241396 · Beschlussvorlage
Städtische Datenstrategie und Datengovernance für urbane Daten
Kerndaten
- Nummer
- 241396
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 29.10.2024
- Letzte Änderung
- 17.09.2026
Beratungsfolge
- Sitzung des Hauptausschusses Entscheidung federführend
- Sitzung des Unterausschusses für Digitalisierung und Organisation Empfehlung
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Beschlussvorlage öffentlich 241396 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 62 Amt für Bodenmanagement und Geoinformation Dezernat: Dez. III Städtische Datenstrategie und Datengovernance für urbane Daten Beratungsfolge Unterausschuss für Digitalisierung und Organisation 19.11.2024 Empfehlung Hauptausschuss 03.12.2024 Entscheidung Beschlussvorschlag Die vorgelegte Datenstrategie wird zur Umsetzung beschlossen. Begründung: Die Stadtverwaltung nutzt seit langem urbane Daten, die alle digitalen Informationen umfassen, die im städtischen Kontext gesammelt werden, wie etwa Bevölkerungs-, Infrastruktur- und Umweltdaten. In den letzten Jahrzehnten hat sich die Datenmenge vervielfacht und die Quellen haben sich vervielfacht, verändert oder weiterentwickelt (z.B. Sensordaten, Klimadaten, Satellitendaten etc.). Die Verarbeitung und Darstellung der Daten, wie beispielsweise durch interaktive Klimadashboards, haben sich weiterentwickelt. Echtzeitdaten spielen eine immer größere Rolle. Daher ist eine Datenstrategie erforderlich, um den Umgang mit Daten systematisch zu steuern und den maximalen Wert aus diesen Daten zu ziehen. Dazu gehört die Festlegung von allgemeinen Prinzipien für den Umgang mit diesen Daten, sowie eine Datengovernance, die diese Prinzipien in konkrete Regeln für die Stadtverwaltung umsetzt. Stand der Dinge Ein Projektteam aus dem Amt 62, Amt 10 und dem CDO-Team hat Ende 2023 eine Datenstrategie und Datengovernance für urbane Daten erarbeitet. Diese beiden Dokumente wurden mit allen Dezernaten abgestimmt, am 05.12.2023 im Lenkungsausschuss „Digitale Transformation“ beschlossen und gelten seit dem 01.01.2024. Mit dem Aufbau der neuen Urban-Data-Plattform sollen diese Strategien nun umgesetzt werden. Die Datenstrategie Zwei zentrale Prinzipien der Datenstrategie sind Datentransparenz und ein Open-Data-First-Ansatz. Dies bedeutet, dass der Umgang mit Daten transparent gestaltet werden soll, indem beispielsweise offengelegt wird, welche Daten vorhanden sind und in welche Veröffentlichungskategorie sieSeite 1 von 36 Seite 2 fallen. Herbei gibt es drei verschiedene Kategorien für die Bereitstellung, siehe Anlage 3. Mit dem Open-Data-First Prinzip will sich die Stadtverwaltung dazu verpflichten, alle Daten, die datenschutzkonform veröffentlicht werden können, auch zu veröffentlichen. Die Datenstrategie ist ein öffentliches Dokument, welches auch dem Austausch mit der Stadtgesellschaft dienen soll. Die Datengovernance ist ein verwaltungsinternes Dokument, welches die Arbeitsweise im Detail regeln soll. Es enthält konkrete Richtlinien und formt damit einen einheitlichen, verlässlichen Umgang mit urbanen Daten und stellt eine verlässliche hohe Qualität der urbanen Daten in der Stadtverwaltung nachhaltig sicher. Warum benötigen wir diese Strategien? Die Implementierung dieser führt dazu, dass die Stadtverwaltung zukünftig effizienter und transparenter mit urbanen Daten arbeiten kann. Jeder Mitarbeiter hat Zugriff auf einen Katalog, der zeigt, welche Daten verfügbar sind und in welche Veröffentlichungskategorie sie fallen. Dies fördert datenbasierte Entscheidungen. Zudem werden Prozesse wie die Datenerhebung klar definiert und kommuniziert, was nicht nur Transparenz schafft, sondern auch Zeit spart. Fazit Eine Datenstrategie und Datengovernance bringt einen großen Mehrwert für die Stadtverwaltung, der sich vor allem in zeitlichem Aufwand, klaren Prozessen und Unterstützung von datenbasierten Entscheidungen zeigt. Dieses Vorgehen steht eng im Zusammenhang mit dem Aufbau des Urban Data Managements. Ziel ist es die Datenstrategie im Rat als Steuerungsinstrument zur Kenntnisnahme und Entscheidung vorzustellen. Ein Erklärvideo informiert über das zukünftige Zusammenspiel beider Strategien und veranschaulicht anhand von Beispielen den Umgang damit.1 Ein politischer Beschluss unterstreicht die Wichtigkeit und die Verbindlichkeit der Datenstrategie und deren Umsetzung. Anlage/n 1 2024_08_UADO_Datenstrategie_09.08.24 (öffentlich) 2 2024-04-25_Datenstrategie-udr_Version1.0 (öffentlich) 3 Kategorien der urbanen Daten (öffentlich) 1 https://intranet.bonn.de/meine-arbeitshilfen/geodaten/datengovernance-und- datenstrategie-urbaner-daten.phpSeite 2 von 36 UADO Sitzung am 03.09.2024 Datenstrategie für urbane Daten Amt 62 und CDO- TeamSeite 3 von 36 Agenda Was ist eine Datenstrategie? Inhaltliche Einführung in die Bonner Strategie Änderung durch die Datenstrategie Beschlussvorlage 1 2 3 4Seite 4 von 36 Was ist eine Datenstrategie und Datengovernance? Datenstrategie • Langfristiger Plan/ Vision zum Datenumgang • Geht nicht auf bestimmte Rollen, Prozesse ein, sondern erläutert allgemeine Ziele • Open-Data Ansatz • Datentransparenz • … • Konkreter Plan/ Vision, die Datenstrategie umzusetzen • Beinhaltet Regeln zu • Rollen • Verantwortlichkeiten • Prozessen • Kommunikation • .. DatengovernanceSeite 5 von 36 Datenstrategie* und Datengovernance* der Bundesstadt Bonn • Geschrieben im Jahr 2023 • Verabschiedet im LADT am 05.12.23 • Gilt seitdem 01.01.2024 • Projekt "Implementierung der Datenstrategie und Datengovernance" • Laufzeit von Januar 2024 bis Dezember 2026 • Öffentlichkeitsarbeit für die Datenstrategie und -Governance • Intranet- und Internetseite • Vorträge innerhalb der Stadt und mit der Stadtgesellschaft • Aufbau der Strukturen 4*für den