungskonzept
3.1. Lageplan
Für ein neues Kombibad am Standort Ennertbad bleiben die vier Freibadbecken und die großzügigen Freianlagen mit den Beckenumgängen, den Liegewiesen
und den Spielanlagen bestehen. Die drei Bestandsgebäude vom Freibad Ennertbad werden zurück gebaut. Diese drei Funktionsgebäude beinhalten aktuell den
Eingangsbereich, die Personalräume, den Kiosk, die Umkleiden und die Sanitärräume. Die Technikgebäude entlang der Holtorfer Straße und der Technikkeller im
Untergeschoss, der die Badewassertechnik für das Freibad beherbergt, bleiben im Planungskonzept erhalten. Die Technikräume können weiterhin genutzt
werden. Das Kombibad beansprucht mehr Fläche auf dem Grundstück als die für den Rückbau vorgesehenen Gebäude aktuell belegen. Es werden Bereiche der
jetzigen Stellplätze überbaut. Eine großmögliche Überlagerung der jetzigen bebauten Fläche mit der Position des neuen Gebäudes ist vorgesehen. Die 3
Bestandsgebäude des aktuellen Freibades belegten 1.450 m². In dem Planungskonzept für das Kombibad wird eine Fläche von ca. 2.550 m² belegt.
Darstellung der Überlagerung Bestand zu Konzept Neubau Kombibad:Seite 12 von 40
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3.2. Aufteilung als Kombibad
Die Grundrissaufteilung des Kombibades ist größtenteils auf den Bereichen der aktuellen Funktionsgebäuden des Freibades vorgesehen. Der Eingangsbereich
für das Kombibad ist geplant in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Freibadeingangs. Das Foyer wird für den Zugang zum Hallenbad und zum Freibad
gleichermaßen vorgesehen. Von dem mittigen Empfangstresen aus kann der Badegast durch die Eingangshalle direkt ins Freibad gehen oder zu den Umkleiden
und Sanitärräumen des Hallenbades abbiegen. Die Eingangshalle dient auch als Sammelpunkt für die Vereins- und Schulgruppen.
Der Gast kann ganzjährig die Sammel- und Einzelumkleiden sowie die Duschen mit WCs im Hallenbad nutzen. Nach den Duschen erreicht der Badegast die
Hauptschwimmhalle. Das Sportbecken mit fünf- 25m Schwimmbahnen und einem 1m- und 3m Sprungbrett ist das erste Becken, welches der Badegast auf der
Badeplatte vorfindet. Direkt nach den Räumlichkeiten der Badeaufsicht schließt sich das Kursbecken an. Für den akustischen Komfort der Badegäste lassen
sich die 3 Becken jeweils temporär räumlich trennen. In dem geschützten hinteren Bereich ist ein separates Kinderbecken mit Spiel- und Sitzangeboten und
einem eigenen Wickelraum angeschlossen. Die Position des Kinderbereichs bringt sowohl thermische und akustische Vorteile als auch sicherheitstechnische
Pluspunkte für die Familien mit sich.
Das Hallenbad bietet im Raumprogramm für eine breite Nutzergruppe abwechslungsreiche Wasserflächen an. Die Personalräume für das Hallenbad- und
Freibadpersonal sind angrenzend an den Eingangsbereich angelegt. Kurze Wege für die Mitarbeiter am Kassenbereich zu den weiteren Personalräumen
erleichtern die Betriebsabläufe. Die Personalräume; Sanitär-, Pausenräume und Büros für das Personal sind kompakt angeordnet.
Für die Sommernutzung der großen Außenbecken im Freibad werden zu den Umkleiden und Sanitärräumen des Hallenbades noch zusätzliche Kapazitäten für
Umkleide- und Duschmöglichkeiten angeboten. An den besucherstarken Sommertagen stehen dann zusätzlich zu den Hallenbadumkleiden auch ein Angebot,
separat für das Freibad an Umkleiden, Duschen, Toiletten und der Kiosk zur Verfügung.
Der Gebäuderiegel, der sich zu dem großen Nichtschwimmeraußenbecken und dem Kinderaußenbereich erstreckt, beinhaltet die zusätzlichen
Sommerfunktionsräume. Ein offener einladender Bereich mit Sitzbänken, Umkleiden und Schränken steht den Freibadgästen neben dem Kiosk zur Verfügung.
