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241427 · Mitteilungsvorlage

Kommunale Wärmeplanung - Zielszenarien 2045/2035 - Wärmeversorgungsgebiete und geeignete Wärmeversorgungsarten

Nummer
241427
Art
Mitteilungsvorlage
Veröffentlicht
10.10.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Klima und Lokale Agenda 31.10.2024 Kenntnisnahme
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 20.11.2024 Kenntnisnahme
  3. Sitzung des Ausschusses für für Europa, Internationales, Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit 11.12.2024 Kenntnisnahme
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 10,3 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 241427-01 Empfehlung des Klimaschutzbeirates zur Kommunalen Wärmeplanung (Oktober 2024)

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Mitteilungsvorlage
öffentlich
241427
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
Geschäftsbereich OB-2: Strategische Programmsteuerung
Dezernat:
Dez. OB
Kommunale Wärmeplanung - Zielszenarien
2045/2035 - Wärmeversorgungsgebiete und
geeignete Wärmeversorgungsarten
Beratungsfolge
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 29.10.2024 Kenntnisnahme
Ausschuss für Umwelt, Klima und Lokale
Agenda
31.10.2024 Kenntnisnahme
Ausschuss für Europa, Internationales,
Wissenschaft, Wirtschaft und Arbeit
05.11.2024 Kenntnisnahme
Mitteilung:
Der Rat der Bundesstadt Bonn hat die Verwaltung mit der Erstellung einer
kommunalen Wärmeplanung beauftragt (vgl. DS 212052, DS 231003,
DS 231816 und DS 232187 und Zielbeschluss Klimaplan DS 222006). Sie
besteht laut §§ 13ff Wärmeplanungsgesetz (WPG) im Wesentlichen aus vier
Arbeitsschritten:
1. Bestandsanalyse (§ 15 WPG)
2. Potenzialanalyse (§ 16 WPG)
3. Erstellung von Zielszenarien und den daraus folgenden
Versorgungsgebieten mit geeigneten Wärmeversorgungsarten (§§ 17,
18, 19 WPG)
4. Entwicklung von Wärmewendestrategie und Transformationspfaden (§
20 WPG).
Mit dieser Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung über die Ergebnisse von
Schritt 3. Über die Ergebnisse von Schritt 1 und 2 wurde bereits im Mai
berichtet (DS 240943). Ergebnisse zu Schritt 4 sind Anfang 2025 zu erwarten.
Einleitung
Die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetztes (GEG) zum erneuerbaren Heizen
sind seit dem 01. Januar 2024 in Kraft. "Mit der Änderung des
Gebäudeenergiegesetzes (GEG) zur Umsetzung der sog. 65 Prozent-
Erneuerbare Energien-Vorgabe soll der Umstieg auf klimafreundliche
Heizungen eingeleitet und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen
reduziert werden. Ziel ist es, dass künftig grundsätzlich nur noch
Heizungsanlagen neu eingebaut werden, wenn sie mindestens 65 Prozent der
bereitgestellten Wärme mit erneuerbaren Energien erzeugen. Schrittweise wird
damit der Umstieg auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung eingeleitet, dieSeite 1 von 97
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mittel- bis langfristig planbar, kostengünstig und stabil ist. Bis zum Jahr 2045
wird so die Nutzung von fossilen Energieträgern für die Wärmeversorgung im
Gebäudebereich beendet. Spätestens ab diesem Zeitpunkt müssen alle
Heizungen vollständig mit Erneuerbaren Energien betrieben werden." Quelle:
Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Mit dem
Beschluss über die Klimaneutralität hat die Bundesstadt Bonn sich zum Ziel
gesetzt, die Nutzung fossiler Energieträger im Gebäudebereich bis zum Jahr
2035 zu beenden.
Mit dieser Mitteilungsvorlage informiert die Verwaltung über die
Zwischenergebnisse des dritten Schrittes zur Erstellung einer kommunalen
Wärmeplanung nach Wärmeplanungsgesetz (WPG). In diesem Schritt wurden
Zielszenarien für die Jahre 2035 (Klimaneutralitätsbeschluss der Bundesstadt
Bonn) und 2045 (Bundesgesetzgebung) berechnet und Versorgungsgebiete auf
ihre Eignung einer Wärmeversorgungsart analysiert. Im Kern zeigen die
Versorgungsgebiete auf, in welchen Teilen des Stadtgebietes dezentrale
Wärmeversorgung oder leitungsgebundene Wärmeversorgung wahrscheinlich
erscheinen. Das Stadtgebiet der Bundesstadt Bonn wurde in 175 Teilgebiete
aufgeteilt. Jedes dieser Teilgebiete ist einer von vier Kategorien zugeordnet:
• Sehr wahrscheinlich geeignet für die dezentrale Wärmeversorgung
• Wahrscheinlich geeignet für die dezentrale Wärmeversorgung
• wahrscheinlich geeignet für ein Nah- oder Fernwärme-Netz
• Sehr wahrscheinlich geeignet für ein Nah- oder Fernwärme-Netz
WICHTIG: Die kommunale Wärmeplanung gibt Bürger*innen und
Gebäudeeigentümer*innen eine Orientierung für die Anpassung Ihrer
Heizungsanlagen, ersetzt jedoch keine individuelle Energieberatung. Die
Wärmeplanung ermöglicht darüber hinaus möglichen Netzbetreibern, anhand
des Eignungsgrads für ein Wärmenetzgebiet, Gebiete zu priorisieren und zu
prüfen, ob ein Ausbau oder Neubau in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten
angestrebt werden soll. Eine “Eignung” für ein Wärmenetz
kann nicht gleichgesetzt werden mit einer Planung.
Erste Empfehlungen auf Basis des aktuellen
Bearbeitungsstandes der Wärmeplanung
Gebiete, die für eine dezentrale Wärmeversorgung wahrscheinlich oder
sehr wahrscheinlich geeignet sein werden
In allen Gebieten, in denen die dezentrale Versorgung laut Zielszenario
wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich geeignet ist, sollten sich Gebäude-
Eigentümer*innen zeitnah um eine eigenständige, mit dem
Gebäudeenergiegesetz (GEG) konforme Heizungslösung insbesondere in
Form von Wärmepumpen-Technologien kümmern.
Gebiete, die für ein Nah- oder Fernwärmenetz wahrscheinlich geeignet
sein werden
In Gebieten, in denen Wärmenetze lediglich „wahrscheinlich geeignet” sind, ist
nur partiell und deutlich weiter in der Zukunft mit einem Infrastrukturausbau zuSeite 2 von 97
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rechnen. Aus heutiger Sicht erscheint es mehr als fraglich, ob eine
Vervielfachung der Wärmenetz-Trassenlänge und Hausanschlüsse in der
notwendigen Größenordnung aufgrund von z.B. Kapazitäten bei Planungs- und
Genehmigungsprozessen sowie im Tiefbau möglich sein wird. Bei einem
erforderlichen Heizungstausch wird daher auch in diesen Gebieten empfohlen,
sich rechtzeitig mit den verschiedenen Varianten von Wärmepumpen-
Technologien auseinander zu setzen.
Gebiete, die für ein Nah- oder Fernwärmenetz sehr wahrscheinlich
geeignet sein werden
Im Anschluss an den Beschluss des Wärmeplans wird der regionale
Verteilnetzbetreiber, die Bonn-Netz GmbH, eine konkrete Ausbauplanung für
die Fernwärme vornehmen, um beurteilen zu können, in welchen Gebieten der
Netzausbau wirtschaftlich sinnvoll und technisch möglich ist. Bevor ein
Wärmenetz errichtet wird, müssen jedoch z.B. Machbarkeits- und
Wirtschaftlichkeitsstudien durchgeführt, Planungs- und Genehmigungsprozesse
durchlaufen sowie die Koordination mit weiteren Straßenbaumaßnahmen
gewährleistet werden. Auf dieser Grundlage können verbindliche und zeitliche
Zusagen für einen Wärmenetzausbau gemacht werden. Mit ersten Ergebnissen
ist bereits im Jahr 2025 zu rechnen. Auch andere Betreiber kommen für
Nahwärmenetze in Frage, die ebenfalls individuelle Planungen vorlegen
können.
Die Wärmeplanung macht deutlich, dass es aus vielerlei Gründen nicht mehr
sinnvoll ist, ab dem jetzigen Zeitpunkt bei einem Heizungswechsel neue Gas-
oder Ölheizungen einzubauen: Fossil betriebene Heizungen dürfen spätestens
ab 2045 nicht mehr betrieben werden. Aufgrund dieser gesetzlichen Festlegung
müssten neue Gas- und Ölheizungen vor dem Ende ihrer mind. 20-jährigen
Lebensdauer ausgetauscht werden. Der Neueinbau von Gasheizungen wäre
laut GEG spätestens ab dem 01.07.2026 ohnehin nur noch erlaubt, wenn sie
mit 65 Prozent grünen Gasen betrieben würden. Es ist jedoch nicht absehbar,
dass Biomethan anstelle von Erdgas sowohl in ausreichenden Mengen als
auch zu günstigen Preisen zur Verfügung stehen wird. Der Einbau von H2-
ready-Heizungen ist in Bonn ebenfalls nicht zielführend. Nach Aussagen des
Verteilnetzbetreibers wird nach derzeitigem Stand weder ein neues
Wasserstoffnetz gebaut noch Wasserstoff im bestehenden Gasnetz
beigemischt werden. Daher werden auch mit H2-ready-Gasheizungen die
Vorgaben des GEG nicht eingehalten werden können.
Weder das Zielszenario 2045 noch 2035 ist unter den zugrundeliegenden
Annahmen zu halten, wenn in den kommenden Jahren weiterhin Gas- oder
Ölheizungen eingebaut werden, da diese in der Regel eine Lebenserwartung
von mindestens 20 Jahren haben (siehe auch Berechnungs-Annahme oben).
Auf Basis dieses Ergebnisses empfiehlt die Verwaltung daher, schon heute
keine neuen Gas- oder Ölheizungen mehr einzubauen.
Laut modellierter individueller Gebäude-Entscheidungen kann der
Wärmebedarf in Bonn durch energetische Sanierungen um 28 Prozent sinken.
Hier kann das in Vorbereitung befindliche kommunale Förderprogramm zur
energetischen Altbausanierung - ergänzend zur bestehenden BAFA/KfW-
Förderung des Bundes - einen wichtigen Beitrag zur Sozialverträglichkeit
leisten.Seite 3 von 97
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1. Methodik und Vorgehen
Die Auftragnehmerin Bonn-Netz GmbH bzw. ihre Dienstleister evety GmbH und
Digikoo GmbH haben in enger Abstimmung mit den beteiligten Stellen der
Bundesstadt Bonn mögliche Versorgungsgebiete und deren geeignete
Wärmeversorgungsarten berechnet sowie die Zielszenarien 2045 und 2035
erstellt und ausgewertet.
Grundlage für diese Berechnungen sind die Ergebnisse der bereits
abgeschlossenen Bestands- und Potenzialanalyse. Die darin
zusammengetragenen Daten wurden in einen Digitalen Zwilling integriert
(einem virtuellen Computerabbild der realen Stadt). In unterschiedlichen
Durchläufen wurde für alle Bonner Gebäude die jeweils rechnerisch sinnvollste
Wärmeversorgungstechnologie ermittelt – mit Blick auf technische,
wirtschaftliche, sozioökonomische und ökologische Faktoren.
Das Vorgehen lässt sich in vier Schritte unterteilen:
1.1 Bestimmung von Input-Parametern (Seiten 9-24 von Anhang 1)
Zu den Input-Parametern des Modells gehören:
a) physikalische Größen wie der Wirkungsgrad aller
Heizungstechnologien (bei Wärmepumpen deren Jahresarbeitszahl),
die CO2-Emissionen je Heizungstechnologie und die
durchschnittliche Lebensdauer jedes Heizungstyps,
b) wirtschaftliche Parameter wie Investitionskosten für jede
Heizungstechnologie, Brennstoffpreise je Kilowattstunde,
Betriebskosten pro Jahr sowie Bundes-Förderungen aus BAFA und
KfW.
Folie 14 des Anhangs 1 zeigt beispielhaft die Größe der im Modell
hinterlegten CO2-Emissionsfaktoren für die Fernwärme und für
strombasierte Wärmepumpen.
Der Wärmepreis für die leitungsgebundene Wärmeversorgung (Fern-
/Nahwärme) in den Zielszenarien basiert auf Daten der
Preistransparenzplattform (https://waermepreise.info/preisuebersicht/). Die
Preise setzen sich in der Regel aus Grund-, Leistungs-, Arbeits- und
Emissionspreisen zusammen. Der Mittelwert der Preise wurde auf das
Basisjahr 2020 zurückgerechnet und über einen Aufschlag an das
Preisniveau in Bonn angepasst. Die Preisentwicklung bis 2045 wird
voraussichtlich der Strompreisentwicklung folgen, da die
Erzeugungsanlagen zur Wärmenetzeinspeisung zum großen Teil
strombasiert, d.h. Großwärmepumpen, sein werden und nur in der
Heizperiode ein geringer Anteil Wasserstoff in der Fernwärmeerzeugung
eingesetzt werden soll. Weitere Energiequellen sind (unvermeidbare)
Abwärme (z. B. MVA oder industrielle), weitere erneuerbare Energien (EE)
sowie saisonale Speichertechnologien. Zudem bleibt der KWK-Betrieb eineSeite 4 von 97
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stabile und effiziente Grundlage, da er weiterhin gefördert wird und sowohl
Strom als auch Wärme produziert. Diese diversifizierte Struktur reduziert
das Preisrisiko und die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern. Daher
wird davon ausgegangen, dass der leitungsgebundene Wärmepreis in der
Zukunft keinen starken Schwankungen unterliegt.
Das Wärmeplanungsmodell berücksichtigt auch soziale Kriterien:
• Bei der Bestimmung der Wechselwahrscheinlichkeiten wird das
Einkommen der Gebäude-Eigentümer*innen zu 17 Prozent gewichtet
und die sozioökonomischen Faktoren der Eigentümerstruktur und des
Bewohneralters zu 16 Prozent bzw. 4 Prozent (Folien 9/10 in Anhang
1).
• Bei der Bewertung der Eignung eines Teilgebiets für die beiden
Wärmeversorgungsarten wurden sowohl die jeweilige
Kostenabweichung zum Business-as-usual-Szenario als auch der für
das Zieljahr prognostizierte Prozentanteil der
Wärmeversorgungsausgaben am Haushaltseinkommen („Share of
wallet“) mit jeweils 5-10 Prozent Gewichtung berücksichtigt (Folien 33
und 42 in Anhang 1).
1.2 Berechnung von Basisszenarien (Folien 28-30 in Anhang 1)
Im zweiten Schritt wurden sogenannte „Basisszenarien“ modelliert. Hierbei
wurden Extrembedingungen angenommen, um den theoretischen
Spielraum für die beiden Zielszenarien 2045 und 2035 abzustecken und
Indikatoren für die Eignungsstufen von Wärmenetzen bzw. von dezentraler
Versorgung abzuleiten. Folgende drei Basisszenarien wurden betrachtet:
• Wärmepumpen-Szenario: Modelllauf, in dem nur dezentrale
Heizungslösungen in Form von Wärmepumpen erlaubt werden.
• Wärmenetze-Szenario: Modelllauf, in dem Wärmepumpen und
Wärmenetz-Anschlüsse erlaubt werden.
• Technologiemix-Szenario: Modelllauf, in dem neben Wärmepumpen
und Wärmenetzen auch Hybridlösungen, elektrische Direktheizungen
und grüne Gase (Biomethan) zulässig sind.
