241334 · Beschlussvorlage
Park & Ride Anlage an der Verknüpfung von Stadtbahn und S 13 im Ortsteil Vilich
Kerndaten
- Nummer
- 241334
- Art
- Beschlussvorlage
- Veröffentlicht
- 15.04.2025
- Letzte Änderung
- 01.11.2026
Orte
- Sankt Augustiner Straße Hauptort
- Gartenstraße
- Gerhardstraße
- Mathildastraße
- Beueler Straße
- Am Herrengarten
- Adelheidisstraße
- Clemensstraße
- Schultheißstraße
- Ewigstraße
- Stroofstraße
- Stiftsstraße
- Am Ledenhof
- Maria-Montessori-Allee
- F
- Vilich
- Vilich-Müldorf
- Bechlinghoven
- Röttgen
- Oberkassel
- Ramersdorf
- Pützchen
- Ippendorf
- Alt-Godesberg
- Beuel
- Bonn
- Beuel-Zentrum
Beratungsfolge
- Sitzung des Rates Entscheidung federführend
- Sitzung der Bezirksvertretung Beuel Anhörung
- Sitzung des Ausschusses für Mobilität und Verkehr Empfehlung
Dateien
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Beschlussvorlage öffentlich 241334 Die Oberbürgermeisterin Federführung: 61 Stadtplanungsamt Dezernat: Dez. III Park & Ride Anlage an der Verknüpfung von Stadtbahn und S 13 im Ortsteil Vilich Beratungsfolge Ausschuss für Mobilität und Verkehr 06.05.2025 Empfehlung Bezirksvertretung Beuel 07.05.2025 Anhörung Rat 08.05.2025 Entscheidung Beschlussvorschlag 1. Es wird eine detaillierte Planung für eine ebenerdige Park & Ride-Anlage auf den Flächen P 1 und P 2 erarbeitet. Dabei sind u.a. ausreichend wettergeschützte und diebstahlsichere Fahrradabstellanlagen sowie Carsharingplätze und E-Ladeinfrastruktur vorzusehen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, mit der Stadtwerke Bonn GmbH sowie den SSB ein entsprechendes Vertragswerk zu erarbeiten, sodass eine Übernahme der Planung, des späteren Ausbaus sowie des Betriebes seitens der SWB sichergestellt werden kann. 3. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, ob und ggfls. welche Lösungen mit welchem Aufwand für eine weitere Park & Ride-Anlage in Frage kommen, die mindestens dem abgeschätzten Bedarf entsprechen. 4. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Busanbindung des Verknüpfungspunktes zu prüfen und entsprechende Vorschläge den Gremien zur Beratung und Beschlussfassung vorzulegen. Begründung Ausgangslage: Am Kreuzungspunkt DB-Strecke/Stadtbahnlinie 66/67 im Ortsteil Vilich soll im Zuge des Ausbaus der S 13 der neue DB-Haltepunkt BN-Vilich entstehen. Hierbei soll ein optimales Verknüpfen der beiden Verkehrsträger (SPNV/ÖPNV) sowie mit dem Rad sichergestellt werden. Darüber hinaus soll eine möglichst gute MIV-Erreichbarkeit ermöglicht werden, zumal in unmittelbarer Nähe die Anschlussstelle BN-Vilich (A 59) liegt. Insofern sollte hier eine ausreichend dimensionierte P + R-Anlage (inkl. Mobilitätsstation) realisiert werden. Die derzeitige, unbefestigte P + R-Anlage (südwestlich Gartenstraße) ist seit vielen Jahren als Provisorium angelegt und bietet für bis zu ca. 90 Kfz Platz.Seite 1 von 89 Seite 2 Der zukünftige P+R/B+R-Platz soll den aktuellen wie zukünftigen Mobilitätsbedürfnissen Rechnung tragen. Damit verbunden ist die Integration eines sogenannten Mobilitätshubs bzw. die üblicherweise in einem solchen Hub vorgesehenen Ausstattungselemente. Das übergeordnete Ziel ist die Herstellung von Multi- und Intermodalität, d.h. die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel ist derart zu gestalten, dass ein Umstieg zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln Pkw-ÖPNV und Rad-ÖPNV einfach, komfortabel und sicher gewährleistet wird und es somit attraktiv ist, Wegeketten mit verschiedenen Verkehrsmitteln zurückzulegen. Umweltverträgliche Verkehrsmittel der Nahmobilität, also Fuß- und Radverkehr, sind dabei zu fördern. Im Rahmen einer Machbarkeitsuntersuchung hat ein Ing.-Büro geprüft, wo und in welchem Umfang ein neuer P + R realisiert werden kann. Aufgrund der neuen Verknüpfungsanlage wird auf jeden Fall eine Neugestaltung des P + R notwendig. Verkehrliche Grundlagen und aktualisierte Verkehrszählung: Aufgrund der Coronapandemie konnten erst im Jahr 2022 umfangreiche Verkehrserhebungen an verschiedenen Knotenpunkten erhoben werden, um verlässliche Aussagen über die verkehrlichen Auswirkungen im Bestand und für die Zukunft abschätzen zu können. Aufgrund der zwischenzeitlich erfolgten Verkehrsfreigabe der Eisenbahnunterführung Gerhardstraße mussten diese Erhebungen 2023 noch aktualisiert werden. Dabei wurde an fast allen Knotenpunktzufahrten eine Steigerung der Verkehrsbelastung in der vormittäglichen Spitzenstunde mit Ausnahme der Zufahrt B 56 (Ost) festgestellt. Nachmittags hat sich an der Zufahrt Mathildastraße der Verkehr etwas vom Linksabbiege- auf den Geradeausfahrstreifen verlagert. Ansonsten kann man hinsichtlich der Veränderungen der Verkehrsbelastung der einzelnen Ströme keine relevanten Erkenntnisse feststellen. Die höhere Verkehrsbelastung ist durch Zählung im Winterzeitraum erklärbar, die Durchbindung Gerhardstraße hat nicht zu dem zuvor erwartenden Effekt einer deutlich erhöhten Verkehrsbelastung in der Zufahrt Gerhardstraße geführt. Die Leistungsfähigkeit am o.g. Knotenpunkt ist überwiegend gleichbleibend. Eine Ausnahme ist an der Zufahrt Mathildastraße (Bahnübergang) festzustellen. Hier hat die Leistungsfähigkeit in der vormittäglichen Spitzenstunde etwas abgenommen. Nachmittags kam es aufgrund der Verlagerung der Verkehrsströme vom Linksabbiege- auf den Geradeausfahrstreifen rechnerisch bei der Einzelstrombetrachtung zu einer geringen Verbesserung beim Linksabbieger. Insofern ist weiterhin in beiden Spitzenstunden eine Überstauung der Gleisanlage wahrscheinlich. Insgesamt ist festzustellen, dass an der Kreuzung B 56/Gartenstraße in den Spitzenstunden ein Rückstau auf den Bahnübergang mit der Stadtbahnlinie stattfindet und bei einer wesentlich anderen Dimensionierung des P + R weitere Probleme sowohl auf der Straße als auch auf dem Parkplatz zu erwarten wären. Zudem werden zukünftig wegen der Verlagerung der Haltestelle die Stadtbahnen den Bahnübergang mit höheren Geschwindigkeiten passieren, was möglicherweise zu einer Erhöhung des Gefährdungspotenzials führen könnte. Insofern ist dieser Bahnübergang, auch im Hinblick auf die zukünftige Taktverdichtung der Stadtbahn, im Besonderen zu beobachten, um zu einem späteren Zeitpunkt ggfls. nachsteuern zu können.Seite 2 von 89 Seite 3 Abschätzung Stellplatzbedarf P+R/B+R: Da für das zukünftige Angebot der S13 und der Stadtbahnlinien 66/67 keine prognostizierten Fahrgastzahlen vorliegen, dient die Steigerung der Kapazitäten des ÖPNV-Angebots als Grundlage für eine Abschätzung des zukünftigen Bedarfs an P+R-Stellplätzen. Der Bedarf an Fahrradabstellplätzen des zu integrierenden B+R wird über den Radverkehrsanteil eines Ziel- Modalsplits hergeleitet und als zusätzliches Angebot dargestellt. Grundlage ist die derzeit vorhandene Kapazität des P+R mit 90 Stellplätzen. Neben der Steigerung der Kapazität durch das erweiterte zukünftige ÖPNV/SPNV- Angebot werden noch weitere Steigerungsfaktoren berücksichtigt, die sich aus flankierenden Maßnahmen und einem allgemeinen Trend ergeben sowie eine Ausbaureserve berücksichtigt. Die S13 wird zukünftig im 20-Minutentakt verkehren und die Stadtbahnlinie 67, auf der derzeit nur einzelne Verstärkerfahrten durchgeführt werden, wird im Rahmen des zukünftigen Stadtbahnkonzeptes (nach Fertigstellung der dazu notwendigen Infrastrukturausbauten) einen durchgängigen 5-Minutentakt erhalten. Darüber hinaus dürften der verbesserte Ausbauzustand der P+R-Anlage, die vermehrte Parkraumbewirtschaftung in der Bonner Innenstadt, das Deutschlandticket, ein zunehmend nachhaltigeres Mobilitätsverhalten und die positive Einwohnerentwicklung die Stellplatznachfrage erhöhen. Somit ergibt die gutachterliche Abschätzung folgende Stellplatzanzahl: 400 Stellplätze P+R und 88 Abstellplätze B+R Mögliche Flächen für eine P + R-Anlage: In der Studie wurden im Umfeld des zukünftigen Haltepunktes insgesamt vier mögliche Flächen lokalisiert, die grundsätzlich für P + R geeignet wären. Näher betrachtet wurden drei Flächen (P 1 – P 3), da die vierte aufgrund der ungünstigen östlichen Lage (u.a. wg. Entfernung, Erschließung, Verfügbarkeit) als wenig erfolgversprechend angesehen wurde. Auf P 1 (heutiger P + R) sind ca. 90 Stellplätze ebenerdig realisierbar. Mit einer Parkpalette (1 OG) wären theoretisch bis zu ca. 120 Stellplätze möglich. Aufgrund des geringen Mehrwerts und auch aus leitungstechnischen, finanziellen und planungsrechtlichen Gründen sollte hier die ebenerdigeSeite 3 von 89 Seite 4 Variante weiterverfolgt werden. Auf P 2, der nordöstlich der Mathildastraße liegt, sind bis zu ca. 120 Stellplätze ebenerdig realisierbar. Der Flächenbedarf für eine Parkpalette wurde geprüft. Grundsätzlich wären bei einem Obergeschoss ca. 200 Stellplätze möglich. Die Palette würde jedoch fast die gesamte verfügbare Breite des Grundstücks in Anspruch nehmen, dadurch wären keine fußläufige und keine Radverkehrserschließung zur Mobilstation, die zu den Gleisen hin ausgerichtet sein sollte, und zu den Haltepunkten der S-Bahn/Stadtbahn möglich (außer auf der Fahrgasse). Die Befahrbarkeit mit einem Bus wäre nicht möglich. Insofern und aus leitungstechnischen- wie planungsrechtlichen Gründen sollte die ebenerdige Lösung weiterverfolgt werden. Auf P 3, der östlich zwischen der DB-Trasse und THW-Gelände liegt, könnten bei vollständiger Ausnutzung der Fläche ebenerdig ca. 370 Stellplätze realisiert werden. Mit einer Parkpalette (1 OG) könnten bei Nichtausnutzung der gesamten Fläche ca. 400 Stellplätze geschaffen werden. Zusätzliche Stellplätze ließen sich durch die Anordnung weiterer Ebenen realisieren. Die Leistungsfähigkeit an der Zufahrt zur B 56 (AS BN-Vilich) ist noch nicht untersucht und müsste dann auch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW besprochen werden. Eine Erschließung der Alternativfläche P3 von Norden und der Beueler Straße ist nicht empfehlenswert, da eine Erhöhung der Verkehrsbelastung in Vilich-Müldorf die Folge wäre und auch der beschrankte Bahnübergang an der Straße Am Herrengarten passiert werden muss. Eine mögliche Erschließung könnte daher nur über die B 56 erfolgen. Eine ebenerdige Querung der Stadtbahn kann nach Rücksprache mit den SWB/der Aufsichtsbehörde ausgeschlossen werden. Es bietet sich grundsätzlich ein Unterführungs- oder ein Brückenbauwerk an. Für beide Bauwerke wären zur Überwindung des Höhenunterschiedes entsprechende Rampen erforderlich. Eine Unterführung mit einem nur für Pkw und Radfahrer relevanten Mindestmaß der Lichten Höhe von 2,50 m sowie einer 1,00 m dicken Brückenkonstruktion hätte bei einer steilen Rampe mit einer Neigung von 10% bereits eine Entwicklungslänge von 35 m zur Folge. Bei einer Brücke müsste ein deutlich höheres Lichtraumprofil unterhalb des Brückenbauwerks von mindestens 5,50 m eingehalten werden, was zu einer Rampenlänge von mindestens 65 m führen würde. Die potenzielle Fläche P 3 ist zu ca. 20% im Eigentum der Stadt Bonn und wird als Landfahrerplatz genutzt. Dieses wurde vor einiger Zeit durch einen entsprechenden Beschluss festgelegt. Demnach müsste im Falle einer Nutzung auch dieser Fläche für P+R eine Ersatzfläche für den Landfahrerplatz geschaffen werden, idealerweise im Bezirk Beuel wegen der Nähe zum dortigen Friedhof, der einmal jährlich von Landfahrenden besucht wird. Dies würde eine äußerst schwierige Suche bedeuten. Planungsrecht, Rahmenbedingungen und Planungsrisiken: Grundsätzlich ist bei der Einrichtung von P + R das Planungsrecht zu beachten. Mit dem derzeitigen Planungsrecht wären auf P 1 und P 2 ebenerdige Parkierungsanlagen möglich. Für eine Bebauung mit einer Parkpalette müsste Planungsrecht geschaffen werden. Auf P 3 müsste für jegliche Art von Parkierungsanlagen Planungsrecht geschaffen werden.Seite 4 von 89 Seite 5 Eine Flächenverfügbarkeit ist lediglich bei P 1 und P 2 gegeben. Diese Grundstücke befinden sich im Eigentum der Elektrischen Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises (SSB). P 3 liegt in etwa zu 80 % in privater Hand. Eine übergeordnete Gasleitung, die mitten unter den Flächen von P 1 und P 2 liegt, führt aufgrund des Durchmessers und der entsprechenden Schutzstreifen zu erheblichen Einschränkungen der Bebaubarkeit der Flächen von P 1 und P 2. Schutzstreifen sichern dem Netzbetreiber z.B. einen dauerhaften Zugang zur Leitung und dürfen daher nicht mit Bauwerken überbaut werden. Ein ebenerdiger Parkplatz ist dagegen möglich, weil der Zugang des Netzbetreibers mit vergleichsweise geringem Aufwand gewährleistet ist. Bei Realisierung einer Parkpalette wäre demnach eine Verlegung unter Berücksichtigung eines Schutzstreifens der Gasleitung erforderlich. Ein hoher finanzieller Aufwand (ca. 2.200 €/m) sowie ein langer