241471 · Beschlussvorlage
Quartierskonzept Combahnviertel - Bönnsche Viertel
Kerndaten
- Nummer
- 241471
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 24.09.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Entscheidung federführend
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
- Sitzung des Unterausschusses Denkmalschutz Anhörung
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Beschlussvorlage öffentlich 241471 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Quartierskonzept Combahnviertel - Bönnsche Viertel Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 10.10.2024 Empfehlung Unterausschuss Denkmalschutz 06.11.2024 Anhörung Bezirksvertretung Beuel 27.11.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag Die Verwaltung wird beauftragt, das Quartierskonzept Combahnviertel mit den darin vorgeschlagenen Maßnahmen in einer Bürgerversammlung vorzustellen. Im Anschluss an die Bürgerversammlung werden die Anregungen in das Kon- zept eingearbeitet sowie die Ausgestaltung der Einzelmaßnahmen geprüft. Das dann überarbeitete finale Konzept wird der Bezirksvertretung Beuel zur Be- schlussfassung erneut vorgelegt. Begründung Mit dem Grundsatzbeschluss des Rates vom 9.6.2022 (DS 220946) wurde die Verwaltung beauftragt einen Mitwirkungsprozess zu initiieren, der Akteursbedürfnisse sichtbar machen, den gesamtgesellschaftlichen Dialog fördern sowie die Akzeptanz für bereits beschlossene Konzepte sowie ergänzende Bausteine für nachhaltige Wohnquartiere (Bönnsche Viertel) erhöhen soll. Aus den bisherigen Ergebnisse des Projektes Bönnsche Viertel (siehe u.a. Ergebnisse Beteiligungsprozess Bönnsche Viertel DS 231857) wurden, ergänzend zu bereits in Planung befindlichen Konzepten (z.B. Parkraumkonzept Beuel-Zentrum), erste Maßnahmenvorschläge für eine nachhaltige Mobilität in den beiden Modellquartieren Nordstadt und Combahnviertel identifiziert. Auf Basis dieser Vorschläge wurde im Frühjahr 2024 das Planungsbüro IKS beauftragt für die Modellquartiere jeweils ein Quartierskonzept zu entwickeln. Im Rahmen des Quartierskonzeptes Combahnviertel sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden, die möglichst zeitnah und kostengünstig umsetzbar sind und dabei möglichst großen Nutzen zur Umsetzung der angestrebten Zielsetzung beitragen. Das Quartierskonzept Combahnviertel ist in Anlage 1 angehängt.Seite 1 von 52 Seite 2 Darin enthalten ist die Übersicht über die Leitmaßnahmen (Kapitel 4.1), welche zentrale Bausteine für die Umsetzung des Konzepts darstellen. Zu diesen gehört insbesondere die Umsetzung der verkehrslenkenden Maßnahmen zur Reduzierung von Durchgangsverkehr im Combahnviertel (z.B. Einbahnstraßensystem). Darüber hinaus schlägt das Büro ergänzende Bausteine vor, welche aus fachlicher Sicht eine sinnvolle Ergänzung der Leitmaßnahmen darstellen. Das vorliegende Konzept dient als Grundlage für die noch zu erstellende, detaillierte Ausführungsplanung. Die Verwaltung wird zunächst eine Bürgerversammlung durchführen. In dieser wird das Quartierskonzept Combahnviertel vorgestellt und so die Möglichkeit für Vorschläge der Anwohnenden bzgl. der Maßnahmen gegeben. Die Maßnahmen werden der BV Beuel in einer gesonderten Vorlage nach erfolgter Bürgerversammlung nochmal zum Beschluss vorgelegt. Anlage/n 1 2024-09-17_Bericht Bönnsche Viertel_Combahnviertel (öffentlich) 2 2024_09_17_Kartenband Combahnviertel_klein (öffentlich)Seite 2 von 52 Bundesstadt Bonn Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel BerichtSeite 3 von 52 Seite 4 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - I - Bundesstadt Bonn Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - Bericht - Auftraggeber:in Bundesstadt Bonn Stadtplanungsamt Berliner Platz 2 53111 Bonn Auftragnehmer:in IKS Mobilitätsplanung UG (haftungsbeschränkt) Universitätsplatz 12 34127 Kassel 0561 - 953 79-677 alexander.gardyan@iks-planung.de www.iks-planung.de Bearbeitung Dipl.-Ing. Alexander Gardyan, M.Sc. (Projektleitung) Hendrik Hartmann, B. Sc. Jerome Busch, B.Sc. Kassel, den 17. September 2024 © IKS Mobilitätsplanung, 2024 Geschäftsführende Gesellschafter: Dipl.-Ing. Andreas Schmitz Dipl.-Ing. Alexander Gardyan, M.Sc.Seite 5 von 52 Seite 6 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - III - Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung / Anlass .............................................................. 1 2 Bestandsanalyse ................................................................ 4 2.1 Vorhandene Planungen, Konzepte und Beteiligungsformate .............. 4 2.2 Konfliktfelder ................................................................................. 6 3 Zielsetzungen und Strategien ............................................. 8 4 Maßnahmenempfehlungen ............................................... 10 4.1 Leitmaßnahmen ............................................................................ 10 4.1.1 Einbahnstraßenregelungen .................................................................. 10 4.1.2 Neuaufteilung des Straßenraums ......................................................... 12 4.1.3 Umgestaltung der Kreuzungsbereiche.................................................. 16 4.2 Sonstige Maßnahmen ....................................................................18 4.2.1 Bevorrechtigung Bröltalbahnweg ......................................................... 18 4.2.2 Gehwegfläche Rheinaustraße ............................................................... 20 4.2.3 Graffitiflächen im Quartier.................................................................... 21 4.3 Abschätzungen der Verkehrsverlagerungen .....................................22 4.4 Öffentlichkeitsarbeit ......................................................................24 5 Evaluation / Umgang mit Hinweisen .................................. 26 6 Kostenschätzungen und Fördermöglichkeiten ................... 27 7 Fazit und Ausblick .............................................................31 8 Anhang ............................................................................33Seite 7 von 52 Seite 8 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 1 - 1 Einleitung / Anlass Die Bundesstadt Bonn hat das Ingenieurbüro IKS Mobilitätsplanung beauftragt, Quar- tierskonzepte zur Umsetzung der „Bönnschen Viertel“ in der Nordstadt und dem Combahnviertel zu erarbeiten. Gemäß des städtischen Klimaplans 2035 soll der Fuß- und Radverkehr gemeinsam bis zum Jahr 2030 einen Anteil von 50 Prozent am Modal Split erreichen.1 Die Umsetzung der „Bönnschen Viertel“ soll dabei einen Baustein zur Erreichung dieser übergeordneten Zielsetzung darstellen und folgende Unterziele erreichen: Ziel des Projekts ist es, die Anwohnenden schrittweise von Durchgangsverkehr und Parkdruck zu entlasten, alternative Mobilitätsformen zu stärken und mit dem ge- wonnenen Platz neue Möglichkeiten für Begegnung und soziale Teilhabe zu schaffen.2 In diesem Rahmen sollen mit den Quartierskonzepten Handlungsempfehlungen ent- wickelt werden, die möglichst zeitnah und kostengünstig umsetzbar sind und dabei möglichst großen Nutzen zur Umsetzung der angestrebten Zielsetzung beitragen. Grundlage bildet der Grundsatzbeschluss der Bundesstadt Bonn aus Juni 20223 und die bereits stattgefundene umfangreiche Beteiligung der Bürger:innen, mit Workshops, Befragungen und Aktionen in den Quartieren. 