Geprüft wurde, wie zum Beispiel die Sanierungsrate, die Wahl der
Wärmeversorgungsart, der jährliche Wärmebedarf, die Kosten und die
Treibhausgasemissionen in den drei Basisszenarien variieren. Zusätzlich
wurde das Szenario „Business as usual“ berechnet, welches annimmt, dass
neue Öl- und Gasheizungen weiter erlaubt wären und kein Wechsel der
bestehenden Heizungstechnologie vorgenommen würde.
1.3 Auswertung und Berechnung von Wärmeversorgungsgebieten und
Eignungen für Wärmeversorgungsarten (Folien 32-53 in Anhang 1)
Karten zu Eignungsstufen: Durch die Gewichtung von zahlreichen
IndikatorenSeite 5 von 97
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• aus der Bestands- und Potenzialanalyse (z.B. aktuelle Wärmedichte
und Wärmeliniendichte, Denkmalschutz, Baujahresklasse,
Energieeffizienzklasse, Entfernung zu erneuerbaren
Energiepotenzialen)
• aus den Basisszenarien (z.B. für 2045 prognostizierte Wärmedichte,
Wärmeliniendichte, Anschlussraten und Haushaltsbelastungen)
wurden alle 175 Teilgebiete jeweils hinsichtlich ihrer Eignung für
Wärmenetze (Folien 33-41 im Anhang 1) und hinsichtlich ihrer Eignung für
dezentrale Wärmeversorgung (Folien 42-52 im Anhang 1) untersucht.
Dabei entstand jeweils eine Karte mit vier Eignungsstufen (nach §19 WPG:
„sehr wahrscheinlich geeignet“, „wahrscheinlich geeignet“, „wahrscheinlich
ungeeignet“ und „sehr wahrscheinlich ungeeignet“).
Karte der Wärmeversorgungsarten: Diese beiden Karten der
Eignungsstufen wurden übereinandergelegt und für jedes der 175
Teilgebiete bestimmt, welche der beiden Versorgungsarten die höhere
Eignung hat. Bei gleicher oder beinahe gleicher Eignung wurde dem
Teilgebiet eine „Doppeleignung“ attestiert (grün-orange-gestreifte
Darstellung) (Folie 53 in Anhang 1).
1.4 Bestimmung der Zielszenarien 2045 und 2035 für Bonn
Maßgeblich für die finalen Zielszenarien sind die
Klimaneutralitätsbeschlüsse auf Bundesebene (bis 2045) und kommunal
(bis 2035). Bei der Modellierung der Zielszenarien wurden Wärmenetze nur
in den Teilgebieten zugelassen, in denen Wärmenetze als „sehr
wahrscheinlich geeignet“ oder „wahrscheinlich geeignet“ eingestuft wurden
(inkl. der Gebiete mit Doppeleignung).
Wenn ein Heizungswechsel in einem Gebäude ansteht, trifft das Modell die
wirtschaftlichste Gebäude-Entscheidung. Neue fossile Öl- und
Gasheizungen wurden dabei im Modell genauso ausgeschlossen wie
Hybridheizungen (Kombination aus Gasheizung und Wärmepumpe),
Biomasse-Heizungen oder mit „grünen Gasen“ (grüner Wasserstoff, blauer
Wasserstoff, Biomethan) betriebene Gasheizungen (Folie 8 im Anhang 2).
Gründe dafür sind:
• Der Neueinbau von Gasheizungen ist laut Gebäudeenergiegesetz
(GEG) spätestens ab 1.7.2026 in Bonn nur noch erlaubt, wenn sie mit
65 Prozent grünen Gasen betrieben werden. Der kommunale
Verteilnetzbetreiber Bonn-Netz schließt derzeit aus, dass im Bonner
Gasverteilnetz Wasserstoff beigemischt wird (daher wird vom Erwerb
einer „H2-ready Heizung“ dringend abgeraten). Zur Erfüllung der GEG-
Anforderungen müssten Gasheizungen dann alternativ zu 65 Prozent
mit Biomethan (Methan nicht-fossilen Ursprungs, erzeugt aus biogenen
Stoffen, meist gereinigtes Biogas) betrieben werden. Das zukünftige
Potenzial von Biomethan ist jedoch im Vergleich zum Bedarf
vernachlässigbar gering (Folie 4 im Anhang 1). Die Anforderungen des
GEG sind mit einer ab Geltung des GEG neu eingebauten Gasheizung
daher in Bonn nicht zu erfüllen.Seite 6 von 97
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• Hybridheizungen (Kombination aus Wärmepumpe und Gasheizung)
können theoretisch über 65 Prozent erneuerbare Energie betrieben
werden, falls die Gasheizung nur zur Spitzenlastdeckung verwendet
wird. Die Ergebnisse des Technologiemix-Szenarios haben jedoch
gezeigt, dass die Hybridheizung aus wirtschaftlichen Gründen nur selten
gewählt wird, da sie in Zukunft teurer werden wird (Folien 18-20 und
Folie 29 in Anhang 1).
• Der Wechsel zu einer Biomasse-Heizung wurde im Modell
ausgeschlossen, obwohl sie in Einzelfällen eine sinnvolle
Erfüllungsoption des GEG darstellen kann. Der Grund für den
Ausschluss im Modell liegt darin, dass Biomasse-Potenziale in
Deutschland schon heute ausgeschöpft sind (Folie 5 im Anhang 1, dort
Verweis auf Studie des Umweltbundesamtes 2019). Zudem ist es aus
Sicht des Klimaschutzes sinnvoller, Holz als CO2-Senke zu nutzen,
sprich Überschüsse vorwiegend stofflich zu verwenden (z.B. Hausbau,
Möbel) statt es zu verbrennen, da bei der Verbrennung der im Holz
gebundene Kohlenstoff wieder als CO2 zurück in die Atmosphäre
gelangt.
Für beide Zielszenarien wurde im Modell eine durchschnittliche
Lebensdauer der Gas- und Ölheizungen von 20 Jahren angenommen (Folie
21 im Anhang 1).
Im Zielszenario 2045 wurden entsprechend pro Jahr etwa fünf Prozent der
Heizungen getauscht (Heizungs-Wechselrate), so dass innerhalb von 20
Jahren alle Heizungen durchgetauscht werden.
Um für das Zielszenario 2035 bereits in knapp der Hälfte der Zeit
klimaneutral zu werden, war es erforderlich, im Modell eine höhere jährliche
Wechselrate von 7,5 bis 11 Prozent anzusetzen, so dass schon bis zum
Zieljahr 2035 alle bisherigen Gas- und Ölheizungen ausgetauscht werden -
auch wenn sie bis dahin noch nicht ihre Lebensdauer überschritten haben.
In der Realität könnte sich eine solche erhöhte Wechselrate voraussichtlich
nur durch eine „Austauschprämie“ (ähnlich zu Abwrackprämien für
Verbrenner-Autos) abbilden lassen, denn dazu müssten anteilig noch
funktionierende Gas- und Ölheizungen außer Betrieb genommen werden.
2. Kernergebnisse
Karte mit wahrscheinlichen Wärmeversorgungsarten (Folie 53 im Anhang 1):
• Sehr wahrscheinlich geeignet für ein Nah- oder Fernwärme-Netz
(dunkles Orange) sind die Innenstadt, Poppelsdorf, Endenich, Teile von
Duisdorf, in Bad Godesberg v.a. im Villenviertel und Lannesdorf sowie
in Beuel ein Teilgebiet am Rheinufer nördlich des Konrad-Adenauer-
Platzes.
• Darüber hinaus sind alle dichter besiedelten Gebiete insbesondere der
Innenstadt und in Bad Godesberg, am Brüser Berg, in Medinghoven
und in Tannenbusch wahrscheinlich geeignet für ein Wärmenetz (helles
Orange).
• Wahrscheinlich oder sehr wahrscheinlich geeignet für die dezentraleSeite 7 von 97
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Wärmeversorgung – vorwiegend in Form von Wärmepumpen –
(Hellgrün, Dunkelgrün) sind zum Beispiel die Außenbezirke von Beuel,
der Südwesten Bad Godesbergs, Dottendorf, Friesdorf, Venusberg
(zumindest der östliche Teil), Ippendorf, Ückesdorf, große Teile des
Hardtbergs, Lessenich-Messdorf und Buschdorf.
• Doppeleignungen: 30 von 175 Teilgebieten sind sowohl für Wärmenetze
als auch für dezentrale Versorgung (nahezu) gleichermaßen
„wahrscheinlich geeignet“ (orange-grün-gestreift). Dies betrifft
zahlreiche Außengebiete im Stadtbezirk Beuel. Darüber hinaus befinden
sich Doppeleignungen zum Beispiel in Röttgen, am Venusberg, in
Graurheindorf und in Mehlem.
• In einigen Teilgebieten, in denen laut Wärmeversorgungskarte die
dezentrale Versorgung wahrscheinlicher ist als Wärmenetze, liegt ein
Bestands-Fernwärmenetz. Dies ist darauf zurückzuführen, dass der
Verteilnetzbetreiber sich hier strategisch nicht auf die Akquise möglichst
vieler Kunden konzentrierte, sondern auf einzelne Großabnehmer.
Weiterhin wurde im Jahr 2017 das bestehende Fernwärmenetz der
STEAG auf dem Hardtberg mit den bereits angeschlossenen Kunden
übernommen. Die strategische Entscheidung zur Versorgung des
Neubaugebiets nahe Buschdorf wurde in den Jahren 2015/2016
zusammen mit einem Bauträger getroffen, mit dem Ziel, das gesamte
Gebiet zu erschließen.
Zielszenario 2045:
• Der Wärmebedarf sinkt durch energetische Sanierungen von 3.423
Gigawattstunden im Jahr 2024 auf 2.468 Gigawattstunden im Jahr 2045
und fällt damit um 28 Prozent (Folie 9 im Anhang 2).
• Im Zieljahr werden 60 Prozent des verbleibenden Wärmebedarfs über
dezentrale Wärmepumpen gedeckt, die übrigen 40 Prozent über Nah-
oder Fernwärme. Bezogen auf die Anzahl der Gebäude verschieben
sich die Anteile zugunsten der Wärmepumpe: Es werden im Zieljahr 65
Prozent der Gebäude über Wärmepumpen beheizt und 35 Prozent über
Wärmenetze (Folie 9 im Anhang 2).
• Der Endenergiebedarf (Summe aus gelieferter Wärmeenergie an der
Hausübergabestation plus Strom für Wärmepumpen) sinkt von 3.491
Gigawattstunden in 2024 auf 1.425 Gigawattstunden im Zieljahr 2045.
Das entspricht einer Reduktion von 59 Prozent – der Endenergiebedarf
vermindert sich damit doppelt so stark wie der Wärmebedarf. Der Grund
dafür liegt darin, dass Wärmepumpen Umweltwärme nutzen (Folie 10
im Anhang 2).
• Die Wärmepumpen benötigen aufgrund ihrer hohen Effizienz im Zieljahr
nur 28 Prozent des Endenergiebedarfs (in Form von Strom), während
laut Modell 72 Prozent der Endenergie auf die Wärmenetze entfallen
(Folie 10 im Anhang 2). Dennoch geht damit eine erhebliche Erhöhung
des absoluten Strombedarfs im Wärmesektor einher: Während in 2024
etwa 38 Gigawattstunden Strom benötigt werden, erhöht sich der
Strombedarf auf ca. 399 Gigawattstunden im Zieljahr 2045. Über das
Stromnetz müssen daher zusätzlich 361 Gigawattstunden Strom
bereitgestellt werden, was an vielen Stellen einen Ausbau des
Stromnetzes erfordert (Folie 10 im Anhang 2).Seite 8 von 97
Seite 9
• Das Sankey-Diagramm visualisiert, in welchem Stützjahr wie viele
Gebäude von fossilen Heizungstechnologien auf Wärmepumpen und
Wärmenetze umsteigen. Im Modell steigt jeweils ein größerer Anteil der
Gebäude auf Wärmepumpen um, ein kleinerer Anteil auf
Wärmenetzversorgung (Folie 11 im Anhang 2).
• Die CO2-Emissionen sinken von 867 auf 6 Tonnen im Zieljahr und
können somit um mehr als 99 Prozent gesenkt werden. Es verbleiben
kleine Rest-Emissionen, weil angenommen wurde, dass die
Wärmepumpen mit Strom des deutschen Strommixes betrieben werden.
Diese Rest-Emissionen können noch weiter reduziert werden, indem
eigener PV-Strom und/oder Netzstrom eines zertifizierten
Ökostromanbieters für den Wärmepumpen-Betrieb verwendet werden.
Im Zeitraum 2024 bis 2045 summiert sich der CO2-Ausstoß auf
insgesamt über 27,7 Millionen Tonnen (Folie 12 im Anhang 2).
• Das Wärmeplanungs-Modell untersucht auch die Anschlussraten für
jedes Teilgebiet. Dabei wird angenommen, dass in allen Teilgebieten,
für die ein Wärmenetz wahrscheinlicher geeignet ist die dezentrale
Versorgung bzw. wo eine Doppeleignung vorliegt, eine Wärmenetz-
Infrastruktur bereits bestünde. Unter dieser Infrastruktur-Voraussetzung
trifft das Modell für jedes Gebäude wirtschaftlich optimierte
Entscheidungen. Dabei ergibt sich, dass in der Innenstadt
Anschlussraten von > 50 Prozent bis 70 Prozent erreicht werden. In
Beuel und Bad Godesberg werden Anschlussraten von ca. 50 Prozent
erzielt (Kreisdiagramme auf Folien 13/14 in Anhang 2).
• Die zwischen den Stütz-/Zieljahren gemittelte Sanierungsrate schwankt
zwischen 1,2 und 1,6 Prozent pro Jahr. Dabei zählt jede
Gebäudesanierung – unabhängig davon, ob vollsaniert oder nur
teilsaniert wurde. Dieser Wert trifft daher keine Aussage über die
Sanierungstiefe (Folie 15 im Anhang 2).
Zielszenario 2035:
• Durch Sanierungsmaßnahmen sinkt im Modell der Wärmebedarf von
3.423 Gigawattstunden in 2024 um 28 Prozent auf 2.468
Gigawattstunden in 2035 (Folie 19 im Anhang 2). Zum Vergleich: Im
Klimaplan war eine Reduktion von 50 Prozent angesetzt worden. In der
Bestands- und Potenzialanalyse der kommunalen Wärmeplanung
konnte das theoretische Reduktionspotenzial für Bonn auf 49 Prozent
präzisiert werden. Die hier berechneten wirtschaftlichen Gebäude-
Entscheidungen des Szenarios konkretisieren weiter, welcher Anteil des
theoretischen Potenzials unter den getroffenen Annahmen
realitätsnäher erreicht werden kann.
• Im Modelllauf werden im Zieljahr 62 Prozent über dezentrale
Wärmepumpen erzeugt und 38 Prozent des Wärmebedarfs über
Wärmenetze gedeckt. Bezogen auf die Gesamtzahl der Gebäude
entscheiden sich im Modell zwei Drittel (66 Prozent) der Gebäude-
Eigentümer*innen für Wärmepumpen, ein Drittel (34 Prozent) für einen
Wärmenetzanschluss. An Wärmenetze schließen sich folglich
tendenziell Gebäude mit höherem Wärmebedarf an (Folie 19 im Anhang
2).Seite 9 von 97
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• Aufgrund der hohen Wirkungsgrade (Jahresarbeitszahlen) von
strombetriebenen Wärmepumpen sinkt der Endenergiebedarf (Wärme +
Strom ab Gebäudeeingang) deutlich stärker als der Wärmebedarf
(genutzte Heizwärme) – nämlich um 60 Prozent (Folie 20 im Anhang 2).