Planungs- und Genehmigungsprozess wäre die Folge. Insofern wäre z.B. bei einer Verlagerung der Gasleitung im Bereich von P 2 mit Kosten in Höhe von mindestens ca. 0,5 Mio. € zu rechnen Empfehlung: Aufgrund der o.g. Gründe und aufgrund weiterer Unwägbarkeiten (Kosten, Planungsrecht) und der daraus resultierenden zeitlichen Komponente ist eine kurzfristige Erschließung der Alternativfläche P 3 östlich der Gleise nicht möglich, sodass zunächst die Planungen zu den ebenerdigen Stellplatzanlagen P 1 und P 2 prioritär weiterzuverfolgen sind. Allerdings ist es sinnvoll, die nichtstädtische (Teil-)Fläche P 3 weiterhin auf eine Eignung eines P + R Platzes zu prüfen und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Ebenso sollten Möglichkeiten auf weiteren privaten Flächen/Parkplätzen geprüft werden, ob diese für eine entsprechende Nutzung zur Verfügung gestellt bzw. verändert werden können. Zunächst sind jedoch jeweils auf der bestehenden P + R-Fläche westlich der Mathildastraße (P 1) sowie auf der Fläche östlich der Mathildastraße (P 2) ebenerdige P + R-Plätze vorgesehen. Die Erschließung von P 1 erfolgt wie im Bestand über die Sankt Augustiner Straße und die Mathildastraße. P 2 wird über die Mathildastraße angebunden. Eine Anbindung von der Sankt- Augustiner-Straße ist nicht möglich (nicht genehmigungsfähig von Seiten Straßen.NRW) bzw. auch aufgrund der Dammlage der Sankt-Augustiner- Straße ungünstig (Platzbedarf Rampe) und wurde daher nicht weiterverfolgt. Bei der Anzahl der realisierungsfähigen Stellplätze wird für P 1 angenommen, dass sich dort vergleichbar der heutigen Situation ca. 90 Stellplätze realisieren lassen. Bei P 2 werden ca. 120 Stellplätze entsprechend den bisher bestehenden Planungen auf dieser Fläche angenommen. Somit ergeben sich maximal 210 Stellplätze. Durch die Planung wird mit einer Zusatzbelastung von 590 Kfz/24h bzw. mit 103 Kfz/h in der vormittäglichen und 72 Kfz/h in der nachmittäglichen Spitzenstunde gerechnet. In der vormittäglichen Spitzenstunde sinkt in der Zufahrt Mathildastraße die Qualitätsstufe von D auf E und der Rückstau verlängert sich. In der nachmittäglichen Spitzenstunde ist die Qualitätsstufe unverändert bei C, der Rückstau verringert sich etwas. Trotzdem sollte der Bahnübergang offengehalten und beobachtet werden. Eine mögliche Alternative könnte im noch zu erstellenden Verkehrskonzept zu Vilich aufgezeigt werden. Mögliche andere Szenarien (z.B. mit Parkpaletten) zu den Standorten sind in dem Bericht des Büros aufgeführt und können dortSeite 5 von 89 Seite 6 nachvollzogen werden (sh. Anlage). Busanbindung: Es ist beabsichtigt, den neuen Verknüpfungshaltepunkt möglichst mit einer Busanbindung auszustatten. Im Umfeld verkehren derzeit die Buslinien 540, 640 und 603. Im Rahmen einer ersten Überprüfung kann festgestellt werden, dass eine Integration der Linie 603 aufgrund des Linienverlaufs östlich der DB- Trasse und B 56 sowie aufgrund der Art der Linie (Durchmesserlinie Bechlinghoven – Beuel-Zentrum - BN-Zentrum - Röttgen) nicht sinnvoll erscheint. Die Linien 540 und 640 würden sich aufgrund ihrer Lage zunächst anbieten. Um an den bestehenden Linienverlauf westlich von Vilich anzuknüpfen, müsste im Bereich des neuen Verknüpfungspunktes (auf P 2) gewendet werden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob ein Wendemanöver auf dem Grundstück mit Standard- oder Gelenkbus möglich ist. Die Prüfungen haben gezeigt, dass ein Wenden beider Bustypen auf dem Grundstück technisch möglich ist. Allerdings entfällt etwa ein Drittel der realisierbaren Stellplätze auf dieser Teilfläche, sodass das Wenden von Bussen auf der P + R-Fläche nicht empfohlen werden kann. Im Rahmen von weiteren Untersuchungen muss geprüft werden, mit welcher Maßnahme eine sinnvolle Busanbindung realisiert werden kann. Die Verwaltung wird dann dazu berichten und möglichst einen Vorschlag zur Beratung und Beschlussfassung vorlegen. Fazit: Die S 13 soll zwischen Troisdorf und bis Bonn-Beuel Ende 2026 in Betrieb gehen und damit entsteht in Bonn-Vilich ein neuer S-Bahn-Verknüpfungspunkt. In diesem Zusammenhang soll die teilweise noch bestehende P+R-Anlage modernisiert und zu einem zeitgemäßen Mobilitätshub ausgebaut werden. Parallel dazu werden von Seiten der Stadt Bonn Überlegungen angestellt, das Busnetz anzupassen und eine Haltestelle im Umfeld des neuen P+R-Platzes zu integrieren. Für den neuen P+R-Platz sind zwei Standorte kurzfristig realisierbar: neben den beiden Teilflächen am heutigen Standort westlich der Mathildastraße und auf einer Teilfläche östlich der Mathildastraße. Ziel der Machbarkeitsuntersuchung war die Prüfung der Eignung der einzelnen Standorte bzw. Flächen. Hierfür wurden fünf verschiedene Umsetzungsszenarien mit Parkpaletten und Parkplätzen auf den einzelnen Teilflächen gebildet und untersucht. Im Fokus der Machbarkeitsuntersuchung stand dabei die Abschätzung der Anzahl realisierbarer Stellplätze auf Grundlage konzeptioneller Parkflächen- bzw. Parkbautenentwürfe, die Anbindung des P+R-Platzes an das Straßennetz und Leistungsfähigkeitsbetrachtungen am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße / Gartenstraße / Mathildastraße sowie die Darstellung von Rahmenbedingungen bzw. Planungsrisiken der anstehenden P+R-Planung. Eine Vorplanung im Sinne der HOAI war nicht Gegenstand der Untersuchung. Diese muss im Anschluss eines entsprechenden Beschlusses noch erarbeitet werden. Darüber hinaus wurde der Bedarf an P+R-Stellplätzen abgeschätzt sowie erforderliche Ausstattungselemente eines zeitgemäßen Mobilitätshubs dargestellt. Auf der Alternativfläche P 3 würden sich die meisten Stellplätze realisieren lassen, allerdings wäre neben dem fehlenden Planungsrecht zum einen die schwierige Erschließungssituation detaillierter zu prüfen und zum anderen ein hoher Planungs-, Genehmigungs- und Finanzierungsaufwand die Folge,Seite 6 von 89 Seite 7 sodass diese sehr kostenintensive Lösung noch näher geprüft werden müsste. Der Landfahrerplatz auf der städtischen Fläche sollte dabei nicht einbezogen werden. Schon jetzt kann allerdings gesagt werden, dass dieser Platz in der Nähe einer P+R-Fläche ggfls. Einfluss auf die Nutzenden des P+R haben und nicht ausgeschlossen werden kann, dass es in diesem Fall zu Ordnungsstörungen kommen könnte. Allerdings wird der Platz nur selten benutzt, sodass die möglichen Konflikte wohl zu vernachlässigen wären. Somit empfiehlt sich für die Umsetzung zunächst jeweils ein ebenerdiger P+R- Platz auf den Teilflächen westlich (P 1) und östlich der Mathildastraße (P 2). Auf P 2 wäre zudem Platz für einen angemessenen Bereich für einen Mobilitätshub. Die Flächen, die für eine Bushaltestelle und für ein Wenden auf dem Grundstück vorgehalten werden müssten, stehen in Flächenkonkurrenz zu Pkw-Stellplätzen sowie weiteren Mobilitätsangeboten und Ausstattungselementen. Insofern wird empfohlen, die Planung zu einem neuen ebenerdigen P+R-Platz auf den Teilflächen westlich und östlich der Mathildastraße in Form einer Entwurfsplanung voranzutreiben. Entsprechende Kosten können noch nicht beziffert werden, da es sich bei dieser Beschlussvorlage zunächst nur um einen Grundsatzbeschluss über die Maßnahme handelt. Dies wäre erst möglich, wenn die SWB/SSB gemäß Beschlussvorschlag und entsprechendem Vertragswerk Verantwortung für die Planung und den Ausbau übernommen haben. Eine erste Kostenschätzung könnte dann im Rahmen der Vorplanung vorgenommen werden. Anlage/n 1 240614 Bericht MBS P+R Vilich_final 2 (öffentlich)Seite 7 von 89 Machbarkeitsuntersuchung P+R am Haltepunkt Vilich in Bonn Bericht Stand: 14. Juni 2024 im Auftrag Bundesstadt Bonn – Stadtplanungsamt LINDSCHULTE Ingenieurgesellschaft mbH Graf-Adolf-Platz 6 40213 Düsseldorf Bearbeitung: Dipl.-Ing. Hendrik HalbeSeite 8 von 89 Inhalt P+R Bonn-Vilich Inhaltsverzeichnis 1. Ausgangslage und Aufgabenstellung .................................................................................... 1 2. Darstellung der Ist Situation ................................................................................................... 3 2.1 Verkehrserschließung und Verkehrsführung MIV .................................................................. 3 2.2 Nahverkehrsnetz .................................................................................................................... 6 2.3 Ruhender Verkehr.................................................................................................................. 7 2.4 Fuß- und Radverkehr ............................................................................................................. 9 2.5 Shared Mobility .................................................................................................................... 11 2.6 Ergebnisse der Verkehrserhebungen .................................................................................. 12 2.6.1 Knotenstromzählung Knotenpunkt Sankt Augustiner Str./Mathildastraße/Gerhardstraße .. 12 2.6.2 Derzeitige Auslastung bestehender P+R ............................................................................. 12 2.6.3 Ergebnis Befragung angrenzende Parkplätze ..................................................................... 14 3. Beschreibung der Planungen .............................................................................................. 15 4. Bewertung der Leistungsfähigkeit im Bestand .................................................................... 17 4.1 Vorgehen ............................................................................................................................. 17 4.2 Leistungsfähigkeit im Bestand ............................................................................................. 18 4.2.1 Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße ............................... 18 4.2.2 P+R-Zufahrt an der Sankt Augustiner Straße...................................................................... 20 5. Rahmenbedingungen zukünftiger P+R ................................................................................ 22 5.1 Abschätzung Stellplatzbedarf P+R ...................................................................................... 22 5.2 Ausstattung .......................................................................................................................... 23 6. Standortuntersuchung.......................................................................................................... 26 6.1 Vorgehen ............................................................................................................................. 26 6.2 Rahmenbedingungen und Planungsrisiken ......................................................................... 28 6.3 Szenario 1: Parkplätze auf P1 und P2 ................................................................................. 32 6.4 Szenario 2a: Parkplatz auf P1 und Parkpalette auf P2 ....................................................... 34 6.5 Szenario 2b: Parkpalette auf P1 und Parkplatz auf P2 ....................................................... 38 6.6 Szenario 3a: Parkplatz auf P3 ............................................................................................. 41 6.7 Szenario 3b: Parkpalette auf P3 .......................................................................................... 42 6.8 Fazit Standortuntersuchung ................................................................................................. 43 7. Tangierende Planung der Busanbindung ............................................................................ 44 8. Zusammenfassung und Fazit .............................................................................................. 45Seite 9 von 89 Inhalt P+R Bonn-Vilich Anlagen Anlage 1: Ergebnisse der Verkehrszählungen Anlage 2: Belastung an den Zufahrten P+R Anlage 3: HBS-Formblätter Bestand Anlage 4: Abschätzung Stellplatzbedarf P+R und B+R Anlage 5: Verkehrserzeugungsrechnung und Verkehrsprognose Anlage 6: HBS-Formblätter Prognose Abbildungen Abbildung 1: Übersichtslageplan ...................................................................................................... 1 Abbildung 2: weiträumige Verkehrserschließung ............................................................................. 3 Abbildung 3: nahräumige Verkehrserschließung ............................................................................. 4 Abbildung 4: Nahverkehrsnetz im Umfeld ........................................................................................ 6 Abbildung 5: Parkmöglichkeiten im Umfeld ...................................................................................... 