1 Bundesstadt Bonn; Band 1: Klimaplan 2035 für die Bundesstadt Bonn – Klimaneutralitäts-Strategie für die Gesamt-Stadt Bonn. Bonn 2022, S. 170 2 Website Bundesstadt Bonn: https://bonn-macht-mit.de/beteiligungen/bonnsche-viertel [Zugriff: 15.07.2024] 3 Bundesstadt Bonn; Grundsatzbeschluss zur Realisierung nachhaltiger Mobilität in innerstädtischen Wohnquartieren im Rahmen Bönnscher Viertel vom 09.06.2022. Bonn 2022Seite 9 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 2 - Untersuchungsgebiet: „Bönnsches Viertel“ Combahnviertel Das Untersuchungsgebiet „Bönnsches Viertel“ Combahnviertel ist in Karte 1 dargestellt. Das Quartier liegt auf der rechtsrheinischen Seite und grenzt mit der südlichen Begren- zung an die Kennedybrücke, die Bonn Beuel auf direktem Weg mit der Innenstadt ver- bindet. Südwestlich grenzt die Friedrich-Breuer-Straße an das Quartier an, die als Ge- schäftsstraße die Funktion der Nahversorgung für das Combahnviertel übernimmt. Karte 1: Untersuchungsgebiet Das Combahnviertel ist ein nach DSchG NRW geschützter Denkmalbereich mit über- wiegend gründerzeitlicher Bebauung. Entlang einzelner Straßen und Kreuzungen (Combahnstraße, Kaiser-Konrad-Straße) besteht eine vielfältige Nutzungsmischung. Ansonsten ist das Quartier durch den Uferbereich zum Rhein (Freizeitnutzung) und eine Wohnnutzung geprägt.Seite 10 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 3 - Durch die Nähe zur Bonner Innenstadt und der guten ÖPNV-Anbindung hat der Um- weltverbund (Fußverkehr, Radverkehr und ÖPNV) bereits einen hohen Stellenwert im Quartier. Dennoch sind die öffentlichen Räume in vielen Straßen sichtbar auf den Kfz-Verkehr ausgerichtet, mit breiten Fahrbahnen und Gehwegparken, was den Bewegungsraum für alle anderen Verkehrsmittel oft beschneidet (vgl. Abbildung 1). Abbildung 1: Impressionen aus dem Bonner CombahnviertelSeite 11 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 4 - 2 Bestandsanalyse Die Bestandsanalyse wird auf Grundlage der vorangegangenen Untersuchungen und dem Beteiligungsverfahren durchgeführt, ergänzt durch eigene Erhebungen und Ab- stimmungen mit der Verwaltung. 2.1 Vorhandene Planungen, Konzepte und Beteiligungsformate Das Quartierskonzept für das Combahnviertel baut auf einer Vielzahl bestehender Planungen, Konzepte und Beteiligungsformate auf. Die Wichtigsten sind nachfolgend nach Aktualität aufgeführt: ▪ Parkraumkonzept Bonn Beuel-Zentrum (in Bearbeitung)4 ▪ Erster Maßnahmenkatalog Bönnsche Viertel (Dezember 2023)5 ▪ Mitwirkungsprozess Bönnsche Viertel (August 2023)6 ▪ Verkehrserhebung Combahnviertel (März 2023)7 4 IKS Mobilitätsplanung; Parkraumkonzept Beuel-Zentrum. Kassel (in Bearbeitung) 5 Bundesstadt Bonn; Erster Maßnahmenkatalog – Bönnsche Viertel. Bonn 2023 6 Ifok GmbH; Mitwirkungsprozess „Bönnsche Viertel – Lebendige Räume für Menschen“. Düsseldorf 2023 7 VE-Kass Ingenieurgesellschaft; Verkehrserhebung Bonn. Köln 2023Seite 12 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 5 - Abbildung 2: Veranstaltungen im Rahmen der Beteiligung zu den Bönnschen Vierteln8 8 Bundesstadt Bonn; Ergebnisbericht Mitwirkungsprozess „Bönnsche Viertel - Lebendige Räume für Menschen“ vom 30.08.2023. Düsseldorf 2023 und Bundesstadt Bonn (2023); https://www.bonn.de/themen-entdecken/verkehr-mobilitaet/boennsche- viertel/index.php#&gid=1&pid=1 [Zugriff: 05.08.2024]Seite 13 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 6 - 2.2 Konfliktfelder Für das „Bönnsche Viertel“ Combahnviertel wurden folgende vordringliche Konflikt- felder identifiziert. Diese sind Karte 2 räumlich dargestellt: Kfz-Durchgangsverkehr Abschnitte der Professor-Neu-Allee, der Rheinaustraße, der Combahnstraße und der Rheindorfer Straße werden von Kfz-Fahrer:innen als Abkürzungen durch das Quartier genutzt, unter anderem als Umfahrung der Bundesstraße 56. Insbesondere die Zusatz- verkehre der „Brückenumfahrung“ über die Rheinaustraße – Combahnstraße – Professor-Neu-Allee schmälern die Aufenthaltsqualität und die Verkehrssicherheit im Quartier. Gehwegparken / Aufteilung öffentlicher Raum Entlang der Combahnstraße, der Kaiser-Konrad-Straße und Teilen der Rheinaustraße entsprechen die Gehwegbreiten nicht den Anforderungen der gesamtstädtischen Park- raumstrategie von mindestens 1,50 m/ 1,80 m9, beziehungsweise den Anforderungen an Barrierefreiheit. Insbesondere das Gehwegparken schränkt die nutzbaren Gehwegbreiten stark ein, was für mobilitätseingeschränkte Personen oder Menschen mit Kinderwagen ein Hindernis darstellt und die Barrierefreiheit verhindert. Im Bestand finden sich zudem viele wild abgestellte Fahrräder im Seitenraum, was teil- weise die Barrierefreiheit einschränkt und auf einen Bedarf nach zusätzlichen Fahrrad- abstellanlagen hinweist. Auch finden sich abseits des Rheinufers nur wenige Grünflä- chen im Quartier. Überdimensionierte Kreuzungsbereiche Viele Kreuzungsbereiche im Combahnviertel sind im Bestand übermäßig breit dimen- sioniert. Dies kann zu hohen Abbiegegeschwindigkeiten von Kfz führen und somit die Verkehrssicherheit für andere Verkehrsteilnehmer:innen beeinträchtigen. Gleichzeitig erhöhen sich durch die breiten Fahrbahnen die Wege für Fußgänger:innen und Sichtbe- ziehungen sind durch parkende Kfz eingeschränkt, worunter die Barrierefreiheit leidet. 9 Vgl. Stadt Bonn; Beschlussauszug Sitzung des Rates: Zielbeschluss zur gesamtstädtischen Parkraumstrategie vom 10.02.2022. Bonn 2022Seite 14 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 7 - Fehlende Bevorrechtigung des Radverkehrs Der Bröltalbahnweg durchquert das gesamte nördliche Combahnviertel und bietet eine Verbindung für den Fuß- und Radverkehr abseits des Kfz-Verkehrs. Alle Knotenpunkte im Combahnviertel sind bevorrechtigt oder werden dementsprechend ausgebaut, bis auf die Kreuzung mit der Rheindorfer Straße. Somit verringert die Vorfahrtsregelung an der Rheindorfer Straße die Qualität des gemeinsamen Bröltalbahnweges und bildet eine Barriere zur Anbindung der Fahrradstraße Rheindorfer Straße entlang der Ufer- linie. Karte 2: Relevante Konfliktfelder in dem „Bönnschen Viertel“ CombahnviertelSeite 15 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 8 - 3 Zielsetzungen und Strategien Durch das vorangegangene Verfahren und die ergänzenden Untersuchungen wurden folgende primären Zielsetzungen für das Quartierskonzept definiert: ▪ Aufenthaltsqualität steigern und nachhaltige Quartiersentwicklung fördern ▪ Barrierefreie Gehwege anbieten ▪ Komfortable und sichere Radverbindungen entwickeln ▪ Kfz-Durchgangsverkehr verhindern Diese übergeordneten Zielsetzungen sollen mit Hilfe folgender strategischer Ansätze in die Umsetzung überführt werden: Integrierte Planung Das Konzept setzt auf einen integrierten Ansatz mit besonderer Berücksichtigung ver- kehrstechnischer Ansprüche in Kombination mit den Anforderungen der Nutzer:innen an die Straße als öffentlichen Raum. So wird gewährleistet, dass Maßnahmen nicht allein auf einzelne Verkehrsmitteln ausgerichtet sind, sondern die Entwicklung der Mo- bilität und der Aufenthaltsqualität in der Gesamtheit fördern. Straßenraum als öffentlichen Raum entwickeln Der öffentliche Straßenraum sollte mit der Zielsetzung entwickelt werden, die Ge- schäftsbereiche und alltäglichen Zielorte zu attraktivieren und gesundes Wohnen mit einer hohen Lebensqualität zu fördern. Dementsprechend sollten auch die verkehrli- chen Regelungen an hohen Anforderungen an Aufenthaltsqualität und Städtebau aus- gerichtet werden, um den Standort im gesamten zu stärken. Fahrbahnen, Seitenräume und Platzflächen