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241097 · Beschlussvorlage

ISEK Innenstadt Bad Godesberg, hier: Städtebauliches Nutzungskonzept zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt

Nummer
241097
Art
Beschlussvorlage
Veröffentlicht
03.08.2024
Letzte Änderung
17.09.2026
  1. Sitzung der Bezirksvertretung Bad Godesberg 21.08.2024 Entscheidung federführend
  2. Sitzung des Ausschusses für Wohnen, Planung und Bauen 29.10.2024 Empfehlung
  1. Sammeldokument öffentlich pdf · 9,9 MB Öffnen ↗

Untergeordnet

  1. 241097-01 AA FDP Änderungsantrag zu DS 241097: ISEK Innenstadt Bad Godesberg, hier: Städtebauliches Nutzungskonzept zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt
  2. 241097-04 AA Interfraktioneller Änderungsantrag: ISEK Innenstadt Bad Godesberg, hier: Städtebauliches Nutzungskonzept zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt Antrag zur Vorlage 241097
  3. 241097-02 ISEK Innenstadt Bad Godesberg, hier: Überarbeitung Städtebauliches Nutzungskonzept zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt
  4. 241097-03 AA Grüne-Änderungsantrag: Verkehrsversuch zum Motorisierten Individual Verkehr in Bad Godesberg um die Straße Am Kurpark – Antrag zur Vorlage DS 231249-02

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Beschlussvorlage
öffentlich
241097
Die Oberbürgermeisterin
Federführung:
61 Stadtplanungsamt
Dezernat:
Dez. III
ISEK Innenstadt Bad Godesberg, hier:
Städtebauliches Nutzungskonzept zur
Transformation der Bad Godesberger Innenstadt
Beratungsfolge
Bezirksvertretung Bad Godesberg 21.08.2024 Entscheidung
Ausschuss für Wohnen, Planung und Bauen 04.09.2024 Empfehlung
Beschlussvorschlag
1. Den Ergebnissen des vorliegenden städtebaulichen Nutzungskonzepts
zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt, welches als
fachliche Studie städtebauliche Potentiale und
Entwicklungsperspektiven für neun Lupenräume im Masterplangebiet
Innenstadt Bad Godesberg aufzeigt, wird zugestimmt.
2. Das Konzept ist die städtebauliche Leitlinie für die zukünftige
Innenstadtentwicklung.
3. Die Verwaltung wird beauftragt, die Inhalte des städtebaulichen
Nutzungskonzepts zur Transformation der Bad Godesberger Innenstadt
in die Ausarbeitung des Masterplanes öffentlicher Raum Innenstadt von
Bad Godesberg einfließen zu lassen.
Begründung
Mit Beschluss vom 28.06.2021 (DS-Nr. 210791) hat der Rat, ausgehend von
einer einstimmigen Empfehlung der Bezirksvertretung Bad Godesberg, die
Erarbeitung eines städtebaulichen Nutzungskonzepts für die Innenstadt von
Bad Godesberg als vertiefende Betrachtung von wichtigen Stadträumen
innerhalb des Masterplangebietes beschlossen.
Ziel ist es, durch eine detailliertere Betrachtung von ausgewählten
Grundstücken bzw. Gebäuden im Dialog mit der jeweiligen Eigentümerschaft,
die positiven Impulse der geplanten öffentlichen Investitionen (Am Fronhof bis
Theaterplatz) auf private Flächen zu übertragen.
Durch das städtebauliche Nutzungskonzept soll so eine Aktivierung der
privaten Investitionen in den Gebäudebestand befördert und gleichzeitig ein
städtebauliches Zielbild für wichtige Stadträume aufgezeigt werden.
Das Büro O&O Baukunst (heute Urbanlust) aus Köln wurde im Februar 2023
mit der städtebaulichen Untersuchung von insgesamt neun, zuvor mitSeite 1 von 80
Seite 2
Vertreter*innen der Bezirksvertretung Bad Godesberg in Gesprächsrunden
vorabgestimmten Lupenräumen, beauftragt.
Das Büro war als Wettbewerbssieger aus dem freiraumplanerischen und
städtebaulichen Wettbewerb zum Masterplan hervorgegangen.
In einem ersten Schritt erstellte das Büro auf Basis der Masterplanung
vertiefende städtebauliche Skizzen für jeden Lupenraum. Parallel dazu wurden
die jeweiligen Eigentümer von der Verwaltung über das Anliegen informiert und
zu einem Gespräch über die Entwicklungsperspektive ihrer Liegenschaft
eingeladen.
In 2023 wurden so insgesamt acht sehr konstruktive Gespräche mit den
Eigentümern geführt. Im Dialog konnten die städtebaulichen Skizzen diskutiert
und um Nutzungsbedarfe sowie Umsetzungsperspektiven aus Sicht der
Eigentümerschaft ergänzt werden. Von den Eigentümern wurde das Vorgehen
und das Aufzeigen von städtebaulichen Entwicklungspotenzialen sehr positiv
bewertet.
Folgende neun Lupenräume wurden vertiefend betrachtet (siehe Anlage1):
Lupenraum Fronhofer Galeria
Die städtebauliche Idee zeigt auf, wie das Gebäude der Fronhofer Galeria bei
Teilerhalt des Bürotraktes hin zu einer kleinteiligeren Struktur mit einer
Durchwegung zur Schwertberger Straße entwickelt werden kann. Diese
Änderung am Gebäude erfordert eine Planungsrechtsänderung und das
Mitwirken verschiedener Grundstückseigentümer.
Im Gespräch mit der Eigentümerschaft der Fronhofer Galeria wurde dieser Idee
allenfalls eine langfristige Umsetzungsperspektive eingeräumt. Kurz- bis
mittelfristig ist die Erhöhung des Grünanteils am Gebäude, welche im
Nutzungskonzept empfohlen wird, vorstellbar.
Lupenraum Am Fronhof
Die Gebäude Am Fronhof 1-7 wurden bezüglich ihrer Lage zum Platzraum hin
untersucht. Vorgeschlagen wird eine Reduzierung des Baukörpers zugunsten
der kleinteiligen Erweiterung der Fronhofer Galeria (siehe oben) und die
Definition einer klaren Raumkante. Das Gesprächsangebot an die
Eigentümerschaft blieb unbeantwortet, dennoch wird die Verwaltung, im
Anschluss an die politische Beratung, die Eigentümer über das Konzept
informieren.
Lupenraum An der St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz-Straße
Zur städtebaulichen Reparatur wird an der Burgstraße der Lückenschluss der
Bebauung unter Erhalt der Markuskapelle planerisch aufgezeigt. Da in dem
Gespräch mit der katholischen Kirchengemeinde deutlich zum Ausdruck
gebracht wurde, dass ein kirchlicher Bedarf für eine Kita an dem Standort nicht
mehr gegeben sei, wurde an der St. Marien Kirche, unter Vorbehalt derSeite 2 von 80
Seite 3
fachlichen Bedarfsklärung, ein Neubau an Stelle der heutigen Kita und
Suppenküche konzipiert, welcher im Erdgeschoss weiterhin eine öffentliche
bzw. soziale Nutzung beinhalten soll. Von einer in der Masterplanung
vorgeschlagenen Bebauung der öffentlichen Grünfläche an der Pfarrer-Minartz-
Straße wurde nach vertiefender Betrachtung des Raumes abgesehen.
Die katholischen Kirchengemeinde St. Marien signalisierte ein hohes Interesse
an den Planungen, da der Bedarf einer Neustrukturierung der kircheneigenen
Liegenschaften im Stadtbezirk bezüglich der Nutzung und Bebauung besteht.
So kann von einer mittelfristigen Umsetzungsperspektive ausgegangen
werden.
Lupenraum Michaelplatz
Entsprechend der städtebaulichen Vision eines neuen Michaelplatzes vor dem
Schauspielhaus als Ergebnis des Wettbewerbes für die Neugestaltung der
Innenstadt von Bad Godesberg, wird eine Flächenkompensation für den
Wegfall der Pavillonbauten im Gebäude am nordöstlichen Platzrand
vorgeschlagen. Durch eine Erweiterung und Aufwertung des
Bestandsgebäudes zur neuen Platzfläche hin, kann hier von einer Aufwertung
der Immobilie („erstes Haus am Platz“) ausgegangen werden.
Der Eigentümerschaft der Pavillons wurde, im Zuge der geplanten
Neugestaltung der Plätze Am Fronhof bis Theaterplatz "Objektplanung", ein
Kaufangebot durch die Stadt Bonn unterbreitet, welches abgelehnt wurde. Die
vielfach begrüßte Vision soll dennoch weiterverfolgt werden. In den nächsten
Jahren wird, auch anhand der hier vorliegenden Konzeption, erneut das
Gespräch mit den Eigentümern gesucht werden.
Lupenraum Theater Bonn / Schauspielhaus
Im Gegensatz zu den übrigen Lupenräumen handelt es sich bei dem Gebäude
des Schauspielhauses um eine städtische Liegenschaft. Aktuell ist im zum
Kurpark gewandten Gebäudeteil ein sozialer „Trödelhandel“ angesiedelt.
Vorschlag und Ziel ist es hier eine Verlagerung der sozialen Einrichtung in ein
Ladenlokal in der Innenstadt zu erreichen, sodass das Theater um eine zum
Betrieb passende und aufwertende Cafénutzung ergänzt werden kann. Das
Café soll dabei auch als Bindeglied zwischen Kurpark und Innenstadt die
Attraktivität des Ortes erhöhen.
