← Vorlagen

241396 · Beschlussvorlage

Städtische Datenstrategie und Datengovernance für urbane Daten

Nummer
241396
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
29.10.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung des Hauptausschusses 03.12.2024 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Unterausschusses für Digitalisierung und Organisation 19.11.2024 Empfehlung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 2,4 MB Öffnen ↗

Maschinell aus dem PDF extrahierter Text — Tabellen und Layout gehen verloren. Maßgeblich ist das PDF: PDF öffnen ↗.

Text anzeigen (45.351 Zeichen)
Beschlussvorlage
öffentlich
241396
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
62 Amt für Bodenmanagement und Geoinformation
Dezernat:
Dez. III
Städtische Datenstrategie und Datengovernance
für urbane Daten
Beratungsfolge
Unterausschuss für Digitalisierung und
Organisation
19.11.2024 Empfehlung
Hauptausschuss 03.12.2024 Entscheidung
Beschlussvorschlag
Die vorgelegte Datenstrategie wird zur Umsetzung beschlossen.
Begründung:
Die Stadtverwaltung nutzt seit langem urbane Daten, die alle digitalen
Informationen umfassen, die im städtischen Kontext gesammelt werden, wie
etwa Bevölkerungs-, Infrastruktur- und Umweltdaten. In den letzten
Jahrzehnten hat sich die Datenmenge vervielfacht und die Quellen haben sich
vervielfacht, verändert oder weiterentwickelt (z.B. Sensordaten, Klimadaten,
Satellitendaten etc.). Die Verarbeitung und Darstellung der Daten, wie
beispielsweise durch interaktive Klimadashboards, haben sich weiterentwickelt.
Echtzeitdaten spielen eine immer größere Rolle. Daher ist eine Datenstrategie
erforderlich, um den Umgang mit Daten systematisch zu steuern und den
maximalen Wert aus diesen Daten zu ziehen. Dazu gehört die Festlegung von
allgemeinen Prinzipien für den Umgang mit diesen Daten, sowie eine
Datengovernance, die diese Prinzipien in konkrete Regeln für die
Stadtverwaltung umsetzt.
Stand der Dinge
Ein Projektteam aus dem Amt 62, Amt 10 und dem CDO-Team hat Ende 2023
eine Datenstrategie und Datengovernance für urbane Daten erarbeitet. Diese
beiden Dokumente wurden mit allen Dezernaten abgestimmt, am 05.12.2023
im Lenkungsausschuss „Digitale Transformation“ beschlossen und gelten seit
dem 01.01.2024. Mit dem Aufbau der neuen Urban-Data-Plattform sollen diese
Strategien nun umgesetzt werden.
Die Datenstrategie
Zwei zentrale Prinzipien der Datenstrategie sind Datentransparenz und ein
Open-Data-First-Ansatz. Dies bedeutet, dass der Umgang mit Daten
transparent gestaltet werden soll, indem beispielsweise offengelegt wird,
welche Daten vorhanden sind und in welche Veröffentlichungskategorie sieSeite 1 von 36
Seite 2
fallen.
Herbei gibt es drei verschiedene Kategorien für die Bereitstellung, siehe Anlage
3.
Mit dem Open-Data-First Prinzip will sich die Stadtverwaltung dazu
verpflichten, alle Daten, die datenschutzkonform veröffentlicht werden können,
auch zu veröffentlichen. Die Datenstrategie ist ein öffentliches Dokument,
welches auch dem Austausch mit der Stadtgesellschaft dienen soll.
Die Datengovernance ist ein verwaltungsinternes Dokument, welches die
Arbeitsweise im Detail regeln soll. Es enthält konkrete Richtlinien und formt
damit einen einheitlichen, verlässlichen Umgang mit urbanen Daten und stellt
eine verlässliche hohe Qualität der urbanen Daten in der Stadtverwaltung
nachhaltig sicher.
Warum benötigen wir diese Strategien?
Die Implementierung dieser führt dazu, dass die Stadtverwaltung zukünftig
effizienter und transparenter mit urbanen Daten arbeiten kann. Jeder
Mitarbeiter hat Zugriff auf einen Katalog, der zeigt, welche Daten verfügbar sind
und in welche Veröffentlichungskategorie sie fallen. Dies fördert datenbasierte
Entscheidungen. Zudem werden Prozesse wie die Datenerhebung klar definiert
und kommuniziert, was nicht nur Transparenz schafft, sondern auch Zeit spart.
Fazit
Eine Datenstrategie und Datengovernance bringt einen großen Mehrwert für
die Stadtverwaltung, der sich vor allem in zeitlichem Aufwand, klaren
Prozessen und Unterstützung von datenbasierten Entscheidungen zeigt.
Dieses Vorgehen steht eng im Zusammenhang mit dem Aufbau des Urban
Data Managements.
Ziel ist es die Datenstrategie im Rat als Steuerungsinstrument zur
Kenntnisnahme und Entscheidung vorzustellen.
Ein Erklärvideo informiert über das zukünftige Zusammenspiel beider
Strategien und veranschaulicht anhand von Beispielen den Umgang damit.1
Ein politischer Beschluss unterstreicht die Wichtigkeit und die Verbindlichkeit
der Datenstrategie und deren Umsetzung.
Anlage/n
1 2024_08_UADO_Datenstrategie_09.08.24 (öffentlich)
2 2024-04-25_Datenstrategie-udr_Version1.0 (öffentlich)
3 Kategorien der urbanen Daten (öffentlich)
1 https://intranet.bonn.de/meine-arbeitshilfen/geodaten/datengovernance-und-
datenstrategie-urbaner-daten.phpSeite 2 von 36
UADO Sitzung am 03.09.2024
Datenstrategie für urbane Daten
Amt 62 und CDO- TeamSeite 3 von 36
Agenda
Was ist eine Datenstrategie?
Inhaltliche Einführung in die Bonner Strategie
Änderung durch die Datenstrategie
Beschlussvorlage
1
2
3
4Seite 4 von 36
Was ist eine
Datenstrategie und Datengovernance?
Datenstrategie • Langfristiger Plan/ Vision zum Datenumgang
• Geht nicht auf bestimmte Rollen, Prozesse ein,
sondern erläutert allgemeine Ziele
• Open-Data Ansatz
• Datentransparenz
• …
• Konkreter Plan/ Vision, die Datenstrategie umzusetzen
• Beinhaltet Regeln zu
• Rollen
• Verantwortlichkeiten
• Prozessen
• Kommunikation
• ..