urbanen DatenraumSeite 6 von 36 Strukturdaten Bevölkerung Infrastruktur Umwelt- und Klima Sozioökonomische Indikatoren städtische Dienstleistungen Planungs- und Ortsrecht Geo-Basisdaten Alter Verteilung Nationalität Beschäftigung Bildung Mobilität MIV ÖPNVStraßen Wasserversorgung Luftqualität Temperatur Niederschläge Verkehrsmengen Pegelstände Einkommensverteilung Familienstand Haushaltsgröße Radwege BauleitplanungSatzungen Schutzgebiete LiegenschaftskatasterKartengrundlagen Adressen Gebäude Datenraum urbane Daten umfasst u.a.: 5 Abfallentsorgung öffentliche Einrichtungen LuftbilderSeite 7 von 36 Ziele: Datenstrategie (wird veröffentlicht) • fördert eine einfache Nutzung von Daten. • fördert systematisch datengetriebene Innovationen. • generiert mittels Daten einen hohen Nutzen für die Bevölkerung, sowie Wirtschaft und Wissenschaft. Fördert Partizipation. • steigert durch die Veröffentlichung der Daten die Transparenz des Verwaltungshandelns (Open Data). • liefert fundierte Daten für die Erreichung der Klimaschutzziele, der sozialen Gerechtigkeit und der Mobilitätswende. • ermöglicht mittels Daten präzisere Prognose/ Forecast und fördert transparente und datenbasierte Entscheidungen. • ermöglicht eine Erfolgsmessung der Entscheidungen bzw. kontinuierliche Kontrollprozesse mit Hilfe vorliegender Daten. 6Seite 8 von 36 Ziele: Datengovernance (verwaltungs intern) • ist verbindliches Regelwerk. • steigert die Transparenz und die Qualität der Daten. • schafft wirksame Strukturen zur Kontrolle. • schafft Vertrauen in digitale Prozesse und datenbasierte Entscheidungen. • unterstreicht den Open Data Ansatz der Bundesstadt Bonn. • regelt die Designvollmacht hinsichtlich Geschäftsregeln, Datenmodellen, Prozessen und Rollen. 7Seite 9 von 36 Wo merken wir erste Auswirkungen der Datenstrategie? 8/12/2024 … Neue Urban- Data- Plattform Datenstrategie und Datengovernance ist die Bedienungsanleitung für die Daten in der neuen UDP Migration urbaner Daten auf die...Seite 10 von 36 Datenmanagement: Open Data Wir veröffentlichen unsere Daten grundsätzlich als offene Daten Hintergrundwissen • Die Stadt Bonn hat bereits 2014 Leitlinien zum Open Government Data veröffentlicht. • Die Datenstrategie unterstützt das alle Daten, die Datenschutzkonform veröffentlicht werden können, auch offen bereit gestellt werden. 9Seite 11 von 36 Datenmanagement: Open Data • Dadurch stehen mehr Daten für die Stadtverwaltung und Stadtgesellschaft zur Verfügung. • Um Daten bereit zu stellen, verwenden wir offene Standard Lizenzen CC Dies ist der "Kontaktübergabepunkt" zwischen Softwares Ein Standard vereinfacht die Aufnahme und Weitergabe von Daten 10Seite 12 von 36 Datenmanagement: Datenschutz Wir stellen die Daten DSGVO konform zur Verfügung. Hintergrundwissen • Natürlich werden bei dem Open by Default Ansatz die DSGVO eingehalten • Alle, in der Datenstrategie und Datengovernance beschlossenen, neuen Regeln sind Datenschutzgesetzkonform 11Seite 13 von 36 Datenmanagement: Datenverfügbarkeit 12 Wir maximieren die Verfügbarkeit urbaner Daten. Hintergrundwissen • Datenverfügbarkeit erfolgt aus einem Zugriffsmanagement • Es gibt vier Faktoren, die einen großen Mehrwert ergeben: Datenintegration (eine Plattform in der alle Daten dargestellt werden Standardisierung (Schnittstellen) Zentrale Zugriffskontrolle Interoperabilität (Fähigkeit zwischen zwei Systemen nahtlos zu arbeiten)Seite 14 von 36 Datenmanagement: Datentransparenz 13 Wir leben Transparenz in unserem Umgang mit Daten Hintergrundwissen • Alle urbanen Daten unterliegen der Datentransparenz • Jeder Nutzer kann sich Informationen zu Daten einsehen und so die Daten besser interpretieren • Dies bedeutet natürlich auch, dass alle Datengenerierer*innen sich den Prozessen und Abläufen verpflichten, um die größtmögliche Transparenz herzustellenSeite 15 von 36 Datenmanagement: Metadaten Wir katalogisieren unsere Daten (natürlich digital). Hintergrundwissen • Metadaten sind strukturierte Daten, die Information über Merkmale anderer Daten beinhalten • Metadaten ermöglichen eine Katalogisierung von Daten. Anhand von Metadaten können Daten durchsucht werden. 14Seite 16 von 36 Kernpunkte der Datengovernance 15Seite 17 von 36 Urban Data Board (UDB) • Neues Gremium • Ist dem LADT untergeordnet Aufgabe • Bereitet strategische Entscheidungen vor • Verabschiedet Versionierung der Datengovernance und Strategie • Wirbt für Akzeptanz • Trägt Sorge für die Umsetzung • Eskalationsinstanz bei Open Data Entscheidungen • Schnittstelle zur Führungsebene 16 Kontakt: urban-data-board@bonn.deSeite 18 von 36 Datengenerierer*innen (DG) 17 • (Bestehende) Rolle • Wird benannt von den Amtsleitern Aufgabe • Verantwortlich für die Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit ihre Daten • Unterschreiben der Pflegevereinbarung • Stellen die Transparenz über ihre Daten her • Halten die Metadaten aktuellSeite 19 von 36 Mehrwert durch die Daten- strategie - Ein gemeinsamer, strategischer Umgang mit Daten in der Stadtverwaltung wird etabliert - Mithilfe der Datenstrategie kann mit der Stadtgesellschaft zur Nutzung von Daten in den Austausch kommen - Mehr Daten werden veröffentlicht - Es können datenbasierte Entscheidungen auf Grundlage aller bereits erhobener Daten getroffen werden - Die Stadtverwaltung kann durch mehr öffentliche Daten transparenter handeln - Entscheidungen können aufgrund von Daten besser argumentiert werden 12.08.2024Seite 20 von 36 Beschluss- Vorlage Das Amt 62-4 und das CDO-Team beantragen einen politischen Beschluss zur Umsetzung der Datenstrategie. - Dieser Beschluss manifestiert, dass auch die Politik das Thema datenbasiertes Handeln unterstützt und es politischer Wille ist, dies in der Stadtverwaltung weiter umzusetzen - Zudem unterstützt es die Umsetzung der Datenstrategie in der Stadtverwaltung und schafft eine größere Verbindlichkeit. 