sollen insbesondere Zufußgehenden und Radfahrenden sichere und komfortable Bewegung sowie Verweilen ermöglichen. Die Straßenräume sollen barrierefrei gestaltet sein, dass sich auch Kinder und mobilitäts- eingeschränkte Menschen dort eigenständig und sicher bewegen können.Seite 16 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 9 - Schnelle Umsetzung initiieren Um möglichst kurzfristige und sichtbare Erfolge zu erzielen, werden vorrangig Projekte entwickelt, die auch in einem realistischen Kosten- und Zeitrahmen umgesetzt werden können. Auf Grundlage von positiven Erfahrungen gelungener Projekte können dann auch größere Projekte (mit höheren Baukosten und längeren Planungsphasen) ange- gangen und diskutiert werden. Instrumente wie Verkehrsversuche oder Modellprojekte, aber auch temporäre Lösungen, sollen gezielt zum Einsatz kommen. Leitmaßnahmen bilden und umsetzen Unter Berücksichtigung der genannten Punkte werden für das Combahnviertel Leit- maßnahmen mit hohen Potenzialen zur Erreichung der Zielsetzung entwickelt. Durch eine kompakte Umsetzung der Leitmaßnahmen (inhaltlich und zeitlich) kann das Po- tenzial der Maßnahmen voll ausgeschöpft werden und eine hohe Qualitätssteigerung erreicht werden. Öffentlichkeitsarbeit weiterführen Öffentlichkeitsarbeit ist ein entscheidender Baustein in der Mobilitätsplanung. Oft werden Maßnahmen nicht akzeptiert oder sehr kritisch betrachtet, weil Informationen fehlen und zum Beispiel Probleme oder erforderliche Kompromisse nicht kommuniziert werden. Mit transparenten Darstellungen des Entscheidungsprozesses können solche absehbaren Problematiken oft verhindert werden. Hier sollte das bereits gestartete Beteiligungsverfahren auch bis zur Umsetzung weiter- geführt werden, um Entscheidungsprozesse, Abläufe und besonders auch die ange- strebten Ziele der Maßnahmen zu vermitteln. Nur so kann es auch gelingen, die positi- ven Aspekte ausreichend zu beleuchten, ohne dass beispielsweise „der Entfall von weni- gen Parkplätzen“ die Debatten dominiert. Das Themenfeld Öffentlichkeitsarbeit ist dabei nicht auf eine Maßnahme beschränkt, sondern soll als Maßnahmenbündel verstanden werden und begleitend zu sämtlichen Maßnahmen mitgedacht, umgesetzt und angepasst werden.Seite 17 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 10 - 4 Maßnahmenempfehlungen Die folgenden Maßnahmenempfehlungen wurden auf Grundlage der Bestandsanalyse, des Beteiligungsverfahrens, der Zielsetzung und der Strategien entwickelt. Zur besse- ren Beschlussfähigkeit des Konzeptes und mit Blick auf die Umsetzungsfähigkeit der Einzelmaßnahmen, wurden in Absprache mit der Verwaltung „Leitmaßnahmen“ und „Sonstige Maßnahmen“ identifiziert. 4.1 Leitmaßnahmen Unter den Leitmaßnahmen ist das Maßnahmenbündel zusammengefasst, dem ein be- sonders hohes Potenzial und Qualitätssteigerungen für das „Bönnsche Viertel“ Combahnviertel zugesprochen wird. Außerdem wird auch der Umsetzbarkeit eine hohe Realisierungschance eingeräumt. Die Leitmaßnahmen sollten gemeinsam umgesetzt werden, da diese Synergieeffekte besitzen und sich sonst die geplante Wirkung nicht entfalten kann. 4.1.1 Einbahnstraßenregelungen Um den Kfz-Durchgangsverkehr durch das Quartier einzudämmen und die Grundlage für die Neuaufteilung des Straßenraumes zu legen (vgl. Kapitel 4.1.2 ab Seite 12), soll der Kfz-Durchgangsverkehr mittels Einbahnstraßenregelungen und Abbiegegeboten auf die angrenzende B56 verlagert werden. Die Regelungen sollen so umgesetzt wer- den, dass bestehende Buslinien weiterhin verkehren können. Dazu sollten folgende Anpassungen im Quartier vorgenommen werden (siehe Karte 3): ▪ Einrichtung von Einbahnstraßen mit Freigabe für den Radverkehr in Gegenrich- tung: Combahnstraße (Fahrtrichtung Ost nach West; zwischen B56 und Rheinau- straße; Kaiser-Konrad-Straße (Fahrtrichtung West nach Ost; zwischen Rheinau- straße und B56) ▪ Anpassung LSA: Im Zuge der Umsetzung der Einbahnstraße in der Combahn- straße sollte die Lichtsignalanlage am Knotenpunkt St. Augustiner Straße an die neue Verkehrsführung angepasst werden. Weitere LSA-Anpassungen könnten durch Veränderungen der Verkehrsströme erforderlich werden. ▪ Einrichtung vorgeschriebene Abbiegerichtung: Von-Sandt-Straße (Richtung Kaiser-Konrad-Straße, Linksabbieger); Rheindorfer Straße (von Nord RichtungSeite 18 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 11 - Kaiser-Konrad-Straße, Linksabbieger – Linienverkehr frei); Rheindorfer Straße (von Süd Richtung Kaiser-Konrad-Straße, Rechtsabbieger – Linienverkehr frei) Karte 3: Erforderliche Anpassungen zur Einschränkung des Kfz-Durchgangsverkehrs ▪ Optional: Einrichtung einer „Unechten Einbahnstraße“: Aufstellung VZ 260 StVO (Durchfahrverbot Kfz) an der Rheinaustraße in Richtung Nord (Brückenunter- führung), gegebenenfalls in Verbindung mit der Ergänzung Rechts- beziehungs- weise Linksabbieger. Die Maßnahme ist optional ausgeführt, da zwar das Problem der Brückenumfahrung effektiv gelöst wird, sie aber andererseits für zusätzlichen Verkehr entlang der Friedrich-Breuer-Straße sorgt, wo zurzeit in einem Verkehrsversuch die Verkehrsberuhigung der Straße angestrebt wird.10 Dieser Zielkonflikt lässt sich im Rahmen des Quartierskonzepts nicht auflösen. Gegebenenfalls müssten weiträumige Umfahrungen in Kauf genommen werden. 10 Bundesstadt Bonn: Test für geänderte Verkehrsführung in der Friedrich-Breuer-Straße, https://www.bonn.de/pressemitteilungen/mai-2024/ab-juni-test-fuer-geaenderte-verkehrsfuehrung-in- der-friedrich-breuer-strasse.php [Zugriff: 07.08.2024]Seite 19 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 12 - 4.1.2 Neuaufteilung des Straßenraums Der Straßenraum im Combahnviertel ist im Bestand vielerorts durch ruhenden Kfz- Verkehr dominiert. Insbesondere an Abschnitten mit Gehwegparken, wo sehr schmale Restgehwegbreiten von teilweise unter 1,50 m verbleiben, führt das zu erheblichen Einschränkungen des Fußverkehrs (Barrierefreiheit). Aber auch die Aufenthaltsqualität im Quartier wird dadurch merkbar geschmälert. Verschärft wird das Problem durch abgestellte Fahrräder im Seitenraum, die den Gehweg zusätzlich verengen. Um zumindest entlang der relevanten Straßenräume mit Geschäftsbesatz im Quartier die Barrierefreiheit zu verbessern und die Aufenthaltsqualität zu steigern, wird die Neu- ordnung der Straßenräume in der Combahnstraße und der Kaiser-Konrad-Straße em- pfohlen. Grundlage bildet die vorgesehene Einbahnstraßenregelung in den beiden Straßen (vgl. Kapitel 4.1.1 ab Seite 10). Die Umgestaltung sollte zudem im bestehenden Straßenraum ohne größere bauliche Maßnahmen umsetzbar sein. Ein musterhafter Ausschnitt der Planung ist in Abbildung 3 dargestellt. Empfehlungen für die gesamten Straßenräume sind dem Bericht beigefügt. Abbildung 3: Grobplanung zur Neuaufteilung des Straßenraumes in der Combahnstraße (Ausschnitt) Bestand PlanungSeite 20 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 13 - Um die Straßenabschnitte gemäß den vielfältigen Anforderungen zu optimieren, sollten folgende Anpassungen vorgenommen werden: ▪ Herstellung einer durchgängigen Fahrbahn (Einbahnstraße) von mindestens 3,50 m Breite. Um die Fahrbahn optisch vom Seitenraum abzugrenzen, wird eine seitliche weiße Markierung mittels Breitstrich empfohlen. ▪ Freigabe der Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung; Nutzung be- stehender Ausfahrten als zusätzliche Ausweichflächen im Begegnungsfall. 