DatengovernanceSeite 5 von 36
Datenstrategie* und
Datengovernance* der
Bundesstadt Bonn
• Geschrieben im Jahr 2023
• Verabschiedet im LADT am 05.12.23
• Gilt seitdem 01.01.2024
• Projekt "Implementierung der Datenstrategie und
Datengovernance"
• Laufzeit von Januar 2024 bis Dezember 2026
• Öffentlichkeitsarbeit für die Datenstrategie
und -Governance
• Intranet- und Internetseite
• Vorträge innerhalb der Stadt und mit
der Stadtgesellschaft
• Aufbau der Strukturen
4*für den urbanen DatenraumSeite 6 von 36
Strukturdaten Bevölkerung
Infrastruktur
Umwelt- und Klima
Sozioökonomische Indikatoren
städtische Dienstleistungen
Planungs- und Ortsrecht
Geo-Basisdaten
Alter
Verteilung
Nationalität
Beschäftigung
Bildung
Mobilität
MIV ÖPNVStraßen
Wasserversorgung
Luftqualität Temperatur
Niederschläge Verkehrsmengen
Pegelstände
Einkommensverteilung
Familienstand Haushaltsgröße
Radwege
BauleitplanungSatzungen
Schutzgebiete
LiegenschaftskatasterKartengrundlagen
Adressen
Gebäude
Datenraum urbane Daten umfasst u.a.:
5
Abfallentsorgung
öffentliche Einrichtungen
LuftbilderSeite 7 von 36
Ziele: Datenstrategie (wird veröffentlicht)
• fördert eine einfache Nutzung von Daten.
• fördert systematisch datengetriebene Innovationen.
• generiert mittels Daten einen hohen Nutzen für die Bevölkerung, sowie Wirtschaft und
Wissenschaft. Fördert Partizipation.
• steigert durch die Veröffentlichung der Daten die Transparenz des Verwaltungshandelns (Open
Data).
• liefert fundierte Daten für die Erreichung der Klimaschutzziele, der sozialen Gerechtigkeit und
der Mobilitätswende.
• ermöglicht mittels Daten präzisere Prognose/ Forecast und fördert transparente und
datenbasierte Entscheidungen.
• ermöglicht eine Erfolgsmessung der Entscheidungen bzw. kontinuierliche Kontrollprozesse mit
Hilfe vorliegender Daten.
6Seite 8 von 36
Ziele: Datengovernance (verwaltungs intern)
• ist verbindliches Regelwerk.
• steigert die Transparenz und die Qualität der Daten.
• schafft wirksame Strukturen zur Kontrolle.
• schafft Vertrauen in digitale Prozesse und datenbasierte Entscheidungen.
• unterstreicht den Open Data Ansatz der Bundesstadt Bonn.
• regelt die Designvollmacht hinsichtlich Geschäftsregeln, Datenmodellen,
Prozessen und Rollen.
7Seite 9 von 36
Wo merken wir erste
Auswirkungen der Datenstrategie?
8/12/2024
… Neue
Urban- Data-
Plattform
Datenstrategie und
Datengovernance
ist die Bedienungsanleitung für die
Daten in der neuen UDP
Migration urbaner
Daten auf die...Seite 10 von 36
Datenmanagement:
Open Data
Wir veröffentlichen unsere Daten grundsätzlich als offene
Daten
Hintergrundwissen
• Die Stadt Bonn hat bereits 2014 Leitlinien zum
Open Government Data veröffentlicht.
• Die Datenstrategie unterstützt das alle Daten, die
Datenschutzkonform veröffentlicht werden
können, auch offen bereit gestellt werden.
9Seite 11 von 36
Datenmanagement:
Open Data
• Dadurch stehen mehr Daten für die
Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft zur
Verfügung.
• Um Daten bereit zu stellen, verwenden wir offene
Standard Lizenzen CC
 Dies ist der "Kontaktübergabepunkt" zwischen
Softwares
 Ein Standard vereinfacht die Aufnahme und
Weitergabe von Daten
10Seite 12 von 36
Datenmanagement:
Datenschutz
Wir stellen die Daten DSGVO konform zur Verfügung.
Hintergrundwissen
• Natürlich werden bei dem Open by Default
Ansatz die DSGVO eingehalten
• Alle, in der Datenstrategie und
Datengovernance beschlossenen, neuen Regeln
sind Datenschutzgesetzkonform
11Seite 13 von 36
Datenmanagement:
Datenverfügbarkeit
12
Wir maximieren die Verfügbarkeit urbaner
Daten.
Hintergrundwissen
• Datenverfügbarkeit erfolgt aus einem
Zugriffsmanagement
• Es gibt vier Faktoren, die einen großen
Mehrwert ergeben:
 Datenintegration (eine Plattform in
der alle Daten dargestellt werden
 Standardisierung (Schnittstellen)
 Zentrale Zugriffskontrolle
 Interoperabilität (Fähigkeit zwischen
zwei Systemen nahtlos zu arbeiten)Seite 14 von 36
Datenmanagement:
Datentransparenz
13
Wir leben Transparenz in unserem Umgang mit
Daten
Hintergrundwissen
• Alle urbanen Daten unterliegen der
Datentransparenz
• Jeder Nutzer kann sich Informationen zu
Daten einsehen und so die Daten besser
interpretieren
• Dies bedeutet natürlich auch, dass alle
Datengenerierer*innen sich den
Prozessen und Abläufen verpflichten, um
die größtmögliche Transparenz
herzustellenSeite 15 von 36
Datenmanagement:
Metadaten
Wir katalogisieren unsere Daten (natürlich digital).
Hintergrundwissen
• Metadaten sind strukturierte Daten, die
Information über Merkmale anderer Daten
beinhalten
• Metadaten ermöglichen eine Katalogisierung von
Daten. Anhand von Metadaten können Daten
durchsucht werden.
14Seite 16 von 36
Kernpunkte der Datengovernance
15Seite 17 von 36
Urban Data Board (UDB)
• Neues Gremium
• Ist dem LADT untergeordnet
Aufgabe
• Bereitet strategische Entscheidungen vor
• Verabschiedet Versionierung der Datengovernance
und Strategie
• Wirbt für Akzeptanz
• Trägt Sorge für die Umsetzung
• Eskalationsinstanz bei Open Data Entscheidungen
• Schnittstelle zur Führungsebene 16
Kontakt: urban-data-board@bonn.deSeite 18 von 36
Datengenerierer*innen
(DG)
17
• (Bestehende) Rolle
• Wird benannt von den Amtsleitern
Aufgabe
• Verantwortlich für die Aktualität,
Korrektheit und Vollständigkeit ihre Daten
• Unterschreiben der Pflegevereinbarung
• Stellen die Transparenz über ihre Daten
her
• Halten die Metadaten aktuellSeite 19 von 36
Mehrwert
durch die
Daten-
strategie
- Ein gemeinsamer, strategischer Umgang mit Daten in
der Stadtverwaltung wird etabliert
- Mithilfe der Datenstrategie kann mit der
Stadtgesellschaft zur Nutzung von Daten in den
Austausch kommen
- Mehr Daten werden veröffentlicht
- Es können datenbasierte Entscheidungen auf
Grundlage aller bereits erhobener Daten getroffen
werden
- Die Stadtverwaltung kann durch mehr öffentliche
Daten transparenter handeln
- Entscheidungen können aufgrund von Daten besser
argumentiert werden
12.08.2024Seite 20 von 36
Beschluss-
Vorlage
Das Amt 62-4 und das CDO-Team beantragen einen
politischen Beschluss zur Umsetzung der
Datenstrategie.