12.08.2024Seite 21 von 36 Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! Euer Kontakt zu uns: Datenstrategie@bonn.deSeite 22 von 36 Datenstrategie der Stadtverwaltung Bonn für den Datenraum Urbane Daten | Version 1.0Seite 23 von 36 3UDR DATENSTRATEGIE VERSION 1.0 In Kraft getreten am 5.12.2023 durch Verabschiedung im Lenkungsausschuss digitale Transformation (LADT) Datum Version Autor genehmigt durch überarbeitetes Kapitel/ Abschnitt BeschreibungSeite 24 von 36 5UDR DATENSTRATEGIE INHALT INHALT 01 Einleitung .............................................................................................................................6 02 Kontext ................................................................................................................................6 03 Vision: Datenexzellenz der Bundesstadt Bonn .....................................................................7 04 Der Weg zur Datenstrategie urbaner Daten .........................................................................7 05 Übergeordnete Ziele der urbanen Datenstrategie ................................................................8 06 Definition: Urbane Daten .....................................................................................................9 07 Die Handlungsfelder der Datenstrategie ............................................................................10 08 Datengovernance ...............................................................................................................12 09 Datenmanagement ............................................................................................................13 09.1 Datenlebenszyklus ..........................................................................................................13 09.2 Anforderungen an das Datenmanagement......................................................................14 10 Interne Kommunikation und Kompetenz ...........................................................................19 11 Externe Kommunikation .....................................................................................................20 12 Maßnahmen .......................................................................................................................21 13 Autor*innen .......................................................................................................................22 Abkürzungsverzeichnis/ Begriffserklärung ............................................................................23 Impressum .............................................................................................................................24Seite 25 von 36 6 7UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE VISION UND WEG EINLEITUNG UND KONTEXT 02 KONTEXT Die Menge an Daten, die im urbanen Kontext, in Städten, Organisationen und Unterneh- men generiert und verarbeitet werden, wächst stetig. Um diese Datenmengen effizi- ent, sicher und transparent nutzbar zu ma- chen, braucht es Verantwortlichkeiten, Pro- zesse und Regeln. Viele Städte und Unternehmen widmen sich dem Thema und haben strategische Regelwerke für den Um- gang mit Daten erstellt (darunter Wien, Bar- celona, Soest und Hamburg). Auf Bundesebe- ne wurde im Januar 2021 eine Datenstrategie beschlossen. Die darin enthaltenen Maßnah- men sollen das Nutzen und Teilen von Daten vereinfachen und so unter anderem Wissen- schaft und Forschung leichter zu gesell- schaftlich relevanten Ergebnissen verhelfen. Auch auf EU-Ebene wurde eine entsprechen- de Datenstrategie erarbeitet.2 Die Bundesstadt Bonn hat sich im Jahr 2022 zusammen mit der Firma PD mit dem Thema bereits auseinandergesetzt. In diesem Zu- sammenhang ist ein Projektbericht zur Da- tensouveränität der Bundesstadt Bonn ent- standen.3 In diesem wird der Aufbau einer Datenstrategie klar empfohlen. Eingebettet in das allgemein wachsende Bewusstsein für den strukturierten Umgang mit Daten und vor dem Hintergrund der Entwicklungen von Smart-City-Themen ist die vorliegende Da- tenstrategie für den Datenraum Urbane Da- ten der Bundesstadt Bonn erarbeitet worden. 01 EINLEITUNG Daten haben einen zentralen Stellenwert für Städte. Sie sind ein wesentlicher Innovations- faktor, sowie der zentrale Teil des Informati- onsmanagements einer digitalen Gesell- schaft. Daten helfen dabei, fortschrittliche Lösungen, wie zum Beispiel Klimaneutralität oder umweltschonende Mobilität in der Stadt, umzusetzen und sind Voraussetzung für datengetriebene Innovationen (KI und Machine Learning, Automatisierung und vie- les mehr). Dabei gilt ein bewusster, struktu- rierter Umgang mit Daten als Grundlage für die Vermeidung von intra- und interorganisa- tionalen Datensilos, der Prozess-Optimierung und der Schaffung eines innovativen Daten- ökosystem. Zudem wird durch eine klare Zu- griffsregelungen die Datensicherheit gewähr- leistet. In Bezug auf Datenveröffentlichungen werden die Open Data Leitlinien durch diese Datenstrategie ergänzt und bilden die Grund- lage für eine künftige Shared-Data-Strate- gie.1 In Zukunft wird eine Shared-Data-Stra- tegie (explizit für den Datenaustausch mit Partnerinnen und Partnern sowie anderen Institutionen) angestrebt. Die Dokumente dienen zukünftig als Regelwerke, um Vertrau- en in digitale Prozesse zu schaffen. 