241451-01 ST · Stellungnahme der Verwaltung
Stellungnahme zum FDP-Dringlichkeitsantrag: Windkraftprojekt Haselingsberg/Heiderhof
Kerndaten
- Nummer
- 241451-01 ST
- Art
- Stellungnahme der Verwaltung
- Veröffentlicht
- 29.08.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Kenntnisnahme
- Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda Kenntnisnahme
Dateien
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Stellungnahme der Verwaltung öffentlich 241451-01 ST Die Oberbürgermeisterin Federführung: Geschäftsbereich OB-1: Dezernats- und Verwaltungssteue- rung Dezernat: Dez. OB Stellungnahme zum FDP-Dringlichkeitsantrag: Windkraftprojekt Haselingsberg/Heiderhof Beratungsfolge Rat 29.08.2024 Kenntnisnahme Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 11.09.2024 Kenntnisnahme Inhalt der Stellungnahme: Zum Dringlichkeitsantrag wurden die Stadtwerke Bonn um Stellungnahme gebeten: Zu 1. Die Stadtwerke Bonn werden das Windpark-Projekt am Haselingsberg zunächst nicht weiter verfolgen. Bei Untersuchungen vor Ort wurde festgestellt, dass ein Wespenbussard seinen Horst anders als im Vorjahr in Richtung der geplanten Standorte verlagert hat. Die Stadtwerke Bonn hatten den Bau von bis zu drei Windenergieanlagen geplant, die Strom für maximal 13.000 Haushalte hätten liefern können. Die Standorte sind abhängig gewesen von verfügbaren Flächen. Konkret vorangetrieben wurden zuletzt die Pläne für den Bau von zwei Anlagen, da die Erkenntnisse der ersten artenschutzrechtlichen Voruntersuchung bereits im vergangenen Jahr dem Bau einer dritten Windenergieanlage entgegenstanden. Das Areal der beiden verbleibenden geplanten Windenergieanlagen hat ein spezialisiertes Gutachterbüro im Auftrag der Stadtwerke bis zuletzt untersucht. Dabei wurde festgestellt, dass der Wespenbussard seinen Horst entgegen der Situation zur Voruntersuchung im vergangenen Jahr verlagert hat und sich nun im 500-Meter-Radius eines der beiden verbliebenen geplanten Windräder befindet. Dies ist laut Bundesnaturschutzgesetz ein KO-Kriterium für den Bau. Eine Verschiebung des Standorts hätte das Windrad aus der Kahlfläche in eine Laubwaldfläche gebracht. In NRW kommen allerdings nur Nadelwald- und Kahlflächen für den Bau von Windenergieanlagen infrage. Damit ist am Standort derzeit keine wirtschaftliche Grundlage mehr gegeben und deswegen haben die Stadtwerke beschlossen das Projekt bis auf Weiteres zu beenden. Sollte sich die Greifvögel-Situation am Standort nachhaltig verändern, könnten die Planungen wieder aufgenommen werden. Zu 2. Die Gesamtstrategie der Eigenerzeugung der Stadtwerke beinhaltet neben den geplanten Windkraftanlagen auf Bonner Gebiet zahlreiche weitere Engagements in Wind- und Solarprojekten. Fester Bestandteil des Ausbaus von Erneuerbaren Energien ist der mit derSeite 1 von 3 Seite 2 Stadtverwaltung geschlossene Rahmenvertrag um die städtischen Liegenschaften sukzessive mit PV-Modulen auszustatten. Um das Tempo beim kommunalen PV-Ausbau weiter zu erhöhen, hat das SGB als Teil der Zusammenarbeit eine Ausschreibung zur statischen Prüfung von Dachflächen veröffentlicht. Der Auftrag ist seit dem 01.08 vergeben. SWB konnte zum 01.07 Rahmenverträge mit drei Fachpartnern schließen, um sich Installationskapazitäten für zukünftige Projekte im kommunalen und gewerblichen Bereich zu sichern. Auch die SWB-Liegenschaften werden sukzessive mit PV-Anlagen ausgestattet. So sind die Gebäude am Standort Karlstraße bereits mit PV- Anlagen von rund 150 kWp Leistung ausgestattet. Nach einer ausführlichen Analyse der Machbarkeit, insbesondere im Hinblick auf Statik und Netzanschluss, wurden in diesem Jahr bereits zwei weitere PV-Anlagen auf SWB-Gebäuden errichtet. Eine auf der SWB-Zentrale mit einer Leistung von 35,31 kWp und eine auf dem Verwaltungsgebäude des BTH Beuel mit einer Leistung von 51,66 kWp. Die PV-Anlage auf der SWB-Zentrale wurde am 05.08.2024 erfolgreich in Betrieb genommen und wird jährlich etwa 32.000 kWh