- Dieser Beschluss manifestiert, dass auch die Politik
das Thema datenbasiertes Handeln unterstützt und es
politischer Wille ist, dies in der Stadtverwaltung
weiter umzusetzen
- Zudem unterstützt es die Umsetzung der
Datenstrategie in der Stadtverwaltung und schafft
eine größere Verbindlichkeit.
12.08.2024Seite 21 von 36
Vielen Dank für die
Aufmerksamkeit!
Euer Kontakt zu uns:
Datenstrategie@bonn.deSeite 22 von 36
Datenstrategie der Stadtverwaltung Bonn
für den Datenraum Urbane Daten | Version 1.0Seite 23 von 36
3UDR DATENSTRATEGIE
VERSION 1.0
In Kraft getreten am 5.12.2023 durch Verabschiedung im Lenkungsausschuss digitale Transformation (LADT)
Datum Version Autor genehmigt durch überarbeitetes
Kapitel/
Abschnitt
BeschreibungSeite 24 von 36
5UDR DATENSTRATEGIE
INHALT
INHALT
01 Einleitung .............................................................................................................................6
02 Kontext ................................................................................................................................6
03 Vision: Datenexzellenz der Bundesstadt Bonn .....................................................................7
04 Der Weg zur Datenstrategie urbaner Daten .........................................................................7
05 Übergeordnete Ziele der urbanen Datenstrategie ................................................................8
06 Definition: Urbane Daten .....................................................................................................9
07 Die Handlungsfelder der Datenstrategie ............................................................................10
08 Datengovernance ...............................................................................................................12
09 Datenmanagement ............................................................................................................13
09.1 Datenlebenszyklus ..........................................................................................................13
09.2 Anforderungen an das Datenmanagement......................................................................14
10 Interne Kommunikation und Kompetenz ...........................................................................19
11 Externe Kommunikation .....................................................................................................20
12 Maßnahmen .......................................................................................................................21
13 Autor*innen .......................................................................................................................22
Abkürzungsverzeichnis/ Begriffserklärung ............................................................................23
Impressum .............................................................................................................................24Seite 25 von 36
6 7UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
VISION UND WEG
EINLEITUNG UND KONTEXT
02 KONTEXT
Die Menge an Daten, die im urbanen Kontext,
in Städten, Organisationen und Unterneh-
men generiert und verarbeitet werden,
wächst stetig. Um diese Datenmengen effizi-
ent, sicher und transparent nutzbar zu ma-
chen, braucht es Verantwortlichkeiten, Pro-
zesse und Regeln. Viele Städte und
Unternehmen widmen sich dem Thema und
haben strategische Regelwerke für den Um-
gang mit Daten erstellt (darunter Wien, Bar-
celona, Soest und Hamburg). Auf Bundesebe-
ne wurde im Januar 2021 eine Datenstrategie
beschlossen. Die darin enthaltenen Maßnah-
men sollen das Nutzen und Teilen von Daten
vereinfachen und so unter anderem Wissen-
schaft und Forschung leichter zu gesell-
schaftlich relevanten Ergebnissen verhelfen.
Auch auf EU-Ebene wurde eine entsprechen-
de Datenstrategie erarbeitet.2
Die Bundesstadt Bonn hat sich im Jahr 2022
zusammen mit der Firma PD mit dem Thema
bereits auseinandergesetzt. In diesem Zu-
sammenhang ist ein Projektbericht zur Da-
tensouveränität der Bundesstadt Bonn ent-
standen.3 In diesem wird der Aufbau einer
Datenstrategie klar empfohlen. Eingebettet
in das allgemein wachsende Bewusstsein für
den strukturierten Umgang mit Daten und
vor dem Hintergrund der Entwicklungen von
Smart-City-Themen ist die vorliegende Da-
tenstrategie für den Datenraum Urbane Da-
ten der Bundesstadt Bonn erarbeitet worden.
01 EINLEITUNG
Daten haben einen zentralen Stellenwert für
Städte. Sie sind ein wesentlicher Innovations-
faktor, sowie der zentrale Teil des Informati-
onsmanagements einer digitalen Gesell-
schaft. Daten helfen dabei, fortschrittliche
Lösungen, wie zum Beispiel Klimaneutralität
oder umweltschonende Mobilität in der
Stadt, umzusetzen und sind Voraussetzung
für datengetriebene Innovationen (KI und
Machine Learning, Automatisierung und vie-
les mehr). Dabei gilt ein bewusster, struktu-
rierter Umgang mit Daten als Grundlage für
die Vermeidung von intra- und interorganisa-
tionalen Datensilos, der Prozess-Optimierung
und der Schaffung eines innovativen Daten-
ökosystem. Zudem wird durch eine klare Zu-
griffsregelungen die Datensicherheit gewähr-
leistet. In Bezug auf Datenveröffentlichungen
werden die Open Data Leitlinien durch diese
Datenstrategie ergänzt und bilden die Grund-
lage für eine künftige Shared-Data-Strate-
gie.1 In Zukunft wird eine Shared-Data-Stra-
tegie (explizit für den Datenaustausch mit
Partnerinnen und Partnern sowie anderen
Institutionen) angestrebt. Die Dokumente
dienen zukünftig als Regelwerke, um Vertrau-
en in digitale Prozesse zu schaffen.
03 VISION: DATENEXZELLENZ DER BUNDESSTADT BONN
Das städtische Leben von morgen ist zuneh-
mend digital. Um dieser Entwicklung Rech-
nung zu tragen, entsteht in der Bundesstadt
Bonn ein innovatives, sektorübergreifendes
Datenökosystem, für das Datenexzellenz an-
gestrebt wird. Datenexzellenz bedeutet dabei
die Erreichung hoher Verfügbarkeit, Transpa-
renz, Qualität, Aktualität, Schutz und Sicher-
heit von urbanen Daten. Damit wird die Ent-
wicklung digitaler Services für den internen
Gebrauch der Verwaltung, für die Bewohne-
rinnen und Bewohner der Bundesstadt Bonn
und die nutzenden Unternehmen und Institu-
tionen ermöglicht. Eine höhere Partizipation
der Beteiligten wird angestrebt. Die Daten
werden für eine professionelle Nutzung zur
Verfügung gestellt.
04 DER WEG ZUR DATEN-STRATEGIE URBANER DATEN
Die Bundesstadt Bonn hat als eine der ersten
Kommunen in Deutschland das Thema „Kom-
munale Daten“ aufgegriffen und politische
Beschlüsse zu Leitlinien und Regeln zu Open-
Data und Datenrechten gefasst. Das vorlie-
gende Strategiepapier, sowie das Governan-
cepapier wird sich im Folgenden immer
wieder auf schon verabschiedete Dokumente
beziehen. Diese Dokumente behalten ihre
Gültigkeit und werden nicht durch die Daten-
strategie ergänzt oder ersetzt (siehe Kapitel
12, Punkt 2 und Punkt 4).