Auch hier sind gut erreichbare barrierefreie Räume mit Umkleide / Dusche und WC vorgesehen. Angrenzend als „Kopf“ des Riegels ist es der Vorschlag den
Kiosk prominent für das Freibad anzuordnen.
Untergeschoss
- Die Badehalle erhält einen Technikkeller, der die großen Bereiche der Badewassertechnik (Filteraufstellflächen, Schwallwasserbehälter) abdeckt. Ein
Zugang von Treppenräumen und einen Einbringschacht ermöglichen eine gute Erreichbarkeit und optimierte Betriebswege. Eine Verbindung mit dem
Bestands- Technikkeller des Freibades ist ebenso dargestellt. Für das Personal ergibt sich die Möglichkeit schnell zwischen den Technikkellern des
Hallen- und des Freibadbades zu gelangen.
Obergeschoss
- Direkt angrenzend an die Schwimmhalle sind Aufstellflächen für die Raumlufttechnik und Kanalführung vorgesehen. Kurze Rohrleitungswege
ermöglichen eine kompakte und wirtschaftliche Aufstellung der RLT-Geräte.
Dachnutzung
- Die Dachfläche von 2.500 m² unterteilt sich auf 5 Dachflächen, diese erhalten jeweils eine Dachbegrünung. Drei Dachflächen bieten sich für die
Aufstellung von Photovoltaikmodulen auf die extensive Begrünung an. Die Dachfläche auf der Schwimmhalle ist sehr gut geeignet für eine
Solarabsorberfläche, die für die Beheizung des Badewassers der großen Außenbecken sinnvoll ist. Wir schlagen vor die Dachfläche des
Eingangsgebäudes aufgrund der Geometrie für eine intensive Dachbegrünung vorzusehen, da die PV-Module hier nur begrenz angeordnet werden
können, somit können auch ökologische Belange hier ausreichend berücksichtigt werden.Seite 13 von 40
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Darstellung Baukörper und Position:Seite 14 von 40
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Nutzungsaufteilung Kombibad:Seite 15 von 40
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3.3. Synergieeffekte
Im Folgenden werden die positiven Auswirkungen, durch den Betrieb von Hallenbad und Freibad an einem Standort erfasst und benannt. Es ist mit
verschiedenen Vorteilen in wirtschaftlicher und organisatorischer Hinsichtlich zu rechnen.
Wirtschaftliche Vorteile im Bauprozess:
- Weniger Baukörper: (Investitions- und Unterhaltskosten), wenn folgende Räume Doppel-Nutzung erfahren:
Umkleiden- u. Sanitärräume, Personalräume, Eingang, Kasse, Technik, und Gastronomie.
- Verwendung der bereits vorhandenen Infrastruktur (PKW- und Fahrradstellplätze, Vorplatzgestaltung etc.)
Vorteile in den betrieblichen Abläufen:
- Personal kann gezielt, kurzfristig nach Bedarf für Hallenbad- und Freibad zugeteilt werden.
- Gute Abstimmung des Personals untereinander durch kurze Wege und ganzjährigen Einsatz am gleichen Standort.
- Im Kombibad können nach dem Besucheraufkommen, die Anzahl der geöffneten Umkleiden / Duschen und WCs durch das Personal bedarfsorientiert
gesteuert werden.
- Breiteres Angebot als Kombi-Bad, folglich höhere Besucherzahlen
Ökologische Vorteile:
- Keine weiteren Flächen werden versiegelt.
- bestehender Baumbestand kann fast komplett erhalten bleiben.
3.4. Raumbedarf
Der angenommene Raumbedarf für vergleichbare Hallenbäder aus der Studie 2021 wurde wieder als Grundlage berücksichtigt. Die Funktionseinheiten für das
Freibad sind hier für die Nutzung als Kombibad ergänzt worden. Es sind folglich 650 m² mehr BGF- Fläche im Kombibad einzuplanen im Vergleich zu dem
Ersatzneubau Hallenbad in der Studie aus dem Jahr 2021.
