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241572 · Mitteilungsvorlage

Projekte im schulischen Mobilitätsmanagement (Klimaplan, Steckbrief-Nr. 6.1.1.3)

Nummer
241572
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
16.09.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr 10.10.2024 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.10.2024 Kenntnisnahme
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Mitteilungsvorlage
öffentlich
241572
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
Projekte im schulischen Mobilitätsmanagement
(Klimaplan, Steckbrief-Nr. 6.1.1.3)
Beratungsfolge
Ausschuss für Mobilität und Verkehr 10.10.2024 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.10.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Gemäß Klimaplan-Steckbrief 6.1.1.3 „Mobilitätsmanagement an Kitas und
Schulen“ soll die eigenständige Mobilität von Kindern gefördert werden und es
sollen sichere Schulwege geschaffen werden.
I. Startphase des Schulischen Mobilitätsmanagements (SMM)
Das Schulische Mobilitätsmanagement (SMM) wurde seit Sommer 2023 mit
mehreren Workshops erfolgreich eingeführt. Die Initiative soll Maßnahmen
entwickeln, die nicht nur Kinder ermutigen, sondern auch Eltern davon
überzeugen sollen, ihren Kindern den eigenständigen Schulweg zu Fuß oder
mit dem Fahrrad zu ermöglichen. Auch Lehrkräfte und Mobilitätsbeauftragte der
Schulen werden eingebunden, um durch schulische Inhalte und Aktionen die
aktive Mobilität zu fördern.
II. Arbeitsprogramm des Schulischen Mobilitätsmanagements
Im Klimaplan, Abschnitt 6.1.1.3 „Mobilitätsmanagement an Kitas und Schulen“,
ist die Erstellung von Schulwegplänen als wichtiger Baustein zur Förderung der
eigenständigen Mobilität von Kindern aufgeführt.
1. Pilotprojekt - Erstellung von Schulwegplänen
Das zweistufige Pilotprojekt sieht vor, zunächst Geh-Schulwegpläne für vier
Grundschulen (möglichst eine pro Bezirk) und anschließend Rad-
Schulwegpläne für weiterführende Schulen zu entwickeln. Einige wenige
Schulen verfügen bereits über Schulwegpläne; es wird angestrebt, einheitliche
Standards zu entwickeln, um das Thema in der öffentlichen Wahrnehmung
besser zu verankern. Alle vier Schulen sollen die Möglichkeit erhalten, mithilfe
externer Unterstützung einen Schulwegplan zu erstellen.
Vor Beginn des Projekts wurde nach den Sommerferien eine Online-Befragung
unter den Leitungen der Grund- und weiterführenden Schulen durchgeführt, um
die lokale Verkehrssituation in den Schulumgebungen zu erfassen und zu
bewerten.Seite 1 von 5
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Folgende Schritte zur Erstellung der vier Schulwegpläne sind geplant:
• Datenauswertung und Visualisierung von stadtweiten Kinderunfällen der
letzten 5 Jahre
• Kick-Off Veranstaltung
• Elternbefragung an 4 Grundschulen
• Schulwegdokumentation an 4 Grundschulen
• Begehung primärer Schulrouten sowie ausgewählte Problemstellen an 4
Grundschulen
• Finalisierung Schulwegpläne
• Vorstellung der Schulwegpläne in den politischen Gremien (2.Quartal
2025)
Die Teilnahme von politischen Vertreterinnen und Vertretern ist sowohl für die
Kick-off-Veranstaltung als auch für die Schulbegehungen vorgesehen.
Implementierung und Umsetzung der Ergebnisse
Nach Fertigstellung der Schulwegpläne werden die Ergebnisse den
zuständigen Bezirksvertretungen präsentiert. Die Herausforderung besteht
darin, die identifizierten Problemstellen schrittweise zu verbessern. Hierfür
muss ein Prozess etabliert werden, der eine kontinuierliche Verbesserung
gewährleistet. Geeignete Optionen müssen im Verlauf dieses Prozesses
geklärt werden. Das Land Berlin hat sich beispielsweise in seinem
Mobilitätsgesetz dazu verpflichtet, jährlich mindestens 10 Gefahrenstellen pro
Bezirk zu beseitigen, um die Schulwegsicherheit zu erhöhen.
Radschulwegpläne
Die Startphase für die Radschulwegpläne an weiterführenden Schulen soll im
Frühjahr nächsten Jahres beginnen. Die Vergabe zur Erstellung der
Radschulwegpläne wird im Herbst erfolgen.
Geh-Schulwegpläne
Weitere Grundschulen sollen Ende nächsten Jahres in das Programm
aufgenommen werden.
Für das kommende Jahr wurde ein entsprechender Förderantrag (FöRi-MM
NRW) für die geplante Umsetzung der Schulwegpläne bei der Bezirksregierung
Köln eingereicht.