Folgende Meilensteine wurden bereits er-
reicht:
„ 2016: ÖPNV - Verkehrsdaten werden als
Echtzeitdaten OpenData zur Verfügung
gestellt1
„ 2014: Bonn erstellt Leitlinien zu OpenDa-
ta: Open Goverment Data OGD2/3, die
durch den Stadtrat beschlossen werden.
Hierbei handelt es sich um den ersten
kommunalen Beschluss zu Open Data in
Deutschland.
„ 2014: Umsetzung des OpenData-Portals
3. PD PROJEKTBERICHT2. DIGITAL STRATEGY
1. SMARTCITY BONN
1. BESCHLUSSVORLAGE
OPEN DATA 2016
2. BONN ARCHIV 2 3. OPENDATASeite 26 von 36
8 9UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
DEFINITION URBANE DATEN
ÜBERGEORDNETE ZIELE
05 ÜBERGEORDNETE ZIELE DER URBANEN DATENSTRATEGIE
Die Bundesstadt Bonn
„ fördert eine einfache Nutzung von Da-
ten. Mithilfe der Datenstrategie soll best-
möglich vom Zugriff auf Daten und deren
Analyse profitiert werden1.
„ fördert systematisch datengetriebene In-
novationen2 sowohl innerhalb der Stadt-
verwaltung als auch zusammen mit der
Stadtgesellschaft, mit Wissenschaft,
Wirtschaft und anderen Institutionen.
„ generiert mittels Daten einen hohen Nut-
zen für die Bevölkerung, sowie Wirtschaft
und Wissenschaft. Fördert Partizipation,
schafft lebenswerte Wohnquartiere und
eine leistungsfähige Vorteilsumgebung
für Unternehmen.
„ steigert durch die Veröffentlichung der
Daten die Transparenz des Verwaltungs-
handeln.
„ liefert fundierte Daten für die Erreichung
der Klimaschutzziele, der sozialen Ge-
rechtigkeit und der Mobilitätswende.
„ schafft durch die Datenstrategie und Da-
tengovernance wirksame Strukturen zur
Kontrolle von Datenschutz- und Sicher-
heitsstandards (nach dem Bundesdaten-
schutzgesetz) und schafft damit Vertrau-
en in digitale Prozesse.
„ setzt Open Data innovativ und erfolgreich
um. Durch die optimierte und freie Ver-
wendung von Daten wird ein Mehrwert
(Bsp. Transparenz) für die Stadtgesell-
schaft und die Verwaltung selbst ge-
schaffen.
„ stellt Werkzeuge für urbane Daten zur
Verfügung, welche dynamischen Prozes-
sen gewachsen sind und sich anpassen
lassen.
„ ermöglicht mittels Daten präzisere Prog-
nosen/ Forecast und fördert transparen-
te und datenbasierte Entscheidungen.
„ ermöglicht mit ihrer Datenstrategie Er-
folgsmessungen der Entscheidungen
bzw. kontinuierliche Kontrollprozesse
mithilfe vorliegender Daten.
„ treibt mit den Daten die Inklusion an und
setzt Merkmale der Inklusion um (Meta-
daten).
06 DEFINITION: URBANE DATEN
Urbane Daten beziehen sich auf eine Vielzahl
von Daten, die in städtischen, kommunalen
Kontexten gesammelt werden1. Diese kön-
nen aus verschiedenen Quellen stammen,
wie zum Beispiel der Stadtverwaltung selbst,
anderen Behörden, Unternehmen, öffentli-
chen Einrichtungen, Einzelpersonen oder
auch von Netzwerksensoren, die von den zu-
vor genannten Akteur*innen eingesetzt wer-
den. Die Daten können vielfältige Aspekte
des städtischen Lebens und Verwaltungs-
handelns abdecken.
Nicht abschließend können hier folgende Be-
reiche aufgeführt werden:
Bevölkerungsdaten: Alter, Verteilung Nationalität, Be-
schäftigung, Bildung, Mobilität, Einkommensverteilung,
Familienstand, Haushaltsgröße, und mehr
Infrastrukturdaten: Verkehr, öffentlicher Verkehr, Bil-
dung, Straßeninfrastruktur, Energie- und Wasserver-
sorgung, und mehr
Umwelt- und Klimadaten: Luftqualität, Temperatur,
Niederschläge, Verkehrsmengen, Pegelstände, und
mehr
Daten zu städtischen Dienstleistungen: Abfallent-
sorgung, öffentlicher Nahverkehr, öffentliche Einrich-
tungen, und mehr
Planungs- und Ortsrecht: Bauleitplanung, Satzungen,
Schutzgebiete, und mehr
Geo-Basisdaten: Liegenschaftskataster, Luftbilder,
Kartengrundlagen, Adressen, Gebäude, und mehr
Indikatoren: Kennzahlen zur Herstellung einer Mess-
und Vergleichbarkeit, und mehr
Urbane Daten werden oft genutzt, um das Verständnis
für die Dynamik und die Herausforderungen in städti-
schen Umgebungen zu verbessern. Sie können zur
Verbesserung der Stadtplanung und -verwaltung, zur
Formulierung politischer Maßnahmen, zur Effizienzstei-
gerung bei städtischen Dienstleistungen und zur Lö-
sung sozialer, wirtschaftlicher und umwelttechnischer
Probleme beitragen.
Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), künstli-
che Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen werden
zunehmend genutzt, um urbane Daten zu sammeln,
aber auch um Sie zu analysieren und daraus die zuvor
genannten Effekte zu erzielen.
1. DEUTSCHER
STÄDTETAG
2 Dies wird unter anderem durch das Führen der Daten in der UDM, das Datenmanagement und die -Visualisierung
mittels Geodateninfrastruktur in der UDP, Digitalisierung interner Abläufe, durch Entwicklungspartnerschaften und
Strategieentwicklung (Digitalisierungsstrategie, Datenstrategie, Open-Data-Strategie) realisiert.
1. SMART-CITYSeite 27 von 36
10 11UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
HANDLUNGSFELDER UND DATENSTRATEGIE
HANDLUNGSFELDER DER DATEN STRATEGIE
07 DIE HANDLUNGSFELDER DER DATENSTRATEGIE
Die Datenstrategie ist ein zusammenfassendes Dokument, das in verschiedenen Handlungs-
feldern Festlegungen zu strategischen Ziele, Zuständigkeiten Verantwortlichkeiten, Prozesse
und Rollen im Umgang mit Daten zu beachten sind. Die Vorgaben der Datengovernance und des
Datenmanagements sind hierbei wesentlich und sie sind letztendlich die Führungsgrößen zur
Auslegung der Systemebene. Die drei Handlungsfelder der Datenstrategie tragen gemeinsam
zur Zielerreichung der formulierten Vision „Datenexzellenz“ bei.