11 ▪ Einrichtung von einseitigen oder beidseitigen Multifunktionsstreifen. Als solche wird ein Planungselement im Straßenraum beschrieben, in dem unterschiedliche Nutzungen untergebracht werden können. Beispielsweise Kfz- oder Fahrradpar- ken, Außengastronomie, Ladeeinrichtungen oder Sitz-/ Begrünungselemente12 (siehe auch Tabelle 1 auf Seite 15). Die Elemente zur Bespielung der Multifunktions- streifen sind nach den Vorgaben der Bundesstadt Bonn auszugestalten. Abbildung 4: Good-Practice-Beispiele zur Umnutzung ehemaliger Kfz-Parkplätze 11 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen für Radverkehrs- anlagen (ERA). Köln 2010, S. 62 12 Vgl. Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Ad-hoc-Arbeitspapier Ergänzen- de Handlungsanleitungen zur Anwendung der RASt 06. Köln 2024, S. 8 Osnabrück, Domhof Freiburg, Turnseestraße Dresden, Louisenstraße Berlin, BismarckstraßeSeite 21 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 14 - ▪ Ersatzlose Entfernung des Gehwegparkens zur Gewährleistung der Barrierefreiheit und Verlagerung der Parkplätze auf die Fahrbahn oder Nutzung baulich angelegter Parkstreifen (beziehungsweise in den Multifunktionsstreifen). Bei Abschnitten mit verbleibenden einseitigem Parkstreifen wurde die Straßenseite so ausgewählt, dass bei Beachtung der bestehenden Grundstücksein- und ausfahrten möglichst viele Parkplätze erhalten werden können. Gleichzeitig wurde das Parken möglichst rechtsseitig in Fahrtrichtung gelegt, um die Sicherheit des gegenläufigen Radver- kehrs zu steigern. Abbildung 5: Schnitt zur Neuaufteilung des Straßenraumes in der CombahnstraßeSeite 22 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 15 - Eine nicht abschließende Auswahl möglicher Gestaltungselemente des Multifunktions- streifen ist in Tabelle 1 beschrieben. Tabelle 1: Erläuterung möglicher Gestaltungselemente des Multifunktionsstreifens Gestaltungselement Erläuterung Platzierung im Straßenraum Querungsstelle Vorgezogener Querungsbereich für Fußgänger:innen. Wird mit Weißmarkierung und Sinnbild Fußgänger markiert, Bord sollte abgesenkt werden. Kann beispielsweise in der Mitte des eines Straßenabschnittes platziert werden, um eine zusätzliche Querung abseits der Kreuzungen zu ermögli- chen. Fahrradparken Aufstellung von Fahrradbügeln zur Ordnung des Fahrradparkens. Je nach Platzverfügbarkeit quer oder senkrecht zur Fahrbahn anzubringen. Insbesondere nach Kreuzungsberei- chen (5/8m-Einmündungsbereich), um widerrechtliches Parken zu unter- binden. Zudem vor Querungsstellen, um die Sichtfelder freizuhalten. Aufenthalt / Begrünung Aufenthaltsmodule (Parklets) in Kombination mit Pflanzmodulen zur Steigerung der Aufenthaltsqualität und Begrünung des Straßenraums. Nach Möglichkeit in der Nähe von Baumstandorten, um auch bei heißen Temperaturen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen. Mittelfris- tig Erweiterung der Baumscheiben denkbar. Ausweichfläche Radverkehr / Ausfahrten Freihaltung der Ein- und Ausfahrten von privaten Grundstücken mit gleichzeitigem Nutzen als Ausweich- flächen für Radverkehr, der entgegen der Einbahnstraße fährt.13 Markierungslösung (Zick-Zack-Mar- kierung, Fahrradsymbol) sollte ver- waltungsintern geprüft werden. Insbesondere entlang der bestehenden Ein- und Ausfahrten von privaten Grundstücken entlang der einzelnen Straßenabschnitte. Parken Parkplätze für private Kfz, die ent- sprechend der geltenden Vorgaben abgestellt werden können. Parkplätze sollten zur Verdeutlichung und zur besseren Kontrollierbarkeit abmarkiert werden. Möglichst hohe Beibehaltung der aktuellen Parkmöglichkeiten bei gleichzeitiger Sicherstellung der notwendigen Fußwegbreiten und der bestehenden Ein- und Ausfahrten. 13 Vgl.: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen für Radverkehrs- anlagen (ERA). Köln 2010, S. 62Seite 23 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 16 - 4.1.3 Umgestaltung der Kreuzungsbereiche Im Combahnviertel bestehen mehrere überdimensionierte Kreuzungsbereiche, die er- hebliche Nachteile für den Fußverkehr mit sich bringen (zum Beispiel längere Que- rungswege, schlechte Sichtbeziehungen, schnellere Kfz-Abbiegevorgänge). Um diese Straßenräume sicherer zu gestalten und die Seitenräume aufzuwerten, soll- ten die Fahrbahnen im Kreuzungsbereich mittels Markierungen auf das erforderliche Minimum reduziert werden. Bei Umsetzung der Maßnahme sollten die Anforderungen durch mobilitätseingeschränkte Menschen (Nullabsenkung, taktile Leitsysteme) nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Die erste Fläche nach dem 5m-Einmündungsbe- reich sollte stets mit Fahrradbügeln (oder vergleichbaren Elementen) belegt werden. In Abbildung 6 sind beispielhafte Verbreiterungsreserven für den Seitenraum im beste- henden Straßenraum für zwei Kreuzungen dargestellt. Abbildung 6: Empfohlene Umgestaltung der Kreuzungsbereiche in der Combahnstraße (links) und der Kaiser-Konrad-Straße (rechts) Sollten die Markierungen nicht ausreichen und zum Beispiel weiterhin illegal im 5m-Ein- mündungsbereich geparkt werden, könnten dort zusätzlich Poller oder Klebeborde platziert werden. Damit orientiert sich die Planung und Markierung am empfohlenen Vorgehen der AGFS NRW.14 Die Umsetzungsempfehlungen können auch auf weitere Kreuzungsbereiche entlang der Kaiser-Konrad-Straße und der Combahnstraße über- tragen werden. 14 Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein- Westfalen (AGFS NRW); Leitfaden Sofortmaßnahmen. Krefeld 2024, S. 36-37Seite 24 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 17 - Abbildung 7: Good-Practice-Beispiel für optimierte Kreuzungsbereiche Insbesondere auch die Gestaltung der Einfahrt von der B56 in die Combahnstraße führt zu schnellen Einfahrten durch den Kfz-Verkehr. Um die Abbiegevorgänge zu verlang- samen und die Querungswege für den Fußverkehr zu verkürzen, wird eine Vorziehung des nördlichen Gehweges empfohlen. Gegebenenfalls können dort zusätzliche Fahrrad- bügel installiert werden. Abbildung 8: Empfohlene Umgestaltung der Kreuzungsbereiche in der Combahnstraße/ B56 mit Übergang in den Multifunktionsstreifen Durch die Einrichtung einer Einbahnstraße (vgl. Kapitel 4.1.1 ab Seite 10) kann zudem ein Platzfläche auf der Südseite angelegt werden (Markierung oder Klebeborde). Hier- bei sollte die Durchfahrt für den Radverkehr weiterhin möglich bleiben. Die bestehende LSA kann die Ausfahrt des Radverkehrs auf die B56 ermöglichen, kann aber sicherlich in der Signalsteuerung optimiert werden. Freiburg, TurnseestraßeSeite 25 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 18 - 4.2 Sonstige Maßnahmen Unter den „Sonstigen Maßnahmen“ sind Maßnahmenempfehlungen zusammenge- fasst, die zwar ebenfalls relevante Konfliktfelder lösen und die Qualität im Quartier steigern können, aber für die Wirksamkeit des Gesamtkonzeptes entbehrlich sind. Somit kann auf die Umsetzung einzelner „Sonstiger Maßnahmen“ verzichtet werden, sofern dies politisch gewünscht ist oder zur Zeit verkehrsrechtlich nicht darstellbar ist. Die Umsetzung sämtlicher „Sonstiger Maßnahmen“ wird aus fachplanerischer Sicht empfohlen. 