7 Abbildung 6: Führung des Fuß- und Radverkehrs im Umfeld. ......................................................... 9 Abbildung 7: Auswertung Zählergebnisse (Kfz/24h) an den Zufahrten .......................................... 12 Abbildung 8: Auslastung des P+R .................................................................................................. 13 Abbildung 9: Zeitliche Verteilung des Quell- und Zielverkehrs ....................................................... 14 Abbildung 10: Planung Verknüpfungshaltestelle Bonn-Vilich........................................................... 15 Abbildung 11: Mögliche Standorte neuer P+R-Platz ........................................................................ 16 Abbildung 12: Qualität Sankt Augustiner Str./Mathildastr./Gerhardstr. (vorm. Spitzenstunde) ........ 18 Abbildung 13: Qualität Sankt Augustiner Str./Mathildastr./Gerhardstr. (nachm. Spitzenstunde) ..... 19 Abbildung 14: Qualität Zufahrt P+R Sankt Augustiner Str. (vorm. Spitzenstunde) .......................... 20 Abbildung 15: Qualität Zufahrt P+R Sankt Augustiner Str. (nachm. Spitzenstunde) ....................... 21 Abbildung 16: Standorte und Teilflächen neuer P+R-Platz .............................................................. 26 Abbildung 17: Lageplan mit Gasleitung ............................................................................................ 29 Abbildung 18: Erschließung Alternativfläche P3 von Beueler Straße .............................................. 30 Abbildung 19: Platzbedarf einer Rampe im räumlichen Kontext P3 ................................................ 31 Abbildung 20: Lageplan Szenario 1: Parkplätze auf P1 und P2....................................................... 32 Abbildung 21: Qualität Verkehrsablauf Szenario 1 ........................................................................... 33 Abbildung 22: zur Verfügung stehende Fläche P2 ........................................................................... 34 Abbildung 23: Skizze Parkpalette P2 Variante 1 .............................................................................. 35 Abbildung 24: Skizze Parkpalette P2 Variante 2 .............................................................................. 35Seite 10 von 89 Inhalt P+R Bonn-Vilich Abbildung 25: Qualität Verkehrsablauf Szenario 2a ......................................................................... 36 Abbildung 26: zur Verfügung stehende Fläche P1 ........................................................................... 38 Abbildung 27: Palette P1 .................................................................................................................. 39 Abbildung 28: Qualität Verkehrsablauf Szenario 2b ......................................................................... 40 Abbildung 29: Parkplatz P3 .............................................................................................................. 41 Abbildung 30: Palette P3 .................................................................................................................. 42 Abbildung 31: Schleppkurvenprüfung Buswendefahrt auf P2 .......................................................... 44 Tabellen Tabelle 1: ÖPNV-Angebot im Umfeld........................................................................................... 6 Tabelle 2: vorhandene Parkplatzkapazitäten ............................................................................... 8 Tabelle 3: Angebot von shared mobility im Umfeld .................................................................... 11 Tabelle 4: Mittlere Wartezeit, Grenzwerte der Qualitätsstufen................................................... 17 Tabelle 5: Zusammenfassung Szenarien ................................................................................... 43Seite 11 von 89 Seite 1 P+R Bonn-Vilich 1. Ausgangslage und Aufgabenstellung Die S13 soll zukünftig auf der Rechten Rheinstrecke bis nach Bonn-Oberkassel verlängert werden und dort im 20-Minutentakt verkehren. Die bestehende zweigleisige Strecke wird hierfür zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel um zwei weitere Gleise erweitert. Neben umfangreichen Schall- schutz- und Umbaumaßnahmen an den bestehenden Haltepunkten werden zwei zusätzliche S- Bahnhaltepunkte „Bonn-Ramersdorf“ und „Bonn-Vilich“ gebaut. Der neue S-Bahnhaltepunkt „Bonn-Vilich“ entsteht an der Stelle, an der die Rechte Rheinstrecke die Stadtbahnstrecke zwischen Siegburg und Bonn-Hbf mit den Linien 66 und 67 kreuzt. Auf einem Brückenbauwerk über die Rechte Rheinstrecke wird eine neue Stadtbahnhaltestelle entstehen. Die Haltestelle am heutigen Standort wird zurück gebaut. Durch die Baumaßnahme wird ein neuer Ver- knüpfungshaltepunkt mit dem neuen S-Bahnhaltepunkt „Bonn-Vilich“ auf der 0-Ebene und der neuen Stadtbahnhaltestelle auf dem Brückenbauwerk realisiert. In Abbildung 1 ist ein Übersichtslageplan der Situation in Bonn-Vilich dargestellt. Abbildung 1: Übersichtslageplan Die heutige Haltestelle der Stadtbahnlinien 66 und 67 liegt im Bereich der Mathildastraße, die über einem beschrankten Bahnübergang die Stadtbahnstrecke kreuzt. Nach Realisierung des neuen Ver- knüpfungshaltepunkts werden die bestehenden Bahnsteige zurück gebaut. Der Stadtbahnhaltepunkt verfügt über einen P+R-Platz. Der P+R-Platz liegt westlich der Mathildastraße. Er wurde in den 1990er Jahren provisorisch angelegt und befindet sich in einem schlechten Ausbauzustand. Auf der anderen Seite der Mathildastraße wurde ebenfalls auf einer ungeordneten Fläche in den letzten Jah- ren geparkt. Zum Zeitpunkt der Untersuchung liegt hier eine Baustelleneinrichtungsfläche für die Bauarbeiten im Zusammenhang mit der S13.Seite 12 von 89 Seite 2 P+R Bonn-Vilich Der neue Verknüpfungspunkt Bonn-Vilich soll zukünftig mit einem modernen P+R-Platz ausgestattet werden. Den aktuellen Mobilitätsbedürfnissen und dem geänderten und weiterhin in Zukunft sich ändernden Verkehrsverhalten folgend soll B+R sowie ein Mobility-Hub integraler Bestandteil des P+R sein. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob und unter welchen Bedingungen die derzeitigen Flächen noch Teil des neuen P+R-Konzepts sein werden oder ob stattdessen eine Fläche östlich der Bahn- strecke zwischen Sankt Augustiner Straße bzw. Stadtbahntrasse und Beueler Straße besser geeig- net ist bzw. unter welchen Bedingungen hier ein P+R-Platz entstehen könnte. Die Ergebnisse dieser Prüfung ist in der vorliegen Machbarkeitsstudie dokumentiert. Eine Vorplanung im Sinne der HOAI war nicht Gegenstand der Untersuchung. Neben einer umfangreichen Bestandsanalyse rundet eine Leistungsfähigkeitsanalyse am Knoten- punkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße die Bestandsanalyse ab. Dabei ste- hen die Rückstaulängen zum benachbarten beschrankten Bahnübergang im Fokus. In einem zwei- ten Schritt werden mögliche, Größenordnung des zukünftigen P+R-Platzes sowie die Auswirkungen an beiden Standorten abgeschätzt und die Rahmenbedingungen beider Standorte dargestellt.Seite 13 von 89 Seite 3 P+R Bonn-Vilich 2. Darstellung der Ist Situation 2.1 Verkehrserschließung und Verkehrsführung MIV Die geplante Verknüpfungshaltestelle liegt rechtsrheinisch im Stadtbezirk Beuel im Ortsteil Vilich an der Sankt Augustiner Straße (B56). Die weiträumige Verkehrserschließung für den motorisierten Verkehr (MIV) ist in Abbildung 2 dargestellt. Abbildung 2: weiträumige Verkehrserschließung Die B56 ist eine wichtige Verbindungsachse des MIV. Sie verbindet Sankt Augustin und den rechts- rheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises mit Bonn. Darüber hinaus wird die Autobahn (BAB) 59 über die östlich der Verbindungshaltestelle gelegene Anschlussstelle (AS) „Bonn-Vilich“ mit der B56 ver- knüpft.Seite 14 von 89 Seite 4 P+R Bonn-Vilich Die nahräumige Verkehrserschließung des Plangebietes ist auf einem Luftbild in Abbildung 3 darge- stellt. Abbildung 3: nahräumige Verkehrserschließung Die Sankt Augustiner Straße ist von Osten kommend zunächst eine anbaufreie Hauptverkehrs- straße. Zwischen der Anschlussstelle „Bonn-Vilich“ bis kurz vor dem Brückenbauwerk über die Rechte Rheinstrecke ist Tempo 70 angeordnet. Im weiteren Verlauf in Richtung Bonn gilt Tempo 50. Westlich des o.g. Brückenbauwerks werden die Mathildastraße/Gerhardstraße und im weiteren Ver- lauf die Adelheidisstraße/Clemensstraße/Gerhardstraße mit der Sankt Augustiner Straße über mit Lichtsignalanlagen (LSA) ausgestattete Knotenpunkte verknüpft. Zwischen den beiden o.g. Knoten- punkten wird die bislang in Seitenlage geführte Stadtbahnstrecke Siegburg-Bonn-Hbf in die Mittel- lage der Sankt Augustiner Straße auf einem besonderen Bahnkörper geführt. Die Stelle ist entspre- chend mit einer LSA ausgestattet. Der P+R-Platz verfügt über zwei Zufahrten an der Mathildastraße und an der Sankt Augustiner Straße. Die Einfahrt über die Mathildastraße ist nicht erlaubt und entsprechend beschildert (Zeichen 267 Verbot der Einfahrt). Die Ausfahrt über die Sankt Augustiner Straße ist nur als Rechtsabbieger erlaubt. Über die Gerhardtstraße südlich der Sankt Augustiner Straße wird aus Norden kommend zunächst ein Baumarkt und ein Einkaufszentrum (Vilicher Arkaden) erschlossen. Der beschrankte Bahnüber- gang, der im weiteren Verlauf den Kreuzungspunkt der Gerhardtstraße mit der Rechten Rheinstrecke der DB absicherte, ist im Jahr 2023 zurück gebaut worden. Nun knickt die Gerhardstraße vorher in süd-westliche Richtung ab und wird im weiteren Verlauf über im Jahr 2023 eröffnete Unterführung unterhalb der Rechten Rheinstrecke der DB geführt. Das ausgedehnte Wohngebiet süd-östlich der Rechten Rheinstrecke wird hierüber erschlossen. Mit der Realisierung der Bahnunterführung erfolgteSeite 15 von 89 Seite 5 P+R Bonn-Vilich eine Umbenennung der Straßen. Die Gartenstraße endet nun südlich der Bahnstrecke. Der Bereich der Unterführung bis zur Sankt Augustiner Straße wurde in Gerhardstraße umbenannt. Der Abschnitt nördlich der Sankt Augustiner Straße bis zur Schultheißstraße heißt nun Mathildastraße. Die Mathildastraße dient der Erschließung eines ausgedehnten Wohngebiets nord-westlich der Stadtbahnstrecke. Am nördlichen Abschnitt der Mathildastraße ist die Durchfahrt für Lkw nicht er- laubt. In kurzem Abstand zur Sankt Augustiner Straße kreuzt die Mathildastraße die Stadtbahnstre- cke über einen beschrankten Bahnübergang. Vor dem beschrankten Bahnübergang ist bis zur Halt- elinie am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße eine Aufstelllänge von rund 18 m vorhanden. Der in das Wohngebiet gerichtete Verkehr wird nach dem Bahnübergang über eine abknickende Vorfahrtstraße auf die Ewigstraße und dann auf die Adelheidisstraße geleitet, von wo sich der Verkehr weiter verflechten kann. Die Adelheidisstraße ist eine Fahrradstraße, bei der motorisierter Verkehr freigegeben ist. Der aus dem Wohngebiet kommende Verkehr kann ent- weder über die Ewigstraße oder über ein als Einbahnstraße in südliche Richtung zwischen Adelhei- disstraße und Ewigstraße ausgeschilderte Teilstück der Mathildastraße in Richtung Bahnübergang bzw. im weiteren Verlauf über die Sankt Augustiner Straße zufließen. Alternativ zur Erschließung über die Mathildastraße kann das Wohngebiet nord-westlich der Stadt- bahnstrecke über die Adelheidisstraße bzw. die Clemensstraße erreicht werden. Auch die Clemens- straße ist eine Fahrradstraße, bei der motorisierter Verkehr freigegeben ist.Seite 16 von 89 Seite 6 P+R Bonn-Vilich 2.2 Nahverkehrsnetz Das bestehende Nahverkehrsnetz im Umfeld der geplanten Verknüpfungshaltestelle ist in Abbildung 4 dargestellt. Abbildung 4: Nahverkehrsnetz im Umfeld Das Busnetz ist derzeit nicht direkt mit der Stadtbahnhaltestelle „Vilich“ verknüpft. Die nächstgele- gene Haltestelle Vilich Kloster liegt etwa 300 m fußläufig entfernt. Das derzeitige Nahverkehrsange- bot im Umfeld der geplanten Verknüpfungshaltestelle ist in Tabelle 1 aufgeführt. Verkehrsmittel Linie Linienweg Takt (HVZ) Stadtbahn 66 Siegburg Bf – Bonn-Hbf - Königswinter - (Bad Honnef) 10 Min Stadtbahn 67 Siegburg Bf – Bonn-Hbf einzelne Verstärkerfahrten Bus 540 Sankt Augustin Zentrum - Bonn-Hbf 20 Min Bus 640 Siegburg Bf - Bonn-Hbf 20 Min Bus 603 Pützchen – Bonn-Hbf - Röttgen 20 Min Bus N4 Bonn-Hbf – Bonn-Hbf Nachtbus Tabelle 1: ÖPNV-Angebot im Umfeld Auf der Rechten Rheinstrecke der DB verkehren derzeit der Regionalexpress RE8 und die RB27. Beide Linien des SPNV sind für die Verkehrserschließung nicht von Bedeutung, da sie keinen Halt an der geplanten Verknüpfungshaltestelle haben werden.Seite 17 von 89 Seite 7 P+R Bonn-Vilich 2.3 Ruhender Verkehr