Datengovernance:
(Regelungsebene) beschreibt den Umgang mit Daten und setzt mit Leitlinien und Regeln den
strategisch-konzeptionellen Rahmen. Hier werden die relevanten Prozesse zur Einhaltung von
Datenqualität und Datensicherheit im Rahmen der Datenverarbeitung festgelegt. Datengover-
nance formuliert die für die Umsetzung der einzelnen Prozessschritte notwendigen Rollen und
Verantwortlichkeiten.
Systemebene:
Hier werden die relevanten Tools und die Urban Data Plattform (UDP) zur technischen Umset-
zung der vorher getroffenen Regelungen im Umgang mit Daten festgelegt und implementiert.
Zudem wird hier die Datenarchitektur inklusive der (Zugangs-) Regelungen realisiert. Die Daten
werden auf einer zentralen Datenplattform systemseitig zusammengeführt und verarbeitet.
Datenmanagement:
(Ausführungsebene) definiert auf operativer Ebene die Aufgaben für das Erheben, Speichern,
Verarbeiten, Archivieren bis hin zum Löschen von Daten. Die einzelnen Bausteine des Datenle-
benszyklus werden definiert und mit spezifischen Aufgaben hinterlegt. Datenmanagement re-
gelt die regelmäßige Überprüfung und Umsetzung der formulierten Vorgaben.
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Ziele und Funktionen von Datengovernance, Systemebene und Daten-
management und verdeutlicht die Abgrenzung der Bereiche.
Abbildung 1: Die Handlungsfelder der Datenstrategie Abbildung 2: Abgrenzung von Datengovernance, Systemebene und Datenmanagement
AUFGABE
Entscheidungsrahmen und Re-
geln für das Datenmanagement,
Steuerungsfunktion mit Verant-
wortlichkeiten
CHARAKTER
Vorgebend (strategisch)
ZIEL
Einheitliches Verständnis für
Daten/Terminologie
ZUSTÄNDIG FÜR
ƒ Vorgaben für das
Datenmanagement
ƒ Gesamtverantwortung
ƒ Designvollmacht hinsichtlich
Geschäftsregeln, Datenmo-
delle, Prozesse und Rollen
ƒ Prüft die Einhaltung von (ISO)
Normen und entscheidet wie
diese umgesetzt werden kön-
nen
AUFGABE
Technische Konzeption und Be-
reitstellung der Daten Plattform
und Integration anderer IT-Sys-
teme
CHARAKTER
Ausführend (operativ)
ZIEL
Nachhaltiger Betrieb und Wei-
terentwicklung der technischen
Infrastruktur der Daten Platt-
form
ZUSTÄNDIG FÜR
ƒ Technische Konzeption und
Umsetzung
ƒ Sicherstellung vom Betrieb,
IT-Sicherheit und Verfügbar-
keit der Daten-Plattform
ƒ Verwendung offener Stan-
dards und Bereitstellung stan-
dardisierter Schnittstellen
AUFGABE
Operative Entscheidungen, Pla-
nung, Überwachung und Bereit-
stellung von Daten
CHARAKTER
Ausführend (operativ)
ZIEL
Verfügbarmachung von Daten
und Maximierung der Datenqua-
lität
ZUSTÄNDIG FÜR
ƒ Datenqualitätsprüfung
ƒ Integration strategischer
Datenquellen
ƒ Compliance und Datenschutz
Datenstrategie
Daten-
governance Systemebene Daten-
management
DATENGOVERNANCE SYSTEMEBENE DATENMANAGEMENTSeite 28 von 36
12 13UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
DATENMANAGEMENT
DATENGOVERNANCE
08 DATENGOVERNANCE
Datengovernance hat zwei maßgebliche Auf-
gaben: zum einen eine formalisierte Prozess-
gestaltung für den sicheren Umgang mit Da-
ten und zum anderen die Ausgestaltung der
notwendigen Rollen und dazugehörigen Ver-
antwortlichkeiten. Letzteres bedeutet für die
Bundesstadt Bonn jedoch keine Neugestal-
tung der Linien-Organisation, sondern eine
fachgerechte Aufteilung von Verantwortlich-
keiten entlang des Datenlebenszyklus. For-
malisierte Prozesse sowie die Aufteilung und
eindeutige Zuordnung von Aufgaben und Ver-
antwortlichkeiten sind die Voraussetzungen
für „Datenexzellenz“. Die Datengovernance
der Bundesstadt Bonn (Rollen, Verantwortli-
chen, Struktur) ist im Dokument „Datengo-
vernance“ festgehalten.
09 DATENMANAGEMENT
Datenmanagement beinhaltet die Arbeits-
schritte der angelegten Prozesse, die von der
Generierung bis zur Ablage und Löschung
von Daten im Rahmen des Datenlebenszyk-
lus durchlaufen werden.
09.1 Datenlebenszyklus
Verantwortlichkeiten und Regeln im Umgang
mit Daten müssen vor allem an den Übergän-
gen der einzelnen Phasen eines Datenlebens-
zyklus – der Zeitspanne, in der Daten in ei-
nem System existieren – benannt sein. Dies
wird im „Datengovernance“ Papier festgehal-
ten. Jede Phase des Datenlebenszyklus stellt
unterschiedliche Anforderungen an IT- Syste-
me und Verantwortlichkeiten. Der Übergang
von einer zur nächsten Phase ist in Bezug auf
Datensicherheit und Datenschutz der jeweils
kritische Punkt. Die einzelnen Phasen des
Datenlebenszyklus und die dazugehörigen
Aufgaben sind in den folgenden Unterkapi-
teln skizziert.
09.1.1 Datenintregation/Datenqualifizierung
Die erste Phase des Datenlebenszyklus umfasst die
Aufnahme, sowie die technische und inhaltliche Prü-
fung der Daten. Hierbei werden sie nach internen Vor-
gaben klassifiziert und in einem mehrstufigen Prozess
(fachlich und rechtlich) freigegeben. Anschließend er-
folgt die Aufnahme der Daten in die Datenplattform.
Die Arbeitsschritte dienen der Vorbereitung für die spä-
tere Verwendung.
09.1.2 Datenveröffentlichung
Im Zuge der Datenbereitstellung werden die fachlich-
inhaltlich (freigegebenen) Daten auf ihre korrekte Da-
tenmodellierung und Art der Bereitstellung (Format,
Schnittstelle) hin geprüft, aufbereitet, gegebenenfalls
visualisiert und über verschiedene Frontends (Präsen-
tationsmöglichkeiten wie Geoportal, Programmschnitt-
stelle [APIs], Dashboards etc.) bereitgestellt.
DATEN-
INTEGRATION
DATEN-
ARCHIVIERUNG
DATEN-
VERÖFFENT-
LICHUNG
DATEN-
ANALYSE
DATEN-
PFLEGE
Abbildung 3: Datenlebenszyklus der urbanen Daten der Bundesstadt BonnSeite 29 von 36
14 15UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
DATENMANAGEMENT
DATENMANAGEMENT
09.1.3 Datenanalyse
Ziel dieser Phase ist die sinnvolle Verknüp-
fung und zielgenaue Auswertung von Daten.