2. Entwicklung und Bewertung von Schulzonen
Ein weiterer Bestandteil des Projekts ist die systematische Bewertung des
Schulumfelds, um kindgerechte Querungssituationen zu verbessern. Es soll ein
Bewertungssystem entwickelt werden, dass das Sicherheitsniveau klassifiziert.
Daraus soll bestenfalls ein Maßnahmenkatalog aufgestellt werden, der speziell
auf die Verkehrskompetenzen von Kindern zugeschnitten ist.
3. Bewegungsgemeinschaften fördern – Erstellung Leitfaden
Kinder sollen unter der Leitung von Erwachsenen oder älteren Schüler*innen zu
Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule begleitet werden.
• Laufbusse an Grundschulen: Kinder werden in Gruppen zu Fuß zur
Schule begleitet.
• Fahrradbus/ SchulRadler an weiterführenden Schulen
4. Digitales SchulwegportalSeite 2 von 5
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Ein Schulwegportal soll als zentrale Informationsplattform dienen und alle
relevanten Maßnahmen zur Förderung sicherer und klimafreundlicher
Schulwege und Bewegungsaktivitäten in der Schule bündeln.
5. Optimierung des Hol- und Bringzonen Konzepts
Die bestehenden Hol- und Bringzonen sollen evaluiert und angepasst werden,
um in Kombination mit anderen Maßnahmen, wie dem Verkehrszähmer-
Programm, die Verkehrssituation vor dem Schultor zu verbessern.
6. Auszeichnung „Fahrradfreundliche Schule“
Eine Auszeichnung soll das Engagement von Schulen fördern. Im Arbeitskreis
Schulische Mobilität wurde vorgeschlagen, eine Auszeichnung für engagierte
Schulen zu entwickeln. Ziel ist, die Mobilität in der Schülerschaft zu verbessern
und in den Schulen sichere Schulwege zu Fuß, mit dem Rad oder mit
Bus/Bahn vermehrt in den Fokus zu nehmen. Voraussetzungen sind unter
anderem ein Schulwegplan und eine Mindestpunktzahl aus dem angefügten
Kriterienkatalog. Der Kriterienkatalog wird gemeinsam mit Teilnehmenden aus
dem Kinder- und Jugendbeirat und Teilnehmenden des Arbeitskreises
Schulische Mobilität erarbeitet.
7. Etablierte Arbeitskreise fortführen und neue Arbeitskreise
entwickeln
Arbeitskreis Schulische Mobilität:
Dieser Arbeitskreis dient dem Austausch mit externen Stakeholdern,
Interessengemeinschaften, Polizei, Verwaltung, Politik und Schulen. Ziel ist es,
die schulische Mobilität zu fördern und sicherer zu gestalten sowie
Selbstständigkeit, Gesundheit, Sozialverhalten der Kinder zu verbessern.
Während in der Vergangenheit der Arbeitskreis unter dem Titel "Mit dem Rad
zur Schule" eher die weiterführenden Schulen angesprochen hat, sollen
zukünftig alle Schulformen sowie alle Verkehrsmittel, Fuß-/Radverkehr und
Bus/Bahn berücksichtigt werden. Der Arbeitskreis tagt 3-4 x jährlich, die
Tagesordnung kann von allen Teilnehmenden mitgestaltet werden.
Workshop des Schulisches Mobilitätsmanagement - verwaltungsintern:
Im Rahmen eines verwaltungsinternen Workshops zum schulischen
Mobilitätsmanagement wurden mehrere Maßnahmen erarbeitet. Dazu zählen
die Aufnahme von Schulzonen und das Konzept des "Walking Bus" in das
Arbeitsprogramm. Ein weiteres Ergebnis des Workshops sind die sogenannten
Kinderstreifzüge, die als Option in der Schulwegplanung dienen können. In
Zusammenarbeit mit den Schulen werden Begehungen durchgeführt, um
Problemstellen zu identifizieren und geeignete Lösungen zu entwickeln. Im
Weiteren gilt es in einem Folgetreffen die verwaltungsinternen Prozesse für die
Schulwegsicherung und die Verbesserungen im Schulumfeld zu etablieren.
Work-Shop aller Mobilitätsbeauftragten der Bonner Schulen (siehe auch DS
212238)
Alle Mobilitätsbeauftragten bzw. alle Schulleitungen wurden zu einem
gemeinsamen Work-Shop getrennt nach Grundschulen und Sekundarstufe I
am 27.02.24 und 05.03.24 eingeladen. Es gab Impulsvorträge der NRW-
Koordinatoren für VEMB (Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung). Weiterhin
wurden folgende Angebote vorgestellt:Seite 3 von 5
Seite 4
• Rahmenvorgabe des NRW-Schulministeriums zur Verkehrserziehung
und Mobilitätsbildung (VEMB)
• Vorstellung des VEMB-Newsletters und der „TaskCard“
• Angebote zum schulischen Mobilitätsmanagement der Stadt Bonn, der
Polizei und des ADFC
III. Weitere Aktionen des schulischen Mobilitätsmanagements:
Schulstraßen:
Beim Projekt Schulstraßen wird zur Schulwegsicherung unmittelbar vor der
Schule zu Schulbeginn die Straße temporär für Autos gesperrt. Voraussetzung
ist die Mithilfe der Schulen und Eltern zur täglichen Absperrung. Sperrzeiten
sind individuell mit der Schule festzulegen. Anwohner*innen können im
Absperr-Zeitraum ein- und ausfahren. Bei einer Hauptverkehrsstraße und
Straßen mit ÖPNV-Verkehr kann keine Straßensperrung erfolgen. Nach Aufruf
der Bonner Grundschulen sich am Projekt zu beteiligen, haben sich seit Herbst
letzten Jahres 4 Schulen am Projekt beteiligt. Ab diesem Schuljahr 2024/25
werden 2 weitere Schulstraßen an Grundschulen eröffnet. Nach einem Jahr
Laufzeit gab es sehr viel positive Rückmeldungen von Schulen, Elternschaft
und Anwohnenden.