Lupenraum Aennchenplatz / Arcadiapassage
Die aktuelle Bebauung am Aennchenplatz und die Struktur innerhalb der
Arcadia Passage zeigen eine Uneinheitlichkeit. Es gibt eine Vielzahl von
verschiedenen Passagen und Durchgängen, was dazu führt, dass keine klare
Orientierung und räumliche Ordnung entsteht. Besonders im nördlichen Teil der
Arcadia-Passage sind viele Ladenlokale leerstehend, was einen
vernachlässigten Eindruck vermittelt.
Da das Gesprächsangebot an die Eigentümerschaft unbeantwortet blieb,
wurden im städtebaulichen Nutzungskonzept zwei Ansätze verfolgt.
Im Nutzungskonzept wird aufgezeigt, wo im Bereich der Passage eine bauliche
Ergänzung als Lückenschluss in den Obergeschossen an der Koblenzer Straße
möglich erscheint. Die bauliche Veränderung zeigt auf, wie durch die
Aufwertung der Platzflächen an der Villichgasse ein positiver Impuls auf denSeite 3 von 80
Seite 4
grundsätzlich funktionalen Grundriss der Passage wirken kann.
Lupenraum Moltkeplatz
Entlang der Oststraße wird im Bereich der ehemaligen Synagoge zur
angemessenen Ausnutzung der Grundstücke eine dreigeschossige
Blockrandbebauung vorgeschlagen. Dabei soll sowohl die Erinnerung an den
Synagogenstandort als auch die historische Fassade der Likörfabrik in die
Planung integriert werden. Das heutige Volksbankgebäude wird zum
Moltkeplatz als viergeschossiger Kopfbau aufgewertet.
In Gesprächen mit zwei Grundstückseigentümern, signalisierten diese ein
Interesse an einer gemeinsamen Entwicklung des Baublocks hin zu einer
nutzungsgemischten Blockrandbebauung mit begrüntem Innenhof. Dazu wurde
der Kontakt zwischen diesen und weiteren Einzeleigentümern hergestellt,
sodass mittelfristig, auch abhängig von der Marktlage, eine bauliche
Aufwertung möglich erscheint.
Lupenraum Hubertinumshof
Der im öffentlichen Eigentum befindliche Hubertinumshof bietet als geschützte
innenliegende Freifläche ein hohes Potential zum innenstadtnahen Aufenthalt.
Heute stellt sich die Randbebauung des Innenhofes uneinheitlich und eher
abweisend dar.
Durch eine Aufwertung des im südlichen Bereich des Hubertinumshof
befindlichen Postgebäudes und der angrenzenden Bebauung soll diese
Situation positiv verändert werden.
Eine Erhöhung des Wohnanteils und transparentere Fassaden zum Hof
erhöhen die Frequenz und soziale Kontrolle in diesem Bereich. Das heute
durch die Post genutzte Eckgebäude an der Koblenzer Straße/Löbestraße kann
erhöht und als Kompensation sowie zur Aufwertung des Freiraums der
Innenhof entsiegelt werden.
Hier ist eine gemeinsame Entwicklung mit den angrenzenden Nachbarn
sinnvoll.
Mit den Grundstückseigentümern konnte über konkrete Nachnutzungen für das
Postgebäude, die Möglichkeit einer öffentlich zugänglichen Tiefgarage und
baulichen Veränderungen der Gebäude im Umfeld, bereits konstruktiv
gesprochen werden.
Aufgrund der Festsetzungen des bestehenden Bebauungsplanes, welcher hier
eine Gemeinbedarfsfläche (Post) festsetzt, wird hier voraussichtlich eine
Planungsrechtsänderung erforderlich werden.
In diesem Rahmen kann geprüft werden, in welcher Höhe ein Hochpunkt bzw.
eine höhenmäßige Betonung im Eckbereich des Baublockes städtebaulich und
planungsrechtlich ermöglicht werden sollte (DS-Nr. 231463).
Lupenraum Rheinallee
Für das Sparkassengebäude an der Rheinallee wird ein vier- bis
fünfgeschossiger Neubau vorgeschlagen. Auch das Umfeld an diesem
wichtigen Bushaltepunkt bedarf einer Aufwertung, die im Zuge eines NeubausSeite 4 von 80
Seite 5
erfolgen soll.
Im Gespräch mit der Sparkasse Köln Bonn haben die Vorstandsmitglieder auf
die anstehende Sanierung des Hauptgebäudes in Köln verwiesen. In einem
nächsten Schritt sollen auch die Neubauplanungen in Bad Godesberg
weiterverfolgt werden.
In 2025 werden daher die Gespräche zwischen Sparkasse und Stadt Bonn
wiederaufgenommen werden.
Fazit und weiteres Vorgehen
Nicht alle städtebaulichen Ideen aus dem städtebaulichen Nutzungskonzept
werden zeitnah umgesetzt werden. Auch wird es Bereiche geben, die noch für
einen längeren Zeitraum unverändert bleiben. Dennoch ist das Aufzeigen einer
Leitidee ein wichtiger Ansatz. Auch ist der erfolgte Austausch zwischen
Eigentümerschaft, Verwaltung und einem externen Architekten, soweit das
Gesprächsangebot angenommen wurde, im Zuge der Konzepterstellung sehr
positiv zu werten. Es konnte aufbauend auf Leitideen ein gemeinsames
Verständnis für die zukünftigen Herausforderungen in der Innenstadt
geschaffen und ein Dialog über die jeweiligen Bedarfe geführt werden. Erste
konkretere Projektideen, z.B. im Rahmen von Bauvoranfragen, zeigen, dass die
Initiative der Verwaltung bei den angesprochenen Eigentümern konstruktiv
angenommen wurde.
Die Inhalte des städtebaulichen Nutzungskonzepts sollen in die Ausarbeitung
des Masterplanes für die Innenstadt von Bad Godesberg einfließen (siehe
Anlage 2). Der Masterplan zeigt so, neben den Ideen für den öffentlichen Raum
auch ein städtebauliches Zielbild für die weitere Innenstadtentwicklung auf.
Darüber hinaus wird das städtebauliche Nutzungskonzept eine wichtige
Handlungsgrundlage für den noch zu beauftragenden Stadtteilarchitekten sein.
Dieser soll die Gespräche mit privaten Eigentümern weiterführen und
Beratungen anbieten. Dabei werden die Ziele des städtebaulichen
Nutzungskonzeptes eine wichtige Grundlage bieten und der orientierende
Rahmen sein.
Anlage/n
1 Anlage 1 Städtebauliches Nutzungskonzept (öffentlich)
2 Anlage 2 ISEK Bad Godesberg Projektübersicht 2. Hj. 2024 (öffentlich)Seite 5 von 80
Innenstadt Bad Godesberg
STÄDTEBAULICHES NUTZUNGSKONZEPTSeite 6 von 80
Seite 2Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Inhalt
1. Präambel
2. Einleitung
3. Lupenräume
Fronhofer Galeria 8 – 14
Am Fronhof 15 – 21
An der St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz-Straße 22 - 29
Michaelplatz 30 - 36
Theater Bonn/Schauspielhaus 37 - 41
Aennchenplatz / Arcadia Passage 42 - 46
Moltkeplatz 47 - 57
Hubertinumshof 58 - 65
Rheinallee 66 – 73
5. ImpressumSeite 7 von 80
Seite 3Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Ein wichtiges Ziel des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes für die Innenstadt von
Bad Godesberg (ISEK) ist die bauliche Aufwertung des Stadtbezirkszentrums. Um
hierfür eine planerische Grundlage zu schaffen, wurde im Jahr 2021 ein städtebaulicher
und freiraumplanerischer Wettbewerb für einen Masterplan ausgelobt. Der
Siegerentwurf des Masterplanes von den Büros capattistaubach landschaftsarchitekten
aus Berlin und URBANLUST (ehem. O&O Baukunst) aus Köln zeigt
Entwicklungsmöglichkeiten sowohl für den öffentlichen Raum als auch für private
Liegenschaften in der Innenstadt auf.
Mit dem Ziel die private Eigentümerschaft in diesen mittel- bis langfristig angelegten
Transformationsprozess der Innenstadt einzubeziehen, wurden die Architektinnen und
Städtebauer von URBANLUST mit der näheren städtebaulichen Untersuchung von
neun sogenannten Lupenräumen beauftragt. Diese Lupenräume sind Grundstücke in
Privateigentum und weisen Potenziale zur städtebaulichen Stärkung der Innenstadt auf.
Das vorliegende Städtebauliche Nutzungskonzept wurde eng mit den jeweiligen
Eigentümer*innen abgestimmt. Hierfür wurden mehrere Einzelgespräche geführt, um
die Interessen der Eigentümerschaft mit den städtebaulichen Zielen in Einklang zu
bringen.
Im Ergebnis liegen für neun wichtige Gebäude bzw. Liegenschaften in der Innenstadt
von Bad Godesberg städtebauliche Entwicklungsperspektiven vor. Die Ausarbeitung
zeigt anschaulich mögliche Um- und Neubaupotenziale.
Das Städtebauliche Nutzungskonzept soll abschließend Teil des Masterplanes werden.
Damit zeigt der Masterplan, neben der integrierten Betrachtung der Aspekte von
Freiraum und Mobilität, auch Zielbilder und Entwicklungsperspektiven zur
städtebaulichen Stärkung der Innenstadt auf.
Das Städtebauliche Nutzungskonzept dient darüber hinaus als Handreichung an den
Stadtteilarchitekten, der ab 2025 der privaten Eigentümerschaft in der Innenstadt von
Bad Godesberg beratend zur Verfügung stehen soll.