• 70 Prozent der Endenergie werden im Zieljahr 2035 über Wärmenetze
(in Form von heißem Wasser) den Verbraucher*innen zur Verfügung
gestellt. Etwa 30 Prozent des Endenergiebedarfs wird in Form von
Strom für Wärmepumpen benötigt. Der Strombedarf zur
Wärmeversorgung steigt von ca. 38 GWh in 2024 auf rund 420 GWh in
2035. Das Stromnetz muss umfassend ausgebaut werden, um diese
zusätzlichen 382 Gigawattstunden Strom pro Jahr bereitstellen zu
können. Der für Elektromobilität zusätzlich erforderliche Strom ist in
dieser Analyse nicht berücksichtigt (Folie 20 im Anhang 2).
• Im Sankey-Diagramm wird ersichtlich, wann welcher Anteil der
Gebäude von Gas- bzw. Ölheizung zu Wärmepumpen bzw.
Wärmenetzen wechselt. Ein jeweils größerer Anteil wechselt zur
Wärmepumpe (Folie 21 im Anhang 2).
• Die jährlichen CO2-Emissionen sinken bis 2035 um 98 Prozent auf
19.000 Tonnen pro Jahr. Diese Rest-Emissionen ergeben sich, wenn
Wärmepumpen mit dem bundesdeutschen Strommix betrieben werden,
welcher bis 2035 voraussichtlich nicht vollständig dekarbonisiert sein
wird. Die Emissionen können weiter reduziert werden, indem Gebäude-
Eigentümer*innen ihre Wärmepumpen mit eigenem Solarstrom aus
Photovoltaikanlagen betreiben und/oder den Netzstrom von einem
Anbieter mit zertifiziertem Ökostrom beziehen (Folie 22 im Anhang 2).
• Zusätzlich zum Klimaneutralitätsziel 2035 sieht der Klimaplan vor, auch
die kumulierten CO2-Äquivalent-Emissionen (= Fläche unter der
Emissionskurve) so klein zu halten, dass das mit dem 1,5 Grad-Ziel
verbundene Rest-CO2-Budget für Bonn nicht überschritten wird
(maximal 15,7 Millionen Tonnen ab 2020 für die Sektoren Strom,
Wärme und Verkehr zusammen – ab 2024 sind davon nur noch ca. 7,7
Millionen Tonnen übrig). Laut Modell summieren sich die CO2-
Emissionen von 2024 bis 2035 auf gut fünf Millionen Tonnen, so das
bereits zwei Drittel des Rest-CO2-Budgets allein auf den Sektor Wärme
fallen (Folie 22 im Anhang 2). Um ausreichend Rest-CO2-Budget für die
Sektoren Strom und Verkehr übrig zu haben, müsste der Wärmebedarf
noch deutlich frühzeitiger reduziert und fossile Heizungen noch
frühzeitiger ausgetauscht werden.
• Die modellierten Anschlussraten, welche auf wirtschaftlich optimierten
Gebäudeentscheidungen beruhen, liegen in der Innenstadt bei bis zu 70
Prozent, in den übrigen Vierteln bei um die 50 Prozent.
• Die Sanierungsrate im Zielszenario 2035 nimmt von 2,3 Prozent pro
Jahr (Zeitraum 2024-2030) auf 3,4 Prozent pro Jahr (Zeitraum 2030-
2035) zu. Dabei zählt jede Gebäudesanierung – unabhängig davon, ob
vollsaniert oder nur teilsaniert wurde. Dieser Wert trifft daher keine
Aussage über die Sanierungstiefe (Folie 25 im Anhang 2).
Weder das Zielszenario 2045 noch 2035 ist unter den zugrundeliegenden
Annahmen zu halten, wenn in den kommenden Jahren weiterhin Gas- oder
Ölheizungen eingebaut werden, da diese in der Regel eine Lebenserwartung
von mindestens 20 Jahren haben (siehe auch Berechnungs-Annahme oben).
Auf Basis dieses Ergebnisses empfiehlt die Verwaltung daher, schon heuteSeite 10 von 97
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keine neuen Gas- oder Ölheizungen mehr einzubauen.
3. Mögliche Maßnahmen zur Beschleunigung der
Wärmewende
Folgende Maßnahmen könnten die Abkehr von den fossilen Energieträgern
Erdgas und Heizöl beschleunigen:
• Kommunale Förderprogramme für Wärmepumpen
• Kommunale Förderprogramme zur Gebäudesanierung
• Vergünstigte Wärmenetzanschlüsse
• Günstigere Strom- und Fernwärme-Tarife für Gebäude mit besonders
guten Energieeffizienzklassen (Sanierungsanreiz)
• Günstigere Stromtarife für Wärmepumpenstrom
• Erhöhung der Kosten für neue Gasanschlüsse, Erhöhung der Gaspreise
• Austauschprämie für den vorzeitigen Wechsel von noch
funktionierenden Öl- und Gasheizungen zum Wärmenetzanschluss oder
zur Wärmepumpe (Heizungswechsel-Anreiz)
• Breiter Aufbau einer aufsuchenden Energieberatung
• Beschleunigung des Infrastrukturausbaus – sowohl des Stromnetzes als
auch der Wärmenetze
• Unterstützung von Fachbetrieben
• Erweiterung von Planungs- und Genehmigungskapazitäten
• Unterstützung von Bürgergemeinschaften bzw. Bürger-
Energiegenossenschaften zum Aufbau von Nahwärmenetzen
• Beschleunigte Sanierung städtischer Liegenschaften zwecks Senkung
des Wärmebedarfs und leichterem Umstieg auf reine Wärmepumpen-
Technologie
4. Aussagekraft der Karte der Wärmeversorgungsarten
für Bürger*innen
Grundsätzlich handelt es sich bei der Wärmeplanung um eine „rechtlich
unverbindliche, strategische Fachplanung“ (§3 Nr. 19 WPG). Die
vorgeschlagenen Wärmenetz-Versorgungsgebiete führen insofern auch nach
Beschluss des Wärmeplans weder zu einer Zusage, dass dort ein Wärmenetz
errichtet werden wird, noch zu einer Pflicht für die Gebäude-Eigentümer*innen,
die jeweilige Technologie für das eigene Gebäude auch zu nutzen.
Die Karte wahrscheinlich geeigneter Wärmeversorgungsgebiete kann den
Bürger*innen zwar eine Orientierung geben, aber keine individuelle Beratung
zu energetischer Sanierung und Heizungswechsel ersetzen: In
Wärmeversorgungsgebieten, in denen eine dezentrale Versorgung „sehr
wahrscheinlich geeignet“ oder „wahrscheinlich geeignet“ ist, besteht große
Klarheit: Hier sollten Gebäude-Eigentümer*innen sich selbstständig um eine
GEG-konforme Wärmelösung, vorwiegend in Form von Wärmepumpen-
Technologien kümmern, da sie mit hoher Sicherheit davon ausgehen können,
dass bei Ihnen kein Wärmenetz verlegt werden wird.Seite 11 von 97
Seite 12
In Wärmeversorgungsgebieten, in denen Wärmenetze (Fern-/Nahwärme) „sehr
wahrscheinlich geeignet“ sind, ist im kommenden Jahrzehnt die Verdichtung,
der Ausbau oder der Neubau von Wärmenetzen besonders wahrscheinlich und
wird prioritär weiter geprüft. Eine Zeitschiene liegt für den Ausbau noch nicht
vor. Voraussetzung für verbindliche Zusagen für einen Wärmenetzausbau ist
eine Ausbauplanung incl. Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsstudien für die
jeweiligen Teilgebiete. Mit ersten Ergebnissen eines Ausbauplanung seitens
der Bonn-Netz GmbH ist noch 2025 zu rechnen. Grundsätzlich ist der Neubau
von Wärmenetzen nicht nur durch die Bonn-Netz GmbH möglich, sondern auch
seitens Dritter, wie bspw. Bürger-Energiegenossenschaften – besonders im
Bereich von Nahwärme-Lösungen.
In Wärmeversorgungsgebieten, in denen Wärmenetze lediglich „wahrscheinlich
geeignet“ sind oder eine „Doppeleignung“ vorliegt, wird der Wärmenetzausbau
oder –neubau nicht prioritär erfolgen. Die eigenständige Entscheidung für eine
dezentrale Lösung wie zum Beispiel die Wärmepumpe ist in jedem Fall zulässig
und insoweit empfehlenswert, als dass damit eine unmittelbare
Emissionsreduktion im Sinne des Klimaschutzes einhergeht. Es ist also auch in
diesen Gebieten sinnvoll, sich frühzeitig vor dem Ausfall der Bestandsheizung
über Wärmepumpen-Technologien zu informieren und sich beraten zu lassen.
5. Erste Einschätzungen zur Realisierbarkeit von
Wärmenetzen
Die jeweilige Umsetzbarkeit eines Wärmenetzes muss im Einzelfall geprüft
werden und hängt neben den in der kommunalen Wärmeplanung untersuchten
Faktoren bspw. auch von verfügbaren Planungs- und
Genehmigungskapazitäten und wirtschaftlichen Entscheidungen der
Energieversorger ab. Zudem muss dieser Infrastrukturausbau koordiniert
werden mit dem Stromnetzausbau sowie zum Beispiel mit ohnehin
notwendigen Kanalarbeiten und Straßenbauarbeiten.
Laut Zielszenarien 2035 bzw. 2045 müssten 34-35 Prozent von 61.500
Gebäuden - das entspricht rund 21.000 Gebäuden - bis zum jeweiligen Zieljahr
an ein Wärmenetz (Fern-/Nahwärme) angeschlossen werden. In der
Vergangenheit wurden in einem Jahr ca. 20 Fernwärmehausanschlüsse
realisiert. Um die 21.000 Gebäude bis 2035 an das Fernwärmenetz
anzuschließen, müssten pro Jahr bis zu 2.000 neue Anschlüsse gebaut
werden. Dies würde dem Hundertfachen der bisherigen Jahresleistung
entsprechen. Die derzeitige Anzahl ist darauf zurückzuführen, dass voranging
Großabnehmer angeschlossen wurden und ein hoher Planungs- bzw.
Bauaufwand aufgrund der Größe der Anschlüsse notwendig war. Im Rahmen
einer Wärmewendestrategie wird die bisherige Vorgehensweise überarbeitet
und der Fokus auf die Erschließung ganzer Quartiere gesetzt – mit Priorität auf
Teilgebiete mit sehr hoher Eignung. Hierdurch kann die Zahl von neuen
Hausanschlüssen pro Jahr zwar stark gesteigert werden, jedoch erscheint aus
Sicht der Bonn-Netz GmbH sowohl der Anschluss von annähernd 2.000
Hausanschlüssen pro Jahr (Zielszenario 2035) als auch der Anschluss von ca.
1.000 Hausanschlüssen pro Jahr (Zielszenario 2045) unrealistisch und nicht
durchführbar. Im Zuge der Wärmewendestrategie sollte bewertet werden,
welche Ziele realistisch leistbar sind.Seite 12 von 97
Seite 13
Neben der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird in den weiteren
Planungsschritten die technische Umsetzbarkeit zu prüfen sein. Der öffentliche
Verkehrsraum steht gemäß StrWG NRW neben den verschiedenen Verkehrs-
Nutzungsarten gemäß Widmungsverfügung auch der Unterbringung von Ver-
und Entsorgungsinfrastruktur zu Verfügung. Die Unterbringung von Leitungen
und Anlagen in öffentlichen Verkehrsflächen wird seit 1931 durch die DIN 1998
geregelt. Hierbei gilt es zudem die Sicherheitsabstände der einzelnen
Versorgungsmedien zu berücksichtigen. Die Anzahl der Belegung bzw. die
Nutzung eines Straßenquerschnitts sind jedoch durch die Breite des
Straßenquerschnitts begrenzt. Bonn ist eine historische Stadt, welche sich zu
Zeiten entwickelt hat, in denen noch „schlanke“ Straßenzüge in der
Stadtplanung favorisiert wurden und in denen es nur begrenzte
Versorgungsmedien zu berücksichtigen gab. Mit fortschreitenden Jahrzehnten
haben sich die Nutzungsansprüche weiterentwickelt, der Nutzungsquerschnitt
blieb jedoch gleich und erreicht inzwischen seine Nutzungsgrenze der
Belegungsmöglichkeit. Die Unterbringung eines weiteren Versorgungsmedium
in Verkehrsanlagen im Bestand kann sich demnach in weiten Teilen des
Stadtgebietes als schwer umsetzbar entwickeln. Für neue Entwicklungsgebiete
liegt es in der Hand des Städtebaus und der Erschließungsplanung bei der
Festlegung von Querschnitten wirklich alle und eventuell zukünftige Belange zu
berücksichtigen.
6. Senkung des Wärmebedarfs in jedem Fall notwendig
Für jegliche Heizungstechnologie ist es sinnvoll, den Wärmebedarf zu senken –
bspw. durch Dämmung der Gebäudehülle (Effizienz) und/oder durch
Lebensstiländerungen (Suffizienz). Je niedriger der Wärmebedarf, desto
weniger Wärme muss auf Bonner Stadtgebiet bereitgestellt werden und desto
geringer fallen die monatlichen Betriebskosten für die Gebäude aus. Im Fall der
Wärmepumpe sinken zudem die Anschaffungskosten, da eine Anlage mit
geringerer Leistung gewählt werden kann.
Durch die sehr geringe Fläche, die im urbanen Bonn zur Gewinnung,
Speicherung und Verteilung von Erneuerbarer Wärmeenergie zur Verfügung
steht, gilt zudem: Jede nicht verbrauchte Kilowattstunde Energie reduziert
Zielkonflikte und ermöglicht andere Flächennutzungen.
7. Wärmewende in den städtischen Liegenschaften
Anders als im Wärmeplanungs-Modell angenommen, ersetzt das Städtische
Gebäudemanagement (SGB) derzeit bei Liegenschaften mit hohen
Wärmebedarfen bestehende Gas-/Ölheizungen vorwiegend durch
Hybridheizungen. Dabei übernehmen Luft-Wärmepumpen die Grundlast und
Gaskessel die Spitzenlast. Grund: Für eine vollständige Wärmebedarfsdeckung
über Wärmepumpen müssten diese Gebäude zuvor energetisch modernisiert
werden. Sobald bei den jeweiligen Gebäuden der Wärmebedarf ausreichend
reduziert ist, können Gaskessel sukzessive abgeschaltet werden.
Diese Vorgehensweise kann im Vollkostenvergleich teurer sein als die sofortigeSeite 13 von 97
Seite 14
Sanierung inkl. Umstieg auf Wärmepumpe, da dann Heizungen mit kleinerer
Heizleistung eingebaut werden könnten und langfristig monatliche Heizkosten
gespart würden.
Ziel des SGB ist es zwar, die städtischen Gebäude bis 2035 zu sanieren. Um
die energetische Sanierung (die oft mit Grundsanierungen einhergehen muss)
hierfür ausreichend zu beschleunigen, wären größere personelle und finanzielle
Mittel erforderlich und es müssten logistische Lösungen gefunden werden, wo
beispielsweise Schüler*innen und Kita-Kinder während dieser Sanierungen
untergebracht werden könnten. Um größere Heizlasten abzudecken, wäre es
zudem hilfreich, verstärkt auf Geothermie in Form von Erdsonden(-feldern) und
Wärmepumpen zu setzen – diese sind im Vergleich zu Luft-Wärmepumpen
noch effizienter.
8. Akteur*innen- und Öffentlichkeitsbeteiligung
Die Verwaltung hat im Nachgang der Berichterstattung zur Novelle des
Gebäudeenergiegesetzes (GEG) eine große Verunsicherung bei Bonner
Bürger*innen wahrgenommen. Um dieser zu begegnen, transparent über den
Prozess zu informieren und Orientierung zu bieten, wurde das
Informationsangebot auf www.bonn.de/waerme ausgebaut (inkl. Antworten auf
häufig gestellte Fragen).