Neben dem bestehenden P+R-Platz ist im nahen Umfeld noch ein Parkplatz des Baumarktes und ein Parkplatz der Vilich Arkaden südlich der Sankt Augustiner Straße vorhanden. In Abbildung 5 sind der heutige P+R-Platz sowie beide Parkplätze und die entsprechenden Zu- und Ausfahrten darge- stellt. Abbildung 5: Parkmöglichkeiten im Umfeld Der P+R-Platz wird über die Mathildastraße nördlich des Knotenpunkts Sankt Augustiner Straße/Ma- thildastraße/Gerhardstraße sowie über die Sankt Augustiner Straße erschlossen. Die Zufahrt über die Mathildastraße ist untersagt und über die Sankt Augustiner Straße aus beiden Richtungen mög- lich. Die Ausfahrt an der Sankt Augustiner Straße ist nur als Rechtsabbieger und an der Mathilda- straße in beide Richtungen erlaubt. Die Parkplätze des Baumarktes und der Vilich Arkaden werden über die Gerhardstraße südlich der Sankt Augustiner Straße erschlossen. Die Zufahrt sowie die Ausfahrt ist aus und in alle Richtungen möglich.Seite 18 von 89 Seite 8 P+R Bonn-Vilich Die Anzahl der Stellplätze sowie die entsprechenden Bewirtschaftungsformen des P+R-Platzes so- wie der weiteren Parkplätze sind in Tabelle 2 dargestellt. Parkplatz Anzahl Stellplätze Bewirtschaftung bestehender P+R-Platz rund 90 Bauhaus rund 208* Schranke (Schließung nachts) Vilich Arkaden rund 149 Maximalparkdauer 120 Minuten, Überprüfung durch Dienstleis- ter/Verstöße werden geahndet *tatsächlich zur Verfügung, weitere Stellplätze werden zum Abstellen von Baumaterialen verwendet Tabelle 2: vorhandene Parkplatzkapazitäten In den angrenzenden Wohngebieten sind weitere Parkstände vorhanden, die meist als Längspark- stände explizit ausgewiesen sind. Teilweise ist hüftseitiges Parken unter Mitbenutzung der Gehwege angeordnet. Die Parkplätze in den Wohngebieten werden derzeit nicht bewirtschaftet. Gemäß Be- schlussvorlage 212060 soll für Vilich kurz- bis mittelfristig eine Parkplatzstrategie entwickelt werden.Seite 19 von 89 Seite 9 P+R Bonn-Vilich 2.4 Fuß- und Radverkehr Für den Fuß- und Radverkehr sind im Umfeld der geplanten Verknüpfungshaltestelle vielfältige Ver- kehrsführungen vorhanden. Die Wesentlichen sind nachfolgend in Abbildung 6 dargestellt. Abbildung 6: Führung des Fuß- und Radverkehrs im Umfeld. Entlang der Sankt Augustiner Straße liegt an der Süd- bzw. Ostseite ein einseitiger gemeinsamer Geh- und Radweg. Ab dem Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Adelheidisstraße/Clemens- straße/Gerhardstraße ist in westliche Richtung auf beiden Seiten ein gemeinsamer Geh- und Rad- weg vorhanden. An der Mathildastraße ist im Abschnitt zwischen Adelheidisstraße und Ewigstraße aufgrund des engen Straßenraums nur an der östlichen Straßenseite ein Gehweg vorhanden. Im weiteren Verlauf zwischen Ewigstraße und dem Knotenpunkt an der Sankt Augustiner Straße sowie an der Gerhardstraße im weiteren Verlauf südlich des Knotenpunkts sind beidseitig Gehwege vor- handen. Der im Jahr 2023 eröffnete Abschnitt zur Bahnunterführung verfügt über einen einseitigen Geh- und Radweg. Zukünftig soll an der Gerhardstraße über die Rechte Rheinstrecke eine Fußgän- gerbrücke realisiert werden. An der Ewigstraße ist nur an der Nordseite ein Gehweg vorhanden, weil der südliche Seitenraum durch hüftseitiges Parken in Anspruch genommen wird. In den angrenzenden Wohngebieten sind meist beidseitig Gehwege vorhanden. Der Radverkehr wird entlang der Sankt Augustiner Straße auf gemeinsamen Geh- und Radwegen geführt. Auf dem Teilstück der Mathildastraße, das zwischen Adelheidisstraße und Ewigstraße als Einbahnstraße in südliche Richtung ausgeschildert ist, ist die Einfahrt für Radfahrer explizit nicht gestattet, so dass der Radverkehr, der in das ausgedehnte Wohngebiet nördlich der Stadtbahnstre- cke gerichtet ist, über die als Tempo 30-Zone ausgeschilderte Ewigstraße geführt wird. Im AbschnittSeite 20 von 89 Seite 10 P+R Bonn-Vilich der Mathildastraße zwischen Ewigstraße und der Sankt Augustiner Straße wird der Radverkehr über die Fahrbahn geführt. Am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße sind gemeinsame Geh- und Radverkehrsfurten ausgeschildert. Südlich des Knotenpunkts wird der Rad- verkehr weiterhin auf der Fahrbahn geführt. In südliche Richtung ist zusätzlich der Gehweg für den Radverkehr freigegeben. In den Wohngebieten, die als Tempo 30 Zonen ausgeschildert sind, wird der Radverkehr entspre- chend auf der Fahrbahn geführt. An der Adelheidisstraße im Abschnitt zwischen Clemensstraße und Gartenstraße sowie abschnittsweise an der Clemensstraße sowie der Stroofstraße wird der Radver- kehr auf Fahrradstraßen mit Freigabe für den motorisierten Verkehr bevorrechtigt geführt.. An der Stiftsstraße, die mit Tempo 30 beschildert ist, sind beidseitig Schutzstreifen vorhanden.Seite 21 von 89 Seite 11 P+R Bonn-Vilich 2.5 Shared Mobility In Bonn sind verschiedene Angebote von Shared-Mobility grundsätzlich vorhanden. Die verschiede- nen Arten, Anbieter sowie die Relevanz für Vilich bzw. die Umgebung der geplanten Verknüpfungs- haltestelle sind nachfolgend in Tabelle 3 dargestellt. Art Anbieter relevant für Untersuchungsraum Carsharing (freefloating) miles nein (außerhalb des Bediengebiets) stationsgebundenes Carsharing cambio im Abstand von ca. 550 m fußläufig entfernt: Am Ledenhof 2 (weitere Stationen im weiteren Umfeld Clemensstr. 12 und Ma- ria-Montessori-Allee 51) grüne Flotte ja: Station an der Adelheidisstraße vorhanden scouter im Abstand von ca. 800 m entfernt St. Augustiner Straße 145 (Tankstelle) stattauto nein (keine Station in der Nähe) Mietfahrräder nextbike ja (liegt im Bediengebiet) E-Scooter tier ja (liegt im Bediengebiet) bolt ja (liegt im Bediengebiet) lime bedingt (Bediengebiet liegt südlich der Sankt Augustiner Straße) E-Roller clara nein (liegt nicht im Bediengebiet) Tabelle 3: Angebot von shared mobility im UmfeldSeite 22 von 89 Seite 12 P+R Bonn-Vilich 2.6 Ergebnisse der Verkehrserhebungen Für die vorliegende Machbarkeitsstudie wurden verschiedene Erhebungen durchgeführt Knotenstromzählung am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathilda- straße/Gerhardstraße als Grundlage für die Leistungsfähigkeitsuntersuchungen an die- sem Knotenpunkt Zählung an den beiden Erschließungspunkten des bestehenden P+R-Platzes Befragung der Betreiber der beiden Parkplätze (Baumarkt und Vilich Arkaden) Die Ergebnisse sind nachfolgend dokumentiert. 2.6.1 Knotenstromzählung Knotenpunkt Sankt Augustiner Str./Mathildastraße/Gerhardstraße Zur Ermittlung der derzeitigen Verkehrsbelastung wurde am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße am 14.11.2023, in der Zeit zwischen 6:00 – 10:00 Uhr und 15:00 – 19:00 Uhr, eine Verkehrszählung durchgeführt. Die derzeitigen Verkehrsbelastungen für die vormittägliche Spitzenstunde (08:00 – 09:00 Uhr) und die nachmittägliche Spitzenstunde (15:30 – 16:30 Uhr) sind in Anlage 1 dargestellt. 2.6.2 Derzeitige Auslastung bestehender P+R Zur Ermittlung der Auslastung des bestehenden P+R wurde am 27.09.2022 über 24h an den Zufahr- ten eine Verkehrszählung durchgeführt. Die Knotenstrompläne der Verkehrsbelastungen an den Zufahrten sind für die vormittäglichen und nachmittäglichen Spitzenstunden sowie für den gesamten Zeitraum ebenfalls in Anlage 1 dargestellt. Die Stundenwerte an den Zufahrten sind in Anlage 2 tabellarisch zusammengefasst. Eine grafische Darstellung der Tagesbelastung und Abbiegebeziehungen zeigt Abbildung 7. Abbildung 7: Auswertung Zählergebnisse (Kfz/24h) an den ZufahrtenSeite 23 von 89 Seite 13 P+R Bonn-Vilich Insgesamt wurden innerhalb von 24h im Zielverkehr 226 Pkw/24h und im Quellverkehr 216 Pkw/24h registriert. Dabei konzentriert sich der Quellverkehr auf die Ausfahrt an der Mathildastraße mit 76% aller Fahrten im Quellverkehr. Der Zielverkehr ist etwas ausgewogener verteilt. 59% der entspre- chenden Fahrten wurden an der Zufahrt Sankt Augustiner Straße und 41% der Fahrten an der Mat- hildastraße registriert. Die Anzahl der Linksabbieger an der Zufahrt Sankt Augustiner Straße ist auf- grund der hoch belasteten Straße erwartungsgemäß niedrig. Das Rechtsabbiegegebot an der Sankt Augustiner Straße wurde in 14% der Fälle nicht beachtet. Auffällig ist die hohe Anzahl an Einfahrten in der Zufahrt Mathildastraße, die explizit nicht erlaubt sind. Aus den Zähldaten wurde durch Bilanzierung des Quell- und Zielverkehrs die Auslastung des P+R ermittelt. Dabei wurde von einer Kapazität von 90 Parkständen und einer Belegung um 0 Uhr von 10 Fahrzeugen ausgegangen. Der zeitliche Verlauf der Auslastung des P+R ist in Abbildung 8 darge- stellt. Abbildung 8: Auslastung des P+R Im Zeitraum zwischen 5 Uhr und 8 Uhr wurde ein deutlicher Anstieg der Auslastung beobachtet. Bis um 9 Uhr eine Auslastung von 90% zu verzeichnen. Diese steigt bis mittags noch an und fällt dann kontinuierlich am Nachmittag bis zum Abend. Die maximale Belegung wurde um 11 Uhr mit 84 Pkw und einem Auslastungsgrad von 93% erreicht. Da am bestehenden P+R die einzelnen Parkstände nicht markiert sind, ist es auch möglich, dass durch ungeordnetes Abstellen die Auslastungsgrenze erreicht war.Seite 24 von 89 Seite 14 P+R Bonn-Vilich Die zeitliche Verteilung des Quell- und Zielverkehrs (Ganglinie) ist in Abbildung 9 dargestellt. Abbildung 9: Zeitliche Verteilung des Quell- und Zielverkehrs 2.6.3 Ergebnis Befragung angrenzende Parkplätze Neben der öffentlichen P+R-Anlage existieren zwei größere private Parkflächen, welche sich südlich der St. Sankt Augustiner Straße sowie östlich und westlich der Gerhardstraße befinden (Abbildung 5). Der östliche Parkplatz gehört zu den Vilich-Arkaden. Die Höchstparkdauer beträgt an diesem Park- platz 120 Minuten und wird durch einen Parkraumservice überwacht. Aufgrund der Parkdauer ist davon auszugehen, dass dieser Parkplatz nicht von Pendlern genutzt wird. Der westlich der Gerhardstraße angrenzende Parkplatz gehört zu einem Baumarkt. Dieser Parkplatz ist nicht bewirtschaftet. Auf Nachfrage bei der Filialleitung, soll zukünftig keine Bewirtschaftung oder Höchstparkdauer angeordnet werden. Des Weiteren werden die Schranken zum Parkplatz nach Ge- schäftsschluss nicht geschlossen, sodass ein Parken jederzeit möglich ist. Laut Filialleitung kommt es an manchen Tagen vor, dass circa 20-30 Kfz vor Ladenöffnung bzw. nach Ladenschließung noch auf dem Parkplatz parken, die demnach keinen Kunden zugeordnet werden können. Die parkenden Fahrzeuge werden durch die Filialleitung toleriert. Ein direkter Zusammenhang zum P+R-Platz ist auch wegen des Abstands zum P+R-Platz nicht herstellbar.Seite 25 von 89 Seite 15 P+R Bonn-Vilich 3. Beschreibung der Planungen Die sogenannte Rechte Rheinstrecke, die zwischen Köln über Troisdorf, Bonn-Beuel, Koblenz bis nach Wiesbaden verläuft, wird derzeit im Bonner Raum durch die Regionalbahn RB27 und den Re- gionalexpress RE8 jeweils im Stundentakt genutzt. Die S13, die derzeit zwischen Köln-Hbf über Köln/Bonn Flughafen bis nach Troisdorf verkehrt, soll zukünftig bis nach Bonn-Oberkassel verlängert und das Angebot so ausgebaut werden. Hierfür ist es notwendig, die im Bonner Raum zweigleisig ausgebaute Strecke zwischen Troisdorf bis nach Bonn-Oberkassel um zwei weitere Gleise zu erwei- tern. Die beiden zusätzlichen Gleise werden zukünftig von der S13 im 20-Minutentakt befahren. Die entlang der Strecke bereits vorhandenen Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Friedrich Wilhelmshütte, Men- den (Rheinl.), Bonn-Beuel und Bonn-Oberkassel werden entsprechend ausgebaut. In Bonn-Vilich und in Bonn-Ramersdorf wird jeweils ein neuer Haltepunkt für die S13 gebaut. In Bonn-Vilich kreuzen sich die Rechte Rheinstrecke und die Stadtbahnstrecke, die zwischen Sieg- burg und Bonn-Hbf verläuft. Auf dem Brückenbauwerk, über das die Stadtbahn über die Bahnstrecke und die Haltestelle der S13 geführt wird, soll eine neue Stadtbahnhaltstelle entstehen. Dadurch wird eine kurze und barrierefreie Verknüpfung zwischen Stadtbahn und S-Bahn realisiert. Die derzeit pro- visorisch nahezu barrierefrei ausgebauten Bahnsteige der Stadtbahnhaltstelle werden nach Reali- sierung der Planung zurück gebaut. Das Stadtbahnangebot wird zudem ausgebaut: die Linie 67, die derzeit nur über einzelne Verstärkerfahrten verfügt, soll voraussichtlich ab 2026 ebenfalls im 10- Minutentakt verkehren, so dass durch Linienbündelung in diesem Bereich in einem 5-Minutentakt eine Stadtbahn in jede Richtung fahren wird. Die Planung der Verbindungshaltestelle ist in Abbildung 10 dargestellt. Abbildung 10: Planung Verknüpfungshaltestelle Bonn-Vilich Erkennbar ist das Brückenbauwerk mit der Stadtbahnhaltestelle, die mit Seitenbahnsteigen ausge- stattet ist, die zukünftig über Rampen und Treppen erreichbar sind. Von der Stadtbahnhaltestelle