4.2.1 Bevorrechtigung Bröltalbahnweg Der Kreuzungsbereich an der Rheindorfer Straße stellt die einzige Querung des Bröltal- bahnwegs im Combahnviertel dar, an welcher der Radverkehr nicht bevorrechtigt ist. Zur Aufwertung der ehemaligen Bahntrasse, sollte dem Radverkehr auch an der Rhein- dorfer Straße Vorrang eingeräumt werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Linienbusverkehr entlang der Rheindorfer Straße fährt und sich die Haltestellen unmittelbar vor beziehungsweise nach der Que- rungsstelle befinden. Die Maßnahme sollte daher eher geringe Auswirkungen auf die Betriebsqualität des ÖPNV haben, da die Fahrgeschwindigkeit nur wenig beeinträchtigt wird und in der Regel auch kein zusätzlicher Stopp erforderlich sein wird. Der Vorrang könnte, wie an anderen Querungsstellen, mittels Aufpflasterung und durchgängigem Bord hergestellt werden. Aus Kostengründen und möglichen Proble- men mit dem überfahrenden Busverkehr (Aufsetzen, Komfortverlust für die Fahrgäste) könnte an der Rheindorfer Straße eine abweichende Lösung ohne Aufpflasterung um- gesetzt werden (siehe Abbildung 9). Um die Querungsstelle gemäß der vielfältigen Anforderungen zu optimieren, sollten folgende Anpassungen vorgenommen werden. Die Planung orientiert sich am Leitfa- den der AGFS NRW15 und den Hessischen Qualitätsstandards und Musterlösungen.16 15 Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein- Westfalen (AGFS NRW); Leitfaden Sofortmaßnahmen. Krefeld 2024, QSR 04B 16 Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen; Qualitätsstandards und Musterlösungen. Wiesbaden 2020, S. 141-142Seite 26 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 19 - ▪ Anlage von Elementen zur Fahrbahnverengung (verbleibende Fahrbahnbreite von 4,50 m), um die Querungsstelle zu verdeutlichen und die Fahrgeschwindigkeiten zu senken.17 ▪ Rotmarkierung der Querungsstelle. Ergänzt durch das Piktogramm „Fahrrad“ und „Kreuzender Radverkehr von links und rechts“. ▪ Aufstellen der Beschilderung VZ 301 StVO (Vorfahrt) am Bröltalbahnweg. Gegebenenfalls ergänzt durch ein Zusatzzeichen „Fußverkehr beachten“, um den Fußverkehr auf dem zu kreuzenden Gehweg zu schützen. ▪ Aufstellen der Beschilderung VZ 205 StVO (Vorfahrt gewähren) in Verbindung mit dem Zusatzzeichen 1000-32StVO (Kreuzender Radverkehr von links und rechts) an der Rheindorfer Straße. Ergänzend sollten Haltelinien und das Zeichen VZ 205 StVO auf der Fahrbahn markiert werden. Abbildung 9: Musterplanung zur Bevorrechtigung des Bröltalbahnwegs an der Rheindorfer Straße 17 Im Rahmen von Geschwindigkeitsmessungen im Jahr 2024 wurden in diesem Bereich mehrfache Geschwindigkeitsübertretungen registriert.Seite 27 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 20 - 4.2.2 Gehwegfläche Rheinaustraße Entlang der Rheinaustraße nördlich der Combahnstraße fehlt einseitig ein baulich angelegter Gehweg. Im Bestand wurde eine schmale Fläche der Fahrbahn vor den Hauseingängen abmarkiert. Durch die Umgestaltung der Rheinaustraße als Fahrrad- straße wurde das linksseitige Gehwegparken aufgehoben, Poller entlang des Seiten- raumes entfernt und Bordabsenkungen ergänzt. Um die Situation für den Fußverkehr kurzfristig zu verbessern, sollten Markierungen mit dem Sinnbild Fußverkehr zu Beginn des Gehwegs und nach Kreuzungen markiert werden. Zudem sollten die bestehenden Sperrmarkierungen entfernt und entlang des markierten Gehwegs Klebeborde zum Schutz gegen illegales Parken und Befahren in- stalliert werden. Um die Entwässerung weiter zu ermöglichen wäre es optional denk- bar, einzelne Elemente „auf Lücke“ zu setzen, sodass Niederschlagswasser weiter ab- fließen kann. Einfahrten sollten zusätzlich mit Zick-Zack-Markierungen verdeutlicht werden. Die empfohlenen Änderungen sind in Abbildung 10 dargestellt. Abbildung 10: Aufgeweiteter Gehweg in der Rheinaustraße Mittelfristig sollte die Gehwegfläche aufgeweitet und baulich angelegt werden, auch da die Fahrbahnbreite in Teilen der Rheinaustraße deutlich mehr als 4,50 m beträgt, die in Bonn als Mindestbreite für Fahrradstraßen festgelegt wurde.Seite 28 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 21 - 4.2.3 Graffitiflächen im Quartier Um die Aufenthaltsqualität im Quartier weiter zu verbessern, die Identifizierung der Be- wohner:innen mit dem Combahnviertel zu erhöhen und auch andere Zielgruppen in die Quartierentwicklung miteinzubeziehen, wird empfohlen an ausgewählten Standorten öffentlich nutzbare Flächen für legale Graffiti bereitzustellen. Die Maßnahmen basieren auf den Ergebnissen der Bürger:innenbeteiligung. Abbildung 11: Good-Practice-Beispiele zur künstlerischen Gestaltung ungenutzter Flächen Zur weiteren Umsetzung bieten sich mehrere Flächen im Privatbesitz an. Identifiziert wurden insbesondere Hauswände in Baulücken. Die Umsetzbarkeit muss im weiteren Verlauf mit den Eigentümer:innen besprochen und abgestimmt werden. Die Listen mit den unabgestimmten Vorschlägen finden sich in Tabelle 4 und Tabelle 5 im Anhang. Nijmegen (NL), Laan van Oost-Indie Los Angeles (USA), Venice BeachSeite 29 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 22 - 4.3 Abschätzungen der Verkehrsverlagerungen Unter Einbezug der Umsetzung sämtlicher Maßnahmenempfehlungen sind Änderun- gen der Verkehrsströme und -mengen im Quartier absehbar. Da im Umfang der beste- henden Grundlagendaten keine Verkehrsdaten zu Quell-, Ziel- und Durchgangsverkeh- ren vorlagen, sind die erwarteten Auswirkungen anhand qualitativer Abschätzungen in Karte 4 dargestellt. Dieser Abschätzung der erwarteten Verkehrsverlagerungen liegen folgende Annahmen zu Grunde: ▪ In der Professor-Neu-Allee wird damit gerechnet, dass sich zur Umfahrung der Ampeln Verkehre der B56 auf die Combahnstraße verlagern könnten, die dann über die Professor-Neu-Allee wieder auf die Bundesstraße auffahren könnten. Aufgrund gesteigerter Verkehrswiderstände (Änderung der Straßenraumgestal- tung) wird dennoch eine leichte Reduzierung erwartet. ▪ Infolge der Sperrung der Brückenumfahrung (optionale unechte Einbahnstraße an der Rheindorfer Straße) ist absehbar, dass sich der Kfz-Verkehr neue Wege im Quartier sucht, auch abseits des Untersuchungsgebietes. Dies ist in der Karte ver- einfacht dargestellt (leichte Erhöhung südlich des Untersuchungsgebietes). Die Erhöhung der Kfz-Ströme auf der Friedrich-Breuer-Straße ist zudem abhängig von der zukünftigen Gestaltung der Straße. ▪ Insgesamt ist gemäß der übergeordneten Zielsetzung zu beachten, dass Kfz- Durchgangsverkehr möglichst auf Sammel- und Hauptverkehrsstraßen gebündelt und aus dem Quartier herausgehalten werden soll. Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass sich das Kfz-Verkehrsaufkommen nach den Verkehrsberuhi- gungen nicht komplett verlagert: Ein Teil des Kfz-Verkehrs „verpufft“, etwa durch Umstieg auf andere Verkehrsmittel („traffic evaporation“). Die Menge dieses Effekts wird auf etwa 15 bis 28 Prozent des Kfz-Verkehrsaufkommens geschätzt.18 ▪ Falls die „unechte Einbahnstraße“ an der Rheindorfer Straße nicht eingerichtet wird, kann das Verkehrskonzept dennoch umgesetzt werden. Trotz der höheren erwarteten Kfz-Mengen auf der Combahnstraße ist entsprechend der vorliegenden Daten mit Verkehrsmengen deutlich unter 300 Kfz/h zu rechnen.19 Für den Radver- 18 Deutsches Institut für Urbanistik (difu); Verkehrsberuhigung: Entlastung statt Kollaps! Berlin 2023, S. 10 19 VE-Kass Ingenieurgesellschaft; Verkehrserhebung Bonn. Köln 2023Seite 30 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 23 - kehr entgegen der Einbahnstraße ist dem maßgeblichen Regelwerk zufolge damit keine eigene Infrastruktur notwendig.20 Karte 4: Erwartete Auswirkungen auf die Kfz-Verkehrsflüsse 20 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA). Köln 2010, S. 62Seite 31 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 24 - 4.4 Öffentlichkeitsarbeit Die Öffentlichkeitsarbeit ist ein