Zusätzlich werden in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, der Bonner
Energie Agentur und dem Stadtwerke-Konzern folgende Veranstaltungen
angeboten:
• Montag, 23.9.2024, 19 Uhr:
Nahwärmenetze in Bürgerhand. Genossenschaftliche Lösungen fürs
Heizen. Aus der VHS-Reihe „Energie für Bonn“
• Montag, 7.10.2024, 19 Uhr:
Das Haus als Ganzes. Gebäudehülle, Wärmebedarf und Heizung. Aus
der VHS-Reihe „Energie für Bonn“
• Mittwoch, 9.10.2024, 18 Uhr:
Wie heizen wir morgen? Die kommunale Wärmeplanung für Bonn. Aus
der VHS-Reihe „Energie für Bonn“
• Donnerstag, 10.10.2024, 19.00-20.30 Uhr:
Besuch im Heizkraftwerk Nord. Teil der VHS-Reihe „Bonner Klimaplan
2035“
• Montag, 28.10.2024, 19 Uhr:
Wie mache ich mein Haus fit für die Zukunft? Aus der VHS-Reihe
„Energie für Bonn“
• Montag, 4.11.2024, 18 Uhr:
Wärme für Bonner Häuser. Kommunale Wärmeplanung –
Energieversorgung der Zukunft. Aus der Reihe „Bauen und Sanieren
kompakt“ der Bonner Energie Agentur
• Montag, 2.12.2024, 18 Uhr:
Warm, wärmer, Heizung. Wie geht es weiter mit der Wärmeversorgung?
Aus der VHS-Reihe „Energie für Bonn“
Bereits stadtgefunden haben insgesamt drei halbtägige Workshops mitSeite 14 von 97
Seite 15
Netzbetreibern, Erzeugern von erneuerbaren Energien, potenziellen
Abwärmelieferanten, Energiegenossenschaften, Großverbrauchern,
angrenzenden Gemeinden, dem Rhein-Sieg-Kreis, Energieberatungen,
Handwerk, Architekt*innen, Schornsteinfeger*innen, Gewerbe,
Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Kirchen, Sozial- und Jugendverbänden und
Zivilgesellschaft. Die Hinweise der beteiligten Akteur*innen fließen in den
Strategie-Teil der kommunalen Wärmeplanung mit ein.
Voraussichtlich ab Dezember wird eine 30-tägige Offenlage zur formellen
Bürgerbeteiligung nach § 13 WPG durchgeführt.
9. Wärmeplanungsgesetz des Landes NRW
Ende August 2024 hat die Landesregierung den Entwurf für das
Landeswärmeplanungsgesetz Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Er spezifiziert im
WPG formulierte Anforderungen, deren Ausgestaltung den Ländern überlassen
wurde. Hierunter fallen bspw. die Möglichkeiten für interkommunale
Zusammenarbeit und vereinfachte Verfahren für kleine Gemeinden. Auch
wurde definiert, dass die im WPG vorgesehene Prüfung der Wärmepläne durch
das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen
(LANUV) erfolgen wird. Die Prüfung dient laut § 7 des Entwurfs des
Landeswärmeplanungsgesetzes dem Monitoring. Die hierfür erforderlichen
Daten hat die Gemeinde laut § 6 Absatz 2 des Entwurfes drei Monate nach
Beschlussfassung zu übermitteln. Die Prüfung hat nach jetzigem Stand keinen
Einfluss auf eine mögliche Beschlussfassung des Bonner Wärmeplans im
ersten Quartal 2025.
Die Bundesstadt Bonn hat für die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung
einen Zuwendungsbescheid im Rahmen der Kommunalrichtlinie der Nationalen
Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundes erhalten (max. 325.800 Euro bei einer
Förderquote von 90 Prozent). Der Entwurf des Landeswärmeplanungsgesetzes
(LWPG) sieht als Folge des Konnexivitätsprinzips für alle NRW-Kommunen
einen Belastungsausgleich für die Erstaufstellung von Wärmeplänen vor. Für
die Bundesstadt Bonn wären dies auf Basis des Gesetzentwurfes ca. 620.000
T€, die nach Inkrafttreten des Gesetzes (voraussichtlich Ende 2024/Anfang
2025) voraussetzungslos zur Auszahlung kommen sollen. Im Gegenzug ist
angekündigt, dass der Bund seine Zuwendungsbescheide aufheben und
bereits geleistete Zahlungen zurückfordern wird. Da die zu erwartende Zahlung
aus dem Belastungsausgleich des Landes die zugesagte Bundesförderung
übersteigt, wären die Kosten der aktuellen Wärmeplanung vollständig
abgedeckt.
10. Ausblick
Die Verwaltung beabsichtigt, die Mitteilungsvorlage zur Wärmewendestrategie
(Schritt 4, §20 WPG) im Januar/Februar 2025 vorzulegen. Die finale
Wärmeplanung im Sinne des § 23 WPG soll in Form einer Beschlussvorlage
voraussichtlich im Frühjahr 2025 in die politische Beratung eingebracht werden.Seite 15 von 97
Seite 16
Die Stadtwerke Bonn erstellen einen Transformationsplan zur
Dekarbonisierung des Fernwärme-Netzes gemäß Bundesförderung für
effiziente Wärmenetze (BEW). Der Strombedarf, der über die Stromnetze in
Zukunft bereitgestellt werden muss, wird seitens des Verteilnetzbetreibers in
dessen „Zielnetzstudie Strom“ simuliert. Dort fließen auch die Ergebnisse der
kommunalen Wärmeplanung mit ein und der Sektor Elektromobilität wird
mitbetrachtet. Nach Abschluss der Zielnetzstudie werden konkrete
Ausbaupläne des Stromnetzes erarbeitet.
Nach Abschluss des Wärmeplans kann die Stadt Gebiete zum Neubau und
Ausbau von Wärmenetzen in Form einer kommunalen Satzung ausweisen (§
26 WPG). Erst damit erhalten diese Gebiete nach § 27 WPG und § 71 GEG die
für die Bauleitplanung notwendige Verbindlichkeit. Einen Monat nach
Ausweisung von Gebieten zum Ausbau oder Neubau von Wärmenetzen gelten
in diesen Gebieten zudem die Anforderungen des GEG an neue
Heizungsanlagen (65 % erneuerbar). Außerhalb von ausgewiesenen
Wärmenetzgebieten gilt für Bonn weiterhin der 1.7.2026 als Stichtag für die
neuen Anforderungen des GEG.
Für einen möglichen, in Form einer kommunalen Satzung einführbaren
Anschluss- und Benutzungszwang nach § 9 Gemeindeordnung NRW sehen
sowohl die Verwaltung als auch die Bonn-Netz GmbH aktuell keine
Notwendigkeit. Da in der engen urbanen Bebauung auf zahlreichen
Grundstücken nicht genügend Platz vorhanden sein wird für Wärmepumpen
und mit einem Wärmenetzanschluss die Verantwortung zur Erfüllung der
Anforderungen des GEG an den Versorger übergeht, ist mit einer ausreichend
großen Attraktivität des Angebotes zu rechnen. Der Ausbau eines
Wärmenetzes durch ein Versorgungsunternehmen wird jedoch nur erfolgen,
wenn die Wirtschaftlichkeit für das jeweilige Ausbaugebiet gewährleistet ist.
Sollte der Stadtrat zur Unterstützung des Ausbaus von Wärmenetzen den
Beschluss eines Anschluss- und Benutzungszwang für notwendig erachten,
empfiehlt es sich, für bereits installierte, GEG-konforme Heizungen
Ausnahmeregelungen vorzusehen. Gebäudeeigentümer*innen benötigen
größtmögliche Investitionssicherheit, wenn sie bereits heute in klimafreundliche
Wärmelösungen investieren wollen.
Anlage/n
1 Anhang 1 - kommunale Wärmeplanung - Parameter, Basisszenarien und
Wärmeversorgungsarten (öffentlich)
2 Anhang 2 - kommunale Wärmeplanung - Zielszenarien 2045 und 2035
(öffentlich)Seite 16 von 97
Die kommunale Wärmeplanung auf
Basis eines digitalen Zwillings
Parameter, Basisszenarien und
Wärmeversorgungsarten
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt BonnSeite 17 von 97
BonnNetz | September 2024 | Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
INHALT
1. Festlegung der Technologien für die Zielszenarien
2. Eingangsparameter Zielszenarien
3. Berechnung von Basisszenarien
4. Zonierung der EignungsstufenSeite 18 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Für die dezentrale Versorgung mit Wärme stehen zukünftig gemäß GEG*
sieben Technologien zur Verfügung
a) Dezentrale Versorgung
3
Wärmenetzanschluss
→ Anforderung gemäß Wärmeplanungsgesetz
Elektrische Wärmepumpe
→ Ohne Anforderungen
Stromdirektheizung:
→ Nur in besonders gut gedämmten Gebäuden mit sehr niedrigem Wärmebedarf
Solarthermie
→ Prüfzeichen „Solar Keymark“
Biomasse & Brennwert
→ 65 % EE-Anteil bei flüssigen und gasförmigen Energieträgern,
15-60 % EE-Anteil unter Randbedingungen
→ Nachhaltigkeitsverordnung und automatische Beschickung bei Pelletöfen
Wärmepumpen-Hybridheizung**
→ Thermische Leistung muss 30 – 40 % der Heizlast entsprechen
Solarthermie-Hybridheizung
→ Wenn bestimmte Mindestflächen eingehalten werden, kann ohne einen
rechnerischen Nachweis angenommen werden, dass die solarthermische Anlage mit
15 % zur Wärmeerzeugung beiträgt. In diesem Fall müssen dann beispielsweise bei
einer Gasheizung nur 60 % grüne Gase eingesetzt werden.
*GEG: Gebäudeenergiegesetz, **Hybridheizungen, die für den Betrieb anteilig fossile Brennstoffe benötigen, können im Sinne des Ziels einer klimaneutralen Wärmeversorgung nur eine Übergangslösung sein
Quellen: Darstellung nach Website energiewechsel (Zugriff am 01.03.2024) [1], Gebäudeenergiegesetz, 2023 [2]Seite 19 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Das zukünftige Potenzial von Biogas und Biomethan zur Einspeisung in das
Erdgasnetz ist vernachlässigbar gering
4
a) Dezentrale Versorgung
777 TWh
47 TWh
0
100
200
300
400
500
600
700
800
TWh
Aktueller
Gasverbrauch
Aktuell
Produzierte
Bioenergie
Zukünftiges
ökonomisches
Potenzial
51 TWh
-3 TWh
Ungenutztes wirtschaftliches Potenzial
→ 47 TWh könnten zukünftig wirtschaftlich erzeugt werden
→ Das theoretische Potenzial beträgt circa 104 TWh, wovon
allerdings 52 TWh Stroh sind
→ Die 3 TWh Differenz zur aktuellen Produktion entstehen durch die
aktuell für die Produktion genutzten Energiepflanzen (größtenteils
Mais)
→ Der Energiepflanzen Anteil wird laut nationaler Biomassestrategie
bis zum im Jahr 2045 stark sinken, eine stoffliche Nutzung soll
priorisiert werden
Nur ein kleiner Teil der aktuell produzierten Bioenergie
wird ins Erdgasnetz eingespeist
→ Aktuell werden maximal 9 TWh eingespeist
→ Die restlichen 42 TWh werden dezentral zur Strom- und
Wärmeproduktion verwendet
→ Um diese Potenziale zukünftig im Verteilnetz zu nutzen, müssten
die entsprechenden Anlagen zunächst angeschlossen werden
Fazit
→ Biogas und Biomethan sind zukünftig bestenfalls eine
Nischenlösung und werden in Folge nicht weiter betrachtet
Erdgas
Biomethan
Biogas
Potenzial
Quellen: Eigene Darstellung basierend auf AG Energiebilanzen, 2024 [3], Umweltbundesamt, 2019 [4], Clausen et al., 2024 [5], BMEL, 2022 [6], Deutsche Energie-Agentur, 2023 [7]Seite 20 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
61 %
16 %
18 %
5 %
63 %
33 %
5 %
Haushalte*
GHD
Industrie
Heizwerk/
Heizkraftwerk
100 TWh
133 TWh
159 TWh
Die Potenziale für Holzbrennstoffe werden schon heute vollständig
verwendet – eine Steigerung ist unwahrscheinlich
a) Dezentrale Versorgung
5
Einsatz laut WPG** von ausschließlich
→ Naturbelassenem stückigen Holz und nicht stückigen Holz sowie
Presslingen wie Holzbriketts oder Holzpellets
Aktuelle Nutzung und Potenziale
→ Aktuell verwenden private Haushalte circa 80 TWh
Festbrennstoffe, überwiegend Holz
→ Davon sind circa 18 TWh Holzpellets
→ Das Holzpotenzial in Deutschland beträgt circa
100 TWh
→ Das Potenzial an biogenen Festbrennstoffen wird in
Deutschland wahrscheinlich schon vollständig genutzt
→ Die Nutzung von Waldrestholz oder Potenzialflächen für bspw.
Kurzumtriebsplantagen könnte das Potenzial allerdings
zukünftig stark angeheben
→ Auf der anderen Seite ist die weitere energetische Nutzung ist
allerdings stark abhängig von der noch nicht veröffentlichten
Biomassestrategie – der Entwurf sieht eine Priorisierung der
stofflichen Nutzung vor
Fazit
→ Keine weitere Betrachtung im Rahmen dieser
Untersuchung
Nutzung 2021 nach
Umweltbundesamt, 2022 [30]
Potenziale nach
Umweltbundesamt, 2019 [26]
Holz
Stroh
Klärschlamm
Biomasseverwendung und Potenziale
*überwiegend Holz und Holzpellets, WPG: Wärmeplanungsgesetz Quellen: Eigene Darstellung nach Umweltbundesamt, 2022 [8] und Umweltbundesamt, 2019 [4], DEPV, 2022 [9], Clausen et al., 2024 [5],
Wärmeplanungsgesetz, 2023 [11], BImSchV, 2021 [12], Kullmann, 2023 [13], BMEL, 2022 [6]Seite 21 von 97
Mit der Auswahl der Technologien wird ein realistisches Bild gezeichnet, die
Ziele mit zur Verfügung stehenden Technologien zu erreichen
Zielszenario 2045 /
Zielszenario 2035
Wärmepumpe
Wärmenetz
Elektr. Heizungen
Ölheizung
Gasheizung
Hybridheizung
Grüne Gase
Biomasse (Pelletheizung)
Sonstiges
In BestandNeuinstallation möglich
*Sonstiges = z.B. Kohleöfen , Hybridheizung = Gasheizung (30%) + Wärmepumpe (70%)
Ein Wärmenetz kann unterschiedlich groß sein (Fern- aber auch Nahwärme) und durch
unterschiedliche Technologien/Energieträger gespeist werden.
Für die bestehenden Anschlüsse in einem Wärmenetz wird ein Bestandsschutz
vorgesehen. Ein Wechsel auf eine andere Technologie kommt in der Realität sehr selten
vor und es ist kein Rückbau des Bestandsnetzes geplant.
Gemäß GEG kann die Elektr. Heizung nur in besonders gut gedämmten Gebäuden mit
sehr niedrigem Wärmebedarf zum Einsatz kommen. Auf Grundlage der Wirtschaftlichkeit
wird dieser Fall im Modell abgebildet.
Aktuell wird die Hybridheizung als Option in der Realität genutzt, dies wird sich in den nächsten Jahren aufgrund
wirtschaftlicher Aspekte wahrscheinlich ändern. Die Ergebnisse des Technologie Mix Szenarios hat gezeigt, dass die
Hybridheizung aus wirtschaftlichen Gründen nicht gewählt wird.
Das zukünftige Potenzial von Biomethan zur Einspeisung in das Erdgasnetz ist vernachlässigbar gering. Auch in
Bonn werden voraussichtlich nicht ausreichende Mengen an Biomethan zur Beimischung in das Gasverteilnetz zur
Verfügung stehen.