ist der Mittelbahnsteig der S13 über Aufzüge und Treppen erreichbar. Die Planung ist planfestgestellt und wird derzeit umgesetzt.Seite 26 von 89 Seite 16 P+R Bonn-Vilich Auf der Fläche östlich der Mathildastraße, die derzeit als Baustelleneinrichtungsfläche ist entspre- chend der Planung ein P+R-Platz vorgesehen. Die Planung des P+R-Platzes sieht eine Fahrgasse in Längsrichtung vor, an der beidseitig insgesamt 122 Senkrechtparkstände vorgehalten werden. Der P+R-Platz wird über die Mathildastraße erschlossen. In Haltestellennähe ist ein Wendehammer vorgesehen, an dem acht Parkstände für Roller sowie zehn Fahrradstellplätze vorgesehen sind. Die Planung des P+R-Platzes ist nicht planfestgestellt. Im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitsstudie wird die bestehende Planung des P+R-Platzes überprüft und auf die aktuellen Mobilitätsbedürfnisse und das zukünftig gewünschte veränderte Mo- bilitätsverhalten mittels eines B+R-Platzes und eines sogenannten Mobility-Hubs fokussiert. Neben dem Standort beidseits der Mathildastraße ist alternativ ein P+R-Platz auf einer Fläche östlich der Rechten Rheinstrecke denkbar. Die drei möglichen Standorte sind nachfolgend in Abbildung 11 dar- gestellt. Abbildung 11: Mögliche Standorte neuer P+R-PlatzSeite 27 von 89 Seite 17 P+R Bonn-Vilich 4. Bewertung der Leistungsfähigkeit im Bestand 4.1 Vorgehen Der Nachweis der Qualität des Verkehrsablaufes erfolgt gemäß „Handbuch für die Bemessung von Straßenverkehrsanlagen“ (HBS), Ausgabe 2015. Das HBS enthält standardisierte Verfahren zu einer hinreichend zuverlässigen Beschreibung der Gesetzmäßigkeiten des Verkehrsablaufes. Mit diesen Methoden wird die Kapazität einer Straßenverkehrsanlage in Abhängigkeit von den verkehrlichen, aber auch entwurfstechnischen Randbedingungen bestimmt. Für die unterschiedlichen Ausbaufor- men von Straßenverkehrsanlagen werden unterhalb dieser Kapazität vergleichbare Qualitätsstufen des Verkehrsablaufes definiert (Stufe A bis F). Die Stufe A beschreibt einen Verkehrsablauf, bei dem sich die Verkehrsteilnehmer äußerst selten beeinflussen. Sie besitzen die gewünschte Bewegungsfreiheit in dem Umfang, wie sie auf der Ver- kehrsanlage zugelassen ist. Der Verkehrsfluss ist frei. Die Stufe A stellt aus Sicht des Verkehrsab- laufes die günstigste Bewertung dar. Bei der Stufe B macht sich die Anwesenheit anderer Verkehrsteilnehmer bemerkbar, bewirkt aber nur eine geringe Beeinflussung des Einzelnen. Der Verkehrsfluss ist nahezu frei. Bei der Stufe C hängt die individuelle Bewegungsmöglichkeit vom Verhalten der übrigen Verkehrs- teilnehmer ab. Die Bewegungsfreiheit ist spürbar eingeschränkt, der Verkehrszustand ist noch stabil. Die Stufe D beschreibt einen Verkehrsablauf, der durch hohe Belastungen gekennzeichnet ist, die zu deutlichen Beeinträchtigungen in der Bewegungsfreiheit der Verkehrsteilnehmer führen. Interak- tionen zwischen den Verkehrsteilnehmern finden nahezu ständig statt. Der Verkehrszustand ist noch stabil. Bei der Stufe E treten ständig gegenseitige Behinderungen zwischen den Verkehrsteilnehmern auf. Die Bewegungsfreiheit ist nur in sehr geringem Umfang gegeben. Geringfügige Verschlechterungen der Einflussgrößen können zum Zusammenbruch des Verkehrsflusses führen. Der Verkehr bewegt sich im Bereich zwischen Stabilität und Instabilität. Die Kapazität wird erreicht. Bei der Stufe F ist die Nachfrage größer als die Kapazität. Die Verkehrsanlage ist überlastet. Im Rahmen von Leistungsfähigkeitsuntersuchungen wird üblicherweise die Qualitätsstufe D als Grenzstufe betrachtet, die noch eine akzeptable Qualität des Verkehrsablaufes, insbesondere in den Spitzenstunden, gewährleistet. Die Stufen E und F sollten möglichst vermieden werden. Art QSV A B C D E F Signalisiert mittlere Wartezeit ≤ 20 s ≤ 35 s ≤ 50 s ≤ 70 s > 70 s Verkehrsstärke > Kapazität Vorfahrt geregelt mittlere Wartezeit ≤ 10 s ≤ 20 s ≤ 30 s ≤ 45 s > 45 s Verkehrsstärke > Kapazität Tabelle 4: Mittlere Wartezeit, Grenzwerte der Qualitätsstufen Die Bewertung der Qualität des Verkehrsablaufes an den vorfahrtgeregelten Knotenpunkten erfolgt mit der Software „HBS-Rechenprogramm, Version 2016“ und an den durch LSA geregelten Knoten- punkten mit der Software LISA 8. Verfahrensbedingt können Verkehrsabhängigkeiten z.B. in Form von Freigabezeitabbrüchen nach Rückstaubemessung oder durch Anforderung der Stadtbahn am beschrankten Bahnübergang bei signalisierten Knotenpunkten nicht berücksichtigt werden. Stattdes- sen wird bei der Leistungsfähigkeitsuntersuchung auf Festzeitprogramme zurückgegriffen.Seite 28 von 89 Seite 18 P+R Bonn-Vilich 4.2 Leistungsfähigkeit im Bestand Die Ergebnisse der Leistungsfähigkeitsuntersuchung für den Bestand sind in Form von HBS-Form- blättern in Anlage 3 aufgeführt. 4.2.1 Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße Für den Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße sind in Abbildung 12 und in Abbildung 13 die Qualitätsstufen des Verkehrsablaufs für die vormittägliche und nachmittäg- liche Spitzenstunde dargestellt. Abbildung 12: Qualität Sankt Augustiner Str./Mathildastr./Gerhardstr. (vorm. Spitzenstunde)Seite 29 von 89 Seite 19 P+R Bonn-Vilich Abbildung 13: Qualität Sankt Augustiner Str./Mathildastr./Gerhardstr. (nachm. Spitzenstunde) In beiden Strömen werden alle Verkehrsströme rechnerisch leistungsfähig mit sehr guter bis ausrei- chender Qualität abgewickelt. Die ermittelten Qualitätsstufen liegen alle innerhalb des derzeit noch gültigen im HBS 2015 genannten tolerierbaren Bereichs mit Grenzstufe D. Da das angewendete Rechenverfahren nach HBS nur eine Betrachtung einzelner Knotenpunkte er- laubt, werden die Effekte der angrenzenden Schrankenanlage verfahrensbedingt nicht berücksich- tigt. Tatsächlich spiegeln die errechneten Wartezeiten bzw. Qualitätsstufen am Knotenpunkt nicht die tatsächlichen Wartezeiten der Relation wider, da diese durch die Schrankenschließzeiten regel- mäßig wahrnehmbar verlängert werden. Der Rückstau in der Zufahrt Mathildastraße ist im Bestand kritisch zu beurteilen. Der mit 13 m Länge kurze Aufstellstreifen des Geradeaus- und Rechtsabbiegestroms wird rechnerisch regelmäßig über- staut. Die rechnerische Rückstaulänge beträgt dort in der vormittäglichen Spitzenstunde rund 28 m und in der nachmittäglichen Spitzenstunde rund 21 m. Bei Betrachtung der gesamten Zufahrt ergibt die Berechnung vormittags einen Rückstau von rund 93 m und nachmittags von rund 57 m. Der Bahnübergang, der nur rund 18 m von der Haltelinie entfernt liegt, wird somit regelmäßig überstaut, was sich mit den Beobachtungen vor Ort deckt. Es wurde vor Ort kein kritisches Verhalten in Form von Wartevorgängen im Gleisbereich festgestellt. Da der Bahnübergang freigehalten wird, erstre- cken sich einzelne Rückstauereignisse bis in die Ewigstraße und in den nördlich gelegenen (warte- pflichtigen) Abschnitt der Mathildastraße hinein. Durch die geplante Verdichtung des Angebots auf einen 10-Minutentakt auf der Linie 67, die derzeit nur durch einzelne Verstärkerfahrten bedient wird, werden sich die durch die Schrankenanlage her- vorgerufenen Störungen im Verkehrsablauf erhöhen. Die Berechnungen zeigen, dass die Verkehrsströme in der Zufahrt Mathildastraße zu rund 50-60% ausgelastet sind. Auch die für die Abwicklung des Zielverkehrs zu einer möglichen P+R-Fläche mit Anbindung über die Gartenstraße relevanten Verkehrsbeziehungen (Linksabbieger Sankt Augusti- ner Straße West, Geradeausstrom Gartenstraße Süd und Rechtsabbieger Sankt Augustiner StraßeSeite 30 von 89 Seite 20 P+R Bonn-Vilich Ost) sind maximal 60% ausgelastet, so dass theoretisch noch Kapazitätsreserven vorhanden wären. Jedoch ist der Rückstau in der Mathildastraße als maßgeblich anzusehen und wird entsprechend unter derzeitigen Bedingungen kritisch beurteilt. 4.2.2 P+R-Zufahrt an der Sankt Augustiner Straße Für die Zufahrt des P+R-Platzes an der Sankt Augustiner Straße sind in Abbildung 14 und in Abbil- dung 15 die Qualitätsstufen des Verkehrsablaufs für die vormittägliche und nachmittägliche Spitzen- stunde dargestellt. Abbildung 14: Qualität Zufahrt P+R Sankt Augustiner Str. (vorm. Spitzenstunde)Seite 31 von 89 Seite 21 P+R Bonn-Vilich Abbildung 15: Qualität Zufahrt P+R Sankt Augustiner Str. (nachm. Spitzenstunde) Im Ergebnis zeigt sich, dass der Verkehr in beiden Spitzenstunden mit sehr guten Qualitätsstufen abgewickelt wird. Bei der Einzelstrombetrachtung wird der Linkseinbieger mit Stufe B bewertet. Die bestehende Situation wird hinsichtlich der Leistungsfähigkeit an dieser Stelle als nicht kritisch beur- teilt.Seite 32 von 89 Seite 22 P+R Bonn-Vilich 5. Rahmenbedingungen zukünftiger P+R 5.1 Abschätzung Stellplatzbedarf P+R Da für das zukünftige Angebot der S13 und der Stadtbahnlinien 66 und 67 keine prognostizierten Fahrgastzahlen vorliegen, dient die Steigerung der Kapazitäten des ÖPNV-Angebots als Grundlage für eine Abschätzung des zukünftigen Bedarfs an P+R-Stellplätzen. Der Bedarf an Fahrradabstell- plätzen des zu integrierenden B+R wird über den Radverkehrsanteil eines Ziel-Modalsplits hergelei- tet und als zusätzliches Angebot dargestellt. Grundlage ist die derzeit vorhandene Kapazität des P+R mit 90 Stellplätzen. Neben der Steigerung der Kapazität durch das erweiterte zukünftige ÖPNV-Angebot werden noch weitere Steigerungsfaktoren berücksichtigt, die sich aus flankierenden Maßnahmen und einem all- gemeinen Trend ergeben sowie eine Ausbaureserve berücksichtigt. Somit ergibt sich folgende Berechnungsgrundlage: Größe P+R Kapazität Pneu = zukünftige Nachfrage + Puffer = (heutige Nachfrage * F1 * F2 * F3) + Puffer mit: F1 = Steigerungsfaktor, der sich aus der konkreten SPNV-Angebotssteigerung ergibt F2 = Steigerungsfaktor, der sich aus flankierenden Maßnahmen ergibt F3 = Steigerungsfaktor, der sich aus einem allgemeinen Trend ergibt Puffer = % Ausbaureserve Größe B+R Kapazität Bneu = Kapazität Pneu x ZMSRad + Puffer mit: Kapazität Pneu = neue Kapazität P+R ZMSRad = Ziel-Modalsplit Radverkehr Puffer = % Ausbaureserve Zukünftig wird sich das ÖPNV-Angebot an dieser Stelle deutlich erhöhen. Die S13 wird zukünftig im 20-Minutentakt verkehren und die Stadtbahnlinie 67, auf der derzeit nur einzelne Verstärkerfahrten durchgeführt werden, wird einen durchgängigen 10-Minutentakt erhalten. Als flankierende Maßnah- men, die sich voraussichtlich positiv auf die Stellplatznachfrage auswirken dürften, ist zum einen die durch den Ausbau erreichte Qualitätssteigerung der P+R-Anlage gegenüber dem derzeit eher pro- visorisch wirkenden Ausbauzustand zu nennen. Zum anderen ist in der Bonner Innenstadt eine ver- mehrte Parkraumbewirtschaftung vorgesehen, die sich wahrscheinlich ebenfalls positiv auf die Nachfrage auswirken wird. Als allgemeine Trends, die sich ebenfalls positiv auf die Nachfrage aus- wirken können, sind die Auswirkungen des Deutschlandtickets, ein sich zunehmend veränderndes Mobilitätsverhalten und Umweltbewusstsein sowie eine positive Einwohnerentwicklung im Großraum Bonn zu nennen.Seite 33 von 89 Seite 23 P+R Bonn-Vilich Vor diesem Hintergrund ergeben sich folgende Berechnungsgrundlagen, die mit der Stadt Bonn ab- gestimmt wurden: heutige Nachfrage: 90 P+R Stellplätze (Vollauslastung) F1 (SPNV-Angebotssteigerung): 3,50 F2 (flankierenden Maßnahmen): 5% F3 (allgemeinen Trend): 10% Ausbaureserve: 10% Ziel-Modalsplit beim Radverkehr: 20% Die detaillierte Berechnung ist in Anlage 4 dargestellt. Somit ergibt die Abschätzung folgende Stell- platzanzahl: 400 Stellplätze P+R 88 Abstellplätze B+R 5.2 Ausstattung Der zukünftige P+R/B+R-Platz soll den aktuellen bereits veränderten Mobilitätsbedürfnissen sowie den sich zukünftig voraussichtlich weiter ändernden Mobilitätsbedürfnissen Rechnung tragen. Damit verbunden ist die Integration eines sogenannten Mobilitätshubs bzw. die üblicherweise in solchen Hubs vorgesehenen Ausstattungselemente. Das übergeordnete Ziel ist die Herstellung von Multi- und Intermodalität, d.h. die Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel ist derart zu gestalten, dass ein Umstieg zwischen den einzelnen Verkehrsmitteln Pkw-ÖPNV und Rad-ÖPNV einfach, komfor- tabel und sicher gewährleistet wird und es somit attraktiv ist, Wegeketten mit verschiedenen Ver- kehrsmitteln zurückzulegen. Umweltverträgliche Verkehrsmittel der Nahmobilität, also Fuß- und Radverkehr, sind dabei zu fördern. Relevante Ausstattungselemente bzw. Rahmenbedingungen sind durch die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV) in verschiedenen Publikationen dargestellt (z.B. „Hinweise zu Park+Ride (P+R) und Bike+Ride (B+R)“ (2018), „Hinweise für den Entwurf von Verknüpfungsan- lagen des öffentlichen Personennahverkehrs“ (2009)). Darüber hinaus