Fortbildungen für Lehrkräfte zum Thema aktive Mobilität und Radfahren:
Die jährlich stattfindende Radfahrfortbildung für Lehrkräfte der Grundschulen
und weiterführenden Schulen, die zusammen mit dem Zukunftsnetz Mobilität
NRW und der Sporthochschule Köln durchgeführt wird, erhält sehr positive
Rückmeldungen der Teilnehmenden. Es werden sehr viele interessante
Übungen mit Schülerinnen und Schülern durchgeführt, die gerade bei sehr
unterschiedlich motorischen Fähigkeiten eingesetzt werden können. Alle
Unterrichtseinheiten, Hilfsmittel und Tipps zum Radfahren in der Schule finden
sich auch auf der Homepage. Es können viele Elemente der Fortbildung direkt
im Unterricht umgesetzt werden. Der nächste Termin für Grundschullehrkräfte
findet am 2.10.2024 an der Clemens-August-Schule statt und war innerhalb
weniger Tage ausgebucht. www.radfahreninschuleundkita.de
Verkehrszähmer-Programm:
Regelmäßige Online-Schulungen für Grundschullehrkräfte zum
Verkehrszähmer-Programm werden vom Zukunftsnetz Mobilität NRW
angeboten. Das Verkehrszähmer-Programm ist ein ganzheitliches
Schulwegkonzept für Grundschulen. Ziel ist, dass wieder mehr Kinder zu Fuß
zur Schule gehen. Spielerisch lernen sie mit Geschichten, Aktionen und
Belohnungssystemen selbstständig, sicher und eigenverantwortlich mobil zu
sein.Seite 4 von 5
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Radparcours Bonn – RaBo
Im Kooperationsprojekt der Stadt Bonn, des ADFCs Bonn/Rhein-Sieg, der
Bonner Polizei und des Bonner Zentrums für Lehrerbildung der Universität
Bonn werden die Bonner Schulen besucht, um den Schüler*innen einen
verantwortungsbewussten und sicheren Umgang mit dem Rad im
Straßenverkehr zu vermitteln. Mit den eigenen Fahrrädern erproben die
Schüler*innen einen im Arbeitskreis entwickelten Parcours und ausgewählte
Übungen unserer Lehrkräfte-Radfortbildung.
Kindermeilen
Seit 2017 beteiligt sich Bonn an der Kampagne „Kindermeilen“, die das Klima-
Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.
seit 2002 durchführt. Die Kampagne will zeigen, wie „kinderleicht“ es sein kann,
Klimaschutz zu praktizieren. Die Meilen aller Kinder in Europa werden
zusammengezählt und im November den Teilnehmenden der UN-
Klimakonferenz in Baku übergeben.
Carfreitag-Projekt (initiiert von der Gesamtschule Bonn-Beuel)
Der CarFreiTag ist eine Kampagne der Schülervertretung, um auf die
chaotische Verkehrssituation aufgrund von Elterntaxis aufmerksam zu machen.
Einmal im Monat wird mit einer Straßensperrung durch Kinder, Jugendliche und
Lehrkräfte mit Hilfe von Flyern auf die Problematik hingewiesen und die
Autofahrenden werden anschließend durchgelassen. Die Aktion erhielt den 2.
Platz beim Bonner-Klimapreis 2022, hat schon einige weitere teilnehmende
Schulen gewinnen können. Außerdem wurde die Schülervertretung der IGS
nach Vorstellung ihres Projektes bei den Work-Shops der Bonner
Mobilitätsbeauftragten im Frühjahr auch zur Fachtagung für Verkehrserziehung
und Mobilitätsbildung NRW in Wetter (Ruhr) eingeladen.
Verkehrssicherheitsaktionen „Sehen und Gesehen Werden - Black Box-
Lichtaktion“ des AGFS (Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und
fahrradfreundlicher Städte) in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem ADFC:
Aktuell nehmen 9 Bonner Schulen an der landesweiten Aktion in NRW teil.
Anlage/n
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Datenstand: 02.11.2026, 20:11 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de