Das Holzpotenzial in Deutschland beträgt circa 100 TWh. Das Potenzial an biogenen Festbrennstoffen wird in
Deutschland wahrscheinlich schon vollständig genutzt.
6Seite 22 von 97
BonnNetz | September 2024 | Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
INHALT
1. Festlegung der Technologien für die Zielszenarien
2. Eingangsparameter Zielszenarien
3. Berechnung von Basisszenarien
4. Zonierung der EignungsstufenSeite 23 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Eingangsparameter dienen im Vorgehensmodell als Grundlagen für die
Basisszenarien
8
Zielszenario bestimmen
Basierend auf der Zonierung wird ein
Zielszenario abgeleitet.
Berechnung der Basis-
Szenarien
Mithilfe der Eingangsparameter
werden unterschiedliche Szenarien
für die Zonierung berechnet.
Ergebnis dieser Basis-Szenarien sind
Indikatoren für die Zonierung wie
bspw. Anschlussrate Wärmenetz
Auswertung des Zielszenarios
Die Indikatoren gemäß § 17 WPG Anlage
2 III. werden ermittelt wie z.B. der
jährliche Endenergieverbrauch der
gesamten Wärmeversorgung.
Zonierung der Eignungsstufen
Wärmeversorgungsart
Einteilung des beplanten Gebiets in
voraussichtliche
Wärmeversorgungsgebiete nach § 18 und
Darstellung der Wärmeversorgungsarten
für das Zieljahr gem. § 19 WPG.
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
digikoo evety,
digikoo
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
Akteure
Abstimmung
Eingangsparameter
Die Werte für bspw.
Energieträgerpreise, CO2-Faktoren,
Wirkungsgrade können angepasst
werden.Seite 24 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Berechnungslogik berechnet eine wirtschaftlich optimierte Entscheidung
auf Gebäudeebene
9
Fixe Eingangsparameter Ergebnisse
Technische Faktoren
● Heizungsalter
● Renovierungsstand
● Pflegezustand
Wirtschaftliche Faktoren
● Einkommen
● Heizkosten
Sozioökonomische Faktoren
● Eigentümerstruktur
● Bewohneralter
Ökologische Faktoren
● Umweltbewusstsein
● CO2-Emissionen
Heizungstechnologien
● Sanierungsrate
● Wärmeversorgungsart
● Wärmeverbrauch Zieljahr
● Wärmegestehungskosten
● THG-Emissionen
● Entscheidungsfindung für jedes einzelne
Gebäude
● Berücksichtigung von Einflussfaktoren in der
Entscheidungsfindung
● Wirtschaftliche Optimierung für jedes Gebäude
Variable EingangsparameterSeite 25 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Illustration der Standardgewichtungen für die Bestimmung der
Wechselwahrscheinlichkeiten der Heizungsanlage
10
5% 5%
23%
17%16%
15%
8%
7% 4%
Umweltbewusstsein [Score]
CO2-Emissionen [kg/m2]
Heizungsalter [a]
Einkommen [EUR]Eigentümerstruktur [nominal]
Heizkosten [EUR/m2]
Renovierungsstand [ordinal]
Pflegezustand [Note]
Bewohneralter [a]● Technische Faktoren – 38 %
● Heizungsalter
● Renovierungsstand
● Pflegezustand
● Wirtschaftliche Faktoren – 32 %
● Einkommen
● Heizkosten
● Sozioökonomische Faktoren – 20 %
● Eigentümerstruktur
● Bewohneralter
● Ökologische Faktoren – 10 %
● Umweltbewusstsein
● CO2-Emissionen
Quelle: digikooSeite 26 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Bei den spezifischen Wärmekosten pro erzeugter kWh Wärme ist die
elektrische Direktheizung am teuersten
11
Indikatoren – Wärmenetzgebiet Gewichtung
Vorgehen:
● Für jede Technologie werden die spezifischen Preise pro kWh erzeugte
Wärme auf Grundlage des Wirkungsgrades und den Brennstoffpreisen
in ct pro kWh Wärme berechnet.
● Es handelt sich dabei um abgeleitete Endkundenpreise basierend auf
dem Großhandelspreis inklusive Kosten nach BEHG, MwSt,
Netzentgelte und Energiesteuer.
● Auf Basis des KEA-Technikkatalogs Baden-Württemberg wurde die
Entwicklung der Brennstoffpreise für die Folgejahre entwickelt.
● Für den Wärmenetzpreis wurde der Mittelwert (Mischpreis MFH, Stand
2024) herangezogen und mithilfe der langen Reihen auf das Basisjahr
2020 referenziert.
→ Die Fortschreibung der Preisentwicklung erfolgt in Anlehnung an die
Strompreisentwicklung.
→ Hinzu kommt ein regionaler Aufschlag
Quellen:
● Brennstoffpreise: Technikkatalog des KEA-Leitfadens,
Langfristszenarien für die Transformation des Energiesystems in
Deutschland, Fraunhofer ISI, ifeu GmbH et al. (2022), Gaspreis
(Anpassung für 2024 auf Basis von Verivox (März 2024)) , Pelletverband
/ Deutsches Pelletinstitut (DEPI)
● Wärmenetzpreis: Preistransparenzplattform Fernwärme
https://waermepreise.info/preisuebersicht/
● 61241-02: Lange Reihen der Indizes der Erzeugerpreise gewerblicher
Produkte (Fernwärme mit Dampf und Warmwasser)
● Wirkungsgrad Heizungstechnologie: Technikkatalog KEA-Leitfaden
14,3
11,7 11,4
16,5
17,9 18,7 19,5 20,3
11,1
11,4
2030 2035 20402025 2045
5
10
15
20
35
12,2
5,4
30,3
7,67,8
10,7
5,65,5
8,0
10,4
11,2
31,6
32,2
34,3
7,7
30,2
10,59,6
6,8
5,4
Gasheizung
Biomethanheizung
Ölheizung
Wärmenetze
El.Direktheizung*
Hybridheizung WP-Gas
Biomasseheizung
Wärmepumpe vollsaniert
Wärmepumpe teilsaniert
Wärmepumpe unsaniert
Wärmepumpenstromtarif und COP = 4 bei Vollsanierung, *beinhaltet El. Direktheizungen und Nachtspeicherheizungen
Spezifische Wärmekosten je Heizungstechnologie pro kWh erzeugter Wärme in ct/kWhSeite 27 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn 12
Weitere Anmerkungen zum Wärmenetzpreis:
Der Wärmepreis für die leitungsgebundene Wärmeversorgung (Fern-/Nahwärme) in unseren Zielszenarien basiert auf Daten der Preistransparenzplattform
(https://waermepreise.info/preisuebersicht/). Die Preise setzen sich in der Regel aus Grund-, Leistungs-, Arbeits- und Emissionspreise zusammen. Der Mittelwert der Preise
wurde auf das Basisjahr 2020 zurückgerechnet und über einen Aufschlag an das Preisniveau in Bonn angepasst. Die Preisentwicklung bis 2045 wird voraussichtlich der
Strompreisentwicklung folgen, da die Erzeugungsanlagen zur Wärmenetzeinspeisung zum großen Teil strombasiert, d.h. Großwärmepumpen, sein werden und nur in der
Heizperiode ein geringer Anteil Wasserstoff in der Fernwärmeerzeugung eingesetzt werden soll. Weitere Energiequellen sind (unvermeidbare) Abwärme (z. B. MVA oder
industrielle), weitere erneuerbare Energien (EE) sowie saisonale Speichertechnologien. Zudem bleibt der KWK-Betrieb eine stabile und effiziente Grundlage, da er weiterhin
gefördert wird und sowohl Strom als auch Wärme produziert. Diese diversifizierte Struktur reduziert das Preisrisiko und die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern.
Daher wird davon ausgegangen, dass der leitungsgebundene Wärmepreis in der Zukunft keinen starken Schwankungen unterliegt.Seite 28 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Durch einen steigenden Anteil an Erneuerbaren Energien im Strommix
sinken die spezifischen Emissionen der elektrischen Technologien
13
Indikatoren – Wärmenetzgebiet Gewichtung
Vorgehen:
● Die spezifischen Emissionen bezeichnen die Emissionen je kWh
erzeugter Wärme bezogen auf den Wirkungsgrad.
● Zum Beispiel bei der Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4:
340 g/kWhel / 4 = 85 g/kWhth spezifische Emissionen.
● Auf Basis des KEA-Technikkatalogs Baden-Württemberg wurden die
Emissionen auf die entsprechenden Brennstoffe und für die
Folgejahre entwickelt.
Ergebnis:
● Elektrische Heizungen wie die Wärmepumpe haben langfristig die
geringsten Emissionen da der Strom künftig nahezu ausschließlich aus
erneuerbaren Quellen kommen soll.
● Gemäß den Vorgaben des WPG muss die Fernwärme bis 2040 um
80 % und vollständig bis 2045 dekarbonisiert werden.
● Die Stadtwerke Bonn streben allerdings eine vollständige
Dekarbonisierung der Fernwärme ab dem Jahr 2035 an
Quellen:
● Emissionen: Technikkatalog des KEA-Leitfadens, Informationsblatt CO2-
Faktoren (BAFA)
● Wirkungsgrad Heizungstechnologie: Technikkatalog KEA-Leitfaden
● Emissionen Fernwärme: Angaben der SWB / BonnNetz
Spezifische Emissionen in g/kWh je Heizungstechnologie
0
50
100
150
200
250
300
350
2025 2030 2035 2040 2045
*beinhaltet El. Direktheizungen und Nachtspeicherheizungen
Gasheizung
Biomethanheizung
Ölheizung
Fernwärme
El.Direktheizung*
Hybridheizung WP-Gas
Biomasseheizung
Wärmepumpe vollsaniert
Wärmepumpe teilsaniert
Wärmepumpe unsaniertSeite 29 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Emissionspfade Fernwärme und deutscher Strommix für das Zielszenario
2045 und 2035
14
Indikatoren – Wärmenetzgebiet Gewichtung
Vorgehen:
● Die Stadtwerke Bonn streben eine vollständige
Dekarbonisierung des Wärmenetzes bis zum
Jahr 2035 an
● Die Emissionspfade aller anderen
Energieträger bleiben identisch zum bereits
bekannten Zielszenario 2045. (Auch wenn sich
die Stadtwerke Bonn ehrgeizigere Ziele setzen,
werden diese nur geringfügigen Einfluss auf
den deutschen Strommix haben.)
● Elektrische Heizungen wie die Wärmepumpe
haben langfristig die geringsten Emissionen
da der Strom künftig nahezu ausschließlich aus
erneuerbaren Quellen kommen soll.
● Gemäß den Vorgaben des WPG muss jedes
Wärmenetz ab dem 1. Januar 2040 zu einem
Anteil von mindestens 80 % aus erneuerbaren
Energien, unvermeidbarer Abwärme oder einer
Kombination hieraus gespeist werden.
Quellen:
● Emissionen: Technikkatalog Wärmeplanung
des Bundesleitfadens
● Emissionen Wärmenetz: Angaben der SWB /
BonnNetz
Emissionen in g/kWh
130 130 78 26
340
110 15
0
100
200
300
400
45 25
Fernwärme Wärmepumpe
130 130 78 26
340
110 15
0
100
200
300
400
2030 2035 2040 2045
45 25
Angenommen für
Basisszenarien
Zielszenario 2045
130
102
340
110 45
0
100
200
300
400
2030 2035
Zielszenario 2035
Einsatz GWP
GWP = Großwärmepumpe
Anschluss an ein H2-Netz für das HKW Nord.
Bilanzieller Ausgleich für CO2-Emissionen, die
nicht über CO2-Abscheidung abgetrennt werden
könnenSeite 30 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Reduktionspotential durch Sanierung von einem Beispielhaus1
15
Rechnung
von un- zu teilsaniert von teil- zu vollsaniert von un- zu vollsaniert
Sanierungsgrad 25 % 75 % 100 %
DE.N.SFH.5.Gen
163
51
unsaniertvollsaniert
Netto-Wärmebedarf kWh
m2a
→ Land:
Deutschland
→ Typologie Region:
nicht regional spezifisch
(national)
→ Größenklasse:
Einfamilienhaus (Single
Familiy Home)
→ Baualtersklasse:
[E] 1958 … 1968
→ Zusatz-Kategorie:
Grund-Typ (Generic)
Gebäudetyp Klassifizierung (Tabula)
→ Beheizte Wohnfläche:
121 m2
→ Anzahl Vollgeschosse: 1
→ Anzahl Wohnungen: 1
→ Wärmeversorgung:
Gaszentralheizung,
schlechter Wirkungsgrad
(Einfamilienhäuser)
→ Aktueller Wärmebedarf:
150 kWh
m2 a
Eckdaten
𝐑𝐞𝐝𝐮𝐤𝐭𝐢𝐨𝐧𝐬𝐩𝐨𝐭𝐞𝐧𝐳𝐢𝐚𝐥𝐦𝐚𝐱 = WärmebedarfTabula,vollsaniert
WärmebedarfTabula,unsaniert
− 1
= 51,4
163, 4 − 1 = −𝟔𝟗 %
Reduktionspotenzial = Sanierungsgrad ∙ Reduktionspotenzial𝑚𝑎𝑥
= 25 % ∙ −0,69
= −0,17 = −𝟏𝟕 %
𝐖ä𝐫𝐦𝐞𝐛𝐞𝐝𝐚𝐫𝐟𝐬𝐚𝐧𝐢𝐞𝐫𝐭 = Wärmebedarfaktuell ∙ (Reduktionspotential + 100 %)
= 150 kWh
m2 a ∙ −0,17 + 1
= 𝟏𝟐𝟒 𝐤𝐖𝐡
𝐦𝟐𝐚
DE
N
SFH
5
Gen
Quellen: 1 TABULA WebTool (building-typology.eu)Seite 31 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Exemplarische Vollkostenvergleiche für ca. 50 %
der Bonner Gebäude: Mehrfamilienhäuser
16
Haustyp
Mehrfamilienhaus
Effizienzhausniveau 55
Mehrfamilienhaus teilsaniert Mehrfamilienhaus alt
Nutzfläche/ Wohnfläche 605,1 m² / 500 m² 605,1 m² / 500 m² 605,1 m² / 500 m²
Gebäudeheizlast 16 kW 30 kW 40 kW
Spezifischer Wärme-
energiebedarf (Bezug: Anutz) 34,8 kWh/m²a 120 kWh/m²a 160 kWh/m²a
Weitere Gebäudedaten
alle WP-Varianten mit
Heizkörper 45/35 °C bzw. alle
anderen Wärmeerzeuger mit
Heizkörper 55/45 °C.
Ausgangszustand Heizung:
Gas/Öl-Altkessel
Ausgangszustand Heizung:
Gas/Öl-Altkessel
Quelle: BDEW-Heizkostenvergleich, eigene Berechnungen; Abkürzungen: WP - WärmepumpeSeite 32 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Jahresgesamtkosten werden anhand der Kapitalkosten, der
Betriebskosten und den verbrauchsgebundenen Kosten ermittelt
17
Kostenübersicht:
● Die Jahresgesamtkosten einer Anlagenvariante werden in Anlehnung an VDI 2067 Blatt 1 ermittelt.
● Diese beinhalten folgende Kostenbestandteile:
● Verbrauchsgebundene Kosten
● kapitalgebundene Kosten unter Berücksichtigung bundesweiter Fördermaßnahmen
● betriebsgebundene Kosten (einschließlich Instandsetzung)
Energiepreise:
● Die Entwicklung der Energiepreise sind auf der vorherigen Folie dargestellt.
Investitionen und kapitalgebundene Kosten:
● Grundlage für die Ermittlung der Investitionskosten ist die Dimensionierung der Anlagen entsprechend der Gebäudeheizlast.