bedeutsamer Bestandteil zur Umsetzung der „Bönn- schen Viertel“. Ohne eine gute Information der Bürger:innen, in der in verständlichem Maße die Zielsetzungen und die erhofften Effekte der vorzunehmenden Maßnahmen erläutert werden, können sich schnell „negative“ Einzeldiskussionen bilden (zum Bei- spiel zum Entfall einzelner Kfz-Parkplätze), welche die gesamten Maßnahmen negativ besetzen. Umso wichtiger ist es, bereits im Vorfeld der Umsetzungen entsprechende Beteili- gungsformate zu nutzen, um die Projekte positiv zu besetzen. Die Grundlage bilden dabei die bereits stattgefundenen Formate, deren Ergebnisse auch immer wieder aufgenommen werden sollten (die Idee der „Bönnschen Viertel“ kommt aus der Bevölkerung, die im Rahmen des Konzeptes nur in konkrete Maßnahmen überführt wird). Einbahnstraßenregelung Die Anwohner:innen des Combahnviertels sollten per Postwurfsendung über die verkehrlichen Änderungen informiert werden, um nicht „plötzlich“ mit den neuen Verkehrsführungen konfrontiert zu werden. Gleichzeitig sollte über wesentliche Umsetzungsschritte per Pressemitteilung und in den sozialen Medien informiert werden. Auch die digitale Verkehrsplanung sollte über die neuen Regelungen informiert werden, um Navigationssystemen eine regelkonforme Navigation zu ermöglichen. Neuaufteilung Straßenraum und Umgestaltung der Kreuzungs- bereiche Die Neuaufteilung des Straßenraums ist ein Baustein der optimierten Verkehrsführung (Einbahnstraßensystem) und der Erreichung barrierefreier Seitenräume und sollte entsprechend kommuniziert werden. Insbesondere die Anwohner:innen sollten über den Entfall des Gehwegparkens, inklu- sive der Gründe (beispielsweise Beschluss zur Parkraumstrategie) und erwarteten Ziele (Barrierefreiheit), frühzeitig informiert werden. Die Funktion des Multifunktionsstrei- fens sollte ebenfalls erläutert werden und die Vorteile, wie Flexibilität und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, in den Vordergrund gerückt werden (nachhaltige NutzungSeite 32 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 25 - bestehender Infrastruktur, höhere Aufenthaltsqualität, mehr Grünflächen, zusätzliche Querungsmöglichkeiten). Bevorrechtigung Bröltalbahnweg Die Bevorrechtigung des Bröltalbahnwegs am Knotenpunkt Rheinaustraße stellt eine Verbesserung für den Radverkehr auf dieser Relation dar. Um die Nutzer:innen über die neue Verkehrsführung zu informieren, sollte diese bei Einführung über die klassischen Medien und Social Media kommuniziert werden. Dafür sollten die städtischen Kanäle genutzt werden. Gleichzeitig ist die zeitweise Aufstellung von Informationsplakaten oder Bannern denkbar. Zusätzlich sollten die Busfahrer:innen über die geänderte Vorfahrtsregelung informiert werden. Verbreiterter Gehweg Rheinaustraße Die Herstellung einer Gehwegfläche im rechtsseitigen Bereich der Rheinaustraße stellt eine Verbesserung der Situation für den Fußverkehr dar. Eine dementsprechende Kommunikation der Maßnahme über die städtischen Kanäle ist daher empfehlenswert. Zusätzlich kann so noch einmal über die Funktion der abmarkierten Fläche als Gehweg informiert werden. Graffitiflächen im Quartier Um interessierte Künstler:innen, Vereine oder sonstige Interessenten über die neuen Flächen zu informieren, sollten diese auf der entsprechenden Seite der Bundesstadt Bonn publiziert werden und relevante Ansprechpartner:innen direkt informiert werden. Im Rahmen der Erarbeitung des ersten Maßnahmenkatalogs für die „Bönnschen Vier- tel“ wurde zudem eine Information zur Gestaltung an den Wänden selbst erwogen.21 21 Bundesstadt Bonn; Erster Maßnahmenkatalog – Bönnsche Viertel. Bonn 2023Seite 33 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 26 - 5 Evaluation / Umgang mit Hinweisen Da die Umsetzung der „Bönnschen Viertel“ unter anderem darauf beruht, kostengüns- tige und schnell umsetzbare Lösungen zu etablieren, können systembedingt nicht alle Bereiche „perfekt“ geplant und umgesetzt werden (wie beispielsweise bei umfangrei- chen, zeitintensiven und kostspieligen Planungen). Vor diesem Hintergrund kann es erforderlich sein, nach Umsetzung Anpassungen und Optimierungen im laufenden Betrieb vorzunehmen, um die bestmögliche Funktion zu gewährleisten (beispielsweise kann es erforderlich sein, die Verkehrsführung leicht an- zupassen oder zusätzliche Hinweise zu geänderten Verkehrsführungen aufzustellen). Dieser Umstand wird weniger als Nachteil angesehen, sondern kann im Gegenteil dazu führen, dass auf unvorhersehbare Entwicklungen ohne große Kosten und Aufwand reagiert werden kann. Hierzu ist es allerdings erforderlich, insbesondere direkt nach Umsetzung der Maßnah- men die Situation vor Ort im Blick zu behalten (beispielsweise mittels Begehungen/ Be- fahrungen) und Hinweise aus der Bevölkerung möglichst zeitnah ergebnisoffen zu prü- fen. Auch die Anpassung der Maßnahmen sollte öffentlich kommuniziert werden, um die Offenheit und Durchlässigkeit des Projektes zu betonen.Seite 34 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 27 - 6 Kostenschätzungen und Fördermöglichkeiten Zur Umsetzung der Maßnahmen stehen verschiedene Förder- und Finanzierungsmög- lichkeiten zur Verfügung. Folgende bieten sich zur Umsetzung der „Bönnschen Viertel“ besonders an. Zudem wird eine Kostenschätzung vorgenommen, die auf öffentlich verfügbaren Preisen und Erfahrungswerten vergleichbarer Projekte beruhen. Dabei ist zu beachten, dass dies nur grobe Schätzungen sind, die in einer vertiefenden Planung weiter konkretisiert werden müssen. Nachfolgend sind die relevanten Berechnungs- grundlagen dargestellt, die für das Basisjahr 2024 angestellt wurden. Tabelle 2: Berechnungsgrundlage Kostenschätzungen Maßnahme Kostenschätzung Verkehrsschild 300 € je Schild Fahrradbügel 200 € je Bügel Aufenthaltsmodul 20.000 € je Modul Markierungen 15 € pro lfd. Meter Piktogramm 400 € je Piktogramm Poller 400 € je Poller Klebebord 100 € pro lfd. Meter Bei den nachfolgenden Fördermöglichkeiten ist zu berücksichtigen, dass sich die För- derbedingungen kurzfristig ändern können. Diese sollten daher immer frühzeitig mit dem Fördermittelgeber und dem Straßenbaulastträger abgestimmt werden. Grund- sätzlich sind bei Ausbaumaßnahmen die anerkannten Regeln der Technik nach den Veröffentlichungen der FGSV (teilweise auch nach E-Klima) zu beachten. Um den bürokratischen Aufwand zur Antragstellung möglichst gering zu halten, könnte eine Förderung für die Gesamtmaßnahme „Bönnsches Viertel – Nordstadt und Combahnviertel“ über das Förderprogramm „Nachhaltige städtische Mobilität für alle“ in Betracht gezogen werden, auch um die erforderliche Bagatellgrenze zu erreichen:Seite 35 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 28 - ▪ Nachhaltige Städtische Mobilität für alle Gefördert werden nachhaltige und vernetzte Mobilitätslösungen, unter anderem verkehrsberuhigte und autoarme Zonen, sichere Fuß- und Radwege und weiteres. Fördersatz: 80 Prozent Bagatellgrenze: 200.000 € Zuständigkeit & weitere Informationen: Örtliche Bezirksregierung22 Falls dies nicht möglich ist, könnte eine Förderung der Einzelmaßnahmen (gegebenen- falls auch gebündelt) über folgende Förderprogramme erreicht werden. Die passenden Fördermittel sind hinter den jeweiligen Fördermaßnahmen in Tabelle 3 auf Seite 30 noch einmal vermerkt. ▪ Förderrichtlinien Nahmobilität (FöRI-Nah) Gefördert werden unter anderem Radverkehrsanlagen und Fußverkehrsanlagen (auch nach Empfehlungen des Fußverkehrschecks) sowie