03 VISION: DATENEXZELLENZ DER BUNDESSTADT BONN Das städtische Leben von morgen ist zuneh- mend digital. Um dieser Entwicklung Rech- nung zu tragen, entsteht in der Bundesstadt Bonn ein innovatives, sektorübergreifendes Datenökosystem, für das Datenexzellenz an- gestrebt wird. Datenexzellenz bedeutet dabei die Erreichung hoher Verfügbarkeit, Transpa- renz, Qualität, Aktualität, Schutz und Sicher- heit von urbanen Daten. Damit wird die Ent- wicklung digitaler Services für den internen Gebrauch der Verwaltung, für die Bewohne- rinnen und Bewohner der Bundesstadt Bonn und die nutzenden Unternehmen und Institu- tionen ermöglicht. Eine höhere Partizipation der Beteiligten wird angestrebt. Die Daten werden für eine professionelle Nutzung zur Verfügung gestellt. 04 DER WEG ZUR DATEN-STRATEGIE URBANER DATEN Die Bundesstadt Bonn hat als eine der ersten Kommunen in Deutschland das Thema „Kom- munale Daten“ aufgegriffen und politische Beschlüsse zu Leitlinien und Regeln zu Open- Data und Datenrechten gefasst. Das vorlie- gende Strategiepapier, sowie das Governan- cepapier wird sich im Folgenden immer wieder auf schon verabschiedete Dokumente beziehen. Diese Dokumente behalten ihre Gültigkeit und werden nicht durch die Daten- strategie ergänzt oder ersetzt (siehe Kapitel 12, Punkt 2 und Punkt 4). Folgende Meilensteine wurden bereits er- reicht: 2016: ÖPNV - Verkehrsdaten werden als Echtzeitdaten OpenData zur Verfügung gestellt1 2014: Bonn erstellt Leitlinien zu OpenDa- ta: Open Goverment Data OGD2/3, die durch den Stadtrat beschlossen werden. Hierbei handelt es sich um den ersten kommunalen Beschluss zu Open Data in Deutschland. 2014: Umsetzung des OpenData-Portals 3. PD PROJEKTBERICHT2. DIGITAL STRATEGY 1. SMARTCITY BONN 1. BESCHLUSSVORLAGE OPEN DATA 2016 2. BONN ARCHIV 2 3. OPENDATASeite 26 von 36 8 9UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE DEFINITION URBANE DATEN ÜBERGEORDNETE ZIELE 05 ÜBERGEORDNETE ZIELE DER URBANEN DATENSTRATEGIE Die Bundesstadt Bonn fördert eine einfache Nutzung von Da- ten. Mithilfe der Datenstrategie soll best- möglich vom Zugriff auf Daten und deren Analyse profitiert werden1. fördert systematisch datengetriebene In- novationen2 sowohl innerhalb der Stadt- verwaltung als auch zusammen mit der Stadtgesellschaft, mit Wissenschaft, Wirtschaft und anderen Institutionen. generiert mittels Daten einen hohen Nut- zen für die Bevölkerung, sowie Wirtschaft und Wissenschaft. Fördert Partizipation, schafft lebenswerte Wohnquartiere und eine leistungsfähige Vorteilsumgebung für Unternehmen. steigert durch die Veröffentlichung der Daten die Transparenz des Verwaltungs- handeln. liefert fundierte Daten für die Erreichung der Klimaschutzziele, der sozialen Ge- rechtigkeit und der Mobilitätswende. schafft durch die Datenstrategie und Da- tengovernance wirksame Strukturen zur Kontrolle von Datenschutz- und Sicher- heitsstandards (nach dem Bundesdaten- schutzgesetz) und schafft damit Vertrau- en in digitale Prozesse. setzt Open Data innovativ und erfolgreich um. Durch die optimierte und freie Ver- wendung von Daten wird ein Mehrwert (Bsp. Transparenz) für die Stadtgesell- schaft und die Verwaltung selbst ge- schaffen. stellt Werkzeuge für urbane Daten zur Verfügung, welche dynamischen Prozes- sen gewachsen sind und sich anpassen lassen. ermöglicht mittels Daten präzisere Prog- nosen/ Forecast und fördert transparen- te und datenbasierte Entscheidungen. ermöglicht mit ihrer Datenstrategie Er- folgsmessungen der Entscheidungen bzw. kontinuierliche Kontrollprozesse mithilfe vorliegender Daten. treibt mit den Daten die Inklusion an und setzt Merkmale der Inklusion um (Meta- daten). 06 DEFINITION: URBANE DATEN Urbane Daten beziehen sich auf eine Vielzahl von Daten, die in städtischen, kommunalen Kontexten gesammelt werden1. Diese kön- nen aus verschiedenen Quellen stammen, wie zum Beispiel der Stadtverwaltung selbst, anderen Behörden, Unternehmen, öffentli- chen Einrichtungen, Einzelpersonen oder auch von Netzwerksensoren, die von den zu- vor genannten Akteur*innen eingesetzt wer- den. Die Daten können vielfältige Aspekte des städtischen Lebens und Verwaltungs- handelns abdecken. Nicht abschließend können hier folgende Be- reiche aufgeführt werden: Bevölkerungsdaten: Alter, Verteilung Nationalität, Be- schäftigung, Bildung, Mobilität, Einkommensverteilung, Familienstand, Haushaltsgröße, und mehr Infrastrukturdaten: Verkehr, öffentlicher Verkehr, Bil- dung, Straßeninfrastruktur, Energie- und Wasserver- sorgung, und mehr Umwelt- und Klimadaten: Luftqualität, Temperatur, Niederschläge, Verkehrsmengen, Pegelstände, und mehr Daten zu städtischen Dienstleistungen: Abfallent- sorgung, öffentlicher Nahverkehr, öffentliche Einrich- tungen, und mehr Planungs- und Ortsrecht: Bauleitplanung, Satzungen, Schutzgebiete, und mehr Geo-Basisdaten: Liegenschaftskataster, Luftbilder, Kartengrundlagen, Adressen, Gebäude, und mehr Indikatoren: Kennzahlen zur Herstellung einer Mess- und Vergleichbarkeit, und mehr Urbane Daten werden oft genutzt, um das Verständnis für die Dynamik und die Herausforderungen in städti- schen Umgebungen zu verbessern. Sie können zur Verbesserung der Stadtplanung und -verwaltung, zur Formulierung politischer Maßnahmen, zur Effizienzstei- gerung bei städtischen Dienstleistungen und zur Lö- sung sozialer, wirtschaftlicher und umwelttechnischer Probleme beitragen. Technologien wie das Internet der Dinge (IoT), künstli- che Intelligenz (KI) und Maschinelles Lernen werden zunehmend genutzt, um urbane Daten zu sammeln, aber auch um Sie zu analysieren und daraus die zuvor genannten Effekte zu erzielen. 1. DEUTSCHER STÄDTETAG 2 Dies wird unter anderem durch das Führen der Daten in der UDM, das Datenmanagement und die -Visualisierung mittels Geodateninfrastruktur in der UDP, Digitalisierung interner Abläufe, durch Entwicklungspartnerschaften und Strategieentwicklung (Digitalisierungsstrategie, Datenstrategie, Open-Data-Strategie) realisiert. 