Die tabellarische Aufstellung ist in unterschiedliche Funktionseinheiten gegliedert, die Funktionseinheiten der Freibadnutzung sind im hinten Teil ergänzt. Die
Aufstellung ist im Anhang als Anlage Raumbedarfsplanung angefügt.Seite 16 von 40
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3.5. Zeichnungen zum Planungskonzept
3.5.1 Lageplan
Quelle: pbr AG
Der Plan ist maßstabsgerecht als Anhang beigefügt.Seite 17 von 40
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3.5.2 Grundriss Erdgeschoss
grafische Darstellung: pbr AG
Der Plan ist maßstabsgerecht als Anhang beigefügt.Seite 18 von 40
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3.5.3 Grundriss Untergeschoss
grafische Darstellung: pbr AG
Der Plan ist maßstabsgerecht als Anhang beigefügt.Seite 19 von 40
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3.5.4 Dachaufsicht
grafische Darstellung: pbr AG
Dieser Plan ist nicht maßstabsgerecht als Anhang beigefügt.Seite 20 von 40
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3.5.5 Außenperspektive
Positionierung des Neubaus in das Ensemble des Freibades.
Quelle: pbr AGSeite 21 von 40
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4. Strategie für ein CO² freies Hallenbad
4.1. Erstellung eines Energiekonzeptes
Möglicher Ablauf für die Erstellung eines Energiekonzeptes durch ein Fachplanungsbüro:
- Bestimmung Bedarf (Wärme- und Strombedarf)
- Erstellung der Jahresganglinie
- Ausarbeitung von möglichen Optionen
- Vergleich von Optionen
4.2. Fernwärme oder Nahwärme
- Gibt es angrenzend an das Grundstück bereits Nahwärmenetze oder Fernwärmeleitungen
- Ist eine Versorgung mit Nah- oder Fernwärme in Planung oder Vorbereitung im Stadtbezirk Beuel
- Gibt es angrenzend Energiepotentiale im Industriegebiet im Ortsteil Pützchen
4.3. Einsatz von Wärmepumpen im Hallenbad
Zur Beheizung eines Schwimmbades aus regenerativen Energien ist folgende Strategie mit dem Einsatz von Wärmepumpen möglich und realisierbar.
Wärmepumpen bringen mittels Strom Umweltwärme auf ein höheres Temperaturniveau. Häufig empfehlen Energiekonzepte für Hallenbäder eine Variante aus
einer Kombination von Wärmepumpen.
Sinnvoll ist der Einsatz von Luft-Wärmepumpen, Sole- bzw. Erd-Wärmepumpen (Geothermie) und Fortluft-Wärmepumpen.
Eine Luft-Wärmpumpe ist am kostengünstigsten, aber durch nicht gleichmäßige und niedrige Temperaturen im Winter, erfolgt die Wärmeerzeugung mit einem
schlechteren Wirkungsgrad als bei einer Erd-Wärmepumpe. Eine Fortluft-Wärmepumpe verwendet als Energiequelle die Fortluft der Lüftungsgeräte. Da das
Schwimmbad ganzjährig mechanisch be- und entlüftet werden muss, steht diese Energiequelle immer bei Betrieb des Bades zur Verfügung. Die Lufttemperatur
in der Fortluft ist systembedingt immer höher als die Außenlufttemperatur, sodass der Wirkungsgrad der Fortluft-Wärmepumpe höher liegt als bei der Luft-
Wärmepumpe. Bei einer Erd-Wärmepumpe wird durch die über das Jahr gesehen gleichmäßige Temperatur des Erdreichs ein höherer Wirkungsgrad erreicht.
Jedoch sind hier die Kosten im Vergleich zu den anderen Systemen durch die erforderlichen Erdsonden deutlich höher. Zusätzlich muss die regionale
Umsetzbarkeit für Erdsonden am Standort Ennertbad noch untersucht werden.
Häufig bringt eine Kombination aus den vorgenannten Wärmepumpenarten bei einer möglichst kostengünstigen Investition einen hohen Wirkungsgrad.Seite 22 von 40
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Schemadarstellungen zu den Wärmepumpenarten:
1. Erd-Wärmepumpe (mit Erdsonden)
überwiegend für den Winterbetrieb
2. Luft-Wärmepumpe
überwiegend Sommerbetrieb
3. Fortluft-Wärmepumpen angestrebt GanzjahresbetriebSeite 23 von 40
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Die Stromversorgung, sowie die Warmwasseraufbereitung, können durch PV- und PVT-Hybridanlagen auf den Gründachflächen wesentlich unterstützt
werden. Die Dachfläche des Eingangsbereichs kann als Biodiversitätsdach vorgesehen werden, neben der Förderung der regionalen Artenvielfalt bietet der
Dachaufbau auch energetische und mikroklimatische Vorteile.