Öffentlichkeitsarbeitsmaßnahmen. Fördersatz: bis zu 90 Prozent Bagatellgrenze: 20.000 € (Fahrradabstellanlagen und Öffentlichkeitsarbeit: 5.000 €) Zuständigkeit & weitere Informationen: Örtliche Bezirksregierung23 22 Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen: Ministerialblatt, https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=7&vd_id=21456&ver=8&val=21456&sg=0&m enu=0&vd_back=N 23 Ministerium des Innern des Landes Nordrhein-Westfalen: Ministerialblatt, https://recht.nrw.de/lmi/owa/br_vbl_detail_text?anw_nr=7&vd_id=21439&ver=8&val=21439&sg=0&me nu=0&vd_back=NSeite 36 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 29 - ▪ Sonderprogramm „Stadt und Land“ (SuL) Gefördert werden unter anderem der Neu-, Aus- und Umbau von Radwegen, Fahr- radstraßen und -zonen, Radwegebrücken, Abstellanlagen/ Fahrradparkhäusern, sowie die dafür erforderliche Planung im ländlichen Raum und in Ballungsräumen. Fördersatz: 75 Prozent Bagatellgrenze: 20.000 € (Planung, Konzepte und Öffentlichkeitsarbeit: 2.000 €) Zuständigkeit & weitere Informationen: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)24 ▪ Förderinitiative Fußverkehr (FiF) Gefördert werden investive und nicht investive Maßnahmen des Fußverkehrs, unter anderem Umgestaltungen des Straßenraums, fußgängerfreundliche Querungsanlagen und Maßnahmen zur Reduktion der Unfallgefahr. Fördersatz: 75 Prozent Bagatellgrenze: nicht bekannt Zuständigkeit & weitere Informationen: Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM)25 24 Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM): Radverkehr – Sonderprogramm Stadt und Land, https://antrag.gbbmdv.bund.de/radverkehr-sonderprogramm-stadt-und-land-s-l- 25 Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM): Förderung des Fußverkehrs, https://www.balm.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/Foerderprogramme/Fussverkehr/Foerderung_ des_Fussverkehrs.pdf?__blob=publicationFile&v=2Seite 37 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 30 - Tabelle 3: Kostenschätzung der Maßnahmen inklusive Überblick über Fördermöglichkeiten Maßnahme Kapitel / Seite Kostenschätzung Fördermöglichkeit Leitmaßahmen Einbahnstraßenregelung Kapitel 4.1.1 ab Seite 10 ca. 30.000 € ggf. FiF Aufstellung Beschilderung ca. 15.000 € Anpassung Lichtsignalanlage ca. 15.000 € Neuaufteilung des Straßenraums Kapitel 4.1.2 ab Seite 12 ca. 740.000 € FiF / FöRI-Nah Markierungskosten ca. 40.000 € Fahrradbügel ca. 10.000 € Aufenthaltsflächen ca. 680.000 € Querungsstellen ca. 10.000 € Umgestaltung Kreuzungsbereiche Kapitel 4.1.3 ab Seite 16 ca. 45.000 € FiF / FöRI-Nah Markierung ca. 25.000 € Fahrradbügel ca. 5.000 € ggf. Installation Poller ca. 15.000 € GESAMT LEITMAßNAHMEN ca. 815.000 € davon möglicherweise förderfähig ca. 75-90 % ca. 615.000 € Sonstige Maßnahmen Bevorrechtigung Bröltalbahnweg Kapitel 4.2.1 ab Seite 18 ca. 15.000 € FöRI-Nah / SuL Verbreiterung Gehweg Rheinaustraße Kapitel 4.2.2 ab Seite 20 ca. 15.000 € FiF Graffitiflächen im Quartier Kapitel 4.2.3 ab Seite 21 nicht bezifferbar / GESAMT SONSTIGE MAßNAHMEN ca. 30.000 € Davon möglicherweise förderfähig ca. 75-90 % ca. 20.000 € Gesamtes Quartier KOSTEN ca. 845.000 € Davon möglicherweise förderfähig ca. 75-90 % ca. 635.000 €Seite 38 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 31 - 7 Fazit und Ausblick Die Mobilität im „Bönnschen Viertel“ Combahnviertel ist bereits heute geprägt durch eine vielfältige Verkehrsmittelwahl und unterschiedliche Anforderungen des Fuß- und Radverkehrs, des ÖPNV und des Kfz-Verkehrs, einhergehend mit Zielkonflikten zur Nutzung des begrenzten Straßenraumes. Mit der Combahnstraße und der Kaiser-Konrad-Straße gibt es zwei Straßenzüge im Quartier, deren Potenziale zur Steigerung der Aufenthaltsqualität, Barrierefreiheit und als Geschäftsstandorte offensichtlich sind. Entsprechend soll die Quartiersentwicklung vorangetrieben und mittels alltagstauglichen Verkehrsregelungen gestützt werden. In diesem Rahmen wurden, insbesondere unter Berücksichtigung der bereits im Vorfeld stattgefundenen Beteiligungsformate, die Zielsetzungen verfolgt, barrierefreie Geh- wege anzubieten, komfortable und sichere Radverbindungen zu entwickeln und den Kfz-Durchgangsverkehr zu unterbinden. Um den kurzfristigen Handlungsbedarf abzudecken, wurden Maßnahmenempfehlun- gen entwickelt, die auch ohne größere Umbaumaßnahmen umsetzbar sind. Grundlage war ein flexibler und ressourcensparender Umgang mit bestehender Infrastruktur, um langlebige Infrastruktur an die sich deutlich schneller ändernden gesellschaftlichen An- sprüche an den öffentlichen Raum anzupassen. In diesem Rahmen wurden unter ande- rem Markierungs- und Beschilderungslösungen in den Fokus genommen. Die entwickelten „Leitmaßnahmen“ werden bei vollständiger Umsetzung als geeigne- tes Maßnahmenbündel betrachtet, um die Zielsetzung zu erreichen und trotzdem flexi- bel in der konkreten Ausgestaltung zu bleiben und ein alltagstaugliches Quartier für sämtliche Verkehrsmittel zu erhalten. Die Leitmaßnahmen sollten unbedingt gemein- sam und vollständig beschlossen und umgesetzt werden, da diese Synergieeffekte be- sitzen und sich nur bei vollständiger Umsetzung die erwarteten Wirkungen entfalten können. Die „Sonstigen Maßnahmen“ bilden eine wirksame Ergänzung dazu und können die Qualität im Quartier zusätzlich steigern. Auf sie kann im Zweifel verzichtet oder eine spätere Umsetzung angestrebt werden, sofern dies politisch gewünscht oder zurzeit verkehrsrechtlich nicht darstellbar ist.Seite 39 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 32 - Die Umsetzung mindestens der Leitmaßnahmen sollte möglichst kurzfristig erfolgen (innerhalb der nächsten 1-2 Jahre), um den umfangreichen Prozess der Bürgerbeteili- gung nicht ins Leere führen zu lassen und Ergebnisse präsentieren zu können. Dies er- scheint als Grundvoraussetzung, um mit den vorgesehenen Maßnahmen auch auf Ver- ständnis und Zustimmung zu stoßen. Das „Bönnsche Viertel“ Combahnviertel könnte mit erfolgreicher Umsetzung in diverser Hinsicht als Modellquartier für die Ausweitung auf weitere Quartiere dienen und ein Baustein zur Transformation innerstädtischer Quartiere mit mehr Aufenthalts- und Lebensqualität werden.Seite 40 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 33 - 8 Anhang Graffitiflächen Tabelle 4: Mögliche Projektwände für gezielte Graffiti-Aktionen (Workshops, Ausschreibungen, etc.) Von-Sandt-Straße 3 Freie Wandfläche Südseite Rheindorfer Str. 13 Freie Wandfläche Südseite Tabelle 5: Mögliche legale Wände für Graffiti („Hall of Fame“) Von-Sandt-Straße 3 Freie Wandfläche Südseite Zusätzliche Karten (im Kartenband zum Bericht) ▪ Grobplanung Combahnstraße ▪ Grobplanung Kaiser-Konrad-StraßeSeite 41 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 34 - Kartenverzeichnis Karte 1: Untersuchungsgebiet .................................................................................................................... 2 Karte 2: Relevante Konfliktfelder in dem „Bönnschen Viertel“ Combahnviertel ........................................... 7 Karte 3: Erforderliche Anpassungen zur Einschränkung des Kfz-Durchgangsverkehrs ................................11 Karte 4: Erwartete Auswirkungen auf die Kfz-Verkehrsflüsse .................................................................... 23 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Impressionen aus dem Bonner Combahnviertel ...................................................................... 