1. SMART-CITYSeite 27 von 36 10 11UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE HANDLUNGSFELDER UND DATENSTRATEGIE HANDLUNGSFELDER DER DATEN STRATEGIE 07 DIE HANDLUNGSFELDER DER DATENSTRATEGIE Die Datenstrategie ist ein zusammenfassendes Dokument, das in verschiedenen Handlungs- feldern Festlegungen zu strategischen Ziele, Zuständigkeiten Verantwortlichkeiten, Prozesse und Rollen im Umgang mit Daten zu beachten sind. Die Vorgaben der Datengovernance und des Datenmanagements sind hierbei wesentlich und sie sind letztendlich die Führungsgrößen zur Auslegung der Systemebene. Die drei Handlungsfelder der Datenstrategie tragen gemeinsam zur Zielerreichung der formulierten Vision „Datenexzellenz“ bei. Datengovernance: (Regelungsebene) beschreibt den Umgang mit Daten und setzt mit Leitlinien und Regeln den strategisch-konzeptionellen Rahmen. Hier werden die relevanten Prozesse zur Einhaltung von Datenqualität und Datensicherheit im Rahmen der Datenverarbeitung festgelegt. Datengover- nance formuliert die für die Umsetzung der einzelnen Prozessschritte notwendigen Rollen und Verantwortlichkeiten. Systemebene: Hier werden die relevanten Tools und die Urban Data Plattform (UDP) zur technischen Umset- zung der vorher getroffenen Regelungen im Umgang mit Daten festgelegt und implementiert. Zudem wird hier die Datenarchitektur inklusive der (Zugangs-) Regelungen realisiert. Die Daten werden auf einer zentralen Datenplattform systemseitig zusammengeführt und verarbeitet. Datenmanagement: (Ausführungsebene) definiert auf operativer Ebene die Aufgaben für das Erheben, Speichern, Verarbeiten, Archivieren bis hin zum Löschen von Daten. Die einzelnen Bausteine des Datenle- benszyklus werden definiert und mit spezifischen Aufgaben hinterlegt. Datenmanagement re- gelt die regelmäßige Überprüfung und Umsetzung der formulierten Vorgaben. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick der Ziele und Funktionen von Datengovernance, Systemebene und Daten- management und verdeutlicht die Abgrenzung der Bereiche. Abbildung 1: Die Handlungsfelder der Datenstrategie Abbildung 2: Abgrenzung von Datengovernance, Systemebene und Datenmanagement AUFGABE Entscheidungsrahmen und Re- geln für das Datenmanagement, Steuerungsfunktion mit Verant- wortlichkeiten CHARAKTER Vorgebend (strategisch) ZIEL Einheitliches Verständnis für Daten/Terminologie ZUSTÄNDIG FÜR Vorgaben für das Datenmanagement Gesamtverantwortung Designvollmacht hinsichtlich Geschäftsregeln, Datenmo- delle, Prozesse und Rollen Prüft die Einhaltung von (ISO) Normen und entscheidet wie diese umgesetzt werden kön- nen AUFGABE Technische Konzeption und Be- reitstellung der Daten Plattform und Integration anderer IT-Sys- teme CHARAKTER Ausführend (operativ) ZIEL Nachhaltiger Betrieb und Wei- terentwicklung der technischen Infrastruktur der Daten Platt- form ZUSTÄNDIG FÜR Technische Konzeption und Umsetzung Sicherstellung vom Betrieb, IT-Sicherheit und Verfügbar- keit der Daten-Plattform Verwendung offener Stan- dards und Bereitstellung stan- dardisierter Schnittstellen AUFGABE Operative Entscheidungen, Pla- nung, Überwachung und Bereit- stellung von Daten CHARAKTER Ausführend (operativ) ZIEL Verfügbarmachung von Daten und Maximierung der Datenqua- lität ZUSTÄNDIG FÜR Datenqualitätsprüfung Integration strategischer Datenquellen Compliance und Datenschutz Datenstrategie Daten- governance Systemebene Daten- management DATENGOVERNANCE SYSTEMEBENE DATENMANAGEMENTSeite 28 von 36 12 13UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE DATENMANAGEMENT DATENGOVERNANCE 08 DATENGOVERNANCE Datengovernance hat zwei maßgebliche Auf- gaben: zum einen eine formalisierte Prozess- gestaltung für den sicheren Umgang mit Da- ten und zum anderen die Ausgestaltung der notwendigen Rollen und dazugehörigen Ver- antwortlichkeiten. Letzteres bedeutet für die Bundesstadt Bonn jedoch keine Neugestal- tung der Linien-Organisation, sondern eine fachgerechte Aufteilung von Verantwortlich- keiten entlang des Datenlebenszyklus. For- malisierte Prozesse sowie die Aufteilung und eindeutige Zuordnung von Aufgaben und Ver- antwortlichkeiten sind die Voraussetzungen für „Datenexzellenz“. Die Datengovernance der Bundesstadt Bonn (Rollen, Verantwortli- chen, Struktur) ist im Dokument „Datengo- vernance“ festgehalten. 09 DATENMANAGEMENT Datenmanagement beinhaltet die Arbeits- schritte der angelegten Prozesse, die von der Generierung bis zur Ablage und Löschung von Daten im Rahmen des Datenlebenszyk- lus durchlaufen werden. 09.1 Datenlebenszyklus Verantwortlichkeiten und Regeln im Umgang mit Daten müssen vor allem an den Übergän- gen der einzelnen Phasen eines Datenlebens- zyklus – der Zeitspanne, in der Daten in ei- nem System existieren – benannt sein. Dies wird im „Datengovernance“ Papier festgehal- ten. Jede Phase des Datenlebenszyklus stellt unterschiedliche Anforderungen an IT- Syste- me und Verantwortlichkeiten. Der Übergang von einer zur nächsten Phase ist in Bezug auf Datensicherheit und Datenschutz der jeweils kritische Punkt. Die einzelnen Phasen des Datenlebenszyklus und die dazugehörigen Aufgaben sind in den folgenden Unterkapi- teln skizziert. 09.1.1 Datenintregation/Datenqualifizierung Die erste Phase des Datenlebenszyklus umfasst die Aufnahme, sowie die technische und inhaltliche Prü- fung der Daten. Hierbei werden sie nach internen Vor- gaben klassifiziert und in einem mehrstufigen Prozess (fachlich und rechtlich) freigegeben. Anschließend er- folgt die Aufnahme der Daten in die Datenplattform. Die Arbeitsschritte dienen der Vorbereitung für die spä- tere Verwendung. 