Potenziell können Analyse und Auswertung
dafür auch von externen Akteurinnen und Ak-
teuren durchgeführt werden. Die Ergebnisse
der Analysephase können ebenfalls visuali-
siert werden.
09.1.4 Datenpflege und Archivierung
Die Datenpflege umfasst die Aktualisierung
sowie die laufende Qualitätskontrolle. Das
umfasst die sinnvolle Modellierung von Er-
gänzungen des Datenmodells im laufenden
Lebenszyklus sowie die gegebenenfalls not-
wendige Beendigung des Lebenzyklus durch
die Archivierung von Datensätzen.
09.2 Anforderungen an das
Datenmanagement
Um Datenexzellenz umzusetzen, müssen An-
forderungen an die Daten selbst und an den
Umgang mit ihnen (Datenmanagement) defi-
niert werden (siehe Kapitel 12, Punkt 1).
09.2.2 Datenverfügbarkeit
Eine exzellente Datenverfügbarkeit umfasst
die Haltung und Erreichbarkeit relevanter
Daten für alle Nutzer*innen der Datenplatt-
form des UDM. Die Bereitstellung von Daten
aus eigenen oder Drittsystemen erfolgt für
die Nutzergruppen über ein geregeltes Zu-
griffsmanagement. Vier Faktoren erhöhen
die Verfügbarkeit von Daten für Nutzende
und damit auch den Mehrwert der Daten-
plattform:
„ Datenintegration (Datenquellen aus al-
len Bereichen des urbanen Raums in ei-
ner Umgebung vereint nutzbar zu ma-
chen)
„ Standardisierung (die Anwendung und
Nutzung von internationalen, verbreiteten
und offenen Standards)
„ Zentrale Zugriffskontrolle (die Möglich-
keit alle Zugriffe zentral und einheitlich
zu regeln)
„ Interoperabilität (Fähigkeit unterschied-
licher Systeme möglichst nahtlos zusam-
menzuarbeiten)
Wir veröffentlichen unsere Daten
grundsätzlich als offene Daten
Wir „maximieren“ die Verfügbarkeit
urbaner Daten.
Wir bieten qualitativ hochwertige
Daten an und vermeiden
Datenredundanzen.
09.2.1 Open Data - Open by default
Unter Open Data versteht man den Zugang
zu frei verfügbaren und weiterverwendbaren,
möglichst maschinenlesbaren Daten. Open
Data ist ein wichtiger Baustein beim sektor-
übergreifenden Arbeiten – sowohl im gesamt-
städtischen Kontext als auch innerhalb der
eigenen Organisation.1
Im Bereich Open Data kommt offenen Ver-
waltungsdaten eine besondere Bedeutung
zu, denn sie fördern Transparenz, Partizipati-
on und Innovation in allen gesellschaftlichen
Bereichen.
Sie sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfak-
tor,1 erhöhen die Transparenz politischer Ar-
beit und unterstützen Partizipation und Ver-
trauen in Politik und Verwaltung. Open Data
schafft Transparenz und Vertrauen, befördert
Innovationen, fördert die Wirtschaft und
schafft ökonomische Mehrwerte. Open Data
ist somit eine Voraussetzung für eine innova-
tive Verwaltung sowie für die Zusammenar-
beit mit Wissenschaft und Gesellschaft. In
Bonn können wir bereits erfolgreich auf
OpenData Leitlinien und Beschlüsse zurück-
greifen2,3,4
2. OPENDATA 2
1. EUROPEAN
DATA PORTAL
3. BONN ARCHIV 3 4. OPENDATA 3
1. 5STARDATA
09.2.3 Datenqualität
Die Qualität von Daten ist kontextabhängig
und die Kriterien zur Messung der Güte sind
damit nicht immer gleich. Daneben greifen
Qualität und Integrität von Daten ineinander,
sind aber nicht zwingend kongruent.
Auf der folgenden Seite werden Kriterien zur
Bewertung der Datenqualität genannt, ihre
Gewichtung ist dabei fallabhängig. Für die Er-
reichung einer exzellenten Datenqualität
müssen alle Handlungsfelder der Datenstra-
tegie ineinander greifen (siehe Kapitel 07 die
Handlungsfelder der Datenstrategie).
Die Qualität der Bereitstellung des jeweiligen
Datenangebots wird gemessen an der Stufe
des „5-Sterne Open Data Modells“. Ziel ist
es eine möglichst hohe Stufe für alle Daten-
sätze zu erreichen.1 Neben den 5-Sterne-Mo-
dell sollen folgende Merkmale qualitativ
hochwertiger Daten für die urbanen herge-
stellt werden (s. Tabelle 1).Seite 30 von 36
16 17UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
09.2.4 Datenschutz
Datenschutz ist die umfassende und dauer-
hafte Einhaltung der gesetzlichen, vertragli-
chen sowie in den intern festgeschriebenen
Regelungen im Umgang mit Daten. Die Bun-
desstadt Bonn stellt die Konformität mit ihrer
Datengovernance sicher. Neben der Einhal-
tung gesetzlicher Vorschriften wie der Daten-
schutzgrundverordnung (DSGVO und dem
Datenschutzgesetz NRW), dem Datengover-
nance Act oder der PSI-Richtlinie (Reuse of
Public Sector Information) und den Urheber-
rechten werden für den Umgang mit Daten
auch eigene Richtlinien (Bsp. Datengover-
nance) gesetzt.
Diese finden beispielsweise Anwendung im
Umgang mit Daten aus Infrastrukturen im
Rahmen des Internet of Things (IoT) im Da-
tenhoheitsgebiet der Bundesstadt Bonn. Zu-
dem wurde 2018 die Datenethikkommission
(DEK) gegründet, die Daten hinsichtlich ihrer
ethnischen Maßstäbe und Leitlinien prüft.1,2
DATENMANAGEMENT
DATENMANAGEMENT
Qualitätskriterium Deutsch/Englisch Beschreibung
Vollständigkeit Completeness Ein Datensatz muss alle notwendigen Attribute enthalten.
Attribute müssen alle notwendigen Daten enthalten.
Eindeutigkeit Uniqueness Jeder Datensatz muss eindeutig interpretierbar sein.
Korrektheit Correctness Die Daten müssen mit der Realität übereinstimmen.
Aktualität Timeliness Alle Datensätze müssen jeweils den aktuellen Zustand
der abgebildeten Realität entsprechen.
Genauigkeit Accuracy Die Daten müssen in der jeweils geforderten Exaktheit
vorliegen.
Konsistenz Consistency Ein Datensatz darf in sich und zu anderen Datensätzen
keine Widersprüche aufweisen.
Redundanzfreiheit Non-redundancy Innerhalb der Datensätze dürfen keine Dubletten vorkom-
men.