wurden bereits regionale Un- tersuchungen durchgeführt, in denen relevante Ausstattungsmerkmale und Rahmenbedingungen dargestellt sind („Verbandweites Konzept für die Errichtung von Mobilstationen“ (Spiekermann 2018) und „Regionales P+R-Konzept für den NVR“ (IVV 2022), beide für die Nahverkehr Rheinland GmbH). Nachfolgend werden die im Rahmen des regionalen P+R-Konzepts dokumentierten Ausstattungs- elemente bzw. Rahmenbedingungen dargestellt. Bei der Planung der Zu- und Abfahrten ist auf Leistungsfähigkeit zu achten, um ein schnelles Ein- und Ausfahren zu ermöglichen und die Beeinträchtigungen des fließen- den Verkehrs vertretbar zu halten. Wegeführung des Fußgängerverkehrs: kurze und verkehrssichere Wegeführung der Fußweg zwischen Abstellort des Pkw bis zum Bus- oder Bahnsteig sollte mög- lichst nicht länger als 200 m sein (Hinweise zu Park-and-Ride (P+R) und Bike-and-Ride (B+R), FGSV, 2018) bei einem ebenerdigen Parkplatz sind bis zu 250 Parkstände möglich, ab ca. 250 Parkständen sind Parkhäuser, Parkplätze mit Parkdeck oder Tiefgaragen sinnvoll,Seite 34 von 89 Seite 24 P+R Bonn-Vilich um die Zugangswege zur Haltestelle kurz zu halten und den Flächenverbrauch zu reduzieren (Hinweise zu Park-and-Ride (P+R) und Bike-and-Ride (B+R), FGSV, 2018) übersichtliche Parkflächeneinteilung mit einfacher Verkehrsführung in Einbahn- richtung: die der Haltestelle am nächsten liegenden Stellplätze sollten zuerst angefah- ren werden können Stellplätze sind zu markieren: die Stellplatzbreite sollte mindestens 2,65 m betragen (EAR 2023) Sonderstellplätze sollten in einem ausgewogenen Verhältnis zur Gesamtstellplatzzahl stehen für Behinderte möglichst nah an den Zugängen zum ÖPNV. Eine Mindeststellplatz- zahl ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Empfohlen wird ein Grundangebot von ei- nem Stellplatz pro Anlage. Bei Anlagen mit mehr als 100 Stellplätzen ist eine Einzel- fallprüfung vorzunehmen für Frauen: gut einsehbar, kurze Wege zur Haltestelle für Familienfahrzeuge: insbesondere für den Einkaufs- und Veranstaltungsverkehr für Krafträder: Anzahl ist nach den örtlichen Bedürfnissen zu bestimmen für Elektrofahrzeuge (mit / ohne Ladesäule) und Car-Sharing: in Haltestellennähe, fördern innovative Mobilitätsangebote Empfehlungen für die Anzahl Stellplätze (Maßnahmenplan Park+Ride, RMV) Mindestangebot: 5-10 Stellplätze Grundangebot: 10-50 Stellplätze Individualangebot: 50-200 Stellplätze Großanlagen: >200 - >1.000 Stellplätze Empfehlungen für die Auslastung (Verbandsweites Konzept für die Errichtung von Mobilstationen im NVR) Ein Auslastungsgrad von 60 – 80 % bei P+R- und B+R-Anlagen ist anzustreben, da- mit unter wirtschaftlichen Aspekten die Anlage nicht überdimensioniert wird und ge- nügend Kapazitäten zur Verfügung stehen, auch bei Spitzenbelastungen. Bei einer Auslastung über 80 % wird die Erweiterung der P+R-Anlage empfohlen. Ausreichende Beleuchtung und gute Einsehbarkeit der Parkflächen und Zugangs- wege zur Haltestelle, Parkhäuser sind möglichst offen zu gestalten (Tageslicht nutzen) Verkehrssicherheit, Orientierung, Aufenthaltsqualität, soziale Kontrolle und subjekti- ves Sicherheitsempfinden Bring- und Abholverkehr (Kiss-and-Ride): Einrichtung von Parkständen für kurze Parkdauer außerhalb der P+R-Anlage im nahen Umfeld der Haltestelle, Anzahl der Parkstände zum Kurzparken richtet sich nach dem Einzugsgebiet und der Fahrgastfre- quenz der Haltestelle (i.d.R. 2 bis 5 Parkstände) (Hinweise zu Park-and-Ride (P+R) und Bike- and-Ride (B+R), 2018, FGSV) Nutzer des Umweltverbunds (Bus, Fahrrad) sollten kürzere Zugangswege zum Bahn-/Bussteig erhalten als die P+R-NutzerSeite 35 von 89 Seite 25 P+R Bonn-Vilich B+R-Anlagen sind in der Regel an allen P+R-Anlagen innerhalb von Siedlungskör- pern sinnvoll Ladeinfrastruktur: empfehlenswert ist die Einrichtung von Ladeinfrastruktur für Elektro- autos, insbesondere an Anlagen mit längeren Abstellzeiten, bei Neubauten ist zumin- dest für die erforderliche Stromversorgung für das Nachrüsten von Ladesäulen zu sor- gen (Hinweise zu Park-and-Ride (P+R) und Bike-and-Ride (B+R), 2018, FGSV) Serviceleistungen erhöhen die Attraktivität der P+R-Anlagen und können zur Kostende- ckung insbesondere bei größeren Anlagen beitragen; Dienstleistungsangebote sind z.B. Kiosk mit Lotto und Reisebedarf, Bäcker, Café, Imbiss, Paketdienst, Briefkasten, Reini- gungsannahme, Geldautomat, Schließfächer Sanitäranlagen und ggf. ein Eltern-Kind-Raum in einem Sammel- oder Aufenthalts- bereich sind in großen P+R-Anlagen (≥500 Pkw) zu empfehlen (Hinweise zu Park-and-Ride (P+R) und Bike-and-Ride (B+R), 2018, FGSV) Sicherheit Notrufeinrichtungen sind auf Parkflächen außerhalb von Siedlungsgebieten und in Parkbauten zu schaffen Videoüberwachung kann bei Standorten mit erheblichem Gefährdungs- und Kon- fliktpotenzial sinnvoll sein, zielführender ist aber meist eine gute Integration in den Stadtraum und eine Nutzung des Bahnhofsgebäudes als Arbeits- und Wohnstandort oder für Serviceleistungen Automatische Erfassung der Auslastung: In Bereichen mit hohem P+R-Aufkommen ist die Information über freie Stellplätze eine wichtige Maßnahme zur Kundenzufrieden- heit und Kundenbindung. Denn, nur wenn verlässliche Informationen über freie Stell- plätze vorliegen, kann mit einer wiederholten und regelmäßigen Nutzung gerechnet werden. Eine überörtliche Beschilderung und Wegweisung weist bereits an den überörtli- chen Verkehrswegen, innerorts an den Hauptverkehrsstraßen und Zufahrten zur P+R- Anlage auf das P+R-Angebot hin. Sie dient neben der Leitung der Verkehre auch der Bewusstseinsbildung.Seite 36 von 89 Seite 26 P+R Bonn-Vilich 6. Standortuntersuchung 6.1 Vorgehen Für den neuen P+R-Platz sind verschiedene Standorte und an diesen Standorten verschiedene Lö- sungsmöglichkeiten denkbar. Daher wurden im Rahmen der vorliegenden Machbarkeitsuntersu- chung verschiedene Szenarien eines P+R-Platzes untersucht. In Abbildung 16 sind die untersuchten Standorte bzw. Teilflächen im Umfeld des der geplanten Verknüpfungshaltestelle dargestellt. Abbildung 16: Standorte und Teilflächen neuer P+R-Platz Folgende Szenarien wurden untersucht: Szenario 1: Parkplätze auf P1 und P2 Szenario 2a: Parkplatz auf P1 und Parkpalette auf P2 Szenario 2b: Parkpalette auf P1 und Parkplatz auf P2 Szenario 3a: Parkplatz auf P3 Szenario 3b: Parkpalette auf P3 Für die verschiedenen Szenarien wurde die Anzahl der realisierungsfähigen Stellplätze konzeptionell hergeleitet, die verschiedenen Rahmenbedingungen dargestellt sowie für die Szenarien 1, 2a und 2b die Leistungsfähigkeit des Verkehrsablaufs am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathilda- straße/Gerhardstraße untersucht. Grundlage der Leistungsfähigkeitsuntersuchung ist die prognostizierte Verkehrsbelastung in den Spitzenstunden nach Realisierung des entsprechenden Szenarios. Grundlage für die entsprechende Verkehrsprognose bildet der aus der Zählung am heutigen P+R-Platz auf der Teilfläche 1 abgeleitete Stellplatzumschlag, die entsprechende zeitliche Verteilung der Quell- und Zielverkehre sowie die Abbiegebeziehungen am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße. Die Berechnung der prognostizierten Verkehrsmengen ist in Anlage 5 und die Leistungsfähigkeitsnach- weise sind in Anlage 6 dargestellt.Seite 37 von 89 Seite 27 P+R Bonn-Vilich Die Realisierungsfähigkeit von Parkpaletten erfolgte über eine konzeptionelle Herleitung des Flä- chenbedarfs. Für die einzelnen Elemente eines Parkhauses (Stellplätze, Fahrgassen, Rampen usw.) wurden folgende Regelmaße der neuen EAR 23 angesetzt: Stellplatzabmessungen 2,65 m x 5,20 m bzw. bei einseitig begrenzten Stellplätzen 3,00 m x 5,20 m Fahrgassenbreite 6,00 m (Senkrechtstellplätze) gerade Rampe: Fahrbahnbreite 2,75 m plus beidseitige Schrammborde je 25cm gewendelte Rampe: Fahrbahnbreite 3,70 (innere Fahrbahn) bzw. 3,50 m (äußere Fahr- bahn) plus Mittelbord und Schrammborde je 50 cm, innerer Kurvenradius 5,00 m Rampenneigung 15%, Abflachungen am Rampenkopf und Rampenfuß Das Tragwerk der Parkpalette wurde bei der Gebäudekubatur umliegend pauschal durch einen Brei- tenzuschlag von 75 cm berücksichtigt. Treppenhäuser wurden als Platzhalter berücksichtigt und an- genommen, dass ein Treppenhaus drei Stellplätze einnimmt. Als Geschosshöhe wurde 2,90 m inkl. Deckenaufbau angenommen. Diese Annahme war erforderlich, um die Längenentwicklung und so- mit den Platzbedarf der Rampen abzuschätzen. Die einzelnen Szenarien unterliegen unterschiedlichen Rahmenbedingungen und Planungsrisiken, die nachfolgend zunächst szenarienübergreifend beschrieben werden. Anschließend werden die einzelnen Szenarien beschrieben, die Erschließung und die jeweils realisierbaren Stellplätze darge- stellt sowie die Ergebnisse der Leistungsfähigkeitsuntersuchung am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße für die Szenarien 1, 2a und 2b dargestellt.Seite 38 von 89 Seite 28 P+R Bonn-Vilich 6.2 Rahmenbedingungen und Planungsrisiken Bei der Realisierung eines P+R-Platzes sind folgende Rahmenbedingungen und Planungsrisiken zu berücksichtigen. Genehmigungsprozess bei Realisierung von Parkpaletten: Für den Bau von Parkpalet- ten ist im Rahmen des Planungsprozesses Planungsrecht zu schaffen, da noch kein entsprechendes Planungsrecht vorliegt. Überstauung Bahnübergang Mathildastraße: Die Leistungsfähigkeitsuntersuchung für den Bestand hat gezeigt, dass rechnerisch heute schon der Bahnübergang an der Mat- hildastraße überstaut ist. Beobachtungen vor Ort bestätigen die Ergebnisse. Diese Si- tuation wird sich mit einer Steigerung der Verkehrsbelastung bei Realisierung zusätzli- cher P+R-Stellplätze auf den Teilflächen P1 und P2 verschärfen. Zudem werden zu- künftig wegen der Verlagerung der Haltestelle die Stadtbahnen den Bahnübergang mit höheren Geschwindigkeiten passieren, was zu einer Erhöhung des Gefährdungspoten- tials führt. Gasleitung unterhalb von P1 und P2: Die Gasleitung führt zu Einschränkungen der Be- baubarkeit der Flächen P1 und P2. Bei Realisierung einer Parkpalette ist eine Verle- gung unter Berücksichtigung eines Schutzstreifens der Gasleitung erforderlich und ein hoher finanzieller Aufwand sowie ein langer Planungs- und Genehmigungsprozess die Folge. Erschließung Alternativfläche P3: von Norden und der Beueler Straße ist eine Erschlie- ßung nicht empfehlenswert, da eine Erhöhung der Verkehrsbelastung in Müldorf die Folge wäre und der beschrankte Bahnübergang an der Straße Am Herresgarten pas- siert werden muss. Die Themen Gasleitung und Erschließung Alternativfläche P3 werden nachfolgend näher erläutert.Seite 39 von 89 Seite 29 P+R Bonn-Vilich GASLEITUNG Unterhalb der Teilflächen P1 und P2 liegt eine Gasleitung. Ein Lageplan mit der Gasleitung ist gem. Planauskuft in Abbildung 17 dargestellt. Abbildung 17: Lageplan mit Gasleitung Es handelt sich hierbei um eine Gasleitung mit einem Nenndurchmesser von 400 mm der Open Grid Europe/Thyssengas mit einem Schutzstreifen von 8,00 m (4,00 m je Seite von Achsmitte aus ge- messen). Schutzstreifen sichern dem Netzbetreiber einen dauerhaften Zugang zur Leitung und dür- fen daher nicht mit Bauwerken überbaut werden. Eine Bebauung durch einen ebenerdigen Parkplatz ist dagegen möglich, weil der Zugang des Netzbetreibers mit vergleichsweise geringem Aufwand gewährleistet ist. Sollte eine Parkpalette auf den beiden Teilflächen P1 und P2 errichtet werden, muss die Gasleitung unter Berücksichtigung eines Schutzstreifens verlegt werden. Neben einem hohen zeitlichen Auf- wand resultierend aus Finden einer Alternativtrasse, Planungs-, Abstimmungs- und Genehmigungs- prozess, ist ein hoher finanzieller Aufwand die Folge. Es ist mit Kosten in Höhe von 2.200 Euro pro Meter Leitung zu rechnen. In den Unterlagen zur Netzauskunft, die durch die Stadt Bonn durchgeführt wurde, ist im Abschnitt „Erschließung mit Ver- und Entsorgungsleitungen“ vermerkt, dass die Überfahrbarkeit „nach Mög- lichkeit rechtwinklig“ zu erfolgen hat. Dies widerspricht der gängigen Praxis und wird heute anders gehandhabt. Dieser Punkt wäre im Planungsprozess zu berücksichtigen und abzustimmen.Seite 40 von 89 Seite 30 P+R Bonn-Vilich ERSCHLIEßUNG ALTERNATIVFLÄCHE P3 ÖSTLICH DER GLEISE Für die Erschließung der Alternativfläche P3 bieten sich zunächst zwei Richtungen an: von Norden über die Beueler Straße von Süden über die Sankt Augustiner Straße Eine Erschließung aus Norden von der Beueler Straße hätte zur Folge, dass der Quell- und Zielver- kehr des P+R-Platzes von der Sankt Augustiner Straße über die Straße Am Herresgarten in Müldorf fahren und einen derzeit schon vorhandenen Bahnübergang passieren muss. Ein Lageplan dieser Situation ist in Abbildung 18 