09.1.2 Datenveröffentlichung Im Zuge der Datenbereitstellung werden die fachlich- inhaltlich (freigegebenen) Daten auf ihre korrekte Da- tenmodellierung und Art der Bereitstellung (Format, Schnittstelle) hin geprüft, aufbereitet, gegebenenfalls visualisiert und über verschiedene Frontends (Präsen- tationsmöglichkeiten wie Geoportal, Programmschnitt- stelle [APIs], Dashboards etc.) bereitgestellt. DATEN- INTEGRATION DATEN- ARCHIVIERUNG DATEN- VERÖFFENT- LICHUNG DATEN- ANALYSE DATEN- PFLEGE Abbildung 3: Datenlebenszyklus der urbanen Daten der Bundesstadt BonnSeite 29 von 36 14 15UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE DATENMANAGEMENT DATENMANAGEMENT 09.1.3 Datenanalyse Ziel dieser Phase ist die sinnvolle Verknüp- fung und zielgenaue Auswertung von Daten. Potenziell können Analyse und Auswertung dafür auch von externen Akteurinnen und Ak- teuren durchgeführt werden. Die Ergebnisse der Analysephase können ebenfalls visuali- siert werden. 09.1.4 Datenpflege und Archivierung Die Datenpflege umfasst die Aktualisierung sowie die laufende Qualitätskontrolle. Das umfasst die sinnvolle Modellierung von Er- gänzungen des Datenmodells im laufenden Lebenszyklus sowie die gegebenenfalls not- wendige Beendigung des Lebenzyklus durch die Archivierung von Datensätzen. 09.2 Anforderungen an das Datenmanagement Um Datenexzellenz umzusetzen, müssen An- forderungen an die Daten selbst und an den Umgang mit ihnen (Datenmanagement) defi- niert werden (siehe Kapitel 12, Punkt 1). 09.2.2 Datenverfügbarkeit Eine exzellente Datenverfügbarkeit umfasst die Haltung und Erreichbarkeit relevanter Daten für alle Nutzer*innen der Datenplatt- form des UDM. Die Bereitstellung von Daten aus eigenen oder Drittsystemen erfolgt für die Nutzergruppen über ein geregeltes Zu- griffsmanagement. Vier Faktoren erhöhen die Verfügbarkeit von Daten für Nutzende und damit auch den Mehrwert der Daten- plattform: Datenintegration (Datenquellen aus al- len Bereichen des urbanen Raums in ei- ner Umgebung vereint nutzbar zu ma- chen) Standardisierung (die Anwendung und Nutzung von internationalen, verbreiteten und offenen Standards) Zentrale Zugriffskontrolle (die Möglich- keit alle Zugriffe zentral und einheitlich zu regeln) Interoperabilität (Fähigkeit unterschied- licher Systeme möglichst nahtlos zusam- menzuarbeiten) Wir veröffentlichen unsere Daten grundsätzlich als offene Daten Wir „maximieren“ die Verfügbarkeit urbaner Daten. Wir bieten qualitativ hochwertige Daten an und vermeiden Datenredundanzen. 09.2.1 Open Data - Open by default Unter Open Data versteht man den Zugang zu frei verfügbaren und weiterverwendbaren, möglichst maschinenlesbaren Daten. Open Data ist ein wichtiger Baustein beim sektor- übergreifenden Arbeiten – sowohl im gesamt- städtischen Kontext als auch innerhalb der eigenen Organisation.1 Im Bereich Open Data kommt offenen Ver- waltungsdaten eine besondere Bedeutung zu, denn sie fördern Transparenz, Partizipati- on und Innovation in allen gesellschaftlichen Bereichen. Sie sind damit ein wichtiger Wirtschaftsfak- tor,1 erhöhen die Transparenz politischer Ar- beit und unterstützen Partizipation und Ver- trauen in Politik und Verwaltung. Open Data schafft Transparenz und Vertrauen, befördert Innovationen, fördert die Wirtschaft und schafft ökonomische Mehrwerte. Open Data ist somit eine Voraussetzung für eine innova- tive Verwaltung sowie für die Zusammenar- beit mit Wissenschaft und Gesellschaft. In Bonn können wir bereits erfolgreich auf OpenData Leitlinien und Beschlüsse zurück- greifen2,3,4 2. OPENDATA 2 1. EUROPEAN DATA PORTAL 3. BONN ARCHIV 3 4. OPENDATA 3 1. 5STARDATA 09.2.3 Datenqualität Die Qualität von Daten ist kontextabhängig und die Kriterien zur Messung der Güte sind damit nicht immer gleich. Daneben greifen Qualität und Integrität von Daten ineinander, sind aber nicht zwingend kongruent. Auf der folgenden Seite werden Kriterien zur Bewertung der Datenqualität genannt, ihre Gewichtung ist dabei fallabhängig. Für die Er- reichung einer exzellenten Datenqualität müssen alle Handlungsfelder der Datenstra- tegie ineinander greifen (siehe Kapitel 07 die Handlungsfelder der Datenstrategie). Die Qualität der Bereitstellung des jeweiligen Datenangebots wird gemessen an der Stufe des „5-Sterne Open Data Modells“. Ziel ist es eine möglichst hohe Stufe für alle Daten- sätze zu erreichen.1 Neben den 5-Sterne-Mo- dell sollen folgende Merkmale qualitativ hochwertiger Daten für die urbanen herge- stellt werden (s. Tabelle 1).Seite 30 von 36 16 17UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE 09.2.4 Datenschutz Datenschutz ist die umfassende und dauer- hafte Einhaltung der gesetzlichen, vertragli- chen sowie in den intern festgeschriebenen Regelungen im Umgang mit Daten. Die Bun- desstadt Bonn stellt die Konformität mit ihrer Datengovernance sicher. Neben der Einhal- tung gesetzlicher Vorschriften wie der Daten- schutzgrundverordnung (DSGVO und dem Datenschutzgesetz NRW), dem Datengover- nance Act oder der PSI-Richtlinie (Reuse of Public Sector Information) und den Urheber- rechten werden für den Umgang mit Daten auch eigene Richtlinien (Bsp. Datengover- nance) gesetzt. Diese finden beispielsweise Anwendung im Umgang mit Daten aus Infrastrukturen im Rahmen des Internet of Things (IoT) im Da- tenhoheitsgebiet der Bundesstadt Bonn. Zu- dem wurde 2018 die Datenethikkommission (DEK) gegründet, die Daten hinsichtlich ihrer ethnischen Maßstäbe und Leitlinien prüft.1,2 DATENMANAGEMENT DATENMANAGEMENT Qualitätskriterium Deutsch/Englisch Beschreibung Vollständigkeit Completeness Ein Datensatz muss alle notwendigen Attribute enthalten. Attribute müssen alle notwendigen Daten enthalten. Eindeutigkeit Uniqueness Jeder Datensatz muss eindeutig interpretierbar sein. Korrektheit Correctness Die Daten müssen mit der Realität übereinstimmen. Aktualität Timeliness Alle Datensätze müssen jeweils den aktuellen Zustand der abgebildeten Realität entsprechen. Genauigkeit Accuracy Die Daten müssen in der jeweils geforderten Exaktheit vorliegen. Konsistenz