Die Stadt Bonn bedankt sich bei allen Eigentümern und den Mitarbeitenden von
URBANLUST für die offene und konstruktive Zusammenarbeit im Entstehen dieser
zukunftsweisenden und für die Aufwertung der Innenstadt von Bad Godesberg so
wichtigen Betrachtung.
1. PRÄAMBELAbb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023
Präambel Städtebauliches NutzungskonzeptSeite 8 von 80
Seite 4Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Die Bad Godesberger Innenstadt weist in vielen Bereichen unzeitgemäße
Grünflächen, Wegen und Plätzen auf. Die Bebauung ist heterogen. Die öffentlichen
Plätze und Eingänge in die Fußgängerzone sind wenig einladend. Besonders für
Besucher*innen, die vom Bahnhof, Kurpark oder der Kurfürstlichen Zeile kommen,
wirkt die Fußgängerzone abgeschottet und wenig zugänglich. Die
Blockinnenbereiche sind dicht bebaut. Aufgrund der hohen Versiegelung in der
Innenstadt gibt es im Sommer eine hohe Hitzebelastung.
Das städtebauliche Nutzungskonzept hat das Ziel, Private in die
Innenstadtaufwertung einzubeziehen und neue Nutzungsmöglichkeiten
aufzuzeigen. Bis 2024 wird eine umfassende städtebauliche Betrachtung für die
Bad Godesberger Innenstadt entwickelt, basierend auf dem Masterplanvorentwurf
für den öffentlichen Raum. In Bad Godesberg werden Umweltaspekte und moderne
Stadtbedürfnisse vereint, wobei die Blau Grüne Infrastruktur eine wichtige Rolle
spielt. Diese Broschüre enthält Informationen zu neun ausgewählten
Lupenbereichen in der Innenstadt von Bad Godesberg und bietet Empfehlungen für
den Stadtteilarchitekten, um gemeinsam mit den Bewohnern die Innenstadt zu
stärken.
Masterplan
Der Masterplan schlägt eine nachhaltige Stadterneuerung für die Innenstadt Bad
Godesberg vor. Der ganzheitliche Dialog zwischen Architektur und Grünflächen wird
gestärkt. Die städtebaulichen und freiraumplanerischen Regeln berücksichtigen
bestehende Bebauungspläne und deren baulichen Bestimmungen. Diese Regeln
definieren öffentliche und private Räume, Plätze und Straßen, und sie fördern die
architektonische Gestaltung. Die Lupenräume sollen ein einzigartiges Konzept für die
Innenstadt Bad Godesberg ermöglichen. Dabei sollen die verschiedenen Bauepochen
und Atmosphären nebeneinander existieren. Das Konzept strebt eine vielfältige Nutzung
der Innenstadt an, die Wohnen, Dienstleistungen, Handel, Kultur und Gastronomie
miteinander verbindet.
Blau Grüne Infrastruktur
In modernen Innenstädten ist die Verbesserung der ökologischen Bedingungen ein
wichtiges städtebauliches Ziel. Dies trägt dazu bei, das Leben in belebten Innenstädten
attraktiver zu gestalten. Eine Stadt sollte ein breites Angebot an Wohnraum,
Einzelhandel und kulturellen Möglichkeiten bieten, das zukunftsfähig ist. Um dieses Ziel
zu erreichen, sind Anpassungen in schwierigen städtebaulichen Bereichen notwendig.
Straßen und Straßenzüge müssen attraktiv gestaltet, begrünt und hochwertig
ausgestattet werden. Die Schaffung einer Blau Grünen Infrastruktur kann dazu
beitragen, lebendige Stadtviertel zu schaffen.
2. EINLEITUNG
EINLEITUNGSeite 9 von 80
Seite 5Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Partizipation
Die Beteiligung der Eigentümer in diesen Prozess ist von entscheidender
Bedeutung. Diese Veränderungen erfordern eine gemeinschaftliche Diskussion,
klare Leitlinien und eine langfristige gestalterische Vision. Ohne architektonische
und städtebauliche Vorstellungen kann keine Entwicklung erfolgen. Im
europäischen Maßstab können unverwechselbare Konzepte entwickelt werden. Die
Beteiligung erfolgte über Anschreiben, Abstimmungstermine und Interviews. Hierbei
wurden anhand erster Modellskizzen, Nutzungskonzepte und
Umsetzungsmöglichkeiten diskutiert. Unter Verwendung digitaler Methoden und
mithilfe von KI-basierten atmosphärischen Bildern wurden die jeweiligen
Grundstücke als Lupenräume in der Gesamtkonzeption betrachtet und erörtert. Es
wurde gemeinsam aufgezeigt, was baurechtlich möglich ist und wie die
Zeithorizonte zur baulichen Umsetzung aussehen könnten.
Kommunale Steuerungsinstrumente
Zur Umsetzung der Ziele des städtebaulichen Nutzungskonzeptes stehen der
Kommune Steuerungsinstrumente zur Verfügung deren Anwendung im Einzelfall
geprüft werden müsste. Im Vordergrund steht jedoch die konsensorientierte
Aktivierung privater Investitionen.
Die Kommune hat über die Planungshoheit die Möglichkeit Bebauungspläne
aufzustellen, welche für ein abgegrenztes Gebiet Planungsziele festsetzen. Über
das allgemeine Vorkaufsrecht gemäß § 24 BauGB besteht die Möglichkeit
Liegenschaften unter bestimmten Voraussetzungen zu erwerben. Über das
Baugebot gemäß § 176 BauGB kann die bauliche Umsetzung z.B. von
Festsetzungen eines Bebauungsplanes angeordnet werden.
Lupenräume
Es wurden neun Lupenräume identifiziert, die für die Entwicklung der Innenstadt von
Bad Godesberg von Bedeutung sind. Diese wurden in Gesprächen und Diskussionen
erarbeitet, baurechtlich überprüft und durch gestalterische Darstellungen
veranschaulicht. Diese dienen als Handlungsempfehlungen für den Stadtteilarchitekten,
um Möglichkeiten der Transformation in die Realität aufzuzeigen und zu ermöglichen.
Es ist wichtig zu erkennen, dass die Bearbeitung dieser Lupenräume unterschiedliche
Geschwindigkeiten mit sich bringen kann, und einige Projekte können schneller
umgesetzt werden als andere.
2. EINLEITUNG
EINLEITUNG
Abb Innenstadt Bad Godesberg Schwarzplan o.M.Seite 10 von 80
Seite 6Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: Innenstadt Bad Godesberg 3 D Modell o.M.
„Bei der Weiterentwicklung der Stadt, ist es wie beim Kochen. Alle Zutaten,
auch die Kleinsten, werden gemixt. Sie spielen zusammen und garantieren
ein schmackhaftes Gericht. Ein Team aus Töpfen, Messern und der
Gemüsezwiebel. Alles gekocht mit perfekter Temperatur.“ 2. EINLEITUNGSeite 11 von 80
Seite 7Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
3. STÄDTEBAULICHER NUTZUNGSPLAN
Abb.: Nutzungspläne Innenstadt Bad Godesberg o.M. Prof.Heuchel Quelle Stadt Bonn
„Das städtebauliche Nutzungskonzept setzt die bestehende Nutzungsvielfalt der
Innenstadt Bad Godesberg fort. Es unterstützt die Ziele des
Masterplanvorentwurfs, insbesondere in Bezug auf die Belebung der
Erdgeschossbereiche und die Schaffung von Wohnmöglichkeiten. Die West-Ost-
Achse als Haupt-Einkaufsstraße wird weiter gestärkt, während die Nord-Süd-Achse
als kulturelle Verbindungslinie zwischen dem Burgberg und dem Kurpark fungiert.
In allen Bereichen ist Wohnraum in den obersten Etagen vorgesehen.“Seite 12 von 80
Seite 8Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Die aktuelle Bebauung der Fronhofer Galeria ist zu groß und unpassend für die
historische Innenstadt von Bad Godesberg. Das Gebäude neben der St. Marien
Kirche ist zu hoch und beeinträchtigt das Stadtbild. Die überdachte
Einkaufspassage und die umfassende Überbauung passen nicht zur geplanten
städtebaulichen Entwicklung hin zu einem offenen und durchlässigen Stadtraum.
PLANKONZEPT
Die Planung erfordert die Integration der bestehenden Parzellierung und die
Aufteilung des Grundstücks in zwei Baublöcke. Die Gebäude sollten städtebauliche
Kanten am Fußgängerbereich schaffen und sich um zwei gemeinsame Innenhöfe
gruppieren, die geschützte Grünflächen bieten. Die Erdgeschossflächen sollten an
die Bedürfnisse der Innenstadt von Bad Godesberg angepasst werden, mit einem
ausgewogenen Angebot regionaler Produkte und Dienstleistungen, öffentlich
zugänglicher Einkaufspassage und Berücksichtigung des Endpunkts der
Fußgängerzone. Die oberen Stockwerke der Büroscheibe könnten nachhaltige
Büro- und Gewerbekonzepte mit Öffnungen und grüne Loggias entwickeln, die die
Scheibe zum Symbol für die Transformation der privaten und städtischen
Infrastruktur der Innenstadt Bad Godesberg machen.