Relevanz Relevancy Der Informationsgehalt von Datensätzen muss den jewei-
ligen Informationsbedarf erfüllen.
Einheitlichkeit Uniformity Die Informationen eines Datensatzes müssen einheitlich
strukturiert sein. Das heißt, eine Menge von Daten wird
fortlaufend einheitlich präsentiert.
Verständlichkeit Understandability Die Datensätze müssen in ihrer Begrifflichkeit und Struk-
tur mit den Vorstellungen aller, die Informationen emp-
fangen (zum Beispiel die Fachbereiche), übereinstimmen.
Verlässlichkeit (Validät) Reliability Die Entstehung der Daten muss nachvollziehbar sein.
Tabelle 1: Mögliche Kriterien für Datenqualität
Wir stellen die Daten DSGVO
konform zur Verfügung.
Wir etablieren sichere
Systeme und Prozesse
09.2.5 IT-Sicherheit
Neben dem korrekten Umgang mit Daten ist
auch die Sicherheit von Daten, mithin der
Schutz vor unbefugtem oder unberechtigtem
Zugriff, notwendig, um:
„ Vertraulichkeit (das heißt Schutz von ver-
traulichen Daten),
„ Integrität (Konsistenz, Genauigkeit, Ver-
trauenswürdigkeit der Daten)
„ Verfügbarkeit von Daten
sicherzustellen.
Die Datenklassifikation anhand eines Daten-
Sensibilitätsspektrums legt dabei den Grund-
stein für die Anwendung von IT-Sicherheits-
standards und -maßnahmen fest.
Die Sicherheit von Daten wird ohne Kompro-
misse gewährleistet. Dementsprechend wer-
den Maßnahmen zur Sicherstellung formu-
liert und umgesetzt. Ein zertifiziertes
Rechenzentrum nach BSI Standards ist für
die Datenhaltung ein weiterer elementarer
Bestandteil im Umgang mit Daten der UDM.
1. DATASCHOOL1. BMI BUND
(Quelle: BINEX), [https://www.business-information-excellence.de/component/content/article?id=86:datenqua-
litaet-messen-11-datenqualitaets-kriterien]Seite 31 von 36
18 19UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
KOMMUNIKATION
DATENMANAGEMENT
09.2.6 Datentransparenz
Alle urbanen Daten, die in der Stadtverwaltung erzeugt werden, unterliegen der Datentranspa-
renz. Das heißt, dass alle Datenerzeuger*innen sich an die Prozesse und Abläufe der Datengo-
vernance halten müssen und damit die Nutzbarkeit für alle Berechtigten sicherstellen. Daten-
transparenz gibt Einblicke darüber, was mit den vorhandenen Daten passiert, welchen
Verarbeitungsschritten sie unterliegen, wie sie gespeichert und gelöscht werden und nach wel-
chen Regeln der Zugriff auf sie geschieht. Einen besonderen Stellenwert haben hierbei perso-
nenbezogene Daten. Diese sind im Sinne des Datenschutzes besonders sorgfältig zu behandeln.
Um für diese Daten Datensouveränität zu gewährleisten, ist Datentransparenz essenziell. Erst
durch das Wissen, was mit personenbezogenen Daten passiert, kann auch darauf vertraut wer-
den, dass geltende Vorschriften und Gesetze eingehalten werden.
09.2.7 Datenrechte
Die Datenrechte geben Auskunft darüber, wer die Hoheit über die Daten hat. Dabei ist der Be-
griff Datenrechte nicht einheitlich definiert. Synonym werden häufig die Begriffe Datenhoheit
oder Datensouveränität benutzt.1 Rechte werden über Lizenzen vergeben. Immer häufiger wer-
den im kommunalen Kontext Anwendungen oder Apps eingesetzt, von denen auf die eignen
Daten nicht mehr frei zugegriffen werden kann. In diesem Kontext ist es wichtig, die bei der
Stadt vorhanden Datennutzungsklauseln anzuwenden.2 Ziel dieser Klauseln ist weiter „Herr der
Daten“ zu sein und selbst entscheiden zu können, was damit passieren soll.
09.3.8 Metadaten
Metadaten sind „strukturierte Daten, die Informationen über Merkmale anderer Daten enthal-
ten“1, kurz gesagt „eine Datenbeschreibung“. Sie geben unter anderem Auskunft über Erstel-
lungsdatum, Inhalte, Aktualität, aber auch Nutzungsrechte etc.. Metadaten sind essenziell, um
das Auffinden von relevanten Daten und die Einschätzung der Eignung zur angestrebten Nut-
zung effizienter zu gestalten. Sie sind ein wichtiger Baustein der angestrebten Datenexcellence.
Mittels eines (webbasierten) Metadatenkatalogs können die Metadaten präsentiert und durch-
sucht werden, sodass Metadaten zentral in einem System vorliegen. Metadaten zu den urbanen
Daten ermöglichen erst eine klare Aussage zum bereitgestellten Datensatz. Die Verwendung
standardisierter Metadatenschemata und standardisierter Metadatendienste sorgt für die Ver-
breitung der Metadaten in föderalen Systemen.
10 INTERNE KOMMUNIKATION UND KOMPETENZ
Das Kernziel der internen Kommunikation ist, allen städtischen Mitarbeitenden die Wich-
tigkeit und Notwendigkeit einer gelebten Datenstrategie und Datengovernance zu ver-
mitteln und die dazugehörige Kompetenz aufzubauen.
Interne Kommunikation
Ziel der internen Kommunikation ist neben dem oben genannten Kernziel, allen Nutzenden den
Prozess zu erklären und die je nach Prozessschritt relevanten Ansprechpartner*innen zu nen-
nen. Ein Kernelement der internen Kommunikation wird die Intranetseite der Bundesstadt Bonn
sein. Diese wird Informationen über die aktuellen Dokumente, Ansprechpartner*innen und Ver-
linkungen enthalten (siehe Kapitel 12, Punkt 3).
Kompetenz für die neuen Datenrollen in der Verwaltung
Ein weiteres Ziel der Datenstrategie ist es die Kompetenz für den Umgang mit Daten in der Ver-
waltung zu stärken. Insbesondere die Stakeholder stehen dabei im Fokus. Um diese Kompetenz
aufzubauen sind Schulungen vorgesehen. Gegenstand der Schulungen sind das Rollenbild, die
Prozesse und die Aufgaben der neuen Datenrollen (siehe Datengovernance für den Datenraum
Urbane Daten) (siehe Kapitel 12, Punkt 3).
Wir leben Transparenz in unserem Umgang mit Daten.
Wir behalten die Hoheit über unsere Daten.
Wir katalogisieren unsere Daten.