dargestellt. Abbildung 18: Erschließung Alternativfläche P3 von Beueler Straße Die Straße Am Herresgarten und teilweise die Beueler Straße liegen in einem Wohngebiet. Diese würden mit zusätzlichem Verkehr und daraus resultierend mit erhöhten Schall- und Schadstoffimmis- sionen belastet werden. Vor diesem Hintergrund und aufgrund der insgesamt schlechten Erreichbar- keit des P+R-Platzes (Engstelle Bahnübergang) ist eine Erschließung der Alternativfläche P3 von der Beueler Straße aus nicht empfehlenswert. Bei einer Erschließung von der Sankt Augustiner Straße aus müsste die Stadtbahntrasse überquert werden. Hierfür bietet sich grundsätzlich ein Unterführungs- oder ein Brückenbauwerk an. Für beide Bauwerke sind zur Überwindung des Höhenunterschiedes Rampen erforderlich. Eine Unterführung mit einem nur für Pkw und Radfahrer relevanten Mindestmaß der Lichten Höhe von 2,50 m sowie einer 1,00 m dicken Brückenkonstruktion hätte bei einer steilen Rampe mit einer Neigung von 10% schon eine Entwicklungslänge von 35 m zur Folge. Bei einer Brücke müsste ein deutlich höheres Lichtraumprofil unterhalb des Brückenbauwerks von mindestens 5,50 m eingehalten werden, was zu einer Rampenlänge von mindestens 65 m führt.Seite 41 von 89 Seite 31 P+R Bonn-Vilich Der Platzbedarf einer Rampe im räumlichen Kontext P3 ist in Abbildung 19 dargestellt. Abbildung 19: Platzbedarf einer Rampe im räumlichen Kontext P3 Die beengte räumliche Situation zur Unterbringung einer Rampe und eines Knotenpunkts, der neben einem Über- oder Unterführungsbauwerk ebenfalls mit Mindestradien von 8,00 m in der Kurvenin- nenseite gestaltet werden muss, wird in der Abbildung oben deutlich. Bei einer direkten Anbindung der Fläche P3 von der Sankt Augustiner Straße aus wird deutlich, dass der vorhandene Seitenstreifen zwischen Sankt Augustiner Straße und Bahntrasse mit ca. 10 m Breite an der breitesten Stelle nicht ausreichend ist. Eine Erschließung über einen vierarmigen Knotenpunkt an der Anschlussstelle unter Mitbenutzung der benachbarten Grundstücke stellt sich planungstechnisch als herausfordernd dar. Die Stadtbahn- strecke muss schleifend gekreuzt werden und zu Beginn der Kreuzung muss z.B. bei einer Unter- führung die Höhe abgebaut sein. Bei einer geraden Rampe wie oben dargestellt ließe sich ein vier- armiger Knotenpunkt nicht umsetzen. Daher wäre ein geschwungener Verlauf erforderlich (blau ge- strichelt dargestellt). Ohne eine detailliertere Planung unter Berücksichtigung der Geländehöhen kann die Machbarkeit zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Eine plangleiche Kreuzung mit Hilfe eines beschrankten Bahnübergangs wäre voraussichtlich bau- lich realisierbar. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde die Möglichkeit eines beschrankten Bahnübergangs in diesem Bereich bei den Stadtwerken Bonn abgefragt. Im Ergebnis zeigt sich, dass eine Genehmigung eines beschrankten Bahnübergangs unrealistisch ist. Aufgrund der o.g. Gründe und aufgrund weiterer Unwägbarkeiten (Kosten, Planungsrecht) und der daraus resultierenden zeitlichen Komponente ist zum jetzigen Zeitpunkte eine Erschließung der Al- ternativfläche P3 östlich der Gleise nicht empfehlenswert.Seite 42 von 89 Seite 32 P+R Bonn-Vilich 6.3 Szenario 1: Parkplätze auf P1 und P2 Im Szenario 1 sind jeweils auf der bestehenden P+R-Fläche westlich der Mathildastraße (P1) sowie auf der Fläche östlich der Mathildastraße (P2) ebenerdige P+R-Plätze vorgesehen. Die Erschließung von P1 erfolgt wie im Bestand über die Sankt Augustiner Straße und die Mathildastraße. P2 wird über die Mathildastraße angebunden. Eine Anbindung von der Sankt-Augustiner-Straße ist nicht möglich (nicht genehmigungsfähig von Seiten Straßen NRW) bzw. aufgrund der Dammlage der Sankt-Augustiner-Straße ungünstig (Platzbedarf Rampe) und wurde daher nicht weiterverfolgt. Bei der Anzahl der realisierungsfähigen Stellplätze wird für P1 angenommen, dass sich dort ver- gleichbar der heutigen Situation 90 Stellplätze realisieren lassen. Bei P2 werden 120 Stellplätze ent- sprechend den bestehenden Planungen auf dieser Fläche angenommen. Somit ergeben sich in die- sem Szenario maximal 210 Stellplätze. In Abbildung 20 ist ein Lageplan der Situation von Szenario 1 dargestellt. Abbildung 20: Lageplan Szenario 1: Parkplätze auf P1 und P2 Durch die Planung wird mit einer Zusatzbelastung von 590 Kfz/24h bzw. mit 103 Kfz/h in der vormit- täglichen und 72 Kfz/h in der nachmittäglichen Spitzenstunde gerechnet.Seite 43 von 89 Seite 33 P+R Bonn-Vilich In Abbildung 21 sind die Ergebnisse der Leistungsfähigkeitsuntersuchung dieses Szenarios am Kno- tenpunkt Sankt Augustiner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße dargestellt. Abbildung 21: Qualität Verkehrsablauf Szenario 1 In der vormittäglichen Spitzenstunde sinkt in der Zufahrt Mathildastraße die Qualitätsstufe von D auf E und der Rückstau verlängert sich rechnerisch auf rund 158 m (derzeit rund 93 m). In der nachmit- täglichen Spitzenstunde ist die Qualitätsstufe unverändert bei C. Der Rückstau verlängert sich rech- nerisch auf rund 71 m (derzeit rund 55 m).Seite 44 von 89 Seite 34 P+R Bonn-Vilich 6.4 Szenario 2a: Parkplatz auf P1 und Parkpalette auf P2 In diesem Szenario ist auf der bestehenden P+R-Fläche westlich der Mathildastraße (P1) ein eben- erdiger P+R-Platz vorgesehen. Bei der Anzahl der realisierungsfähigen Stellplätze dort wird ange- nommen, dass sich dort vergleichbar der heutigen Situation 90 Stellplätze realisieren lassen. Auf der Fläche östlich der Mathildastraße (P2) ist eine Parkpalette vorgesehen. In Abbildung 22 ist die für eine Palette zur Verfügung stehende Fläche auf P2 dargestellt. Abbildung 22: zur Verfügung stehende Fläche P2 Die bisherige Planung auf P2 sieht auf einer Länge von 167 m Stellplätze vor. Die Breite beträgt rund 22 m. Auf dieser Grundlage wurde eine Parkpalette mit einer Fahrgasse und daran anliegende Senk- rechtstellplätze mit einem Obergeschoss konzipiert. Zur Erschließung des aufgehenden Geschosses sind Rampen erforderlich. Hierfür bieten sich zunächst verschiedene Möglichkeiten an: In Variante 1 sind seitlich am Gebäudekörper liegende gerade Auf- und Abfahrrampen vorgesehen. In einer zwei- ten Variante wurde eine Parkpalette mit einer gewendelten Rampe am Ende der Palette untersucht. Skizzen der Konzepte beider Varianten sind nachfolgend in Abbildung 23 und in Abbildung 24 dar- gestellt.Seite 45 von 89 Seite 35 P+R Bonn-Vilich Abbildung 23: Skizze Parkpalette P2 Variante 1 Abbildung 24: Skizze Parkpalette P2 Variante 2 In Variante 1 (seitliche Rampen) lassen sich auf einer Länge von 166,50 m bei zwei Parkdecks im Erdgeschoss und im Obergeschoss rund 208 Stellplätze realisieren. Die Parkpalette ist 21,50 m breit. In Variante 2 mit einer gewendelten Rampe am Ende des Bauwerks lassen sich auf zwei Ge- schossen auf einer Länge von 166,50 m ca. 178 Stellplätze realisieren. Aufgrund des höheren Platz- bedarfs der gewendelten Rampe lassen sich in dieser Variante weniger Stellplätze als in Variante 1 realisieren. Die Breite des Bauwerks in Variante 2 beträgt im Bereich der Stellplätze ca. 17,90 m und im Bereich der gewendelten Rampe 28 m. Da nur 22 auf dem Grundstück zur Verfügung stehen,Seite 46 von 89 Seite 36 P+R Bonn-Vilich lässt sich Variante 2 mit gewendelter Rampe aufgrund der Breitenentwicklung im Rampenbereich nicht dem Grundstück realisieren. Für die Leistungsfähigkeitsbetrachtung dieses Szenarios wird daher eine Palette auf P2 entspre- chend Variante 1 mit seitlichen Rampen und 178 Stellplätzen und ein ebenerdiger Platz auf P1 mit 90 Stellplätzen angesetzt (Summe 268 Stellplätze). Durch die Planung wird mit einer Zusatzbelastung von 876 Kfz/24h bzw. mit 151 Kfz/h in der vormit- täglichen und 107 Kfz/h in der nachmittäglichen Spitzenstunde gerechnet. In Abbildung 25 sind die Ergebnisse der Leistungsfähigkeitsuntersuchung dieses Szenarios am Knotenpunkt Sankt Augusti- ner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße dargestellt. Abbildung 25: Qualität Verkehrsablauf Szenario 2aSeite 47 von 89 Seite 37 P+R Bonn-Vilich In der vormittäglichen Spitzenstunde sinkt in der Zufahrt Mathildastraße die Qualitätsstufe von D auf F und der Rückstau verlängert sich rechnerisch auf rund 203 m (derzeit rund 93 m). In der nachmit- täglichen Spitzenstunde sinkt die Qualitätsstufe von C auf D. Der Rückstau verlängert sich rechne- risch auf rund 83 m (derzeit rund 55 m).Seite 48 von 89 Seite 38 P+R Bonn-Vilich 6.5 Szenario 2b: Parkpalette auf P1 und Parkplatz auf P2 In diesem Szenario ist auf der bestehenden P+R-Fläche westlich der Mathildastraße (P1) eine Park- palette vorgesehen. Auf der Fläche östlich der Mathildastraße (P2) liegt ein ebenerdiger P+R-Platz entsprechend den bestehenden Planungen auf dieser Fläche. Die Erschließung der Palette auf P1 und des ebenerdige P+R-Platzes auf P2 erfolgt über die Mathildastraße. In Abbildung 26 ist die für eine Parkpalette zur Verfügung stehende Fläche auf P1 dargestellt. Abbildung 26: zur Verfügung stehende Fläche P1 In westliche Richtung verjüngt sich das Grundstück, was eine Folge auf die Gebäudekubatur und die Ausnutzbarkeit hat.Seite 49 von 89 Seite 39 P+R Bonn-Vilich Die Skizze des Konzepts einer Parkpalette auf P1 ist in Abbildung 27 dargestellt. Abbildung 27: Palette P1 Das Konzept sieht eine Parkpalette mit einer Fahrgasse und daran anliegenden Senkrechtstellplät- zen vor. In westliche Richtung lassen sich aufgrund des Grundstückzuschnitts nur einseitig Stell- plätze anordnen. Zur Erschließung der aufgehenden Geschosse sind seitlich am Gebäudekörper liegende gerade Auf- und Abfahrrampen vorgesehen. Auf einer Länge von rund 135 m lassen sich in zwei Ebenen ca. 127 Stellplätze realisieren. Grundsätzlich ist auch bei Errichtung von weiteren Ebenen ein erweitertes Stellplatzangebot denkbar. Aufgrund des zuvor festgestellten Platzbedarfs einer gewendelten Rampe wurde eine Lösung mit einer gewendelten Rampe nicht weiter verfolgt. Somit sind in diesem Szenario auf beiden Teilflächen insgesamt 247 Stellplätze realisierbar. Durch die Planung wird mit einer Zusatzbelastung von 773 Kfz/24h bzw. mit 134 Kfz/h in der vormit- täglichen und 95 Kfz/h in der nachmittäglichen Spitzenstunde gerechnet. In Abbildung 28 sind die Ergebnisse der Leistungsfähigkeitsuntersuchung dieses Szenarios am Knotenpunkt Sankt Augusti- ner Straße/Mathildastraße/Gerhardstraße dargestellt.Seite 50 von 89 Seite 40 P+R Bonn-Vilich Abbildung 28: Qualität Verkehrsablauf Szenario 2b In der vormittäglichen Spitzenstunde sinkt in der Zufahrt Mathildastraße die Qualitätsstufe von D auf F und der Rückstau verlängert sich rechnerisch auf rund 185 m (derzeit rund 93 m). In der nachmit- täglichen Spitzenstunde sinkt die Qualitätsstufe von C auf D. Der Rückstau verlängert sich rechne- risch auf rund 79 m (derzeit rund 55 m).Seite 51 von 89 Seite 41 P+R Bonn-Vilich 6.6 Szenario 3a: Parkplatz auf P3 In Szenario 3a wird ein ebenerdiger P+R-Platz auf der Alternativfläche P3 östlich der Bahngleise der Rechten Rheinstrecke betrachtet. Dabei wurde nur das Flurstück 1672 in Anspruch genommen. Die Erschließung des ebenerdigen P+R-Platzes erfolgt von der Sankt Augustiner Straße aus. In Abbil- dung 29 ist eine Skizze dieser Lösung dargestellt. Abbildung 29: Parkplatz P3 Gewählt wurde eine ringförmige Erschließung mit angrenzenden Senkrechtparkständen. Dazwi- schen liegen Fahrgassen, an denen ebenfalls Senkrechtstellplätze liegen. Auf Grundlage des so dargestellten Konzepts lassen sich bei voller Ausnutzung des Grundstücks ca. 366 Stellplätze reali- sieren.Seite 52 von 89 Seite 42 P+R Bonn-Vilich 6.7 Szenario 3b: Parkpalette auf P3 In Szenario 3b wird eine Parkpalette auf der Alternativfläche P3 östlich der Bahngleise der Rechten Rheinstrecke betrachtet. Dabei wurde nur das Flurstück 1672 nur teilweise in Anspruch genommen. Die Erschließung der Parkpalette erfolgt von der Sankt Augustiner Straße aus. Eine Skizze dieser Lösung ist in Abbildung 30 dargestellt. Abbildung 30: Palette P3 Die Palette ist ein quadratischer Kubus, der ringförmig erschlossen wird. Hiervon zweigen senkrecht Fahrgassen ab, an denen Senkrechtstellplätze angeordnet sind. Über seitliche gerade Rampen wer- den die nächsten Geschosse erreicht. Mit diesem Konzept lassen sich pro Geschoss rund 168 Stell- plätze realisieren. Bei einer zweigeschossigen Anlage lassen sich somit 336 Stellplätze realisieren. Durch die Auswahl der Anzahl der modularen Geschosse lässt sich das Angebot anpassen.Seite 53 von 89 Seite 43 P+R Bonn-Vilich 6.8 Fazit Standortuntersuchung Für die einzelnen Szenarien sind die realisierbaren Stellplätze sowie die entsprechenden Rahmen- bedingungen und Risiken in Tabelle 5 