3 Abbildung 2: Veranstaltungen im Rahmen der Beteiligung zu den Bönnschen Vierteln ............................... 5 Abbildung 3: Grobplanung zur Neuaufteilung des Straßenraumes in der Combahnstraße (Ausschnitt) ..... 12 Abbildung 4: Good-Practice-Beispiele zur Umnutzung ehemaliger Kfz-Parkplätze.....................................13 Abbildung 5: Schnitt zur Neuaufteilung des Straßenraumes in der Combahnstraße .................................. 14 Abbildung 6: Empfohlene Umgestaltung der Kreuzungsbereiche in der Combahnstraße (links) und der Kaiser-Konrad-Straße (rechts) ............................................................................................................ 16 Abbildung 7: Good-Practice-Beispiel für optimierte Kreuzungsbereiche ..................................................... 17 Abbildung 8: Empfohlene Umgestaltung der Kreuzungsbereiche in der Combahnstraße/ B56 mit Übergang in den Multifunktionsstreifen ....................................................................................................17 Abbildung 9: Musterplanung zur Bevorrechtigung des Bröltalbahnwegs an der Rheindorfer Straße .......... 19 Abbildung 10: Aufgeweiteter Gehweg in der Rheinaustraße .................................................................... 20 Abbildung 11: Good-Practice-Beispiele zur künstlerischen Gestaltung ungenutzter Flächen...................... 21 Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Erläuterung möglicher Gestaltungselemente des Multifunktionsstreifens ................................. 15 Tabelle 2: Berechnungsgrundlage Kostenschätzungen ............................................................................. 27 Tabelle 3: Kostenschätzung der Maßnahmen inklusive Überblick über Fördermöglichkeiten .................... 30 Tabelle 4: Mögliche Projektwände für gezielte Graffiti-Aktionen (Workshops, Ausschreibungen, etc.) .......33 Tabelle 5: Mögliche legale Wände für Graffiti („Hall of Fame“) ...................................................................33Seite 42 von 52 Bundesstadt Bonn: Quartierskonzept „Bönnsches Viertel“ – Combahnviertel - 35 - Quellenangaben Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) Vom 26. Januar 2001 In der Fassung vom 8. November 2021 (BAnz AT 15.11.2021 B1 Allgemeiner Deutscher Automobilclub (ADAC); Elternhaltestellen für Grundschulen. München 2022 Bundesstadt Bonn; Beschlussauszug Sitzung des Rates: Zielbeschluss zur gesamtstädtischen Parkraum- strategie vom 10.02.2022. Bonn 2022 Bundesstadt Bonn; Erster Maßnahmenkatalog – Bönnsche Viertel. Bonn 2023 Bundesstadt Bonn; Grundsatzbeschluss zur Realisierung nachhaltiger Mobilität in innerstädtischen Wohnquartieren im Rahmen Bönnscher Viertel vom 09.06.2022. Bonn 2022 Bundesstadt Bonn; Band 1: Klimaplan 2035 für die Bundesstadt Bonn – Klimaneutralitäts-Strategie für die Gesamt-Stadt Bonn. Bonn 2022 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen für Fußgängerverkehrsanlagen (EFA). Köln 2002 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA). Köln 2010 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen zur Anlage des ruhenden Verkehrs (EAR). Köln 2023 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Empfehlungen zur Anwendung und Weiterentwicklung von FGSV-Veröffentlichungen im Bereich Verkehr zur Erreichung von Klimaschutzzielen (E-Klima). Köln 2022 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Hinweise für barrierefreie Verkehrs- anlagen (H BVA). Köln 2011 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt). Köln 2006 Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV); Ad-hoc-Arbeitspapier Ergänzende Handlungsanleitungen zur Anwendung der RASt 06. Köln 2024 Ifok GmbH; Mitwirkungsprozess „Bönnsche Viertel – Lebendige Räume für Menschen“. Düsseldorf 2023 IKS Mobilitätsplanung; Parkraumkonzept Beuel-Zentrum. Kassel (in Bearbeitung)Straßenverkehrs- Ordnung (StVO) vom 06. März 2013 in der Fassung vom 28. August 2023 VE-Kass Ingenieurgesellschaft; Verkehrserhebung Bonn. Köln 2022 _Seite 43 von 52 Seite 44 von 52 Seite 45 von 52 Universitätsplatz 12 34127 Kassel info@iks-planung.de www.iks-planung.deSeite 46 von 52 Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: OpenStreetMap (CC BY-SA) Maßstab: �:���� ��� m��� Bönnsche Viertel Legende Bröltalbahnweg Bröltalbahnweg Karte 1: Untersuchungsgebiet Combahnviertel Grenze des Untersuchungsgebietes Einbahnstraßen Stand: ��.��.����Seite 47 von 52 Karte 2: Relevante Konfliktfelder in dem „Bönnschen Viertel“ Combahnviertel Stand: ��.��.���� Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: OpenStreetMap (CC BY-SA) Maßstab: �:���� ��� m��� Bönnsche Viertel Legende Bröltalbahnweg Bröltalbahnweg Grenze des Untersuchungsgebietes Einbahnstraßen Relevante Buslinien Bushaltestellen Mischnutzung Geschäftsstraße Geplante Fahrradstraße Relevante Konfliktfelder Durchgangsverkehr Gehwegparken Überdimensionierte Kreuzungsbereiche Keine Bevorrechtigung des Radverkehrs P P P P P P P P PSeite 48 von 52 Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: OpenStreetMap (CC BY-SA) Maßstab: �:���� ��� m��� Bönnsche Viertel Legende Bröltalbahnweg Bröltalbahnweg Stand: ��.��.���� Karte 3: Erforderliche Anpassungen zur Einschränkung des Durchgangsverkehrs Grenze des Untersuchungsgebietes Einbahnstraßen: Bestand Einbahnstraßen: neu Änderung der vorgeschriebenen Fahrtrichtung Linienverkehr frei Durchfahrt für KFZ verbotenSeite 49 von 52 Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: OpenStreetMap (CC BY-SA) Maßstab: �:���� ��� m��� Bönnsche Viertel Legende Bröltalbahnweg Bröltalbahnweg Stand: ��.��.���� Karte 4: Erwartete Auswirkungen auf die Kfz-Verkehrsflüsse Umgestaltung Friedrich-Breuer-Str. beachten Grenze des Untersuchungsgebietes Einbahnstraßen: Bestand Einbahnstraßen: neu (Empfohlen) Änderung der vorgeschriebenen Fahrtrichtung (Empfohlen) Linienverkehr frei (Empfohlen) Durchfahrt für KFZ verboten (Empfohlen) Deutliche Reduzierung Leichte Reduzierung Keine Auswirkungen Leichte Erhöhung Deutliche Erhöhung Verkehrsflüsse (erwartete Auswirkungen)Seite 50 von 52 � � �� m Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn, Amt für Boden- Management und Geoinformation (CC-by-sa 4.0) Bönnsche Viertel Legende Ausschnitt aus dem Geoportal Gehweg Querungsstelle Fahrradparken Aufenthalt / Begrünung Ausweichfläche Radverkehr / Ausfahrten Parken Stand: ��.��.����M: �:��� Umgestaltung des Straßenraums Combahnstraße P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P Combahnstraße Combahnstraße Combahnstraße Combahnstraße Combahnstraße Rathausstraße Rheindorfer StraßeVon-Sandt-Straße Professor-Neu-Allee Rheinaustraße B’ B A’ ASeite 51 von 52 A R Z T Universitätsplatz �� | ����� Kassel info@iks-planung.de Kartengrundlage: Bundesstadt Bonn, Amt für Boden- Management und Geoinformation (CC-by-sa 4.0) Bönnsche Viertel Stand: ��.��.����M: �:��� Umgestaltung des Straßenraums Kaiser-Konrad-Straße Legende Ausschnitt aus dem Geoportal Gehweg Querungsstelle Fahrradparken Aufenthalt / Begrünung Ausweichfläche Radverkehr / Ausfahrten Parken P � � �� m Kaiser-Konrad-Straße Kaiser-Konrad-Straße Kaiser-Konrad-Straße Kaiser-Konrad-Straße Kaiser-Konrad-Straße Kaiser-Konrad-Straße Dunantstraße Rathausstraße Rheindorfer Straße Von-Sandt-Straße Professor-Neu-Allee Rheinaustraße P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P P A’ A’ A A A’A Bestand PlanungSeite 52 von 52
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