2. BLOG BONN
1. BVA BUND
1. OPEN NRWSeite 32 von 36
20 21UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
MASSNAHMEN
KOMMUNIKATION
12 MASSNAHMEN
1. Ganzheitliche Datennutzung fördern1
Æ Weiterhin Raum für die Erprobung datengestützter
Ansätze geben
Æ Einen ganzheitlichen Ansatz zum souveränen Um-
gang mit Daten frühzeitig planen
Æ Umgang mit Daten als strategische Aufgabe und
dauerhafte Strukturarbeit begreifen
2. Strategisches Selbstverständnis
entwickeln1
Æ Datenstrategie als laufenden Prozess verstehen
Æ Datenstrategie messbar machen
Æ Datenstrategie greifbar machen
3. Datenkultur und -kompetenz fördern1, 2
Æ Datenkultur als Change-Prozess begreifen und um-
setzen
Æ Spielräume schaffen und Erfolge kommunizieren
Æ Datenkompetenz verwaltungsweit aufbauen
Æ Datenkultur und Datenkompetenz im Dialog mit al-
len interessierten Stakeholdern entwickeln
4. Dateninfrastrukturen für urbane Daten
aufbauen1
Æ Dateninfrastruktur nach Prioritäten aufbauen
Æ Gesamtarchitektur im Kontext von Datengovernan-
ce und wichtigen Akteuren entwickeln
Æ Möglichkeiten zur iterativen Weiterentwicklung
schaffen Haushaltsmittel, Ressourcen und Förder-
mittel sichern
5. Umsetzung der Strategie mittels Projekten
und dem Management des Portfolios
Æ Durchführen von Veranstaltungen mit den Bürgern
zu dem Thema Datenstrategie und Datengovernan-
ce
Æ Exemplarisches Durchgehen mit Stakeholdern
(Bürger*innen) über den Mehrwert der Datenstra-
tegie an bestimmten Fachthemen
Æ Hackathon zur Verkehrswende
Æ Mehrwert z.B. sichtbar am Dashboard für den Kli-
maplan
Æ Auftraggeber der Daten, Datenhaltung und damit
des UDMs ist die Verwaltung und die Programmbü-
ros
11 EXTERNE KOMMUNIKATION
Das Kernziel der externen Kommunikation ist, der Stadtgesellschaft die Wichtigkeit und
Notwendigkeit einer gelebten Datenstrategie und Datengovernance zu vermitteln und
die persönliche Nutzung urbaner Daten zu ermöglichen.
Die Stadt Bonn strebt mit der Kommunikation eine gesteigerte Transparenz zum strategischen
Umgang mit urbanen Daten an, die den Stakeholdern die Vorteile des Managements urbaner
Daten erläutern soll. Die Bonner Stadtgesellschaft soll sich jederzeit zu dem Thema Datenstra-
tegie informieren können. Ein Kernelement der Kommunikationskanäle ist dabei die Internet-
seite www.bonn.de (siehe Kapitel 12, Punkt 5).
Die zu transportierenden Informationen sollen die aktuelle Datenstrategie, Links zur UDP und
die Ansprechpartner*Innen sein. Die Informationen soll die Bürger*Innen ermächtigen am Da-
tenumgang zu partizipieren und selber aktiv zu werden.
Es sollen alle Teile der Stadtgesellschaft miteinbezogen werden, egal ob es sich um private,
wissenschaftliche oder wirtschaftliche Stakeholder handelt. Dazu wird ein beidseitiger Aus-
tausch gewünscht. Dies soll über Kommunikationsformate wie z.B. Workshops, Hackatons, Di-
gitalfabrik und Digitaltag passieren.
2. SMART CITY 21. PD-G 2Seite 33 von 36
22 23UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE
AUTOR*INNEN
13 Autor*innen
Guido Blome
André Dornbusch-Schwickerath
Annastasia Elschner
Friedrich Fuß
Anastasia Hellwich
Sven Hense
Sarah Hermes
Julia Hühnermann
Alina Kehlenbach
Michèle Lichte
Moritz Noetzel
Sonja Tulbure
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS
UDR Urbaner Datenraum
UDM Urban Data Management
UDP Urban Data Plattform
KI Künstliche Intelligenz
IoT Internet of Things
DB Datenbank
API Schnittstelle
DMZ Demilitarisierte Zone (Pufferzone)
UDB Urban Data Board
LDM Leitung Daten Management
DMT Datenmanagement Team
DAL Datenlots*innen
DG Datengenerierer*innen
DSB Datenschutzbeauftragte
DSSB Datenschutz-Sachbearbeiter*innen
BEGRIFFSERKLÄRUNGEN
Datenmodellierung ist die schematische Darstellung
von Datenflüssen.
Dashboard ist eine grafische Darstellung wesentlicher
Informationen zu einem Thema, die schnell erfassbar
sind. (Sehr bekannt sind Sie geworden als das RKI re-
gelmäßig neue Zahlen zur Corona Pandemie veröffent-
licht hat).
Stage-Gate-Prozesse sind Prozesse, die durch ver-
schiedene Phasen oder Stages laufen. Dabei können
diese Prozesse nicht einfach in die nächste Phase wei-
terspringen, sondern müssen durch ein „Gate“, oft ein
Gremium, wo Sie ihren Fortschritt vorstellen. Stage-
Gate-Prozesse werden regelmäßig kontrolliert und re-
duzieren dadurch Projekt-/Prozessrisiken.
Standardisierte Softwareschnittstellen sind allge-
mein anerkannte und dokumentierte Schnittstellen.
Durch sie werden Daten verschiedener Prozesse und
Komponenten geregelt und ermöglicht. Sie sind von
unabhängigen Organisationen entwickelt worden und
allgemein verfügbar. Sie ermöglichen einen reibungs-
losen Datenaustausch.
Der urbane Daten Raum (udR) ist eine Umschreibung
für alle Belange die sich mit urbanen Daten befassen.
(s. Kapitel: Definition urbane Daten)
Das Urban Data Management (UDM) kümmert sich
um die Umsetzung der Datenstrategie und Daten Go-
vernance und stellt eine technische Plattform (UDP)
urbaner Daten bereit.
Die urbane Datenplattform (UDP) ist die technische
Plattform auf der urbane Daten zur Verfügung gestellt
werden. Auf dieser können die Daten zur Erfasst, Be-
arbeitet, Organisiert, Analysiert und Präsentiert wer-
den.
ERLÄUTERUNGEN
Wenn Sie die (Zahlen)Kürzel der Fachämter nachlesen
möchten, können Sie dies unter diesem Link tun:
https://www.bonn.de/service-bieten/stadtverwal-
tung-a-bis-z/dezernate-aemter.php
Bei Anmerkungen, Nachfragen oder sonstigen Rückmeldungen melden Sie sich
bitte beim CDO-Team unter: datenstrategie@bonn.deSeite 34 von 36
Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation/Amt für Presse,
Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit, Titel: © Mary Markevich/stock.adobe.com, April 2024Seite 35 von 36
Seite 36 von 36

Folgen Neue Vorlagen, Sitzungen und Auswertungen aus dem Bonner Rat — im Fediverse, ohne Konto lesbar.

bonn.social/@biz ↗
Im ALLRIS öffnen ↗

Datenstand: 02.11.2026, 23:12 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de