zusammengefasst. Kurzbeschreibung realisierbare Stellplätze Hinweise Rahmenbedingungen und Risiken Szenario 1 Parkplätze auf P1 und P2 90 Stellplätze auf P1 120 Stellplätze auf P2 210 Stellplätze insges. Annahme: Neuordnung P1 mit bestehender Stellplatz- anzahl P2 entsprechend beste- hender Planung - Szenario 2a Parkplatz auf P1 und Parkpalette auf P2 90 Stellplätze auf P1 208 Stellplätze auf P2 298 Stellplätze insges. Annahme: Neuordnung P1 mit bestehender Stellplatz- anzahl Verlegung Gasleitung Parkpalette erschwert Zu- gang zur Haltestelle von Mathildastraße aus für nicht motorisierten Verkehr (Breite des Grundstücks wird durch Parkpalette ein- genommen Planungsrecht Parkpalette Szenario 2b Parkpalette auf P1 und Parkplatz auf P2 127 Stellplätze auf P1 120 Stellplätze auf P2 247 Stellplätze insges. P2 entsprechend beste- hender Planung Verlegung Gasleitung Planungsrecht Parkpalette Szenario 3a Parkplatz auf P3 366 Stellplätze insges. vollständige Ausnutzung des Grundstücks Rückbau P1 und ausge- dehnter Mobilitätshub auf P2 Erschließung Sankt Au- gustiner Straße nicht gesi- chert hohe Kosten durch Brü- ckenbauwerk Inanspruchnahme Nach- bargrundstück Szenario 3b Parkpalette auf P3 396 Stellplätze insges. keine vollständige Ausnut- zung des Grundstücks Rückbau P1 und ausge- dehnter Mobilitätshub auf P2 Erschließung Sankt Au- gustiner Straße nicht gesi- chert hohe Kosten durch Brü- ckenbauwerk Inanspruchnahme Nach- bargrundstück Planungsrecht Parkpalette Tabelle 5: Zusammenfassung SzenarienSeite 54 von 89 Seite 44 P+R Bonn-Vilich 7. Tangierende Planung der Busanbindung Derzeit gibt es von Seiten der Stadt Bonn Überlegungen den neuen Verknüpfungshaltepunkt um eine Bushaltestelle zu erweitern. Im Umfeld verkehren derzeit die Buslinien 540, 640 und 603 (vgl. Kapitel 2.2). Eine Integration der Linie 603 ist aufgrund des Linienverlaufs östlich der Rechten Rhein- strecke und der Sankt Augustiner Straße sowie aufgrund der Art der Linie (Durchmesserlinie BN- Beuel - BN-Zentrum - BN-Ippendorf) nicht sinnvoll. Die Linien 540 und 640 würden sich aufgrund Ihrer Lage zunächst anbieten. Um an den bestehenden Linienverlauf westlich von Vilich anzuknüp- fen müsste im Bereich des neuen Verknüpfungspunktes gewendet werden. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie wurde geprüft, ob ein Wendemanöver auf dem Grundstück mög- lich ist. Zur Anwendung kamen dynamische Schleppkurven standardisierter Bemessungsfahrzeuge der Forschungsgesellschaft für Straßen und Verkehrswesen e.V. (FGSV), die einen zweiachsigen Linienbus mit 12 m Länge (Wenderadius 10,50 m) und einen dreiachsigen Gelenkbus mit 18 m Länge (Wenderadius 11,40 m) abbilden. Das Ergebnis der Prüfung ist in Abbildung 31 dargestellt. Abbildung 31: Schleppkurvenprüfung Buswendefahrt auf P2 Die Prüfungen haben gezeigt, dass ein Wenden beider Bustypen auf dem Grundstück technisch möglich ist. Allerdings entfällt etwa ein Drittel der realisierbaren Stellplätze auf dieser Teilfläche.Seite 55 von 89 Seite 45 P+R Bonn-Vilich 8. Zusammenfassung und Fazit Die S13 wird bis Bonn-Oberkassel verlängert und in Bonn-Vilich entsteht ein neuer S-Bahnhalte- punkt. Die Stadtbahnhaltestelle Vilich wird auf das Brückenbauwerk verlegt, über das die Stadt- bahntrasse der Linien 66 und 67 über die rechte Rheinstrecke mit den neuen Gleisen der S13 sowie über den neuen S-Bahnhaltepunkt geführt wird. In diesem Zusammenhang soll die teilweise noch bestehende P+R-Anlage modernisiert und zu einem zeitgemäßen Mobilitätshub ausgebaut werden, um den heutigen Mobilitätsbedürfnissen und dem veränderten und sich zukünftig weiter verändern- den Verkehrsverhalten gerecht zu werden. Parallel dazu werden von Seiten der Stadt Bonn Überle- gungen angestellt, das Busnetz anzupassen und eine Haltestelle auf dem neuen P+R-Platz bzw. im Umfeld zu integrieren. Für den neuen P+R-Platz sind zwei Standorte bzw. drei Teilflächen denkbar: neben den beiden Teil- flächen am heutigen Standort westlich der Mathildastraße und auf einer Teilfläche östlich der Mat- hildastraße ist zusätzlich eine Alternativfläche östlich der Rechten Rheinstrecke zu betrachten. Ziel der Machbarkeitsuntersuchung ist die Prüfung der Eignung der einzelnen Standorte bzw. Flächen. Hierfür wurden fünf verschiedene Umsetzungsszenarien mit Parkpaletten und Parkplätzen auf den einzelnen Teilflächen gebildet und untersucht. Im Fokus der Machbarkeitsuntersuchung stand dabei die Abschätzung der Anzahl realisierbarer Stellplätze auf Grundlage konzeptioneller Parkflächen- bzw. Parkbautenentwürfe, die Anbindung des P+R-Platzes an das Straßennetz und Leistungsfähigkeitsbetrachtun- gen am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße / Gartenstraße / Mathildastraße sowie die Darstellung von Rahmenbedingungen bzw. Planungsrisiken der anstehenden P+R-Planung. Eine Vorplanung im Sinne der HOAI war nicht Gegenstand der Untersuchung. Darüber hinaus wurde der Bedarf an P+R-Stellplätzen abgeschätzt sowie erforderliche Ausstattungselemente eines zeitge- mäßen Mobilitätshubs dargestellt. Grundlage der Machbarkeitsuntersuchung ist eine ausführliche Erfassung und Beschreibung der be- stehenden Situation sowie Verkehrszählungen am bestehenden P+R-Platz und am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße / Gartenstraße / Mathildastraße. Aus den Erkenntnissen der Erhebung am bestehenden P+R-Platz wurden die für nach Umsetzung verschiedener Szenarien prognostizierte Verkehrsbelastungen abgeleitet, die für die Leistungsfähigkeitsbetrachtungen von Bedeutung sind. Die Leistungsfähigkeitsuntersuchung für den Bestand am Knotenpunkt Sankt Augustiner Straße/Ma- thildastraße/Gerhardstraße hat gezeigt, dass für die Abwicklung des Zielverkehrs zu einer möglichen P+R-Fläche mit Anbindung über die Mathildastraße an den relevanten Verkehrsbeziehungen aus- reichend Kapazitätsreserven vorhanden sind. In der Zufahrt Mathildastraße reicht jedoch der zur Verfügung stehende Stauraum bis zum beschrankten Bahnübergang nicht aus. Eine Überstauung des beschrankten Bahnübergangs ist schon heute die Folge. Die Rechenergebnisse werden durch Beobachtungen vor Ort bestätigt: zwar wurde nicht beobachtet, dass Fahrzeuge im Gleisbereich warten. Jedoch wird sich bei einer Angebotserweiterung des P+R-Platzes am derzeitigen Standort durch den daraus resultierenden Mehrverkehr die Situation verschärfen. Darüber hinaus wird sich das Gefährdungspotential am beschrankten Bahnübergang erhöhen, da einerseits bedingt durch die Verlegung der Stadtbahnhaltestelle die Stadtbahnen zukünftig in diesem Bereich mit höheren Ge- schwindigkeiten fahren und da sich andererseits die Fahrtenhäufigkeit der Stadtbahnen durch die beabsichtigte Angebotssteigerung der Linie 67 auf einen 10-Minutentakt erhöhen wird. Eine Sper- rung des Bahnübergangs für den motorisierten Individualverkehr sollte daher in Betracht gezogen und die Folgen für die Erschließung Vilichs untersucht werden.Seite 56 von 89 Seite 46 P+R Bonn-Vilich Bei der Alternativfläche östlich der Rechten Rheinstrecke hat sich gezeigt, dass eine Erschließung von Norden über die Beueler Straße nicht zu empfehlen ist. Eine Erschließung von der Beueler Straße aus hätte Zusatzverkehre durch Vilich-Müldorf und dadurch erhöhte Schall- und Schadstoff- belastungen dort zur Folge. Zudem müsste der beschrankte Bahnübergang an der Straße Am Her- resgarten passiert werden. Eine Erschließung direkt von der Sankt Augustiner Straße lässt sich da- gegen voraussichtlich nur über einen beschrankten Bahnübergang gewährleisten. Ohne Verlegung der Stadtbahntrasse oder der Sankt Augustiner Straße lässt die räumliche Situation ein Brücken- oder Unterführungsbauwerk nicht zu. Die Machbarkeit einer Erschließung über einen vierarmigen Knotenpunkt an der Anschlussstelle unter Mitbenutzung der benachbarten Grundstücke kann ohne eine detailliertere Planung unter Berücksichtigung der Geländehöhen zum jetzigen Zeitpunkt weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Sicher ist, dass sich zwar auf der Alternativfläche östlich der Rechten Rheinstrecke die meisten Stellplätze realisieren lassen. Allerdings ist ein hoher Planungs- und Genehmigungsaufwand die Folge und aufgrund des erforderlichen Kreuzungsbauwerks die Lö- sung sehr kostenintensiv. Somit ist die Erschließung der Alternativfläche östlich der Rechten Rheinstrecke nur über einen be- schrankten Bahnübergang möglich, der jedoch nicht genehmigungsfähig ist. Daher wird die Nutzung der Alternativfläche östlich der Rechten Rheinstrecke als nicht realisierungsfähig eingeschätzt. Als weitere Rahmenbedingung bzw. weiteres Planungsrisiko wurde eine Gasleitung identifiziert, die längs unterhalb der beiden Teilflächen westlich und östlich der Mathildastraße verläuft. Die Gaslei- tung mit einem Nenndurchmesser von 400 mm benötigt einen Schutzstreifen von insgesamt 8,00 m, auf dem eine Bebauung mit einer Parkpalette nicht möglich ist. Hierdurch wird ein dauerhafter Zu- gang zur Gasleitung gewährleistet. Ein Parkplatz lässt sich dagegen vermutlich realisieren, da hier- durch ein Zugang zur Gasleitung mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich ist. Bei Errichtung von Parkpaletten auf den Teilflächen westlich und östlich der Mathildastraße müsste eine Alternativ- trasse für die Gasleitung gefunden werden. Ein hoher Kosten-, Planungs- und Genehmigungsauf- wand wäre die Folge. In den Unterlagen zur Netzauskunft, die durch die Stadt Bonn durchgeführt wurde, ist im Abschnitt „Erschließung mit Ver- und Entsorgungsleitungen“ vermerkt, dass die Über- fahrbarkeit „nach Möglichkeit rechtwinklig“ zu erfolgen sind. Dies widerspricht der gängigen Praxis. Dieser Punkt ist im Planungsprozess abzustimmen. Zudem wird aufgrund der zur Verfügung stehen- den Fläche östlich der Mathildastraße bei Errichtung einer Parkpalette der Zugang zur Haltestelle für den nichtmotorisierten Verkehr deutlich erschwert. Somit empfiehlt sich für die Umsetzung jeweils ein ebenerdiger P+R-Platz auf den Teilflächen west- lich und östlich der Mathildastraße (Szenario 1). Auf der Teilfläche östlich der Mathildastraße wäre zudem Platz für einen angemessenen Bereich für einen Mobilitätshub. Zwar reicht das Grundstück aus, um auch eine Bushaltestelle auf dieser Teilfläche zu realisieren und einen Standardbus mit 12 m Länge sowie einen Gelenkbus mit 18 m Länge auf dem Grundstück wenden zu lassen. Die Flächen, die für eine Haltestelle und für Wendemanöver auf dem Grundstück vorgehalten werden müssen, stehen jedoch in Flächenkonkurrenz zu Pkw-Stellplätzen sowie weiteren Mobilitätsangebo- ten und Ausstattungselementen. Zudem besteht die Möglichkeit für die Nutzer der in Frage kommen- den Buslinien 540 und 640 über die Haltstelle Menden (Rheinl.) und für die Nutzer der Buslinie 603 über die Haltestelle Bonn-Beuel die S13 zu erreichen. Vor diesem Hintergrund wird die Notwendig- keit einer Verknüpfung dieser Linien mit der Haltestelle Vilich in Frage gestellt. Stattdessen sollte der Platz für Pkw-Stellplätze verwendet werden. Es wird empfohlen die Planung zu einem neuen ebenerdigen P+R-Platz auf den Teilflächen westlich und östlich der Mathildastraße in Form einer Entwurfsplanung voranzutreiben. Zeitgleich sollten die Sperrung des Bahnübergangs untersucht und ein Verkehrskonzept für die neue Erschließungssitu- ation in Vilich erstellt werden.Seite 57 von 89 Anlagen P+R Bonn-Vilich Anlage 1: Ergebnisse der VerkehrszählungenSeite 58 von 89 Knotenstrombelastung - Sankt-Augustin-Str./Mathildastr./Gerhardstr. 663 (5) 342 (3) 209 (0) 660 (11) 692 (14) 370 (6) 123 (1) 724 (23) 615 (10) 806 (25) 232 (5) 170 (3) 739 (16) 586 (22) 293 (2) 205 (3) Mathildastraße Sankt-Augustin-Straße Sankt-Augustin-Straße Gerhardstraße 519 (3) 757 (13) 357 (4) 230 (1) 684 (6) 675 (12) 198 (1) 306 (2) Mathildastraße Sankt-Augustin-Straße Sankt-Augustin-Straße Gerhardstraße Bestand am 14.11.2023 Zählzeitraum: dargestellte Belastungen: 08:00 - 09:00 06:00 - 10:00 vormittägliche Spitzenstunde Bestand am 14.11.2023 Zählzeitraum: dargestellte Belastungen: 15:30 - 16:30 15:00 - 19:00 nachmittägliche Spitzenstunde Uhr Uhr Uhr Uhr 100 200 300 Kfz/h (SV) 97 (2) 559 (10) 83 (4) 11 (0) 519 (21) 56 (1) 6 (0) 93 (0) 194 (2) 50 (0) 62 (1) 93 (2) 0 (0) 0 (0) 0 (0) 0 (0) 118 (1) 420 (3) 146 (2)17 (0) 532 (11) 126 (1) 2 (0) 85 (1) 111 (0) 97 (0) 95 (0) 114 (2) 0 (0) 0 (0) 0 (0) 0 (0) N Machbarkeitsuntersuchung P+R-Vilich Anlage 1 Seite 1Seite 59 von 89 Knotenstrombelastung - Sankt-Augustin-Str./Mathildastr./Gerhardstr. 2540 (16) 1174 (4) 723 (5) 2358 (23) 2326 (55) 909
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bonn.social/@biz ↗Datenstand: 02.11.2026, 23:57 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de