Für die zukünftige Beckenerwärmung der großen Bestands-Außenbecken sind Solarabsorberflächen zwischen 500 - 700 m² sinnvoll und eine wirtschaftliche
Lösung für die Sommernutzung des Freibades, diese sind hier nicht Teil der Kostenprognose.
Der Einsatz von Erdkollektoren unter den Park- und Liegeflächen, Tiefen-Geothermie und weitere Varianten von Wärmepumpen müssen durch einen
Bodengutachter und Geologen weiter untersucht werden.
4.4. Zusammenfassung
Eine Beheizung aus regenerativen Energien ist für das Hallenbad technisch möglich. Regionale Möglichkeiten wie Fern- und Nahwärmenetzte sind zu prüfen.
Für ein neues Kombibad am Standort Ennertbad ist eine ganzheitliche Betrachtung mit einem Energiekonzept der direkten Umgebung sinnvoll.
Ein weiter Lösungsansatz ist die beschriebene Verwendung von Wärmepumpen für das Hallenbad. Erd-Wärmepumpen mit Erdsonden haben bei ganzjähriger
Betrachtung eine höhere Effizienz als Luft-Wärmepumpen. Die Erdsonden erhöhen jedoch die Investitionskosten der Heizungsanlage, im Vergleich zu einer
Luft-Wärmepumpe.
Aufgrund der hohen Gebäudeheizlast ist der Einsatz einer Kombination aus verschiedenen Wärmepumpen sinnvoll, dadurch kann die Effizienz der Anlage
erhöht und die Investitionskosten begrenzt werden. Durch die Nutzung einer PV-Anlage auf dem Dach und/oder Bezug von Strom aus erneuerbaren Quellen
lassen sich die Wärmepumpen im Hallenbad CO²-neutral betreiben.Seite 24 von 40
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5. Kostenprognose
5.1 Zusammenstellung der GrobkostenSeite 25 von 40
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5.2 Kostenrahmen
Die Kostenprognose ergibt für die Baukosten netto (KG 300-500) etwa 17 Mio. Euro. Da aktuell kein Baugrundgutachten vorliegt und auch keine Begutachtung
der Bestandsfreibadgebäude stattgefunden hat, sind die Kosten der KG 200 und der weiteren Erdbauarbeiten schwer zu prognostizieren.
Hier kann durch eine Begutachtung eine genauere Kostenprognose ermöglicht werden.
Hinzukommend sind Kosten für Risiken vorzusehen, sowie Preissteigerungskosten pro Jahr gemäß Indextabelle.
5.3 Projektspezifische Kostenunsicherheiten
Für das Planungskonzept für ein Kombibad am Ennertbad wirken sich folgende Unklarheiten aktuell als Kostenrisiko aus,
- KG 310 Baugrube: Bodenverhältnisse unklar
- KG 390: Rückbau Freibadgebäude, keine Unterlagen vorliegend (Schadstoffkataster, Bauteiluntersuchung)
- KG 390: Provisorische Maßnahmen: Mögliche Sommernutzung des Freibades während der Bauphase des Kombibades.
Es müssten Kosten für Mobile WC-, Dusch- und Umkleiden-Container während der Bauzeit des Kombibades vorgehalten werden.
Zielvorgabe des Bauherrn ist hier zu klären, abzustimmen.
5.4 Vorschläge zur Reduzierung von Kostenrisiken in den ersten Leistungsphasen
Zur besseren Eingrenzung der Kostenrisiken empfiehlt es sich von Seiten des Bauherrn frühzeitig Grundlagen für die weitere Planung herbeizuführen.
- umfangreiches Bodengrundgutachten, Begleitung durch Tiefbau- Ingenieurbüro, Klärung der Möglichkeit Geothermie-Nutzung
- frühzeitige Untersuchung der Bestandsgebäude hinsichtlich möglicher Schadstoffe in der Bausubstanz
- Prüfung der Möglichkeit der Wiederverwendung von Baumaterialien aus den Bestandsgebäuden, selektiver Rückbau
- Zustandsbewertung der 4 Bestandsaußenbecken (Betonqualität, Beckendurchströmmung, Zustand Fliesenauskleidung, etc.)