erzeugen. Die PV-Anlage auf dem Verwaltungsgebäude des BTH Beuel wird in den kommenden Wochen ebenfalls in Betrieb gehen und jährlich etwa 45.000 kWh produzieren. Ebenfalls wird beim geplanten Umbau des Betriebshofs in Friesdorf die Errichtung einer bis zu 2 MW großen PV-Anlage mitgeplant. Zusätzlich ist geplant, das neue Parkhaus in der Karlstraße mit Aufdach- und Fassaden-PV mit einer Leistung von ca. 290 kWp auszustatten. Weitere kommunale Projekte stehen kurz vor Baubeginn, z.B. der Hochbunker in der Lotharstraße mit ca. 60 kWp oder das Katastrophenschutzzentrum in Beuel mit < 170 kWp. In Ergänzung zu den oben genannten Projekten wurde mit Inbetriebnahme des Kitaneubaus in der Limpericher Straße 122b durch uns die erste PV-Anlage in Kombination mit einem Gründach umgesetzt. Ebenso wurde die dritte Bürgerbeteiligungsanlage aus dem Jahr 2023 auf der Sporthalle Wittestraße am 13.08.2024 in Betrieb genommen. Parallel wird für die Energieproduktion auch der Plan zum Bau einer Flusswasserwärmepumpe in Plittersdorf vorangetrieben. Darüber hinaus werden im Rahmen der Kommunalen Wärmeplanung gemeinsam mit der Stadtverwaltung weitere Potentiale der regenerativen Energieerzeugung auf Bonner Stadtgebiet identifiziert. Die Fertigstellung der Kommunalen Wärmeplanung ist für das Q1 2025 geplant. Eng mit der Kommunalen Wärmeplanung verzahnt ist der Steckbrief „Erneuerbare Energien Flächenanalyse“ aus dem Klimaplan. Die Ergebnisse sollen bis Ende des Jahres vorliegen. Die EE-Flächenanalyse hat das Ziel, Gebiete zu identifizieren, die für die zukünftige Energieversorgung Bonns besondere Wichtigkeit haben. Dafür werden alle Potentiale im Stadtgebiet Bonn überprüft und im Hinblick auf ihre Machbarkeit bewertet. Besonders geeignete Flächen können somit für die Nutzung durch Erneuerbare Energien (Wärme und Strom) sowie Speicher priorisiert werden. Die Analyse-Ergebnisse werden in Form einer digitalen Karte aufbereitet. Mit dem modernisierten, wasserstofffähigen HKW Nord werden zukünftig rund 70 Prozent des Strombedarfs umweltfreundlich gedeckt. Zurzeit finden vorbereitende Arbeiten für den Testbetrieb der wasserstofffähigen Turbine im Heizkraftwerk Nord statt. Der Antrag des Wasserstoffkernnetzes in Deutschland wurde am 22. Juli 2024 von den Fernleitungsnetzbetreibern bei derSeite 2 von 3 Seite 3 Bundesnetzagentur (BNetzA) eingereicht. Im Rahmen des Konsultationsverfahrens konnte bis zum 06. August 2024 Stellungnahmen zu diesem Antrag bei der BNetzA eingereicht werden. Diese Möglichkeit nahm die SWB wahr, um die Relevanz der zeitnahen Fertigstellung des Wasserstoffkernnetzes bis 2032 und die Anbindung Bonns für die Erreichung der CO2-Neutralität bis 2035 herauszuarbeiten. Auch bundesweit engagiert sich der Energieversorger über den Stadtwerke- Verbund Trianel bereits jetzt für den Bau von Wind- und Solarparks. Noch in diesem Jahr wird ein Solarpark mit einer installierten Leistung von ca. 20 MWp und einer prognostizierten Erzeugung von ca. 21.600 MWh (Anteil EnW hieran: ca. 3 MWp und ca. 3.200 MWh) den Betrieb aufnehmen. Ferner stehen in 2024 noch Investitionsentscheidungen für Windparks mit einer gesamten installierten Leistung von ca. 120 MW und einer prognostizierten Erzeugung von ca. 300.000 MWh an (Anteil EnW hieran: ca. 10 MW und ca. 25.000 MWh), deren Inbetriebnahme in 2026 erwartet wird. Zu 3. Die Stadtwerke untersuchen aktuell auch weitere potentielle Standorte für Erneuerbare Energien im regionalen Umfeld. Hierfür wurden Gespräche mit im Rhein-Sieg-Kreis tätigen Projektentwicklern im Wind- und Solarbereich aufgenommen, um Möglichkeiten der Kooperation zu prüfen. Ferner sind Gespräche mit allen Kommunen des Rhein-Sieg-Kreises geplant, um weitere Möglichkeiten der Kooperation bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien auszuloten. Anlage/n KeineSeite 3 von 3
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 03.11.2026, 21:31 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de