● Die kapitalgebundenen Kosten beinhalten die in jährliche Kosten umgerechneten Investitionen mit der Annuitätenmethode.
● Berechnung der Annuität erfolgt über Nutzungsdauer und den Instandsetzungsaufwand der Komponenten
● Angenommener Kalkulationszinssatz: 3 %
Sonstige Annahmen:
● Es wird davon ausgegangen, dass die vorhandenen Heizflächen und Rohrleitungen weiter genutzt werden.
● Abweichend davon wird bei Elektro- und Gas-Wärmepumpen, dem Hybridsystem der Einbau von Heizflächen für niedrigere Systemtemperaturen vorgesehen.
● Die untersuchten Anlagensanierungen enthalten jeweils ein Paket geringinvestiver Maßnahmen zur Optimierung der Gesamtanlage, welches die Dämmung der
Verteilleitungen im Keller, den Einbau neuer Thermostatventile sowie einen hydraulischen Abgleich beinhaltet.
● Bei den Kapitalkosten wird ein regionaler Aufschlag von 5 % berücksichtigt.
Ermittlung der Jahresgesamtkosten
Quelle: BDEW-Heizkostenvergleich, eigene BerechnungenSeite 33 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Heizungskostenvergleich: Mehrfamilienhaus neu mit 16 kW Heizleistung
nach BDEW-Musterhaus
18
3.733
2.960
2.942
6.807
5.786
3.717
3.442
0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000
Gas-Heizung
Öl-Heizung
Wärmenetze
Elek. Heizung
Hybridheizung
WP-Gas
Biomasse
Wärmepumpe
Methodik:
Jährliche Kosten der Heizungstechnologien in €/Jahr:
14.579 EUR
22.665 EUR
20.622 EUR
15.438 EUR
12.293 EUR
13.378 EUR
36.966 EUR
Kapitalkosten
Betriebskosten
Verbrauchsgebundene Kosten
Gesamtkosten
Legende:
Quelle: Technikkatalog Wärmeplanung BMWK, weitere Quellen gemäß Parameterliste, Betriebskosten: Wartung, Instandhaltung, etc., *CAPEX inkl. MwSt.
● Durch die Annualisierung der Kosten
können langfristige Investitionen auf
jährliche Kosten heruntergebrochen
werden.
● Die Berechnung umfasst die Bereitstellung
von Heizwärme und
Warmwasseraufbereitung für den
jeweiligen Gebäudetyp
Ergebnis:
● Die aktuelle Förderlandschaft ermöglicht
bei dem Einsatz von Wärmepumpen das
Erreichen einer Kostenparität gegenüber
den mit fossilen Energieträgern betriebenen
Heizungstechnologien.
● Die Auswirkungen der Effizienz von WP
werden insbesondere bei dem Vergleich mit
den Elektrischen Direktheizungen deutlich
CAPEX* Heizungstechnologien -
Anschaffung und InbetriebnahmeSeite 34 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Methodik:
● Durch die Annualisierung der Kosten
können langfristige Investitionen auf
jährliche Kosten heruntergebrochen
werden.
● Die Berechnung umfasst die Bereitstellung
von Heizwärme und
Warmwasseraufbereitung für den
jeweiligen Gebäudetyp
Ergebnis:
● Die aktuelle Förderlandschaft ermöglicht
bei dem Einsatz von Wärmepumpen das
Erreichen einer Kostenparität gegenüber
den mit fossilen Energieträgern betriebenen
Heizungstechnologien.
● Die Auswirkungen der Effizienz von WP
werden insbesondere bei dem Vergleich mit
den Elektrischen Direktheizungen deutlich
Heizungskostenvergleich: Mehrfamilienhaus teilsaniert mit 30 kW
Heizleistung für das Stadtgebiet Bonn
19
10.197
7.260
8.221
22.092
12.256
7.447
7.753
0 5.000 10.000 15.000 20.000
Gas-Heizung
Öl-Heizung
Wärmenetze
Elek. Heizung
Hybridheizung
WP-Gas
Biomasse
Wärmepumpe
20.000 EUR
36.754 EUR
28.452 EUR
21.073 EUR
13.975 EUR
25.085 EUR
61.316 EUR
CAPEX* Heizungstechnologien -
Anschaffung und InbetriebnahmeJährliche Kosten der Heizungstechnologien in €/Jahr:
Kapitalkosten
Betriebskosten
Verbrauchsgebundene Kosten
Gesamtkosten
Legende:
Quelle: Technikkatalog Wärmeplanung BMWK, weitere Quellen gemäß Parameterliste, Betriebskosten: Wartung, Instandhaltung, etc., *CAPEX inkl. MwSt.Seite 35 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Methodik:
● Durch die Annualisierung der Kosten
können langfristige Investitionen auf
jährliche Kosten heruntergebrochen
werden.
● Die Berechnung umfasst die Bereitstellung
von Heizwärme und
Warmwasseraufbereitung für den
jeweiligen Gebäudetyp
Ergebnis:
● Die aktuelle Förderlandschaft ermöglicht
bei dem Einsatz von Wärmepumpen das
Erreichen einer Kostenparität gegenüber
den mit fossilen Energieträgern betriebenen
Heizungstechnologien.
● Die Auswirkungen der Effizienz von WP
werden insbesondere bei dem Vergleich mit
den Elektrischen Direktheizungen deutlich
Heizungskostenvergleich: Mehrfamilienhaus alt mit 40 kW Heizleistung für
das Stadtgebiet Bonn
20
Quelle: Technikkatalog Wärmeplanung BMWK, weitere Quellen gemäß Parameterliste, Betriebskosten: Wartung, Instandhaltung, etc., *CAPEX inkl. MwSt.
13.271
9.318
10.702
29.055
15.625
9.254
9.957
0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000
Gas-Heizung
Öl-Heizung
Wärmenetze
Elek. Heizung
Hybridheizung
WP-Gas
Biomasse
Wärmepumpe
Kapitalkosten
Betriebskosten
Verbrauchsgebundene Kosten
Jährliche Kosten der Heizungstechnologien in €/Jahr:
Gesamtkosten
23.114EUR
45.854 EUR
32.967 EUR
24.298 EUR
14.819 EUR
26.893 EUR
77.294 EUR
CAPEX* Heizungstechnologien -
Anschaffung und Inbetriebnahme
Legende:Seite 36 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Nutzungsdauer verschiedener Wärmeversorgungsarten hängt von der
Lebensdauer der Heizungstechnologie sowie der Gesetzeslage ab
21
20,0
20,0
20,0
25,0
28,0
28,0
18,0
20,0
18,0
0 5 10 15 20 25 30
Gasheizung
Biomethanheizung
Ölheizung
Wärmenetze
El.Direktheizung
Nachtspeicherheizung
Hybridheizung WP-Gas
Biomasseheizung
Wärmepumpe
(Leistung gem. GEG)
Lebensdauer verschiedener Heizungstechnologien Nutzungseinschränkungen
Keine Nutzungseinschränkungen
Automatische Beschickung & Sicherstellen d. Nach-
haltigkeit d. Biomasse nach EU-Richtlinie notwendig
Sekundärer Wärmeerzeuger muss Brennwerttechnik
nutzen und ab 2045 CO2-frei betrieben werden
Bei Einhaltung von Anforderungen bzgl. baulichem
Wärmeschutz perspektivisch nutzbar (GEG)
Bei Einhaltung von Anforderungen bzgl. baulichem
Wärmeschutz perspektivisch nutzbar (GEG)
Keine Nutzungseinschränkungen insofern Betreiber die
rechtlichen Anforderungen erfüllen
GEG konform insofern die 65 % EE-Vorgabe
eingehalten wird
Keine Einschränkung durch das GEG, Verfügbarkeit ist
hingegen teilweise kritisch
Ggf. Grüngastarif notwendig / ggf. H2readyness
notwendig
Lebensdauer (Jahre)Seite 37 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Aktuelle Förderprogramme bieten eine Kostenübernahme von bis zu 70%
der Investitions- und Umbaukosten
22
30% Grundförderung
20% Geschwindigkeitsbonus2028
30% Einkommensabhängiger Bonus
Bis zu maximal 70% Gesamtförderung
Schutz für Mieterinnen & Mieter
Förderung von klimafreundlichem Heizen: Das gilt ab August 2024
HeizungGebäude
15% Grundförderung
5% iSFP-Bonus
50% Zuschuss zur Energieberatung & 50% Zuschuss zur Fachplanung und Bauberatung
Bis zu maximal 20% Gesamtförderung
iSFP-Bonus = individueller Sanierungsfahrplan (Energieberatung)Seite 38 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Variable Parameter zur Diskussion (1/2)
23
Parameter Denkbarer Wertebereich und bisherige Parameterwahl
Förderung Gas-, Öl-,
Biomethanheizung, Elektrische
Direktheizung,
Nachtspeicherheizung [%]
0 100
0 100Förderung WP-Gas
Hybridheizung [%]
0 100Förderung Wärmenetze*
[%]
46
0 100Förderung
Biomasseheizung [%]
0 100
Anmerkungen:
● Der Wertebereich entspricht dem möglichen
Intervall und ist wo möglich entsprechend
Literaturquellen begrenzt.
● Die derzeitige Parameterwahl für die
Zeitscheiben 2024, 2030, 2040 und 2045
basiert auf Erfahrungswerten sowie der
aktuellen Gesetzeslage
● Die Fördermittel beziehen sich hauptsächlich
auf das Förderprogramm: „Bundesförderung für
effiziente Gebäude [BEG]“
● Dezentrale Solarthermie kann aktuell mit 45 %,
gefördert werden, 44 % (2030) und 35 %
(2040,2045).
Für die folgenden Szenarienparameter wurde eine Auswahl innerhalb eines recherchierten Wertebereichs getroffen
Förderung Wärmepumpe**
[%]
31
*Bezieht sich auf den Gebäudeeigentümer gem. BEG, **einschließlich zusätzliche 5 % bei Wärmequelle Wasser, Erdreich, Abwasser oder Einsatz natürlicher Kältemittel
4431
414036
5136 47
2922
aktuell 2030 2040 2045Legende: 2035
42
28
49Seite 39 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Variable Parameter zur Diskussion (2/2)
24
Parameter Denkbarer Wertebereich und bisherige Parameterwahl
Anmerkungen:
● Der Wertebereich entspricht dem möglichen
Intervall und ist wo möglich entsprechend
Literaturquellen begrenzt.
● Die derzeitige Parameterwahl basiert auf
Erfahrungswerten sowie der aktuellen
Gesetzeslage.
● Eine optimistischere/pessimistischere Wahl der
Parameter ist möglich.
Für die folgenden Szenarienparameter wurde eine Auswahl innerhalb eines recherchierten Wertebereichs getroffen
0 100Maximale Wechselrate* [%]
100
0 100Förderung Vollsanierung
[%]
0 20
Zinsen [%]
3,5
3
30
Förderung Teilsanierung
[%]
300
*Oberer Grenzwert: Anteil der Gebäude bei denen die Technologie pro Jahr gewechselt wird
Zusätzliches Förderprogramm der
Stadt Bonn für energetische
Altbausanierung voraussichtlich ab
2025
aktuell 2030 2040 2045Legende: 2035Seite 40 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Unsanierte Gebäude benötigen
hohe Vorlauftemperaturen von 70-90 °C
25
0
50
100
150
200
250
300
350
Passivhaus
3-Liter-Haus
EnEV 2009
WSVO 1995
WSVO 1982
1960/1970
A+
A
B
C
D
E
F
G
H
5. Generation
4. Generation
3. Generation
2. Generation
1. Generation
kWh/(m²*a)
Anmerkungen
→ Die Vorlauftemperatur hängt indivi-
duell vom betrachteten Gebäude ab
→ Die wichtigsten Einflussfaktoren sind
→ die Wärmedämmung des
Gebäudes
→ das Wärmeabgabesystem
→ das Heizungssystem
→ Unsanierte Altbauten mit hohen
Wärmebedarfen und kleinen
Heizkörpern benötigen hohe
Vorlauftemperaturen
→ Sanierte Bestandsgebäude oder
Neubauten in Kombination mit einer
Fußbodenheizung benötigen die
niedrigsten Vorlauftemperaturen
→ Wärmepumpen sind in den meisten
Gebäuden, auch in Altbauten, sinnvoll
und effizient einsetzbar.
→ Dazu sollte die mögliche Vorlauf-
Temperatur ermittelt und ggf.
abgesenkt werden – z.B. durch
Vergrößerung einzelner Heizkörper
oder kleiner Dämmmaßnahmen
*
Heizkörper im Neubau
45 – 55 °C
Moderne Heizkörper
55 – 70 °C
Vorlauf-TemperaturEnergieeffizienzklasseGebäudestandard
*EnEV 2009 (low-energy building)
Fußbodenheizung
30 – 40 °C
Altbau mit Heizkörpern
70 – 90 °CSeite 41 von 97
BonnNetz | September 2024 | Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
INHALT
1. Festlegung der Technologien für die Zielszenarien
2. Eingangsparameter Zielszenarien
3. Berechnung von Basisszenarien
4. Zonierung der EignungsstufenSeite 42 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Indikatoren dienen im Vorgehensmodell als Grundlagen für die
Zonierung
Zielszenario bestimmen
Basierend auf der Zonierung wird ein
Zielszenario abgeleitet.
Berechnung der Basis-
Szenarien
Mithilfe der Eingangsparameter
werden unterschiedliche Szenarien
für die Zonierung berechnet.
Ergebnis dieser Basis-Szenarien sind
Indikatoren für die Zonierung wie
bspw. Anschlussrate Wärmenetz
Auswertung des Zielszenarios
Die Indikatoren gemäß § 17 WPG Anlage
2 III. werden ermittelt wie z.B. der
jährliche Endenergieverbrauch der
gesamten Wärmeversorgung.
Zonierung der Eignungsstufen
Wärmeversorgungsart
Einteilung des beplanten Gebiets in
voraussichtliche
Wärmeversorgungsgebiete nach § 18 und
Darstellung der Wärmeversorgungsarten
für das Zieljahr gem. § 19 WPG.
Abstimmung
Eingangsparameter
Die Werte für bspw.
Energieträgerpreise, CO2-Faktoren,
Wirkungsgrade können angepasst
werden.