Consistency Ein Datensatz darf in sich und zu anderen Datensätzen keine Widersprüche aufweisen. Redundanzfreiheit Non-redundancy Innerhalb der Datensätze dürfen keine Dubletten vorkom- men. Relevanz Relevancy Der Informationsgehalt von Datensätzen muss den jewei- ligen Informationsbedarf erfüllen. Einheitlichkeit Uniformity Die Informationen eines Datensatzes müssen einheitlich strukturiert sein. Das heißt, eine Menge von Daten wird fortlaufend einheitlich präsentiert. Verständlichkeit Understandability Die Datensätze müssen in ihrer Begrifflichkeit und Struk- tur mit den Vorstellungen aller, die Informationen emp- fangen (zum Beispiel die Fachbereiche), übereinstimmen. Verlässlichkeit (Validät) Reliability Die Entstehung der Daten muss nachvollziehbar sein. Tabelle 1: Mögliche Kriterien für Datenqualität Wir stellen die Daten DSGVO konform zur Verfügung. Wir etablieren sichere Systeme und Prozesse 09.2.5 IT-Sicherheit Neben dem korrekten Umgang mit Daten ist auch die Sicherheit von Daten, mithin der Schutz vor unbefugtem oder unberechtigtem Zugriff, notwendig, um: Vertraulichkeit (das heißt Schutz von ver- traulichen Daten), Integrität (Konsistenz, Genauigkeit, Ver- trauenswürdigkeit der Daten) Verfügbarkeit von Daten sicherzustellen. Die Datenklassifikation anhand eines Daten- Sensibilitätsspektrums legt dabei den Grund- stein für die Anwendung von IT-Sicherheits- standards und -maßnahmen fest. Die Sicherheit von Daten wird ohne Kompro- misse gewährleistet. Dementsprechend wer- den Maßnahmen zur Sicherstellung formu- liert und umgesetzt. Ein zertifiziertes Rechenzentrum nach BSI Standards ist für die Datenhaltung ein weiterer elementarer Bestandteil im Umgang mit Daten der UDM. 1. DATASCHOOL1. BMI BUND (Quelle: BINEX), [https://www.business-information-excellence.de/component/content/article?id=86:datenqua- litaet-messen-11-datenqualitaets-kriterien]Seite 31 von 36 18 19UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE KOMMUNIKATION DATENMANAGEMENT 09.2.6 Datentransparenz Alle urbanen Daten, die in der Stadtverwaltung erzeugt werden, unterliegen der Datentranspa- renz. Das heißt, dass alle Datenerzeuger*innen sich an die Prozesse und Abläufe der Datengo- vernance halten müssen und damit die Nutzbarkeit für alle Berechtigten sicherstellen. Daten- transparenz gibt Einblicke darüber, was mit den vorhandenen Daten passiert, welchen Verarbeitungsschritten sie unterliegen, wie sie gespeichert und gelöscht werden und nach wel- chen Regeln der Zugriff auf sie geschieht. Einen besonderen Stellenwert haben hierbei perso- nenbezogene Daten. Diese sind im Sinne des Datenschutzes besonders sorgfältig zu behandeln. Um für diese Daten Datensouveränität zu gewährleisten, ist Datentransparenz essenziell. Erst durch das Wissen, was mit personenbezogenen Daten passiert, kann auch darauf vertraut wer- den, dass geltende Vorschriften und Gesetze eingehalten werden. 09.2.7 Datenrechte Die Datenrechte geben Auskunft darüber, wer die Hoheit über die Daten hat. Dabei ist der Be- griff Datenrechte nicht einheitlich definiert. Synonym werden häufig die Begriffe Datenhoheit oder Datensouveränität benutzt.1 Rechte werden über Lizenzen vergeben. Immer häufiger wer- den im kommunalen Kontext Anwendungen oder Apps eingesetzt, von denen auf die eignen Daten nicht mehr frei zugegriffen werden kann. In diesem Kontext ist es wichtig, die bei der Stadt vorhanden Datennutzungsklauseln anzuwenden.2 Ziel dieser Klauseln ist weiter „Herr der Daten“ zu sein und selbst entscheiden zu können, was damit passieren soll. 09.3.8 Metadaten Metadaten sind „strukturierte Daten, die Informationen über Merkmale anderer Daten enthal- ten“1, kurz gesagt „eine Datenbeschreibung“. Sie geben unter anderem Auskunft über Erstel- lungsdatum, Inhalte, Aktualität, aber auch Nutzungsrechte etc.. Metadaten sind essenziell, um das Auffinden von relevanten Daten und die Einschätzung der Eignung zur angestrebten Nut- zung effizienter zu gestalten. Sie sind ein wichtiger Baustein der angestrebten Datenexcellence. Mittels eines (webbasierten) Metadatenkatalogs können die Metadaten präsentiert und durch- sucht werden, sodass Metadaten zentral in einem System vorliegen. Metadaten zu den urbanen Daten ermöglichen erst eine klare Aussage zum bereitgestellten Datensatz. Die Verwendung standardisierter Metadatenschemata und standardisierter Metadatendienste sorgt für die Ver- breitung der Metadaten in föderalen Systemen. 10 INTERNE KOMMUNIKATION UND KOMPETENZ Das Kernziel der internen Kommunikation ist, allen städtischen Mitarbeitenden die Wich- tigkeit und Notwendigkeit einer gelebten Datenstrategie und Datengovernance zu ver- mitteln und die dazugehörige Kompetenz aufzubauen. Interne Kommunikation Ziel der internen Kommunikation ist neben dem oben genannten Kernziel, allen Nutzenden den Prozess zu erklären und die je nach Prozessschritt relevanten Ansprechpartner*innen zu nen- nen. Ein Kernelement der internen Kommunikation wird die Intranetseite der Bundesstadt Bonn sein. Diese wird Informationen über die aktuellen Dokumente, Ansprechpartner*innen und Ver- linkungen enthalten (siehe Kapitel 12, Punkt 3). Kompetenz für die neuen Datenrollen in der Verwaltung Ein weiteres Ziel der Datenstrategie ist es die Kompetenz für den Umgang mit Daten in der Ver- waltung zu stärken. Insbesondere die Stakeholder stehen dabei im Fokus. Um diese Kompetenz aufzubauen sind Schulungen vorgesehen. Gegenstand der Schulungen sind das Rollenbild, die Prozesse und die Aufgaben der neuen Datenrollen (siehe Datengovernance für den Datenraum Urbane Daten) (siehe Kapitel 12, Punkt 3). Wir leben Transparenz in unserem Umgang mit Daten. Wir behalten die Hoheit über unsere Daten. Wir katalogisieren unsere Daten. 