Lupenraum Fronhofer Galeria
Abb.: „Fronhofer Galeria“ Luftbild berarbeitet, GoogleEarth
Abb.: „Fronhofer Galeria“ Schwarzplan o.M. 4. LUPENRÄUMESeite 13 von 80
Seite 9Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.: „Fronhofer Galeria“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Die geplante Nutzung für Einzelhandel und Gewerbe entspricht grundsätzlich dem
vorhandenen B-Plan. Die Wohnnutzung im Kerngebiet, insbesondere im
Innenstadtbereich der Fußgängerzone, wirft aufgrund potenzieller Konflikte
Bedenken auf und sollte kritisch geprüft werden. Die Mischgebietsausweisung
ermöglicht eine intensivere Wohnnutzung im Teilbereich 2, östlich der Galeria,
jedoch liegen die Baukörper größtenteils außerhalb der vorgegebenen Baufenster
und überschreiten das Maß der baulichen Nutzung. Obwohl das städtebauliche
Konzept begrüßt wird, sind die Abweichungen vom Planungsrecht erheblich.
Befreiungen von den B-Plan-Festsetzungen können nicht in Aussicht gestellt
werden, aber grundsätzlich könnte das planungsrechtliche Einvernehmen
hinsichtlich Höhe, Geschossigkeit und GRZ/GFZ-Werte gegeben werden.
FAZIT / AUSBLICK
Das Nutzungspotenzial der Fronhofer Galeria liegt in der Möglichkeit, das
bestehende Gebäude zu modernisieren, beispielsweise durch die Begrünung der
Gebäudescheibe als Symbol für die Transformation der Innenstadt von Bad
Godesberg. Das städtebauliche Konzept sieht eine Neuordnung der vorhandenen
Gebäudestrukturen vor. Eine feinere Unterteilung der Gebäude in den bestehenden
Baufenstern schafft wichtige Anregungen für die Gestaltung des öffentlichen
Raums. Die Umgestaltung der Fronhofer Galeria als private Infrastruktur kann
bedeutende Impulse für die Innenstadt setzen. Eine schrittweise Anpassung der
Gebäude könnte mittel- bis langfristig in Zusammenarbeit mit den Eigentümern
erreicht werden. Das Konzept ermöglicht eine zeitliche Darstellung des
Umbaubedarfs und die schrittweise Entwicklung des Gebäudes im Rahmen des
Masterplanvorentwurfs.Seite 14 von 80
Seite 10Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Fronhofer Galeria“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 15 von 80
Seite 11Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Fronhofer Galeria“ Lageplan o.M. 4. LUPENRÄUMEBestandsgebäude
GrundstücksgrenzeSeite 16 von 80
Seite 12Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Fronhofer Galeria“ 3 D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 17 von 80
Seite 13Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen ca. 7.000 qm
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel ca. 5.000 qm
Kultur
Büro ca. 10.000 qm
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 22.000 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: ,,Fronhofer Galeria“ städtebauliche KennzahlenSeite 18 von 80
Seite 14Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Ein wichtiges Nutzungspotential der Fronhofer Galeria ist die
bestehende Gebäudescheibe. Sie kann zeitgemäß gestaltet werden,
z.B. durch Begrünung als Symbol für die Transformation der privaten
und städtischen Infrastruktur der Innenstadt Bad Godesberg.
Abb.: Gebäudescheibe, atmosphärische Darstellung o.M.,Abb.: Gebäudescheibe, atmosphärische Darstellung o.M.
4. LUPENRÄUMESeite 19 von 80
Seite 15Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Das bestehende Gebäude, das in den 60er Jahren errichtet wurde und eine
Sägezahnstaffelung aufweist, erfüllt zwar funktional seinen Zweck, ist jedoch
architektonisch wenig ansprechend gestaltet. Es trägt nicht zu einer
ansprechenden städtebaulichen Gestaltung des umliegenden Platzraums bei.
Insbesondere der Übergang zum Kurpark Bad Godesberg ist architektonisch
unzureichend formuliert und lässt Raum für gestalterische Verbesserungen.
PLANKONZEPT
In der weiteren Planung ist es von großer Bedeutung, die Ränder des Stadtraums
klar zu definieren. Der neue Solitär sollte flexibel auf die unterschiedlichen
städtebaulichen Gegebenheiten reagieren und eine dynamische Mischung aus
mehrstöckigen und einstöckigen Gebäuden bieten. In der Mitte des Ensembles
befindet sich ein begrünter Innenhof, der als zentraler Treffpunkt für die
Gemeinschaft dienen kann. Die Nachbarschaft zu den vorhandenen Villen am
Kurpark sollte architektonisch ansprechend gestaltet werden, um eine
harmonische Integration in die Umgebung zu gewährleisten. Der Sockelbereich
des Gebäudes bietet Potenzial für öffentliche Funktionen wie eine Bibliothek und
ein Restaurant, während in den oberen Etagen gewerbliche Nutzungen finden
können. Im Bereich in Richtung Kurpark könnten frei finanzierte Wohnformen in
Betracht gezogen werden. Die Nutzung der bestehenden Gebäudestruktur sollte in
den detaillierten Planungsphasen sorgfältig geprüft werden, um Ressourcen
effizient zu nutzen und Umweltauswirkungen zu minimieren.
Lupenraum Am Fronhof
Abb.: „Am Fronhof “ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Am Fronhof “ Schwarzplan, o.M.Seite 20 von 80
Seite 16Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.: Überblendung Bebauungsplan / Planung, o.M. Prof. Heuchel
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Der Baukörper befindet sich außerhalb der vorgesehenen Baugrenzen und
überschreitet bis zu vier Vollgeschosse, was einem zusätzlichen Geschoss
entspricht und grundsätzlich unzulässig ist. Die geplante Mischung aus
verschiedenen Nutzungen entspricht prinzipiell der Ausweisung als Mischgebiet.
Die grundlegende Konzeption des Baukörpers wird positiv bewertet. Allerdings
müssten die Abweichungen vom geltenden Planungsrecht im Rahmen einer
Anpassung der planungsrechtlichen Grundlagen berücksichtigt werden, um das
planungsrechtliche Einvernehmen zu erlangen.
FAZIT / AUSBLICK
Die grundlegende Konzeption des Baukörpers wird im Planungsrecht positiv
bewertet. Die neue architektonische Gestaltung und die Fassadengestaltung des
Baukörpers erinnern an die Bautradition der 50er und 60er Jahre in Bad
Godesberg, in der gestapelte Funktionen eine Nutzungsmischung darstellten. Die
Interpretation der Farben, Materialien und Stilelemente aus dieser Zeit spielt eine
entscheidende Rolle, um einen neuen Baustein zu entwickeln, der sich
harmonisch in die Umgebung einfügt und zugleich an die historische
Stadtbaukunst anknüpft. Die Stadt Bonn bot den Eigentümern des Lupenraums
eine schriftliche Gelegenheit zur Information und Beteiligung an, um über die
Möglichkeiten und Potenziale zu diskutieren. Leider blieb dieses Angebot im ersten
Schritt unbeantwortet, was bedeutet, dass keine Rückmeldung oder Reaktion
seitens der Eigentümer erfolgte.Seite 21 von 80
Seite 17Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Am Fronhof“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 22 von 80
Seite 18Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Am Fronhof “ Lageplan o.M. Bestandsgebäude
GrundstücksgrenzeSeite 23 von 80
Seite 19Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Am Fronhof“ 3 D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 24 von 80
Seite 20Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel ca. 600 qm
Kultur ca. 150 qm
Büro ca. 1.800 qm
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 2.500 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Am Fronhof “ Städtebauliche KennzahlenSeite 25 von 80
Seite 21Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Der neue Baukörper Am Fronhof erinnert an die Bautradition der
Nachkriegsmoderne der 50er und 60er Jahre in Bad Godesberg.
Gestapelte Funktionen stellen einen funktionalen
Nutzungsmischung dar."
Abb.: Baukörper, atmosphärische Darstellung o.M.
4. LUPENRÄUMESeite 26 von 80
Seite 22Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Im Masterplanvorentwurf war ursprünglich ein einzelner Solitär entlang der
Pfarrer-Minartz-Straße vorgesehen. Dieser Solitär wurde jedoch aus
städtebaulichen Gesichtspunkten und zum Schutz des vorhandenen
Baumbestandes verworfen. Stattdessen wurde eine Randbebauung entlang der
Straße bevorzugt, die zugleich einen effektiven Schallschutz bietet. Die
Bebauung rund um die St. Marien Kirche in Bad Godesberg zeichnet sich durch
ihre Vielfalt aus und umfasst eine breite Palette von Baustilen aus verschiedenen
Zeitepochen. Diese Gebäude gruppieren sich harmonisch um das
Kirchengebäude und die Kapelle, die von einem erhaltenswerten Baumbestand
umgeben sind. Die Pfarrer-Minartz-Straße bildet eine verbindende Achse
zwischen den beiden Grundstücken, die nicht nur räumlich, sondern auch
funktional miteinander in Beziehung stehen. Diese historische und bauliche
Vielfalt schafft eine charakteristische Atmosphäre in diesem Stadtviertel und trägt
zur Identität und dem kulturellen Erbe der Region bei.
PLANKONZEPT
Die übergeordnete Vision besteht darin, das bestehende Ensemble durch die
Hinzufügung von zwei neuen Gebäuden zu erweitern und eine Nutzung zu
entwickeln, die sich nahtlos in das städtische Umfeld integriert. Dabei ist
vorgesehen, im Erdgeschoss Räumlichkeiten für den Gemeinbedarf anzubieten,
insbesondere kirchliche Einrichtungen sowie zugehörige Wohnungen zu schaffen.
In der weiteren Planung sollte der gesamte Bereich als eine Art Campus-
Stadtstruktur konzipiert werden, in der verschiedene Nutzungen und Baukörper
miteinander vernetzt sind. Dabei spielt der öffentliche Raum eine entscheidende
Rolle als verbindendes Element für die Gemeinschaft. Die Nutzung der
vorhandenen Baustruktur sollte in den detaillierten Planungsschritten besonders
hinsichtlich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft sorgfältig geprüft werden, um
ressourceneffiziente Lösungen zu fördern und Umweltauswirkungen zu
minimieren.