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
digikoo evety,
digikoo
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
Stadt Bonn,
BonnNetz
evety
Akteure
27Seite 43 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Für die Einteilung in Wärmeversorgungsgebiete werden zunächst
Basisszenarien gebildet und Indikatoren für die Zonierung definiert
Fokus Szenario
2. Wärmenetze 3. Technologiemix1. Wärmepumpe
Sonstiges = z.B. Holzpellets oder Kohleöfen, Hybridheizung = Gasheizung + Wärmepumpe, grüne Gase = Stufenweise Beimischung Biomethan ins Gasverteilnetz
● Zur Neuinstallation stehen
ausschließlich Wärmepumpen
zur Verfügung
Erlaubt für Neuinstallation:
● Wärmepumpe
Technologien
4. Business as usual
● Zur Neuinstallation stehen
ausschließlich Wärmepumpen
oder das Wärmenetz zur
Verfügung
● Im gesamten Stadtgebiet kann zu
einem Wärmenetz gewechselt
werden
Erlaubt für Neuinstallation:
● Wärmepumpe, Wärmenetz
● Zur Neuinstallation stehen
Wärmepumpe, Wärmenetz,
Gasheizung mit grünen Gasen,
Elektr. Heizung und die
Hybridheizung zur Verfügung
● Im gesamten Stadtgebiet kann zu
Wärmenetz gewechselt werden
● Technologiewechsel erfolgt nach
Ablauf der Lebensdauer zur
wirtschaftlichsten Technologie
● Stufenweiser Hochlauf grüner
Gase (Biomethan) bis 100% in
2045
Erlaubt für Neuinstallation:
● Wärmepumpe, Wärmenetz,
Gasheizung, Elektr. Heizung,
Hybridheizung
● Es erfolgt kein Wechsel der
Heizungstechnologie
● Am Ende der Lebensdauer wird
die gleiche Technologie installiert
● Kein Hochlauf von alternativen
Energieträgern wie z.B. grünen
Gasen
Erlaubt für Neuinstallation:
● Kein Wechsel der
Heizungstechnologie
Eine Sanierungsentscheidung wird in einer Gesamtkostenoptimierung im Zuge der Wirtschaftlichkeitsberechnung für jede Wohneinheit berücksichtigt
Alle Heizungstechnologien im Stadtgebiet, die in der Bestandsanalyse ermittelt wurden
28
Für die Basiszenarien wurden Extrembedingungen untersucht, um daraus Indikatoren abzuleiten. Mithilfe der Indikatoren kann dann
die räumliche Zonierung vorgenommen werden. Die Berechnung der Zielszenarien 2045 / 2035 erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.Seite 44 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Anhand des Wärmebedarfs ist bereits die Bedeutung von Wärmepumpen
und dem Wärmenetz für die Wärmeversorgung von Bonn zu erkennen
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
0
55%
28%
12%
1%
2024
57%
27%
11%
1%
58%
27%
11%
1%
2035
58%
26%
11%
1%
2040
58%
26%
11%
1%
20452030
Szenario = Business as UsualSzenario = Wärmepumpe Szenario = Wärmenetze Szenario = Technologie Mix
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
55%
28%
12%
1%
2024
33%
19%
16%
24%
6%
2030
15%
10%
17%
50%
6%
2035
25%
73%
2040
26%
74%
2045
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
GWh/a
55%
28%
12%
1%
2024
39%
19%
8%
32%
2030
21%
11%
3%
63%
2035
1%
98%
2040
100%
2045 0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
55%
28%
12%
1%
2024
38%
19%
16%
24%
2030
21%
10%
17%
50%
2035
1%
25%
74%
2040
26%
74%
2045
● Anhand aller Szenarien ist deutlich zu erkennen, dass der Anteil an Wärmepumpen deutlich zunimmt. In allen Szenarien liegt der Anteil in 2045 bei 65% oder höher.
● An zweiter Stelle kommt das Wärmenetz. In beiden Szenarien, in denen ein Wärmenetz erlaubt ist, liegt der Anteil in 2045 bei 34% (in Bezug auf die
Anschlussrate)
● Keine Bedeutung kommen elektr. Heizungen, Hybridheizungen und Biomethan zu. Obwohl diese zur CO2-Neutralität führen, wird deren Anteil kontinuierlich bis
auf 0 abgebaut.
Gasheizung
Ölheizung
Wärmenetz
Elektr. Heizung
Wärmepumpe
Sonstiges
Hybrid
Biomethan
2. Wärmenetze 3. Technologiemix1. Wärmepumpe 4. Business as usual
29Seite 45 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Der Wechsel von Öl- und Gasheizungen auf eine CO2-arme Technologie
reduziert die CO2-Emissionen bis 2045 auf rund 9 Tsd. Tonnen
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
2024 2030 2035 2040 2045
867
766
673
599 587
Szenario = Business as UsualSzenario = Wärmepumpe Szenario = Wärmenetze Szenario = Technologie Mix
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
2024 2030 2035 2040 2045
867
561
279
37 9
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
CO2-Emissionen / Tsd. t
2024 2030 2035 2040 2045
867
551
271
25 10
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
2024 2030 2035 2040 2045
867
579
297
38 9
● Öl- und Gasheizungen haben wie erwartet den größten Einfluss. Durch einen konsequenten Heizungswechsel, kann Bonn 2045 klimaneutral sein
● Im Zieljahr 2045 verursacht die Stromversorgung für den Betrieb der Wärmepumpen den größten Anteil an CO2-Emissionen.
● Um die Klimaneutralität zu erreichen, muss der Anteil am Wärmenetz und Strom für Wärmepumpen im Zieljahr CO2-Neutral zur Verfügung zu stehen.
Gasheizung
Ölheizung
Wärmenetz
Elektr. Heizung
Wärmepumpe
Sonstiges
Hybrid
Grüne Gase
2. Wärmenetze 3. Technologiemix1. Wärmepumpe 4. Business as usual
30Seite 46 von 97
BonnNetz | September 2024 | Kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
INHALT
1. Festlegung der Technologien für die Zielszenarien
2. Eingangsparameter Zielszenarien
3. Berechnung von Basisszenarien
4. Zonierung der EignungsstufenSeite 47 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Für die kommunale Wärmeplanung wird das Stadtgebiet mittels einer
Datenauswertung in 175 homogene Teilgebiete unterteilt
Abgrenzung der Teilgebiete
Definition:
● Ein Teilgebiet besteht aus mehreren Grundstücken oder aus Teilen
von einzelnen oder mehreren Baublöcken. Diese Gebiete werden für
die weitere Wärmeplanung und insbesondere für die Einteilung in die
„normale-“ oder „verkürzte Wärmeplanung“ verwendet.
Methodik:
● Auf Basis einer Analyse der Bestandsdaten aus dem Stadtgebiet
Bonn werden die einzelnen Gebäude zu sinnvollen Gebäudeclustern
und im Anschluss zu insgesamt 175 Teilgebieten zusammengefasst.
● Die Projektpartner haben sich in der Stadt Bonn für eine Einteilung
nach Siedlungstypen als die sinnvollste Variante entschieden.
Ergebnis:
● Auf Basis der Daten auf Baublockebene wurde die Stadt Bonn in 175
sinnvolle Teilgebiete unterteilt.
32
Quelle: OpenGeoDataBonn, 2024, DLM 50 Datensatz & digikoo, 2024, NEXiGA Datensatz und Berechnungen digikoo/evetySeite 48 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Eignung von Teilgebieten für eine Wärmeversorgung mittels Wärmenetz
wird anhand von Indikatoren bewertet
Indikatoren – Wärmenetzgebiet Gewichtung Vorgehen:
● Für jedes Teilgebiet werden die Indikatoren für einen Anschluss an ein Wärmenetz
anhand der Daten aus der Bestandsanalyse, Potenzialanalyse und
Szenarienberechnungen jeweils mit 1 bis 4 Punkten bewertet.
(1 = niedrige Eignung, 4 = hohe Eignung)
● Die Indikatoren werden anschließend entsprechend der Gewichtung miteinander
verrechnet.
● Die Wahl der Gewichtungen wurde in Abstimmung mit dem Kernprojektteam definiert.
Ergebnis:
● Die errechnete Eignungsstufe des jeweiligen Teilgebiets gibt die Wahrscheinlichkeit
für eine Wärmeversorgung mittels Wärmenetz mit einer Wertung zwischen 1 und 4 an.
Diese werden entsprechend in den unterschiedlichen Eignungsstufen farblich markiert.
Indikatoren – Wärmenetzgebiet (Fernwärme/Nahwärme) Gewichtung
Share of Wallet = Ausgaben für die Wärmeversorgung/Einkommen, Bildquelle: Leitfaden Wärmeplanung (BMWK), *Entfernung zentrale Solarthermie, Abwärme Industrie, Abwärme Rhein
Lokaler Wärmebedarf
1. Wärmedichte aktuell
2. Wärmedichte 2045 im Szenario „Wärmenetze“
3. Wärmeliniendichte aktuell
4. Wärmeliniendichte 2045 im Szenario „Wärmenetze“
Modellierte Gebäudeentscheidungen
5. Anschlussrate 2045 im Szenario „Wärmenetze“
6. Anschlussrate 2045 im Szenario „Technologiemix“
Wirtschaftliche Kennzahlen
7. Abweichung Kosten „Wärmenetze“ ggü.
Referenzszenario (Business as usual)
8. Share of Wallet 2045 im Szenario „Wärmenetze“
Energiequellen und Infrastruktur
9. Entfernung zu erneuerbaren Energiepotenzialen*
10. Ankerkunden im Teilgebiet vorhanden
11. Bestandswärmenetz im Teilgebiet vorhanden
?
● 7,5 %
● 12,5 %
● 7,5 %
● 17,5 %
● 15 %
● 15 %
● 5 %
● 5 %
● 10 %
● 2,5 %
● 2,5 %
33
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet
Bestands-FernwärmenetzSeite 49 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Wärmedichte sinkt im Wärmenetz-Szenario, wodurch sich die Eignung
leicht verschlechtert
1. Wärmedichte aktuell
Quelle: KEA Handlungsleitfaden
2. Wärmedichte 2045 im Szenario
„Wärmenetze“ Anmerkungen:
● Die spezifische Wärmedichte wird über den
Quotienten der Summe aller Wärmeverbräuche in
einem räumlich abgegrenzten Bereich und der
Fläche des Bereichs berechnet.
● Je höher die flächenspezifische Wärmedichte, desto
höher ist die Eignung für den Einsatz von
Wärmenetzen.
< 175 MWh/(ha*a)
< 415 MWh/(ha*a)
< 1.050 MWh/(ha*a)
≥ 1.050 MWh/(ha*a)
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
𝑠𝑝𝑒𝑧𝑖𝑓𝑖𝑠𝑐ℎ𝑒 𝑊ä𝑟𝑚𝑒𝑑𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒0 = σ𝒊 Wä𝑟𝑚𝑒𝑣𝑒𝑟𝑏𝑟ä𝑢𝑐ℎ𝑒𝒊
Fläche
34Seite 50 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Analog zur Wärmedichte sinkt im Wärmenetz-Szenario auch die
Wärmeliniendichte bis zum Jahr 2045
3. Wärmeliniendichte aktuell
Quelle: Bundesleitfaden BMWK
4. Wärmeliniendichte 2045 im
Szenario „Wärmenetze“ Anmerkungen:
● Zur Berechnung der Wärmeliniendichte wird die
theoretische Verlegung eines Wärmenetzes entlang
des Straßennetzes betrachtet. Der Wärmeverbrauch
jedes Gebäudes wird dem nächstliegendem
Wärmenetzabschnitt zugerechnet.
● Die Wärmeliniendichte ist der Quotient aus
summierten Wärmeverbräuchen und der Länge des
Abschnitts.
● Je höher die längenspezifische Wärmeliniendichte,
desto wirtschaftlicher ist ein theoretisches
Wärmenetz.
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
𝑊ä𝑟𝑚𝑒𝑙𝑖𝑛𝑖𝑒𝑛𝑑𝑖𝑐ℎ𝑡𝑒0 = σ𝒊 𝑊ä𝑟𝑚𝑒𝑣𝑒𝑟𝑏𝑟ä𝑢𝑐ℎ𝑒𝑖
𝐿ä𝑛𝑔𝑒 𝑑𝑒𝑠 𝑆𝑡𝑟𝑎ß𝑒𝑛𝑎𝑏𝑠𝑐ℎ𝑛𝑖𝑡𝑡𝑠0
< 0,7 GWh/km
< 1,7 GWh/km
< 3 GWh/km
≥ 3 GWh/km
35Seite 51 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Anschlussrate an ein zukünftiges Wärmenetz liegt größtenteils im
Bereich 20-30 %
5. Anschlussrate Wärmenetz 2045 im
Szenario „Wärmenetze“
6. Anschlussrate Wärmenetz 2045 im
Szenario „Technologiemix“ Anmerkungen:
● Der erwartete Anschlussgrad an ein Wärmenetz kann
lokal großen Einfluss auf die erwarteten Anschluss-
und Betriebskosten der Verbraucher haben.
● Der Einfluss ist mittelfristig vor allem bei
Wärmenetzen hoch.
≤ 20 %
< 25 %
< 30 %
≥ 30 %
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
36Seite 52 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Das Wärmenetz-Szenario ermöglicht Kostenreduktionen von über 15 % in
der Spitze gegenüber dem Referenzszenario
7. Abweichung Kosten „Wärmenetz“ ggü. Referenzszenario Anmerkungen:
● Relative Kostenreduzierung im Teilgebiet ggü.
Referenzszenario
● Diese beinhalten folgende Kostenbestandteile:
● verbrauchsgebundene Kosten
● kapitalgebundene Kosten unter Berücksichtigung
bundesweiter Fördermaßnahmen
● betriebsgebundene Kosten (einschließlich
Instandsetzung)
● Sanierungskosten (Dämmungskosten für die
Komponenten: Dachfläche, Kellerdecke, Fassade,
Fenster)
< 5 %
< 10 %
< 15 %
≥ 15 %
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
Quelle: digikoo research
37Seite 53 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Haushaltsbelastung liegt in vielen Teilgebieten im Bereich 4-6 %
8. Share of Wallet 2045 im Szenario „Wärmenetze“
Quellen: Nexiga Datensatz (Kaufkraft in € pro Haushalt) ,Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024
Anmerkungen:
● Der Share of Wallet beschreibt den Anteil des verfügbaren
Einkommens, dass pro Haushalt (der Mieter) für die
Wärmeversorgung aufgewendet wird.
● Der Share of Wallet kann als politischer Entscheidungs-
träger dienen, ob Maßnahmen zur Energieeffizienz oder zur
Unterstützung einkommensschwacher Haushalte notwendig
sind.
● Über alle Einkommensklassen hinweg wenden bundesweit
die Haushalte im Schnitt monatlich 6,1 % ihrer
Konsumausgaben für Strom, Heizung und Warmwasser auf.
< 2 %
< 4%
< 6 %
≥ 6 %
Wertebereich Bewertung
4
3
2
1
𝑆ℎ𝑎𝑟𝑒 𝑜𝑓 𝑊𝑎𝑙𝑙𝑒𝑡0 = 𝐴𝑢𝑠𝑔𝑎𝑏𝑒𝑛 𝑓ü𝑟 𝑑𝑖𝑒 𝑊ä𝑟𝑚𝑒𝑣𝑒𝑟𝑠𝑜𝑟𝑔𝑢𝑛𝑔
𝐸𝑖𝑛𝑘𝑜𝑚𝑚𝑒𝑛0
38Seite 54 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Einem Großteil der Teilgebiete steht eine zentrale EE-Quelle innerhalb eines
500 m Radius zur Verfügung
9. Entfernung zentrale Solarthermie
Quellen: Abwärme Industrie gem. Abwärmefragebogen und LANUV Angaben
9. Entfernung Abwärme Rhein
< 0,5 km
< 0,7 km
< 1 km
≥ 1 km
Wertebereich Bewertung
4
3
2
1
9. Entfernung Abwärme Industrie
39Seite 55 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Teilgebiete mit vorhanden Ankerkunden und Bestandswärmenetze
überschneiden sich in weiten Teilen
10. Ankerkunden
Quellen: BonnNetz GmbH / Stadtwerke Bonn, LANUV
11. Bestandswärmenetz Anmerkungen:
● Als Ankerkunden zählen Großverbraucher mit einem
Wärmeverbrauch von > 2,5 GWh/a
● Ankerkunden minimieren das Realisierungsrisiko
● Liegt ein Ankerkunde im Teilgebiet vor, wird dieses
Teilgebiet mit 4 bewertet, andernfalls mit 1
● Befindet sich das Bestandswärmenetz im Teilgebiet,
wird dieses mit 4 bewertet, andernfalls mit 1
● Berücksichtigt wurden alle Wärmenetze, die in der
Bestandsanalyse ausgewiesen wurden
Ja
Nein
BewertungWertebereich
4
1
40Seite 56 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Ergebnis:
● In 15 Teilgebieten ist eine Wärmeversorgung mittels Wärmenetz sehr
wahrscheinlich geeignet.