2. BLOG BONN 1. BVA BUND 1. OPEN NRWSeite 32 von 36 20 21UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE MASSNAHMEN KOMMUNIKATION 12 MASSNAHMEN 1. Ganzheitliche Datennutzung fördern1 Æ Weiterhin Raum für die Erprobung datengestützter Ansätze geben Æ Einen ganzheitlichen Ansatz zum souveränen Um- gang mit Daten frühzeitig planen Æ Umgang mit Daten als strategische Aufgabe und dauerhafte Strukturarbeit begreifen 2. Strategisches Selbstverständnis entwickeln1 Æ Datenstrategie als laufenden Prozess verstehen Æ Datenstrategie messbar machen Æ Datenstrategie greifbar machen 3. Datenkultur und -kompetenz fördern1, 2 Æ Datenkultur als Change-Prozess begreifen und um- setzen Æ Spielräume schaffen und Erfolge kommunizieren Æ Datenkompetenz verwaltungsweit aufbauen Æ Datenkultur und Datenkompetenz im Dialog mit al- len interessierten Stakeholdern entwickeln 4. Dateninfrastrukturen für urbane Daten aufbauen1 Æ Dateninfrastruktur nach Prioritäten aufbauen Æ Gesamtarchitektur im Kontext von Datengovernan- ce und wichtigen Akteuren entwickeln Æ Möglichkeiten zur iterativen Weiterentwicklung schaffen Haushaltsmittel, Ressourcen und Förder- mittel sichern 5. Umsetzung der Strategie mittels Projekten und dem Management des Portfolios Æ Durchführen von Veranstaltungen mit den Bürgern zu dem Thema Datenstrategie und Datengovernan- ce Æ Exemplarisches Durchgehen mit Stakeholdern (Bürger*innen) über den Mehrwert der Datenstra- tegie an bestimmten Fachthemen Æ Hackathon zur Verkehrswende Æ Mehrwert z.B. sichtbar am Dashboard für den Kli- maplan Æ Auftraggeber der Daten, Datenhaltung und damit des UDMs ist die Verwaltung und die Programmbü- ros 11 EXTERNE KOMMUNIKATION Das Kernziel der externen Kommunikation ist, der Stadtgesellschaft die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer gelebten Datenstrategie und Datengovernance zu vermitteln und die persönliche Nutzung urbaner Daten zu ermöglichen. Die Stadt Bonn strebt mit der Kommunikation eine gesteigerte Transparenz zum strategischen Umgang mit urbanen Daten an, die den Stakeholdern die Vorteile des Managements urbaner Daten erläutern soll. Die Bonner Stadtgesellschaft soll sich jederzeit zu dem Thema Datenstra- tegie informieren können. Ein Kernelement der Kommunikationskanäle ist dabei die Internet- seite www.bonn.de (siehe Kapitel 12, Punkt 5). Die zu transportierenden Informationen sollen die aktuelle Datenstrategie, Links zur UDP und die Ansprechpartner*Innen sein. Die Informationen soll die Bürger*Innen ermächtigen am Da- tenumgang zu partizipieren und selber aktiv zu werden. Es sollen alle Teile der Stadtgesellschaft miteinbezogen werden, egal ob es sich um private, wissenschaftliche oder wirtschaftliche Stakeholder handelt. Dazu wird ein beidseitiger Aus- tausch gewünscht. Dies soll über Kommunikationsformate wie z.B. Workshops, Hackatons, Di- gitalfabrik und Digitaltag passieren. 2. SMART CITY 21. PD-G 2Seite 33 von 36 22 23UDR DATENSTRATEGIE UDR DATENSTRATEGIE AUTOR*INNEN 13 Autor*innen Guido Blome André Dornbusch-Schwickerath Annastasia Elschner Friedrich Fuß Anastasia Hellwich Sven Hense Sarah Hermes Julia Hühnermann Alina Kehlenbach Michèle Lichte Moritz Noetzel Sonja Tulbure ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS UDR Urbaner Datenraum UDM Urban Data Management UDP Urban Data Plattform KI Künstliche Intelligenz IoT Internet of Things DB Datenbank API Schnittstelle DMZ Demilitarisierte Zone (Pufferzone) UDB Urban Data Board LDM Leitung Daten Management DMT Datenmanagement Team DAL Datenlots*innen DG Datengenerierer*innen DSB Datenschutzbeauftragte DSSB Datenschutz-Sachbearbeiter*innen BEGRIFFSERKLÄRUNGEN Datenmodellierung ist die schematische Darstellung von Datenflüssen. Dashboard ist eine grafische Darstellung wesentlicher Informationen zu einem Thema, die schnell erfassbar sind. (Sehr bekannt sind Sie geworden als das RKI re- gelmäßig neue Zahlen zur Corona Pandemie veröffent- licht hat). Stage-Gate-Prozesse sind Prozesse, die durch ver- schiedene Phasen oder Stages laufen. Dabei können diese Prozesse nicht einfach in die nächste Phase wei- terspringen, sondern müssen durch ein „Gate“, oft ein Gremium, wo Sie ihren Fortschritt vorstellen. Stage- Gate-Prozesse werden regelmäßig kontrolliert und re- duzieren dadurch Projekt-/Prozessrisiken. Standardisierte Softwareschnittstellen sind allge- mein anerkannte und dokumentierte Schnittstellen. Durch sie werden Daten verschiedener Prozesse und Komponenten geregelt und ermöglicht. Sie sind von unabhängigen Organisationen entwickelt worden und allgemein verfügbar. Sie ermöglichen einen reibungs- losen Datenaustausch. Der urbane Daten Raum (udR) ist eine Umschreibung für alle Belange die sich mit urbanen Daten befassen. (s. Kapitel: Definition urbane Daten) Das Urban Data Management (UDM) kümmert sich um die Umsetzung der Datenstrategie und Daten Go- vernance und stellt eine technische Plattform (UDP) urbaner Daten bereit. Die urbane Datenplattform (UDP) ist die technische Plattform auf der urbane Daten zur Verfügung gestellt werden. Auf dieser können die Daten zur Erfasst, Be- arbeitet, Organisiert, Analysiert und Präsentiert wer- den. ERLÄUTERUNGEN Wenn Sie die (Zahlen)Kürzel der Fachämter nachlesen möchten, können Sie dies unter diesem Link tun: https://www.bonn.de/service-bieten/stadtverwal- tung-a-bis-z/dezernate-aemter.php Bei Anmerkungen, Nachfragen oder sonstigen Rückmeldungen melden Sie sich bitte beim CDO-Team unter: datenstrategie@bonn.deSeite 34 von 36 Impressum: Die Oberbürgermeisterin der Bundesstadt Bonn, Amt für Bodenmanagement und Geoinformation/Amt für Presse, Protokoll und Öffentlichkeitsarbeit, Titel: © Mary Markevich/stock.adobe.com, April 2024Seite 35 von 36 Seite 36 von 36
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