Lupenraum An der St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz
Straße
Abb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth ,, “
4. LUPENRÄUME
Abb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“ Schwarzplan, o.M.Seite 27 von 80
Seite 23Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“ Überblendung o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Grundsätzlich entspricht das geplante Vorhaben hinsichtlich der Nutzungsarten
den planungsrechtlichen Festsetzungen des zugrunde liegenden B-Plans, der
Flächen für den Gemeinbedarf vorsieht. Es ist jedoch zu beachten, dass der
Baukörper teilweise außerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen liegt und
ein Geh-, Fahr- und Leitungsrecht beeinträchtigt. Das Vorhaben befindet sich
zwar innerhalb der überbaubaren Grundstücksflächen, entspricht jedoch weder
der vorgesehenen Art der Nutzung noch der Geschossigkeit des B-Plans. Eine
genauere Definition der wohnbaulichen Nutzungen wäre im weiteren Verfahren
erforderlich. Eine reine Wohnnutzung in Form von nicht gebundenen
Wohneinheiten kann jedoch ohne Anpassung des B-Plans nicht planungsrechtlich
genehmigt werden. Aufgrund der Nähe des geplanten Neubaukomplexes zum
Baudenkmal der St. Marien Kirche ist es erforderlich, die weiteren Schritte der
Planung mit der Unteren Denkmalbehörde abzustimmen. Die Planung muss
einem denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren unterliegen.
FAZIT / AUSBLICK
Im Hinblick auf das hier angedachte Vorhaben könnte grundsätzlich eine
Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans in Erwägung gezogen
werden. Hinsichtlich der geplanten Vorhaben kann das planungsrechtliche
Einvernehmen hergestellt werden. Die Förderung von Nachhaltigkeit ist von
großer Bedeutung für die Innenstadt. Dabei spielen Holzbauten, Grünflächen und
eine sensible Einfügung in die Umgebung eine zentrale Rolle, wie es beim
Campus an der St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße angestrebt wird. Die
Beteiligung erfolgte durch schriftliche Einladungen, Abstimmungstermine und
Interviews. Dabei wurden erste Modellskizzen, Nutzungskonzepte und
Möglichkeiten zur Umsetzung besprochen. Die Gespräche mit den Eigentümern
zeigten, dass diese die Liegenschaft mittelfristig entwickeln möchten und sich
eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem Stadtteilarchitekten vorstellen können.Seite 28 von 80
Seite 24Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 29 von 80
Seite 25Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“
Lageplan o.M.
Bestandsgebäude
GrundstücksgrenzeSeite 30 von 80
Seite 26Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“
3D Modell o.M.
BestandsgebäudeSeite 31 von 80
Seite 27Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen ca. 3.800 qm
Gemeinschaftliche Nutzung ca. 1.000 qm
Einzelhandel
Kultur
Büro
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 4.800 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz Straße“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.
Bereich St. Marien KircheBereich Pfarrer-Minartz StraßeSeite 32 von 80
Seite 28Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Nachhaltigkeit ist für die Innenstadt wichtig. Holzbauten, Grün
und die sensible Einfügung in die Umgebung sind zentrale
Elemente des Campus an der St. Marien Kirche / Pfarrer-Minartz
Straße."
4. LUPENRÄUME
Abb.: An der Kirche, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 33 von 80
Seite 29Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Holzbau, atmosphärische Darstellung o.M. Abb.: Erdgeschosszone, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 34 von 80
Seite 30Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Im Rahmen der zukünftigen Entwicklungspläne für den Michaelplatz/Theaterplatz
erwägt man einen schrittweisen Umbau der Pavillonbauten aus den 50er-Jahren.
Dieser Umbau soll Platz für eine umfassende Neugestaltung schaffen. Die
bestehenden Pavillonbauten, die seit den 50er-Jahren den Platzbereich prägen,
führen dazu, dass das Gebäude am Rand des Platzraumes aufgrund ihrer
Anordnung in den Hintergrund gedrängt wird und weniger zur Geltung kommen.
PLANKONZEPT
Die Stadtakzentuierung strebt die Schaffung eines zentralen Treffpunkts zwischen
dem Burgberg und dem Kurpark an und bietet eine einzigartige Gelegenheit für
eine zeitgemäße Umgestaltung der Innenstadt von Bad Godesberg. Ziel ist es,
eine lebendige Lebensqualität inmitten der Stadt zu schaffen und einen Ort im
Herzen von Bad Godesberg zu etablieren, der gerne besucht wird. Ein
architektonischer Akzent soll durch den Umbau eines besonderen Gebäudes
gesetzt werden, das das Theater als ein herausragendes Element des Platzes
betont. Das Gebäude im östlichen Teil des Platzes könnte die Funktionen der
bestehenden Pavillons im Erdgeschoss übernehmen. Dabei sollte es so gestaltet
werden, dass es von der Fußgängerzone aus gut sichtbar ist und gleichzeitig den
Bereich des Theaters hervorhebt. Die Nutzung der bestehenden Bausubstanz als
Ressource zur Erreichung von Nachhaltigkeitszielen wird ebenfalls geprüft,
insbesondere im Hinblick auf graue Energie und die Prinzipien der
Kreislaufwirtschaft.
Lupenraum Michaelplatz
Abb.: „Michaelplatz“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Michaelplatz“ Schwarzplan, o.M.Seite 35 von 80
Seite 31Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.: „Michaelplatz“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Quelle Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Das geplante Vorhaben erstreckt sich hauptsächlich über Teilbereiche innerhalb
der überbaubaren Grundstücksflächen, jedoch liegt ein erheblicher Anteil in
Bereichen, die als Grünanlage ausgewiesen sind. Darüber hinaus überschreitet
die geplante Gebäudehöhe von vier Vollgeschossen die ursprüngliche Festlegung
von nur einem Geschoss. Die Abweichungen sind also erheblich und betreffen
sowohl die Flächennutzung als auch die Bauhöhe. Was den vorgesehenen
Nutzungsmix betrifft, könnte grundsätzlich eine Übereinstimmung mit den
Planvorgaben erzielt werden, jedoch müssen die erheblichen Abweichungen im
Hinblick auf Flächen- und Geschossnutzung sorgfältig geprüft und bewertet
werden. Aufgrund der Nähe des geplanten Umbau/Neubaukomplexes zum
Schauspielhaus ist es erforderlich, die weiteren Schritte der Planung mit der
Unteren Denkmalbehörde abzustimmen. Die Planung muss einem
denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren unterliegen.
FAZIT / AUSBLICK
Ein Umbau oder Neubau könnte dazu führen, dass die Sockelzone des
Gebäudes großzügig zum Platz hin geöffnet wird, wodurch eine direkte
Verbindung und Interaktion mit dem Michaelplatz entstünde. Die Fassade des
Gebäudes könnte durch die Integration von Theaterbalkonen gestaltet werden,
die nicht nur eine ästhetische Bereicherung darstellen, sondern auch die
funktionale Rolle des Gebäudes als Teil des Theaters am Michaelplatz
unterstreichen. Dadurch erfüllt das Gebäude seine städtebauliche Aufgabe und
trägt zur Belebung und Attraktivität des Platzes bei. Das geplante Vorhaben
erfordert eine Anpassung des bestehenden Bebauungsplans, da das
planungsrechtliche Einvernehmen ohne diese Anpassung nicht erzielt werden
kann.Seite 36 von 80
Seite 32Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Michaelplatz“ “ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 37 von 80
Seite 33Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Michaelplatz“ Lageplan o.M. Bestandsgebäude
GrundstücksgrenzeSeite 38 von 80
Seite 34Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Michaelplatz“ 3 D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 39 von 80
Seite 35Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen ca. 1.300 qm
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel ca. 430 qm
Kultur
Büro
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 1.730 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Michaelplatz“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.Seite 40 von 80
Seite 36Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Eine Sockelzone öffnet sich zum Michaelplatz. Balkone und
Pergolen prägen die Fassade. Das Gebäude erfüllt eine städtische
Aufgabe am Michaelplatz. "
4. LUPENRÄUME
Abb.: Fassade am Michaelplatz, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 41 von 80
Seite 37Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Das Theater Bonn Schauspielhaus in Bad Godesberg spielt eine wichtige Rolle bei
der Stärkung der kulturellen Funktion der Innenstadt. Dabei wird die vorhandene
Bausubstanz aus den 60er Jahren als wertvolle Ressource genutzt, um die Ziele
im Bereich Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit zu erreichen. Durch eine
sorgfältige und nachhaltige Umsetzung, auch von kleineren Vorhaben, wird
sichergestellt, dass das Schauspielhaus auch in Zukunft ein Ort der Inspiration
und des kulturellen Austauschs bleibt. Die geplante Nutzung der bestehenden
Bausubstanz und die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten tragen dazu
bei, dass das Theater eine nachhaltige und umweltfreundliche kulturelle Institution
in der Innenstadt von Bad Godesberg bleibt.
PLANKONZEPT
Das Theater Bonn Schauspielhaus in Bad Godesberg plant die Entwicklung eines
neuen Cafés mit Außengastronomie am Übergang zum Kurpark im Süden. Hierbei
wird angestrebt, die bestehende Villa und den Pavillon umzunutzen und
entsprechend umzugestalten. Diese Räumlichkeiten sollen so angepasst werden,
dass sie ausreichend Platz für Schauspieler, Besucher und Veranstaltungen wie
Lesungen bieten. Diese Maßnahmen sollen eine lebendige Atmosphäre schaffen
und es dem Theater ermöglichen, seine Aktivitäten über die Bühne hinaus
auszudehnen. Das geplante Café wird somit nicht nur ein Ort der Entspannung
und des Genusses für Besucher des Kurparks sein, sondern auch ein kultureller
Treffpunkt, der die Verbindung zwischen dem Theater und der Gemeinschaft
weiter stärkt.