- Zustandsbewertung der Badewassertechnik der Außenbecken und Bewertung der zukünftigen Badewassererwärmung und BadewasseraufbereitungSeite 26 von 40
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6. Zusammenfassung
6.1. Empfehlung
Die Strategie für einen Hallenbadneubau auf den Flächen der aktuellen Freibadgebäude Ennertbad hat sich in der genaueren Betrachtung als sehr zielführend
erwiesen. Ein Kombibad am Standort Ennertbad generiert viele Vorteile der Ganzjahresnutzung und bindet die Potentiale und Strukturen des Standortes mit ein.
Für die Besucher und auch die Mitarbeiter ist der Parallelbetrieb eines Hallen- und Freibades am Standort mit den in der Studie aufgelisteten Vorteilen
verbunden. Die Investition eines Kombibades folgt nachhaltigen Zielen, wie effiziente Auslastung des Schwimmbades über das ganze Jahr. Die Räumlichkeiten
werden flexible für die Ansprüche der Nutzer geplant. Der Betrieb ist mitarbeiteroptimiert zu gewährleisten. Der heutige Stand der Technik für die
Badewassererwärmung ohne Nutzung von fossilen Energieträgern ist realisierbar und umsetzbar.
Das Bestandsfreibad sollte als „ein Bauabschnitt“ mitgedacht werden. Da die Freibadbestandteile Becken und Technik bereits viele Jahrzehnte Nutzungsdauer
vorweisen, ist es in den nächsten Jahren unumgänglich hier größere Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten vorzunehmen. Die Beckenerwärmung im Freibad
ist zukünftig ohne fossile Energieträger zu entwickeln und bedarf hierfür größerer Investitionen.
nächste Schritte
Die Ergebnisse / Erkenntnisse der Machbarkeitsstudie prüfen und verwaltungsintern abstimmen, ob dieser Lösungsansatz konsensfähig erscheinen.
Notwendige Gremienentscheidungen herbeiführen.
Folgende Beauftragungen durch die Verwaltung der Stadt Bonn sind zielführend vor einem VGV-Verfahren oder ÖPP-Verfahren durchzuführen.
- Beauftragung von Fachbüro für ein Baugrundgutachten, zusätzlich Fachgutachter für die Prüfung der Potentiale für Geothermie.
- Veranlassung aktueller Vermessungspläne des Grundstücks (inklusive Infrastruktur / Leitungsführung, Baumbestand, Geländehöhen)
- Beauftragung eines Schadstoffgutachten für die Bestandsgebäude (inklusive Schadstoffkataster, Kostenangaben Entsorgung möglicher Schadstoffe)
Organisation und Festlegung als öffentlicher Auftraggeber für ein Verfahren zur Wahl der Planer und Handwerksfirmen, üblich sind folgende zwei Verfahren:
01 Die Vergabe von Architekten- und Ingenieurleistungen über ein VGV-Verfahren
02 Ein Totalunternehmer (kurz TU) oder andere Form von öffentlich-private Partnerschaft (kurz ÖPP)Seite 27 von 40
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6.2. Mögliche Zeitschiene
Zeitschiene für eine Umsetzung durch Fachplaner mit einer öffentlichen Ausschreibung der Bauleistungen:Seite 28 von 40
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7 Anlagen (Digital ohne Maßstab)
7.1 Lageplan, M 1:1000
7.2 Grundriss Erdgeschoss, M 1:500
7.3 Grundriss Untergeschoss, M 1:500
7.4 Dachaufsicht, M1:500
7.5 Schnitte, M 1:500
7.6 Kapazitäten Freibad Ennertbad, Berechnung
7.7 Raumbedarfsplanung-Kombibad, TabelleSeite 29 von 40
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8 Redaktionelle Angaben
Auftraggeber Auftragnehmer
Bundesstadt Bonn pbr Planungsbüro Rohling AG
Die Oberbürgermeisterin Architekten Ingenieure
Berliner Platz 2 Albert – Einstein – Straße 2
53111 Bonn 49076 Osnabrück
Vertreten durch: Projektleitung:
Sport- und Bäderamt Dipl.- Ing. Architektin Christina Seiters
Herr Stefan Günther
Mitarbeiter (alphabetisch)
Julian Behrens
Lisa Heile
Christina SeitersSeite 40 von 40

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Datenstand: 02.11.2026, 19:42 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de