● In 66 Teilgebieten ist die Wärmeversorgung mittels Wärmenetz
wahrscheinlich geeignet
In 15 Teilgebieten ist eine Wärmeversorgung mittels Wärmenetz sehr
wahrscheinlich geeignet
Indikatoren – Wärmenetzgebiet
Eignungsstufen Wärmenetzgebiet
(Fernwärme/Nahwärme)
41
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet Bestands-FernwärmenetzSeite 57 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Eignung von Teilgebieten für eine Wärmeversorgung mittels dezentraler
Versorgung wird anhand von Indikatoren bewertet
Indikatoren – Wärmenetzgebiet GewichtungIndikatoren – Dezentrale Versorgung (Wärmepumpe) Vorgehen:
● Für jedes Teilgebiet werden die Indikatoren für eine dezentrale Wärmeversorgung
anhand der Daten aus der Bestandsanalyse, Potenzialanalyse und
Szenarienberechnungen jeweils mit 1 bis 4 Punkten bewertet.
(1 = niedrige Eignung, 4 = hohe Eignung)
● Die Indikatoren werden anschließend entsprechend einer Gewichtung miteinander
verrechnet.
● Die Wahl der Gewichtungen wurde in Abstimmung mit dem Kernprojektteam definiert.
Ergebnis:
● Die errechnete Eignungsstufe des jeweiligen Teilgebiets gibt die Wahrscheinlichkeit
für eine dezentrale Wärmeversorgung mit einer Wertung zwischen 1 und 4 an. Diese
werden entsprechend in den unterschiedlichen Eignungsstufen farblich markiert.
Gewichtung
Share of Wallet = Ausgaben für die Wärmeversorgung/Einkommen, Bildquelle: Leitfaden Wärmeplanung (BMWK)
Modellierte Gebäudeentscheidungen
1. Anschlussrate 2045 im Szenario „Wärmenetze“
2. Anschlussrate 2045 im Szenario „Technologiemix“
Wirtschaftliche Kennzahlen
3. Abweichung Kosten „Wärmepumpe“ ggü.
Referenzszenario (Business as usual)
4. Share of Wallet 2045 im Szenario „Wärmepumpe“
Energiequellen und Infrastruktur
5. EE-Deckung (Solarthermie/Geothermie/PV)
6. Freie Kapazitäten des Niederspannungsnetzes
7. Denkmalschutz
8. Effizienzklasse aktuell
9. Baujahresklasse
10. Sanierungsanforderung 2045 „Wärmepumpe“
? ● 7,5 %
● 7,5 %
● 10 %
● 5 %
● 15 %
● 10 %
● 15 %
● 15 %
● 5 %
● 10 %
42
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet
Bestands-FernwärmenetzSeite 58 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Anmerkungen:
● Betrachtet wird der zukünftige Anteil an
Wärmenetzen in den Szenarien Wärmenetze und
Technologiemix
Die zukünftigen Anteile von Wärmenetzen in den Teilgebieten sind eher
inhomogen verteilt
1. Anschlussrate Wärmenetz 2045 im
Szenario „Wärmenetze“
2. Anschlussrate Wärmenetz 2045 im
Szenario „Technologiemix“
< 20 %
< 30 %
< 40 %
≥ 40 %
Wertebereich Bewertung
4
3
2
1
43Seite 59 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Der Kostenvorteil des Szenarios Wärmepumpe liegt größtenteils im Bereich
5-10 % gegenüber dem Referenzszenario
3. Abweichung Kosten „Wärmepumpe“ ggü.
Referenzszenario
Quelle: digikoo research
Anmerkungen:
● Relative Kostensenkung im Teilgebiet ggü.
Referenzszenario
● Diese beinhalten folgende Kostenbestandteile:
● verbrauchsgebundene Kosten
● kapitalgebundene Kosten unter Berücksichtigung
bundesweiter Fördermaßnahmen
● betriebsgebundene Kosten (einschließlich
Instandsetzung)
● Sanierungskosten (Dämmungskosten für die
Komponenten: Dachfläche, Kellerdecke, Fassade,
Fenster)
< 5 %
< 10 %
< 15 %
≥ 15 %
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
44Seite 60 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Haushaltsbelastung liegt, analog zum Szenario Wärmenetze, in vielen
Teilgebieten im Bereich 4-6 %
4. Share of Wallet 2045 im Szenario „Wärmepumpe“
Quellen: Nexiga Datensatz (Kaufkraft in € pro Haushalt) ,Statistisches Bundesamt (Destatis), 2024
Anmerkungen:
● Der Share of Wallet beschreibt den Anteil des verfügbaren
Einkommens, dass pro Haushalt (der Mieter) für die
Wärmeversorgung aufgewendet wird.
● Der Share of Wallet kann als politischer Entscheidungs-
träger dienen, ob Maßnahmen zur Energieeffizienz oder zur
Unterstützung einkommensschwacher Haushalte notwendig
sind.
● Über alle Einkommensklassen hinweg wenden die
Haushalte bundesweit im Schnitt monatlich 6,1 % ihrer
Konsumausgaben für Strom, Heizung und Warmwasser auf
< 2 %
< 4 %
< 6 %
≥ 6%
Wertebereich Bewertung
4
3
2
1
𝑆ℎ𝑎𝑟𝑒 𝑜𝑓 𝑊𝑎𝑙𝑙𝑒𝑡0 = 𝐴𝑢𝑠𝑔𝑎𝑏𝑒𝑛 𝑓ü𝑟 𝑑𝑖𝑒 𝑊ä𝑟𝑚𝑒𝑣𝑒𝑟𝑠𝑜𝑟𝑔𝑢𝑛𝑔
𝐸𝑖𝑛𝑘𝑜𝑚𝑚𝑒𝑛 0
45Seite 61 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Als dezentrale EE-Quellen wurden Solarthermie, oberflächennahe
Geothermie und dezentrale Dachfläche-PV-Anlagen berücksichtigt
5. Wärmebedarfsdeckung
Solarthermie 5. Wärmebedarfsdeckung Geothermie
≤ 20 %
≤ 30 %
≤ 40 %
> 40 %
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
5. Strombedarfsdeckung
Wärmepumpe über DF-Photovoltaik
Quellen: LANUV, Potenziale gemäß Potenzialanalyse
46Seite 62 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die freien Niederspannungsnetz-Kapazitäten in dicht besiedelten Gebieten
sinken teilweise auf unter 5 %
6. Freie Kapazitäten des Niederspannungsnetzes
Annahme: 2000 Volllaststunden, WP = Wärmepumpe
Anmerkungen:
● Der Wärmebedarf über Wärmepumpe wurde in den einzelnen
Teilgebieten summiert
● Unter der Annahme der Leistungszahlen für den
Sanierungsstand des Gebäudes und den Betriebsstunden der
Wärmepumpen, wurde der Strombedarf ermittelt
● Berechnung der freien Kapazitäten an den Stromstationen pro
Teilgebiet:
≤ 5 %
≤ 7 %
> 10 %
≤ 10 %
Wertebereich Bewertung
1
2
4
3
= 𝑚𝑎𝑥. 𝐿𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔𝟐𝟎𝟐𝟑 − (𝑒𝑙. 𝐿𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔 𝑊𝑃𝟐𝟎𝟒𝟓 − 𝑒𝑙. 𝐿𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔 𝑊𝑃𝟐𝟎𝟐𝟑)
σ 𝐿𝑒𝑖𝑠𝑡𝑢𝑛𝑔 𝑆𝑡𝑟𝑜𝑚𝑠𝑡𝑎𝑡𝑖𝑜𝑛𝑒𝑛𝟐𝟎𝟐𝟑
max. Leistung = freie Nennleistung der Stromstationen in 2023
el. Leistung WP = elektrische Leistung für den Betrieb der Wärmepumpe im Szenario
„Wärmepumpe“
47
Die freien Kapazitäten des
Niederspannungsnetzes beziehen sich
ausschließlich auf den Zubau der
Wärmepumpen.
Die Auswirkungen der zunehmenden E-
Mobilität wird in der Wärmewendestrategie
und Transformationspfade berücksichtigt
Die Stromstationen in den Teilgebieten
wurden aufsummiert, es kann an den
einzelnen Stromstationen trotzdem zu
Engpässen kommen, die zu einer
Minderung nach §14a EnWG führen.Seite 63 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Hohe Anteile an denkmalgeschützten Gebäuden liegen vor allem in der
Innenstadt, Teilen von Beuel und Bad Godesberg vor
7. Denkmalschutz Anmerkungen:
● Die denkmalgeschützten Gebäude wurden über einen
Datensatz der Stadt Bonn bestimmt.
● Auch in denkmalgeschützten Gebäuden bzw. Gebäuden mit
besonders erhaltenswerter Bausubstanz oder Gestaltung ist
eine Sanierung in der Regel möglich, gestaltet sich jedoch u.U.
komplexer, was einzelne Bauteile angeht.
● Aus einem evtl. dadurch bestehenden höheren Wärmebedarf
resultiert in der Regel eine höhere notwendige
Vorlauftemperatur und somit in Abhängigkeit von den zur
Verfügung stehenden Heizflächen ggf. eine schlechtere Eignung
für eine Wärmepumpe.
< 2 %
< 4 %
> 10 %
≤10 %
Wertebereich Bewertung
4
3
1
2
48Seite 64 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Große Teile der Innenstadt, Beuel sowie Gebiete im Norden und im Westen
sind anhand ihrer Effizienzklasse sehr gut für Wärmepumpen geeignet
8. Effizienzklasse aktuell Anmerkungen:
● Die Effizienzklasse wurde über den Quotienten der in den
Teilgebieten vorliegenden Verbräuche und der beheizten Fläche
ermittelt
● Laut Literatur sind Wärmepumpen bis ca. 130 kWh/m²
problemlos einbaubar
≥ 200 kWh/m2
≥ 160 kWh/m2
≥ 130 kWh/m2
< 130 kWh/m2
Wertebereich Bewertung
1
2
3
4
49Seite 65 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Die Eignung für Wärmepumpen anhand der Baujahresaltersklasse steigt
tendenziell vom Stadtkern zu den äußeren Teilgebieten
9. Baujahresklasse der Gebäude Anmerkungen:
● Zur Bewertung der Baujahresklassen wurde der Mittelwert
innerhalb der Teilgebiete berechnet
< 1920
< 1940
≥ 1960
< 1960
Wertebereich Bewertung
1
2
4
3
50Seite 66 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Niedrigere Sanierungsanforderung liegen im Wärmepumpen-Szenario in
Bad Godesberg sowie in der Innen- und Südstadt vor
10. Sanierungsanforderung 2045 „Wärmepumpe“ Anmerkungen:
● Dargestellt wird die durchschnittliche jährliche
Sanierungsanforderung im Teilgebiet bis zum Jahr 2045 im
Szenario „Wärmepumpe“
< 1 %
< 2 %
< 3 %
≥ 3 %
Wertebereich Bewertung
4
3
2
1
51Seite 67 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
In 82 Teilgebieten ist eine dezentrale Wärmeversorgung wahrscheinlich
bzw. sehr wahrscheinlich geeignet
Indikatoren – Wärmenetzgebiet Gewichtung
11. Eignungsstufen dezentrale Wärmeversorgung
(Wärmepumpe)
52
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet Bestands-Fernwärmenetz
Ergebnis:
● In 5 Teilgebieten ist eine dezentrale Wärmeversorgung sehr wahrscheinlich
geeignet
● In 77 Teilgebieten ist eine dezentrale Wärmeversorgung wahrscheinlich
geeignetSeite 68 von 97
BonnNetz | September 2024 | kommunale Wärmeplanung für die Stadt Bonn
Neben den geeigneten Wärmenetzgebieten im Zentrum von Bonn, ist eine
Vielzahl der Teilgebiete für eine dezentrale Versorgung geeignet
53
Eignungsstufen dez. Versorgung
(W ärmepumpe)
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet
Eignungsstufen W ärmenetzgebiet
(Fernw ärme/Nahw ärme) Wärmeversorgungsgebiete mit der höchsten
Wahrscheinlichkeit
sehr wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich geeignet
wahrscheinlich ungeeignet
sehr wahrscheinlich ungeeignet
dez. Versorgung (Wärmepumpe) sehr wahrscheinlich geeignet
dez. Versorgung (Wärmepumpe) wahrscheinlich geeignet
Wärmenetzgebiet (Fernwärme/Nahwärme) sehr wahrscheinlich geeignet
Wärmenetzgebiet (Fernwärme/Nahwärme) wahrscheinlich geeignet
Doppeleignung: dez. Versorgung (Wärmepumpe) und Wärmenetzgebiet
(Fernwärme/Nahwärme) wahrscheinlich geeignet Bestands-Fernwärmenetz
Anmerkungen:
● Aus den Eignungsstufen der
Wärmenetzgebiete und der
dezentralen Versorgung wird die
wahrscheinlichste Wärme-
versorgungsart ausgewählt
● In den Teilgebieten, in denen ein
Wärmenetzgebiet und die dezentrale
Versorgung wahrscheinlich geeignet
ist, wurde die Wärmeversorgungsart
mit der höheren Bewertung in der
ersten Nachkommastelle gewählt
● Die Teilgebiete mit der gleichen
Bewertung werden als
„Doppeleignung“ ausgewiesen.
Im Ergebnis stellt die Karte geeignete
Versorgungsoptionen je Teilgebiet dar.
Aufbauend hierauf können durch
Versorger spezifische Ausbau- und
Neubaupläne für Wärmenetze entwickelt
werden.
Diese Karte ist ausdrücklich nicht als
Zusage für eine zukünftige Wärme-
netzversorgung zu verstehen.
Ggfs. Biomasse
und
Hybridheizungen
geeignetSeite 69 von 97
Quellenverzeichnis
[1] Website energiewechsel, 2024: Übersicht zum Gesetz für Erneuerbares Heizen (Gebäudeenergiegesetz – GEG), Zugriff am
1.3.2024 (https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Dossier/geg-gesetz-fuer-erneuerbares-
heizen.html#id10c88a0b-6ef3-4cb3-811a-66cc7c69f59e)
[2] Gebäudeenergiegesetz, 2023: Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Bürgerlichen
Gesetzbuches, zur Änderung der Verordnung über Heizkostenabrechnung, zur Änderung der Betriebskostenverordnung und
zur Änderung der Kehr- und Überprüfungsordnung vom 16. Oktober 2023
[3] AG Energiebilanzen, 2024: „Auswertungstabellen“ (Stand 11/2023) (https://ag-energiebilanzen.de/daten-und-
fakten/auswertungstabellen/)
[4] Umweltbundesamt, 2019: BioRest: Verfügbarkeit und Nutzungsoptionen biogener Abfall- und Reststoffe im Energiesystem
(Strom-, Wärme- und Verkehrssektor). Dessau-Roßlau: Umweltbundesamt. Verfügbar unter:
https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2019-09-24_texte_115-2019_biorest.pdf
[5] Clausen, Jens; Seifert Thomas; Huber, Michael, 2024: Die Wärmwende. Zentrale Aufgabe einer klimaverantwortlichen
Kommunalpolitik. Scientist for Future. Berlin.
(https://de.scientists4future.org/wp-content/uploads/sites/3/2024/02/Waermewende-Buch-S4F_2024.pdf)
[6] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), 2022: Eckpunkte für eine Nationale
Biomassestrategie (NABIS) (https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Landwirtschaft/Nachwachsende-
Rohstoffe/eckpunkte-nationale-biomassestrategie-nabis.html)
[7] Deutsche Energie-Agentur, 2023: Marktmonitoring Bioenergie 2023 – Datenerhebungen, Einschätzungen und Prognosen zu
Entwicklungen, Chancen und Herausforderungen des Bioenergiemarktes
(https://www.dena.de/fileadmin/dena/Publikationen/PDFs/2023/ANALYSE_Marktmonitoring_Bioenergie_2023.pdf)
54Seite 70 von 97
Quellenverzeichnis
[8] Umweltbundesamt, 2022: E

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Datenstand: 02.11.2026, 19:04 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de