Lupenraum Theater Bonn/ Schauspielhaus
Abb.: „Theater Bonn/ Schauspielhaus“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Theater Bonn/ Schauspielhaus“ Schwarzplan, o.M.Seite 42 von 80
Seite 38Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.: .: „Theater Bonn/ Schauspielhaus“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Quelle Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Das geplante Vorhaben erstreckt sich ausschließlich über Teilbereiche innerhalb
der überbaubaren Grundstücksflächen und betrifft insbesondere die Umwandlung
eines Teils der bestehenden Bausubstanz. Die vorgesehene Nutzung als Café ist
grundsätzlich im Einklang mit den Planvorgaben und bietet eine positive
Möglichkeit zur Belebung des öffentlichen Raums und der Platzfläche. Es wäre
jedoch ratsam, dass der Bauherr enge Absprachen mit den derzeitigen Nutzern,
insbesondere in Bezug auf den Pavillon, trifft, um sicherzustellen, dass die
geplanten Veränderungen keine Konflikte mit den bestehenden Nutzungen
verursachen.
FAZIT / AUSBLICK
Das neue Theatercafé und die großzügige Platzfläche stellen einen bedeutenden
Übergang zwischen dem Kurpark und der Innenstadt von Bad Godesberg dar. Sie
bieten eine einladende Fläche für Besucher und Spaziergänger. Dieses Café wird
nicht nur ein Ort der Entspannung für Besucher und Spaziergänger sein, sondern
auch als lebendiger Kulturort dienen, der die enge Verbindung zwischen dem
Theater und dem Kurpark stärkt. Das Café ermöglicht es dem Schauspielhaus,
sich stärker in die Gemeinschaft einzubringen und eine vielseitige, ansprechende
Umgebung zu schaffen, die nicht nur als Treffpunkt, sondern auch als kultureller
Anziehungspunkt dient. Dieser Schritt trägt zur Stärkung der Bindung zwischen
dem Theater und der Gemeinschaft bei und bereichert das kulturelle Leben in Bad
Godesberg.
Abb.: Ansicht Kaiserstraße 4Seite 43 von 80
Seite 39Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb ,,Theater Bonn/ Schauspielhaus“ 3 D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 44 von 80
Seite 40Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Theater Bonn/ Schauspielhaus“ Kennzahlen
Gemeinschaftliche Nutzung ca. 400 qm
Kultur
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 400 qm
Theatercafé mit AußengastronomieSeite 45 von 80
Seite 41Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Das neue Theatercafé wird ein wichtiger Übergang zwischen dem
Kurpark und der Innenstadt von Bad Godesberg. Es schafft eine
Platzfläche für die Besucher." 4. LUPENRÄUME
Abb.: Blick auf das Theatercafé, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 46 von 80
Seite 42Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Die aktuelle Bebauung am Aennchenplatz und die Struktur innerhalb der Arcadia
Passage zeigen eine gewisse Uneinheitlichkeit. Es gibt eine Vielzahl von
verschiedenen Passagen und Durchgängen, was dazu führt, dass keine klare
räumliche Ordnung entsteht. Besonders im nördlichen Teil der Arcadia-Passage
sind viele Ladenlokale leerstehend, was einen vernachlässigten Eindruck
vermittelt. Trotz der bestehenden Ordnungspartnerschaft gibt es bei zahlreichen
Bürgerinnen und Bürgern ein subjektives Unsicherheitsgefühl in Teilen der Bad
Godesberger Innenstadt. Die überdachte Einkaufspassage und die umfassende
Überbauung des Geländes entsprechen nicht der Vision einer offenen und
durchlässigen Stadt.
PLANKONZEPT
Bei der Neugestaltung des Aennchenplatzes ist es entscheidend, die bestehende
Parzellierung zu berücksichtigen und städtebauliche Kanten zum
Fußgängerbereich zu schaffen. Ziel sollte sein, den Aennchenplatz zu einem
bedeutenden Ort in Godesberg wiederzubeleben. Dazu gehört ein ausgewogenes
Gastronomieangebot auf dem Platz, mehr Grünflächen und Sitzbänke entlang der
Straße sowie die Sanierung und Pflege des Platzes. Die Neugestaltung sollte
insgesamt darauf abzielen, eine harmonische und lebendige Umgebung zu
schaffen, die den Bedürfnissen der Bewohner und Besucher von Bad Godesberg
gerecht wird und gleichzeitig das historische Erbe der Stadt respektiert.
Die Belebung des Platzraumes wird sich positiv auf die Arcadia-Passage
auswirken. Diese sollte saniert und mit hochwertigen Einzelhandelsgeschäften
belebt werden, um die Attraktivität zu steigern. Die Vielfalt der Geschäfte sollte
gefördert werden, um das Interesse der Besucher zu erhöhen. Die umfassende
Erneuerung sollte auch den Aufgang zur Godesburg berücksichtigen, indem er
freigestellt wird, um die Sicht auf den Platz zu öffnen. Die Wege zur Godesburg
sollten besser beleuchtet werden, um die Sicherheit der Besucher zu
gewährleisten.
Lupenraum Aennchenplatz / Arcadia Passage
Abb.: ,,Aennchenplatz und Arcadia Passage“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
4. LUPENRÄUMEAbb.: ,,Aennchenplatz und Arcadia Passage“ Schwarzplan, o.M.Seite 47 von 80
Seite 43Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
V
4. LUPENRÄUME
Abb.:,,Aennchenplatz und Arcadia Passage“Bebauungsplan o.M
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Umbauvorschlag Arcadia Passage
Quelle: Architekt Rübsamen
PLANUNGSRECHT
Basierend auf den Erkenntnissen und Diskussionen während der 3.
Leitbildkonferenz wird ein Aufwertungs- und Nutzungskonzept für die Arcadia-
Passage entwickelt. Dieses Konzept wird in weiteren Schritten erarbeitet, wobei
das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept als Leitfaden dient. Die einzelnen
Maßnahmen des Masterplans für den öffentlichen Raum in der Innenstadt von
Bad Godesberg sollten auch den Aennchenplatz betreffen und werden
schrittweise umgesetzt, um die Ziele und Visionen für die Entwicklung des
Stadtteils zu realisieren. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Attraktivität
und Lebensqualität in Bad Godesberg zu steigern und die Innenstadt zu ein.
FAZIT / AUSBLICK
Die Notwendigkeit einer Neugestaltung ist offensichtlich, um eine verbesserte
räumliche Organisation zu schaffen, Leerstände zu reduzieren und das subjektive
Sicherheitsgefühl in der Gemeinschaft zu steigern. Diese Veränderungen sollen
dazu beitragen, die Innenstadt von Bad Godesberg attraktiver und lebendiger zu
gestalten.
Diese Umgestaltung des Platzbereichs am Aennchenplatz soll belebende Impulse
für die Arcadia Passage setzen, um die gesamte Umgebung aufzuwerten und
attraktiver zu gestalten.Seite 48 von 80
Seite 44Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: ,,Aennchenplatz und Arcadia Passage“ Lageplan o.M. BestandsgebäudeSeite 49 von 80
Seite 45Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „ Aennchenplatz und Arcadia Passage“ 3D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 50 von 80
Seite 46Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen ca. 300 qm
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel
Kultur
Büro
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 300 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „ Aennchenplatz und Arcadia Passage“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.
„Der Aennchenpatz und die Arcadia Passage werden weiterhin
von Giebelhäusern umrahmt. Das Erdgeschoss ist für die
Öffentlichkeit zugänglich. Der neue Platzbereich am
Aennchenplatz gibt belebende Impulse für die Arcadia Passage."
Abb.:atmosphärische Darstellung o.M.Seite 51 von 80
Seite 47Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Lupenraum Moltkeplatz
Abb.: ,,Moltkeplatz“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
4. LUPENRÄUMEAbb.: ,,Moltkeplatz“ Schwarzplan, o.M.
BESTANDSSITUATION
Der Lupenraum Moltkeplatz ist ein einzigartiges Ensemble von Gebäuden, das
auf historischen Parzellen errichtet wurde. Dieses Ensemble erzählt die
faszinierende Geschichte der Steine und Farben, die im Laufe der Zeit auf
diesem Grundstück verwendet wurden. Die Nähe zur ehemaligen Synagoge
verleiht diesem Grundstück eine zusätzliche besondere Bedeutung.
PLANKONZEPT
Der Lupenraum am Moltkeplatz ist ein pulsierender Wohnkomplex, der die reiche
Geschichte seiner Umgebung in sich trägt. In enger Zusammenarbeit mit den
Anwohnern wird hier eine einzigartige städtische Oase geschaffen. Der einst
versiegelte Innenhof wird in einen grünen Begegnungsort verwandelt.
Durchdachte Raumgestaltung und offene Durchgänge ermöglichen es den
Bewohnern, diesen Raum in zu erleben. Hohe Bäume bieten angenehmen
Schatten, versiegelte Flächen werden aufgebrochen, um Platz für Wasserflächen
und Kinderspielbereiche zu schaffen. Die Fassaden des Gebäudes sind von der
umliegenden Umgebung inspiriert und erinnern an die einstige Gemeinschaft, die
an diesem Ort gelebt hat. Die Fassade am Moltkeplatz spiegelt die lebendige
städtische Atmosphäre wider und belebt das Erdgeschoss mit gastronomischen
Einrichtungen, die den Platz zum Leben erwecken. Gleichzeitig bewahrt das
Gebäude seine historische Fassade und schafft so eine Verbindung zwischen
Vergangenheit und Gegenwart. Der Lupenraum am Moltkeplatz wird zu einem Ort
des Dialogs, an dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Kontakt
treten.Seite 52 von 80
Seite 48Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: ,,Moltkeplatz“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Das geplante Vorhaben befindet sich, soweit aus den verfügbaren Informationen
ersichtlich, innerhalb der zulässigen Baugrenzen und überschreitet die zulässige
Geschossigkeit lediglich um ein Geschoss. Da die geplante Nutzung Wohnungen
umfasst und diese allgemein im Bauplan zulässig sind, kann das Vorhaben im
Hinblick auf die Nutzung als Bauplan-konform betrachtet werden.
FAZIT / AUSBLICK
Das geplante Vorhaben am Moltkeplatz ist charakterisiert durch individuelle
Gebäude, die die umgebende Stadtlandschaft interpretieren und sich um einen
gemeinsamen grünen Innenhof gruppieren. Diese Architektur spiegelt die Vielfalt
und Einzigartigkeit der Stadtgemeinschaft am Moltkeplatz wider und schafft einen
ansprechenden Innenraum für die Bewohner und ihre Besucher. In Bezug auf das
Planungsrecht könnte dem Vorhaben grundsätzlich das planungsrechtliche
Einvernehmen erteilt werden. Die Beteiligung der zahlreichen Eigentümerinnen
erfolgte durch schriftliche Einladungen, Abstimmungstermine und Interviews.
Dabei wurden erste Modellskizzen, Nutzungskonzepte und Möglichkeiten zur
Umsetzung besprochen. Die Gespräche mit den Eigentümern zeigten, dass diese
die Liegenschaft mittelfristig gemeinsam entwickeln möchten und sich eine
zukünftige Zusammenarbeit mit dem Stadtteilarchitekten vorstellen können.Seite 53 von 80
Seite 49Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Moltkeplatz“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 54 von 80
Seite 50Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Moltkeplatz“ Lageplan o.M.Seite 55 von 80
Seite 51Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Moltkeplatz“ 3 D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 56 von 80
Seite 52Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Wohnen ca. 2.300 qm
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel ca. 700 qm
Kultur
Büro ca. 250 qm
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 3.250 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Moltkeplatz“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.Seite 57 von 80
Seite 53Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb.: „Synagoge Moltkeplatz“ Quelle Wikipedia
Die Synagoge wurde 1849/50 erbaut und 1938 von den
Nationalsozialisten zerstört. Sie befand sich an der Oststraße (bis 1892
Synagogengasse).
Abb.: Standort alte Synagoge, Ortsbegehung Prof. Heuchel
„Die Nähe zur ehemaligen Synagoge verleiht dem Grundstück eine
besondere Bedeutung. Die Fragmente der Synagoge werden als
geschichtsträchtiger Ort betrachtet. Die Identifizierung der Lage und
historische Abbildungen dienen als Grundlage für eine künstlerische
Auseinandersetzung. Ein Bodenrelief könnte die Erinnerung an die
Vergangenheit bewahren und gleichzeitig neue Perspektiven für die
Zukunft eröffnen.Seite 58 von 80
Seite 54Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Likörfabrik, Bestandsfassade Ortsbegehung Prof. Heuchel
„Das Grundstück bewahrt die historische Fassade der Likörfabrik. Hier
wird Wohnen zu einem Dialog zwischen den Generationen, ein Ort, an
dem Vergangenheit und Gegenwart miteinander Kontakt aufnehmen.“
Abb.: Haus, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 59 von 80
Seite 55Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Haus, atmosphärische Darstellung o.M.Abb.: Haus, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 60 von 80
Seite 56Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Haus, atmosphärische Darstellung o.M. Abb.: Haus, atmosphärische Darstellung o.M.
„Die Fassade am Moltkeplatz, spiegelt die städtische Atmosphäre
wider- Das Erdgeschoss wird mit Gastronomie zum Platzraum belebt.
Vier Obergeschosse und ein prägendes Dach beherbergen
Wohnungen.“Seite 61 von 80
Seite 57Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Innenhof, atmosphärische Darstellung o.M.Abb.: Innenhof, atmosphärische Darstellung o.M.
„Die Stadtgemeinschaft am Moltkeplatz wird durch individuelle
Gebäude repräsentiert, die die städtische Umgebung interpretieren
und sich um einen gemeinsamen grünen Hof gruppieren."Seite 62 von 80
Seite 58Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Obwohl bereits eine Ordnungspartnerschaft besteht, empfinden viele Bürgerinnen
und Bürger ein erhebliches subjektives Unsicherheitsgefühl in diesem Bereich. Die
Lage der Grundstücke 1098 und 1097 am Kurpark bieten Potenziale für eine
städtebauliche Nutzung des Hubertinumshofs. Im Rahmen einer ganzheitlichen
Strategie arbeiten die verschiedenen Grundstückseigentümer gemeinsam an
einem energieeffizienten Ansatz für die Weiterentwicklung des Blocks. Die
Entfernung von An- und Einbauten eröffnet nicht nur die Möglichkeit zur Schaffung
von grünen Bereichen in unmittelbarer Nähe der Wohnungen, sondern unterstützt
auch den energetischen Umbau des Blocks.
PLANKONZEPT
Die vorhandenen Gebäude könnten als markante Symbole dienen und die
gesamte Maßnahme visuell repräsentieren. Neue Gebäude auf den Grundstücken
1096/1097 ergänzen den Innenraum des Hubertinumshofs und den bestehenden
Gebäudebestand. In unmittelbarer Nähe zum historischen Baumbestand entsteht
eine attraktive Platzkante, die Alt- und Neubau miteinander verbindet. Die Lage am
Kurpark bietet Potenzial für verschiedene urbane Nutzungen. In diese Umgebung
eingebettet, sollen ergänzende Funktionen für den Gesundheitssektor angeboten
werden, wie ein Reha-Zentrum und Therapieräume. Diese Einrichtungen sollen
zur Belebung des Innenhofs beitragen. Durch die Vielfalt der Geschossigkeiten
entsteht ein dynamisches Bild, das von mehrstöckigen Gebäuden bis hin zu
einstöckigen Bauten reicht. Im Zentrum dieses Ensembles befindet sich ein
öffentlicher, begrünter Innenhof, der als zentraler Treffpunkt und Rückzugsort
dient. Die Lage am Kurpark eröffnet Potenzial für urbane Nutzungen und soll auch
das Wohnen möglich machen.
Lupenraum Hubertinumshof
Abb.: „Hubertinumshof“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
Abb.: Schwarzplan, o.M. 4. LUPENRÄUMEAbb.: „Hubertinumshof“ Schwarzplan, o.M.Seite 63 von 80
Seite 59Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
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4. LUPENRÄUME
Abb.: „Hubertinumshof“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
Abb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
PLANUNGSRECHT
Die baurechtlichen Belange des Hubertinumshofs legen den Rahmen für vielfältige
Nutzungsmöglichkeiten fest. Verschiedene Eigentümer, darunter die Stadt Bonn,
Unternehmen und private Einzelpersonen, sind Teil dieses Gefüges und halten
sich an mittlere Geschossflächen- und Grundflächenzahlen. Das Vorhaben
befindet sich größtenteils innerhalb überbaubarer Grundstücksflächen, weicht
jedoch hinsichtlich der geplanten Geschossanzahl von den Vorgaben des
Bebauungsplans ab. Eine fünfgeschossige Bebauung entlang der öffentlichen
Straßen wie der Löbestraße oder der Koblenzer Straße wird städtebaulich positiv
bewertet. Der vorgesehene Nutzungsmix wird grundsätzlich in Einklang mit den
örtlichen Gegebenheiten gesehen. Das planungsrechtliche Einvernehmen kann
dem Vorhaben ohne entsprechende Anpassung des Bebauungsplans nicht erteilt
werden.
FAZIT / AUSBLICK
Die Idee eines städtischen Blocks mit klar definierten äußeren Grenzen und einem
lebendigen Inneren spiegelt die Vorstellung einer einladenden Gemeinschaft wider.
Die bestehende Parzellierung der Grundstücke wird berücksichtigt und in ein
Gesamtkonzept integriert, das verschiedene Zugänge zum Innenhof ermöglicht.
Ein neues Eckgebäude dient als attraktiver Eingang und schafft eine lebendige
Arbeitswelt, die Impulse für die weitere Entwicklung liefert. Ein besonderer
Baukörper im Hubertinumshof betont die grüne Umgebung und fügt sich
harmonisch in die Umgebung ein. Die Beteiligung der Eigentümer/innen erfolgte
durch schriftliche Einladungen, Abstimmungstermine und Interviews. Dabei wurden
erste Modellskizzen, Nutzungskonzepte und Möglichkeiten zur Umsetzung
besprochen. Die Gespräche mit den Eigentümern/innen zeigten, dass diese die
Liegenschaft mittelfristig gemeinsam entwickeln möchten und sich eine zukünftige
Zusammenarbeit mit dem Stadtteilarchitekten vorstellen können.Seite 64 von 80
Seite 60Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb „Hubertinumshof“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 65 von 80
Seite 61Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Hubertinumshof“ Lageplan o.M. Bestandsgebäude
GrundstücksgrenzeSeite 66 von 80
Seite 62Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Hubertinumshof“ 3D Modell o.M. BestandsgebäudeSeite 67 von 80
Seite 63Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel
Kultur
Büro ca. 4.200 qm
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 8.200 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Hubertinumshof“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.
Wohnen ca. 4.000 qmSeite 68 von 80
Seite 64Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Ein neues Eckgebäude dient es als attraktiver Eingang und schafft
eine lebendige Arbeitswelt, die Impulse für die weitere Entwicklung
liefert."
4. LUPENRÄUME
Abb.: Eckgebäude, atmosphärische Darstellung o.M. Abb.: Eingangsbereich, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 69 von 80
Seite 65Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Ein besonderer Baukörper mit unterschiedlichen Wohnformen im
Innern des Hubertinumshof betont die grüne Umgebung.“
4. LUPENRÄUME
Abb.: Erdgeschosszone, atmosphärische Darstellung o.M. Abb.: Haus im Hof, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 70 von 80
Seite 66Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
BESTANDSSITUATION
Das vorhandene Gebäude zeigt derzeit eine abschirmende Wirkung gegenüber
dem angrenzenden Villenviertel und der Rheinallee. Im Zuge einer geplanten
verkehrsplanerischen Umgestaltung des städtebaulichen Umfelds könnte ein
Neubau dazu beitragen, die städtebauliche Situation entlang der Rheinallee zu
klären. Hierbei ist es wichtig, in der weiteren Planung gemeinsam mit dem
Grundstückseigentümer eine umfassende Strategie zu erarbeiten, die die
Bedürfnisse der Gemeinschaft und die städtebaulichen Anforderungen
berücksichtigt. In einer Stellungnahme des Vereins für Heimatpflege Bad
Godesberg wird auf die Bedeutung eines sensiblen Umgangs mit dem Ortsbild
hingewiesen. Der Verein betont, dass die gerundete Form des Altbaus, der vom
Architekten Willy Maß entworfen wurde, nach ihrer Auffassung keine
schützenswerte Gestalt darstellt.
PLANKONZEPT
Das Gebäude der Sparkasse Köln/Bonn sollte eine zentrale Rolle als Symbol für
die Gesamtmaßnahme und als Schnittstelle zum angrenzenden Villenviertel
spielen. Es wäre wünschenswert, die historischen Villen in das städtebauliche
Konzept zu integrieren, indem ihre Struktur und Sichtachsen berücksichtigt
werden. Zu diesem Zweck könnte der Baukörper aus verschiedenen Bauteilen
bestehen, die die städtebauliche Vielfalt des Villenviertels widerspiegeln.
Besonders entlang der Rheinallee bietet sich die Gelegenheit, den Stadteingang
im Osten stärker zu betonen und gestalterisch zu akzentuieren. Aufgrund seiner
prominenten Lage an der Rheinallee könnten kommerzielle Nutzungen wie ein
Bürohaus oder Ärztehaus in Erwägung gezogen werden. Im Erdgeschoss könnte
in Verbindung mit dem Platzraum und dem Busbahnhof ein Mobilitätshub
eingerichtet werden, um die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zu
verbessern. Die Nutzung der vorhandenen Baustruktur sollte im Hinblick auf
Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft in den detaillierten Planungsschritten
sorgfältig geprüft werden, um Ressourceneffizienz und Umweltschutz zu fördern.
Lupenraum Rheinallee
4. LUPENRÄUME
Abb.: „Rheinallee“ Luftbild bearbeitet GoogleEarth
Abb.: „Rheinallee“ Schwarzplan, o.M.Seite 71 von 80
Seite 67Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: Grundstücke und Eigentümer o.M. Stadt Bonn
Abb.: „Rheinallee“ Überblendung Bebauungsplan o.M.
PLANUNGSRECHT
Die beiden geplanten Vorhaben, bestehend aus einem Anbau an den Bestand
sowie einem Solitär, passen in Bezug auf ihre Art, Bauweise und überbaubare
Grundstücksflächen grundsätzlich gut in die umliegende Umgebung. Es sind
jedoch einige Bedenken hinsichtlich des Maßes der baulichen Nutzung und der
Geschossigkeit zu beachten. Zum einen gibt es in der näheren Umgebung kein
vergleichbar hohes Gebäude wie den Solitär, was eine Herausforderung darstellen
könnte. Zum anderen ist die geplante Ausdehnung des Anbaus in drei- bzw.
zweigeschossiger Bauweise in die rückwärtigen Grundstücksbereiche bisher
einzigartig und besitzt keine direkten Vorbilder. Grundsätzlich könnte das
planungsrechtliche Einvernehmen für beide Vorhaben gemäß den Bestimmungen
des § 34 des Baugesetzbuches (BauGB) ausgesprochen werden, jedoch erfordert
die Anzahl der Vollgeschosse eine detaillierte Abstimmung im Einzelfall. Auf die
Baufluchten ist zu achten. Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Neubauten zu den
vorhanden denkmalgeschützten Baudenkmälern Clara-Fex-Gymnasium und
Pavillon in der Umgebung ist es erforderlich, die weiteren Schritte der Planung mit
der Unteren Denkmalbehörde abzustimmen. Die Planung muss einem
denkmalrechtlichen Erlaubnisverfahren unterliegen.
FAZIT / AUSBLICK
Hochwertige bauliche Nutzungen tragen zur Aufwertung des Platzes an der
Rheinallee bei. Eine intensivere funktionale Nutzung der Platzkante zur Rheinallee
hin kann den Platz auch in den Abendstunden und nachts beleben und ein
positives Sicherheitsgefühl schaffen. Die neuen Gebäude bieten zudem
Möglichkeiten für Ausblicke in die grünen Bereiche der Nachbarschaft sowie über
den neuen Platzraum in die Innenstadt.Seite 72 von 80
Seite 68Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Abb „Rheinallee“ städtebauliches Nutzungskonzept, Mai 2024
4. LUPENRÄUME
Abb.: capattistaubach/O&O aus Masterplan Vorentwurf, Feb. 2023Seite 73 von 80
Seite 69Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Rheinallee“ Lageplan o.M, GrundstücksgrenzeSeite 74 von 80
Seite 70Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Rheinallee“ 3 D Modell o.M.Seite 75 von 80
Seite 71Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Gemeinschaftliche Nutzung
Einzelhandel
Kultur
Büro ca. 4.600 qm
Umbau/Neubau BGF
Summe ca. 6.100 qm
4. LUPENRÄUMEAbb.: „Rheinallee“ Städtebauliche Kennzahlen o.M.
Wohnen ca. 1.500 qmSeite 76 von 80
Seite 72Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
„Hochwertige Nutzungen bereichern den Platz an der Rheinallee. Im
Gebäude bieten sich Ausblicke in die grünen Bereiche der
Nachbarschaft und über den neuen Platzraum in die Innenstadt."
4. LUPENRÄUME
Abb.: Kopfbau, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 77 von 80
Seite 73Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
4. LUPENRÄUME
Abb.: Fuge Eingang, atmosphärische Darstellung o.M. Abb.: Erdgeschosszone, atmosphärische Darstellung o.M.Seite 78 von 80
Seite 74Innenstadt Bonn Bad Godesberg Städtebauliches Nutzungskonzept
Bundesstadt Bonn, Stadtplanungsamt
Ortsteilplanung Beuel, Bad Godesberg
Stadthaus, Berliner Platz 2, 53111 Bonn
URBANLUST GmbH
Prof. Christian Heuchel
Justinianstraße 16, 50679 Köln
Team
Helena Feldmann Fischer, Defne Saylan, Ziyu Zhao,
Julia Rosenbaum, Martin Bachem, Simon Schnittker
Köln, im Juni 2024
5. IMPRESSUM
Die in dieser Broschüre dargestellten Abbildungen, sofern nicht anders
angegeben, sind im Besitz der Stadt Bonn oder von Prof. Christian Heuchel. Sie
dürfen nur mit Genehmigung verwendet werden.Seite 79 von 80
Städtebauliches
Nutzungskonzept zur
Transformation der
Bad Godesberger
Innenstadt
= Leitlinie für
zukünftige
Innenentwicklung
• Endfassung (DS 241097)
Masterplan Öffentlicher
Raum Innenstadt Bad
Godesberg
= Zielbild der
städtebaulichen
Entwicklung und Grundlage
für bauliche Maßnahmen
•Vorentwurf (DS 231463 : geändert
beschlossen)
• Umsetzung des Beschlusses … zur
weiteren Vorgehensweise im
Masterplan Innenstadt Bad Godesberg
mit Vorschlägen für Schwerpunkt-
projekte (DS 241074)
• Nächster Schritt: Endfassung mit
drei Schwerpunktprojekten (ca. 3
Monate)
Mobilitätskonzept mit
Schwerpunkt Förderung
der klimagerechten
Mobilität
= Handlungsempfehlung
für Neugestaltung von
Straßenräumen und von
Mobilitätsmaßnahmen
• s. DS: 231463 geändert
beschlossen
•Umsetzung des Beschlusses …
zur weiteren Vorgehensweise
im Masterplan Innenstadt Bad
Godesberg (DS 241074)
•Nächster Schritt: Untersuchung des
Radrings, einer Zentralen
Umsteigehaltestelle etc.
Klimagerechte Neugestaltung
der Fußgängerzone: Am
Fronhof bis Theaterplatz
= bauliche Maßnahme
• Vorentwurfsplanung/
Objektplanung am 6.9.2023
geändert beschlossen (DS:
231246)
• Nächster Schritt: Beschluss
Baureife Planung zur
Neugestaltung
ISEK Innenstadt Bad Godesberg (DS: 190431) , hier: Sachstand einzelner Projekte 2.HJ 2024Seite 80 von 80

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Datenstand: 02.11.2026, 23:54 MEZ · Quelle: oparl.bonn.machdenstaat.de